'enen Qualitäten. livit )tcn wir: s Ut r. Hom. Kreuz 15, nfanb ; MM ■ eljmne ■ in Waggons Frankfurt a. 1 Jtarsbiur-Kaw q Quantum 1 iu™ ipfb&ggerei [1W11 ;FURT a.M. I jeher Nr. 1548. I WM lade-Hotei s • jlittle M«r jute Me ißigem Preis. Der Besitzer: arl Kraem^L chW :*»«* <.LW.T*tS W 1OO4S0OJ31OO0 5—100/ '-hfl' higE 75» ..aX flllM J Erstes Blatt Donnerstag 13. Angnft 1903 153. Jahrgang Nr. 188 Erscheint tSgttch außer Sonntags. Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem hessischen Landwirt die Gießener Zamiiien» blätter viermal in der Woche betgelegt. Notattonsdruck u. Verlag der Brüh l'schen Unwers.-Buch- u.Stein- druckeret (Pietsch Erben) Redaktion. Expedition und Druckerei: Schulstratze 7. Adresse für Depeschen» «nzetger Gieße«. FerntprechanschlußNr.dl. /mraror A _ Vezngspret-r Z .,X 'MF €» monatltch7bPf.,viertel» GlehenerAnzelaer« General-Anzeiger v w den polit und allgem. Amts- und Anzeigeblatt für den Ureis Gießen MGs ” zeigentei!: Pan« Beck. Bekanntmachung. Die am 11. JulillJs. angeordnete Sperre der Marktstraße wird hiermit ausgehoben. Gießen, den 13. August 1903. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. I. V.: Roth. KeKanntmachnng. Wegen Vornahme von Walzarbeiten wird die Molt test raße von Freitag, den 14. l. Mts. an, bis aus weiteres für den Fuhrwerks- und Fahrradverkehr gesperrt. Gießen, den 13. August 1903. Großherzogliches Poltzeramt Gießen. I. V.: RotK. Ansere auswärtige SoMiL. Gießen, 13. August. Am vergangenen Sonntag ist unsere auswärtige Politik von der „Täglichen Rundschau" gründlich schlecht gemacht worden, und auch andere Blatter haben sich ihr angeschlossen. Die Vorwürfe gipfeln in der Behauptung, daß Deutschland jetzt immer mehr isoliert dastehe. Es sei nicht nur der Dreibund schon so gut wie aus den Angeln gehoben, auch die englisch-französische Annäherung habe unsere Situation bedeuten,) verschlechtert. England, das früher zu Gunsten Deutschlands auf Italien gedrückt habe, wirke jetzt in entgegengesetztelr Richtung, und während es früher bei Gegensätzen zwischen Deutschland und Frankreich mehr auf unserer Seite gestanden habe, halte es jetzt mit den Franzosen. Dafür suche jetzt Frankreich den Antagonismus zwischen Rußland und England aus- zugleichM, sodaß ein englischf-sranzösisch^rusiisch-italienischer Vierbund in Sicht komme, dessen Spitze gegen uns gerichtet sei. Es wird dann noch hinzugefügt, das sei die Folge der allzugroßen Liebenswürdigkeit der deutschjen Politik gegen frentde Staaten sowie chrer Unstetigreit, durch welche wir alle vor den Kopf gestoßen hätten. Heute kommt darauf aus regierungsfreundlichen Kreisen eine Antwort. Die „Münchener Allgem. Ztg." schreibt in ihrer Mittwochf-Rummer: Was in den pessimistischen Betrachtungen ausgeführt worden, entspricht allerdings einer weitverbreiteten Stimmung, und gegen bie feste und ehrliche Ueberzejugung, daß der Ausdruck einer solchen Stimmung ein Recht daraus hat, gehört zu werden, läßt sich an sich nichts einwenden. Es kornmt nur auf Form und Art dieses Ausdrucks an. Mr meinen damit nicht, daß die leidenschaftliche Wärme in der Behandlung dieses Lhernas gelegentlich^ eine gehörige Dosis Grobheit enthält. Es handelt sich ja um die höchsten vaterländischen Interessen, und so wollen wir nicht zu scharf damit rechten, wenn in der Hitze des Gefechtes die Leute,, die anders denken, zwar als gute Kerle, aber als halbe Idioten dargestellt werden. Mr möchten, ohne uns in einen unfruchtbaren Meinungsstreit einzulassen, wenigstens zwei Punkte erörtern, die für die Kritik an unserer auswärtigen Politik von Wichtigkeit sind. Tas eine ist der Wunsch, daß in der Beurteilung unserer auswärtigen Politik mehr Sinn für das Tatsächliche zur Geltung kommen möchte. Stimmung und Eindrücke sind sehr schöne Sachen, aber sie erhalten Bedeutung nur, wenn sie durch Kenntnis der Tatsachen gestützt werden. Es giedt aber eine Reihe von Blattern, die es geradezu für eine Schande zu halten scheinen, über die Vorgänge der auswärtigen Politik informiert zu sein. Sie hängen jedem, der die Dinge anders beurteilt als die unter dem Bann vorgefaßter Meinungen stehende große Menge der Leute, die gar nicht über den Zusammenhang unterrichtet sein können, das Beiwort „offiziös" an, was in ihren Augen den Gipfel der Verachtung ausdrückt. Sie begründen dies damit, daß die Einholung von Informationen keinen Zweck habe, da sie doch nicht die Wahrheit erführen. Abgesehen davon, daß sie mit diesem verallgemeinernden Urteil ihrer eigenen Fähigkeit zur Kritik unbewußt ein schlechtes Zeugnis ausstellen, trifft der Einwand nicht einmal zu, da es immer noch Mittel genug gibt, die Richtigkeit der Informationen nachzuprüsen, und die Freiheit ihrer Benützung unberührt bleibt. Der eigentliche Schaden aber erwächst dann daraus, daß man sich durch die Pflege der „unabhängigen" Stimmungspolitik eine gewisse Gleichgiltigkeit gegen das Tatsächliche auch da cmgewöhnt, wo die eigenen Augen und das eigene Urteil genügen könnten, um die Dinge int richtigen Lichte zu sehen. Ueber den zweiten Punkt, den wir hter berühren möch- /en, können wir kurz hinweggehen. Es ist der Wunsch daß die Kritik an der auswärtigen Politik sich emtger- inaßen im Einklang mit den vaterländischen Interessen haltet» möchte. Fehler werden auch tm Auslande von den Staatsrnännern und Diplomaten des Landes gemacht, und sie werden auch kritisiert, sofern ein positiver praktischer Zweck damit erreicht werden soll. Aber in welchem Staat fällt es der Presse ein, in jedem Falle, Ivo man mit der beobachteten Politik nicht einverstanden _u sein gluubt, aus den ersten Eindruck hi» in alle Welt pinauszuschreien, daß der eigene Staat nun alles Aniehen in der Welt eingebüßt habe'? Nach der Meinung der Pessr- .nisten haben wir die törichtste Regierung von oer Welt. vta, wir können das Urteil wenigstens nach bec einen .Dichtung hin erweitern, daß wir sicherlich in aus wart: - gen Dingen die undisziplinierteste Presse von der Welt haben. Noch ein kurzes Wort, so fährt die „M. Alla. Ztg." fort, über das „Dekorative" und die „Liebenswürdigkeit". Es handelt sich! da um Punkte, die eine Frage des Geschmackes sind.. Wie sie von der Mehrzahl der Deutschen beurteilt werden, ist eine Frage für sich. Im Ausland weiß man jedenfalls, daß es sich hier um persönliche Eigentümlichkeiten des Reichsoberhauptes handelt. Me man auch darüber im einzelnen urteilen mag, die Tatsache bleibt bestehen, daß der Kaiser in seinem politischen Wirken wegen seiner staatsmännischen Eigenschaften im Ausland allgemein bewundert, unter Umständen auch gefürchtet wird. Und ebenso ist es Tatsache, daß in den letzten Jahren die Führung der auswärtigen Politik in allen entscheidenden Fragen und in allem Wesentlichen von jenen Eigentümlichkeiten unberührt geblieben ist. Ja, jenes Zuviel in gewissen Äußerlichkeiten würde noch viel weniger zu bedeuten haben, wenn wir Deutschen selbst kühler dabei blieben und nicht unfern heiligsten Beruf darin sähen, dem Ausland jedesmal klar zu machen, daß der Kaiser gewissermaßen das Reich bloßgestellt habe. Gerade im Ausland weiß man zu Unterscheiden zwischen dem politischen Kern und dem persönlichen Beiwerk. Mag man also sich über manches in der Politik zu Hause und auf der Bierbank ärgern, die Behauptung, daß es sich hierbei um ernste Gefahren für die Stellung des Reiches handle, enthält eine starke Uebertreibung. Soweit die Ausführungen des Münchener Blattes. Uns scheint, daß darin von den außerhalb der Regierung stehenden Politikern etwas zu viel verlangt wird. Vor allem darf auch dem Volke das Recht, seiner Stimmung Ausdruck zu verleihen, nicht beschnitten werden. Und die Regierung soll eben nicht allein da sein. Im übrigen sind die Befürchtungen der „Tägl. Rundschau" und der anderen Blätter doch wohl etwas übertrieben. Wenn auch für die Dauer zur Wahrnehmung unserer Interessen unsere Hinneigung nach einer bestimmten Seite gehen muß, so hat doch augenblicklich und im Hinblick auf zeitweilige Tendenzen der Politik die „Köln. Volksztg." nicht ganz unrecht, wenn sie in ihrer letzten Nummer schreibt: Man soll nicht so viel Lärm von solchen diplomatischen Annäherungen machen, denn meist tragen sie ihr Korrektiv in sich selbst. Wenn A und B sich anfreunden, so kommen C und D sich von selber näher und so weiter; denn ,roat den Einen sien Uhl is, is den Annern sien Nachtigall^. Eine lange Erfahrung hat uns gelehrt, daß dies besonders auf unser Verhältnis zwischen England und Rtißland zutrifst. Wurde es zeitweilig zu dem einen der beiden Staaten kühler, so wurde es zu dem anderen eo ipso wärmer. Jetzt zeigt ssch offenbar eine Abkühlung nach der englischen und eine Besserung nach der russischen Seite hin. Ist dies ein Anlaß in die Lärmtrompete zu stoßen? Ganz gewiß nicht. Volittsche Tagesschau. Unstimmigkeiten. Es sind in Viesen Tagen viel Bemühungen im Gange, die die Stellung des Grafen Bülow als erschüttert hm- ftellen möchten. „Gute Freunde" eines portefeuillelüsternen Geheimrats, schreibt die „Voss. Ztg.", der noch eine zeip- lang Geld machten will, ehe er seine schätzbare Kraft der Rettung des Staates wtdmet, verbreiten schon seit Monaten in gesellschaftlichen und politischen Kreisen, daß „Bernhard", wie sie im anmutigen Koseton den Reichts- kanzler nennen, jedenfalls den Winter nicht mehr in Berlin erleben werbe. Mit ihm sei es aus, ganz aus; mit ihm werbe der Kaiser auch nicht ein paar Monate mehr auskommen. Diese freundlichen Andeutungen finden die verschiedensten Wege in die Öffentlichkeit; beim der „kommende Mann", der einstweilen mit ganz anderen, als politischen Dingen beschäftigt zu sein scheinen will, verfügt über eine stattliche Anzahl von Bewunderern, die feinem Worten lauschen wie einer höheren Offenbarung und wissen, daß sie nur seinen Atomen, nicht aber seine Aenßerungern geheim halten sollen. Graf Bülow hat politische Gegner und persönliche Nebenbuhler, deren Organe gern an kleinen Preßtreibereien gegen den leitenden Staatsmann teilnehmen und, wenn sie ihm keine KeulensckMge versetzen können, es wenigstens mit Nadelstich,en versuchen. Daß im Staatsministerium nicht die beste Einigkeit herrscht, ist sicherlich richtig; aber nicht minder richtig ist, daß die geflissentlichen Erörterungen über die „Unstimmigkeiten" ihre Spitze gegen den Reichskanzler und Ministerpräsidenten durch die Gehilfen jener Kreise erhielten, die sich seit geraumer Zeit bemühen, dem Grafen Bülow den Genuß der Freiheit und einer auskömmlichen Pension zu schassen. Neuerdings wird eine Korrespondenz über den Kronrat an die Blätter verschickt, die in allerlei diplomatisch fein sollenden Wendungen zu erkennen gibt, daß die Stellung des Kanzlers gänzlich erschüttert sein müsse, da er doch sogar in Zeitungen, zu denen er Beziehungen habe, sich „Rektifizierungen" gefallen lasse, nämlich über seine Unzuständigkeit zur „Nettisizierung" preußischer Staatsminifter. Dann wird etwas dunkel auf den „starken Mann" angespielt und eine Regierung verlangt, die vor „inneren Krisen" nicht zurückschreckt, sondern entschlossen an ihre Losung heran geht. , . t ou alt diesen Wühlarbeiten mögen die Ausführungen der süddeutschen Korrespondenz" gehört werden, die, wenn sie auch offiziös ist, doch viel Richtigkeiten enthalten wird. Es heißt darin: Zu dem mancherlei Brimborium, womit die einfache Tatsache, daß der Kaiser und König nach feiner Rückkehr in der Hochwasser frage den Vortrag des Ministerpräsidenten entgegennehmen und demnächst einer Sitzung des Staatsministeriums präsidieren will, sensationell aufgeputzt werden soll, gehört auch die Ausstreuung, es sei an Bord der „Hohenzollern" besonders übel vermerkt worden, daß an die Kaiserin eine Anregung, sich unmittelbar unter dem Eindruck der Gefahr in das Ueberschwemmungs- gebiet zu begeben, nicht herangetreten sei, — ein wohl ausgesonnenes Geschichtchen, das eben nur den Fehler hat, nicht ivahr zu sein. Solches Zeug wird kolportiert, um die Unterstellung glaubwürdiger erscheinen zu lassen, es bestehe eine zur Lösung drängende, starke Spannung in der innerpolitischen Gejamtlage. Den Mchstbeteiligten, den Mitgliedern des preußischen Ministeriums, bleibt merkwürdigerweise diese krttische Zuspitzung der Dinge verborgen. Die Blatter der radikalen Demokratie aber wissen es besser; sie schwelgen schon in Vorahnungen eines „kaum ausbleibenden Donnerwetters". Daß sie mit diesen Phantasien der eigenen hochheiligen konstitutionellen Doktrin ins Gesicht schlagen, kommt den verehrlichen Krisenschwärmern wohl nicht recht zum Bewußtsein. Auf Ser anderen Seite aber sind wieder wohlmeinende Leute aufgestanden, die nichts Sringenber zu tun wissen, als die Änzelminister gegen die „Despotie" des Ministerpräsidenten in Schutz zu nehmen. Diese ungebetenen Sachwalter dürsten ihren Klienten roentg Freude bereiten. Wer den Verhältnissen näher steht, weiß, daß die Selbständigkeit gerade der Fachminister heute weniger eingeengt, der Spielraum für eine ressortmäßige Initiative in Fragen, deren Behandlung nicht der Gefamtpolitik vorgreift, freier ist, als in früheren Zeiten. Auch die Wiederherstellung des Postens eines Vizepräsidenten des Staatsministeriums hat in der Presse ein jedenfalls auftragsloser Uebereifriger gefordert. Wozu denn? Der Ministerpräsident ist ja noch ganz rüstig, für manche Zeitungspolitiker sogar anscheinend zu rüstig. Tie Bewilligung der schlesischen Notstandsgelder soll nachträglich herabgewürdigt werden, indem man aus- sprengt, der Staat fordere für die leihweise hergegebenen Mittel drückende Zinsen und kündige jchpn jetzt die Absicht an, das Kapital von der Provinz Schlesien zurückzufordern. Dem gegenüber kann mit aller Bestimmtheit erklärt werden, daß die Notstandsgelder zwar der Form nach ein Tar- lehen bilden, aber ein zinsfreies, und daß die Frage der Rückerstattung ohne alle Engherzigkeit behandelt werden wird. __ Tie neuen Reichssteuern. Aus Berlin, 12. August, wird uns geschrieben: Lieber die Wahrscheinlichkeit der Einbringung neuer Steuervorlagen in der neuen Reichstagssession hatte sich anläßlich der Frühjahrsreife des bat)eri) cf)en Ministerpräsidenten v. Podevils nach Berlin eine lebhafte Erörterung entspannen. Es wurde da auch eine den Kreisen der Brauereibesitzer zugegangene Information ins Feld geführt, wonach die Regierung die Erhöhung der Biersteuer in nächster Qeit beabsichtige. Im Anschluß daran wurde behauptet, vier der größten Berliner Brauereien, darunter die unter Leitung des verstorbenen 2lbg. Roesicke-Dessau stehende Schultheiß-Brauerei, sollen zu einem Riesenbetriebe bereinigt werden, um die neue Belastung des Braugewerbes durch Beseitigung der Konkurrenz einigermaßen auszugleichen. Monate sind seitdem ins Land gegangen, doch von einer Vereinigung von Brauereien hat man in Berlin bisher nichts wahrgenommen. Auch beim Tode Roesickes, der Soch sicherlich eine hervorragende Rolle bei diesen Fusionsverhandlungen gespielt hätte, verlautete nichts. Läßt sich hieraus auch nicht ein Argument gegen die Möglichkeit einer Biersteuererhöhung herleiten, so doch wohl ein solches in dem Sinne, daß diese Erhöhung noch nicht beschlossene Sache ist. Die Konferenz der bundesstaatlichen Fmanzminister, die gleich nach der Rückkehr des preußischen Finanzministers v. Nheinbaben aus Nordamerika stattsinden und eine Erörterung über die Reichsfmanz- reform bezwecken sollte, steht ja auch noch aus. Die Angelegenheit wird seitens der Regierung also keineswegs als dringlich behandelt. Es ist nicht unwahrscheinlich, daß bezüglich der Biersteuer der Widerspruch Süd- deutschlands ins Gewicht fällt. Die Hoffnung, daß die Reichsfinanzresorm auf einer anderen Basis als der neuer Steuern sich werde aufbauen lassen, steht freilich auf schwachen Füßen, und baß Mer und Tabak mehr Aussicht haben, zu Besteuerungszwecken herangezogen zu werden, als etwa Wein ober Züiibhölzer, unterliegt kaum einen Zweifel. Demi das Reich braucht Einnahmen, die „zu Luch schlagen", wie der Schatzsekretär Frhr. v. Thiele- mann sich einmal ausdrückte, und das Steuerfeld ist im übrigen abgepreßt. Eine Wehrsteuer hat keine Aussicht auf Annahme, und die Erweiterung des Stempelabgaben- aesetzes dürfte int Hinblick auf die mit der letzten Börsensteuererhöhung gemachten Erfahrungen schwerlich für opportun erachtet werden. Kaisermanö'ver. An den beiden Kaiserparaoeu zu Zeithain unb bet Leipzig werden foIgenSc Fürstlichkeiten als Gaste des Königs Georg von Sachsen teilnehmen: An der Parade des 12. (1. Königlich sächsischen) Armeekorps und der Kavalleriedivision B. am 2. September auf dem Truppenübungsplatz zu Zeithain: Kronprinz Wilhelm von Preußen, Prinz Rupprecht von Bayern, Großherzog Wilhelm Emst von Sachjsen-Weimar-Eisenach, Prinz Ernst von Sachsen-Altenburg. An der Parade des 19. (2. Königlich sächsischen) Armeekorps^ auf dem Lindentaler Exerzierplatz bei Leipzig am 5. September: Prinz Leopold von Bayern, Au »stand in KlazcdonitN. Taoen an Umgekommenen. , , I 2er Abgeordnete George Berry hat für Freitag eine Versammlung sämtlicher Pariser A b g e o r d n e ten einberufen, in welcher die durch die Katastrophe geschafseneck Lage beraten werden soll. Der Metropolitanbahn-Ausschuß des Gemeinderats hielt Mittwoch nachmittag eine Sitzung ab. — Drei Mitglieder des Gemeinderats beabsichtigen den Präfekten in der Gemeinderatssitzung über die Katastrophe zu interpellieren. Die Bahngesellschaft wird veranlaßt werden, um weitere derartige Unfälle zu verhüten, eine doppelte von einander unabhängige Beleuchtungsanlage herzustelleu, ihre Wagen aus feuerfestem Material bauen zu lassen, doppelte Ausgänge auf jeder Station zu errichten, Feuerwehrposten auf allen Stationen zu etablieren l und für befsere Luftzuführung Sorge zu tragen. Paris, 12. Aug. Die Aufregung der Bevölkerung wächst fortwährend. Der Verkehr auf der Bahn sank auf ein Drittel des Werktags-Durchschnitts, namentlich auf der Strecke | der äußeren Boulevards, wo das Unglück sich zugetragen hat. Die Frauen meiden die Untergrundbahn fast vollständig. Während sie sonst 65 pEt. der Fahrgäste ausmachten, sank diese Verhältniszahl gestern auf 5. Außer König Eduard hat auch der Papst an die französische Regierung durch Vermittelung des französischen Vertreters beim Vatikan ein Kondolenz-Telegramm gesandt. Der Erzbischof von Paris plant im Einverständnis mit der Regierung eine große Trauerfeierlichkeit für die Opfer der Katastrophe. Der Lordmayor von London hat eine Subskription zu Gunsten der Opfer in die Wege geleitet. Der Papst. Der Erfolg Oesterreichs beün Konklave wird langsam auch von den Wiener Blättern betont, doch glaubt die Neue Freie Presse, daß der Botschafter Graf Szeesen ihn erst in 'Rom vorbereitete, während aus polnischen Kreisen bekannt^ wird, daß Kardinal Puzyna schon in Wien auf dem Auswärtigen Amt Besprechungen hatte. Mehrere Blätter heben Rampollas sinnlose Feindschaft gegen Oesterreich-Ungarn hervor, das nur Notwehr geübt habe. Der Papst hat sich von seinem Unwohlsein wieder erholt und schlief zum ersten Male seit der Wahl ruhig. I Mittwoch morgen war er ausgezeichneter Stimmung. Er machte einen Spaziergang ini Garten und ließ sich photographieren. Es wird gemeldet, der Papst habe beschlossen, den Kardinal Martinelli zum Staatssekretär zu ernennen. Kursrückgang deutscher Anleihen. DieReichs- und die preußische Sta ats-Anlei he erfahren an der Berliner Börse fortgesetzt Kursrückgänge. Die Erscheinung fängt an, bedenklich zu werden, denn eine Verkaufsordre auf einen verhältnismäßig geringen Betrag reicht hin, den Kurs um V4—1j2 pCt. zu werfen. Derartiges ist bei der französischen und englischen Rente einfach aus-1 geschlossen, und es muß Verwunderung erregen, daß in Berlin, wenn es an ausgleichenden Kaufordres auf Reichs- oder Staats - Anleihe fehlt, nicht die amtlichen Charakter tragenden Institute, wie die Reichs bank, die See- Handlung, die Preußische Zentral-Genossenschaftskasse, den tm freien Verkehr unverkäuflich bleibenden und so auf Die Brandkatastrophe in Paris. Es ist jetzt festgestellt, daß das Unglück weitaus keine _ 1 * . ........... Uäü-p tnPTin neid den Kurs drückenden Betrag ohne weiteres „hereinnehmen". Das liegt doch auch im Interesse des Kredits des Reiches und Preußens! Müssen die Kleinkapitalisten nicht Anstoß nehmen an dem Kauf von — überdies geringe Zinsen tragenden — Reichs- und Staatsanleihen, wenn sie sehen, wie die glücklichen Besitzer solcher Papiere zum Teil beinahe 10 Prozent Kapitalverlust erleiden? Das anlagesuchende Publikum sagt sich schließlich, daß beun Erwerb von Industrie- papieren das Risiko kaum größer, die Gewinnchance aber bedeutender ist, und so verödet der Markt der heimischen Fonds mehr und mehr. Dieser volks- und finanzwirtschaftlich nicht unbedenklichen Möglichkeit müßte von berufener Seite vorgebeugt werden. Levetzow f. 2er frühere Reichstagspräsident v. Levetzow ist Dienstag nacht auf seinem Gute Gossow in der Neumark gestorben. ; — Albert Erdmann Karl Gerhard v. Levetzow, geboren am 12. September 1828 in Gossow bei Königsberg in der 'Neumark, studierte in Berlin, Heidelberg und Halle die Rechts unternahm sodann größere Reisen und trat 1856 als Regierungsassessor in den preußischen Staatsverwaltungsdienst ein. 1860 schied er wieder aus, um sich der Bewirtschaftung seines Gutes Gossow zu widmen, war außerdem Kreisdepu- tierter, befehligte 1866 eine Landwehr-Schwadron im Kriege gegen Oesterreichs wurde 1867 Landrat seines heimatlichen Kreises Königsberg in der Neumark und 1876 Landesdirektor der Provinz Brandenburg. Auch war er Mitglied des brandenburgischen Provinzial- und des neurnürkischeu Kommunallandtags, sowie des StaatsratS und seit 1890 des Herrenhauses, und präsidierte 1880 und 1881 der^brandenburgischen Provinzialsynode. 1866 bis 1871, 1877 bis 1884 und seit 1887 Mitglied des Reichstags, schloß er sich der deutsche-konservativen Partei an, und war 1881 bis 1884, sowie von 1888 bis 1895 erster Präsident desselben. Tie Ablehnung seines Antrags, Bismarck zu seinem 80. Geburtstag im Namen des Reichstags zu beglückwünschen, bewog ihn am 23. März 1895 zum Rücktritt, der wegen seines großen Geschicks als Präsident sehr bedauert wurde. Pole« und die Ueberschwemmungen in Posen. Es liegt, so schreibt man uns, System in der Art, wie die Polen auf Kosten des preußischen Staates wirtschaftlich in die Höhe zu kommen trachten. Ihnen müssen da alle Mittel zum besten dienen, so auch der durch die Ueber- schwemmung in Posen hervorgerufene Notstand. Ter Ober- . Präsident dieser Provinz stellte m der letzten Sitzung des Hilfskomitees in Anwesenheit der Kaiserin fest, daß die meisten beschädigten Besitzer Polen sind, daß sich aber die polnische Bevölkerung an der Hilfsaktion in keiner Weise beteiligt hat. Aus allen Gauen des Vaterlandes also gehen Beiträge ein für die Notleidenden in Schlesien und Posen, auch die weniger > Bemittelten halten mit ihrem Scherflein nicht zurück — aber die polnische Bevölkerung in den Städten Posens, die reichen polnischen Grandseigneurs, beteiligen sich an dem ihren Volksgenossen auf dem platten Lande geltenden Liebeswerke nicht, sie überlassen das durchaus den Deutschen. Wo ist nun das vielgerühmte „roarmi polnische Herz" ? Wären die Deutschen nicht, zahlreiche polnische Besitzer würden einfach zu Grunde gehen. 'Aber das hält die Polen nicht ab, von den „gemütsrohen, brutalen.Deutschen" zu sprechen. Ausland. Wien, 12. Aug. Am Freitag trifft in Marieubad König Eduard von England ein, wohin sich auch der hiesige englische Botschafter mit einem Attachee begeben Deutsches Keich. Sw ine münde, 12. Aug. Der Kaiser wohnte heute vormittag mit den Herren des Gefolges einer 1 y2 stündigen auf dem Fort abgehaltenen Schießübung gegen schwimmende Ziele bei und kehrte um 10 Uhr 45 Minuten an Bord der „Hohenzollern" zurück. Das Publikum bereitete dem Kaiser lebhafte Kundgebungen. — Der Kaiser ist heule nachmittag um 2 1/2 Uhr nach Wildpark abgereist. . Berlin, 12. August. Reichskanzler Gras Bulow gedenkt vier Tage in Berlin zu bleiben und sich dann wieder in den Sommer-Urlaub zu begeben. Breslau, 12. August. Die Kaiserin richtete an die stellvertretende Vorsitzende des Va ter län dischen Frauenvereins, Fürstin Hatzfeld, ein Telegramm, in dem sie ihre Zufriedenheit über die am 10. August im Oberpräsidium ! abgehaltene Vereinssitzung Ausdruck gibt und gleichzeitig die Tätigkeit des Vaterländischen Frauenvereins lobend hervorhebt. Köln, 12. Aug. Die „K. Z." meldet aus Buenos Ayres: Der Präsident der Republik sandte anläßlich des Todes des deutschen Gesandten Freiherrn von Wangenheim ein Telegrumm an den Kaiser, in dem er sein tiefes Bedauern über den Verlust aussprach. Der Präsident wird mit seinem ganzen Gefolge dem Begräbnis v. Wangenheims beiwohnen. Dresden, 13. Aug. Prinzessin Johann Georg erlitt einen Unfall bei der Ausfahrt. Der Hofwagen geriet zwischen einen elektrischen und eine Lastwagen. Beide Hinter- räder sprangen ab und das Wagengestell schlug auf die I Erde. Die Prinzessin blieb unverletzt und fuhr mit einer Droschke heim. Berlin, 13. Aug. Bebel und Singer lehnten die angebotene sozialistische Landtagskandidatur fürBreslan ab. Ter „Volksmacht" zufolge herrschte bei der Leitung der sozialistischen Partei die Ansicht vor, es solle wegen Arbeitsüberlastung möglichst keinem Abgeordneten cm Doppelmandat anvertraut werden, vielmehr wolle man neue Arbeitskräfte in den Landtag zu wählen suchen. Der Kronrat wird am 13. August vormittags zusammentreten. Es wird dieser der dritte unter der Regierung des jetzigen Monarchen sein. Der erste wurde am 16. März 1892 einberufen, nach- . dem der Volksschulgesetzentwurf vom Kultusminister Grafen Zedlitz-Trütschler bem Abgeordnetenhause vorgelegt worden war. Das Ergebnis der damaligen Beratung ging dahin, daß dieser Entwurf, obgleich er sich schon in Kommissions- beratung befand, von der Staatsregierung zurückgezogen wurde. Der zweite Kronrat wurde Mitte September 1896 auf Schloß Hubertusstock, wo der Kaiser weilte, abgehalten. Es handelte sich damals um die Herabsetzung des Zinsfußes der Reichs- und Staatsanleihen. Arn 22. August 1899 fand der dritte Kronrat statt. Es wurde der Beschluß gefaßt, die konservativen Gegner der Kanalvorlage, welche zugleich Staatsbeamte waren, zu maßregeln. Herzog Karl CSniarb von Sachsen-Koburg und Gotha, Prinz I Emanuel von Italien, Herzog von Aos^. ^?öen merben außerdem auf Einladung des Königs von Sachsens folgende Fürstlichkeiten und höheren Offiziere beiwohnen. Prinz AlbreclU von Preußen, Regent des Herzogtums Braunschweig, Prinz Eitel Friedrich von Preußen, C- vrinz Bernhard von Sachsen-Meiningen und Hildburg- Wen Erzherzog Otto von Oesterreich, Generalfeldmar- schall Graf v. Waldersee, Generalinspekteur der 3 Armeeinspektion. Im Gefolge des Kaisers werden stch befind^: Großes Hauptquartier: Kommandant General der ^nsan- terie v. Messen, diensttuender Generaladjutant, Generalleutnant v. Scholl, diensttuender Generaladjutant, General- major v. Löwenfeld, diensttuender General 5 la smte, vre diensttuenden Flügeladjutanten Oberstleutnant v. MüSkow, Majore Graf v. Schnrcttow und v. Friedeburg, em ^ervarzr, sowie Se. Durchlaucht Maximilian Egon Fürst zu Fursten- berg. Militärkabinett: Chef, Generalleutnant Gras von Hülsen-Haeseler, Vortragender Generalachutarit, Oberst von Oertzen, Abteilungsches, Majore v. Zastrow, beauftrag: mit Wahrnehmung der Geschäfte als Mteilungvchef, v. Heyde- breck und v Wienskowski. Bon außerdeutschen Staaten senden Vertreter: Oesterreich, Italien, Rußland, Spanien, Frankreich, 'Nordamerika, Argentinien, Japan, Großbritannien. Hazim Bey., Mitglied der legislativen Abteilung des Skaaisrats, wurde zum Bali von Monastir ernannt Der abgcsetzte Vali wird von einer Eskorte nach Tripolis in die Verbannung gebracht. Die Verteidigung von Monastir wurde verstärkt. Die Stimmung unter den mohammedanischen Dorfbewohnern, die in den ersten werden. so großen VerlMtnisse angenommen - y; Publikum an den Stationen Couronnes und Bellevüle sich nickst so roh und jeder vernünftigen Vorstellung un- ( zugänglich gezeigt hätte. Vergeblich mußte man nämlich . mehrere kostbare Minuten lang die Hinuntersturmenden < bitten, doch zurückzugehen, da ein ungeheures Unglücks passiert sei; man lachte und drängte die vom Rauche Ber-I^ rolaten, die emporeilen wollten, rücksichtslos wieder hm-1 miter. Als man dann endlich doch zum Bewußtsein des । Ernstes der Lage kam, verlangte das rohe Bolt an den Billettschaltern sein Geld zurück und verstopfte somit wieder- um die Ausgänge. Daher erklärt es sich, daß viele Personen auf dem Bahnstege von Couronnes, nahe bei der Aufgangstüre und sogar aus dem ersten Treppenabsätze erstickten und daß ferner aus den eigentlich gar nickst betroffenen Stationen Mönilmontant und Belleville sieben I bezw. zwei Personen ihren Tod sanden. Tie Pariser haben dabei ihre sonstige Weltstadtgeschwindigkeit und ihren natürlichen Ordnungssinn bei Katastrophen und Ansamm- lunaen ganz verleugnet. Selbstverständlich ist indessen der Hauptteil der Schuld der ^>tadtbahngesellschaft zuzu-I schreiben, die erstens sür keinerlei Ausgangsschächte, trotz der Reklamationen der Feuerwehrbehörden, ferner furl keinerlei Feuerbekämpfungsmittel gesorgt hat, die vor allem keinen Steg neben den Schienen angelegt hat, aus dem sich die Passagiere im Notfälle retten konnten. Die ganze Anlage der Stadtbahn ist überhaupt schon langst von Fachmännern als überaus leichtfertig verurteilt worden. Man hat u. a. die Mdichtungen gegen die Gas- und Wasserröhren als nicht hinreichend bezeichnet. Auch die Ersen- aerüste der Haltestellen erscheinen nickst hinreichend widerstandsfähig. Gegen den Betrieb sind die Anklagen noch heftiger und jeder wird in sie einstimmen, der an irgend einem Sonntage, das dem Nichtpariser einfach Schwindel I erregende Treiben auf einzelnen Haltestellen, wie bei-1 spielsweise dem an der Etoile beobachtet hat. Daß bei dem Drängen auf den engen, sich kreuzenden Kreppen, bei den Ansammlungen an den Stegen, bei dem Stoßen in oic I bis zum Brechen gefüllten Wagen, nicht schon längst em großes Unglück passierte, ist ein reines Wunder. Die erste I Forderung, die schon längst erhoben wurde, ist ome streng Teilung zwischen den Aus- und Eingängen der Bahnhose, um das Aufeinanderprallen der abfahrenden und ankommenden Massen zu verhindern. . Tie Direktoren der Nietropolitan-Bähn bemühen futy, die ganze Verantwortung für die Katastrophe auf den Zng-^ kührer Chauvin zu wälzen, der mit seinem brennenden leeren Zuge noch die nächste Station erreichen wollte, anstatt anzuhalten. Der Brand und damit die Rauchentwicklung hätten aber schließlich genau so gut entstehen können, wenn Chauvin den Zug angehalten hätte. — 46 Familien sind von dem Unglück betroffen worden. Von der Familie des Arbeiters Delavatte sind die Mutter und zwei Kinder, von mehreren anderen Arbeiterfamilien gleichfalls drei Mitglieder umgekommen. 23 Familien sind brotlos geworden. Natürlich wird die Metropolitan-Gesellschaft zu Unterstützungen herangezvgen werden. Das von der Arbeiterbevölker- j ung bewohnte Quartier Charonnes weist die größte Totenliste auf. Den ganzen Mittwoch fiihren die Leichenwagen durch die Straßen, welche die Särge mit den Getöteten aus der Morgue in die Wohnungen brachten. Zwei junge Mädchen, die zur Hochzeit nach Paris gekommen waren, sind ein Opfer der Katastrophe geworden, als sw von der Hochzeit zu ihren Verwandten fahren wollten. Der „Figaro" eröffnete eine Subskription für die Hinterbliebenen der bei der Katastrophe auf der Untergrundbahn bob sich infolge der Truppenverstärkungen wieder. Die Lauem beginnen mit Lerteioigungsarbeiten und, verlangen roa nt ieni tcuucilclu, uum uu» —v»— ----------- . iWaffen. — Die Pforte versicherte einigen diplomatischen «rotzen Verhältliisse angenommen hätte, wenn das I stellen gegenüber, daß seit drei Tagen ^eme größeren dlikum an den Stationen Couronnes und Belleville Dandenunruhen stattgefundeu haben, was sie auf die bu ......... angekommenen und herannahenden Truppenverstarküngen zurücksührt. Sie gab der Hoffnung; Raum, daß die äußerste Kraftentfaltung der Komitadschis schon irn Ab nehmen begriffen sei. Die telegraphische Verbindung zwischen Monastir und Saloniki wurde neuerdings unterbrochen. Bei den Zusammenstößen bei Suiilno und Kruschewo soll der Verlust beiderseits ungefähr 160 Mann betragen haben. Der bulgarische diplomatische Agent G e s ch o w erneuerte rn offizieller^ Weise bei der Pforte die Versicherung, daß infolge der von der bulgarischen Regierung an der Grenze getroffenen Maßnahmen weder bulgarische Banden, noch bulgarische.Offiziere in der letzten Zeit die Grenzei nach der Türkei passiert haben, noch dies rn^Zurunst tun iwerden. Bulgarien werde die bisher der siurrei gesgen- über beobachtete korrekte Haltung auch fernerhin einnehmen. Ten neuerlichen Erklärungen des bulgarischen Ministerpräsidenten ist indessen hinzitzufügen, daß Petrow einigen diplomatischen Agenten in Sofia mitt eilte, sein Kabinett werde der inneren Bewegung in Bulgarien nicht Herr werden können und er stehe sür nichts ein, wenn es in Macedonien zu Massakres unter der dortigen bulgarischen Bevölkerung käme. — Im Vilajet Aöonastir wütet an verschiedenen Orten ein Kampf zwischen Banden und Militär. 7 Dörfer wurden gänzlich niedergebrannt. In Saloniki trafen gestern 150 Verwundete ein. — Bei Ekschifu und Ostrovo sind 800 Aufständische von türkischem Militär umzingelt. Ter Angriff wird noch heute erwartet. - Tie Aufständischen versuchten bisher erfolglos Monastir in Brand zu stecken. — Aus Monastir liegen folgende briefliche Einzelmeldungen vor: Größere Komiteebanden führten freiwillige und gewaltsame Banden- I ergänzungen aus der bulgarischen Landbevölkerung durch, I aus einigen Dörfern zogen auch Frauen und Kinder aus Angst mit, desgleichen schlossen sich auch einige kuzowala- chische Dörfer ben Banden an. Kleinere Militär- und Gen- darmeriewachposten wurden von Komiteebanden überfallen. Die Verproviantierung wird von Komiteebanden gewaltsam durchgeruhrt. Einige türkische Meierhöse und zahlreiche Getreideernten, sowie die mohamedanischen und der Bewegung feindlichen Chrisrendörfer wurden niedergebrannt. Außer den Telegraphenlinien sind einige Straßenbrücken zerstört. In Monastir ereigneten sich in den letzten Tagen ! mehrere Brände; es lvird vermutet, daß diese von Storni- tadschis angelegt sind, um eine Panik hervorzurufen. wird. B e l g r a d, 13. Aug. In diesen Tagen findet emc Versammlung der serbischen Journalisten statt, um gegen den mit dem Königsmord auf die Journalisten geübten Terrorismus zu protestieren. — Infolge von Differenzen zwischen dem Kriegsminister Atauazkowitsch und den übrigen Ministern ist eine Ministerkrisis ausgebrochen. Konstantinopel, 12. Aug. Ter Sultan richtete anläßlich der Ermordung des Konsuls Rostkowski^ ein Telegramm an den russischen Kaiser, in Ibem er sein tiefstes Bedauern mit der Versicherung ausspricht, daß alles geschehen werde, was ein derart ver- abscheuungswürdiges Verbrechen geboten erscheinen lasse. — I Ein offizielles Kommunique besagt: Mit Bedauern erhielt die otkoinanische Regierung Kenntnis davon, daß der russische Konsul in Monastir, Rostkowskij, auf der Rückkehr aus der Umgebung in der Stadt von einem Gendarmen getötet sei. Gemäß den glücklicherweise zwischen ihr und der russischen Regierung bestehenden guten Beziehungen brachte die ottomanische Regierung der letzteren ihr Bedauern über die an dem offiziellen Kommissar verübte Gewalttat zum Ausdruck und ordnete an, daß der Urheber des Verbrechens einem besonderen Standgericht übermittelt wird, und daß, wenn Mitschuldige existieren, auch diese uu|iu iuuluv vclilulu.. lu <,u.n»uuub Lu bcii durch das Gesetz vorgesehenen Strafen berurtei mmedanischen Dorfbewohnern, die in den ersten I werden. Der Wali von Atonastir, Ali Riza Pascha, l / aesichw einiger Erfolge der Banden gedrückt war,,wie gemeldet wird, ein sehr tüchtiger und beliebter «amrer MAIZI. VA Zur Herstellung von Saucen verwendet, und niemitl« wird der Hausherr über geschmackloses Essen klagen. Erst durch eine geschmackvolle uud seimige Sauce erhall das Essen den erwiinschten Wohlgeschmack. Keine Hallsfrau koche daher ohne „Maizena". General-Depot bei Lürk u. Pabst, Frankfurt a. Main. 292 ist, D. Red.), der Gendarrnerie-KornmanLant, dessen Stellvertreter und ein anderer Gendarmarieoffizier wurden ihrer Posten enthoben. Die Pforte hack überdies beschlossen, der Familie des Dahingeschiedenen eine entsprechende Ent- schädigung zu überweise::. — Die von der Türkei an die Witwe des ermordeten Konsuls Rostkowski zu zahlende Entschädigung wurde auf 200 000 Frcs. festgesetzt. Die Empfangnahme der Entschädigung ist russischerseits noch nicht erfolgt. Batavia, 12. Aug. Tas Dors Polve Tengah im Innern von Sumatra wurde von den niederländischen Truppen genommen. Der Feind hatte 300 Tote. Auf feiten der Niederländer wurden ein -Offizier und sech«sMann getötet, ein Offizier uixb 50 Mann verwundet. Aus Stadt und Land. Gießen, den 13. August 1903. ** Stenographie. Tie zur Zeit in Salzburg tagende Hauptversammlung des Allgemeinen Deutschen Stenographenbundes Ga b e l s b e r g e r hat sich endgiltig gegen die Berliner Reform- beschlüsse erklärt. Auf Antrag der bayerischen und sächsischen Vereine wurde beschlossen, auf der Grundlage der Dresdener Beschlüsse vom Jahre 1900 auf eine Systemrevision einzugehen. Zum Bundesvorort wurde Wien, zum Ort des nächsten Bundestages im Jahre 1906 Leipzig bestimmt. •* Der Neubau der katholischen Kirche an der Liebigstraße schreitet rüstig fort. Dian hofft, denjenigen Teil des Gotteshauses, welcher zuerst zur Benutzung fertig gestellt wird, in 4—6 Wochen unter Dach zu bringen. Man kann sich bereits ein Bild machen über die werdenden Formen, die die Kirche erhält. Und betritt man das Innere der werdenden Kirche, so sieht man schon, wenn alles auch noch unfertig ist, daß der Baumeister im Begriffe steht, in gothischen Formen ein schönes Werk zu schaffen. Hübsch wirken jetzt schon die harmonisch gegliederten fertigen Fenster, und schon ragen die kräftigen Pfeiler, welche die Spitzbogen der Seitenschiffe tragen, empor. Maurer und Steinbildhauer sind fleißig an der Arbeit, das Werk zu fördern. Neben dem Bauplatz sind die Zimmerleute schon dabei, das erforderliche Gebälk vorzuöereiten. Man weiß schon jetzt, daß der Bau unserer Stadt einst zur Zier gereichen wird. ** Städtisches Elektrizitätswerk. Keine unserer städtischen Unternehmungen hat seinerzeit bei seiner Begründung so die Kritik weiterer Kreise der Bürgerschjaft gefunden wie unser Elektrizitätswerk. Man war früher vielfache der Ansicht, das vor co. 2 Jahren errichtete Elektrizitätswerk sei, soweit der Bedarf der Bürgerschaft selbst in Frage komme, verfrüht angelegt und die wegen dessen Rentabilität gehegten Erwartungen würden eine schwere Enttäuschung erleben. Indessen wird der demnächst zur Vorlage kommende Abschluß des Werkes den Umständen nach günstig abschließen und eine Verzinsung des Anlage- Kapitals ergeben, wobei zu bedenken ist, daß die Anlage in ihrem vollen Umfange noch gar nicht ausgenutzck worden ist, weil der Bedarf an Licht und Kraft sich erst, wie bei jeder Neuerung, nach und nach einstellen wird. Immerhin kann man mit der Entwickelung des Werkes im ersten Betriebs- stahr wohl zufrieden sein, wie die nachstehenden Angaben beweisen. In der Zeit von der Jnbeckriebnahme desr Awlage, im September 1901, bis zum 31. März d. I. ist die Zahl der Hausanschlüsse um 88, die Zahl der Abnehmer von 90 auf 252 gestiegen. 3224 Glühlampen, 35 Bogenlampen, 47 Motoren und 188 Elektrizitätszähler wurden in der Stadt neu installiert, während die Anlagen der Eisen- bahnbehörüe, welche von der Stadt mit elektrischem Strom versehen werden, eine Vermehrung von 102 Glühlampen und 12 Bogenlampen erfuhren. Diese überaus erfreuliche Vergrößerung des Anschlußwertes, welche insgesamt am 31. März d. I. rund 10 700 Glühlampen von je 55 Watt Stromverbrauch betrug, ist am besten der Beweis von der zunehmenden Erkenntnis der Annehmlichkeiten des elektrischen Stromes für Beleuchtungszwecke und ganz besonders aber auch fiir den Betrieb von lleineren und mittleren Arbeitsmaschinen. Der zunehmende Verbrauch des elektrischen Stromes ist zweifellos auch darauf zurückzuführen, daß die städtische Verwaltung mit der am 1. Januar d. I. in Kraft gesetzten Verbilligung für elektrische Energie das r)ttch^ tige getroffen hat. Die Gesamtlänge der einzelnen in die Straßen gelegten Leitungen beträgt rund 88 Kilometer. — Wir erfahren übrigens, daß das Hotel „Großherzog von Hessen" demnächst ebenfalls an das städtische Kabel angeschlossen werden soll. ** Ortegue, der Fußwettläufer, der nächsten Sonntag auf dem Sportplatz an der Hardt sich vorstellen wird, hat sich in der ganzen Welt großen Ruhm erworben. Bei dem bekannten Marathon-Wettlauf in Paris im Juli 1896 hat er 40 Kilometer in 2 Stunden und 41 Minuten zurückgelegt. (?) Großen-Buseck, 12. Aug. Hier ist ein Rad- fa hrerverein gegründet worden mit dem Namen „Edelweiß". Er zählt bereits 30 Mitglieder. (!) Lich, 12. Aug. Das zum Kloster Arnsburg gehörige Paradiesgebäude soll einer Renovierung unterzogen werden. Die vorzunehmenden Arbeitet: sind auf 3800 Mk. veranschlagt. Lauterbach, 12. Aug. Welches Interesse Se. Kgl. Hoheit der Großherzog unserer heimischen Industrie entgegenbringt, geht daraus hervor, daß S. K. Hoheit bei dein oberhessischen Leinenversandtgeschäft Konrad List größere Bestellungen auf den neu eingeführten Tafellikör Curacao Nosiola bei dem Fabrikanten desselben ausgab. Neu-Isenburg, 11. Aug. Heute nacht verschied nach längerem Leiden die älteste Einwohnerin Neu-Isenburgs, die Witwe Klein, die das seltene Aller von 95 Jahren erreicht hatte. Vermischtes. * Berlin, 12. Aug. In einer Zuschrift an das „Bert. Tgbl." wird die Blättermeldung von der Erblindung Edisons durch Röntgenstrahlen von maßgebender Stelle als völlig unbegründet bezeichnet. * Hamburg, 13. Aug. Im benachbarten Wilhelmsburg herrscht eine Scharlach-Epidemie in Verbindung mir Diphtherie. Eis jetzt sind 15 Kinder gestorben. Ein Vater verlor vier Kinder. * Hamburg, 12. Aug. Das Segelschiff Isabella Walker ist im Kanal nach einem Zustammenstoß mit dem norwegischen Dampfer Theodora gesunken. Auch die Theodora ist untergeaangen. Die Besatzung beider Sckikie. 7 und 16 Mann, find ertrunken. Wrackstücke sind beim Dud- geon-Leuchtturm angetrieben. * Von der Mosel zum schwarzen Meer. Fünf Ruderer aus Metz sind z. Z. auf einer Wasserfahrt nach den Donaustaaten begriffen. Auf einem Viererbootchen benutzten die jungen Sportsmänner die Mosel als Wasserstraße, fuhren dann auf dem Rhein bis Mainz und von da den Main stromaufwärts. Durch den Ludwigkanal gelangen die Wasser- touristen auf die Donau und auf dieser bis in das schwarze Meer. * Ostende, 12. Aug. Das deutsche Schiff „Par- nas" hat gegenüber Dünkirchen das Leuchtschiff „Sandetti" an gerannt und ist gesunken. Die Besatzung konnte gerettet werden. * Paris, 12. August. Das Reiterstandbild des Zaren Nikolaus II., das von dem Komitee „Erinnerungen an Betheney" bestellt wurde, ist nunmehr fertig gestellt und wird nach Petersburg gesandt, uni dort im Wintergarten Aufstellung zu finden. Das Standbild ist aus Bronze mit einem Sockel aus Granit. * Neapel, 12. Aug. Der Eruptionskegel des Vesuv spaltete sich und warf neue Äavamassen aus, die jedoch nicht über das Kratergebiet hinausgehen. Die Ausbrüche waren sehr heftig. Durch die letzten Erdstöße in Sizilien wurde die Bevölkerung der betroffenen Ortschaften in große Aufregung versetzt. In Mineo sind mehrere .Häuser eingestürzt, andere zeigen Risse, darunter die Kirche und der Glockenturm. * Die verschluckte Uhr. Die Pariser „Gazette medicale" erzählt eine wunderliche Geschichte von einer Uhr, die einer amerikanischen Schauspielerin zum Geschenk gemacht worden war und nicht größer war als ein Fünfpfennigstück. Die glückliche Besitzerin dieser Kostbarkeit war eines Abends mit der Uhr in der Hand eingeschlafen, sand sie aber am nächsten Morgen nicht w:eder, auch alles weitere Suchen blieb vergeblich. Einige Tage darauf stellten sich bei der Dame heftige Magenschmerzen ein. Der befragte Arzt, der sich die Natur des Leidens nicht erklären konnte, nahm schließlich eine Röntgenphotographie des Magens auf, auf der sich ein Fremdkörper im Magen zeigte, der mit der vermißten Uhr identisch war uud durch eine Operation herausbefördert werden mußte. Kunst und Wissenschaft. Berlin, 11. August. Professor von Leyden hat an seinem heutigen goldenen Doktor-Jubiläum in Pontresina die Glückwünsche der Berliner Universität erhalten, an der er vor 50 Jahren die erste akademische Würde erlangte. Der Senat zeichnete der: berühmten Kliniker durch eine Adresse aus, die den Verdiensten und Leistungen des Jubilars grZße Anerkennung zollt. Auch die medizinische Fakultät, der v. Leyden seit 1876 angehört, widmete ihm nutzer dem erneuten Doktor-Diplom eine kunstvoll ausgestattete Adresse. Gerichtssaat. Paris, 12. Aug. Humbert-Prozeß. Der heutigen Verhandlung woynte wiederum ein zahlreiches Publikum bei. Der Polizeikommissar Hennion erzählt zunächst, die Vorgänge bei der Verhaftung der Humberts in Madrid. Der Notar Dectectt in Bayonne und seine Angestellten erkennen in Romain Taurignac eine Persönlichkeit wieder, welche in Prokura mit dem Name.: Crawförd zeichnete. Bezüglich Emil Taurignac lauten ihre Aussagen weniger bestimmt. Während der Vernehmungen versichert Labori, daß die Crawfords existierten, aber einen anderen Namen trügen. (Bewegung.) Tie drei Schreibsachverständigen erklären, paß die Prokurazeichnung mit dem Namen Craw- ford von Romain und Emile Taurignac mit verstellter Handschrift gegeben sei. Tie Angeklagten und die Verteidiger widersprechen diesen Behauptungen der Sachverständigen in längeren Ausführungen. Drei Postbeamte erkennen gleichfalls Romain Taurignac wieder: er habe post- lagernde Briefe abgeholt. Romain Taurignac tieftmteit auch diese Tatsache. Tie Sitzung wird unterbrochen. Kandel und Verkehr. Volkswirtschaft. Berliner Börse vom 12. August 1903. (Mitgeteilt von der Bank für Handel und Industrie, Gießen.) Wie an den vorhergehenden Tagen zeigte sich auch heute von Anfang an auf allen Gebieten rege Kauflust, welche durch die stramme Haltung der New-Porker Börse ihre Unterstützung fand. Erwähnenswerte Kursaufbesserungen hatten besonders die Atrien der Oberschlesischen Hutten zu verzeichnen, für die sich auch im ganzen Verlauf der heutigen Börse reges Interesse bemerkbar machte. In der zweiten Börsenstunde trat auf dem Jndustriemarkte ein recht lebhafter Verkehr bei anziehenden Kursen em, welcher aus günstige Aeußerungen des Handelsministers betr. der Handelsverträge zurückgeführt wurde. Besonders profitierten von dieser Aufwärtsbewegung Eisenwerke und die Aktien der elektrischen Gesellschaften. Privat-Diskont 37a Prozent. Anfangs- u. Schlußkurse. Oest. Kredit .... 207.75 207.87 Deutsche Bank . . . 211.90 212.00 Darmstädter Bank . . 136.25 136.25 Bochumer Guß . . . 181.10 182.10 Harpener Bergbau . . 179.00 179.75 Schluß-Tendenz: fest. Märkte. — Friedberg, 12. Ang. Auf dem heutigen Schweine- markte, dem ersten seit dem Ausbruch der Schweinepest, herrschte ein reger Geschäftsgang. Die Preise waren ziemlich hoch, was wohl durch die Schweineseuche, Pest und Rotlauf mit verursacht wurde. Besonders stark war der Antrieb von Ferkeln. — Auch auf dem Krämermarkl herrschte größere Kauflust, da infolge des Schweinemarktes eine größere Anzahl Landbewohner in die Stadt kamen. f. Ortenberg, 12. Aug. Der Ortenberg er Pferdemarkt wird am 5. November abgehalten. Es ist damit eine Verlosung verbunden. Limburg a. d. L., 12. Aug. Fruchtmarkt. Durchschnittspreise pr. Malter. Roter Weizen 14.00 Mk., Weißer Weizen 00.00 Mk., Korn 11.00 Mk., Gerste 0.00 Mk., Hafer 7.14 Mk., Erbsen 0.00 Mk., Kartoffeln 0.00 Mk. Landwirtschaft. -k Assenheim, 12. Aug. Die Aepfelernte fällt in diesem Jahre schlecht aus. Die edleren Obstsorten haben fast alle keinen Ertrag, wogegen die als Kelterobst gesuchten „Schafnasen" eine mittlere Ernte liefern, viele dieser Bäume sind gestützt. Bei Staden, Mockstadt und Stammheim hängen die Aepfelbäume an den KreiSstraßen recht voll. Die 2lepfelpreise dürften in diesem Balles bedeutend höher werden lüie im vorigen Herbst. Arbeiterbewegung. B 6 r l i n, 13. Aug. Heute beginnt ein allgemeiner Ausstand der Berliner Ai ar mor- undGranitarbeiter. . A n i n a, 12. Aug. Die in den Bergwerken der ö st e r- L® kyj sfl) - ungnris ch e n S t a a t s e i s e n b a h n beschäftigten Acaichuusten und Heizer haben Forderungen auf Lohnerhöhung gestellt; sie drohen, falls diese nicht innerhalb 48 Stunden bewilligt werden, in den Ausstand zu treten Hottesdirnff der israelitischen Kcligionsgrsellschast. Sabbathfeierarnl5 August l90 3. »z-reltagabend 7.10 Uhr. Samstag Vormittag 8 Uhr. Nachmittag 4 Uhr. Sabbathausgang 8.35 Uhr. Wochengottesdienst: Morgens 6.30 Uhr, abends 7 Uhr. Neueste Meldungen. Originaldrahtmeldungen des Gießener Anzeigers. London, 13. August. Wie die St. James Gazette mitteilt, wird für das Jahr 1907 eine internationale Ausstellung in London geplant. London, 12. Aug. Tas Unterhaus stimmte m:t 92 gegen 18 Stimmen dem mit der Cunard-Linie und dem Morgan-Trust geschlossenen Abkommen zu. Im Laufe der Debatte begründete Unterstaatssekretär Forster im Hinblick auf die H i l f s k re uzcr anderer Nationen die Notwendigkeit für England, gleichfalls solche schnell fahrenden Schisse zu besitzen, um die Fortdauer des englischen Uebergewichtes im Atlantischen Ozean zu wahren. Vlisstngen, 13. Aug. König Eduard von Eng. land ist gestern nachmittag auf der Pacht „Victoria and Albert" auf der Vlissinger Rhede eingetroffen. Der König, der inkognito unter den: Namen eines Grafen von Balmoral reist, fuhr später nach Marienbad weiter, wo er heute nachmittag 2j/2 Uhr zu einer dreiwöchentlichen Kur eintrifft. Außer dem Kurier begleiten den König 6 Diener. Paris, 13. Aug. Die Subskriptio n des „Figaro" für die Opfer der Eisenbahn-Katastrophe ergab bis gestern abend bereits 19 365 Frcs. Madrid, 13. August. Admiral Cervera hat seine Demission als Generalstabschef der Marine gegeben. Wien, 16. Aug. Auf der Station Mapagedi stieß ein von Wien kommender Personenzug mit einem Last - 5 u g e zusammen. 21 Mann trugen Verletzungen davon. B u d a p e st, 13. Aug. In der u:: g a r i s ch e n K r i s i s ist eine Verschleppung eingetreteu, die ihren,.Ausdruck darin fmdet, daß die Reise d e s Gr a f e n Kh u e n nach Wien neuerdings aufgeschoben wurde. Auch die Reise des Kaisers nach Budapest ist auf Anfang nächster Woche verlegt worden. In den Kreisen der Opposition will man sogar wissen, daß die Reise des Monarchen überhaupt zweifelhaft geworden ist. Diese Wendung wird auf den WiDerstand Körbers und Goluchvwskis zurückgeführt, welche dem Monarchen angeblich vorgestellt haben, daß eine 9tachgiebigkeit gegenüber der ungarischen Obstruktion sofort auch eine östreichische Obstruktion nach sich ziehen und so einen Ausgleich unmöglich machen würde. Belgrad, 13. Aug. Aus die partielle Ministerkrisis in Belgrad ist jetzt die Demission des gesamten Kabinets gefolgt. Wie gemeldet wird, hatten zuerst der Justtzminifter, der Kultusminister und der Finanzminister ihre Demission gegeben, die auch vom König angenommen wurde. Schließlich reichten auch die übrigen Minister des Kabinetts ihre Entlassung ein. Mit der Neubildung wird entweder der jetzige Ministerpräsident Ava- kum o witsch oder der serbische Gesandte in Konstantinopel, Gruitsch, betraut werden. Saloniki, 13. August. Die Ausständigen haben in Debaratz die dortigen Festungswerke zerstört und alle Türken und Arnauten niedergemacht. L- Washington, 13. Aug. Dem Staatsdepartement ^gegangenen Nachrichten zufolge hat ein Franzose Namens Eduard Mollard ein neues Metall, „Selium" entdeckt, das leichjter, stärker und billiger als Aluminium ist. Das neue Mehall rostet nicht, läßt sich polieren und ist in besonderer Weise geeignet für Schiffsbau zwecke. Erie (Pennsylvanien), 12. Aug. Das Fischereifahrzeug ^,Silverspray" kam heute nachmittag arg beschädigt infolge Z u s a m m e n st o ß e s auf bem Eriesee mit dem kanadischen Zollkutter „Petrel" an, der auf der Suche nach Fi sch di eben war. „Petrel" sichtete die „Silverspray an der kanadischen Seite mittags und befahl dem Kapitän der letzteren, die Chan anzuhalten. Man behauptet, die „Petrejl" habe die „Silverspray" gerammt, bevor der Kapitän der Ehau dem Befehl nctchtommen konnte. Als die ^„Silver- spray" hierauf so schnell sie konnte, weiterfuhr und zu ent- tontmen versuchte, eröffnete der Zollkutter mit allen Geschützen Feuer auf die „Silverspray". Letztere erhiezlt 20 Schuß; von der Bemannung wurde jedoch niemand getötet. Die Verfolgung wurde erst aufgegeben, als die „Silverspray" über die Grenze war. Der Kapitän derChau behauptete, er suchte nur seine Netze, Die- auf die kanadische Seite getrieben waren. Er will den Vorfall an das Staatsdepartement berichten. Telephonischer Kursbericht. Fra»kliirt aj., 13. Aiurust Ivo3 372% Reichsanleihe . . 102.— 3% do. ... 90.55 37,% Konsole .... 101.80 3% do 90.65 37r% Hessen . . . .100.85 37,56 Oberhessen . . . 100.20 4% Oesterr. Goldrente . . 102.90 47s96 Oesterr. Silberrento 100.90 4% Ungar. Goldrente . . 100.80 4°/o Italien. Rente . . . 103.30 47,26 Portugiesen . . . 49.70 3°/ Portugiesen 31.20 196 0. Türken .... 34.90 Türkenlose 130.44 4% Grieoh. Monopol.-Ani. 40.60 47,96 äussere Argentiner —.— 3u/o Mexikaner . . . 26.60 472% Chinesen ... 92.50 Electric, tiobuckert . . . 96.90 Nordd. Lloyd . . . . 99.00 Kreditaktien .... 207.70 Diskonto-Kommandit. . . 187.80 Darmstädter Bank . . . 136.30 Dresdener Bank .... 147.45 Berliner Handelsges. . . 154.40 Oesterr. Stäatsbahn . . , 142.80 Lombarden . . . . . 16.75 Gotthardbahn .... 191.00 Laurahütte 226.00 Bochum ...... 183.00 Harpener 181.25 Tendenz: ruhig. Briefbogen mit Firma: das Taufend von Ulk. 8.— an. Siebener Anzeiger, BröhlTche Druckerei \ Hesangverein Keiterkeit. Wir setzen hierdurch unsere Mitglieder von der heute nachmittag 57» Uhr stattfindenden Beerdigung unseres verstorbenen langjährigen Mitgliedes Herr!! Heinrich Söotz geziemend in Kenntnis. Zusammenkunft bei Mitglied Kalbfleisch, Marburgerstraße. 6162 Der Vorstand. Httbst-Mimsrki in Gickn. Am Montag dem 14. September 1903 findet im Anschluß an die landwirtschaftliche Ausstellung aus dem Trieb an der Grün- bergerstraße Pferdcmarkt statt. Die für die Ausstellung errichteten Stallungen stehen auch für den Pferdemarkt zur Verfügung. Auskunft hierüber erteilt Herr Hoflohnkutscher Huhn, über sonstige Marktangelegenhetten Herr Weinhändler August Schwan dahier. Mit dem Pferdemarkt ist ein Zuchtviehmarkt, sowie eine Prämiierung verbunden: a) für Pferde von Händlern, b) für Pferde von Landwirten, die auf der Ausstellung nicht bereits Prämien erhalten haben. Ter Prämiicrungsplan ist von Herrn Oekonomierat Schlenke- Hardthof bei (Ließen zu beziehen Nachmittags 3 Uhr findet Konzert, Prämienvertellung und Vorführung der prämiierten Pferde statt. Gießen, den 2ö. Juli 1903. 5909 Tie städtische Pferdemarkt-Kommisfion. Jean Kirch, Stadwerordneter. bTrhampsoifs Seifenpuiver -HcLA.ke Schwan. ist billig bequem sparsam schont die Wäsche, v ____________________________< Ueves SsllklkrM ließe Gmdkn empfiehlt 5995 J. Sankel, S4‘t6afic 5illig9crßud)L Rationen 100 Stück Kal. 16 JC 9.— 100 „ , 12 „ 10.- Sehwarzpnlver-Jagdpatrone extra gasdicht, mit osterr. Patentzündung 100 Stück Kal. 16 JC 7.— 100 , 12 , 8.— Bei Abnahme v. 500 Stück an billiger franko inkl. Kiste. A. Dickere, Gießen 6164 Hauptvertreter fürOberhessen Heute cingctroffen la. Bogels- oerger Landbutter, per Pfund 1,10 Mk. Vogelsberger Land- Eier, per Stück 7 Pfg. (08497 W. Ullrich, Schloßgasse 7. 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