Samstag 13. Juni 1903 153. Jahrgang Zweites Blatt. Ubrtfle für Tepdcbetu «lljetger «teße». ^milprcd)an1(6lu6 'Jlr 6L Gestern abend etwa um Telegramm aus Wien, boJ3 kannt gaben: Wien, 11 Jovi. Heute Jofef auf der Ausfahrt nach Auf jur MayH Gießen, 13. JNnt. Nr-. 136 Erscheint tlgltch außer Sonntag*. Dem (Siebener Anzeiger werden tm Wechsel mit dem Kesfllchen Landwirt die Gießener Kamillen, blätter viermal in der Woche beiqeltgL NotationSdract vl Verlag der Brühl 'ichea Unwerl^Buch- u.kiem- b ruderet (Piektch Erden) fUbaftton, «TV* Öl tUm und Druckeeeii wir sofort durch AuShang be- nachmittag wurde Kaiser Franz Schoabrunn In der Mariahilfer- straße von eine» anscheinend irrsinnigen Handelsagenten namens Reich, mit einem Dolch bedroht. Reich wurde von den Borübergehenden sofort entwaffnet und ver- vezva.pre»A» monatlich 7d oierwt» fährt ich SIL tJO; durch Adhole- il Zweigstellen monatlich 66 M.; durch die Post Slk.r.—vienel- fährt. aiiSichL Veslellg. Annahme »an Anzeige, üt dte tageanummer iS Dormuiüg« 10 Uhr. .• eUmptTti: lokal HW, au.ivdrti an< BecL um möglichst viele dahin beein ihren Willen und gegen ihre Ciklb und gute Worte, mehr aber noch durch Drohungen gedrängt, ihre Stimme dem Sozialdemokraten „geben. Hauptsächlich groß ist bei vielen d^Furcht, „geachtet zu werden, wenn man nicht stammt, Wie die Mehrwert es ^^Darum merke sich jeder, daß wr die^Sicherung oeS Wahlgeheimnisses auf daS beste diesmal Sorge getragen werden wird. Für niemanden be stecht die allergeringste Gefahrdaß ferne Stimmabgabe bekannt ward, daß |te von iraend jemandem verraten werden kann! U aber aus gleichen oder allen möglichen llein- licken Rücksichten der Wahl überhaupt fern zu b Le iben gedenkt, der tut das sch w er-ft e Anrech t. Es ist Zeit gerade für den einsichtsvolle n und des o n - neuen Teil unserer Nation, daran zu denken, daß dem Reickstage sein ursprünglicher Glanz wieder erobert und B ti etante bermnerc &U 9cBcfcn »«be, bc (« er unbedingt zum Wohle aller b^ars. Die Sntschetd una für den Ausgang der bevorstehenden Re^ch s t a gs wähl liegt in der Haltung der. ■ • . „ a.i nfifhprprhtiateu, welche von diesem Rechte gewohnheitsmäßig keinen Gebrauch m a il> e n Gelingt es, hierin einen Wandel zu mir haft der Ausfall der Wahlen em für das ^ahl Unseres ^Vaterlandes günstiges Resultat auswersen ~*te heutige Dummer umfaßt 20 Seiten. i ■ - - ■-!= 1 ■ Meinung sollen und dürfen selbstverstündlich nicht verschwiegen bleiben. Aber wir sollen unS nicht von denen täuschen lassen, die, den nationalen Unarten schmeichelnd, und die Freude am Reich verderben wollen und jene Stimmung nähren Helsen, die den nationalen Wähler in einer allgemeinen unbestimmten Verbitterung Über die schlechten Zeiten von der Wahlurne fernhälL Tamm in der allgemeinen Beurteilung unserer gesamten Politik mehr ge,ander Optimismus! Wahlrecht aber erfordert WahlpflichL Dieser Satz muß ein selbstauferlegtes Gesetz fein und werden. Möge jeder, dem daS Wohl nnfereS Vaterlandes am Herzen liegt, in diesem Sinne noch in letzter Stunde seine Mitbürger aufllären und zur regen Teilnahme an dem Wahlakt an regen. DaS Resultat wird nicht aus- bleiben. KMVS SFbK-'SÄtRÄ ■ flnv ^brtreter ^^,oloete Beamte, wenn sie ge- w^ssermaßen d Heyligenstaedt allein besitzt volle wählt werdm. Her H y 9 ' ute WillenSfrechett Si.!* i“ ««?»»!• w — Mnn" au erfüllen trachten. 7 »«"'s c *ä"° Burger gewahrt we ^^^ daß Männer in den Reichs- vollem Eifer dafür £ .. < Reichsverfassung ein- tag lammen, ine tn b«n Gfeqt di- gedrungen ™ njdhter nach dieser Richtung hin Äiss.gkert uud La^ ^, d^u^nd Lr Macht oerhklsen, aus" deren Herrschest Gefahren für eine versajsungsm°ß.ge beUt1®it$b«ie^d5ngn tünf-ttch-r SetfHmntunga. haben ,, fnmufen Sollte es nicht würdiger fein, den Bann ^5 KiüttÄns und der zwecklosen Verärgerung ernmal des Mißtrauens Reichstag zu schicken, die abzuschutteln Rlitarbeit zur Regiemng stehen? ^ie in vertrauensvoller Mitaroe^ z ' ^ssimismus, demoralisiererckc Wirkung /^is der Lage zu besitzen, i°?^.r Niederlagen, Mindernng deS Ansehens, IHüd- “ÄÄion in nationalen Lrei.eu nicht müssen wir hercms. .Offenbare SchMgung°° und ber-cht-gt- Regnng-n der -„-ntlrch-n Der Dahskriegsfchatz der sozialdemokratischen Partei ist im Monat Mai wiederum durch mnd 50 000 Mark „aufgefüllt" worden; darunter befinden sich auch Beiträge 'bon belgischen und amerikanischen Sozialdemo traten. Tic Höhe der Beitragssummen variiert von 15 000 ML bis herab zu 1,10 ML; drei Hamburger sozialdemokratisch gesinnte Staatsbeamte" spendeten 50ML Aus den kleineren Beiträgen geht hervor, welche Opfer sich eine (jrofje Anzahl von Sozialdemokrnten bei Vergnügungen, Vereins- Veranstaltungen usw. auferlegt, um den Wahlfond- und die Parteikasse zu füllen. , „ c Auch daraus ersieht man, wie ungemein opferfroh und rührig die Sozialdemokraten zu arbeiten verstehen. Mit gefülltem Geldsäckel, auf das sie, wenn es in anderer Hände ist, voll bloßen Neides so roh zu schimpfen verstehen, werden sie die große Masse von Blöden und Einsichtslosen, die sich natürlich am meisten treiben läßt von denen, die mit den größten Versprechungen zu ihnen kommen und ihiten mit plattesten Worten den Himmel auf Erden verheißen, bearbeiten und breit schlagen und aller Orten in die Wahllokale treiben. Hier und da aber, wie in den Orten der unmittelbaren Umgegend von Gießen, wo sie die überragende Mehrheit bilden, da werden sie, durch ihren Geldsack verstärkt, auch auf alle, die ihren vollsver verblichen Einflug auszuüben versuchen, die im Grunde ihres Herzens der Sozialdemokratie völlig fern stehen, sich hingezogen fühlen zu den staatserhattenden Parteien. Sie weroen, nach ihren eigenen Ankün- d i a u n g e n, in „stiller Parteiarbeit" „alte Hebel ansetzen , ___fr hi^fp hnfiin tu beeinflussen, daß sie, gegen Ueberzeugung, durch - Der Provinzial - Ausschuß verhandelte heute in der EnteigmmgSsache LampuS und beschloß auf Antrag deS LampuS'schen Vertreters, NechtSanwaltS Ra§, Augenschein heute über acht Tagen zu nehmen. Lieber den auS Gründen der dringlichen Notwendigkeit gestellten Antrag des Oberbürgermeisters Mecum, gegen die Hinterlegung deS von der Lokalkommission festgesetzten WetteS der Hofraite deren lieber- Weisung an die Stadt auszusprechen, hat der Provinzial- AuSschuß keine Entscheidung getroffen. Wir kommen am Montag auf die Verhandlung zurück. "Personalien. S. S. H der Großherzog haben dem Schloßverwalter Heinrich Lost zu Friedberg und dem Hoflakai Fredrich Reiter in Tarmstadt das Ehrenzeichen für 25 Hofdienstjahre verliehen; idem Pfarrer .Wilhelm Tittmar zu Walldorf wurde die dritte Psarr- 5 Uhr mit dem stelle an der unierten evangelischen Gemeinde zu Offenbach er Hofburg nach übertragen. — Zn den Ruhestand versetzt wurde der Zua- GietzenerAnzeiger General-Anzeiger v AM- und Anzeigeblall für den Kreis Gießen hastet. Der Kaiser setzte seine Fahrt fort Weitere Nachrichten aus Wien lauten: Als der Kaiser gestern nachmittag um , , . ... . . „ ? ft» 'S.ÄÄÄ'KH Dolche entgegen. Der Kutscher der Hofequtpage ver- gf. ,u/v setzte ihm mit der Peitsche einen Schlag über die ** Ein Wahlaufruf von Handwerkern aus Hand. Unterdessen nahmen Passanten und em Sicherheit«- Stadt und Land liegt heute als Flugblatt unserer Gesamtwachmann den Mann fest. Auf dem Polizeikommissanat Auflage bei. wurde festgestellt, daß der Mann 27 Jahre alt und irrsinnig - Der Personenstand der LandeSuniversrtüt ist, Jakob Reich heißt, Handelsagent ist, bereits in Irren- jst, wie alljährlich, in Form einer Broschüre erschienen, die anstatten interniert war, gegenwärtig beschäftigungslos ist und ung soeben vorgelegt wurde. bereits im Januar dieses Jahres mittags im Zeremonien- •* Für das Wahlgeschäft hat die Stadt sechs neue departement der Hofburg erschien. Er erklärte dort den Be- Urnen beschafft. Betreffs der Wahlzellen hat sich die Stadt amten, er möchte den Kaiser in einer für das Reich hoch- vorzüglich zu helfen verstanden. Die ganze Einrichtung be- wichtigen Angelegenheit sprechen. Man erkannte ihn schon steht aus Latten, die, zu Rahmen gefügt, mit grünem Stoff damals als irrsinnig, insbesondere, als er auf Befragen ec- bespannt sind und, auf einen Tisch gestellt, eine doppelte Härte, er sei Gottes Sohn und habe dem Kaiser höchst Wahlzelle bilden. Die Kosten der Einrichtung betragen für wichtige Mitteilungen über die Affäre der Prinzessin Luise alle acht Wahllokale ca. 70 ML von ToSkana zu machen. Damals wurde er nach der psychi- — Promenademusik ist morgen 12 Uhr in der atrischen Klinik gebracht und befand sich bis jetzt im ftäbti- Züdanlage mit folgendem Program: L Krönungsmarsch schen Versorgungshause. von Meyerbeer. 2. Valse bleue von MargiS. 3. Finale Wien, 12. Juni. Der Adjutant deS Kaisers entriß dem auS der Oper ,Martha" von Flotow. Mann Mort den Stock. Reich wurde von Passanten ein- —Die Burg in den Gießen, oder, wie der Bau aeholt und von der erbitterten Volksmenge halb tot ge- allgemein genannt wird, das alte Schloß am Kanzleiberg, nrüaett Der Kaiser sprang im Wagen auf und man merkte wird nun, wie man uns von be^tunternd)teter ©eite mit- bett Kaiser festgenommene Lr^mnige Jakob Äeich stammt ausgehändigL damit die opulent angelegten PlLne auS Galizien. Er ^atte in »rxefen aniben Nerch^ Architetten Hosmann-Herborn bettessS der inneren Lin- ratspräsidenten Grafen Vetter als 2akob, den Sohn- Gottes,1 . bci Steren fürstlichen Wohnung, so wie dieselben bezeichneL Heute lwrrnittag war er im Wgeordnetenhause . aU(fr ausgeführt werden können. Der Herr unb wollte einen Paß nach China haben. Er wurde zur 6 p ^lerdings daran die Bedingung geknüpft, daß sein Polizei geschickL Name nicht genannt wird. Also die Tat eines Wahnwitzigen. So ist denn der ** Räumung der Kracheburg. Den Bewohnern ganzeL^rgang ohne iede politische Bedeutung. Glücklicher- der Kracheburg ist schon vor Engerer Zett polizeckichn- Se ist ber greise östreichische Monarch unverletzt, seits die Auftorderung zugegangen, well das Haus bau- fällig geworden ist, ihre Wohnungen w bem)eiben bis Das Geschehnis erinnert recht -lebhaft an die lieber- zum 15. ds. Mts zu räumen. Ein Teil der Mieter des Me^auf Kaller Wilhelm IL in Breslau und in Bremen. Hauses hat bereits der Aufforderung entsprochen und es Auck baV waren Irrsinnige, die dort mit einem Beil, I steht zu erwarten, daß ber Rest der Mieter das Haus, bier mit einem Ellenstück den vorüberfahrenden Kaiser welches als Wohngebäude für Menschen langst nicht mehr hier mu einem -----। geeignet ist, bis zum Dienstag kommender Woche ebenfalls sich ein anderes Unterkommen beschafft hat, da ihnen sonst bie zwangsweise Entfernuna aus dem bau- fälligen Gebäude droht, welche ohne vtachsicht in Aussicht genommen ist. H.S. Tas 2 4. Kirchengesangfest des Evangelischen Kirchengesangvereins für Hessen wird, wie wir hören, am nächsten Sonntag, 14. Juni, in Groß-Steinheim gefeiert werden. Es wurde dafür folgendes Programm auf gestellt: Vormittags llü/r Uhr: bedrohten, ohne eine rechte Äljnung zu haben von dem, was sie taten. Man hat jene beiden Affären von dema- gogenriecherischer Seite seinerzett ungeheuer aufgebamcht und nach sozialistischen Ausnahmegeietzen geschrieen. Das war ebenso geschmacklos wie unzettgemaß gegenüber Taten begangen von notorischen Irren. Diesmalwird man Hof- senllich kein unnützes Geschrei erheben. Durch dauernde Uederweisung des kranken Attentäters an eine Irrenanstalt Kallsr^Franz Joft^ll^^sich^ wie^noch gemeldet I folgendes Programm auf gestellt: Vormittags ioy2 Uhr. wird bald nach seiner Ankunft in Schönbrunn einen amt- Hauptprobe in der Krrcke. 11»2 Uhr: Generalversamm- licken Bericht über den Vorfall vorlegen. Er sprach mit [ung der Vertreter ber beimdjen Kttchengeqangvererne im Enh iSn feiner Umgebung ein Wort über ben Gasthof von Herrn Kuschte. t2i2 Uhr: Einlaches gemem- rrwischenfall und ging zur gewohnten Stunde um 8 Uhr sames Mittagessen bei Herrn Kulchke. 2\2 Uhr: Feftgottes- iilafen. Also nimmt er selber wie feine Umgebung offen- bienst in der Kirche, bei dem bie Kirchengeiangve^ine von Lar ben lieb erfüll nicht ernst. Groß-Steinheim, Offenbach, Rumpenheim unb Schaafheim Dan ein aütiaes Geschick ihn vor dem Dolchstoße be- mitwirken werden. Tie Feikpredigt halt Herr Pfarrer Derß- matirte ifm &n gütigen und weisen Regenten der Habs- gerber von Dieburg. Rach dem J-estgottesdienst jinbet um burmickeri Monarchie, bessen greises Haupt eine so ent- 4 Uhr gesellige Vereinigung in ber Gartenwirtfchaft oder beii ipkltdie ^ülle von schweren Schlägen Breits hat erbulden ungünstiger Witterung im .7^ukL, Lr5 in VnLy der Skalen lein »IT be Ä '9 > ^chlok, Oen igS£ «L Peter Kara, IS jähriger Rec Alexander war witsch im Park wurde m Ungar MI Gericht g-st bot beiden so! Serbien suchte r wie Frau Trag« die mit den IM waren und dar wieder auf den väterlichen W Brüder Arsenje und die Tochter Karageorgiewitsc gewesen, um gr den Prinzentüel geheim Beziehur auf eine ziemlick Beide Söfy nngsgang durch Hause und wur' in der Lage, p machen. Zuwk wenn Unzufriei nahm man in gesehen worder verwandle obci Oder wenn gel neigte, flüsterte die den Kara würden. Sonst seinem Bruder. ' wußte war, baß unb einer der be scheinen er und s bische Krone erst Fahre durch der bahnbaulen des ftyiig Milans ( wurden Perhan Fürst immer eir richtet hatte, un 37jähr. Prinzen negro, die vom wurde. Die £ Fahre später sta ruckte dem serbh inzwischen in Ce seines patriarcha bis nach kaum j wildem hat Pr lebt und an letz d-r Erziehung s Fahren wiedech «r- A 5"nla(li ÄsSS rced6<Ä‘”“n5 6emÄntr zaoii die in lag b« Dru^C kch«lstra»e übrcfle für Depe «uzetger Sie! ^rniorechanschlu^ g den 15. Juni beginnt unser Jacketts und Milnt el für Damen und Kinder Schwarze und farbige Gardinen Herren-Modewaren Spezial-Offerten für einzelne Artikel folgen. Fernsprecher M. 4781 Um unser enorm grosses Lager, besonders die Neuheiten der diesjährigen Saison, vor Aufnahme der Inventur nach Möglichkeit zu räumen, verkaufen wir zu ganz abnorm billigen Preisen: Damen- und Herren-Modewaren. Grösste und feinste Auswahl am Platze. Heiderstoile in Seide, Wolle und Baumwolle und allen neuen Web arten intauus Nach Inh.: Robert & Max Imheuser. Marktplatz 9_10. Jackenkleider, ReisemänteE Kostüm-Röcke, Blusen und Joupons W eiss war en sowie sämtliche