s. r-7-—_O$öö MW !7«°«LL i’gft • t. xHdusbuTQ 14 JW£ tt-k fnuffrau w mi aM Marü 11, \ut (snbe ÄUW belmftr. 9. [OiB Herweg 41, n. tliches Haus Nahe /. etunben Fahr- solides, evaug. idchen cbes das Loche» ind in aller haus- i|L Lohn 22 bis ibl Sei)., bauernde t mit beigei. Bild v. Aller u. Herkunft I an tue EM- d.R ■ ausiuaun, geheim Müitar, sucht ltdr. aus BurMob. chetd. Anspr. 8esl. Z?74a.b tzxv.d.Bl. iger iDtonn, 80 I. steile als Mieter mauensMen. ®i§ tunon fann tzchelli fwfenunt. 03869 । (ud)t BeschäH- unb außer dem A Alters aus guter ucht bald. Stellung iuM lennu*1 gloh'0. feinem fr» * rten unter Nr.616,4 d. Bl-_____— 1 billigst grüßen fflWl 7^71i*'n 1fr i | io Kart ».-SB Nr. 188 Erscheint täglich außer Sonntags. Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem Hessischen Landwirt die Gießener Kamillen» blätter viermal in der Woche beigelegt. Rotationsdruck u. Verlag der Brüh lachen Univers.-Buch- u. Steindrucke rei (Piets ch Erben) Redaktion. Expedition und Druckereir Gchulstraße 7. Adresse für Depeschenr Anzeiger Gießen. AerrUprechanschlußNr.51. Zweites Blatt. 153. Jahrgang Donnerstag 13. August 1903 GiehenerAnzeiger w General-Anzeiger v Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen Bezugspreis, mono t Uch7b Ps^ viertel- iäbrlich Mk. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 65 Ps.; durch diePostMk.2.-viertel- lährl. ausschl. Bestellg. Annahme von Anzeigen tür dre Tagesnummer bis vormMagS 10 Uhr. Zeilenpreis: lokal 12 Pf* auswärt» 20 Psg. Verantwortlich Mr den poltt und all gern, teil: P. Wittko- für ,Stadt und KLand^ und -GerichLSsaal*: August Götz; iür den Anzeigenteil : Han- Beck. Ire heutige Kummer umfaßt 8 Sette«. Bekanntmachung. Die erledigte Stelle eines Krersstraßenwarts mit dem Sitz in Leihgestern ist demnächst wieder zu besetzen. Bewerber wollen chre Meldungen unter Angabe von Alter und seitheriger Beschäftigung, sowie unter Beischluß von Zeugnissen hierüber bei dem Kreisstraßenmeister Rohrer in Gießen bis zum 20. August d. Js. einreichen. Gießen, den 6. August 1903. Der Kreis-Ausschuß des Kreises Gießen. Dr. Breidert. Gießen, 12. August 1903. Betreffend: Schulversäumniffe Die Großh. Kreisschulkornmisswn Gießen an die Schulvorstände des Kreises. Unsere Verfügung vom 27. April 1900 in obigem Betreff bringen nur eindringlich in Erinnerung. Namentlich ist streng daran festzuhalten, daß Urlaub nicht gewährt werden darf, wenn er erbeten wird, weil im Elternhause geschlachtet wird, oder weil sich die Dreschmaschine daselbst befindet und bei dergleichen Anlässen mehr. Verfehlungen hiergegen werden enjprechend geahndet werden. Dr. Breidert. Amtliche Nachrichten über Viehseuchen. In einem Gehöfte zu Lehrbach (Kreis Alsfeld) ist die Schweincrotlaufseuche sestgestellt worden und über dasselbe die Sperre verhängt. In einem Gehöfte zu Udenhausen (Kreis Alsfeld) ist die Schweinerotlaufseuche ausgebrochen und üb-r dieses Gehöfte die Sperre verhängt. In dem Gehöfte des Kaspar Laub zu Elpenrod (Kreis Alsfeld) ist die Schweinerotlaufseuche festgestellt worden und über dieses Gehöfte die Sperre verhängt. Die Rotlaufseuche bei den Schweinen rnBortshausen (Kreis Marburg) ist erloschen. Bekanntmachung. Nachdem die bei einem Schweine des Oekonomen Preis dahier ausgebrochene Rotlaufseuche erloschen ist, wird die unterm 24. Juli l. Js. angeordnete Gehöftsperre aufgehoben. Gießen, den 12. August 1903. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. I. V.: Roth. Iie ZLodeureform. Durch das neue preußische Wohnungsgesetz, das den mit Freude zu begrüßenden Versuch macht, eines der wichtigsten sozialen Erfordernisse zu verwirklichen, ist die Wohnmrgs- und damit die Bodenfrage wieder aktuell geworden. Eine ausführliche Besprechung von Damaschkes Buch über die Bodenreform, die für uns geschrieben mt> den ist, wird daher von Interesse sein. Adolf Damaschke, Die Bodenreform. Grundsätzliches und Geschichtliches zur Erkenntnis und Ueberwindung der sozialen Not. 2. durchgearb. u. verm. Ausl. Berlin 1903. Ad. Damaschke, dem Vorsitzenden des Bundes der deutschen Bodenreformer, gebührt das Verdienst, den Ideen von H. George auch in Deutschland eine große Zahl von Anhängern gewonnen zu haben. Auch das vorliegende Merk verfolgt den Zweck, die breitere Oeffentlichkeir mit den Zielen der Bodenreformer bekannt zu machen. Es ist eine bekannte Tatsache, daß trotz der im letzten Jahrhundert außerordentlich gesteigerten Ertragsfähigkeit der menschlichen Arbeit die wirtschaftliche Lage der großen Masse sich nicht wesentlich gehoben hat, sodaß gerade der heutigen Zeit die soziale Lage ihren Stempel ausdrückt. Wie zu jeder produktiven Tätigkeit die drei Faktoren Arbeit, Kapital (Werkzeuge usw.) und Boden gehören, so teilen sich auch in ihren Ertrag diese drei Faktoren. Die Arbeit erhält den Lohn, das Kapital den Zins und der Boden die Grundrente. Die Erfahrung hat nun gezeigt, daß trotz der enormen Steigerung der Ertragsfähigkeit der menschlichen Arbeit, der Lohn und Kapitalzrns nicht in demselben Maße an dem Ertrage teilgenommen haben wie die Grundrente. Diese ist namentlich in den Großstädten in ungeahntem Maße gewachsen. Eine Quadratmeile des nackten Sandbodens, auf dem die Stadt Berlin steht, und der vor 1000 Jahren fast wertlos war und kaum eine Grundrente abwarf, hat heute einen Wert von etwa vier Milliarden Mark. Rechnet man die Grundrente zu 4 Prozent des Wertes, so ergibt sich, daß die Menschen, die heute auf diesem Boden wohnen und arbeiten, jährlich 160 Millionen Mark Grundrente auszubringen haben. Es ist klar, daß diese Wertsteigerung nicht das Produkt der Tätigkeit der einzelnen Grundeigentümer sein kann, denn würde Berlin von seinen 2 Millionen Einwohnern verlassen, dann wäre dort die Quadratmeile des Bodens nicht mehr vier Milliarden Mark wert. Hier setzt die Lehre der Bodenreformer ein. Sie sagt, die Grundrente, die eine soziale Errungenschaft, ein Produkt deKZusammenlebens derMenschen ist, soll auch Eigentum der Gesellschaft werden. Arveit mäd Kapital wollen die Bodenreformer, im Gegensatz zu den Kommunisten, der freien individuellen Sxiticjfeit überlassen, dagegen soll die Grundrente in soziales Eigentum übergeführt werden. Am leichtesten lassen sich die Lehren der Bodenreformer in den Großstädten tn die Praxis übersetzen, denn dort ist die Grundrente am meisten gestiegen und hat dadurch eine Besserung der wirtschaftlichen Lage der minder bemittelten Klassen verhindert. Damaschke hat daher auch seine Tätigkeit hauptsächlich auf die Lösung dieser Seite oes Problems gerichtet und in dem vorliegenden Werke seine Gedanken über die Bodenreform in den Städten mit größter Klarheit und Konsequenz dargelegt. In den letzten 25 Jahren sind die Wohnungsmieten in allen Kulturstaaten stark gestiegen, zum Teil um 20—25 Prozent, sodaß die HZortelle der Erhöhung der Löhne und Gehälter nahezu illusorisch geworden sind. Während aber im Auslande von den Mietssteigerungen hauptsächlich die kleinen Wohnungen betroffen wurden, erstreckte sie sich in Deutschland auf alle Wohnungen, mit Ausnahme der allergrößten. Tie Folge der Mietssteigerung ist, daß durchaus ungeeignete Räume als Wohnungen benutzt werden müssen. Bei der amtlichen Zählung von 1895, wo die Wohnungsnot also noch nicht so groß war wie jetzt, wurden in Berlin 4718 Wohnungen gezählt, die keinen heizbaren Raum hatten, in denen aber dauernd 13 792 Menschen wohnen mußten. 27160 Wohnungen besaßen nur einen heizbaren Raum und waren von 6 oder mehr als 6 Personen dauernd besetzt; 182 738 Menschen mußten in solchen Räumen dauernd wohnen. Wer nicht allein in den Großstädten, sondern auch in kleinen Städten und sogar auf dem Lande fehlt es vielfach an preiswerten guten Wohnungen für Heine oder mittlere Leute. Es liegt auf der Hand, daß ein solches Wohnungselend die schwersten physischen und moralischen Nachteile im Gefolge haben muß. Die Hausbesitzer sind für die Wohnungsnot und die Mietssteigerungen nicht oder doch nicht immer verantwortlich zu machen. Sie sind vielmehr hervorgerufen zum Teil durch größere Ausgaben für Baumaterial und Löhne, durch erhöhte Grund- und Gebäudesteuern und durch verfehlte baupolizeiliche Bestimmungen, hauptsächlich aber durch die außerordentliche Steigerung der Bodenpreise. Die Bodenspekulation ist eine der traurigsten Erschemungen in unserem modernen wirtschaftlichen Leben, und auf die hier zutage tretenden Mißstände mit allem Nachdruck hingewiesen zu haben, ist ein unbestreitbares Verdienst der Bodenreformer, insbesondere von Damaschke. Die Spekulanten suchen alles bebauungsfähige Land vor der Stadt in ihren Besitz zu bringen, weil, sie wissen, daß mit der Ausdehnung der Stadt diese Grundstücke bebaut werden müssen und daher, ohne daß sie einen Finger zu rühren brauchen, im Werte steigen müssen. Sie haben daher von einer Wohnungsnot nur Vorteile, weil dadurch ihre Bauplätze umso wertvoller werden. Daher' sagt Damaschke auch mit Recht: „Die schrankenlos der Privatspekulation überlassene Grundrente ist die Ursache des Bodenwuchers, der künstlich in die Höhe getriebenen Bodenpreise, der übertriebenen Mietssteigerung und damit der Wohnungsnot." Um diesen Mißständen entgegenzuwirken, empfiehlt er: 1. Besteuerung der Baustellen nach dem gemeinen Wert statt nach dem Nutzungswert, da dieser oft nur äußerst gering oder überhaupt nicht vorhanden ist, denn die Spekulanten lassen oft ihre Baustellen brach liegen. In einer Reihe von Städten, z. B rn Köln, hat man diesen Vorschlag auch bereits mit gutem Erfolg ausaeführt. 2. Einführung einer Zuwachssteuer, durch die die künftig entstehende Grundrente ganz oder zum tell dem Privat- eigentum entzogen und der Gesamtheit zugesührt werden, soll. In Kiautschou hat die deutsche Regierung die Zu- Wachsrente mit 331/3 häoz. besteuert, um die junge Kolonie vor den Bodenspekulanten zu schützen. 3. Am sichersten würden aber Grundrente und Wertsteigerung in den Besitz der Gesamtheit fließen, wenn aller Grund und Boden Eigentum des Staates oder der Ge- meinden würde. Damaschke empfiehlt daher, daß Staat und Gemeinden niemals Grund und Boden der Privav- spekulation ausliefern, vielmehr neues Grundeigentum erwerben und nötigenfalls hierzu mit dem Rechte der Zwangs- 34. Ieutscher Authropologenkongreß. (Original-Bericht des „Gieß. Anz.") (Nachdruck verboten.) in. C. Worms, 12. August. Die dritte Sitzung begann mit Erledigung der geschäst- kichen Angelegenheiten. Der Vorstand, bestehend aus den Herren Waldeyer (Berlin), v. d. Steinen (Berlin), Frhr. 0. Andrian (Werburg-Wien) und Ranke (München) wurde wiedergewählt. Geheimrat Waldeyer gab hierzu die Erklärung ab, daß die Vorstandsmitglieder sich im Laufe der nächsten Jahre sich allmählich zurückziehen werden, um jüngeren Kräften Pla^ zu machen. Als Vorort für die 35. Versammlung wurde Greifswald gewählt, von wo aus eine sehr freundliche Einladung vorlag. Tie örtliche Geschäftsführung wird 'Prof. Eredner übernehmen, dem auch die Führung an eine sich an den Greifswalder Kongreß anschließende Studienfahrt nach Skandinavien anvertraut wirt). Für 1905 kommen Hamburg und Salzburg als Tagungsorte in Betracht. In die Kommission zum Schutz der Denkmäler wurden geivählt: Ministerialrat Soldan (Darmstadt), Dr. Seger iBreslau), Prof. Thilenius (Breslau), Geheimrat Voß (Berlin) und Geheimrat Ranke (München). Eine zweite Kommission wurde ernannt, um eine umfassende Untersuchung der physisch-anthropologischen Beschaffenheit der jetzigen Bevölkerung des Deutschen Reichs tn dre Wege zu leiten. Ihr gehören an die Herren Schwalbe (Straßburg i. E.), v. Luschan (Berlin), Martin (Zürich), Irscher (Freiburg) und Waldeyer (Berlin). Endlich wird eine dritte Kommission bestellt zur Ausarbeitung einer prähistorischen Typenkarte, der die Herren Lissauer (Berlin), Schumacher (Mainz), Voß (Berlin), Beltz (Schwerin) und Sixt (Stuttgart) angehören. In dem weiteren Verlauf der wissenschaftlichen Verhandlungen erörterte Geheimrat Ranke (München) die Bedeutung verbesserter H i r n u n t e r s u ch u n g e n, Hirn- mesiungeu werden alljährlich in großer Zahl ausgeführt, z . Z. aber mit sehr geringem Erfolge. Ranke empfiehlt daher uie Festsetzung emes Schemas; er verweist schließlich (auf die ausgezeichneten Erfolge, welche man mit Ausgüssen prähistorischer und anderer Schädel erzielt hat. Auf Diicfem Wege erhält man ein prachtvolles Material und es empfiehlt sich deshalb, mit Hilfe dieses Verfahreus großartige und weitumfassende Untersuchungen anzubahnen. Privatdozent Dr. E. Fischer (Freiburg i. B.) machte einige Bemerkungen zur vergleichenden Osteologie (Knochenlehre) der menschlichen Vorderarmknochen. Da wir über die meisten Knochen der Extremitäten 110d) recht wenig wissen, so versprechen alle Untersuchungen an Extremitätenknochen noch reiche Resultate. Die Messungen Fischers an der Ulna (Elle) des augenblicklich im Vordergründe des Interesses stehenden Neandertalmenschcn haben das bemerkenswerte Ergebnis gehabt, daß beim Neandertaler die Krümmung der Ulna noch in die Grenze der Schwankungen fällt, die bei rezenten (jüngeren) Knochen festgestellt wurde. Allerdings liegt die starke Krümmung oes Neandertalers hart an dieser Grenze. Prof. Dr. Gaupp (Freiburg i. Br.) demonstrierte Modelle von Wirbeltierschädeln, danach machte der Sekretär der Russischen Anthropologischen Gesellschaft Tschepourkowsky (St. Petersburg) einige Mitteilungen über die Vererbung des Kopfindex von feiten der Mutter. Professor Stieda (Königsberg) sprach über Notsärb- ung von Knochen aus Gräbern (Kurganen) in Südrußland. Auf Grund einer kleinen Sammlung von Knochenstücken wurde nachgewiesen, daß die Färbung nicht (wie int gestrigen Bericht angegeben) durch den Erdboden bedingt sei, sondern daß eine Bestreuung der Leichen mit roter Farbe (Ocker) in damaliger Zeit (aeneolithische Periode) üblich gewesen fei Tie von Stieda hier angeschnittene Frage hat schon früher die Berliner Gesellschaft auf Veranlassung von Virchow lebhaft beschäftigt. Aus Japan liegt dem Kongreß eine Mitteilung von Dr. Adachi vor, wonach in Japan die Leichen der Vornehmen zur Konservierung mit einem roten Farbstoff gefärbt werden, bei aus China stammt. Auch v. d. Steinen und Dr. Ehrenreich haben bei den südamerika^ nischen Jndianertt gesehen, daß die Knochen der Verstorbenen nach einiger Zeit wieder ausgegraben, gereinigt und rotgefärbt wurden. Ar. Richard Karutz (Lübeck) sprach über Ethnographische Wandlungen in Turkestan. Privatdozent Dr. P. E h r e n r e t-cfo (Berlin) sprach über Beurteilung nnd Bewertung ethnographischer A n a l 0 g i e m Dr. F. Birkner (München) sprach über dieBedeut- ung der Gesichtsweichteile für die Rassen- an at omie. Die Rassenunterschiede beruhen einerseits auf den Verschiedenheiten des Knochengerüstes, andererseits auf den der Weichtelle. Während die ersteren bisher verhälknis- mäßig eingehend studiert worden sind, wurden letztere mehr vernachlässigt. Wir kennen für Europäer, speziell für Deutsche, Untersuchungen der Gesichtsweichteile von Welcker, His und Kollmann, die zu t>em Zwecke vorgenommen wurden, um den Schädel berühmter Männer mit deren Bildnissen zu vergleichen oder aus dem Schädel vorgeschichtlicher Menschen den Kopf zu rekonstruieren. An außerdeutschen und außereuropäischen Völkern sind bisher nur von Hos- rat Dr. B. Hagen Untersuchungen gemacht worden. Die sechs Chinesentöpfe der anthropologisch-prähistorischen Staatssammlung in München boten zu derartigen Untersuchungen wlllkommene Gelegenheit. Es kam die von Koll- mann empfohlene Methode zur Anwendung, indem durch Einstechen mit einer berußten "Nadel die Dicke der Gesichtsweichteile an verschiedenen Punkten gemessen wurde. Wie aus der vorgelegten Tabelle von Mittelwerten ersichtlich ist, ergaben sich einige charakteristische Unterschiede. An der dtasenwurzel uni> iw der Mitte der Nasenbeine ist bei den Chinesen Die Haut dicker als bei den von Kollinann und His untersuchten Europäern. Das Gleiche findet statt an der Wurzel des Jochbogens vor dem Ohr, über der größten Entfernung der Jochbogen von einander und am höchsten Punkt des Wangenbeins, es sind das jene Punkte, welche besonders wichtig sind zur Unterscheidung des mongolischen Gesichtstypus von dem europäischen. Aber auch in anderen Massen zeigen die Chinesentöpfe eine Hinneigung zu einer größeren Dicke der Weichteile gegenüber der der Europäer. Es wurde auf die AnwenDung der Röntgenstrahlen zur Untersuchung hingewiesen, die für Die Bestimmung der Dicke der Weichteile in der Sugittalebene Anwendung finden kann. Wenn auch festgehalten werden muß, daß die mit Formalin und Alkohol konservierten Chinesenköpfe Veränderung in der Dicke der Weichteile erfahren haben werden, so ist doch mit dem vorliegenden Besuche dargetan, daß Aussicht besteht, durch das Studium Der Ge; ichD- weichteile wichtige Beiträge für Die Rassenanatomie zu erzielen. berücksichtigt wird. Die Herzkrankheiten in der Armee. Eine Zunahme der Herzkrankheiten bei den Gestellungspflichtigen und den Soldaten ist von den Militärbehörden ergreifen. Zar Iwan der Schreckliche. Roman von © r al Alexis Tolstoi. Aus dem Russischen übersetzt von Wilhelm Lengen. 2. Aust. Gehestet Mk. 4. Tie russische Literaturgeschichte bezeichnet den Graien Alexis Tolstoi als den Waller Scott seines Landes, pr hat den historischen Roman "Rußlands geschaffen. „Zar Iwan der Schreckliche" oder „Fürst Serebräliy", wie der Roman in der rilssischen Original-Ausgabe heißt, i|t das Hauptwerk des Dichters. Gr entrollt darin ein Kultnrgernälde aus dem 16. Jahrhundert von Farbenreichtum und Pracht. Eine der unheimlichsten Gestallen der Weltgeschichte, den grausamen Zaren Iwan, der un 16 Jahrhundert mit seinen blutdürstigen Henkern Mcrljuta, Wassili, Gräsnoy, Giidonoff und Pater Lewki das unglückliche russische Volk zur Lerzweisliing und an den Rand des Uiiterganges brachte, ferner die in der Umgebung des Zaren befindlichen wenigen edleren Eharaktere, wie den weltunersahrenen Knäs Serebräliy, den stolzeii, slarrnackigen vorosoff und mancherlei Typen aus dem Volke der damaligen Zeit läßt der Dichter vor dem Auge des Lesers erstehen Die Uebersetzung Wilhelm Lengens giebt die poetische Stimmung uiid das düstere Kolorit dieses geschichtlichen Gemäldes mit künstlerischer Treue wieder. , , „W a s uns passierte!" betitelt Schulte vom B r u h l eine Reihe kleiner humoristischer Erzählungen, die als Band 5 von „Seemanns Kleiner Unterhaltungs-Bibliothek" soeben erschienen sind, Leipzig, Hermann Seemann 'Nachfolger). Ter fröhliche Humor des beliebten Erzählers ist weit bekannt. In seinen neuen, eigenartigen und amüsanten Skizzeii feiert er geradezu Triumphe. Rian gewinnt an dieser barocten lustigen Art, die Welt zu betrachten, eine aufrichtige Freude und fühlt fehl Interesse vom ersten bis ziilii letzten Stück gefesselt. „Was uns passierte!" ist die idealste Reiselektüre, die man sich für die Sommerzeit denken kann. Bei so gediegelieui Inhalt und der guten Ausstattung ist der Preis von Mk. 1 für den dicken Band ein erstaunlich Niedriger ertteignuny auSgcfUittet werden sollen. Drosen BodiM foHeit sie tium denen zur Benutzung geben, bie rhn zur Herstellung von Wohn- und Werkstätten benutzen wollen. Er er- I wartet, daß die ReckMsorm, des E r b b a u rechts (Burger- । lidied Gesetzbuch § 1012-1017) dann dem Stmtte urtd den Gemeinden die RüögUck>keit bietet, die Wohnungsnot zu der- . mindern Durch den Erbbauvertrag blerbt dre Gemeinde Eiaentünrerin des Bodens mrd gestattet nur dre Bebauung gegen eine jährllck^ Reute. Rack- Maus des Vertragess fallt der Boden nebst den errichtetet: Gebäuden, für dre btc Stadt eventuell eine EntsckMigung leistet, wieder an dre Engen- tümerin zurück iuti> jede Wertstergerung des Bodens blerbt der Gemeinde erhalten. Erbbauverträge sind von verschiedenen Städten mit Baugenossenschaften geschlossen worden, so von Frankfurt a. M., Hatte, Leipzig, Hamburg. Die Beraebuna von Grund und Boden in Erb bau ergnet sich besonders für solche Grundstücke, die die Gemeinde voraussichttich später selbst für ihre Zwecke verweben muß urrd setzt eine gewisse Leistuugsfährgkert der Baulufttgen voraus, da nicht der Boden, sondern nur dre Gebäude nut Hypotheken belastet werden können. Sic bietet aber gerade dadurch die Moöglichkeit, eine Reform des städtischen Real- ttedits in die Wege zu leiten und auch die BauhanD- werkerfrage einer befriedigenden Lösung nahe zu bringen. Natürlich stehen der Erwerbung von Grundergentunr rn ausgedehntem Matze durch die Kommune auch Bedenken eprd neara. Sie kann nur für auffttebende. Gemerndeweien rn Frage kourmen, deren Bevölkerung aus absehbare ^Zert rn Zunahme begrisfen ist, denn nur dann tritt eine Lckerger- ung der Grundrente ein. c . . , .. Auch ist noch nicht sichergestellt, daß nut der 2si>ick)neid- ung der Grundrente nicht die Hausbesitzer den wesentlichem Bortell erhalten. , . .. Immerhin wird man annehmen dürfen, daß dte Form des Erbbaurechts in Zukunst in der Kommunepolitik eine wesentliche Rolle bei der dauernden Beseitigung der Wohnungsnot spielen wird. .„ Auch zu dem Agrarproblem nimmt Damaschke Stellung. Er' stimmt mit Prof. Sering überein, der am 6. Februar 1896 im Deutschen Landwirtjchaftsrat erklärte: „Die Schuldenerleichterung und Schuldenentlastung ist nicht nur als eines der Abhilfemittel für den gegenwärtigen Notstand (der Landwirtschaft) anzusehen, sondern es bildet, im Verein mit der mit ihr notwendig verknüpften Form des Agrarrechts, den Kern aller agrarischer Sozralpolittk." Welche Bedeutung die Berschuldungsfrage für dre deutsche Landwirtschaft hat, wird man dann erkennen, wenn man bedenkt, daß die Hypothekenverschuldung der landwirtschasd- lichen Betriebe im' Deutschen Reiche aus 20 Mllliarden Mark geschätzt wird, die bei einer Durchschnittsverzinsung von 4 Proz. jährlich 800 Millionen Zinsen erfordern. Die Bodenreformer empfehlen daher auch für die Landwirtschaft eine Reform des Realkredits und eine obere Begrenzung der Verschuldung der ländlichen Grundstücke. Gleichzeitig wird vorgeschlagen, die Grundrente in einer geeigneten Weise für die Gesamtheit nutzbar zu machen. Im zweiten Telle seines Buches schildert Damafchke die Bodenreform in Israel und bei den alten Griechen und Römern und die Tätigkeit der Hohenzollernfürsten auf dem Gebiete der Boden- und Wohnungsreform. Er zeigt in äußerst interessanter Weise, wie bei jenen alten Völkern vurch den Verlust des Grundeigentums und der Bodenbenutzung die unteren Klassen immer tiefer ins Elend geraten sind und wie hierdurch die antiken Gemeinwesen au das Tiefste erschüttert wurden. Ein besonderes Kapitel ist der Bedeutung von Henry George, dem größten Boden- reformer, gewidmet. — Damaschkes Buch über die Bodenreform verdient von jedem, der für die Wohnungsfrage unserer Zeit, die einen wesentlichen Teil der sozialen Frage bildet, ein Interesse hat, gelesen zu werden. Seine ^erbrel> ung ist dringend zu wünschen. schiedenen Berufsttassen spielen nach verbreiteter, von^mir geteilter ärztlicher Überzeugung bei der Zunahme der Herzkrankheiten unter der jugenbudjen männlichen Bevölkerung Deutschlands die Hauptrolle. Dazu gesell sich in unserer nervösen Zeit eine lieber Hand nähme der Hysterie und Neurasthenie im Jünglingsalter, von welcher wir Militärärzte nur zu häufig Zeugnis ablegen können, rille die,e Schädigungen können sowohl Herzmuskelveranderungen, als eme Reizbarkeit und Uebererregbarteit des Herzens herbetsuhren, welche seine normale Tätigkeit mehr oder minder zu storeu vermögen. Die akuten Krankheiten, welche besonders gern das Gefäßsystem in Mitleidenschaft Ziehen, haben, soviel mir bekannt, in den letzten 20 Jahren an In- und ©jtenfitat nicht gewonnen; vorn Gelenkrheumatismus, der nach wie vor die meisten Klappenfehler stellt, darf man sogar das das Gegenteil behaupten. Dagegen hat sich eine von alcerrs her bekannte, tenber für eine Weile aus Deutschland ver- chwundene Infektionskrankheit, „die Influenza'', mit ihren verheerenden Einwirkungen auf Herz und ftnejoer eingesunden. Ich halbe sie nach meiner eigenem Wahrnehmung nicht für unschuldig an der Vermehrung der Herzkrankheiten unter der wehrpflichtigen Jugend. Die epidemische Grippe erzeugt, gleichwie eine große Anzahl anderer Infektionskrankheiten, die ich in dem hohen Senat wohl nicht auszuzählen brauche, recht oft Herzmuskelveranderungen mit ihren Folgen und noch häufiger langbauernde Schwächezustünde, welche der Entstehung von Herzstörungen leicht Vorschub leisten." r Strickers Ausführungen enthalten ernste Mahnungen. Sie bilden ein neues Moment für den alten Vorschlag der Aerzte, daß bei der Berufswahl der Schulentlassenen der Arzt mit beraten soll. Weiter wird es darauf antommen zu prüfen, inwieweit durcy Hebung der Ernährung der Jugendlichen die körperliche Entwickelung zu fordern ist. Die Durchsicht der Kochzettel von Waisen- und Erziehungs- Anstalten läßt erkennen, daß hierin bei uns sehr viel gesündigt wird. Schon die geringe Summe, die, auf den Einzelnen berechnet, die tägliche Kost zu stehen kommt, läßt den sicheren Schluß zu, daß die Nahrungszufuhr für den in der Entwickelung begriffenen Organismus zu gering ist. Andere Ursachen, die Stricker für die Minderwertigkeit der männlichen Jugend geltend macht, sind auf Fehler in der Erziehung zurückzuführen. Tie Gesamtheit der fragen, die dem Wissenschaftlichen Senat gestellt wurden, beantwortet Stricker wie folgt: „1) Die Zunahme der Herzkrankheiten in der wehrpflichtigen Bevölkerung ist aus der zunehmenden Degeneration und Nervosität Der Jugend zu erklären. 2) In der Armee hat das Auftreten der epidemischen Grippe und die Vermehrung der funktionellen Herzstörungen diese Zunahme bedingt. Ein ungünstiger Einfluß der zweijährigen Dienstzeit ist nicht ersichtlich. 3) Chronische Klappenfehler schließen den Dienst im Heere ganz aus. Dagegen gestatten ausnahmsweise funttionelle Herzstörungen je nach Art und erwiesener oder wahrscheinlicher Herkunft unter Umständen den Dienst bei allen Waffengattungen, am ehesten bei Kavallerie und Train. 4) Zu den bisher üblichen Untersuchungsmethoden des Herzens beim Ersatzgeschäft sind andere zur Zeit obligatorisch nicht hinzuzufügen. 5) Ob durch die in den letzten Jahren neu entstandenen diagnostischen Hilfsmittel eine so wesentliche Verbesserung in der Erkennung von Herzkrankheiten zu erzielen ist, daß deren allgemeine Einführung für den Revier- und Lazarettgebrauch als Bedürfnis anerkannt werden müßte, hängt von weiteren Untersuchungen ab. Das Röntgen-Verfahren tjat sich bereits eine gesicherte Stellung erworben. Die Aufstellung einiger Apparate zur Orthodiagraphie in einzelnen großen Lazaretten ist zweckmäßig und erwünscht. 6) Fortgesetzte besondere Ausbildung der Militärärzte in der Diagnostik der Herzkrankheiten ist das beste Mittel zur Verminderung der Anzahl der dienstunbrauchbaren Herz- ; kranken in der Armee, vorausgesetzt natürlich, daß auch bei ; der Aushebung das militärärztliche Urteil 'als bestimmend Aber nicht allein im Heere selbst ist die Zunahme der . Herzfehler beobachtet worden, sondern Hand in Hand mit j dieser Erscheinung geht die Steigerung der Herzfehler in i der militärpflichsttgen Bevölkerung überhaupt. Bei der Musterung und Aushebung findet sich der zahlenmäßige Nachweis hierfür. Unter 1000 Borgestellten waren 1894 9 9 o. 1895 12.1 v. T„ 1896 13.0 v. $.1897 14.? v T., 1898 17.4 v. T. der Militärpflichtigen herzleidend befunden und deshalb als untauglich für den Heeresdienst erklärt. Hier wie bei den Ausgehobenen ist eine ft enge Zunahme ^zu beobachten. Bei den Vorgestcllten hat sich lli der Zeit von 1894 bis 1898 die Zahl der Herzkranken paar verdoppelt. Von Interesse ist eine Beobachtung über die geographische Verbreitung der Herzkrankheiten. Man bat ganz bestimmte Gebiete des Reiches herausgefunden, wo die Herzfehler besonders häufig sind. Die Provinzen Hannover, Sachsen, das Großherzogtum Hessen und die thüringischen Staaten bilden das Zentrum, an das sich Teile der Rheinprovinz, der Provinz Brandenburg und des Großherzogtums Baden anschlietzen. „Einige Beobachter", so -wird dazu in der Denkschrift ausgefuhrt, wollen diese Zunahme der Herzkrankheiten mit den in den letzten Jahrzehnten aufgetretenen Grippeepidemieen in Zusammenhang bringen, doch darf bei dieser Vermutung nicht übersehen werden, daß auch in anderen Ersatzbezirken, vornehmlich in Ostpreußen, wiederholt heftigere und umfangreichere Grippeepidemieen vorkamen, ohne daß eine Zunahme der Herzfehler in der Folgezeit beobachtet ist. Die Leitung des Heeres-SanitätsDienstes hat cm leicht zu verstehendes Interesse daran, daß bei der Untersuchung der Mannschaften auch Diejenigen Herzkranken, die mit weniger ausgesprochenen oder schwer feststellbaren Herzleiden behaftet sind, herausgefunden werden, damit sie den Anstrengungen des aktiven Militärdienstes nicht ausgesetzt, sondern frühzeitig entlassen werden. Zur Klärung der Sache hat die Medizinalabteilung dem wissenschaftlichen Senat eine Reihe von Fragen unterbreitet und zwar: „1) Welche Gründe lassen sich für die Zunahme der Herzkrankheiten in der wehrpflichtigen Bevölkerung und in der Armee finden ?2) Welchen Einfluß über Die Veränderungen des Merzens und deis --articllen Gefäßsystems auf die Milttar- dienstunfähigkell aus, insbesondere welche Arten von Kreislaufstörungen schließen den Dienst im stehenden Heere überhaupt aus und welche lassen den Dienst bei gewissen, naher zu bezeichnenden Waffengattungen zu? 3) Wie sind die Veränderungen am besten zu erkennen cl durch Untersuchungsmethoden, welche beim Ersatzgeschäft anwendbar sind, b. durch Untersuchungsniethoden im Revier, im Lazarett, bezw. durch llinische Beobachtung. Es haben daraufhin der Kliniker Pros. Kraus, Generalarzt Dr. Stricker und Generaloberarz^ Dr. Landgraf Gutachten erstattet. , Besondere Beachtung verdient Strickers Bericht, der sich seit Jahren mit dem Gegenstände beschäftigt. Er sagt über Die Kernfrage, woher die Zunahme Der Herzkranken kommt, Elgendes: „Soziale Mißstände, ein vorzeitiges Heranziehen unreifer Knaben zu anftrengciwcr Tätigkeit, unregelmäßige Verteilung zwischen Ruhe und Arbeit, das hierdurch bedingte Zurückbleiben körperlicher Entwickelung, frühe Angewöhnung an alkoholische Getränke und Tabak, übertriebener Sport, besonders unvernünfttges Radfahren, Rudern, Schwimmen, Scheu vor Körpertättgkeit in den ver- G r i e ch i s ch ° d e n t s ch e s Schulwörterbuch mit besonderer Berücksichtigung der Etymologie, versaßt von Pros Dr. H er in an n M enge. Berlin, Langenscheidtsche Verlagsbuchhandl. Vollständig m 8 Lieferungen ä 75 Pfg. Die soeben erschienenen Licierimgeu 2-4 rechtfertigen vollständig das günstige Urteil, das beim criicn Erscheinen dieses Wörterbuches allgemein gefällt wer° een ior.mc. Werk ist jür jeden Schüler und Studenten eine wen. olle Ergänzung der griechischen Grammatik. G u y d e Al a n p a s s a n t, Frau P a r i s s e und andere Novellen. Umschlagzeichmmg von F. v. Reenizek. Geheftet 1 Mk. Wagner-Eyklus im Frankfurter Opernhaus. In der ZeN vom 31. August bis 25. September wird im Frankfurter Opernhause eme Gesamt-Aufführung der Wagner- schen Werke (von „Rienzi" bis „Götterdämmerung") stattsmden'. Die einzelnen Vorstellungen sind auf folgende 10 Tage angeseyt worden: 31. Aug. „Rienzi" (neu einstudiert; 2. Sept. „Ter fliegende Holländer; 4. Sept. „Tannhäuser"; 7. Sept. „Lohengrm"; 9. Sept. „Tristan und Isolde"; 12. Sept. „Die Meistersinger von Nürnberg"; 15. Sept. „Das Rheingold"; 18. Sept. „Tie Walküre"; 21. Sept. „Siegfried"; 25. Sept. „Götterdämmerung". Sämtliche Vorstellungen finden außer Abonnement bei normalen großen Preisen statt. Für solche Theaterbesucher, die den gesamten Eyclus zu besuchen wünschen, ist dieEinrichtung getroffen worden, daß sie bei Abnahme von Karten für die zeh n Abende zusammen eine Preisermäßigung von 20 pEt. genießen, also den Kassenpreis für nur a ch t Vorstellungen zu entrichten haben. Diesbezügliche Anmeldungen nimmt einzig die Rendantur der Reuen Theater-Aktiengesellschaft, Hochstraße 46, durch Bestellkarte entgegen. Schwiegermutters Klagelied. Es liegt uns ob, heute folgende Verse zu veröffentlichen: Euch allen ist es wohl bekannt, Wie schwer der „Schwiegermutterstand". Hält doch der Name oftmals schon Äb den gewünschten Schwiegersohn. Hat dann man endlich ihn gefangen, Muß wachen man mit Angst und Bangen Daß er auf Abweg nicht gerate — Und so den Ruf der Tochter schade. Ist diese Klippe auch umschwommeii, Tann wird er ins Gebet genommen; Man lehrt ihn mit beredtem Mund, Daß Zehn die Feierabendstund. Daß Ehemänner leise gehn, Wenn sie die teure Gattm sehn. Hat er auch dieses dann begriffen, So wird er weiter abgeschliffen. Gehorsam sei stets seine Pflicht, Der Gattin ividersprech er nicht! — Gibts Schöneres was in allen Welten, Als was man nennt Pantoffelhelden? ? Zu üben Sparsamkeit er hat, — DennS Frauchen braucht doch ihren Staat. —- Daß Rauchen schädlich, Spielen schlecht, Das macht man ihm begreiflich recht. Und glaubt man bann, er sei gezogen, Hat oft sich selber man betrogen; Tenn grab ins Gegenteil, o Hohn, Schlägt nun der liebe Schwiegersohn. Umsonst war alles Tun und Sieben, Die Schneidigkeit, das stramm' Auftreten. Vergebens mürbe angewandt Tie Kunst vom „Cchwiegermutterstand". beobachtet toonbtm. Ju einer Denkschrift, tos dem wtssen- chaftlichen Senctt bei der Kaiser Mlhelms-Akabemre unterbreitet worden ist, wird darüber Genaueres dargetegt. Um die Steigerung der Herzkrmrvheiten im Heere genau zu be- urieilen geht man zweckmäßig auf eine etwas längere geit zurück. Es betrug der Zugang an,Herzkranken rm Durchschnitt der Jahre 1881/82 bis 1885/86 1.5 v. T. der Kopfstärke, der Jahre 1886/87 bis 1890/91 2.0 v. der Kopf- tärke, der Jahre 1891/92 bis 1895/96 2.8 v. T. der Kopf- tärkc, im Jahre 1896/97 2.9 v. T. der Kopfstarketm^ahre 1897/98 3.1 v. T. der Kopfstärke, tnt ^atyce 18J8/9J 3.2 v. T. der Kopfstärke, im Jahre 1899/1900 3.1 v. der Tas ist Täuschung und I Verlag von Albert Langen in Müncheii. Wieder erscheint in oor- ~a5 1 Auuiajuna un I trefflicher Ausstattung ein Rovellenbandchen von Guy de Niau- palsant in der kleinen Bibliothek Langen. Nlaupassant ist heute wohl allgemein als ein Klassiker der pointierten kleinen Geschichte anerkannt. Sein Lob singen, hieße Dinge wiederholen, dte schon tansendinal von den berufensten Autoritäten ausgesprochen sind. Es genügt daher zu sagen, daß auch die Auswahl der Novellen für diesen Band, der niehr der heiteren Muße gewidmet ist, eine vorzügliche und die Uebersetzung mustergültig ist. LudwigThoma, NeueGrobheiten. Simplierssimns. Gedichte von Peter Schlemihl. Umschlagzeichnung von Bruno Paul. Geheftet 1 Mk. Verlag von Albert Langen in München. Ludwig Thoma, über, wie er sich auch bekanntlich nennt, Peter Schlemihl, ist heute wohl ber populärste unter ber ganzen jüngsten Schriftstellergeneration. Als Slovellist und Dramatiker hat er die Erwartungen erfüllt, die man auf den Verfasser ber Schlemihlge- dichte des Simplicissimus gesetzt hatte. Gerade diese Gedichte ivaren es, die den Namen Thomas zuerst in die.weitesten Kreise getragen habeii. Grob, gradezu, derb und kräftig, voll Entrüstung gegen tausend Dummheiten unseres öffentlichen Lebens, sind diese Gedichte auf ber anderen Seite von künstlerischer Feinheit, sie funkeln von Geist unb Witz, Form und Inhalt becken sich in ber geistreichsten Weise. Ludwig Thoma ist ein ganzer Kerl unb henke ber erste politisch-satyrische Lyriker in Deutschland. Wer seine „Neuen Grobheiteii" lieft, wird das bestätigen. — Frau Röeamier unb ihre Freund e. Ein Frauen bild aus bewegter Zeit von Joseph Turquan. Nach historischen Quellen und bisher nod) unveröffentlichten Dokumenten. In freier llebertragung von Oskar Marschall von Biebersteiii. Preis drosch. Mk. 4,60. Leipzig, H. Schmidt u. E. Günther. — Eine ber interessantesten Frauengestalten ber napoleonischen Zeit ist unstreitig Nladame Röcamier, bie „Schönste der Schönen", wie sie ihre Freunde uitb Bewunderer nannten. Die Freiindin eiiies Ehateaii- brianb, Benjamin Eonslant, des Herzogs von Nlontmorency, einer Fran von Staöl, interessiert uns Deutsche diese eigenartige, Fran namentlich durch ihr inniges Berhältiiis mit Prinz Augiist von Preußen, eines Bruders des Prinzen Louis Ferdinand, welcher im Gefecht bei Saalfeld den Heldentod starb. Prinz August wurde ebenfalls bei Saalfeld gefangen genommen unb lernte bei einem Aufenthalt in Eoppet am Genfer See bei Frau von Stael die schöne Julie fennen. Nach bisher noch unveröffentlichten Toku- menten und seltenen historischen Quellen hat der Verfasser dieses Frauenbild ans bewegter Zeit meisterhaft geschildert, und der berühmte Schriftsteller O. Niarschall voii Biebersteiii hat dies so im teressante Werk in bie deutsche Sprache frei übertragen. — Sinzheimer, Privatdoz., Dr., Die Ardeiter- w o h n u n g s f r a g e. (Geb. 2 Mk.) Zur Einführung in die Arbeiter- Wohnungsfrage ivüßten mir feinen besseren Wegweiser als diese vortreffliche Schrift, die auf wissenschaftlicher Grundlage in gemeinverständlicher Darstellung alles Wissenswerte erörtert ober am deutet. Verfasser unb Verleger (E. H. Moritz in Stuttgart) haben fiel) mit Veröffentlichung bi es er Schrift ein großes Verdienst erworben. Da steckt etwas dahinter. blutiger Hohn! Ist das roolji gemeint? Kann das aus gutem, freundlichem Herzen kommen? Nein, bas ist schwarzer Verrat! Das hat gar feine Schwiegermutter geschrieben! Diese Verse enthalten entschieden Aufreizungen. Und gegen eine ganz bestimmte Schwiegermutter scheinen die gerichtet zu sein. Sind aber irgend welche Tatsachen ange- ührt? 9lein, nicht die Spur. Und Tatsachen beweisen! Der wirkliche Sachverhalt ist anders. — Wir laden die Schwiegermutter ein, ebenfalls an dieser Stelle das Wort zu Volitische Tagesschau. Die Arbeiterbewegung im Ruhrrevier. In den letzten Tagen hat die Bewegung unter den Bergleuten des Rührreviers einen Umfang und eine Form angenommen, welche die Aufmerksamkeit weiter Kreise auch außerhalb des Ruhrreviers finden. Im Anfang handelte es sich fast ausschließlich nur um die Wurmkrankheit, um ihre Bekämpfung und um die Verpflegung und Versorgung wurmkranker Arbeiter. In den letzten Bergarbeiterver- sammlungen sprach! man aber mehr von den Löhnen der Arbeiter, den Dividenden der Unternehmer und den Kohleir- vreisen, dem Wagennullen und der schlechten Behandlung der Arbeiter. Einzelne Führer malten sogar den Teufel an die Wand mit dem von allen Bergarbeiter-Ausständen her bekannten Vorspruch: „Wir wünschen den Streik nicht, aber wenn die Zechenverwaltungen kein Einsehen haben, dann kann das Unvermeidliche eintreten, obwohl wir wünschen, auf dem Wege gütlicher Verständigung die Erregung zu beseitigen." — Zurzeit tun die Arbeitgeber alles!, damit die wurmkranken oder verdächtigen Bergleute unter den unvermeidlich>en strengen Maßregeln möglichst wenig leiden mch es wäre aller Anlaß vorhanden, daß die Klagen der Bergarbeiter und ihrer Führer nach dieser'Richt- ung verstummten. Wer wie erwähnt, ist noch anderer Zündstoff in die Massen geworfen worden. Am letzten Sonntag wurden mehr als ein Dutzend Bergarbeiterversammlungen im Ruhrrevier abgehalten, und da gingen die Klagen weniger auf die Maßregeln gegen die Wurmkrankheit, als aus Löhne und Behandlung. Die Führer der beiden großen Bergarbeiter verbände im Ruhrrevier, des christlichen und des allen sozialdemokratischen und ihre Presse, blasen in dasselbe Horn; ihre Klagen und Beschprerden wie ihre Drohungen sind bieselben. Aber andererseits verkennen auch die Arbeller nicht das Gefährliche eines Ausstanbes für ihre Lage, selbst der „Vorwärts" weist darauf hin. Möge Besonnenheit und kaltes Blut aifi beiden Seiten die Bewejgung in ruhige Bahnen leiten. Der Haudwerkskammerkougreß, welcher im September in München stattfinbet, wird sich mit einer Frage von hervorragender Wichtigkeit für die deutschen Hairdwerker beschäftigen. Dr. Georg Adler in Kiel hat in seiner Schxift: „Epochen der Handwerkerpolitik" aus diese Frage hingewiesen. Der Verfasser macht darin Front sowohl gegen dre Theorie von Sombart und anderen, daß der Hanbwerkershand dem Untergänge geweiht sei, als auch, gegen Zwangsinnung und Befähigungsnachweis. Von gewisser Bedeutung ist aber der Vorschlag Adlers zur Schaffung einer obligatorischen Versicherung der Handwerker gegen Alter und Invalidität. Undzwar sollen die Handwerker mit weniger als 2000 ML Jahreseinkommen bei der allgemeinen Jnvalidenversicherungs- anstalt (für Arbeller), die mit mehr als 2000 ME. Einkommen bei einer selbständigen Anstalt versichert werden. Diefer Forderung einer allgemeinen Handwerkerversicherirng in der an gedeuteten Weise scheint der gekannte Kongreß sich nunmehr anschfteßen zu wollen. Die Frage ist offiziell aus die Tagesordnung gesetzt worden und der vorbereitende! Ausschuß hat sie bereits einstimmig in bejahendem Sinne entschieden. Ebenso hat, wie wir ferner erfahren, auf eine vertrauliche Anfrage jenes Ausschusses das Reichsamt des Innern erklärt, die Regierung sei, wenn die Handwerker selbst? wollten, mll der Einführung einer obligatorischen Versicherung einverstanden, und zwar unter der Bedingung, daß die Einkommen' unter 2000 Mk. in die allgemeine Invalidenversicherung eingereiht und für die höheren Einkommen zwei Extrallassen auf die bestehende Invalidenversicherung ausgebaut würden. Die Aussichten der allgemeinen Handwerkerversicherung erscheinen demnach sehr günstig. Zur Monarchen Eutrevue in Ischl, wlld der Wiener Allgenreinen Korrespondenz „von diplomatischer Seite" geschrieben: Schon die Tatsache, daß der Minister des Aeußern, Graf Goluchowski, aus Anlaß der Anwesenheit des Königs Carol von Rumänien nach Ischl berufen wurde, beweist zur Genüge, daß aktuelle politische Fragen diese Verfügung notwendig erscheinen ließen. Graf Goluchowski wurde denn auch am Montag vormittag vom König Carol in fast einstündiger Audienz empfangen. Es darf angenommen werden, daß es sich in der eingehenden Besprechung des Königs mit dem Minister um bedeutungsvolle Entscheidungen gehandelt habe. Die Lage aus dem BaNau sowohl, als auch die Verhältnisse in Serbien, welche durch die Diktatur der an dem Königsmorde beteiligten Offiziere sich immer bedenklicher gestalten sollen, werden von dem östreichischen Kabinett mit größter Aufmerksamkeit verfolgt, und bei den engen Beziehungen zwischen Oesterreich-Ungarn und Rumänien, welche auch in bestimmten militärischen Abmachungen ihren. Ausdruck finden, erscheint es nur selbstverständlich, daß König Carol seine Badereise zu einer Auseinandersetzung über die erwähnten Fragen mit dem Kaiser Franz Josef und dem Grafen Goluchowski zu benützen wünschte. Wenn auch vorläufig in den Vorgängen auf dem Balkan keine unmittelbare Gefahr erblickt wird, so gebietet es doch die einfache Fürsorge, daß zwischen den beiden befreundeten Staaten alle Eventualitäten ins Auge gefaßt und dementsprechende Maßregeln vereinbart werden. Rumänien beobachtet wohl den Balkanvorgängen gegenüber vollkommenste Neutralität es müßte jedoch aus oerselben heraustreten, wenn die Ereignisse dies gebieterisch fordern würden. — Dazu bemerkt die „M. Allg. Ztg." mit Recht, baß seit 1897 die den Balkan betreffenden Fragen von den Kabinetten von Wien und St. Petersburg stets im gegenseitigen Einvernehmen behandelt worden seien. So kann man wohl voraussetzen, daß auch über ein etwa ratsam oder notwendig werdendes Heraustreten Rumäniens aus der bisher beobachteten strikten Reserve zwischen den östreichisch- ungarischen und den rumänischen Staatsmännern bindende Vereinbarungen nicht getroffen werden, ohne baß zuvor auch ben maßgebenden russischen Kreisen Gelegenheit geboten wäre, ihre Aussafiungen unb Wünsche geltenb 'n machen. Im englischen Kabinet herrscht nichts weniger als Einigkeit. Zu den wirtschaftlichen Vorschlägen Mr. Chamberlains teilt ein „alter Parlamentarier" in ber „Westminster Gazette" mit, daß von 18 Mitgliebern bes Kabinetts sechs mit Chamberlain burch dick und bünn gehen, sechs noch unentschlossen seien, welcher Seite sie sich anschliehen sollen. Die Anhänger Chamberlains jinb: der Generalpostmeister, Austen Chamberlain, der Lordkanzler von Irland, der Präsident der lOrtsverwaltungsbebörde Walter Lang und der Marine- minister Lord Selborne. Die Gegner bestehen aus dem Herzog von Devonshire, dem Schatzkanzler Ritchie, dem Staatssekretär von Schottland Lord Balfour of Burleigh, dem Chef des Unterrichtswesens Lord Lonbonderry, dem Minister für Indien Lord George Hamilton und dem Minister bes Innern Aker-Douglas. Die Unentschlossenen sinb: ber Premierminister Balfour, sein Bruber Gerald, Präsi- bent bes Handelsamtes, ber Kriegsminister Brodria, der Staatssekretär für Irland George Wyndham, der Minister des Auswärtigen Lord Lansdowne und der Minister für Landwirtschaft Lord Onslow. Heer und Flotte. Militär-Jubiläen. Am Sonntag begingen, ein gewiß sehr seltenes Zusammenfallen, nicht weniger als sechs preußische Generale die 60. Wiederkehr des Tages, an dem sie in bas Heer eingetreten waren. Es sinb dies: die Generalleutnants z. D. v. Rauch, Dunin v. Przychowski, v. Oppeln-Bronikowski und die Generalmajore Schulz, v. Olszewski und Liebe. General v. Rauch ist ein Sohn des Generaladjutanten Friedrich Wilhelms IV. und befehligte 1870 die Braunschweiger Husaren, mit denen er an der Schlacht von Mars-la-tour teilnahm, und hatte später die 14. Kavalleriebrigade in Düsseldorf. General von Oppeln- Bronikowski war von 1866—70 Artillerie-Offizier vom Platz in Mainz, erhielt dann das 11. Feldartillerie-Regt. und 1874 die 7. Feldartillerie Brigade. General von Olszewski kam 1865 als Hauptmann in das Jnf.-Regt. Nr. 68, dessen Füsilierbataillon er 1870 im Kriege führte und kommandierte später bas Regiment 53. Generalmajor Schulz hat beim 8. und 7. Jägerbataillon gestanden, trat dann zur Gendarmerie über und war von 1873 bis 1890 Brigadier in Elsaß- Lothringen. Kolonialpost. — Deutsche Schutzgebiete. Zwischen der Reichs- Postverwaltung und der russischen Postverwaltung schweben zur Zeit Verhandlungen wegen Nutzbarmachung der sibirischen Bahn für den Postverkehr zwischen Deutschland und Ostasten. Der neue Leitweg wird benutzt werden, sobald die russische Postverwaltung ihn für den internationalen Verkehr eröffnet haben wird, was in kürzer Zeit zu erwarten ist. Briefe werden auf diesem Wege nur 19 Tage von Kiautschou bis Berlin brauchen. Aus Statt und Land. Gießen, 13. August 1903. ** Personalien. In den Ruhestand versetzt wurde der Steindrucker in der Hess.-Preuß. Eisenbahngemeinschaf Jakob Fröder zu Mainz auf sein Nachsuchen mit Wirkung vom 1. August 1903 an. ** Ein luftiger Studenten st reich spielte sich, wie man uns schreibt, kurz vor Beginn der Ferien in unserer Musenstabt ab. Der Kommilitone B., ein fröhlicher junger Fuchs, hatte leider die Angewohnheit, sich schon bei dem Frühschoppen derartig zu bezechen, daß er"am Biertisch trotz ber Morgenstunde fest einschlies urld trotz Rüttelns unb Stoßens kaum zu erwecken war. Der Leibbursch wollte diese üble Angewohnheit seines Pflegebefohlenen ein für allemal ab sch affen unb ersann folgende Rabikalkur, bereu Wirkung bei bem schläfrigen Füchslein eine ausgezeichnete war. — Eines Morgens mußte B. bei dem Frühschoppen „unentwegt" „Halbe" und „Ganze" nachkommen, bis er nach kurzer Zeit seinen gewöhnlichen Rausch abhatte und in Schlaf verfiel. Man packte ihn in einen Wagen und fort ging es nach einem benachbarten Dorfe, das in Bahnverbindung mit Gießen steht. Dort angekommen, wurde in einer Kneipe der arme Schläfer seiner Kleidung mit allem was dazu gehörte, Geld und Uhr beraubt, und in einen zerrissenen, alten und schmutzigen Bauernanzug mit langem blauen Rock gesteckt. In die verschossene Weste erhielt er eine Fahrkarte für die vierte Klasse nach Gießen. In diesem schönen Zustand ließ man ihn seinen Rausch ausschlafen. — — Wer beschreibt den Schrecken und den Zorn des Erwachten, als man ihm mitteilte, daß seine Kommilitonen schon lange mitsamt seinen Kleidern abgereift seien. Wohl oder übel mußte er in dem Bauernanzug vierter Klasse nach Gießen fahren. Wer hier hatte man für einen geeigneten Empfang die nötigen Vorbereitungen getroffen und geschickt zu verhindern gewußt, daß der Bedauernswerte nach Hause fahren konnte; sämtliche Droschkenkutscher verweigerten, es sei denn bei Vorauszahlung, trotz Bitten und Flehen die Heimfahrt, und so mußte er den ganzen Weg vom Bahnhof bis zu seiner am Nordende der Stadt gelegenen Wohnung zu Fuß gehen, wo ihn unter Jubel und „oho"-Rufen die Freunde festlich begrüßten. Grünberg, 10. August. Bei der Renovierung unserer Hospitalskirche wurde dieser Tage wiederum ein ganz eigenartiges Kunstwerk aufgefunden. Hinter der Wandverkleidung an der Kanzel entdeckten die Arbeiter ein mit einem morschen Holzrahmen eingefaßtes Bildnis Dr. Martin Luthers. Die Art der Herstellung des Bildes erregt ganz besonderes Interesse. Die Umrisse des Gewandes zeigen nämlich in engem, schwer leslichem Druck das Athanasianische Glaubensbekenntnis. Umrahmt ist es von dem apostolischen und dem nicenischen Glaubensbekenntnis. Die Aufschrift lautet: Doctor Martin Luther in bas Glaudensbekenntniß des heiligen Bischofs Alhanasii gekleidet u. mit dem Äpostol. u. Nieenischen Glaudensbekenntniß umfaßet. Das Ganze stellt jedenfalls ein Gedenkblatt dar, welches anläßlich der dreihundertjährigen Gedächtnisfeier der Reformation herausgegeben wurde. Wie eine iveitere Inschrift besagt, wurde das Bild von Theodor Goetz in Weimar im Jahre 1817 gestochen und allen Verehrern des großen Refornlators gewidmet. (Gr. Anz.) jj Marburg, 12, Ang. In der Nähe des Bahnhofes hing sich heute nachmittag ein Mann an einem Baume auf. Unter der Leiche stand die leere Schnaps- lasche. a. Marburg, 12. Aug. Das Preisausschreiben ür den besten Entwurf zu einem Volksschulgebände, worauf 79 Arbeiten eingegangen waren, hatte folgendes Ergebnis: 1. Preis (1000 Mk.) Architekt H. Schlump- Charlottenbiirg, 2. Preis (700 Mk.) Architekten O. Köhtz und H. Knab-Kassel, 3. Preis (300 Mk.) F. Thyriod-Groß- Lichterfelde. — In der heutigen Sommerversammlung des Obstbauvereins für den Kreis Marburg wurde beschlossen, atlch in diesem Jahre, und zwar in der ersten Hälfte des Oktober eine Obstverkaitfsverm ittlungsstelle und einen Ob st markt 51t veranstalten. Ferner wurden 25 Mk. zu einem Ehrenpreis für die vom Gartenbauverein vom 25. bi§ 27. September im großen Saale des Museums geplante Obst-, Gemüse- und Blumenausstellung bewilligt. ~ a* Marburg, 12. Aug. Auf Requisition der hiesigen Staatsanwaltschaft wurde gestern in Kassel der Gerichtssekretär (ft. aus Neustadt wegen Vergehens im Amte verhaftet und heute in das hiesige Untersuchungsgefängnis hier eingeliefert. Vermischtes. * Köln, 11. Aug. Bei einer auf dem Holzmarkt aus- gebrochenen Revolte mußte die Polizei mit blanker Waffe gegen etwa 100 Exzedenten vorgehen, wobei eine Anzahl Personen durch Säbelhiebe schwer verletzt wurden. Wch die Pottzeibeamten trugen Verletzungen davon; die Rädelsführer sind verhaftet. * Xijürn, 11. Aug. Aus dem Artillerieschießplätze wurde gestern nachmittag ein Arbeitskommando unter dem Feuerwerksoberleumcmt Beutel von einem schweren Gewi t t e r überrascht. Ein Blitzstrahl tötete den Leutnant Beutel mit feinem Pferde, das ganz versengt wurde. Die Mannschaften des Kommandos kamen mit bem Schrecken davon. * Pr oßnitz, 11. Aug. Infolge schlechten Wassers ist in der hiesigen Landwehr-Ulanen -Kaserne die rote Ruhr ausgebrochen. Die Kaserne wurde gesperrt. Bisher sind drei Mann gestorben, 24 liegen krank darnieder. * Aus der Pfalz, 10. Aug. In einem Weiher bei Enkenbach, hat sich die Frau d-es Händlers Ultes vom Drehentaler Hof mit ihrem 12jährigen Sohn ertränkt. Die Leichen sind geborgen. Man glaubt, daß auch der Mann mit einem Kinde in demselben Weiher ben Tod gesucht hat. Da man die Leichen noch nicht sand, wirb das Wasser abgelassen werden. * Rom, 11. Aug. Aus Neapel, Catania und fast aus dem ganzen östlichen Sizilien werden von gegen 5y2 Uhr vormittags Erberschütterungen gemeldet. In Mineo, in der Provinz Catanien, liefen die Bewohner schreiend auf die Straßen. Einige Häuser wurden beschädigt. * B u d a p e st, 11. Aug. Zwischen den Stationen Trage» seke und Tasadfoe der Belenyeser Eisenbahn fuhr ein Lastzug in einen Personenzug hinein, wobei vier Personen des Zugpersonals schwer verletzt wurden. * Budapest, 11. Aug. Heute morgen wurde hier ein leichtes Erdbeben verspürt. * Oran, 11. Aug. Drei ©olbaten der Fremdenlegion, die einen dreifachen Mord begangen haben, wurden in Saida erschösse n. — Die Lorelei-Melodie. In seinem Buche ,,Dcn deutsche Lied im achtzehnten Jahrhundert", bringt Max Friedländer eine Zusammenstellung der Kompositionen, deren Anfang die uns so geläufige Lorelei-Melodie bildet. Die bekannte Melodie, die auf ben Heine'schen Text komponiert wurde, stammt von Friedrich Silcher und erschien zum ersten Male in einer Sammlung von zwölf Volksliedern für vier Männerstimmen im sechsten Heft, Tübingen 1837—39. Chronologisch geordnet finden wir in der Darstellung Friedländers die Melodie in folgenden Kompositionen: Im Jahre 1746 als Gesangsmelodie auf das Lied „Die unzufriedene Sylvia", von Adolph Carl Wintzen, 1754 als Beginn einen „Cassation" für fünf Instrumente von Joseph Haydn, 1759 in dem Liede „Der May" von Christian Gottfried Krause, 1759 in „Dorinbe" von Johann Gottfried Müthel, 1761 in dem Liede „Der Weinberg" von Carl Heinrich Graun. Kurt Friberth verwendet ben Anfang ber nachher so volkstümlich gewordenen Tonreihe in bem im Jahre 1780 erschienenen Liebe „Die Liebe zur Freyheit", Joh. Friedr. Ab. Eylenstein im Jahre 1782 in ber in Weimar erschienenen Liedersammlung in bem Liebe „Die Vögel", unb in (diem Ronbo für Klavier, das Beethoven in seinem 14. Lebensjahre schrieb, unb in ber „zu Speier im Jahre 1784 herausgegebenen Neuen Blumenlese für Klavierliebhaber" enthalten ist, prägt sich in ben ersten Saften die Ähnlichkeit mit ber Lorelei-Melodie unverkennbar aus. Wieder taucht sie im Jahre 1789 in dem zweiten Hefte der von I. M. Wiese zu Stabe unb Hamburg herausgegebenen „Musikalischen Abwechslungen" in einem „Lieb eines alten Tagelöhners am Feierabend" auf, unb nachher erst erschien die Silchersche Komposition, die sich unter allen den gleichartigen Schöpfungen die größte Lebenskraft bewahrt hat. Noch einmal in dem Streichquartett Op. 34 (1§56—57) von Robert Volkmann stößt man auf die Lorelei-Melodie, unb so kann man wohl nicht ohne Berechttgung sagen, baß "ie eine Volksmelodie des deutschen Volkes geworden ist, wenn .auch das Volk selbst sie nicht ersonnen hat. Die Tonreihe lag offenbar unbewußt in dem musikalischen Empfindungslebeu des Volkes, eine günstige Gelegenheit hätte vielleicht sie auch aus dem Volte selbst, heraus ent- tehen lassen. * Etwas von ber Anmut. Schön braucht eine Frau nicht zu fein, aber daß sie anmutig ist, erwartet man von ihr. Anmut, schreibt Alice Klingel in der „Köln Volksztg." erfreut das Auge und erfrischt das Gemüt; jede, auch die kleinste und unscheinbarste"Arbeit gewinnt durch sie; man sitzt gerne unb schaut bem anmutigen Gebaren, den weichen, leisen und sicheren Bewegungen einer anmutigen Frau zu. Aucy die Anmut ber Rebe entzückt, ebenso bas von ihr gewürzte Lächeln. Die Schönheit, bie tolze sieggewohnte, sie vergeht oft nur zu halb, aber bie Anmut bleibt, ihre liebliche Begleitung ist der mit ihr Begabten sicher, auch für die Jahre, wo man aufhört, chön zu sein, auch wenn Runzeln uns entstellen luollen, wenn graue Haare kommen, wenn bie Wangen nicht mehr blühen. Man rounbert sich oft über die eigenartige Anziehungskraft, welche manchmal unschöne, ruhige, nicht kokette Frauen, ja sogar ältere Matronen auf Jung, Männer und Frauen ausüben; wenn man fiel) bie Mühe nehmen wollte, so könnte man finben, daß das Geheimnis dafür nur in einem von Anmut durchtränkten Wesen zu üchen ist. Trifft man die Anmut des Körpers und der Seele bei einem Menschen vereinigt, so entsteht ein äußerst ympathisches Gemisch von Liebreiz und natürlicher Liebenswürdigkeit, dessen Zauber sich niemand auf die Dauer zu entziehen vermag. Durch die Anmut der Frau werden alle ihre kleinen VerAaMngen und Arbeiten geadelt, durch le vor allem vermag sie den Mann an sich und an ihr Heim zu fesseln, und auch das schönheilsdurstige Auge wird von ihr befriedigt. Tie natürliche Anmut entfaltet sich von selbst; ihr Schauplatz ist ebenso gut das Haus, H C2 Wetter S5 L v 14.8" C. -12. Für die Redaktion: Z. B. August Götz. StLkdsLommlLS^r. 03859 von Außer den von mir seither geführten Bieren bringe jetzt auch Mainzer Mienßier 6152 belgischen 9 Gotthilf Röhrte oer Schlacht Hosbäcker. Zmebklkchell j KassklgllllkN n.tinrt. unb Rtcltnn : I * Neustadt 45. !< Q16 925 10,8 10,8 11,0 4 2 2 Sonnenschein Bed. Himmel Sonneuschein 747,7 746,9 748,1 54 75 85 *2 M3 2 e Schotten, den 10. August 1903. Großh. Kreisamt Schotten. Schönfeld. 22,4 17,0 15,4 Betr.: Die Besetzung der Stelle eines Kreisstraßenmeisters. Die Stelle eines Kreisstratzenmeisters für den L, bczw. einen der drei Bezirke des Kreises Schotten ist, jedenfalls bis zum 1. Oktober, zu besetzen. Die Anstellung soll zunächst auf einjährige Probe bei gegenseitiger einmonatlicher Kündigung erfolgen; Gehalt wahrend des Probejahres 1800 Mark. Bewerber, welche die im Großherzogtum eingerichtete Bauaufieherprüfung bestanden haben und im Hoch- und Straßenbau Erfahrung besitzen, werden ersucht, ihre Meldungen bis zum 1. September unter Vorlage von Lebenslauf und Zeugnissen bei uns einzureichen. io Gott will, Begin« der Gottesdienste um 11 Uhr vormittag und 2 Uhr nachmittags, sowie Nachversammlung bet günstiger Witterung im Walde. Höchste Temperatur am 11.—12. Äug. 22,6” C. Niedrigste „ „ U. 3 J. Mo Schulhof Telephon 119. i llronwt-r Versandt nach außro. Alle Missionsfreunde ladet herzlichst ein Der Kirchcuvorpand. August 1903. Weltfiissläuffer Ortegue aus Paris Meteorologische rveovachrungen der Station (Stießen. $ant fit Hmdkl uni) Wchric Depositenkasse ließen. (Darrustädter Bank.) Montag, Mittwoch und Freitag voll 7,9 Uhr ab bei 15887 K. Wilh. Gengnagel, Dp. Kippen verreist» Vertreter: Herr Dr. Richter» 6165 21 Sportptah an der Kardt. 8! Sonntag den 16. August 1903. nachmittags 4 Uhr 7 I Grosser Internat. Match Arbeiterbewegung. Mannheim, 11. Aug. Die Versammlung der Gesamt- arbeiterichast der Lanz's ch en Fabriken erklärte sich mit MWnssejt ;u Pioiiljfitn 11.6. ö. Sonntag den 16* August, Für die Reisezeit empfehlen wir unsere Schrankfächer (Safes) zur Aufbewahrung von Wertgegeustäudeu aller Art unter eigenem Verschluß des Mieters Preis für ein Jahr Mk. 15.— , , einen Monat „ 3.— sowie 4460 cus!«Mlchrs Held und Rkistdr^iidricse. Schiffsuachrichten. Red Star Linie. , Der Postdampfer „Rinlanb" der Red Star Lime m Mnt- tverpen ist laut Telegramm am 10. August wohlbehalten m New- york angekommen. •1 Salat- Mü Speise-Kartoffeln zum billigsten Tagespreis empfiehlt bG8o I. Eankei, LElchkÄ ü- in jeder Preislage, Eichen polirt und Tannen lackiert. 5391 Kindersärge in jeder Größe. jeden Montag, Mittwoch und .... T-, Freitag von 9 Uhr ab. (5339 ^stprediger: Pfarrer Ni es-Melbach und Pfarrer Brünger-Erda. 6*°E®B*8 «'ff-'«njiß-waiwMMhi» fnhpf hrrdichft ein 615a bie Familie, das tägliche Beben, wie die Gesellschaft. Wer . wahrhaft anmutig ist, der ist es ebenso un einfattyen Kleide, wie im Puh. Wohl ist Anmut eine Naturgabe, sie will aber trotzdem gepflegt werden w-mgsteus'nemm gewissen Grade, sei es nun durch bordild oder (Srmabnung, durch Hinweis oder durch Erweckung des dafür noch schlummernden Sinnes. Ohne Veranlagung ist sie uicht zu e - icugen, aber beim Borhandenfem eilten Funkens schon uerrnaq sie ausgebildet zu werden und dient daun vielen gur Freude. Unsere jungen Damen heutzutage wissen oft nicht gar viel von dem Wert und der «chouheit wahrer An, mut- “roeint mau diese gestikulierende, lautlachende, unschön sich bäumende, ost recht burschikos sich benehmende Schar junger Mädchen beobachtet, sich, unter sie misM wenn sie nach Schlich der Schulstunden sich auf dm Sttage dränat da fragt man sich manchmal: Wo bleibt Da die weibliche Anmut? Diese Jugend will derb fern, nicht weich und schmiegsam, und doch ist das letztere so gan- besonders lieblich au einer blühenden jugendlichen Gestalk Anmutiges Wesen wurde ftüher hoher geschätzt ali- retzt, es ist darum Zeit, daß die Mütter ihr wieder Beachtung, schenken und sie ihren Töchtern einzupflanzen suchen. ' Das Privatleben des Präsidenten Loubet. lieber das Privatleben des ungekrönten Königs der ftan- zösifchen Republick dringt verhältnismäßig nur wenig in die Außenwelt. Präsident Loubet, der Sohn eme^ schlichten Weinbergbesitzers, ein self-made-man un wahren Sinne des Wortes, ist ein methodischer fleißiger Arbeiter. Spätestens um sechs Uhr pflegt er aufzustehen und eine halbe stunde später, durch eine Tasse Kaffee gestärkt, bereits am Schreibtisch zu sitzen. Um sieben Uhr erscheinen lerne drei Sekretäre ,,'ft der Morgenpost, die in der Regel zwilchen <00-1200 Briese enthält. Diese werden von den Sekretären geöffnet und alles, was offizielle Erwiderung erheischt, dem Präsidenten vorgelesen, der einem Stenographen sogleich d,e Antworten diktiert. Um acht Uhr zieht er sich zuruck, um m Gesellschaft seiner Gemahlin cm schlichtes Frühstück e,nzunehmen, überfliegt hastig die Morgenzeitungen und kehrt dann, behuss weiterer Erledigung seiner Korrespondenz, m fern Urbeits- zimmer zurück. Um 12 Uhr wird das Deieuner lerv.ert, wofür der Präsident sich eine Stunde Zeit gönnt, um dann wiederum zu seiner Arbeit zurückzukehren, irgend eine staatliche Funktion zu erfüllen oder die vielen Besucher zu empfangen, die sich im Elysbe emzufinden pflegen. Puint sieben Uhr wird in dem hohen, luftigen Speisesaal das Siner eingenommen. Der Präsident liebt es nicht, auswärts zu spellen und zieht es vor, beim Diner mit seiner Gemahlin allem zu sein es sei denn, daß irgend ein Gast mit einer Einladung beehrt worden ist. Auch dieses Mahl pflegt überaus einfach zu sein und selten aus mehr als drei Gängen und etwas leichtem Rotwein zu bestehen. Ten Rest des Abends ver- bringt der Präsident ad. libitum, besucht entweder die Oper oder vertreibt sich die Zeit daheim durch Lektüre, Klavier- spiel oder eine Partie Billard. Er ist em leidenschaftlicher Musikfreund, singt gut und hat sogar verschiedene verdienstvolle Stücke komponiert. Auch Madame Loubet ist eine vor. treffliche Musikerin. Im Elpsee werden wenig Feste gegeben, da der Präsident fein Freund des GesellschastSlebens ist. Sobald es ihm vergönnt ist, den Staub der französischen Metropole von den Füßen zu schütteln, pflegt er sein altes Kilt! in wenigen Tagen! Eilt! Garantiert Ziehung 22. August 1903 II. Wohiihätigkeiis - Geld - Lotterie des Strassburg-Neudorfer k. Arbeiterheims u. Männorvereins 2490 141000 Hauptgewinn bar ohne Abzug Mk. 15^1045 Los 1 ML, 11 L. 10 Mk., Porto u. Liste 25 Pfg. extra, empfiehlt J. Stürmer, Lott.-General-Aßenl, Strassburg i. Els. und alle mit diesen Losen u. Plakaten kenntl. Verkaufsstellen. n - ; n , ia 12 Aua. Im objemoen öiraiueiiuyicn bandelte heute 'das L a n d g e r i -h t flegen bie un Verlage von . Tscherlow tu Petersburg erschienene Broschiire Tol st o . » i o 11 ft nicht löten'." Eine Beleidigmig des deutschen Mayers wird m den Teilen der Broschüre gesunden, wo bte ^de auf dw in 1900 gemachte und vielbesprochene Aeußerung des.Kmstrs „Pardon wird nicht gegebensowie auf die Warte des \ bet einer Vereidigung der Rekruten des EarderegunentÄ tn BeUlN int Herbst 1898, sie seien durch ihren abgelegten Fahneneidver | vNicktet gegebenen Falles auf den Befehl ihres obersten Ariegi--, Herrn: ihre Waffe auch gegen Vater und Mutter zu rtchten. konunt. biegen den Leipziger Buchhändler D'ederich konnte,«n® «j versahren nicht anhängig gemacht werden, weil d e genau te Broschüre nur in russischer Sprache neritcht Sie ripülaubt werden mußte, daß er kein Wort russisch versiegt. -ute ^taatLanwaltschaft beantragte, die Broschüre 6>t c|{r^icrteJi Das Gericht verkündete, daß alle Exemplare der, ^ErnmmeUe l Broschüre einzu ziehe,, und die i»r Herstellung ^iwand en Hatten und Formen unbrauchbar zu machen smd. ^.te Schrift em halte eine Majestatsbeleidigung und der Gerichtshof habe zu er- anwaltschaft auf die Einziehung und Unbrauchbarmachung der Broschüre beschranken. - ----———— Sonntag den 16. August 1903, nachmittags 3 Uhr. Mg-MMsm m Karl griikitil •^«*^****-‘"e*** 12 Maigaste 12 empfiehlt tzchr-incrmeister MHffg mit Fmilie »ach dm WDihtsl H b. TM8S3- fertige ^ärae 6157 Tcr Vorstand. Kulmlmcher- ^8ier> e» —— -----------E,.ktr0. u.M0SChi„e„. Technikum Jimenau ZLrer-KrohYandlung. Marburgerstraße 7. Telephon 344.5020 JL ssw. NW. Wö. Molster- und Tapezier-Ar- V beiten übernimmt 103788 Carl Reh, Westanlage 25, pt. ........ .......... _ MigesanM. Et in Ich trage kein Verlangen nach Reichtum , be- teinerlei Verantwortung.) 5S ° -i* 9 * a-sSSS® 31t fein, wlehr begehre ich vom wchichal nicht verein mu großen Kosten einen schonen Spazierweg hergefiellt, der Gerichtssaat. uon eeei"feo: ........ ».*» »- *»“ 8WÄSSÄ4. w 3ie{ec11üS)terüd)e Gestank aber geht von den A b mässe r n des neuen Siechenhauses aus, die sich m der Nahe der Eisenbahn durch eine mit WtaueriüerL’ überwölbte Oefjnung m den längs de^ Spaüerqanges laufenden Graben era'-k^. \ci) hoffe, daß eö nur dieser öffentlichen Denunziation bebau, um das Zireisgesundheitsamt zu veranlassen, dieser Verpestung eines öffenllichen Spazierweges ein Ende zu machen. . , Bei dieser Gelegenheit dürfte es auch angezeigt sein, auf bas Unzweckmäßige des sog. Jauchens von Feldern rmd Wiesen aus- merksam zu machen. Ein großer ^.eil des iur den Boden so nutz heben Ammoniaks entweicht dabei m die Luft, verpestet dieses für Alensch uiid Tier wichtigste Nahrungsmittel und wird dem Boden entzogen. Bindet man den Ammomak vorher durch Stroh, polz- oder Liohlenasche, so verschwindet der Gestank und das Ammoniak 1 bleibt dem Boden erhalte». "" Gießen, den 11. August 1005. - — ■ Landwirtschaft. — Landw. Ausstellung Gießen. Nachdem für eine Reihe von Abteilungen unserer Ausstellung die Anmeidetermine geschlossen Bub, laßt sich für dieselben die Beschickung annähernd übersehen. Hiernach werden zur Ausstellung kommen. 31oFogels- bcrqcr und 183 Simmentaler Rinder, 60 Pferde, 73 Schweine, 123 Riegen und Schafe. Die Abteilung Gerate werden 6o Ausstelle? mit über gegen 500 Maschinen und Geraten beschicken In der Molkereiausslellung kommen 40 Butter- und Kaseproben zur Prüiunq. Auch die wissenschaitliche Ausstellung wird vom Großh. , Ministerium, von dem landw. Institut Gießen, den Kultur- 12. inspektionen, landw. Winterschulen und der Haushaltungsschule mtt 13. Darstellung ausgeführter oder in Ausführung begriffener -^beiten gut beschickt werden. Die Anmeldetermine für Acker- und Garten- Produkte und Cbft laufen erst mit dem 10. d. SDL, für Braugerste I mit dem 20. d. SOL, für Geflügel mit dem 15. .und für Bienen mit dem 10. ab. Tie Obstausstellung, die Geflügel- und Bienenaus- srellung werden nach den eingegangenen Anmeldungen sehr start beschickt werden, so daß wohl kaum je m der Provinz ähnlich am -1 gedehnte Ausstellungen abgehalten worden sind. ------------------- 9 § Aus Rheinhessen, 11. Aug. In verschiedenen Orten Sammte, Velvets, angctroffe»?‘^9laadlgcnreii?c^r^Innabine wird'die d?esjäch^ SSIdSPStOS»® ÄÄMÄ finb6^Se’r'ge^nmär^ein | von Elten & Keussen, gSU Krefeld. sehr gesuchter Artikel; sic werden zu hohen Preisen gekauit. rote Frührosa, gelbe Perle von Erfurt und Ruhm von Haiger, liefert ab Echzell per Nachnahme a (Str. 3,50 Alk., Waggon^adung entsprechend billiger, Ludwig Erb in Echzell, [5711 Kartoffel-Veriandtgeschäft. Fluß- und Seefische dr-n -Lerrenfahrer Philipp Bauer UI. und die Dauerfahrer ' Karl Muhl und Johannes Schneller aus Gießen und einen r-r w - - - Gießener Rennfahrer, der nicht genannt fern will, ^raut. t? Wettlauf gegen den ungarischen Meisterfahrer Aurel Münich - •** ,db‘ ““ ‘A N°,ch-IS «-"« ».«■« XSÄSÄ* ”* V2 r - " w «reiie der Plätze: Loge 2 Mk., Vorverkauf 1.50 Mk., Xribiine Wiederverkäufe- erhalten Rabatt. Zugleich bemerke ich 1 Mk V°r°erkaui M Pl^, Psk°7benw Kmdkr.^' um Täuschungen und Verwechselungen vorzubeugen daß 9. Platz ^g-, 9---- nur mir allein die Vertretung der Mainzer Aktien- Brauerei füY* Gießen und Umgegend übertragen worden ist.