Ekktitii, Preisen! Mut r > »*$;% 1. B. Baek Jo*. Haydn L. tm Mot®. , v. Bwlitti. K Schumann. . I. bnhai. . I. 6ehM , ?. Schubert. . ?. ttehubert . fr Ohtph. . liW , K OdiuiiDn. , , 1 tounm. , . LGrU|. , . 1W»|. i-dur ' ä-mcdl . 8. . . )p. 1i . onzert Januar 1903 ‘sellschaftsvereiM des ehmann, ^Üo (BoprM) 0 Uzielli ain (Klarier). UL LtaviU" *14. 3««w‘ lall v1 J-TTi n)U"'d)t Ln Dain« j stiiii t)«“8LeUo/i' tos? ftt» fas*, K-rniDinO11 v‘__-—' tgUeder n ft kW (Spemlb nd in der Muiikilienhudl 1) end abwdi an d* Ku J nenralter Stark n «l- • ’ n haben |»lfi W Dto “ff m. WM •»“gjrti JJ'Ä" ÄS«ivta Erstes Blatt 153. Jahrgang General-Anzeiger AMz- md Anzeigeblatt Dr den Ureis Gießen 9h?. 11 erid)ciet esgrich auUcx fcuniuagt. t)em Gtetzener 'Anzeiger werden tm Wechsel mit bem Kesfischen Landwirt bir Eiehencr Familien« blätter viermal tn der Woche betgelcgl NtotalionSdruck u Verlag der v rü h l'ichen stnivers.-Vuch- u. Stein- kruckeiei (Pietsch Elben) ßievukNon, Erpedmo» unb Druckerei: OHulprahe 7. Cbieße für Depeschen! Anzeiger Gießen. 5frniprfd)anld)hi69h 51. die Post lDtt.2.— viertel- sährl. ausschl. Beslellg. Annahme von Anzeigen für die DageSnummer via pormitiagi 10 Uhr. Zeltenprei»: lokal 1,P^ aiuaroärt» 20 Psg. Veraaiwortltchi für den poliL il aÜgetn teil; P Witiko: fÜi »Stadt und Vanb" unb -tLerichlesacU' (Satt Plat0; für den 3li> geigenteiL $>anfl Beck- Mittwoch 14. Januar 1903 9yezng»pret», monatlich 7bPs^oi«rt«bt jährlich Mk. 2.20; durch .'IMjole- u- Zweigstellen K 6$f gry y monatlich 6o Ps.; durch einige AcmerKungen flßer altes unb murs eye- liches KüierrechL, zu Fluh unb Arommen bei Jcute, welche I) traten wosseu. Don einem hessischen GerichtSmann. L Vor einigen Wochen ging durch die Amtsblätter eine Notiz, durch welche mit Genugtuung bekannt gegeben wurde, daß das Bürgerliche Gesetzbuch in sichtlicher Weise in das allgemeine Rechtsbewußtsein eingedrungen und zur Geltung aekomuren sei; dies sei insbesondere hinsichtlich des ehelichen Güterrechts der Fall, sodaß aus diesem Gebiet ein einheitlicher Rechtszustand in wenigen Jahren bestehen werde. Die Bevölkerung habe sich in den drei Jahren, seitdem das B. G. B. gilt, dem gesetzlichen ehelichen Güterstand in dem Matze angcpaßt, daß für die weitaus größere Mehrzahl von Eheschließungen die Interessenten das gesetzliche eheliche Güterrecht zu Grunde legen und daß die Errichtung besonderer Eheverträge oder die Ab- ünderuntz des ehelichen Güterstandes nur ausnahmsweise und auf Grund besonderer Umstände stattfinde. Dies letztere scheint im allgemeinen richtig zu sein; die vertragliche Regelung des ehelichen Güterstandes ist in der Tat eine Ausnahme geworden, und auch sie hat zum größeren Teil der Falle die Bereiubarung der Gütertrenn- ung zum Gegenstand, überwiegend durch mißliche wirtschaftliche Lage der Interessenten veranlaßt unb nicht zu Beginn, sondern erst nach längerem Bestand einer Ehe, abgeschlossen. Ob dagegen das Rechtsbewußtsein der Bevölkerung in Wirklichkeit den Inhalt des gesetzlichen ehelichen Güterrechts in sich ausgenommen hat und sich demselben mit Wissen und Willen angepaßt hat, dies darf mit gutem Grund bezweifelt werden. Das Bürgerliche Gesetzbuch ist in seinem Wortlaut nur bei sachlicher Schulung inhaltlich zugänglich; und man kann unbedenklich sagen, daß die Lurchschnittsbildung der Bevölkerung, der ländlicl-en wie städtischen, außer stand ist, in dem Bürgelichen Gesetzbuch, einem Werk von beinahe 2i/z tausend Paragraphen, sich zurechtzufinden, ge- schweige denn, mit Sicherheit und Erfolg damit zu hantieren. Niemand wird dies als Anmaßung eines Fach- juristen vernünftigerweise auffassen, und weshalb ein Dorsbürgermeister oder Ortsgerichtsmann wesentlich mehr davon verstehen sollte, als irgend ein anderer Landwirt oder Geschäftsmann, ist auch nicht ersichtlich. Das eheliche Güterrecht des Bürgerlichen Gesetzbuchs umfaßt volle zweihundert Paragraphen, und ist in seinen Abteilungen in kontplizierter Weise gegliedert; schon der Umfangs dieser gesetzlichen Bcstinimungen bringt es mit sich, daß es inhaltlich der Bevölkerung^ namentlich der Landbevölkerung, so gut wie fremd geblieben ist. Wenn aber die Leute wüßten, was darin steht, und welche Rechtsfolgen sie auf sich nehmen, indem die Eheschließungsinteressenten iiach bürgerlichem Gesetzbuch heiraten und die Mühe und Kosten eines besonderen Ehevertrags sich ersparen, so würden sie die Sache mit anderen Augen an- sehen. Ju Nachfolgendem soll der Rechtszuftand ehelichen Güterrcchts des Bürgerlichen Gesetzbuchs mit dem seitherigen, in Wirklichkeit dem Rechtsbewußtsein unserer Bevölkerung in Westdeutschland, speziell in Oberhessen, konfor- nren Rechtszujcaud m Vergleich gezogen werden; daraus kann jeder sich selbst ableiten, was für ihn besser ist und ivie er sich vernünftigerweise verhalten sollte. Weil nun diese Darstellung und Vergleichung notwendigerweise ziemlich umfangreich ausfallen muß und auch nicht ohne juristische Ausdrücke und Umständlichkeiten zu vollsühren ist, also an die Geduld und Urteilskraft des Lesers ziemliche Anforderungen stellt, so ist es dienlich, ein Beispiel zu konstruieren. Dieses Beispiel wird im Verlauf der Tatsachen und in den rechtlichen Ergebnissen erkennen lassen, was beim gesetzlichen ehelichen Güterstand des B. G. B. für die Frau herauskommt. Wir nehmen also folgenden Fall und Verlaus an: In 1901 hat der Gärtnergehilfe A sich mit dem Fräulein B. verlobt, welche b00o Mart Scapital auf der Spar lasse hat. Sie heiraten sich ohne Ehevertrag zu errichten, in- idem 9L bei seinem bisherigen Prinzipal in Stellung bleibt; Ibas Geld bleibt vorerst auf der Sparkasse, nur die Zinsen werden erhoben und zum Haushalt verwendet. In 1904 Ibietct sich Gelegenheit, drei Morgen Land für 3000 Mark -zu kaufen; beide Ehegatten entschließen sich hierzu, die iö'rau holt die 3000 Mark, ilbergiebt sie dem Manne zur Wezahlung und das Land wird gekauft und bezahlt, und Larauf eine eigene Gärtnerei betrieben. Nach zcl)n Jahren Hallt die Gärtnerei ins Bauterrain und wird für 30 000 Mark verkauft. Darnach kauft der Mann ein Lotterielos Ulnd man gewinnt damit 50 000 Mark. Jetzt setzt sich der Mann als Privatier zur Ruhe, lebt für seine Person gut, vernachlässigt die Frau, schafft fich ein ehebrecherisches Verhältnis an und behandelt seine Frau so schlecht, daß ssie auf Scheidung klagt. Tie Scheidung wird ausgesprochen uind hiernach verlangt die Frau Auseinandersetzung des WermögcnS. Sie erfahrt durch den Anwalt ihres feit- fyerigjn Ehemannes, daß sie die Hauseinrichtung, sowie sie von ihr eingebracht und in der Folge während der Ehe ergänzt wurde, ferner 3000 Mark bar und die gericht- bich zugcsprochene Unterhaltrente von monatlich 80 Mk. böekommen kann und soll; damit aber glaubt sie nicht zufrieden. sein zu müssen, sie will von oen errungenen. Während tnr Ehe erworbenen 80 000 Mark die Hälfte haben, eie fragt einen Notar und danach einen anderen Anwalt Mid noo.j den Herrn Amtsrichter, und ei fährt: 1. Da sie keinen Ehevertrag gemacht bat, als man. in 1901 heiratete, so geht die Sache nach dem gesetzlichen Güterrecht des B. G. B. il: 8 1363 ff. 2. Sie hat bei der Eheschließung und durch dieselbe ihr Vermögen, Ausstattrmg und die 3000 Mark Kapital, ihrem Mann als „Eingebrachtes Gut" zugebracht, wßil sie unterließ, die 3000 Mark sich als „Vorbehaltsgut", § 1368 für sich zu sichern. 3. Durch die Zubringung der 3000 Mark wurde dies Vermögen der Frau der Verwaltung und Nutznießung des Mannes unterworfen: § 1363. 4. Die 3000 Mark sind mit ihrer Zustimmung zum Ankauf des Landes durch den Mann verwendet worden; § 1376 (ersichtlich aus der Kaufnotel). 5. Das gekaufte Land gehört der Errungenschaft; (da die Frau es unterließ, sich als Eigentümerin ganz oder zur Hälfte, dies als Vorbehaltsgut (§ 1368) ein tragen zu lassen: vgl. hierzu § 1381. 6. Die Frau hat an der Errungenschaft nach dem gesetzlichen ehelichen Gütcrrecht keinen Anteil: die in der Ehe erworbenen 30 000 Mark für das Bauterrain und 50 000 Mark Lotteriegewinn gehören allein dem Mann! 7. Ter Mannn ersetzt der Frau ihre eingebrachten 3000 Mark, die 80 000 Mark verbleiben ihm allein. So und nicht anders stellt sich die Sache nach dem gesetzlichen Güterrecht des B. G B. Aie c£aße in Kltuoüko. Die „Voss. Ztg." meidet aus Tanger: Die hiesige spanische Gesandtschaft erhielt aus Faz die Nachricht, daß der Sultan in einer neuen Schlacht eine Niederlage erlitten und sich wahrscheinlich bereits zur Flucht gewandt hat. — Das spanische Blatt „Globe" meldet aus Fez, die Truppen des Sultans seien in einen Kampf mit den Truppen des Prätendenten verwickelt. Der „Jmparcial" berichtet, die Einwohner von Fez seien im Ausstand gegen den Sultan. In Rabat herrsche Furcht und Angst. Die Europäer fürchteten, unverzüglich angegriffen zu werden. D-er Vertreter des Sultans für auswärtige Angelegenheiten in Tanger, Mohameö Tores, befehle die Requirierung von Vieh luib die Entsendung von Truppen an den Sultan. Es verlautet, daß der Kriegsminister Menebhi, die Hauplstütze der europäischen Partei am Hofe des Sultans, getötet worden fei. Wahrscheinlich sei er in der Schlacht gefallen. Arrdererseits wird behauptet, er sei durch die Gegenpartei Vergiftet worden. — Der Tribus der Fahs in der Stähe von Tanger hat sich wegen lokaler Fragen erhoben. Bisher gab mehrere Tote und Verwundete. Hier herrscht große Beunruhigung, weil ein Angriff auf Tanger wegen mangelhafter Besatzung möglich ist. Der Gouverneur entsandte Emissäre, um die Rebellen zu beruhigen. — Es verlautet, daß die Gesandten Kriegsschiffe erbaten. Die in Fez wohnenden Engländer, soweit sie nicht zur militärischen Umgebung Macleans gehören, verliehen am 8. Januar die Stadt, um sich nach der Küste zu begeben. Die Damen der britischen Mission schlossen sicb an. In Wiener diplomatischen Kreisen wird der „Wiener Mlg. Ztg." zufolge der toeueren Entwickelung der marokkanischen Frage mit großen Besorgnissen entgegengesehen. Man fürchtet, daß eine Intervention der in Marokko interessierten ibcächte unvermeidlich sei und daß es insbesondere zu ernsten Gegensätzen zwischen England und Frankreich kommen werde. Polilische Lagesschau. Der Streit um die Kaiser-Adresse der Bulkau-Arbeiter. Die Kundgebung der Vulkan-Arbeiter in Stettin gegen die Arbeiter-Adresse an den 51'aiser hat eine Ggegenkund- gebung hcrvorgerufen. Am Montag haben 15 Arbeiter der Maschinenbau - AÜiengese.lschaft ,Mrlkan" eine Erklärung veröffentlicht, in der fie „seststellen", daß die in der Versammlung von Arbeitern des „Vulkan" am 6. Januar über das Zustandekommen der kürzlich an den Kaiser ab» gesandten Adresse aufgestellten Behauptungen unwahr seien. Die 4147 Unterschriften der Adresse seien nur durch die 15 Unterzeichner der Erklärung und durch Mitarbeiter gesammelt worden, und es habe fein Beamter oder Meister des „Vulkan" do bei mitgewirkt. Sämtliche 4147 Unterzeichner der Adresse hätten ihre Unterschrift freiwillig gegeben, sie seien dazu von Beamten ober Meistern des „Vulkan" weder gezwungen noch durch Drohungen beeinflußt worden. Don den 6516 Arbeitern der Fabrik hätten sich demnach 2369 von vornherein ausgeschlossen, und die in der Versammlung am 6. Januar erschienenen 1000 bis 1200 Arbeiter könnten der größeren Mehrzahl nach nur zu denen gehört haben, die sich an der Adresse nicht beteiligten. Jene Versammlung am 6. Januar ist aber den Angaben nach von 1600 Arbeitern besucht gewesen. Es steht nun gegen die Behauptung dieser 1600 die neue Behauptung ter 15. Die Sache wird immer unklarer. Jene 1600 werden vermutlich nicht fchweigen, und so kann die Ergebenheits- Adresse ein recht unerquickliches Gezänk im Gefolge haben, ein Beweis, daß die Adresse besser ganz unterblieben wäre. Ein erfreulicher Lichtschimmer in der höchst unerfreulichen Angelegenheit ist inoefsen die Tatsache, daß die Leiter des ,^Vulkan" dem Adressen-Unternehmen ganz fern stehen. Kommerzienrat Stahl hat, als an ihn das Ersuchen erging, die Adresseribewegung unter seinen Schutz zu stellen, rund heraus erklärt: Er könne von Tirektions wegen keine Stellung zu der Angelegenheit nehmen; jeder Arbeiter sollte feiner eigenen Meinung folgen und tun oder lassen, was ihm beliebe. Diese offene Erklärung verdient volle Anerkennung, und der von fozialdemolratischer Seite aufgeworfene Verdacht, daß die Leitung des ..Vulkan" mit Rücksicht auf die dem Werke zufallenden Regi.n ungsaufträge die Adresse angeregt und durchgesetzt hätte, ist fomit hinfällig. Wie das Tireklorium die Arbeiter nicht zu der Adresse ßepreßt bat, so war es andererseits rcicht in der Lage, die Absendung der Adresse zu verhindern. TaS^ Tireklorium stand der Angelegenheit völlig wehrlos gegenüber. Wir freuen uns, das feststellen ^u können, und damit eines der stolzesten deutschen Jndustriewerke von dem Verdacht, mit der Wurst nach der Speckseite geworfen zu haben, befreit zu sehen. Deutsches Deich. Berlin, 13. Jan. Ter Kaiser sprach heute vor-, mittag beim Reichskanzler vor und hörte fpatec die Vo» träge des Chefs des Mililärkabinetts, des Admiralstabes und des Marinekabinetts. — Ter Kronprinz wird sich heute mit seinen militärischen Begleitern von Bonn nach Berlin beziehungsweise Potsdam begeben, um die nötigen Vorbereitungen zu seiner bevorstehenden Rußland reise zu treffen. Tie Abreise wird bereits am lo. oder 16. d. M. mit dem Vorrnittags- T-Zuge erfolgen. In Eydtkuhnen wird der Kronprinz einen aus der russischen Seite bereitstehenden Hossonderzug fco steigen, um nach Petersburg weiter zu fahren. Tie Rückkehr des Kronprinzen nach Vonil zur Fortsetzung feiner Studien wird am 30. Januar erfolgen. — Ter Sultan verlieh bem Reichskanzler Grafen Bülow den Jrntiaz-Orden mit Brillanten. — Ter Reichskanzler Graf Büloio empfing gestern nachmittag den neuemannteu französischen Botschafter Pichonrd. — Ter „Reichsan^eiger" veröffentlicht das abgeänderte Zucker st euergesetz vom 6. d. M. — Ter Gesetzenüvurf betr. die Landestrauer ist heute dem preußischen Abgeordnetenhause zugegangen. & geht auf eine Verkürzung der Fristen bei Anordnung der Landestrauer hinaus. So wird das Mittagsgeläute auf einmal beschränkt. Köln, 13. Jan. Tie ,Föln. Ztg." meldet aus Berlin vom 12. Januar: Tie „Times" läßt sich aus Netoyork telegraphieren, die Abreise des deutschen Botschafters v. Holleben habe ihren Grund darin, daß er den Auftrag des Kaisers, England von Amerika zu entfremden, nicht erfüllte. In der Ausstreuung dieser Behauptung scheint System zu liegen, da gleichzeitig dem „Taily Telegraph" aus Washington gemeldet wird, daß es v. Holleben beim Kaiser als Erfolg angerechnet worden wäre, wenn es ihm gelungen wäre, feindselige Ge^, fühle gegen England in Amerika hervorzurufen. ES ist kaum nötig, auf die Böswilligkeit dieser Erfindung hinzuweisen, die wohl schon deshalb in allen ver^ ständigen Kreisen keinen Eindruck machen wird, weil die gleichzeitige Verbreitung von ztvei Punkten aus recht deutlich erkennen läßt, daß man es mit einer Tendenznrache zu tun fiat. Es ist recht bedauerlich, daß die „Times" die Person des Kaisers in die Angelegenheit hineinzieht und behauptet, der Kaiser habe Holleben den Auftrag gegeben, Amerika gegen England äu verhetzen. Abgesehen von der Taktlosigkeit solcher Fälle sollte man meinen, derartige Beschuldigungen feien schon oeshalb unmöglich, weil genug sympathische Kundgebungen des Kaisers für England vorliegen. Karlsruhe, 13. Jan. Seit bem 10. d. M. ist der Gr oßherzog durch Erkältung genötigt, das Zimmer zu hüten, und muß wegen katarrhalischer Afsektion des Kehlkopfes und der Bronchien das Sprechen vermeiden. Tie für Mittwoch bestimmten Audienzen wurden abgesagt. Parlamentarisches. Die Christlich-Sozialen wollen nach der „Rhein.-Wests. Ztg." in folgenden Wahlkreisen selbständig vorgehen, unb eigene Kanbckraten aufstellen: 1. Im Wahlkreise Mülbeim-Duisburg-Ruhrort in Verbindung mit anderen sozialreformerischen Gruppen, Gewerbe-Jrispektor Mürfler aus Essen. 2. Im Wahlkreise Essen Lic. Mumm aus Berlin. 3. Im Wahlkreise Elberfeld-Barmen im Verein mit den Konservativen unb Deutsch-Sozialen Gewerk- schastssekretär Behrens aus Berlin. 4. In Hagen-Schwelm Generalsekretär der tirchlich-sozialen Konferenz Lic. Mumm aus Berlin. 5. In Altena-Iserlohn Gewerkjchastssekretär Behrens aus Berlin. 6. In Siegen-Wittgenstein- Biedenkopf Hofprediger a. D. Stöcker. 7. In Wetzlar- Altenkirchen in Gemeinschaft mit der Resormpartei einen im Kreise ansässigen Landwirt. 8. Im Kreise Dillenburg Dietrich o. Lertzen aus Zehlendorf. 9. In Eschwege-Schmalkalden Parteisekretär Dr. G. Burkhardt- Godesberg. 10. In Hanau-Gelnhausen Eller kamp aus Lage-Lippe, ben Geschäftsführer des christlichen Zieglerverbandes. Voraussichtc^u.) wird auch Pastor Schowalter aus Berlin in einem Wahlkreise aufgestellt werden. Heer und Flotte. Kiel, 13. Jan. Gegen den Kapitän zur See, Wall- mann, zuletzt Kommandant der „Wittelsbach", ist Anklage wegen fahrlässigen Verschuldens der Strandung des Linienschiffes aus dem dänischen Backstubenriff erhoben worden. Kolonialpost. Schlecht bestellt .sc eS, wie Oberst Leutwein einem Interviewer nach der „Tagt. Rundsch." berichtete, in diesem Jahre mit Deutsch-Süd we st afrika. Die Dürre ist groß. Es hat fast noch gar nicht geregnet, und er lebe mit scknveren Befürchtungen für die Viehzucht und Landwirtschaften die WinterMonate. In Teutsch- Südwestafrika, wo es beinahe gar nicht regnet, wächst ohne künstliche Bewässerung nichts, eS sei denn im Distrikt Oka- handja, der ausreichend Grundwasser hat. Austanö. Paris, 13. Jan. Die Kammer wählte heute zum ersten Präsidenten Leon Bourgeois mit 336 Stimmen. Bei der Wahl der vier Vizepräsidenten der Kammer wurde im ersten Wahlgang der Radikale Etienne mit 373, der Radikalsozialist Locnoy mit 355 und der Gemäßigte Guillain mit 238 Stimmen gewählt. Zwischen dem Sozialisten Jaurös, der 214 Stimmen, und Renault-Morliore, der 204 Stimmen erhielt, ist Stichwahl nötig. Ein neuer Wahlgang ergiebt sür Jaurös wieder 214 Stimmen, dagegen ist die Stimmcn- zahl sür Renault Morliöre auf 196 zurückgegangen. Jaurös wird als gewählt verkündet. Die Linke, an ihrer Spitze Minister Peiletan, applaudiert stürmisch und beglückwünscht Jaurös. Aus der Mitte der Teputiertenkammer ruft ein Abgeordneter: Es lebe Elsaß-Lothringen! Marseille, 13. Jan. Hier wird der Plan erwogen, ine Kolonialausstellung zu organisieren. Tie zu diesem Zweck ernannte Kommission hat bereits eine Sitzung abgehalten, zugleich mit der Kolonialausstellung auch eine Marineausstellung zu veranstalten. Wien, 13. Jan. In der heutigen Gemeinderatssitzung kamen die letzten Arbeitslosendemonstra- tion en in einer an den Bürgermeister gestellten Anfrage zur Sprache. Hierbei antwortete Dr. Lueger mit einer -längeren Rede, in welcher er den Sozialdemokraten vorwarf, daß sie die Exzesse angestiftet hätten. Dem sozialdemokratischen Gemeinderat Reumann, der dem Bürgermeister antworten wollte, wurde infolge lebhafter Proteste das Wort nicht erteilt, weshalb er dem Bürgermeister beleidigende Worte zurief. Es kam zwischen der Mehrheit und der Opposition zu lebhaften Szenen, sodaß die Sitzung unterbrochen werden mußte. Wad) Wiederaufnahme der Sitzung wurde der Tisziplinaraussa)uß berufen, welcher den Sozialdemokraten Neumann von der heutigen und den nächstfolgenden drei Sitzungen ausschloß. Petersburg, 13. Jan. Ter Muikärattachee bei der deutschen Botschaft Freiherr von Lüttwitz, reiste heute abend mit den Herren des russischen Ehrendienstes, Generalleutnant Fürst Nicolaus Tolgoruky, Flügeladjutant Schuwalow und oem Leutnant bei der Ehevaliergarde Fürst Kantakuzene zur Begrüßung des deutschen Kronprinzen nach der Grenze. — Im Budgetoerichte hebt der Finanzminister hervor, daß das Reichs budget sür 1903 ebenso wie in den Vorjahren einen günstigen Abschluß darbiete. Tie allgemeinen Bedingungen, unter denen die russisck)e Volkswirtschaft lebe, weisen augenscheinliche Anzeichen einer Wendung zum Besseren auf. Unter diesen Bedingungen erwähnt der Minister in erster Linie die g ü n st ig e Ernte des Jahres 1902, deren Gesamtertrag an Kom-> früchten höher als der Ertrag der besten Erntejahre des letzten Jahrzehntes sei und den Durchschnittsertrag für diesen Zeitraum um mehr als 27 Prozent übersteigt. Ueber die Entwicklung des Geldmarktes bemerkt der Budgetbericht: Wenn and) das Gleichgewicht zwischen Kapital- angebot und Nachfrage nod) nicht wiederhergestellt sei, so sei dock) für das Jahr 19U2 sowohl in Rußland, wie im übrigen Europa in dieser Hinsicht eine wirkliche Besserung festzustellen. Ter Finanzminister ist jedock) weit entfernt davon, dieser günstigen Erscheinung übertriebene Bedeutung beizumejsen, umsomehr als aujf) die Möglichkeit nicht fron der Hans zu weisen ist, daß in Zukunft etwaige in änderet: Ländern auftretende finanzielle Verwicklungen auch aus den russischen Geldmarkt eine gewisse Rückwirkung ausüben könnten. — Ter russische Finanzminister beabsichtigt, die den ausländischen Handlungsreisenden auserlegte Steuer von 650 auf 200 Rubel zu ermäßigen. Washington, 13. Jan. Tas Komitee des Repräsentantenhauses für Mittel und Wege beschloß, dem §auje ein Gesetz vorzulegen, nach dem ein Jahr hindurch ber der Einfuhr aller Arten Kohlen aus dem Aus-» land ein Rabatt in der Höhe des Zollsatzes gewährt werden soll. — Seit Beginn des Jahres findet ein starker Getreidetransport statt; es wurden annähernd sechs Millionen Bushel ausgeführt. — Ter Kohlenmangel macht sick) infolge der starken Kälte empsindlick) fühlbar, und ist die zeitweilige Aufhebung des Kohlerrzolls zu erwarten. — Tie Washingtoner Regierung unterstützt anscheinend Castro in seinem Verlangen, daß die Blockade aufgehoben werden müsse, bevor nod) das Protokoll, durch welches die Angelegenheit dem Haager Tribunal unterbreitet wird, unterzeichnet ist. Aus Stadt und Kund. Gießen, den 14. Januar 1903. •* Gedenktage. In Hannover starb am 14. Januar 1874 der Astronom Johann Heinrich von Mädler, welcher besonders den Mond zum Gegenstände wissenschaftlicher Untersuchung machte. Durch seine auf Messungen beruhenden Karten der Mondoberfläche haben wir die Beschaffenheit dieses Himmelskörpers naher kennen gelernt Von seinen Werten sei „Der Wunderbau deS Weltalls" erwähnt -Aufsichtsrat der Hessischen Hypotheken- bank. Die „Franks. Ztg." bestätigt heute das hier bereits seit mehreren Tagen kursierende Gerücht, daß vom Finanzminister Professor Biermer in den Aufsichtsrat der Hessischen Hypothekenbank berufen worden ist, welchem Ruf Biermer durch Annahme des Amtes entsprach. — In der Gesetzgebungskommission der II. Kammer wurde, der „Franks. Ztg." zufolge, der Regierungsantrag angenommen, wonach den OrtSarmen- verbänden der Gemeinden das Recht zustehen soll, die Entmündigung von Trunksüchtigen und Verschwendern zu beantragen. — Ein hessischer LandeSwohnungSinspektor. Der Generalsekretär des Rheinischen Vereins zur Förderung des Arbeiterwohnungswesens, Arthur Gretzschel in Düsseldorf, ist als hessischer Landes-Wohnungsinspektor nach Darmstadt berufen worden. — Der Eisenbahnminister hat die Eisenbahndirek- tionen zur Aeußerung darüber aufgefordert, ob es sich empfehle, von der Erhebung emec zweiten Platzgebühr in -Zügen Abstand zu nehmen, wenn em Reisender von einem T,-Zug in den andern steigt ♦ * Wohltätig keitS^ Konzert. Wie wir hören, wirb der Kronbauersche QuartetdjVerein auch in diesem Jahre wieder auf Anregung der städtischen Verwaltung hin ein Konzert veranstalten, dessen Ertrag, wie in den vorausgegangenen Jahren, zur Verabreichung warmen Frühstücks an bedürftige Kinder unserer Stadt verwendet werden soll. Ter schöne Zweck erübrigt jeden weiterem Hinweis, hinzufügen wollen wir nur noch, daß das Konzert am Sonntag den 25. Januar, nachmittags 5 Uhr, im Saale des Gesellfchaftsvereins stattfindet und die Villets vom 20. ab bei Herrn Challier ausgegeben werden. * * Aus dem Theaterbureau. Die „Schlier- feer" setzen morgen (Tonnerstag) ihre Vorstellungen mit einem ihrer besten Stücke, dem „H e r r g o tt ö s ch ui tze r von Am m er gau", fort Am Freitag findet das letzte Gastspiel des berühmten Bauern-iEiisernbles statt * * Kanarien-Ausstellung. Tie Vorbereitungen für die vorn Verein „Kanaria" geplante, in den Tagen vom 23.—25. d. M. im Einhorn-sHotel stattfindende große Bogelausstellung sind bereits in vollem Gärige. Außer einer sehr zahlreichen Kollektion der edelsten Konkurrenzsänger, welche von den Mitgliedern des Vereins zur Ausstellung kommen, wird MÖller-Ängersbach mit seinen Lieder pfeifenden Tompsasfen, sowie anderen Finkenarten die Ausstellung beschicken. Ter Verkauf der Lose ging bisher sehr flott, sodaß zii hoffen ist, daß am Eröffnungstage der Ausstellung der Sofevurrat vergriffen fein wird. *' Meisterprüfungen. Heute begann an der Großh. Gewerbeschule ein Ausbildungskursus für Vorbereitung zur Meisterprüfung. Die Anmeldungen zur Teilnahme sind sehr zahlreich eingelaufen; die Gebühren für den Kursus betragen 10 Mark. Der Unterricht beschäftigt sich mit allen bei der Meisterprüfung in Betracht kommenden Fragen und schriftlichen Aufgaben. Der Kursus schließt am 13. Februar. Rach Gewerben haben sich eingefunben: 7 Schreiner, 1 Glaser, 3 Schlosser, 1 Wagner, 1 Weißbinder und Lackierer, 1 Bäcker, 1 Metzger, 4 Maurer, 1 Spengler und Installateur, 1 Buchbinder. Es kamen acht atls Gießen, 2 aus Lollar, 6 aus Wieseck, 1 auS Alten- schlierf, 1 aus Ronnenroth, 1 aus Großen-Buseck, 1 aus Nidda, 1 aus Sellnrod, 1 aus Heuchelheim, 1 aus Klein- linden und 1 aus Groß-Felda gekommen sind. — Bismarckturm auf dem Taufstein. Die hiesige Sektion Taufstein des Vogelsberger Höhenklubs teilt uns mit, daß die von ihr veranstaltete Sammlung zur Errichtung eines Aussichtsturmes auf dem Taufstein, soweit sie sich bis jetzt überschauen läßt, vorn besten Erfolge begleitet ist. In Oer heutigen Nummer unseres Blattes beginnt die Sektion über die an sie zurückgegangenen Sammellisten und den darauf gezeichneten Beträgen zu quittieren. Von den ungefähr 130 Listen, die abgeschickt wurden, sind rund 40 zurückgegeben. Die Zeichnungen haben auf ihnen die Höhe von etwas mehr als 1500 Mr. erreicht, eine recht ansehnliche Summe, die sich sicher nach Rückgabe der noch ausstehenden Listen beträchtlich erhöhen wird. Trotzdem bittet die Sektion, an dieser Stelle noch einmal eindringlich zur weiteren Bei- steuer aufzufordern, gilt es doch einem im doppelten Sinne guten Zweck. — Die Großh. Hessische Verordnung, die Gebühren der Rechtsanwälte betreffend, vom 22. Januar 1902, erläutert und für den praktischen Gebrauch bearbeitet nebst 4 Gebührentabellen von Dr. Otto Lichten, Rechtsanwalt in Mainz, ist soeben im Verlage von I. Diemer in Mainz erschienen. Seit Inkrafttreten des 9leuen Bürgerlichen Gesetzbuches im Zusammenhang mit den hessischen Ausführungsbestimmungen ergab sich die Notwendigkeit der Umgestaltung des Gebührenwesens der Rechtsanwälte im Landesrechtsgebiet. Diese Ausgabe der neuen Verordnung hat sich als Ziel gesteckt, die Gebührenvorschriften zu erläutern und insbesondere für den praktischen Gebrauch dienstbar zu machen. Die Neuheit und Schwierigkeit einer Reihe von Materien haben das Bedürfnis heroorgerufen, möglichst ausführlich zu sein und durch Beispiele die Vorschriften anschaulich zu machen. Ein ausführliches Sachregister erleichtert die Handhabung des Buches. •* Haftpflicht der Eisenbahn. Die Frage, ob der Eisenbahnfiskus für eine durch Hinfallen auf dem Bahnsteig verursachte Körperverletzung eines Reisenden hafte, ist oom Reichsgericht für den Fall bejaht worden, daß ein Reisender mit einem verspätet eingetroffenen Zuge angekommen und sich, von dem Schaffner zur Eile aufgefordert, zur Lösung einer Fahrkarte für feine mit dem nämlichen Zuge beabsichtigte Weiterfahrt in das Bahnhofsgebäude begab und auf seinem Rückwege nach dem zur Abfahrt bereitstehenden Zuge m der Eile über einen auf dem Bahnsteig stehenden Eisenbahn- Gepäckkarren stürzte, wodurch er sich eine Knieverletzung öU5°** Schiffsjungen für die deutsche Marine, diejenigen, welche sick) als Schiffsjungen bei der deutschen Marine stellen wollen, können von dem Schriftführer des Vereins, I. Schad, Gießen, Weserstraße 91, die erfordere lichen Nachweise erhalten. x (j) Grüningen (Kteis Gießen), 13. Jan. Lehrer Eckel, der über 25 Jahre in unserem Städtchen segensreich gewirkt hat, beabsichtigt in Kürze in den Ruhestand zu treten. — Im Frühjahr soll mit dem Neubau eines Schulhauses begonnen werden; dasselbe soll zwei Säle und zwei Lehrerwohnungen enthalten. )( Heuchelheim, 13. Jan. Ein junger Mann von hier, der auf der Ziegelei bei Kinzenbach in Arbeit stand, wurde am gestrigen Mittag durch herabstürzende Erbmassen verschüttet. Der Verunglückte hat neben Arm- und Seinbrüdjen wahrscheinlich auch bedeutende innere Verletzungen erlitten. X Crumbach (am DünÄberg), 13. Jan. Der Pfarrer Hamann wurde bekanntlich int vorigen Herbst auf feinen Wunsch nach Hermcmnstein bei Wetzlar versetzt. Unter den Bewerbern um die hiesige Pfarrstelle wurden vier Herren zu einer Probepredigt etngeladen. Die Kirchenvertretung von Crumbach-Frankenbach, welche in diesen Tagen zu einer Sitzung einberufen war, hat sich für vfa£rer Kuntz aus Klingelbach (Regbzk. Wiesbadep entschieden. — Wie wir hören, wird mit Schluß deS Schuljahres der hiesige Lehrer Will fortgehen, um eine Scheck stelle in Frankfurt a. M. anzunehmen. Der Weggang des tüchtigen Lehrers wird allgemein bedauert. Mainz, 13. Ion. In der heutigen Sitzung des Pro- vinzial-^Ausschusses wurde die Enteignung des Eisenbahngeländes auf der Petersau ausgesprochen, nachdem die Eisenbahnverwaltung den Nachweis erbracht hatte, daß die Grundeigentümer init ihren von dem Prv- Vinzial-Ausschusse festgesetzten Ansprüchen befriedigt taorben waren. — Morgen, den 14. Januar, feiert der Rottenführer Karl Wolf von Weisenau sein 25jähriges Jubiläum als Arbeiter in der Hauptwerkstätte der Preuß. und Hess. Staatseisenbahn. — Die Deputation der Mainzer Sparkasse hat von dem Reservefonds aus dem abge-< laufenen Jahre der Stadt ehua 60000 Mk. der Stadt M ainz für ge meinnützig e Zwecke zur Verfügung gestellt, über deren Verwendung die Stadtverordnetenvetr- sammlung demnächst beschließen wird. — Tas christlich« Gewerkschaftskartell ist in einem Gesuche bei der Bürger^ meqterei dahin vorstellig geworden, das Gewerbegerichts st atut über die Wahl dahin abzuändern, daß ui Zukunft die Verhältniswahl eingeführt werde, damit auch die Minoritäten zur Vertretung gelangen. — Gestern meldete sich auf der Polizei der Schüler einer höheren Lehranstalt in Hannover mit der Selbstanklage, daß er seinen Eltern eine Summe von 120 Mk. unterschlagen habe. Tas Geld sei nunmehr alle geworden und er wolle zurück nach Hannover. Es wurde festgestellt, daß der Junge vor zirka 12 Tagen von seinen Eltern eine Summe von 120 Mk. zur Bezahlung von Schulgeld re. erhalten hatte, damit nach Berlin durchgevrannt war, einige Tage später nad) Frankfurt am Main und bann nach Mainz fuhr, um den schönen Rhein zu sehen. — Ein hiesiges Di e n st in ä d ch e n, das 1500 Mart Barvermögen besaß, machte die Betanntschast eines Schiffers und ließ fid) überreden, mit ihm auf Reisen zu gehen. Nach einer nunmehr hierher gelangten Nachricht hat der Schisser das sDiäbd)en, nachdem er das Geld in kurzer Zeit durchgebracht hat, in einer benachbarten Stadt mittellos sitzen lassen. Worms, 15. Jan. Am Bahnhofneubau stürzte gestern nachmittag beim Herrichten eines Gerüstes ein Maurer aus Gimbsheim oom Gerüst herab, infolgedessen er beide Unterfchenkel brach. Der Verletzte mußte in das städtische Krankenhaus verbracht werden. — Die Handelskammer wählte in ihrer heutigen Plenarsitzung einstimmig das seitherige Präsidium und zwar die Herren Kommerzienrat Baruch zum Präsidenten und Fabrikant Koelsch zum Vizepräsidenten wieder. In die Fmanzkonimission wurden gewählt die Herren Koelsch, Kommerzienrat Langenbach, Laubenheimer, Oertge, Rauch, in die Verkehrskommission die Herren Braun, Dörr, Eberhard, Schill und Alfred Walter. Frankfurt a. M., 13. Jan. In der heutigen Stadtverordnetenversammlung fand eine lebhafte Debatte über den demokratischen Antrag, den WahlzensuS für die Gemeindewahlen auf 900 Mark (bisher 1500 Mark) herabzusetzen, statt. Der Antrag wurde schließlich mit 25 gegen 28 Stimmen abgele hnt. () Frankfurt a. M., 13. Jan. Der 22 Jahre alti Kanonier Seipel vom 27. Feldartillerie-Regt., der, wie wir bereits meldeten, burd) einen Schlag des Pferdes seines Hauptmannes, bei dem er Bursche war, schwer verletzt ivurde, ist heute im Garnisonlazarett Bockenheim an den Folgen oes Unfalles gestorben. — Die hiesige Ortsgruppe des deutschen Schrift st eller-Verbaiids, hielt am Sonntag nachmittag in der Restauration Wolf ihre Jahresversammlung ab, in der u. a. beschlossen wurde, noch im Laufe des Winters zum Besten des „Schillerbundes deutscher Frauen" (Schillerstiftung) eine größere dramatisch-musikalische Abendunterhaltung zu veranstalten. An die Versammlung schloß sid) eine literarische Unterhaltung- deren Kosten diesmal einzig Herr Justizrat Müller aus Aschassenburg (Müller-Amorbach) bestritt; er las nämlich sein prächtiges Speisartmärchen „Sd)litzohr" (im Verlage von Hausmann in Aschassenburg erschienen) vor und erzielt damit einen bedeutenden künstlerischen Erfolg. Den Schluß machte ein gemeinsames Nachtessen der Mitglieder und Gäste, das außer den gewöhnlichen noch manche literarischen uno musikalischen Genüsse bot. Aschaffenburg, 8. Jan. Nachdem bereits voriges Jahr ein Teil der schönen Burgruine bei Stadtprozelten einstürzte, erfolgte dieser Tage durch den steten Regen ein weiterer Nachrutsch der nördlick)en Umfassungsmauer. Der wegen seiner Schönheit viel besuchte Bau droht so durch weitere Zerstörungen verwüstet zu werden. Marburg, 13. Jan. Ueber den Verein zur He, bung des Fremdenverkehrs schreibt die „Oberh. Ztg.": Im verstossenen Jahre Eonnte dem gewünschten Woh-t nungsnachweis wegen des infolge des lebhaften Zuzugs verminderten Angebots von Logis verschiedentlich nicht in genügendem Maße entsprochen werden, besonders machte sich ein Mangel an 5—6 Zimmerwohnungen, die den Anforde^ rungen der Neuzeit entsprechend eingerichtet find, fühlbar Recht lebhaft war auch die Nachfrage wieder nach kleinen Villen mit 7—8 Zimmern. Im Interesse einer gesunder Weiterentwicklung unserer Stadt ist es gewiß erfreulich, daß nunmehr begründete Aussicht wr Abhilfe der mangelhaften Verkehrsverhältnisse burd) Anlage einer Pferdebahn besteht, auch ist zu hoffen, daß die für dieses Jahr vorgesehene Neupflasterung mehrerer Hauptstraßen manchen berechtigten Ausstellungen in dieser Hinsicht Einhalt tut, besonders wenn auch eine vermehrte Sorgfalt,chlf Reini Haltung derselben verwendet wird. — Viele Wunsche des Marburger Verkehrsvereins werden auch in Gießen laut werden und dem Gießener Verkehrsverein eiine Direktive für seine ersten Verbesserungen der Verkehrsverhältnisse rc. aeben. . . a. Marburg, 13. Jan. Ter Kultusminister hat die Errichtung einer T esin f e kt o r en schu le hierselbst genehmigt, für deren Besuch u. a. solgenbe Vorschriften gelten. 3n der Regel werden nur solche Bewerber zur Ausbildung zugelasfen, deren Anstellung als öffentlicher Tesinfektor seitens einer Gemeinde in Aussicht genommen ist. Zu einem Kursus werden höchstens 10 und nicht weniger als 3 Schüler einberufen. Die Ausbildung erfolgt in dem Institut für Hygiene und experimentelle Therapie der hiesigen Universität. Sie ist eine theoretische und praktische und umfaßt einen Zeitraum von 6—8 Tagen. Tie praktischen Hebungen werden in der städtischen Desinfektionsanstalt ausgefübct. Tie einheitliche Leitung des ganzen theoretifch^raktifd)en Ausbildungskursus liegt in den Händen des Vorstehers der hygienischen Abteilung deS genannten Instituts. Tie Prüfung zerfällt in einen theoretischen und praktischen Teil. Sogleich nach Schluß der Prüfung wird den Prüflingen, die bestanden haben, ein FäyigkeitszeugniS als staatlich geprüfter Tesinfektor ausgestellt. Tie Ausbildung geschieht unentgeltlich. An Prüfungsgebühren sind 10 Mk. zu zahlen. Kassel, 13. Jan. Der Arbeiter Sdenbach, der sich in angetrunkenem Zustande befand, folgte seiner Frau auf ihre Arbeitsstätte in der Mönchebergerstraße, wo es zu einem Streit zwischen den beiden kam. Hierbei zog Odenbach einen Revolver und gab zwei Schüsse au£ ferne Frau ab die im Unterleib tüt'ich verletzt wurde rnb nach dem Landes- I ÄVR Ä.SS M M ec JmS :W»9ef20ltn' “Wiefel der fjuM?i“ä »°ch -umme ton iÄ,111,1 lEen hw /L?M -> Mr. um ^""s""Sdch •Ä*# Mehr Metj, * *«i ±"6aU ff* * •tu|,eS ,™ M-°«, oas ' Molgedesjm (t beide iiststeller-Becdanos in der Restauration Avis btincL beschlossen wurde, um Besten des „Schiller» Herftiftung) eine gchere tfaltimg ju «ilalten. eine literarische Unter» izig Herr MW Mül» Morbach) bestritt; er las märchen „Schlitzohr" ("n a jenburg erschienen) vor irden künstlerischen lrrsolg. james Nachtessen der Alu» . gewöhnlichen noch lischen Genüsse bot. Mchdeni bereits voriges ruine bei Stadtpro- di-Mch dm Itä-n R > r Mich-» Umf«W< ti siel bejuble Säau dick »fiel zu w-ldm. to herein a schreibt die,Mry. l-d-mg-mnM-A |P d-Z tebha,ten W ÄZK inngen, bte u v *Äni^ [rage 3nterc^/m?er>^' ist e^SConget* ®?“Ä KZurr [er W cd. 'TL Oß-» “u‘ den «“V«M t AilE^^elbst 6? SSSL ° ®Vbet hiesig^ ^saßt ^ZU SM ,'ielbr'^WU krankenhauS geschafft werden mußte. 3Jlan zwetsell an ihrer« Aufkommen. Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. In Griedel wurde einer BürgerS- familie die gesamte Wäsche, welche im Hausgarten auf. gehängt war, über Nacht gestohlen. — Bei der kürzlich in Darmstadt abgehallencn Prüfung nachbezeichneter Han- didaten haben bestanden: von 31 Gecichtsschrnber - Aöpi- ranten 24, von 14 Gerichtsvollzieher-Aspiranten 9, sowie die 5 beteiligt gewesenen PolizelkommissariatS-Aspiranten. Vermischtes. * Siegen, 10. Jan. Gestern abend erfolgte auf der hiesigen Bahnstation die Verhaftung deS seit einigen Tagen flüchtigen Stadtkassen-Rendanten Homrich- hausen aus Berleburg, den ein Bahnbeamter erkannte. Bei der heimlichen Entfernung des H. wurden dessen Bücher in großer Unordnung vorgefunden und man ermittelte vorläufig einen Fehlbetrag von 6000 Mark in der Stadtkasse. H. bezog als älterer Beamter ein Gehalt von ca. 1700 Mart jährlich und war verheiratet. Die Unterschlagungen scheinen schon vor geraumer Zeit ihren Anfang genommen zu haben. Bei seiner Verhaftung gab H. an, daß er bereits nach Holland entkommen gewesen, von dort aber wieder zurückgekehrt sei, um sich freiwillig dem Gericht zu stellen. • Bozen, 12. Jan. Gestern in der Frühe erfolgte ein Erdrutsch auf der Mori-Arco-Bahn. Das Gleise ivurde beschädigt. Der Zug von Mori mußte warten, bis das Gleise frei gemacht worden war. • R o m, 13. Jan. In Cotanzaro verstarb eine Bäuerin, welche ein Alter von 110 Jahren erreicht hatte. *Bon der Affäre des Grasen und der Gräfin Lonyay haben wir gestern ausführliche Mitteiluiigeli gebracht. Nach unserem gestrigen lehren Telegramm wurde bas Gerücht von der Trennung der gräflichen Ehe als unglaubwürdig hingestellt, und jetzt veröffentlicht das Wiener „Fremdenblatt" folgendes Telegranim einer Gesellschaftsdame der Gräfin Lonyay aus Hctp Martin: „Die Meld- ungen betreffend Gräfin Lonyay sind niedrige Verleumdung." Und die „Wiener Abendpost" meldet: Wir sind in der Lage, die auch in Wiener Blättern enthalteneii Gerüchte von Zerwürfnissen zwischen dem Grafen und der Gräfin Lonyay als jeder Grundlage enlbehrend zu bezeichnen. Tas gräfliche Paar verbringt die Winteruionate in Kap Martin. — Tie Wiener „Allg. Ztg." hält ihre gegenteilige Nachricht indes vollinhaltlich aufrecht. — Die „Münchener Ztg." bringt aus guter Quelle die Nachricht, baß Gras Lonyay vor einiger Zeit bei Verwandten seiner Gattin, der ehemaligen Kronprinzessin Stefanie, 500 000 Kronen auf seine ungarischen Güter aus Geldverlegenheit aufneymen wollte. Seine Bitte wurde jedoch ab» «elehnt. — Nach anderen Meldungen ist die finanzielle Lituation des Grasen Lonyay vollkommen geordnet, sein väterliches, sehr bedeutendes Vermögen unangetastet. Gräfin Lonyay erhält von dem Kaiser von Oesterreich ÄOO OOO Kronen jährliche Apanage und vom belgischen König M) 000 Francs. Letzterer wollte ihr anläßlich ihrer Ehe mit Graf Lonyay diese Apanage entziehen, doch hat sich damals baS belgiscye Kaoinett dagegen ausgesprochen. Tre Gräfin hatte bei ihrer Verheiratung Lwei Millionen Kronen Bartermägen, von denen sie allerdings schon ungefähr 400 000 Kronen ausgegeben hat. — In Paris verlautet, daß an ter Versöhnung des Königs der Belgier mit der Gräfin Lonyav eifrig gearbeitet lvicd. Der Gras und die Gräfin von Flandern eillerseits, Kaiser Franz Josef und Erzherzog Louis Viktor andererseits vereinigten ihre Bemühungen. Das Projekt einer Weltreise des Grasen Lonyay wird weiter erwogen, doch will die G r ä f i n i h r e n G a t - ten begleiten. (Man sieht, die verschiedenen Nach- rnchten gehen ihrem Inhalte nach so weit auseinander, daß die allerschönste Unklarheit herrscht.) * Die .Bebilderung" unserer Zeitungen, so schreibt Avenarius im „Kunslwart", hat seit den ersten ,sensationellen Erfolgen der „Woche" große Fortschritte gemacht. Kürzlich war ein Sänger, Anthes mit Rarnen, abkonlerfeit — warum? Weil er unter Kontraklbruch aus Geldgier nach Amerika durchgebrannt ist! Wohlverstanden: ich spreche nicht etwa von einem illustrierten Steckbriefe hinten im Anzeigenteil, sondern von einer Illustration in einem Feuilleton. Ein anderes Mal war Sarah Bernhardt zu sehen, wie sie in drr und der Rolle chemisch echte flüssige Thränen weinte, so sehr litt auch ihr Herz in der Rolle, als sie sich photographieren ließ. Aber einen neuen Rekord hat „lieber Land unb Meer" erreicht. Gelegentlich Zolas Tode, über den ja überhaupt in Wort und Bild soviel gesprochen worden ist, als wäre uns Deutschen Goethe gestorben, also gelegentlich Zolas Tode brachte dieses Familienblatt neben einem halben Dutzend anderer Zola-Bilder eins: „Die Hunde Zolas, die bem Erstickungstode entgingen". Man bedenke, welche Wichtigkeit, sie zu sehen, für jeden Deutschen, der auf seine Geistesbildung was hält. Und welche Perspektiven erschließen sich! Wenn wo ein Erdbeben ist — alle Geretteten kann man photographieren! Zunächst die Menschen, dann die hmnde. Aber auch das bedeutet eigentlich noch eine kleine Beengung. Ob Zolas Hunde dabei gewesen sind oder nicht, ist das nicht vollkommen gleichgiltig? Also! Das kommende N'enie der Bebilderung wird iveiter gehen und uns dann eliva abbilden: Hunde, welche beim Tode des Großen nicht dcabei gewesen sind. Sie haben ihn ja vielleicht einmal an- g «.'.wedelt und er hat „Ra?" zu ihnen gesagt! Und wenn das nicht, Zeitgenossen waren sie doch sicher. Auf dem so glloßherzig aufgefaßten Grundsätze des Zeitgenössischen erst ivnrden sich die wahrhaft reichen Feslnummer-Bebilderungen bet Zukunft aufbauen. ©rridjtölaüL Darmstadt, 13. Januar. Strafkammer. Der Seifen- fctirifam Friedrich Koch und dessen Sohn Friedrich Wilhelm Koch voii Reu-Isenburg halten den Bürgermeister Jakob Pons, dessen Seiner sie bei der Wahl geivesen, im Verdacht, als stecke er hinter veuichiedenen gegen |ie wegen ihres Geschäftsbetriebs erhobenen do«lizeianze,gen. Auch waren sie mit einer Auskunft desselben m (inum Rechtsstreit, den sie verloren, nicht zusrieden. Endlich nahmen sie Anstoß daran, dasz Pons dem Verwaltungsrat der tzroankfurter Vorort-Terraingesellfchaft angehörte und gleichzeitig Äirgerineisrer ivar, iveil die Gejellschau viel Gelände erwarb, killten baute und den Bodemvert in die Höhe trieb, so daß die bachnungen teurer wurden. Gelegentlich einer Beschiverde über die Steuereinschätzung benutzte Friedrich Koch die Gelegenheit, dem küürgermeister Parteilichkeit und Unwahrhafligkeit vor Gericht itjm jegzmüber nachzusagen. In einer weiteren Eingabe an das Kreis- anU rolrlen bild« betttnf hin, baß der Bürgermeister aus Kosten der Gemelnde sich in« Ungemessene bereichere und persönlich GrundstückSioucher trelbef daß eß sich empfehle, seine Steueran- ineldung einmal zu prüfen. Da der Bürgermeister Pons ein Ehrenmann und ausgezeichneter Beamter ist und gar kein Grund oorlaa, bet den fraglichen Gelegenheiten die Verdächtigungen an den paaren herbeizuziehen, verurteiUe daß Schöffengericht die Schrislenoerfasser, ersteren zu 4 00, letzteren zu 8 00 Mark Geldstrafe. Dieses Urteil bestätigte die Straskammer. Ein Rothschild im Gefängnis. Tas Pariser Polizeigericht verurteilte den Baron Henri de Rothschild wegen wiederholter Uebertrehing der „Aulomobilgesetze" \er war mit seinem Auto zu schnell gefahren) zu drei Tagen Gesängnis und 20 FrcS. Buße. Während fein Prozeß stattfand, weilte der Baron in London, iuo er unter großem Beifall einen Vortrag über den Autoitwbilis- nius hielt. Handel uni» Verkehr. Volküwirlschasl. Hamburg, 13. Jan. Gegenüber der aestngen Erklärung des Mitgliedes des Schifsahrtstruites Pirrie, ihm sei nichts bekanitt, daß der Trust den Bau von 12 Dampfern von 10 000 bis 12 000 Tons in Auftrag geaeben habe, schreibt die „Neue Hamburgische Börjenhalle" : Ter Meldung kann nur eine irrtümliche Auffassung zu gründe liegen. Wie wir authentisch höret», hat tatsächlich der Morgantrust 12 neue Tampser von der oben angegebenen Große bestellt, 6 davon bei der Werst von Harland und Wolff m Belfast, bereit Ehes Pirrie »st, ivährend die anderen 6 Dampfer amerikanischen Werften ^gefallen sind. Ter Widerspruch zivijchen dieser und der obigen yJlelbung dürfte sich dadurch befeitigen lassen, daß, ivie wir müteilen können, die in Frage stehende Bestellung von 12 Tampsern bereits vor etiua zwei Monaten gegeben ist. Essen, 13. Jan. Tie „Rheinijch-Westjalijche Zeitung" meldet vom weftfätischen Kokessyndilal aus Bochum: Zusolge der Abrechnung für Tezember vor. Js^ die den Kokereien heute zuging, ivird für den genannten Monat wieder 7 pEt. Umlage erhoben. Im ganzen ersten palbiahr deS Vorjahres belief sich die Umlage auf 8 pEt., für Jult-August auf 3 pEt., für September auf 4 pEt., für Oktober auf 6 pEt. und für November und Tezember auf 7 pEt. Kirchliche Kachrichlcn. Evuttgelischc Gemeinde. Donnerstag, den 1 5. Januar: Abends b Uhr im oberen Konfirmaiibensaal, Kirchstraße 9, Bibelstunde pPfalm 73).________________Pfarrer S ch l o s j e r. Ke»ieke Kiewinigeii. Originaldruytmelduttgen des Gießener Anzeigers. Be rlin, 14. Jan. >rus „Berk, ^.agcbl." erfährt aus angeblich zuverlässiger Quelle, daß die Errichtung eines loniglichen M e s i d e n zs ch lo s s e s in Posen durch den neuen Etat tatsächlich in die Wege geleitet werden soll. Für die Vorarbeiten seien im Etat uüOUU Ml. ausgeworfTn. lleber die Gesamtllosteu verlautet noch nichts. Die Forderung werde damit begründet, daß man von einem regelmäßigen Veriveilen des KaiserpaareS in Posen eine Stärkung des patriotischen Enipfindens der dortigen Bevölkerung erwählet Berlin, 14. Jan. Eine erhebliche Verkehrsstörung satld gestern abend an der Stadtbahn statt. Aus dem Bahnhof Friedrichstraße entwickelten sich turbulente Szenen, bis nach fast einer halben Stunde der Betrieb wieder auf- genoniuten werden konnte. — Zu Ehren des hier einge- irojjenen Dichters Maeterlinck suidet am lb. ds. sA)l. im Hotel de Nome ein Diner statt, welches von der Direktion des Deutschen Theaters veranstaltet wird. — Wie aus Thorn berichtet wird, ist daselbst das Thermometer gestern auf 10 Grad Eelsius unter Null gesunken, wodurch erneutes Grundeistreiben aus dem ganzen Weichselstrome eingetreten ist. — Professor Karl Müller von der evangelisch-theologischen Fakultät an der Universität Breslau folgte einem Ruse an die Universität Tübingen. Berlin, 14. Jan. Tem Reichstag ist ein Gesetzentwurf zugegangen betreffend Verweiiduiig der Mehrerträgs der Uebenveisungssteuern zur Schuldentilgung. B e r l i n, 14. Jan. In Abgeordnetenkreisen erzählt man sich, daß die Mitglieder des äieichstages und des preußischen Landtages in tiächster Zeit zu einem parlamentarischen Abend in das Sieichskanzlerpalats eingeladen werden sollen. Altona, 14. Jan. Hier treibt ein Messerheld sein Unwesen. Er verletzte in der letzten Nacht die dreißigjährige Choristin Seebold vor ihrer Wohnung und bald daraus ein junges Mädchen vor dem deutschen Schauspielhause durch Stiletsliche in den Unterleib. Der Täter ist flüchtig. Hamburg, 14. Jan. Tas Seeamt erhob Klage gegen die Kapitäne Llveier englischer Fischdampfer, die am 17. Tezember in der Nordsee die von dem deutschen Schoner „Barbara Hendrika" gegebenen Notsignale unbeachtet ließen und, nachdem die Mannschaft des Schoners von einem schwedischen Tampser geborgen war, das Wrak der ,Barbara Hendrika" als gute Beute nach Leith brachten. — In der Ferdinandstraße stürzte ein Teil eines Neubaues ein. Tie Arbeiter hatten den Bau bereits verlassem Nach Eintressen der Feuerwehr erfolgte noch ein werterer Einsturz, doch konnten sich die Feuertvehrleute leicht retten. London, 14. Jan. „Daily Mall" meldet aus Tanger: Der Sultan und der Prätendent konzentrieren ihre Truppen im Hinblick aus den bevorstehenden Erttscheidungs- kampf. Tie u.tzien Nachrichten melden, daß die Lage in Fez sich verschlimmert habe. Der Zusammenstoß beider Heere wird wahrscheinlich 18 Kilometer vor der Stadt stattsinden. Wie toeiter aus Tanger gemeldet wird, ist bte letzte Post aus Fez nicht eingetrosfen. Liverpool, 14. Jan. Tie Reeoer ziveier Dampfer, die vor der Erklärung der Blockade nach Venezuela ab- gegangen waren, konnten ihre Waren in Venezuela nicht landen, sondern mußten diese in Euracoo abladen. Andere Waren, welche für Venezuela bestimmt waren und deren Wert zirka 100 000 Tollar beträgt, erwarten in Livervool das Aushvren der Blockade. Ta Venezuela hohe Zölle eryebt, erwächst der venezolanischen Regierung hierdurch großer Schaden. Barcelona, 14. Jan. Der Anarchist Jercoty ist gestern von Bord des Dampfers „Helvetia" entflohen. Er sprang über Bord und schwamm an Land, hielt sich dort eine zeitlang verborgen und fuhr dann nach Marseille. Tas Endziel seiner Reife ist London. Wien, 14. Jan. Obwohl Graf und Gräfin Lonyay energftfch die Gerüchte von ihrer beabsichtigten Ehescheidung deme.illerten, ist man hier der Ansicht, daß Graf Lonyay tatsä .-lich seine Gattin verließ, jedoch zurückkehrte, nachdem diese ihm bezüglich des weiteren Zusammenlebens weit- geh ube Zugeständnisse gemacht hatte. Nach einer weiteren M^.vung soll es feststehende Tatsache sein, daß Gräfin Lonyay mit ihrem Einkommen ausreicht und daß sie es schwer empfindet, daß Graf Lonyal) große Ansprüche diiran erhebt. Andererseits sollen die Mißhelligkeiten auch ir. folge Eifersucht sellens der Gräfin zutage getreten sein. Wien, 14. Jan. In hiesigen unterrichteten Kreise« wird neuerdings versichert, daß eine gütliche Bei^ legung der Aff äre der Kron Prinzess tn bevoi> steht. Tie Kronprinzessin werde im Schlosse des Grasen Thun in Tetschen Wohnung nehmen und dadurch in stetigem Kontakt mit ihren Kindern bleiben. Wien, 14. Jan. Aus allen Landestellen der östreichisch.ungarischen Monarchie werden starke Sch ne e-, fälle und großer Frost gemeldet. Budapest, 14. Jan. Prinz Friedrich Liechtenstein, der einer Jagd bei seinem Schwiegervater^ dem Grafen Gponyi beiwohnte, hatte das Unglück einem Förster b e i d e Au g e n a u s z u s ch ie ß e n. ES ist keine Hoffnung vorhanden, den Forster am Leben zu erhalten. Sofia, 13. Jan. Tie „Agence Bulgare^ bezeichnet die von einzelnen Blättern gebrachte Meldung, daß in der Umgebung von Ruslschuk mehrere Türken von Bulgaren getötet worden seien, als falsch und stellt fest, daß seit September v. I. im Distrikte von Ruslschuk nur zwei an Türken verübte Morde und eine Verwundung vorgekommen sind, und zwar unter Umständen, die jedes polllischen Cha^ ratter5 entbehren. Peter sburg , 14. Jan. Tas Z ar enpaar siedelte heute mit den Großfürstinnen von Zarskoje Selo nach dem Winterpalais über, um bis zum Beginn der Fasten in Petersburg zu verweilen. Tanger, 13. Jan. Ein Kampf zwischen den ®e* wohnern von zwei Törfern in der Nähe von Tanger ber-i ursachte hier einige Erregung. Ter infolge von Viehi cäubereien entbrannte Streu war bedeutungslos und richtete sich nicht gegen die Europäer. Man wartet gespannt auf Nachrichten aus Fe^, da angenommen wird, ein Zusammen-i stoß zwischen den Truppen des Sultans und den tiufi stündlichen habe bereits slattgefunoen. Vom Schatzamte wurden gestern 6ö 000 Dollars Bargeld nach Fez gesandt. Tanger, 13. Jan. Ter Kampf vor den Toren von Tanger dauert fort Es sind bereits mehrere Tote und Verivundete zu verzeichnen. Der Pascha entsendet Emissäre, um die Bevölkerung zu beruhigen. Tie Juden verstecken sich. Caracas, 13. Jan. Ein englisches Segelboot mit Kohlen für die venezolanisa^ell Eisenbahnen aus Cardiff unterwegs, ist von dem englischen Kreuzer „Tribüne" vor La Guayra beschlagnahmt worden. Der Kapitän erhielt für seine Person die Erlaubnis, zu landen unö sich wegen der weiteren Landung zu verständigen. Europano ^Venezuela), 13. Jan. Der englische Kreuzer, welcher hier die Blockade aufrecht erhält, bemächtigte sich sämtlicher hier im Hasen liegender Fahrzeuge. Die venezolanische Regierung hat die wohlhabenden Einwohner zusanirnenberufen, um ihnen mitzuteilen, daß die Regierung die Summe von 250 000 Bolivares gebrauche. Die Summe ist der Regierung von den Einwohnern vor- gestreckt worden. Telephonischer Kursbericht jfcraukiurt m. Jl., 14. Januar liWÜ 3*/a% Reichßanleihe . . 102.65 8-i/0 do. . . . 91.60 8*/t% Konbole «... 102.65 ö«/0 do.....91.70 3*/8% Hessen .... 101.25 3% Oberhessen . . . —.— 4-6 Oesterr. Goldrente . . 108.35 4‘/,M Oesterr. bilberrente 101.25 4-6 Ungar. Uoldrente. . . 101.50 40/ Portugiesen. .... 81.25 1% C. Türken . ... 29 75 Türkenlose..... 126.20 4% Griech. Monopol -Anl. 44.90 41', % äussere Argtmtiner —.— 3u/o Mexikaner .... 25.10 4,/a /(j Chinesen . . . . 91.90 Electric. boLackert . . , 79.30 Nordd. Lloyd . , . . 94.75 Kreditaktien ..... 217.50 Diskonto-Kommandlt. . . 194.— Darmstädter Bank . . . 186.40 Dresdener Bank .... 147.30 Ber Lner Handelsges, . . 160.80 Oesterr. StaaUbahn . . . 149.20 Lombarden ..... 15.90 Gotthardbaha.....180.50 LaurahQtte ...... 219.90 Bochum.......184B0 Uarpener......176.75 Tendenz; fe’t. a Darmstädter Möbelfabrik (160 Zirnin.-EiiirichL), Preisll grat. 291 Ilione Inocotaue wüMm-L'ÄL i Bekarrntmächrrng. In das Handelsregister wurde heute eingetragen: 1. Die Firma „Louis Stern" zu Gießen; Inhaber Kaufmann Louis Stern zu Gießen. Angegebener Geschäftszweig: Manufakturwaren und Nähmaschinenhandlung. 2. Die Firma „Heinrich A. Junker" zu Gießen; Inhaber Kaufmann Heinrich Junker daselbst; 3. Die Firma „Adalbert Bindewald" zu Gießen ist geändert in „Hugo Wagner" daselbst. 4. Bezüglich der Firma „Gail'sche Dampfziegelei und Ton^ warenfabrck Wm. Gail" zu Gießen: Dem Ingenieur Raimund Wagenschein, Kaufmann Carl Wenzel und Kaufmann Hermann Petri, sämtlich zu Gießen ist Gesamt- prokuca mit der Maßgabe erteilt, daß zwei der genannten Personen befugt sind, die Firma zu zeichnen. 5. Bezüglich der Firma „I. Kann Söhne" zu Gießen: Geschäft ist mit Firma auf den seitherigen Teilhaber Moritz Kann allein übergegangen. Gießen, den 8. Januar 1903. 510 Großherzogliches Amtsgericht. Bekanntmachung. In das Handelsregister, Abt. A, wurde heute eingetragen die Firma „Turnzeitung für den Gau Hessen, Druck und Verlag von Max Albin Klein" zu Gießen; Inhaber Buch- druckercibesitzer Max Albin Klein daselbst. Gießen, den 10. Januar 1903. 509 Gros Herzog! icbes Amtsgericht. Bekanntmachung. In das hiesige Genossenschaftsregifler wurde heute bezüglich des „Landw. Konsumvereins Steinbach e. G. m. u. H." eingetragen: Der Rechner ist nicht mehr Mitglied des Vorstandes, sondern ein Kontrolleur; hierzu ist bestellt der seitherige Rechner Johannes Balser V. zu Steinbach. Gießen, den 9. Januar 1903. 608 Großherzoglichcs Amtsgericht._____________ MMiWMsiireiiM J,üfl||| , >• l)(lti tl|b iQ!le-bie ■l,,s h,°b ii ö(1,l|cl) u ?1 il) gts rU- log ^,yud)-u.8t ® .lloa -rvrdi >lUti ||lV|)vl zu verkaufen. Neflektaiiten wollen ihre Adr. gefl. unter ‘Jlr. 329 in der Exped. d. Al. niederlegen. 0188] Verrentleib. j. Fig., Alantei, Nock u>lb Hosen, ivie neu, billig abziigeben Bahnhofstraße 5, 11. die ß!> fvlld uvsauS^ Ter pN1!1 lnizustrengen in Ta- PcograM. des Landtags aus daö, was es nich der Kanalpro, schon audsithrten, ogar ganz abge Sifenbabnvoi palhifcher ist, W kurrenz des auel ein Kanal Platz gcgnele ^rafLal mangel-. mungen überhaa, preußischen , Fehlbetrag ai sollen, entsprechen Tag im Lbgeocdn Lchutz des Teulsch den. Taß dort ar auch den Lehrern in Aussicht stehen die Thionredc des Weiterung des € fUeinbaljntniietnC ssiahmen hallen, genommen. Ära Presse wird hu der Thronrede le zu verwundern 37i/j Millionen deutenden Mb nicht zu Qcljobei muß n/ie das S tyäetfuM ( \o beulet bie M vül? -öljCCin der Manufaktur- u. Weißwaren- brauche silcht p. 15. Febr. er. Stell. Offert, mit. Str. 0191 an d. Exp. 0197] Siupe Stelle bis 15. 2. für Holellöchin und bis 1. 2. für Hausmädchen. 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