Nr. LK7 Zweites Vlatt. 153. Jahrgang Freitag 13. NovemberlNOK W Giekener Änmaer W r-LLpch vJ General-Anzeiger SUb^oa 0/ X/ den en* aÜgtm, •§" Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Sietzen MGZ gm.|prfd)on1d)lu^r6L_______________________________ ’ _ _ ^IqenteU^ Pan« Beck. Ale heutige Yuwmer umfaßt 10 Seiten. I man sichs gebucht hatte. Lebensweg liege klar vor i Parlamentarisches aus Hessen. R. D. Darmstadt, 12. Nov. Ter neue Voranschlag für den Haushalts- jetzes über die ärztlichen Bezirksvereine an. Außerdem geht dem Landtage eine Denkschrift über das Resultat der Erwägungen der Regierung hinsichtlich der im vergangenen Landtage sowie auch sonst ausgesprochenen Wünsche nach A ende- . Man bildet sich oft ein, der l uns. Wir brauchten nur zu wollen, DoUtifche Äagesschau. Der sächsische Landtag wurde am Donnerstag in Dresden mit einer Thronrede eröffnet, in der der König zunächst auf den Verlust hin- weist, der ihn und das Volk durch den Heimgang des unvergeßlichen Königs Albert betroffen habe. Mit freudiger Genugtuung habe es ihn erfüllt, daß es seiner Armee vergönnt gewesen sei, bei den Manöver» die Anerkennung des Kaisers zu erwerben. Sodann spricht der König seine lebhafte Befriedigung darüber aus, daß im Wirschaftsleben sich die Anzeichen mehren, daß wenigstens auf den Gebieten des Handels und zahlreicher Industriezweige die schwersten Zeiten des Druckes als überwunden gelten könnten. Es werde nach wie vor das ernsteste Bestreben der Regierung sein, das Gedeihen der Landwirtschaft sow'e die Erhaltung eines wohlgeordneten innerlich gefestigtenZu stand eß derLan des f in anzen zu fördern. Im Staatshaushalte der nächsten beiden Jahre habe auch eine Besserung der Verhältnisse bei den Eisenbahneinnahmen in Anschlag gebracht werden können. Im Vergleiche mit dem Etat der Vorperiodo zeige der diesmalige Haushaltungsplan eine Wendung zum Besseren, aber der Wunsch, eine erhöhte Schuldentilgung eintreten zu lassen, muffe vorläufig noch unerfüllt bleiben. In allen Zweigen der Staatsverwaltung und der Staatsbetriebe bedürfe es einer verständigen wirtschaftlichen Sparsamkeit sowie einer Zurückhaltung in der Uedernahme neuer Ausgaben auf die start angespannten Mittel des Landes. Da die Hüttenerträg- nisse fortwährend sänken, müffe die völlige Einstellung des fiskalischen Erzbergbaues binnen kurzer Frist ins Auge gefaßt werden. Die Thronrede weist sodann auf den längst unhaltbaren, der Reform dringend bedürftigen Zu st and der finanziellen Beziehungen zwischen dem Reich und den Bundesstaaten hin. DaS Ergebnis der neuerdings zwischen den Organen des Reichs und Vertretern der Regierungen der verbündeten Staaten, darunter Sachsens, gepflogenen Verhandlungen berechtige zu der Erwartung, daß in absehbarer Zeit dem jetzigen Zustande ein Ziel gesetzt werde. An Vorlagen kündigt die Markierung. Leiter hing keine brennende Laterne davet. Aber ich kann trotze der Dunkelheit noch das Wort Hohen- rodslops. entziffern. Darunter war ein Pfeil gezeichnet, leider mit so vielen Schnörkeln daran, daß bei Nachtzeit wenigstens die Pjeilrichtung nicht deutlich zu erkennen war. Deutete ich diese richtig, so waren wir auf dem Wege zum Hohenrad stopf, aber da wollten wir doch gar nicht hin! Ein Stück weiter leuchtete wieder ein weiß-geftrichener Pfahl, der zwei Tafeln trug, auf denen vielerlei zu lesen stand. Vergeblich strenge ich meine Augen an. Ich versuche auch die große Blechtafel abzunehmen, um besser lesen zu können — sie war aber zu gut festgenagelt. Der ganze Pfahl lag halb um, wahrscheinlich durch ein Fuhrwerk angefahren. Wir versuchen, die Tafel mit brennenden Streichhölzern zu beleuchten. Auch das ist umsonst, nur blitzartig erhellt sich die Tafel, der neidische, rauhe Nachtwind Erlöscht das Flämmchen im Entstehen. Mein Begleiter behauptete trotz allem, wir wären zwar nicht mehr aus dem richtigen Wege, aber wir hätten immer noch die Richtung aus Ulrichstein. Wenn das richtig ist, erwidere ich, dann nur zu, irgendwo muß sich doch der verwünschte Wald einmal ösfnen. Wir wandern und wandern, ein Buchenhochwald nimmt uns auf, unter meinen Füßen kracht das dürre Fallholz. Das ist fein Weg mehr, sage ich, und ruje dem Vorauseilenden zu, wir sind vom Wege abgekommen, wir laufen mitten im Walde herum. Er antwortet mir ans dem tiefen Dunkel, ich stehe vor einem Hindernis, einer Wegsperre! Ich finde mich zu ihm, taste an dem Hindernis entlang und finde am Ende den aus der Erde gehobenen Wurzclsdock einer überschlanken jungen Buche, die etwa einen Meter hoch fast horinzontal über dem Waldboden hing. Wir umgingen das Hindernis, aber nur, um in das Geäst einer vom letzten Sturm zu Fall gebrachten starken Buche zu geraten. In diesem Augenblick schwebt etwas Tunttes jchanenhajt über unseren Kopsen, ein paar glühende Augen sehen aus uns herab und ein schauerlich durch den dunkeln Wald klingendes hn-hn-huh verrät uns den Nachtvogel, den großen Waldkauz. Meine Nerven sind noch jo gut, wie vor langer Zeit, als ich auch in der Nacht im bois de la Garenne nicht über Baumäste, sondern über Leichen stolperte und am Boden liegende Verwundete mir in der Sorge, ich möchte unversehens aus sie treten, ihr oh mon Dien mou Dien entgegenwimmerten Huer durch den Hohen Aogersoerg. Original-Artikel des „Gießener Anzeigers". IL Ter scharfe Wind nimmt uns die Worte vom Munde und treibt uns das Wasser in die Augew Dicht vor dem Wirtshause des Hohenradskopses stehend, sehen wir wett hinaus ins Land. Schwere Wolkenzüge verhindern zeitweise die Fernsicht, bricht die Sonne durch so beleuchtet sie ganze Landschaften so hell, daß wir die Türm von Münzenberg ganz klar unterscheid en. Weit zur Lin reu erkennen wir die HöhenZüac des Spessarts in der Gegend ycmau-Alck)aften- burg, der Taunus zeigt sich zuweilen im schönsten L-chte, die Eifenbahnzüge der Piaia-Weser-Bahn verraten sich durch die Hellen Rauchfahnen der Maschinen, der Mnterstem bei Nauheim-Friedberg ist ganz deutlich zu erkennen. Ter ^uns- berg sehlt auf dein Bilde nicht, die Ronneburg erhebt, sich aus dem ausgedehnten Waldgebiet und weit zu unserer Rechten erscheint die Amöneburg im Ohmtale klein und unscheinbar wie ein Maulwurfshaufen. Kiner aus der Gesellschaft schlaf vor, hinein rn das behaglich, durchwärmte Gastzimmer zu gehen unb Von dort die Aussicht durch die Fenster lveiter zu bewundern. Drrnnen finden wir Gesellschaft, und bei einer Tasse Kvffee, Taften, die so groß sind, daß man drin ertrinken kann, wenn man unversehens hineinjallt, plaudert sichs gut — Der Abend bricht an. Wir wollen noch über die Over- tvaldstrahe nach Ulrichstein, um dort zu Übernachten. Der Weg ist nicht zu vcrfchlen, vielleicht, hören nnr rot Wend- dunkel noch den Schrei des Brunsrhirfches. Erne Wanderung durch den hcrdftltchen Wald in der Nacht hat für mich immer einen arotzcn Reiz gehabt. In der Abenddämmerung er- reiei>en wir die Oberwaldstrahe, noch sind die häu,ig«n Mar-ierungen des $. H.-K. deutlich zu erkennen Da und dort huschen Rel)e über den Weg, erst rot dickten Wald frören mir sie: unter den sehnigen Läufen kracht das Dürre, modernde Holz, das Sturm, Schnee und Els aus den Kronen der Bäume herunter gebrochen hat und das inei)t uiLaenufe.t den Waldböden düngt. Wir folgen der Martier- uuu unser Weg sührt 11 ad) Westen, in kaum U/2 Stunden Werden wir den gastlichen Darmstädter Hos in tUricyltein ^re ££ Qcljt un Menschenleben manchmal ganz anders, als V e r s i ch e r u n g s g e s e l l s ch a s t zur Erledigung kommen. Der Petitionsauss chuß erledigte heute in langer Beratung ebenfalls eine Reihe von Gegenständen. U. a. wurde ein Antrag des Abg. Leun, betr. die Aushebung der Verordnung vom 2. August 1899, über die erhöhten A b - und Zuschreibe gebühren beraten und beschlossen, die Regierung zu ersuchen, diese Verordnung aufzuheben und die früheren Nb- und Zuschreibegebühren wieder ettizusühren. Ab gelehnt wurde noch ein Antrag Wolff, betr. Kulturveränderungen rc., dagegen der Regierung zur Berücksichtigung überwiesen ein Antrag Korell, betr. die Unterstützung derjenigen G e n 0 s s e n s ch a f te n , die Hengste halten. Ueber den Antrag Schönberger, betr. die Entschädigung für an M a u l - u n 0 ft t a u en s e uche g-efallenes Rindvieh, wurde die Entscheidung ausgesetzt, weil unter den Ausfchußmttgliedern »och keine Einigung zu erzielen war. Endlich wurde noch der bekannte Antrag Ulrich, betr. eine Vertretung der Arbeiter im Ministerium, einstimmig abg e le Hut. Der Gejetzgebungsausschuß hielt geftem und neute je zwei Sitzungen ab, deren tzauptberatungsgegenstand das von der Regierung vorgelegte Forst- und Feldstrafgesetz bildete. In der Mutigen Vormittagssitzung wurde die Debatte abgebrochen, wett die Staatsminister Dr. Rothe, Ministerialrat Best und Oberregierungsrat Holtzinger zur Besprechung über die Trennung von G u st a 0 s b u r g und G i n s h e i m erschienen. Gestern erklärte sich der Ausschuß in jeiner großen Mehrheit gegen eine einseitige Anschließung von Gustavsburg an Mainz. bann geht alles nach Wunsch und Willen. Darin plötzlich etwas Unerwartetes, Unvorhergesehenes, unser Herrgott macht einen kleinen Strich durch unsere Rechnung- und wir müssen nach rechts oder links ausbiegen, urid unser Programm ist über den Haufen geworfen. — 9ttrn glaube ich ja nicht, daß unser Herrgott sich um unsere leichtsinnige Wanderung durch den Oberwald zu na-chtschlafender Zeit gekümmert hat — aber trotzdem, unser Drogramm ging in die Bruche. Nichts vorläufig von Abendessen, frischem Trunk und behaglichen Betten in Ulrichstein, es hatte noch lange Zeit bis dahin. N!ein Wanderrameiad, der beiläufig gesaat zirka 25 Jahre jünger ist als ich und sich bis dechin als sehr wege- und ortskundig erwiesen hatte, kam auf den Gedanken, zuzustrecken. Jefi bald, vielleicht 1000 Meter vor uns, sagte er, teilt sich unsere Srraße. Wir müssen die 2lbzweigiuig nach rechts nehmen, dann kommen wir auf die Staatsstraße Lauterbach-Ulrichstein-Mücke und kürzen unseren Weg um 20 Minuten. Er zeichnet mir, stehen bleibend, den Weg auf der Straße mit dem Regenschirm vor, ich folge im Daniel der Nackt den Bewegungen des Negcn- chirmes. Sie befchreiben ungefähr em rechtwinkliges Dreieck. Mr sollen die Katheten vernieiden und der Hypothenuse folgen. Das ist einleuchtend und ich folge meinem Begleiter wie die Herde dem Leithammel, durch dick und dünn im wahren Sinne des Wortes. Unser Weg, die tzypotyenuse, erweist sich ungewöhiltich holperig uiid schmutzig. Wie durch ein Gewölbe, das das überhüngende Laubholz bildet, suchten wir unseren Weg und stolpern aus einem Fahrgeleise ins andere. Warnend ruft mir der voranschi-ettende zu: hier ist eine Pfütze, im näckftten Augenblick höre ich das Platsch, Platsch feiner Schritte und sehe im Steunenlichle dann, wie er krampfhaft die Unaus.prechlichen hochzuziLhen sucht und durch ein ausgedehntes Schlammloch watet. Ich drucke mich seitwärts in den Wald, taste mich durch das dunkle Stangenholz und erreiche den Weg wieder auf der anderen Sette des Aäorastes. Tröstend ruft mir mein Wanderkamerad, der mir 50 Schritte voraus ist, zu: da vorn wiids schon l>ell, da ist die Staatsstiape. Das ftinuuie loieder nicht. Vor uns öffnete sich alleedings das Stangenholz, aber nur, um einer sehr großen Waldblöße Platz zu machen, die vor nicht langer Zeit mit Fichten besetzt war. Da finden mir, Dank fei dem V. H.-K, eine Wegeetat im Jahre 1904/05 ift bereits soweit im Druck fertig» gestellt, dsaß er Anfang nächster Woche zur Verteilung ge- Umgen kann. Zurzett find auch die ständigen Ausschüsse der zweiten Kammer eifrig bei der Arbeit, um Material für die Verhandlungen im Plenum vorzubereiten. Der Zusammentritt der Kammer dürfte im letzten Drittel dieses Monats erfolgen. Der Jiuanzausschutz war gestern und heute wieder veisammen und beriet eingehend über den Umbau des Hostheaters. Auf Wunsch des Finanzministers Dr. Gnauth wurde jedoch die weitere Verhandlung darüber ausgesetzt, da inzwischen auch seitens der Regierung mtt der Darmstädter Stadtverwattung Erörterungen angeknüpft wurden und es sich empfiehlt, erst dieses Ergebnis abzuwarten. Auch die endgiltige Entscheidung des Ausschusses über den Vertrag zwischen der hessischen und der badischen Regierung inbetrefs des Kondominictts Kürnbach wurde vertagt, um dem Ausschußberichterstatter, Abg. Dr. Gutflei sch, Gelegenheit zur Entgegennahme der Wünsche einer Deputation aus Kürnbach zu geben; die Deputation wird morgen empfangen werden. — Die Beschlußfassung über die Gehaltsaufbesserung der Kr e is str a ß e n- meister und Hochbauaufseher wurde bis zur Beratung des Demnächst zur Vorlage gelangenden neuen Haushaltsetats benagt. Am nächsten Dienstag soll cvls.dann der Vertrag zwischen der Regierung und der Norddeutschen Ha g el- s e l l s ch a f t zur Erledigung kommen, auss chuß erledigte heute in langer rung des Wahlrechts zur zweiten Kammer zu. Die Eröffnung fand im Thronsaale des königlichen Residenzschlosses statt. Vorher hatte König Georg die Präsidenten der ersten und der zweiten Kammer der Stände- versammlung verpflichtet. tzi» Mucherprozetz vor der Stra-Lummer.. ** Gießen, 13. Nov. Vor der hiesigen Strafkammer fand am Dienstag eine Verhandlung statt, welche schon durch die große Zahl der aufgebotenen Zeugen und die Menge der als Beweismittel benannten amtlichen Aktenstücke und Geschäftsbücher, die aus dem Gerichtstische lagen, erkennen ließ, daß es sich um einen Prozeß ungewöhnlicher Art handle. Angeklagt ist der am 4. April 1841 geborene Handelsmann A. Z. von Ortenberg wegen fogenannten Sachwuchers im Sinne des 8 302 e des R. St. G. B. und wegen Betrugs. Ter Sachk- oder Geschästswucher ist erst seit dem Jahre 1893 aus sozialpolitischien Gründen als besonderes Vergehen unter Strafe gestellt worden und bildet eine Ergänzung der strafrechtlichen Bestimmungen über den Krediö- wuch-er bei Darlehn und darlehnsähnlichen Geschäften. Das Wesen des Sachwuchers besteht in der gewerblichen oder aewohnheitsmätzig betriebenen Uebervortettmig anderer Personen, unter Ausbeutung ihrer Notlage, ihres Leicht- jinns oder ihrer Verfahrenhett mit Bezug auf alle möglichen Rechtsgeschäfte, bei denen Leistung und Gegenleistung in ausfälligem Mißverhältnis stehen. Ter Angeklagte betrieb seit Jahren in Ortenberg und Umgegend einen kleinen Hausierhandel mit Manufakturwaren. Aus kleinern Anfang heraus hat er sich ein ansehnliches Vermögen erworben und gilt als reich. Er selbst gibt an, nur ein Vermögen von etwa 20 000 Mark zu besitzen, indessen bekundK ein Zeuge, daß er allein während der Untersuchungshaft 15 000 Mark an Ausständen aus seinen Geschäftsbüchern ausgeschrieben haben soll. Der Angeklagte hatte nicht nur durch seinen Hausierhandel, sondern auch durch feine langjährige Tätigkeit als Aufsicytsratsmitglied deS Ortenbergec Borschußvereins — „er war ein lebendiges Register desselben", bekundet ein Zeuge — reichlich Gelegeuhett, mit Land und Leuten bekannt zu werden und ihre wirtschafllichen Verhältnisse kennen zu lernen. Sein Hauptaugenmerk hatte er dabei auf gering bemittelte, wenn nicht gar vermögenslose Leute gerickftet, denen er nur zu bereitwillig Kredit gewahrte, um dann, wenn ihm die Zeit gekommen schien, in der unbarmherzigsten, rücklickMosesten und eigennützigsten Weise vorzugehen, mochten auch seine Schuldner wirt- jchastlich dabei zu Grunde gehen. In den letzten Jahren befaßte er sich besonders mtt Gelände-Spekulationen und befolgte dabei die Takttk, daß er Kredtt vis zur Höhe des Immobiliarvermögens feines Schuldners gewährte, die Heute sprachen sich die Redner fast sämtlich dahin aus, daßIThronrede solche über das Gemeinde-Abgabenwesen» es das beste wäre, wenn sich zunächst die beiden Ortschaften | ferner einen Gesetzentwurf betreffend die Abänderung deS Ge- untereinander verständigten und dann gemeinsam mit Mainz ......- ~ ~ ~ ‘ eine Vereinigung zu erlangen suchten. Einer solchen Losung der Frage würden auch die agrarischen Abgeordneten ihre Zustunmung geben, während sie für einen einseitigen Anschluß von Gustavsburg aus leinen Fall zu haben wären. Von den Regierungsverttetern wurde erklärt, daß der Regierung die Annahme ihrer jetzigen Vorlage erwünscht wäre, sie aber auch einer anderen Lösung der Frage in dem vorgejchlagenen Sinne ihre Zusrttnmung nicht versagen würde. Der Ausschuß beschloß, die Angelegenheit noch einmal zu vertagen, damit die beiden Ortschaften Ge- legenhett finden, sich, event. über einen gemeinsamen Anschluß an Mainz zu verständigen. Grundstücke dann zur Versteigerung bracht« und sie in Höhe seiner Fordernng erw-arb, um sie dann mit hohem Gewinn weiter zu verkaufen, sich davei die Notlage und Unwissenheit ferner Mtkoutrahenten zu nutze rnockMud. Wegen verschiedener solcher Fälle hat jrch der Angeklagte zu verantworten. 1. Ter Angeklagte hatte eine Forderung gegen die Witwe Marie T. von Bergheim, einer wegen häusiger Truneknheit unter Wirtschaftssperre stehende Person. Er klagte die Forderung aus und brackM das Grundgelände zur Zwangsversteigerung. Att jedoch zur Versteigerung viele Liebhaber erschienen und begründete Aussicht auf einen ziemlich hohen Erlös bestand, zog er seinen Aus- steckungsantrag zurück. Er wußte fehle Schuldnerin bald dahin zu bringen, daß chm diese sämtliche Liegenschaften für etwa 900 Mark verkaufte. Auf die Warnung des Bürgermeisters hatte die Schuldnerin nur die Worte: „Der Z. sorgt für mich" Nunmehr verkaufte der Angeklagte die Liegenschaften an die Tochter der Witwe T., von der ,cr wußte, daß sie eine geringe Einlage ersparten Diensb lohnes bei dem Vorschußvereine hatte, und deren 16 jähr, vermögenslosen Verlobten für 1600 Mark. Dabei wurde der Witwe T. das Einsitzrecht in der Hofratte ausgehalten, jedoch mit dem Zusatz, — und dies kennzeichnet die Planmäßigkeit, Schläue und Rücksichtslosigkeit des Angeklagten — daß dieses Einsitzrecht in Wegfall konwien müsse, wenn das Objekt wieder zwangsweise verkauft werde. Und dabei wußte der Angeklagte ganz genau, daß die beiden Käufer, die in ärmlichen Verhältnissen lebten und ohne Vermögen waren, nie und nimmer in der Lage sein würden, den Kaufpreis zu entrichten. Kurz darauf wurden die Liegenschaften auf Antrag des Angeklagten aufgesteckt und von ihm selbst bei der Versteigerung erworben. Die Spar- Pfennige der Tochter L-, welche dieselbe bei dem Vorschuß- verein angelegt hatte, steckte der Angeklagte ein, während er im Februar 1903 die Grundstücke für 1650 Mark an den Michael I. verkaufte. Die Witwe T. aber war obdachlos und siel der Gemeinde zur Last. 2) Km Jahre 1901 geriet der Landwirt Heinrich, K. von Effolderbach in Konkurs und seine Grunvsrücke wurden Nvangsweise versteigert, darunter auch die Hofraite, in welcher der Vater der Frau seinen Einsitz hatte. Der Angeklagte erwarb die Hofraite für 3300 Mark und verkaufte sie alsbald wieder an die minderjährigen Kinder für 4500 Mark. Die Familie mußte die Hofraite um jeden Preis erwerben, da sie sonst aus die Gasse gesetzt worden wäre und eine andere Wohnung im Torfe nicht zu haben war. Erft aus Intervention des Vormundschaftsgerichts ermäßigte der Angeklagte die Kaussunrme um 800 Mark. 3. Geradezu schärrdlich handelte der Angeklagte an den Wilhelm M Eheleuten von Bobenhausen. Er hatte in Gckcrrtsborn Liegenschaften für 3000 Mark gesteigert. Hiervon verkaufte er Wiesen für 250 Mark an einen gewissen V. Die übrigen Grundstücke und die Hoftaite schwätzte er den Wilhelm M. Eheleuten, beschräntten, unerfahrenen und nahezu vermögenslosen Leuten für die Sumrne von 2800 Mark auf, obwohl dieselben gar kein Interesse daran chatten, in einem anderen Dorfe eine Hofratte zu besitzen. Kaufbedinaungen waren u. a. eine Anzahlung von 600 Mark und Verzinsung des ResttaufsckMlings. Der Angeklagte wußte nämlich, daß die Käufer etwa 600 Mark, ihr einziges Vermögen, bei dem Vorschußverein stehen hatten. 500 Mark hatte die Eheftau in jahrelanger Ar bett als Dienstmagd erspart, etwa 100 Mark hatten die Ehe- !gatten gemeinschaftlich errungen. Bald sahen die Käufer ein, daß sie nicht im stände seien, die Zinsen zu zahlen !und die Hoftatte zu hatten. Sie baten den Angeklagten flehentlich, er möge doch den Kauf rückgängig machen Letzterer erklärte sich schließttch dazu bereich aber nur ^unler der Bedingung, daß die Eheleute M an chn 600 Mark Reugeld zahlten. Nach langem Hin- und Herreden .einigte man sich auf 500 Mk. und verloren die Eheleute M. auf diese Weise fast ihr ganzes Vermögen. Der Angeklagte aber vertauschte oie Hoftatte gegen eine andere Nnd verkaufte dann die eingetauschte, wobei er nochmals 5400 Mark erlöste. Ferner wird der Angeklagte noch des Betruges beschuldigt. Er hatte wegen einer chm zustehenden Forderung von 200 Mk. dem Louis K. zu Eckartsborn die Ernte von zwei Grundstücken, sowie drei Hühner und fünf Ganse pfänden lassen. Als Hühner und Gänse versteigert werden sollten, begab sich die Schwiegermutter F. des Schuldners zu dem Angeklagten, um ihn um Frist zu bitten. Der Angeklagte erklärte sich bereit, nahm sie mtt in sein Haus, um einen Zettel zu schreiben, der den Gerichtsvollzieher von der Jristbewilligung in Kenntnis setzen sollte. Der Angeklagte sehr ich noch einen Zettel, nahm dann einen zwetten und forderte die F. auf, ihren Namen auf diesen zu setzen. Letztere erklärte, „für die Hühner und Gänse wolle sie unterschreiben, das andere ginge sie nichts mt". Lesen konnte die alte Frau nicht, da sie ihre Brttle nicht bei sich hatte. In Wirklichkeit hatte sie eine Bürgfchastsurkunde in Ansehung der ganzen Forderung unterschrieben. Der Angeklagte erllärte, er habe der Zeugin ja seine eigene Brttle geliehen, was diese aber Mit vollster Bestimmtheit als chnwahr bezeichnet. -- Die Vertechigung suchte insbesondere nachzuweisen, daß fein ausfälliges Mißverhältnis zwischen Leistung und Gegenleistung nicht bestehe, während die Staatsanwaltschaft besonderes Gewicht auf den Eindruck legte, den die Personen machten, mtt denen der Angeklagte seine Geschäfte gemacht habe. Es seien alle beschränkte, unerfahrene und junge Leute, die durchweg in ärmlichen Verhältnissen lebten. Das Urtett geht dahin, daß der Angeklagte wegen gewerbsmäßig betriebenen Wuchers im Sttrue des § 302 c Str.-Ä-B und weg^n Betrugs schuldig gesprochen wird und dieserhalb zu einer Gesamtgefäng- nisstrafe von elf Monaten, auf welche ein Monat der erlittenen Untersuchungshast aufgerechnet wird, sowie .zu einer Geldstrafe von 1000Mark verurteilt. Ferner werden die bürgerlichen Ehrenrechte dem Angeklagten auf die Dauer von fünf Jahren aberkannt, auch die Kosten des Verfahrens zur Last gesetzt. Der Prozeß wegen Kmdesunterjchlevung gegen die Gräfin KrvilecLr. XIII. / Berlin, 12. November. Bei Beginn der Sitzung legt der Staatsanwalt Verwahrung gegen die gestrigen einseitigen Mitteilungen der Blätter über den Befund der Aehnlichteitskommis- s i o n ein, in denen das für die Gräfin Ungunst i g e weggelassen sei. Auch der Vorsitzende warnt die Geschworenen vor Beeinflussung von außerhalb. Darau : wird in der Verhandlung fortgefahren. Der Schreibsach- /verständiae Rechnunqsrat Junge ettlärt die Identität der Handschrift des Krakauer Meldezettels mit dem von der verstorbenen Andruszewska geschriebenen Brief für höchst wahrscheinlich. Aehnllch äußerst sich der Schreibsachverständige Arzt Meyer. Dr. Brueckner Professor der slaw. Sprachen an der Universität, gibt zu, daß zum Mädchennamen der Andruszewska von Thomaszewski ein Wappen der „Boncza" gehöre, bezeichnet es jedoch als unzulässig, sich danach Boncz- kowska nennen zu dürfen; das wäre, als ob Jemand, der ein Roß-Wappen führe, sich Roser nennen! Baumeister Mankiewiez - Warschau fügt seiner wenig günstigen Kennzeichnung Hechelskis hinzu: Dieser sagte im Korridor des Gerichtsgebäudes zu ihm: Wenn Sie Ungünstiges über mich aussagen, packe ich auch über Sie aus. Hechel ski muß die Aeußerung zugeben. Propst I a s k u l L k i bezeichnet die Knoska und Chiwatkowska als ehrliche, arbeitsame Frauen. Probst He n n i g aus Zirke bestätigt, daß ihm die OssowLka gelegentlich einmal Mitteilung über eine früher von ihr ausgeführte Kindesunterschiebung gemacht und dabei gesagt habe: so etwas mache sich sehr leicht. Nachdem noch mehrere Zeugen bekunden, daß die Angeklagte Ossowska seinerzeit davon gesprochen, daß sie auss Schloß gehe, um die Gräfin zu massieren (die Ossowska bestreitet dies), wird die Verhandlung auf morgen vertagt. Vermischtes. ' * Dortmund, 11. Nov. Im Bochumer Schnellzuge erschoß sich ein Bergbau-Beamter. "Barmen, 11. Nov. In Hiddingshausen ereignete ich ein schwerer Iagdunfall. Drei Jäger, welche einen Hasen schießen wollten, trafen statt dessen einen 14jäh eigen Knaben deratt, daß er sofort starb. • Bochum, 11. Nov. Der „Wests. Volksztg." zufolge wurden auf der Zeche »Prinz Preußen" zwei Bergleute oerschüttett Emer war sofort tot, der andere wurde so schwer verletzt, daß an seinem Aufkommen gezweifelt wird. " Göttingen, 11. Nov. In Holzerode rettete ein neunjähriger Knabe ein Kind vor einem durchgegangenen Fuhrwerke. Er selbst wurde überfahren und getötet. " Liegnih, 11. Nov. Der Militärm usiker Musikdirektor Goldschmidt ist, 81 Jahre alt, gestorben. Goldschmidt wurde nach 55jährigcr militärischer Dienstzeit 1898 bei seinem Ausscheiden aus dem Militär zum Leutnant befördertt * Kattowitz, 11. Nov. Amtlich wird bekannt gegeben : Gestern Abend stieß ein elektrischer Kleinbahn- zu g mit einem Grubenzug bei einer Kreuzung der Grubenbahn Schumberg-Beuthener Chaussee zusammen. 3 Kohlenwagen entgleisten, ein Kohlenwagen stürzte um. Der Führer des Motorwagens wurde verletzt. " Posen, 12. Noo. Der Generalagent, Güteroermittler und Verleger des polnischen Blattes „Praca", Martin Biedermann, wurde gestern abend verhaftet, weil er dringend verdächtig ist, einen Gefangenaufseher in Wronke, wo der frühere Redakteur der ,Praca", RadowSki, eine Gefängnisstrafe verbüßte, bestochen zu haben, um den Verkehr Rakowskis mit Biedermann zu vermitteln. Dieser Ge- angenaufseher in Wronke ist bereits verhastet worden und hat den Tatbestand zugegeben. * Tübingen, 12. Nov. Heute ftüh wurden die beiden Raubmörder Georg Hespeler und Wilhelm Nepple hin- gerichtet, die seinerzett den Pionier Krauß beraubt und ermordet hatten. • London, 11. Nov. „Für Geld kann man Affen tanzen sehen", lautet ein altes Sprichwort. Alles aber ist für Geld möglich im Lande des Dollars. Hat da, wie mir der »Daily Mall" entnehmen, ein millionenreicher Bergwerksbesitzer im Westen Amerikas vor 5 Jahren bei den Arbeiten im Bergwerk sein rechtes Ohr verloren. Du hörst auch mit dem einem Ohre noch genug, dachte der Pankee, ließ sich langes Haar wachsen, um den Schönheitsfehler zu verdecken, und machte sich weiter keinen Kummer. Jetzt aber hat die Liebe die hatte Brust gerührt, der Millionär zappelt in den Schlingen einer smarten Amerikanerin. Und o weh! Jedes Mal, wenn chm die Pankeedame den Lockenkopf streichelt, schieben sich die langen Haare zurück, und ein häßliches Fleck wird sichtbar. Die zum Kuß gespitzten Lchpen zucken wie entsetzt zurück. Darum koste es, was es wolle, em Ohr her! Der New-Uorker Arzt des einohrigen Brätigams Dr. Nelden, sucht deshalb auf dem nicht mehr ungewöhnlichen Wege der Zeitungsannonce ein Ohr und bietet dafür 5000 Doll. Es haben sich schon Tausende von Menschen gemeldet, die bereit sind, dem Dankee ihr rechtes Ohr zu überlassen, und sie beginnen berells sich im Preise zu unterbieten. Auch aus England, wohin das Ausschreiben des Arztes per Kabel übermittelt worden war, haben sich Leute gemeldet, die ein Ohr für den amerikanischen Millionär übrig haben. Unter Andern bietet eine Lady ihr rechtes Ohr mit dem Bemerken an, es sei etwas über 21/2 Zoll lang und habe eine dicke fleischige Muschel, die niemals durchbohtt worden sei. Dies Oehrchen würden mir den Mann mit dem überflüssigen Dollars empfehlen. London, 11. Nov. Die englischen Dampfer „Medusa" und „Medea" haben eine Wettfahrt von Gibraltar nach Plymuth unternommen. Beide Schiffe verließen Gibraltar am 6. d. M Nach, dreitägiger Fahrt langte die „Medea" mit drei Minuten Vorsprung in Plymouth an. Die Fahrt sollte namentlich die Leistungsfähigkeit der Kessel erproben. * Brüssel, 12. Nov. In einem Expreßzug wurde gestern abend ein 20jähriges Mädchen von einem Reisenden eingeschläfert und vergewaltigt. Der Atten- tctter ist geflüchtet. " Paris, 11. Nov. In den Wandelgängen des Justizpalastes kam es gestern zu einem Renkontre zwischen zwei Anwälten, welche sich ohrfeigten. Sie sandten hieraus einander die Zeugen. * Paris, 11. Nov. Die ehemalige Kronprinzessin von Sachsen nennt sich nicht mehr Gräfin Montignoso, sondern Luise von Baaswyl. Sie will Schloß Ronno verlassen und sich am Sonntag nach Basel begeben, wo sie künftig ihr Domizil nehmen wird. • Fiume, 11. Nov» Der Dampfer „Nehaj^ stieß gestern abend bei San Marco mit dem Segelschiffe „Ubmena* zusammen, das letztere wurde in den Grund gebohrt und sank sofort; die Mannschaft konnte gerettet werden. " Cilly, 12. Nov. Der Nachts von Triest abgelafiene Schnellzug ist bei der Station Store mit einem Wiener Postzug zusammengestoßen. Die Zugführer sowie zwei Passagiere des Schnellzuges sind leicht verletzt. " Wien 12. Nov. Im Postamt von Gastein gab ein wegen Unregelmäßigkeiten vorn Amte suspendierter Hülfsbeamter auf den Vorsteher sowie auf einen Beamten mehrere Revolverschüsse ab und schoß sich darauf selbst eine Kugel in den Kopf. Der Postvorsteher erhielt eine Wunde am Kopf; der Attentäter selbst ist schwer verletzt. * Petersburg, 12. Nov. In der Nacht vorn 10. zum 11. d. M. fand in dem Postwagen eines zwischen Petersburg und Moskau verkehrenden Postzuges ein Brand statt, wobei nach umlaufenden Gerüchten Wertgegenstände im Betrage von 7 Millionen Rubel verbrannt sind. Hierzu teilt die Oberverwaltung der Posten und Telegraphen mit, daß das Feuer durch Selbstentzündung des Inhaltes einiger aus dem Auslande stammender Sendungen entstanden sei. Vernichtet wurden 437 internationale Pallete, 11 Säcke, darunter zwei mit Zeitungen, neun mit Korrespondenzen, drei Ballen mit Palleten, einer mit Zeitungen, dreizehn Posttaschen, deren Inhalt, Wertpapiere und Kreditbillets, größtenteils unversehrt blieb. Das Feuer beschädigte fünfzig Posttaschen; der Inhalt derselben ist unbeschädigt Zweiundsünfzig Posttaschen und 28 Säcke sind verbrannt. * Moskau, 11. Nov. Der sibirische Expreßzu- Nr. 18 stieß zwischen den Stationen Muchanow und Cserkassy mit einem Lastzug zusammen. Beide Lokomotiven, mehrere Personenwagen, ein Salon- und der Küchenwagen, sowie mehrere Lastwagen wurden zertrümmert Vier Personen wurden tötlich verletzt, mehrere leicht verwundet. * Rio de Janeiro, 10. Nov. In der vergangenen Woche sind 23 Personen an der Pest gestorben; ferner sind 66 neue Erkrankungen vorgekommen, 130 Kranke sind in Behandlung. Kunst und Wisscnschuü. — Kapellmeister Karl Wolfram vom Stadttheatn. in Frankfurt a. M. ist auf eine Reihe von Jahren als erster Dirigent für die vereinigten Stadttheater Dortmund-Essen verpflichtet worden. — Hans Buff-Gießen, der langjährige erste lyrische Tenor der Dresdner Hofoper, hat, wie wir bereits mitteilten, infolge von Differenzen materieller Natur den Verbaiid der Dresdner Hosoper verlassen und steht zur Zeit in Verhandlung mit dem Generalintendanten v. Hülsen betreffs eines Engagements am Kgl. Hostheaier in Wiesbaden, wo er bereite dieser Tage mit glänzendem Erfolge gastiert hat. UnivLijttüts-Uuüji lüften. — Man meldet aus D a r m st a d t: Dem Archllekten Dr. I. Hülsen in Frankfurt a. M wurde die venia legendi für Baugeschichte und Geschichte und Theorie des Ornaments an der Technischen Hochschule hier erteilt — Aus Würzburg wird geschrieben: Die philosophische Fakultät der hiesigen Universität hat eine neue, strengere Promotions-Ordnung erlassen. Danach kann ein Thema für eine Doktor-Dissertation an solche Kandidaten, die das Reifezeugnis einer höheren neunklassigen Lehranstalt nicht besitzen, nur dann erteilt werden, wenn sie vorher eine Prüfung in ihrem Hauptsache mit der Note „sehr gut" bestanden haben. London, 12. Nov. Tie Royal Society verlieh oem Professor Hittorf-Münster i. W. die Hughesmedaille für die Untersuchung der Erschemungen, welche bei elektrischen Entladungen in Gasen und Flüssigkeiten zu Tage treten. Gerilylsiaal. Leipzig, 12. Nov. Das Reichsgericht hat heute das Urteil des Lcurdgerichtes Eisenach vom 1. Mai d. I. aufgehoben, durch welches der dottige erste Bürgermeister Dr. v. F e w s o n wegen Vergehens im Amte zu zwei Monaten Gefängnis verurteilt wordeir war. Das Reichsgericht verwies die Sache zur nochmaligen Verhandlung an das Landgericht Weimar. Mannheim, 12. Nov. (Böhm-Prozeß.) Im vierten und letzten Prozeß dauerte die Verhandlung, eme kurze Mittagspause abgerechnet, dis heute abend kurz nach 6 Uhr. Der erste Staatsanwalt beantragte, sämtliche Angeklagten mit emer angemessenen Geldstrafe zu belegen. Die Urteilsverkündung erfolgt morgen. Meteorologische Beotrachtuugen -er Station Gießen. Wetter November 1903. -Z? 12. 12. 13. 2 « 9’6 26 754,8 753,9 752,2 5,9 6,2 5,9 6,9 8,5 8,1 90 99 98 'S. 8. SW. Bed. Himmel Regen Bed. Himmet Höchste Temperatur am 11. bis 12. November 4- 6,4 ÜC» Niedrigste „ , 11» v 12. * 4- 3,3 u0. Keinen Hund mag man hinaus schicken bei dieser Winterkälte, die Menschen aber und selbst die Kin- k der müssen erbarmungslos hinaus. Aber da man schon nicht >8 zu Hause sitzen famt, so sollte man sich wenigstens gegen . Ettättungen der Atmungsorgane und gegen die böse Juflu- enza schützen, indem man stets Fay's ächte Sodener Miue- ralpastiUeu bei sich trägt und ab und zu eine Pastille . nimmt, während man Wind und Wetter ausgesetzt ist. Das beugt vor und nützt selbst in schweren Fällen, wenn man bereits erkältet ist. Die Schachtel, die mir 85 Pfg. kostet, reicht aus ein paar Tage und ist überall erhältlich' IZE\A ist uneiuveyrlich ate oiiiöenmtel für Suppen und Saucen und unübertrefflich zur Verfeinerung von allen Kuchen und Ballwerk. Dasselbe ist überall nur in den mit der Schutzmarke und dem Nainen des ursprünglichen Fabrikanten Durigea versehenen gelben Pakete» zu haben mid hi'tte man sich vor minderwertigen Nachahmungen. Beinwoll Damen-Strümpfe, 1. Eigene mechanische Strumpffabrik. 2.60 6386 1.90 r> Kinder-Strümpfe, gestrickt, in reiner Wolle Mk. *60 bis Mk. 2.50 Gestrickte, wollene Damen-Strümpfe, englisch lang, 50 Pfe- und G5 Pfg- Gestrickte Herren-Socken 20 pfg. etc. Billige Strumpf-Tage von Montag, 9. November bis Sonntag, 15. November. Herren-Socken, in reiner Wolle Mk. «20 . A. Holterhofff Söhne. Giessen, Seltersweg 20. Ausnahme 8473 J. Heilbronner Marktstrasse 17. kart., L, ll., m, / .'-h- ÄS?" ■ ■■ ' A ' , Gierig ;s kV' £a«dw. M$$tdlnag Giessen. Nächsten Samstag den 14. ds. Mts., vormittags ö Uhr, soll auf dem Ausstellungsplatz das von der Festhalle gewonnene Holz und Eisenzeug meistbietend gegen Barzahlung versteigert werden. 8455 Der Bau- und Platzarrsschrch. Kassen-Rabatt von 100|o HL Kesstsch-Thüringische Staatststterto tNitteldeutsche Ltaat-lottirii) t> Nehung L Klaff». (S. Tag) 18. November 1908. Alle Nummern, neben welchen nichts bemerkt ist, find mit 67 Mark KezogLL i 1100] 81 [100] 134 38 54 250 411 66 75 727 42 82 805 27 110 288 497 611 15 907 97 5 2134 278 344 80 93 556 684 50022 78 54131 45 202 580 712 90 884 86 909 17 73 919 51 70 780 406 770 826 146 926 291 625 386 849 919 48 75012 18 44 63 112 57 202 [100] 389 614 81 880 95 935 66 76247 338 415 37 88 534 37 98 645 85 729 856 62 993 7 7134 51 84 211 85 346 84 415 524 635 777 860 917 52 7 8038 75 240 386 98 409 12 13 531 82 637 747 58 805 954 79032 37 81 114 228 65 308 52 431 44 586 612 809 80 81 908 20 69 71 80249 330 37 40 82 94 649 744 802 7 961 70 85 81058 63 122 94 209 29 306 77 91 447 59 91 563 614 702 54 960 69 92 82005 82 161 243 64 373 451 84 506 9 47 704 27 907 35 43 83055 83 121 47 395 419 608 17 21 86 93 748 903 45 82 84062 87 88 162 217 385 435 74 518 34 56 918 7000050 116 71 232 57 86 427 96 51415 32 78 679 92 703 86 905 14 71080 156 386 549 59 94 657 71 87 832 33 73 97 914 49 54 70 7 2024 50 201 17 303 97 408 13 79 716 35 84 815 58 [100] 73054 436 507 29 729 77 907 74040 85 98 144 345 69 430 517 41 672 92 95 721 39 890 98 60 662 780 834 49 94 900 79 88 85030 134 76 224 61 74 91 8ä0 66 424 43 79 81 557 643 45 903 86015 [200] 142 243 52 60 377 568 69 74 95 620 69 95 732 92 80 961 67 86 8 7128 48 270 325 52 488 586 93 730 814 33 88024 55054 58 188 279 300 27 467 524 815 61 79 985 56003 240 47 69 57004 30 138 88 818 44 50 92 94 437 571 99 747 85 95 96 947 51020 —----------------- ---- - 848 75 964 75 53104 66 237 322 39 412 67 75 552 [400] 64 68 73 665 80 961 67 86 87128 48 270 325 52 488 586 93 730 814 33 [100] 92 214 [100] 22 28 48 56 90 336 403 31 80 661 83 756 819 99 LWO] 31 89257 338 532 86 604 47 785 [100] 816 27 901 5 90114 51 280 301 37 588 613 62 701 49 95 800 23 65 61 71 82 243 314 38 61 446 562 614 37 701 47 59 801 45 92 931 92033 42 76 [100] 195 236 334 57 519 52 611 82 89 776 846 903 98057 81 86 110 60 77 95 288 317 [200] 56 88 96 434 76 511 600 24 34 724 43 866 901 13 04031 141 42 208 18 49 89 322 92 99 450 78 89 97 510 610 710 44 696 909 ---------------------- 932 5 8029 60 224 45 91 98 300 27 79 80 445 531 59 789 809 [200] 59054 72 149 68 93 227 314 68 470 510 30 93 631 41 52 730 825 46 81 932 60107 91 213 47 430 531 691 827 39 85 917 30 61033 34' 106 67 82 352 443 60 535 56 91 683 824 62062 77 102 228 323 64 88 565 67 726 38 97 819 [100] 59 901 [100] 53 63026 97 111 70 301 69 80 509 39 93 654 81 705 21 [100] 35 877 946 64347 436 53 538 57 61 601 705 874 650.38 101 297 322 66 452 73 519 26 741 863 91 99 909 66127 40 360 569 84 650 864 77 913 26 78 80 89 67062 145 261 444 550 87, 32 37 82 87 723 25 44 77 858 917 [100] 36 99 68039 44 186 211 19- 453 62 93 687 722 68 815 904 69015 17 30 218 67 416 620 95 706 (Ohne Gewahr.) 58 96 283 456 732 49 [100] 65 809 964 1082 134 65 248 91 807 409 76 82 2053 81 175 256 82 824 53 409 12 35 630 31 94 755 881 8212 32 97 330 419 38 [200] 67 502 16 20 636 39 80 833 38 42 903 42, 67 4093 165 235 350 410 12 15 56 76 98 514 [100] 82 714 46 837 63 911 47> 5109 11 97 265 438 635 98 730 35 6079 287 93 435 62 618 833 985’ 7035 54 94 149 [1001 91 98 203 323 411 55 95 574 705 21 22 31 57 88 895 937 50 8081 90 103 55 75 410 94 515 35 53 650 72 752 80 845 78 95 914 29 99 9029 127 30 65 91 302 61 79 410 68 70 511 18 32 49 656 68 706 829 55 926 44 46 65 80 10069 345 462 68 88 529 95 610 84 784 86 90 849 69 941 11075 178 219 311 49 87 438 42 503 60 74 600 12 [100] 812 76 927 61 69 99 12149 64 86 94 99 285 354 515 96 600 33 42 [100] 61 794 814 933 41 761 13116 21 87 206 79 336 53 406 19 24 [10 000] 529 719 862 99 908 18 14054 165 98 207 54 331 52 70 620 69 756 957 65 15029 43 79 205 335 41 410 24 527 82 622 712 861 69 70 99 932 16050 52 155 99 215 300 7 10 78 502 22 678 77 84 798 807 17025 44 142 278 95 344 82 432 509 43 642 718 73 900 7 18044 77 101 59 224 679 794 800 37 39 58 971 19049 111 89 234 87 467 545 69 71 667 755 875 20008 71 85 93 260 323 462 531 [100] 53 65 641 [100] 73 75 715 5199 847 95 928 65 76 21054 [400] 406 29 91 573 745 96 836 90 957 22032 70 124 300 83 481 589 722 854 ®L [100] 919 64 23195 240 69 394 477 [100] 526 610 91 721 58 822 89 954 65 24019 47 128 57 514 86 628 778 821 918 21 83 40 __ 25039 120 24 59 64 78 264 352 498 529 31 801 28 98 981 62 26039 51 55 69 79 141 240 322 501 97 613 66 706 15 811 31 90 27041 68 96 98 127 235 358 62 430 96 524 654 772 813 28087 146 218 72 99 393 405 559 96 651 735 826 911 29004 142 210 25 395 485 554 638 704 835 51 949 30018 41 178 88 273 326 33 83 96 411 46 556 687 724 967 31136 363 603 99 787 845 49 911 35 72 82076 164 83 257 349 58 417 86 [400] 629 709 90 801 56 33021 97 242 365 409 92 593 624 718 63 72 34043 80 81 154 279 413 32 506 25 816 916 41 35011 21 65 228 38 45 340 72 452 59 70 512 607 712 26 [100] 48 77 87 89 [100] 847 64 71 [100] 36006 107 49 51 200 17 43 44 89 330 442 75 542 51 73 95 719 826 995 37026 39 53 65 85 103 18 59 229 78 [100] 91 315 96 533 41 [3000 u. e. Pr. v. 75 000] 622 913 33 38039 [100] 75 176 419 52 [400] 70 536 667 703 4 78 809 903 39006 119 255 72 456 86 514 89 620 722 40 52 839 956 40012 14 28 33 46 140 77 202 4 9 84 336 77 91 584 601 25 78 748 [100] 60 809 55 908 59 41125 42 55 246 96 414 557 87 651 729 852 937 42022 37 401 41 52 548 620 716 864 78 954 70 43027 33 55 177 227 39 73 381 703 932 36 44028 50 117 33 59 61 243 515 35 666 700 82 45041 [100] 110 50 224 49 371 467 74 82 618 53 717 89 835 99 935 46029 37 38 45 57 137 237 67 99 312 52 433 64 93 545 68 701 970 47033 64 75 159 276 556 60 620 85 92 718 31 [100] 807 912 26 91 48092 159 223 79 352 56 63 405 61 86 520 619 54 72 738 73 922 37 49056 100 [100] 308 54 492 568 634 775 835 43 53 91 945 * 16 803 62 979 95016 34 90 93 123 30 284 409 20 98 595 625 80 96185 87 209 67 465 546 73 649 55 709 24 25 66 [100] 8SS 975 76 97034 57 74 82 110 348 469 562 611 76 800 48 78 913 50 ]W0f 68 9*016 28 «9 59 90 240 381 424 540 689 767 97 816 927 99083 132 201 318 ol 86 629 74 [100] 811 25 34 83 50 Nächste Ziehung: 8. 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Im Gaswerk findet nur em Verkam von Über 5 Zentner Koks flatt; dagegen ist bei folgenden hiesigen Firmen der Klmmkaiif irr Gaskoks von 1 bis 5 Zentner eingerichtet, nämlich bei den Herren: Bacheuheimer * Schaumberger, Marburgerstraße 22, Andreas Euler, Siemslraße 11, Joh. Fischer, Alicestraße 19, H. Hof, Bahnhofstraße 84, Gebr. Naht, ^ranffurterftrafee 151, Ed. Uliulel, Bahnhofstraße 10, Emil Lotz, Kirchenplatz 9, Emil Pistor Nachfolger, Murttstraße 10, Georg Schäfer, Licherstraße 2, August Struck, Bismarckstraße 6, Georg Unverzagt, Grünbergerstraße 18. Diese Firmen berechnen obenstehende Preise unserer Gaskoks faml Anfuhr wie das Gaswerk und verabfolgen dieselben auch m Älengen unter 5 Zenttiem. Tie Preise unserer GaskokS für die Abnehmer außerhalb der Gemarkung Gießen ermäßigen sich um den Betrag der Öktroirückvergütuug von 4 Pfg. für den Zentner. 63 Städtisches GaS- und Wasserwerk Gießen. ^ahr zur Probe!! versende ich, nm Irden drm ter Vorzügli6>keit u. 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