Samstag 13. Juni 1908 153. Jahrgang Nr. 136 Erstes Blatt. Tie „Äöln. At-g." meldet aus Wien folgendes: Da in zechte. So Tas Leichenbegängnis. mengung des Auslandes fürchten wir nicht, da das auch bei Bulgarien nicht der Fall war. Ich bitte datieren, daß hier im Lande überall Ruhe t herrscht. Tie Ruhe wird auch ferner an* berichteten. Auf ihre Ditte übernahm ich das Minister- sidllim. Mit Karageorgiewitsch stehen wir vor* jig in keiner Verbindung, wenngleich die Armee ... I ihn zum König ausgerufen hat. Seine Wahl zum "" König ist wahrscheinlich, da fein anderer Ausweg gegeben ist. Es wird Sache der Skupschtina sein, ihn zum L _________________" «OB rl te^eV iUtstjUIl f HMH Kür im,Gl Ml! in der l'schneidtktl ttMz elrr Doppelkümmel ines Destillat) >| 8210 th, Wallthorstr. 23. Semlin um 80 Gendarmen. diach einer Pariser Depesche liegt Exkönigin Natalie Leber krank in ihrem Hotel in Versailles. Niemand als der Arzt und ihre Schwester, Prinzessin Ghika, werden zugelassen. — Exkönigin Natalie protestierte gegen die Belattung König Alexanders in Serbien und verlangt, daß >er Leichnam chres Sohnes zur Beisetzung chr ausgeliefert werde. . autiei Sonntag«. Dem Siebener Anzeiger werden im Wechsel mit dein kesflschea Landwirt die -seltner Familien. blätter viermal in der Woche beige legi. Koianonadruct u. Verlag bet Brühl 'schen Unwerl.-Buch- u.8cter Karageorgiewitsch. Nenadowitsch unterhält einen lebhaften Depeschcnwcchiel mit Belgrad und mit Genf. Die„Neue Freie Presse" schreibt: Durch die Ereignisse in Belgrad sind alle amtlichen Verbindungen Serbiens mit dem Auslande durchrissen. Lee Gesandten Serbiens besitzen keine Vollmacht mehr, das Land zu vertreten. Die a uSw ä r tige n Ae m t e r kennen etzt keine Regierung Serbiens, mit der sie Berühr pflegen werden Ter Mangel amtlicher Verständigung wirkt aus die staatlichen Kondolenzen zurück, üxjt die am Montag erfolgende Entscheidung der Slupschttna wird wieder die völkerrechtlich anerkannte Stellung Serbiens zum Auslande Herstellen. Man erwartet, daß der lleber- aang zu den geordneten Verhältnissen sich rasch vollzieht. Im ungarischen Abgeordnetenhause gab Vizepräsident Tallian Vizek dem schmerzlichen Gefühle tiefsten Bedauerns über die grauenhastc Katastrophe AuS- druck, deren Opfer König Alexander als letztes Glied der Dynastie Obrenowitsch geworden ist, welche sletö Freunde Ungarns, uiü) bestrebt gewesen seien, freundnachbarluhe Beziehungen zu Ungarn zu erhalten. DaS Haus sei einmütig in dem Wunsche, daß es der serbischen Ration gelingen möge, ttotz schwerer Krisen sichere Grundlagen für seine Entwicklung zu legen. Die Führer der Opposition, oranz Kossuth und Gras Zichi> drucken ihre Zuslimmung za den Worten deS Präsidenten aus. v. Szell erklärt, er wolle sich darauf beschränken, seinem tiefen Schmerze und der Entrüstung über die Schreckenstat Ausdruck zu geben, deren Folgen sich zur Zeit noch nicht übersehen ließen. In Beantwortung einer Anfrage erklärt der Attnisterpraft- dent, es wäre verfrüht, sich hinsichtlich etwaiger Folgen und Veräüdcrungen, die eintreten tonnten, zu äußern. Er wolle nur die Hoffnung ausdrücken, daß keine solche Verwickelung eintreten werde, welche eine Aenderung der ungarischen Politik gegenüber bem Nachbarstaat nötig machen würde. Jeden,alls werde die Negierung darauf bedacht fein, jeder eintretenden Eventualität gegenüber die Interessen des Landes zu wahren. — Einer Meldung der ,/Jicuen Freien Presse" aus Budapest zufolge verstärkte die ungarische Regierung die Grenzbewachung bei «Ti? «eichen des Königs und der Königin in der letzten Nacht in bet Familiengruft der Obre- Wurden w IIe alten gricdhojcs 5L ffltocuS ekt Sin^tung rourbe dur-ch lieben Geistliche vor, ntmmtn Tie ^remonic, d.e sich üt aller Stille »oll, La bauetie von halb 2 bis 3 tihr morgens $« ^rge wurden aus einen einfachen Lastwagen gehoben. Tem EondE folgte niemand. Tie L-eichen des SvnigSpaEs waren arg verstümmelt. B e i d e n war in,olge der großen Suclt, mit der sie ans dem »enster in' den Park Yinap. geworfen worden waren, die Wirbelsäule ge 8» zui Ll-r»« GietzenerAnzeiger General-Anzeiger " Amts- md Anzeigeblalt für den Kreis Sichen litt , schnell und gui . Ibrochen. Reben zahlreichen Schußwunden wiesen sie Das $>rama von Belgrad. auch Stichwunden auf. n lut 3e\T ^- witsZ" ÄÄffi stand lebhafter diplomatischer Erötterungen zwischen Wien! ^^wan Obrenowitsch, zur Linken Fürst Milan Obreno- und Petersburg. Es handelt sich vor allem um llurst b€I ^ohn des Milosch und Prinz Sergius, ein un- Peter Karageorgiewitsch, dessen Wahl durch die serbische mittelbar nach der Geburt verstorbener Bruder des Königs Volksvertretung unzweifelhaft ist. In Wien hat man allem Alexander. Ter Adjutant Allchael Naumowitsch wurde Anschein nach die Bedenken gegen den Fürsten rasch über- gestern nachmittag begraben. wunden, denn die offiziöse Presse rühmt ihn bereits als Die Mordtat. Freund Oesterreichs, gegen den eine Abneigung sich nicht würde rechtfettigen lassen. In Petersburg läßt man sich, wie stets in schwierigen politischen Lagen, Zeit zur Entscheidung. Die russische Presie kargt ja nicht mit den stärksten Ausdrücken der Verurteilung des Belgrader Blutbades. Aber es ist wohl zu beachten, daß dasjenige Petersburger Blatt, wann häufig die Anschauungen der Leitung der auswättigen Politik zum Ausdruck kommen, daß die.Nowoje Wremja' bereits .mildernde Umstände* zur Geltung bringt, indem sie voraus- fttzt, daß hervorragende Vertreter der radikalen Pattei an der Bluttat nicht beteiligt seien. Kurzum, die Diplomatie Oester- reich-UngarnS und Rußlands wird sich verständigen, die ge- schehenen Tatsachen bedauern und den König Peter acceptieren. Wer sich im politischen Getriebe Nerven und Empfinden bewahtt! hat, dem muß daS Eine sich geradezu aufdrängen: die Beobachtung, mit welcher erstaunlichen Kaltblütigkeit die Diplomatie und die Börse über die entsetzlichen Gescheh- nisse hinweggekommen sind. Fast unglaublich schnell fanden sich beide auf den nüchternen Boden praktischer Erwägungen zu- rück, nachdem die erste Bestürzung überwunden war. AuS Äreisen der Hochfinanz wurde versichett, die Wendung sei — .Gefühlsregungen ä part“ — eigentlich eine solche zum Günstigen, denn König Alexander habe der wirtschaftlichen Entivickelung Serbiens im Wege gestanden, und zur Abstoßung der serbischen Wette sei nicht der mindeste Anlaß. Die Diplomatie ihrerseits beschäftigte sich alsbald aufS gründ- lichste mit der Frage, welche weitere Entwickelung der Dinge die zweckmäßigste ist. Die ,Aufrechterhaltung der Drbnung' auf dem Balkan, darauf kommt eS an. DaS hat gewiß letzten Wahlen zu suchen, manches für sich, daß in so aufgeregten Zeiten die „Balkan- ^Tat gjruber zum Thronfolger „ . , Wächter* nicht die GeisteSgegenwatt verlieren, und daß auch strophe beschleunigt. Peter Karageorgiewitsch die Finanzkreisen sich angelegen sein lassen, eine beruhigende König Serbiens. Auffassung zu verbreiten. Aber, alles in allem, die ,6enti- Serbiens Zukunft. Mentalität", die Gefühlsregung, ist doch etwas gar zu eilig weiß man immer noch nichts von einer Ab- überwunden worden. Je mehr Einzelheiten über ^ore r e i f e t> e 3 Prinzen Peter Karageorai ewitsch. günge bekannt werden, um so abscheulicher, medetträchtiger erklärt, vor Montag würde er keine offizielle Mitteilung erscheint das Verhalten der Verschwörer. Die Tat ist mit ^as Wiener „Fremdenblatt" veröffentlicht eine einer Grausamkeit, Unmenschlichkeit, ja mit einer Unterrebung seines Belgrader Korrespondenten mit dem Vertierung begangen worden, die wenig Beispiele in der neuen MinisterpräfllK'nten Awakumowitsch Ticser Gcickicbte hat Wo bleibt der Aufschrei der Em- äußerte: ,Lch kam am 11. d. M. ans Alcxinatz zuruck, iSetcyicyte __bi(beten Welt der sich doch so grell wo ich in einer advokoton chen Angelegenheit tätig war. pörung der ge amten gebildeten ^ett, oer oo^ ,z« ^urj)e sofort ins Ministerium berufen, -wo mich die und einmütig erhob bei dem ^emdenmord m lLhm [üSigen Minister erwarteten und über die vollzogene Tat mal hat di° Entrüstung nicht 24 Stunden beteten. Auf ihre Bitte ‘ merkenswert kühl lautete auch das Berliner Idegramm .. Ar Köln. W. worin der Zuversicht Ausdruck gegeben CT wurde, daß die „serdischen Zuckungen" nickt üder Serbien ||UJ hinausgreifen. Die „dlordd. Allg. Ztg- scheint ttuef) o“ einer ziemlich gelassenen Betrachtung zuruckaekehrt, uibemr sie die Mitteilungen der Meldungen folgendermaßen ein- J^ige wählen oder nicht. Tie Regierung wird ihn leitet: „Heber die entfefeli^en Die | ni(^tw üoJjc^iaQen, sondern diese Aufgabe den Deputierten unter allen Umständen lebhaftes menschliches Mttgefuyl verlassen. Wir werden bann demissionieren. Eine Ein- Ntil den Opfern der Katastrophe, norn-nttich dem UN- U II . - ~ .. < ------- aliirfließen mngen König wecken müssen, laufen fortgesetzt! neue Berichte ein, die auf Genauigkeit ui den Sie/ju konst kaum Anspruch mach«! können, im allgemeinen ftdoch den ! SVraana ziemlich übereinstimmend schildern. Nauern SStia"0 ^äutschland wird von her Umwälzung in Serbien dauern. nicht berührt und darf davon nicht berührt werden nach ^elgriid nicht ein Bürger krieg, sondern Ruhe herrscht, denkt den Grundsätzen und Ueberlieserungen unfern man in Wien nttch daran, irgend welchen militäriscken Polittk. Aber es hat sich inBelgrad eine derl^rKibarsten auszuüben. Noch weniger Grund fei für Mobil- Tragödien der Menschhett ^esCTt, eim ^ragodie, ^rhanden. Ten «crsick)erungcn Peter Kar a,- die an den Gruiidlogen der ^ue ^^€«6^1^111 L c e to t Vertretern der Presse gejgenüber, daß rüttelt Die neuen leitenden Manner m Serbien s e mU Oesterreich auf guten Fuß stellen wolle, wird bilden eine Gesellschaft von Meuchelmördern und Helsirs- - $(auben geschenkt, und auch heroorgehoben, daß Peter Helfern, darüber kommt man Nicht hinweg. Karageorgiewitsch magyarisch versteht V^rausftchtlich wird Prinz Peter.Karageorgiewitsch mißbilligchwie erer- [[)m ^kupschttna den Königsthron anbieten und keine klärte, das abscheuliche-Verbrechen aus d^scharftie. „War dagegen Einwendungen erheben, Montenegro etwa um konnte man das Äcnigypaar nicht ausgenommen, well Fürst Nikolaus mit feinem Schwieger- die Grenze schicken! Wir leben doch nicht.wit lo. 3 IPverfeindet ist und diesem den Prinzen Mirko vor- huiidert!" Warten wir ab, ver schieben wollte. Eine von serbischen Stud ente-i neben die Mitschuldigen an diesem abscheulichen Verbrechen u Verschwörung der Offiziere betriebene republika- nehmen wird, das ferne Plane verwirllichte, für die, nmh^^sche Verschwörung gilt ungefährlich für Kara- Meldungen aus Budapest, eine ungeh-ure Propag°ni>- „ ba8 Wnlgstimn ^rof^anlationen, &lug^^^u^^eTl ufro.getrieben Ji n J Nach Privatmeldungen aus Semlin lauten die Nach- Müt zum Ucbrigen, day der in Paris lebende^Bruder ^ten^rnst. In der Provinz finden Militär- des kommenden Scrbeiikonigs,Pnnz Arsen, di.. 8 n ruhen statt. Tie Garnison Mm Nisch, welche sich an- in den Geschicken seines Hauses ^r einer: cmieruanuchWl Belgrad zu marschieren, verweigert der Bar feierte, wo er ben gan«n Kandckatur des Prinzen La r a g e 0 r g i e w i t s ch chre Zn - ~ wird der „Voss. Ztg. aus Paris mitgeteiu. L-t m m u n g und erklärt, der Neuordnung nicht eher Lu- ' stimmen zu wollen, als bis sä m tlich e Te i ln e h m er der Verschwörung mit dem Tode bestraft sind. In Paris wird versichert, daß ein Nachkomme der Familie Obr en 0 w i t sch am Leben ist. Die Mutter desselben, eine Frau Cristitsch, welche mit dem verstorbenen König Mllan in intimen Beziehungen gestanden habe, hält sich gegenroärtig in Konstantinopel auf. Tie Vaterschaft Mllans soll aus mehreren Briefen klar hervorgehen, welche Photographiett und an mehreren Orten in sicherem Gewahrsam niebergetegt feien. . . . Nach einer Meldung aus Wien smd dort einige Persönlichkeiten aus Belgrad eingetragen, die man für serbische monailtCbTbVl^ oiertd* ♦fitjrtid) Mk. MO; durch Adhole- u. Zweigstellen monatlich to Ps.; durch die Post Alk. 2.— vienel- |ät)d- auAld)L BeNellg. Annahme von Anzeigen üt die "taacviiuinmer ti oormuiagi 10 lUjr. ;,etlenpvet<: lokal ll’UU Quorvätt» Bü P1-. Vera,«wörtlich *üt den pollL und adgem. Teil P- tButfo für .Stadt und tanö' und -Gerichtesaal' «oauft Dötz, füi den lln« jeiqfntrtt: Pans Beck. Wahl-Bewegung. — Herr Abg. Köhler-Langsdorf protestiert in einem Schreiben an uns gegen die Behauptung, daß der Platz des Gießener Abgeordneten im Reichstags Hause feit zehn Jahren so gut tote unbese tzl et Er schickt uns eine Liste über die Sitzungstage des Reichstages, denen er seit 1893 seinen „sorgfällig geführten Tagebüchern" zufolge beigewohnt haben will. Tanach hat er allerdings in den drei ersten Jahren feiner p später gegen hohen Lohn, 1 Kindermädchen, 1 Kmderivarterin, 1 Zimmermädchen, 1 Köchin znr Aushilie, 1 Weißzeugnäherin, 2 Laus- bezw. Putz- iraueu, 1 Waschfrau oder -Mädchen bei hohem Lohn nach auswärts, 5 Waschfrauen, 1 landwirksch. Magd, 1 Kunstschlosser, 1 Spengler (auswärts-, 6 Bau- uud Möbeljchreiner (1 hier, 5 auswärts), 2 Drechsler (ariswärts), 1 Schiieidinüller (auswärts), 1 Zementmüller (auswärts), 5 Anstreicher (2 hier, 3 auswärts), 1 Bäcker (auswärts), 2 Schneider (1 hier, 1 auswärts), 1 Hausbursche, 1 Pferdeknecht, 1 jüngerer landwirtschaftlicher Pferdeknecht (auswärts). Lehrlinge: 1 Wagner, 1 Schneider, 1 Friseur (auswärts), 1 Maler und Lackierer, 1 Schreiber, 1 Lehrmädchen (Verkäuferin). Es suchen "Arbeit: 2 Dienstmädchen, 2 Zimmermädchen, 1 Kindermädchen, 1 Kinderwärterin, 3 Flickerinnen, 3 Waschfrauen, 6 Lailf- bezw. Piltzirauen, 1 Lausmädchen, 1 Wäsche- oder Plättmädchen, 2 Metall- former, 1 Spengler, 1 Ban- und Maschinenschlosser, 2 Bauschlosser, 1 Maschinenschlosser, 8 Bau- und Mobelschremer, 1 Wagner, 1 Zimmermann, 1 Hüter, 3 Glaser (darunter 1 Rahmenmacher), 2 Weißbinder, 2 Buchbinder, 2 Schuhmacher, 2 Heizer, 1 Burean- gehilfe, 12 Hausburschen, 4 Diener bezw. Auslauser, 2 Kutscher, 1 Krankenwärter, 3 Laglöhner. 6 Pferdeknechte (darunter 4 für Landwirtschaft), 3 landwirtsch. Arbeiter. Lehrliuae: 1 Schreiber. 4738 Bekanntmachung. In der Zeit vom 6. bis 13. Zum 1903 wurden in hiesiger Stadt . gefunden: 1 Manschettenknopf, 1 Kinderjäckchen, 1 Paar Turnschuhe und 1 Turnergürtel; verloren: 2 Portemonnaies nut Inhalt, 1 goldene Brosche und 1 schwarzer Damenkegenschirm. Entflogen sind: 2 Kanarienvögel. Die Empfangsberechtigten der gefundenen Gegenstände belieben ihre Ansprüche alsbald bei uns geltend zu machen. Gießen, den 13. Juni 1903. Großyerzoglimes Polizeiamt Gießen. Ö e cb l e r. Darmstädter Styl Ist heute tonangebend. fRilZEOTiUS Giesser mmnwzz Erstklassige Prima LMMer zum Einkochen 4760 Pfund 85 Pfg. empfiehlt H. E. Zuahardt Waber: AllMWalleiisels Markt 15. Telephon 390. (Offrnriihicf an den ehemaligen Gutsbesitzer, Landwirt a. D. und jetzigen Ockonamierat Herrn Sch len Ke in Meßen! Das liberale Wahlkomitee und andere haben zwar Ihre Auslassungen in Nr. 132 des Gießener Anzeigers bereits kritisiert und richtig gestellt, trotzdem oll und muß gegen die Art und Weise Ihres Vorgehens und den Inhalt Ihres Pamphlets, aus der Bürgerschaft heraus, energisch Protest eingelegt werden. Warum schreiben Sie denn in Ihrem politischen Glaubensbekenntnis: „Die folgenden Wahlkämpfe übergehe ich" — Warum? fragen wir. Glauben Sie, daß „die jüngere« unerfahrenen Führer" der nationalliberalen Partei und die Wähler den gemachten Heugras-Versteigerung der Stadt Gießen. Montag, beit 22. und Dienstag, den 23. Juni 1903, jedesmal vormittags 9 Uhr beginnend, soll das Heugras von den städtischen Wiesen, von dem Friedhof und von den Anlagen vor dem Friedhof meistbietend versteigert werden und zwar: Montag, den 22. Juni 1903: a) an Ort und Stelle von den Wiesen vor der Neustadt, sowie das Gras von einer Wiese auf dem Seltersberg, b) am Neuenwegertor von den Wiesen im Heegstrauch und in der Stephansmark, c) an Ort und Stelle vom Friedhof (Abteilung 1—8), von den Anlagen vor dem Friedhof und von den Wiesen im Rußland, d) im Philosophenwald, nachmittags 2 Uhr, von den Wiesen im Füritenbrunnen, im Wiesecktal und von 2 Hospitalwiesen, sowie 2 Psarreiwiesen in der Gemarkung^Wieseck, und um 5 Uhr von ea. 16 Morgen Wiesen in der Schwarzlach. Dienstag, den 23. Juni 1903: e) von den Ochjenwiesen, einer Hospitatwiese, von den Wiesen im Stolzenmorgen, Utersbrunuen und Altentisch, f) nachmittags 2 Uhr von den Wiesen in der Gemarkung Rödgen, g) nachmittags */,3 Uhr von den Wiesen in der Gemarkung AUen-Buseck, h) nachmittags 3 Uhr von den Wiesen in der Gemarkung Großen- Buseck. Die Zusammenkunft ist am 22. Juni am Neuslädtertor, am 23. Juni in den Lchsenwiesen. Die Großh. Bürgermeistereien der umliegenden Orte werden ersucht, Vorstehendes in ihrer Gemeinde bekannt machen zu lassen. Gießen, den 12. Juni 1903. 4723 Ter Oberbürgermeister. Mecu m. Zur WtzslWMlst! In Nr. 132 empfiehlt Herr Oekonomierat Schlenke, Herrn Köhler in Langsdorf zu wählen. Obgleich ich überzeugt bin, daß Herr Schiente nur das gute und beste für die Landwirtschaft will und das auch mit Taten begründet, so glaube ich aber doch auch, daß, wenn die Industrie in unserem Wahlkreis nicht so blühte, und hauptsächlich in der Umgegend von Gießen die Landwirtschaft auch eine Einbuße erleiden würde. Z. B. fast alle Gerste, die in der Wetterau von den Landwirten gezogen wird, wird, wenn sie gut ist, von den Bierbrauereien attfgekauft und zu Bier gebraut, und )aS meiste Bier wird doch in der Stadt und von den Industriearbeitern auf dem Lande getrunken. Ferner glaube ich nicht, daß wir immer einen so guten Absatz für unser Fettvteh und Schiveine in Gießen hatten, wenn die Industrie in Gießen nicht in dem jetzigen Maße bestände. Zwar ist ja bei Aufbesserung der verschiedenen Berufsständen die Landwirtschaft nicht immer so gut bedacht worden wie z. B. die Arbeiter, aber vielfach ist doch auch den kleinen Landwirten die Gelegenheit geboten, durch die Industrie einen Nebenverdienst zu erzielen. Deshalb glaube ich, daß man bei der Wahl des Kandidaten nicht einseitig sein soll, sondern man soll einen Mann wählen, der die Interessen der Industrie und der Laud- wirtfchaft vertritt. Was nun die Wahl des Herrn Heyligenstaedt betrifft, so glaube ich sicher, daß er beide Berufsarten vertreten wird, denn wenn ein Mann wie Heyligenstaedt, der es von einem Arbeiter bis zur icyigen Höhe gebracht hat, (denn wie oft sah ich ihn am Schraubstock bei Georg Nenzel arbeiten, wo ihm der Schweiß vom Gesicht triefte) und der eine so große Weltfirma errichtet hat, und immer seine Arbeiter so sehr gut honorierte und für sie sorgte; soviel mir bekannt ist, so glaube ich, daß ein jeder, sei er Beamter, Handwerker oder Bauer, oder Arbeiter Herrn vcnligcustacdt ivählen darf und soll, well ich ihm vertraue, daß er alle Staude gewissenhaft vertreten wird. 4751 Ei« Landwirt. Beleuchtungskörper nach Entwürfen Darmstädter Künstler sind in grosser Auswahl vorrätig. Meine Schaufenster Markt 7 werden allwöchentlich mit neuen Mustern aus^estattet! 13676] Lelanntmachung. In das Handelsregister wurde heute bezüglich der Firma „Julius Nattuicmn" zu Gießen eingetragen: Die Pro- kiira des Kaufmanns Louis Reitz dahier ist erloschen. Gießen, 6. Juni 1903. 4726] Großh. Amtsgericht. Konkursverfahren. Das Konkursverfahren über das Vermögen des Gastwirts HansProttengeier in Gießen wird mangels Vorhandeneins einer den Kosten des Verfahrens entsprechenden Masse eingestellt. [4719 Gießen, 9. Juni 1903. Gr. Amtsgericht. Forderungen und sonstige Ansprüche an den Nachlaß des am 16. Mai dahier verstorbenen Kunstmalers Otto Fritz sind bei Meidung vorläufiger Nichtberücksichtigung alsbald bei dem Unterzeichneten anzumelden. Gießen, 13. Ium 1903. Römheld [4745 Rechtsanwalt und Notar. Tie Lieferung von 210 Zentner Nußkohlen I. Sorte und von 93 Ztr. Nuß-Coaks II. für daS Gr. Amtsgericht und das Haftlokal soll im Sub- missionsweg vergeben werden. Angebote sind zum EröffnungS- ternun Donnerstag 18. Juni 1903, vormittags 11 Uhr einzureichen. Ziischlagsfrist eine Woche. Die Bestimmungen des Mmistenal-Erlasses vom 16. Juni 1893 finden Einwendung. [4727 Gr. Amtsgericht Lich. HellMSverßeilierNl]. Montag, den 15. Fuui, nachmittags von 5 Uhr ab wird bei Gastwirt Schäfer zu Duubringen das diesjährige HeugraS von der fiskalischen Lorauwiesc versteigert. 4707 TrerS a. d. Lda, 11. Juni 1903 Großh. DberfÖrfteret TrerS Schneider. Donnerstag, den 18. Juni vormittags gegen 10 Uhr soll das Hengras von den der Gemeinde Altenbuseck gehöri- gen Wiesen im Anschluß an die fiskalische Versteigerung bei Wirt Otto Rabenau versteigert werden. Altenbuseck, 13. Juni 1903. Gr. Bürgermsterel Alten-Buseck. 4733] Körber._________ Versteigerung. Freitag, den 26. dS. MtS., nachmittags 2 Uhr, versteigere ich tm Pfandlokale Seilersweg 11 gegen Barzahlung: 1 Musikautomat, 1 Kassafchrank, 1 Schreibtisch, iSpiegel, mehrere Soias, Konioden, 2 Vertikows, 1 Klelderschrank, 1 Regulator, 1 Nähmaschine, 1 Ptanino, 2 Fahrräder, 2 Koffer, 1 Laden- lheke, 1 Glasichrank, 1 Billard, Stühle, 2 Kastenwagen u. a. m. Gießen, den 18. Juni 1903. 4750 Sier, _______ stellv. Psandmeister. Montag, den 15. dS. MtS., nachmittags 1 Uhr, versteigere ich in dem tteschaftSlokal des H. Back lu Lollar gegen Barzahlung: 4736 1 Laoentheke mit Regal, 1 De° zrmalwage mit Gewichtsteinen, 2 Schränke, darunter 1 eisernen, 1 Regulator, Feuerwerkskörper, Schreibmaterialien und allerlei Kurzwaren, sowie ca, 1 Mille Zigarren. Versteigerung bestimmt. Vorn, Gerichtsvollzieher. Bersteigeruug. Dienstag, den 16. d. Mt»., nachmittags 2 Uhr, versteigere ich Neustadt 55 dahier gegen Barzahlung: 2 Bettstellen mir Matratzen, Geräts chrank m. Aufs atz, 6 Rohrstühle, 1 Spiegel, Göthes, Schillers, Lenaus, Lessings und Shakespeares Werke, 4 Bande Weltgeschichte, Brockhaus Kon- fervations- Lexikon, 1 Pierd, 2 Wagen und sonstige Möbel aller Art. 4737 Born, Gerichtsvollzieher. DOOOOOOOOO Q 11 i reisende HOSPIZ Damen evang. Schwesternhaus, i Giessen, lobannesstr. 7. 1 aoooooooooa Fehler, Sie als Kandidaten für den Reichstag auszu- tellen, vergessen hätten? Weiter ereifern Sie sich, daß ein freisinniger Parteiführer (wohl Herr Beigeordneter Georgi gemeint) den nationalliberalen Kommerzienrat Heyligen- taedt präsentiert. Derselbe hat allerdings daran nicht gedacht, Herrn Schlenke — der jetzt so schön Zeit hat — das Mandat anzubieten — wie unrecht! Erst nationalliveral, dann agrarisch und heute Lorspann- dienste den Antisemiten leistend 1 Welche Wandlungen ! Weiter schreiben Sie: „Wir, die Landwirte, das Kleingewerbe, die Handwerker, die mit uns auf dem Lande leben u. j. w." Ei! seit wann sind Sie denn ivieder Landwirt, Kleingewerbtreibender oder Handwerker! seit wann wohnen Sie denn auf dem Lande? Nach dem Adreßbuch bewohnen Sie doch em dem Herrn Brauereibesitzer Bichler gehöriges Wohnhaus auf dem Hardthof m oder bei Gießen. Es ist bedauerlich und empörend, daß Sie sich dazu hergeben, einen Herrn Köhler-LaugSdorf als besseren und berufeneren Kandidaten zu empfehlen, weil er grob, geradeaus, ehrlich und seine Meinung gerade heraus sagend sein soll, während Sie unseren Kandidaten, Ihren Mitbürger und gewesenen Parteifreund Heyligenstaedt, aus Grund seines Berufes, der Begehrlichkeit, des Nimmersattseins, des schlimmen Beispieles für die immer noch gedrückten Agrarier, der ungerechtfertigtsten übertriebenen Ansprüche u. s. f. bezichtigen. Wir überlassen das Urteil über diese Handlungsweise ruhig den Wählern in Stadt und Land und sind beseelt nur von dem einen Wunsch, daß dieselben Ihnen die einzige aber richtige Antwort erteilen, indem sie am 16. ds. Mts. chre 3tim in en dem Kandidaten der bürgerlichen Mittelparteien Herrn Nommerzienrat heyligenstaedt geben werden. Gießen, Juni 1M3. 4717 billige „der liberale» Waadmedner". Freibank (feine Mansardenwohnung 02825[ Jung. Mädchen gesucht d. firau Tränkner, Vlaigasse 12. Abbruch 4642 Neuenweg 60. . Stfllfii^crudir ?.n verkaufen Lleefchiedencs Kauf Gesuche Wielgesuthe Zu vermieten (Offene Stellen Vereine I 8 LrSciilliihcs AcuMöWev sofort oder 1. Juli geiuchi. 4667] A. Reinig, SeUersweg 30. BeteiiiguiiK Hausmann, Ende der 20er, sucht Beteiligung (aktiv) an einem nachweisbar rentablen tÄejchäfte, ober behusS Gründung eines Geschäftes mit einem jungen Kauf- nranne in Verbindung zu treten. C fierten unter Nr. 02827 an die Expedition d. Bl. 3733] Eleg. 4-Zimrnerwohn- ungen, der Neuzeu entsprechend, per sofort unb 1. Juli zu vermieten. Näheres Ederstr. 14, pk. Büttner Sc Tamm. Ein Kochfränlein ohne Vergütung per sofort gesucht. 02797 Lasö (febel. 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