Übreflt für Depeschen: «azetger Vietze«. Fkrnsprkchanschluß Nr. 51. sch en und des barschen Sängerbundes bilden den greifbarsten Beweis dafür. In Hessen sind schon vor Jahren Versuche zu einer ähnlichen Verbindung in die Wege geleitet lvor- Len, aber leider bisher ohne Erfolg. Ob der erst 'ft snen: die dem Verstorbenen vor sechs Jahren den El)rendoktor verlieh, war ein prachtvoller Kranz am Grabe mederaeleat worden. Darmstädter Arief. K B. Darmstadt, 12. Jan. Wr. 10 Erscheint tLglich außer Sonntags. Dem Gießener Anzeiger werben nn Wechsel mit dem Kesfischen Landwirt bte Sietzener Familien, blätter viermal in der Woche beigelegt. Rotationsdruck u. 93er- log der B r Ü h l'schen Untverj-Buch- u. 6tttn- >Turferet (Pietsch Erbens Viedaktton, GrpebttUm und Drucke ret: politische Tagesschau. Schuldebatteu im preußischen Landtag. 3" der jetzt beginnenden letzten Session deS preußi- scheu Landtags dürften Schuldebatten einen breiten Nahmen einnehmen. Einer eingehenden Kritik sind in<34 besondere gewiß die im Osten der Monarchie herrschenden Zustände, wie sie durch den Trakehner Prozeß offene kundig geworden sind. Tie Negierung dürfte hier keinen leichten Stand haben. Ihr den Rücken zu decken, werden allerdings die im preußischen Landtag übermächtigen Konser- v^rven sich angelegen sein lassen. Sehr ausführlich wird sich das Parlament weiter zu beschäftigen haben mit den Wünschen der Lehrerkreise aus Abänderung des letzten Lehrerbesvldungsge.setzes. Wie von unterrich-- teter Seite verlautet, verkennt die Regierung nicht die Rv< formbcdürftigkeit einiger Bestimmungen des Gesetzes. Sie sieht sich aber, dä im wesentlichen finanzielle Mehr, aufwendunaen in Frage kommen, nicht in der Lage, für die nächste Zukunft «an? Zusog' im Sinne per Lehrerwünsche zu erteilen. Trotz der vorsorgenden Finanzpolitik Miquels macht die Ungunst der Zeit sich auch in Preußen empfindlich bemerkbar. Das deutsche Lied, der deutsche Gesang haben seit der Wiedererrichtung des neuen Kaiserreiches eine cnißerord^it- liche Ausbreitung und Vervollkommnung erfahren. Es giebt kaum noch irgendwo in Deutschland eine gesellige Unterhaltung oder ein fröhliches Beisammensein größerer Vereinigungen, bei denen nicht auch dem Vokalvortrag die. gebührende Stellung eingeräumt würde. Eine höchst wirksame Förderung fand der Männergesang im letzten Jahrzehnt besonders durch den Zusammenschluß größerer Gruppen von Gesangvereinen, durch Gründung von Qokal- und Landesverbänden, in denen die gemeinsamen Interessen der Sängerschaft beraten und Anregung und Belehrung geschöpft wurden. Die großen märkischen und schlesischen Sängerfest, die Veranstaltungen des rheinischen, des schwäbi- "en und des badischen SäuHerbundes bilden den greifbarsten '* ' ~ " "en >ind schon vor Jahren Versuche HaudelLmtuister Moller über die wirtschaftliche Lage. Der preußische HandelSnrinister Müller und Oberpräst» deut Nasse, welche zur Eröffnung der Meisterkurse für die Rheinprovinz in Köln eingetr offen sind, unternahmen gestern vormittag in Begleitung des Regierungspräsidenten v. Balan, des Oberbürgermeisters Becker und des Polizeipräsidenten Weegmann eine Rundfahrt durch die Stadt, wobei sie die Handelsschule und das Kunstgewerbe-Museum besichtigten. Sodann fuhren sie bei der Handelskammer vor, wo sie vom stellvertretenden Vorsitzenden Schröder mit einer Msprache empfangen wurden. In seiner Erwiderung gedachte der .Handelsminister, wie die „Köln. Volksztg." meldet, der gegenwärtigen wirtschaftspolitischen Lage tm deutschen Reiche. Wenn zur Zeit in Kreisen des Kaufmann S- standeS vielfach Klagen darüber laut würden, daß die agrarischer! Kreise ihre Forderungen rnit ganz besonderem Raddrücke geltend machten, dürfe man nicht vergessen, daß die Staatsreaierung nicht nur die Jntereffen der Allgemeinheit wahrzunehmen habe, sondern auch mit Rivalen und Machtfaktoren des öffentlichen Lebens rechnen müsse. Die landwirtschaftlichen Kreise hätten es verstanden, ihre Forderungen durch die parlamentarischen Vertreter wirksam geltend zu machen. Die Kaufmannschaft möge hieraus die Mahnung entnehmen, auch ihrerseits sich mehr als bisher dem öffentlichen Leben zu widmen und die Wünsche der Industrie und des Handels mit gleichem Nachdruck zur Geltung zu bringen. Der Minister hob schließ lich die große volkswirtschaftliche Bedeutung der Kartelle hervor und bemertte, daß die seitens der ReichS- regierung veranstaltete Enquete dazu beitragen werde, ein richtiges Urteil über die Wirksamkeit derartiger Vereinigungen zu verbreiten. An der Eröffnung der Meisterkurse für die Rhein» Provinz nahmen Handelsminister Möller, Oberpräsident Rasse, die Regierungspräsidenten der Provinz, mehrere Abgeordnete, die Präsidenten der fünf rheinischen Hand- werkskammern und zahlreiche Freunde und Förderer des Handwerks teil. Die Feier wurde vom Oberbürgermeister Becker mit einer Ansprache ein geleitet, in welcher er kurz auf die Entstehung und Fortentwickelung des Gedankens einying, für die Rheinprovinz zur Hebung des Handwerk- Mersterkurse einzurichten, wie in anderen Staaten und Provinzen bereits geschehen sei. Redner sprach die Ueber- zeugung auS, daß der Segen der Meisterkurse den dafür gebrachten erheblichen Opfern, welche im Wesentlichen vom Staate unt> der Stadt Köln getragen wurden, entsprechen werde. WsW ÄÄ. W-M D0"?.a>' 83dm Witderzusamm.utritt bet Farkam«ut«. Aus Berlin, 12. Jarnlar, wird uns geschrieben: Rach längerer Pause sieht man jetzt wieder in den Reichstagspalast Leben und Bewegung einkehren. Zwar giebt es in dem „Gebäude ohne Inschrift" immer vollauf zu tun für die samten und Angestellten, und der Di- re ktorposten ist nichts weniger als eine Sinekure, auch während der Parlamentsferien nicht, denn die Zahl der persönlichen Anliegen an den jovialen Geh. Regiernngsrat Knack ist jederzeit groß — aber es fehlt doch dem Hause sein eigentliches Element, die Schar der Erwählten des Volkes. Run begegnet man wieder den Herren, die mit soviel Würde die schwarze Mappe zu tragen wissen, auf Schritt und Tritt. Hier passiert einer in sinnende Betrach- tunaen versunken die majestätische Wandelhalle, die ball) wieder von plaudernden und diskutierenden Gruppen aus ihrem feierlichen Schweigen geweckt sein wird; dort hält ein anderer, um das Wohl der Fraktion besorgt, Umschau in dem für sie reservierten Raum; in eifriger, weithin schallender Unterhaltung begriffen, häustg Halt machend, gehen zwei befteundete Politiker die Treppe hinab, die zu den Bureaus des Reichstags führt; Anftagen werden an die Hüter der Pforten gestellt und mit soldatischer Haltung und Kürze beantwortet; in dem in weiter Oede liegenden Sitzungssaal, der sich hell und sauber präsentiert, nachdem oie Scheuerfrauen ihr emsiges Werk verrichtet haben, taucht auf Augenblicke ein zu philosophischen Erwägungen veranlagtes Mitglied des Hauses auf, das sich zu fragen scheint, ob der Reichstag nochmals zum Schauplatz ähnlicher Szenen werde, wie wir sie „mit Staunen und Grauen" beim Zolltarif erlebt haben. Neue Frische haben in der Ferienzeit die bedauernswerten Beamten erlangt, die durch die Dauersitzungen auf das äußerste in Anspruch genommen wurden. Im preußischen Abgeordnetenhaus, das ebenfalls seine Pforten öffnet, haben es die Angestellten bei weitem besser. Es ist ja „daS Haus mit der unglücklichen Tlkustik", aber andererseits auch das Haus mit der „behaglichen politischen Temperatur", die schon Fürst Bismarck an ihm rühmte. Sind eS etwa die Tagegelder, die einen so angenehm bc- sänfttgenden Einfluß aus das Mgeordnetenhaus ausüben? Nimmermehr ist daran zu denken, daß hier die Wogen so boch aehen werden wie am Königsplatz. Allerdings, eS fehlt dem Abgeordnetenhaus das aufgeregte Element der Sozialdemokratie. Immerhin giebt es auf der Linken und unter den Polen Feuerköpfe genug. Wir möchten der Meinung zuneigen, daß daS Mgeordnetenhaus so frei von schweren Stürmen bleibt und so dreimal gesegnet durch das Fehlen von Nerven absvannenden Dauer-Rednern — eben weil die Aufgabe, zu reden und verstanden zu werden, in diesem Hause ein Kunststück ist, eine wahre Kraftleistung erfordert. Schon im alten Hause war eS mit dem Gehörtwerden Übel bestellt, im neuen Hause aber vernimmt man aus der Tribüne oft kein Wort, man sieht, bei einigermaßen animierter Unterhaltung unten im Saale, nur den unglücklichen Redner agieren, und sein Antlitz sich rot färben. Ein neuer Versuch, der dritte oder vierte, ist während der landtagsfteien Zeit zur Verbesserung der Akustik gemacht worden. Marmorsäulen erheben sich, Gewölbe sind geschaffen, kurz, alles Mögliche ist ausgetüftelt und angewandt, um das gesprochene Wort zu bannen. Die anaesteflten Proben berechtigen, so sagt man, zu schönen Hoffnungen. Warten wir die entscheidende Probe ab, wenn der Saal gefüllt ist. Noch Eins hat das Mgeordnetenhaus erhalten: Dil- öerschmuck, den der Sitzungssaal des Reichstags immer noch entbehren muß. Die Bilder erhalten aber keine gute Note von der Kunstkrittk; besonders wird getadelt, daß die Farben nicht ftisch und leuchtend genug wirken. Nach dem „Berl. Tagebl." sollen die Gemälde, welche Ansichten der großen preußischen Städte darstellen, im Sommer noch etwas aufgeftischt werden. Solches „Auf- frischen" kann, wenn es nicht sehr geschickt und einheitlich ausfällt, den Anblick doppelt unerfreulich machen. Es ist seltsam, daß sowohl das Mgeordnetenhaus wie der Reichstag kain sonderliches Glück mit der Ausschmückung haben. An Geld wird nicht gespart, an hervorragenden Meistern der Palette und des Meißels fehlt es in der deutschen Kunstwelt nicht, und doch kommt wenig zu stände, das die Bezeichnung Meisterwerk verdient. Das politische Interesse nimmt zunächst noch fast ausschließlich der Reichstag in Anspruch. Im Mgeordnetenhaus wird man auf die Etatsdebatten oder allenfalls auf die eine und andere Interpellation zu warten haben. 's untet । b WK wieder vom Worrnfti Männcrgesangverctn ang?regteG?d wohl vorläufig kaum eine Aussicht aus Verwirklichung bietet. Um so fteudiger muß man cs begrüßen, wenn wenigstens der Anfang dazu gemacht wird. Und daS ist jetzt hier geschehen.» Der Mozartverein, wohl bet stärkste und leistungsfähigste unter den Darmstädter Männergesang- vereinen, hatte im verflossenen Herbst eine Versammlung aller hiesigen Gesangvereine zwecks Arrangierung sogen, allgemeiner Sängerabende zusammenberufen. Man wollte nicht nur jedem Verein nach freier Wahl Gelegenheit geben, seine gesangliche Fähigkeit öflentlich zu zeigen, sondern auch in geselligem Beisammensein die verschiedenen Sänger einander näher bringen und zu edlem Wettstreit an-v spornen. Das sechsköpfige Komitee, das in dieser Versammlung mit der weiteren Verfolgung der Sache betraut wurde, hatte nun für gestern abend im großen Turnsaal am Wvog^ Platz den ersten dieser SÄngerabcnde angesetzt; derselbe,, nahm einen in jeder Beziehung zufriedenstellenden Verlauf. Nicht weniger als 15 Gesangvereine waren mit ihren Mitgliedern in einer Stärke von zusammen 431 Sängern erschienen und nachdem unter Leitung des Herrn Musikdirektor Senfs der von allen Vereinen gemeinsam borge* tragens Mvzart'sche Chor „Brüder, reicht die Hand zum Bunde" erklungen, trat jeder der Vereine nach der Bestimm mung des Loses hervor, um mit einem selb st gewählten Chor eine Probe seiner Leistungsfähigkeit zu geben. In bunter Mwechselung hörte man oa von einem Doppelquartett an- gefangen in Chören von 13 und 14 bis' herauf zu 60 und 82 Sangern eine Reihe der besten deutschen Volkslieder und die einzelnen Gesänge lieferten einen schönen Beweis dafilr, waS Lust und Liebe zur Sache und eifriges Streben nach Vervollkommnrmg zu Wege bringen können. Ter Tarmstädter Lehrergesangverein hatte sich ebenfalls mit zwei Liedern an der Aufführung beteiligt. .Vor Beginn der GesangSauflührungen hatte der Präsident deS Mozart-, Vereins, Herr Wilh. Pfeil, im Namen des geschäftsführen- den Ausschusses die große Schar der Sangesbrüder und Sanaesfreunde mit herzlichen Worten begrüßt und dabei der Hoffnung Ausdruck gegeben, daß die von affen erstrebte Harmonie des Gesanges auch eine dauernde Harmonie unter den Darmstädter Gesangvereinen zur Folge haben möge. Am Schlüsse der Vorträge konnte er mit freudiger Genugtuung konstatteren, daß die Veranstalttmg einen voffen erfolg aufzuweisen habe und darnach der erste Sängcrabend in Darmstadt gewiß nicht der letzte gewesen sein werde. In daS Hoch auf das deutsche Lied stimmten affe Anwesenden mit Begeisterung ein. Der so vortreffliche Verlauf des Mends wird jedenfaffS einen wichttgen Merkstein in der Geschichte der Darmstädter Gesangvereine bilden, und man darf wohl hoffen, daß das hier gegebene Beispiel auch auf die Vereine in ankeren Städten animierend und beftuchtend einwirken werde. In unserer Residenz sind in diesen Tagen zfvei Männer aus dieser Welt geschieden, deren Ableben weit im ganzen Lande mit Betrübnis vernommen worden ist. Am Samstag nachmittag geleitete der Kriegerverein sein langjähriges, treues und hochverdientes Mitglied, Herrn Oberstleutnant a. D. Friedrich Lot heißen, zu Grabe. Der Verstorbene hat die Kriege von 1866 und 1870/71 im 1. Hess. Ins.-Regt. Nr. 115 (Leibgarde) mitgemacht und dem Regiment bis zu seinem Rücktritt aus dem aktiven Dienst angehört. Welch großer Beliebtheit sich Lotheißen besonders bei seinen ehemaligen Kameraden erfreute, zeigte die Anwesenheit der großen Anzahl aktiver und inaktiver Offiziere, unter denen man Se. Exz. General v. Westerweffer, den Divisionskommandeur Frhrn. v. Gall u. a. bemerkte. Bei der mit affen militärischen Ehren vollzogenen Trauerfeier hielt Herr Pfarrer Kleberger die Gedächtnisrede, auch der Vorsitzende des Kriegervereins, Herr Hauptmann a. D. Waldecker rief dem Dahingeschiedenen unter Nieder- legung eines großen Lorbeerkranzes herzliche Worte ehrenden Gedenkens in die Ewigkett nach. Am heuttgen Montag wurde ferner aus dem städtischen Friedhof der frühere, langjährige Leiter des hessischen Justiz - Ministeriums Exz. Wirk!. Geheimrat Ludwig H a l l w a ch s, zur ewigen Ruhe bestattet. Er hatte ein Alter von 76 Jahren erreicht und vor gerade 50 Jahren, im April 1853, als StaatSanwaltssubstitut seine erste An- steffung erhalten. Seit Oktober 1872 gehörte er dem Justizministerium an, als dessen Leiter er am 15. April 1896 seine Pensionierung erhielt. Der Trauerfeier heute wohnte eine sehr zahlreiche und iffustre Schar von Leidtragenden bei. Se. königl. Hoheit der Großherzog hatte ein prachtvoffes Palm en-Arrangement mit rotwerßer Schleife und der Krone mit Ramenschffre zu übersenden befohlen und unter den persönlich Erschienenen sah man Se. Erlaucht den Grafen zu Erbach-Schönberg, Exz. Staatsminister Rothe, Justizminister Crrj. Dr. Dittmar, Exz. Obersthofmarschaff v. West er Weller und viele andere hohe WÄrdenttäger, sowie sämtliche höheren Beamten de? Justizministeriums, deS Oberkonsistoriums, die Spitzen der Stadt, der evang. LandeSsynode, der technischen Hochschulen usw. Bei der Trauerfeier im Sterbehause hielt Herr Pft. Walz die Trauerandacht, und der evangelische Kirchengesangverein trug mehrere Choräle vor. An der offenen Gruft sang ein Knabenchor „Wenn ich einmal soff scheiden" und zum Schlüsse „Jcrusalem, du hochgebaute Stadt". Gebet und Einsegnung vollzog wiederum Herr Pfr. Walz. Seitens b r theologischen Fakultät der Universität Gießen, Der deutsche Botschafter v. Holleben. Nach einem Washington er Bericht des „Daily Tele». graph" hätte ein hochgestellter Beamter neuerdings be-> stättgt, daß die seinerzeit von dem deutschen Botschafter v. Hoffeben dem britischen Botschafter Lovd Paunrefote als gegen die Bereinigten Staaten gerichtet vorgeworfene Noto tatsächlich von ihm mit der amerikanischen Regierung Der-* einbart worden sei. Der Hergang sei der gewesen, daß zuerst die übrigen Botschafter auf der östreichiscben Gesandtschaft eine ziemlich scharf gehaltene Note abfaßten, um dein amerikanischen Kabinett anzudeuten, die Mächte würden ein amerikanisches Eingreifen nicht dullren. Darauf seien die Botschafter mit dem östreichischen Gesandten auf die britische Botschaft gegangen und hätten den Notenentwurf Lord Pauncesote vorgelegt. Er sei über ihre Absichten 6e* nachrichtigt gewesen, haben Einwürfe gemacht, einen andren Entwurf unterbreitet und empfohlen. Letzterer war zwischen ihm und dem Staatsdepartement vereine bart worden und, wurde schließlich angenommen, da Lord Pauncefote seine Kvffegen überzeugt hatte, daß er die Lage decke. Der Grund der Berliner Anschuldigungen habe in einer von dem französischen Botschafter besorgten- von dem deutschsn nach Berlin eingesandten, etwas von dem wirffrchen Wortlaute abweichenden Uebersepung gelegen. Dieser Sachverhalt sei nicht früher veröffentlicht worden^ weil tatsächlich das tm'tifdie Kabinett in dieser Angelegene heit aus Freundschaft für die Vereinigten Staaten einigermaßen von der Spanien schuldigen Neuttalität abge* wichen sei Erstes Blatt. 15». Jahrgang Dienstag 13. Jammr 1903 Eichener Anzeiger ** General-Anzeiger ” Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen mTOmwffwjwt.j.j Ml t. I.1-rav ___________ zeigenteil . Hans Beck. ;l Für eine leistungßM Itcrlanber fionibrannirotm letei, und Likörsabril u ft« u W. wird ein tüchtiger ;llchvertreter vpezialmarken gegen hch I Mm gesucht. Liierten uni ■ it 7798 an die Aun.-Erp KoM. Münster i, W, erb ' in hiesiges größeres Fabrik i haft sucht zum baldigen Ein t einen tüchtigen, durchani ; bständigeuAuchhaltcr. & lauten wollen sich mit. AiWb : bist). Tatigk.u. ihrer GctzM svr. B«b. 354 a. d. Erp. roeiitVii 161 Suche einen M. Arsche» >m Lande. Pnlvem-i^c. r^iusik. Söhne achtbarer Eltern, welch usl ijiiben, die Musik gnmbliü) m ■ 'lernen, finden in Slabi-fiapdl iler Zusicherung aemificnljc.iie' rsbUöung sreundl. Aulnahnie iheres bei Herrn Henn. lUer ^chaniker hierselbsl. 42 16| A^t aus dem Laude such sosorl ein ansläudigeö Lievstviüdchcni » muß in allen Mm M bewanden sm Mftoem Mich tnvßi/* (omien wher Lohn K-ichrüich teBfflnea W" KinnrremiwnL 11 *Me u. ^.Lchanzemt^ 8301 ?Mchen Gemilderte Praxi!! Ein Berliner Mitarbeiter schreibt unS imterm 12. Fan.: Tie hier und da in der Presse laut gewordene Annahme, die Mebrheitsparteien des Reichstags würden auch die Etatöoebatte durch Mittel der Geschäftsordnung ab-, Kulürzen suchen, scheint unbegründet zu sein. Ein Mitglied des Zentrums ließ sich dahin vernehmen, 'daß es nicht in der Absicht seiner Fraktion liege, der parlamentarischen Kritik des Etat- zeitlich Schranken zu ziehen. Sie nehme vielmehr an, die redeeifrigen Herren, besonders der äußersten Linken, würden im Hinblick auf die Knappheit her zur Verfügung stehenden Zeit sich selbst Beschränkung auferlegen. Sollte es freilich auf jener Seite beliebt werden, beispielsweise Kur Tiskussion über den Etat des Reichs- amts des Innern, wie in früheren Jahren, Tutzende von Rednern vorzuschicken, dann könnten die Mehrheitsparteien nicht umhin, ein Ende zu machen. „Ter Reichstag", so schloß unser Gewährsmann, „ist zur Arbeit und nicht zum uferlosen Reden berufen. Und im Lande, an das die redewütigen Parlamentarier so gerne appellieren, liest kein Mensch die übermäßig ausgedehnten Reichstagsberichte. Es ist also gewissermaßen im öffentlichen Interesse, solche Attentate aus die Geduld hintanzuhalten." Kausmaunsgerichte. Ter jetzt vorliegende Gesetzentwurf über kaufmännische Schiedsgerichte dürfte im allgemeinen den Hoffnungen lgerecht werden, die man in den beteiligten Kreisen dieser seit langem gewünschten Reform entgegengebracht hat Ter Hauptvorzug ist, daß auf das Verfahren vor den „Kaufmannsgerichten" — die Vorschriften des Gewerbegerichtsgesetzes entsprechende Anwendung sinden. Tas prompte Verfahren der Gewerbegerichte genießt mit Recht Sympathieen. Ausdrücklich wird durch § 4 des Entwurfs durch die Zuständigkeit eines Kaufmannsgerichts für die dahin gehörenden Streitfälle die Zuständigkeit der ordentlichen Gerichte ausgeschlossen. Tie Errich-. hing von Kaufmannsgerichten soll in der Regel für Gemeinden über 29 000 Einwohner stattfinden, und bei geringerer Einwohnerzahl die Bedürfnisfrage maßgebend sein. Es dürste sich wohl empfehlen, von vorrcherein Orte von 10000 Einwohnern, als untere Grenze, ins Auge zu fassen. Im übrigen wird es Sache der kaufmännischen Vereinigungen und deren Fachpresse sein, alsbald zu dem Entwurf Stellung zu nehmen, da dessen Inkrafttreten bereits zum 1. April d. I. geplant ist. . Aus AM uni) Hand. Gießen, den 13. Januar 1903. " Gedenktage. Zu Wien wurde am 18. Januar 1802 der Lustspieldichter Eduard v. Bauernfeld geboren. 1830 erhielt er eine Stelle bei der Hofkammer, 1843 bei der Lotteriedirektion, 1848 verließ er den Staatsdienst, um sich ganz der Litteratur zu widmen. Nachdem verschiedene dramatische Versuche fehlschlugen, zündete das „Liebesprotokoll". Bauernfelds Salonstücke sind köstliche gesellschaftliche Gemälde mit lebendig gezeichneten Charakteren und formvollendeter Gesprächsführung. Bis 1890 lebte Bauernfeld, geadelt, in seiner Vaterstadt zurückgezogen. ** U e 6er „W etter karten und Touri st tk" hielt fcerr Oberlehrer Fre y b e aus Weilburg in der Sektion Gießen des D. u. Oe. Alpen Vereins vor zahlreich besuchter Monatsversammlung am letzten Donnerstag den angekündigten Vortrag. Redner betonte zunächst, daß der Tourist an einer Wanderung die größte Freude habe, der etwas von der Pflanzen- und Tierwelt, von der geologischen Beschaffenheit des Landes, der Bildung der Berg- und Talformen, von Bauart und Baukunst versteht. Er siebt und genießt mehr als der Unkundige. So ist es auch für den, der Wolken und Wind, Himmelfarben und Gewittererscheinungen zu deuten weiß. In der Förderung der naturwissenschaftlichen, u. a. auch der meteorologischen Kenntnisse durch Schule und Selbststudium ist also ein Mittel zu erblicken, die Lust am Wandern zu erhöhen. Der praktische Wetterdienst setzt sich allerdings nicht die allgemeine Aufgabe, Wetter rundliche Forschungen anzu- stellen, sondern sein Hauptziel ist die Beantwortung der Frage: Was werden wir für Wetterr bekommen? Die Lösung dieser Frage ist für den Touristen von zweierlei Bedeutung. Einmal beobachtet derjenige, welcher weiß, welche Witterung etwa eintreten wird, die atmosphärischen Erscheinungen genauer. Er vermag einen sich vorbereitenden und vollziehenden Witterungswechsel zu deuten und hat so an der verständnisvolleren Beobachtung dieses Teiles der Naturerscheinungen höheres Interesse, höhere Freude. Zweitens muß natürlich die Beantwortung jener Frage dem Touristen auch praktisch nützen, insofern er sich bei der Wahl seines Weges nach der bevorstehenden Witterung richten kann. Und wenn es auch heute noch Schwierigkeiten bereitet, mit hinreichend großer Wahr- scheinlichteit genau eine Wettervoraussage für alle Witterungselemente auch nur für den folgenden Tag zu geben, so ist. das für den Touristen gar nicht so genau nötig. Für ihn genügt es zu wissen, ob in der nächsten Zeir im allgemeinen heiteres Wetter ohne erheblichen Regen oder regnerisches, trübes Wetter oder endlich sog. Gewitterlage vorherrschen wird. Dies ist aber jetzt schon für mehrere Tage leidlich sicher aus den Wetterkarten zu erkennen. Vortragender zeigte dann die augenblicklich an drei Stellen in Preußen (Berlin, Weilburg, Aachen) herausgegebenen Wetterkarten, sowie die in München erscheinenden und in den Alpenländern schon vielfach aushängenden Karten. Es folgte eine kurze Erklärung derselben. Freilich ist eine praktische Ausnutzung solcher Karten nur möglich, wenn sie rechtzeitig dem Touristen zur Verfügung stehen, und wenn er im stände ist, dieselben zu ,/lesen". Ersteres ist jetzt noch nicht überall durchführbar. Am frühesten werden die Weilburger Karten herausgegeben, nämlich schon mittags 12 Uhr (mit Voraussage für den folgenden Tag), so daß sie also in Gießen mittags 1 Uhr ankommen. Aber es steht in Aussicht, daß in absehbarer Zeit in gunz Deutschland Wetterdienststellen für kleinere Bezirke eingerichtet werden, welche nicht nur mittags 12 Uhr brauchbare kurze WeitervorauSsagen telegraphisch verbreiten, sondern auch einfache und billige Wetterkarten Herausgebern Letztere sind viel wichtiger als bloße Voraussagen. Denn nur durch sie ist ein Verständnis für die allgemeine Wetterlage und damit für die davon abhängige, bei uns herrschende Witterung möglich. Nur unter dieser Voraussetzung können aber die Wettererfahrungen, die viele, besonders Landwirte, gesammelt haben, voll verwertet werden zur Ergänzung und Verbesseruna der Voraussage. Vortragender sprach dann noch darüber, wie weit heute schon Me Möglichkeit besteve, die Witterung des folgenden TageS vorauszusagen. Die vom Weilburger Wetterdienst, der den ersten Versuch dieser Mt in Preußen darstellt, herausgegebenen Wettervoraussagen sind im Laufe des Sommers 1902, wie durch Vertrauensmänner der Landwirt schaftökammern zu Wiesbaden und Kassel, sowie des Landwirtschaftlichen Vereins für die Provinz Oberhessen festaestellt ist, für die Weilburger Gegend im Mittel mit 90 Prozent, für die Gießener Gegend mit 86 Prozent eingetroffen. Redner schloß damit, daß wenn er auch noch viel Zukunftsmusik habe bringen müssen, doch Aussicht ei, daß der praktische Wetterdienst für die Touristik von licht zu unterschätzendem Nutzen werden können. Auf den mit großem Beifall aufgenommenen Vortrag folgte eine lebhafte Diskussion, die über einzelne Punkte noch recht interessante und belehrende Aufklärung brachte. "Schlierseer Gastspiel. DaS Personal der Schlier- eer ist unverändert, ganz dasselbe wie in den früheren Jahren. Alle ersten Kräfte, welche Hofschauspieler Konrad Dreher in den neunziger Jahren um sich scharte, gehören noch immer dem Ensemble an. Auch ist durch Gewinnung neuer talentvoller Volksdarsteller die Truppe noch wirksamer und zahlreicher zusammengestellt worden. Diese tatsächlich in der ganzen Welt berühmt gewordene Truppe von dreißig Naturschauspielkünstlern hat, wie bereits bekannt, drei Abende ür unsere Stadt reserviert und beginnt ihr Gastspiel morgen, Mittwoch, den 14. ds. Mts., mit dem Vülksstück „Taö Glöckerl von Birkenste in". Wie nicht anders zu er» warten, ist die Nachfrage nach Billets eine sehr lebhafte und ist es daher ratsam, Billelbestellungen für diejenigen Vor- tellungen, deren Besuch in Aussicht genommen ist, recht zeitig bei Herrn Challier bewirken zu wollen. ** Eine lobenswerte Neueinrichtung ist seitens der Bahnverwaltung — wie in anderen Städten — auch hier getroffen worden. Es werden nämlich eine Anzahl von Bahnbeamten — etwa 30 Mann — ausgebildet, um bei etwaigen Eisenbahn-Katastrophen und -Unfällen die erste Hilfe durch Anlegen von Notverbänden ic. leisten zu können. Den Winter über haben bereits die beiden hiesigen Bahnärzte Dr. Schliephacke und Dr. Zinser Vorlesungen und praktische Hebungen abgehalten. Ein Sanitätszug, enthaltend Wagen für Geräte, Verbandzeug und Mannschaften steht ebenfalls bereit. Wie verlautet, soll demnächst auch eine große Hebung, ähnlich derjenigen, die kürzlich bei Kirchhain statt- and, vorgenommen und als Ort des Hnfalls die Main- Weserbahn zwischen Butzbach und Bad-Nauheim angenommen werden. ** Reichsbank. Am 9. Februar d. Js. wird in Kreuznach an Stelle der bisherigen Reichsbanknebenstelle eine dem Reichsbankdirektorium unmittelbar untergeordnete Reichsbank st e l l e errichtet werden. r. Friedberg, 12. Jan. Der Vorstand der Sektion Oberheffen, der Gesellschaft für Soziale Reform, soll z. Zt. in der Provinz Erhebungen über die Wohnungs- und Erwerbsverhältnisse der minder bemittelten Bevölkerungskreise anstellen, um demnächst in Oberheffen auf dem Gebiete der Wohnungsftage vorzugehen. Jedem, der Interesse an dieser Frage hat, ist hier Gelegenheit gegeben, die in feinem Wohnorte bestehenden WohnungSoerhültniffe u. s. w. dem Vor- tande der Sektion Oberhessen, der Gesellschaft für Soziale Reform, mitzuteilen. — Am 28. Dezember v. Js. wurde das von dem Stadtverordneten F a l ck gestiftete Fenster unter der Orgelbühne eingesetzt. Dasselbe stellt den steißigen Landwirt dar, der seinen Acker bebaut und guten Samen in der Hoffnung auf Gottes Segen ausstreut. Das neue Fenster gibt dem Raum unter der Orgelbühne einen besonderen Schmuck. □ Bleich enbach, 12. Januar. Ein trauriger Zug von Arbeitern zog heute morgen, nachdem kaum die Arbeit im Werk begonnen hatte, dem Dorfe zu. Man trug einen Holzmacher auf einer Bahre in seine Wohnung. Von einem allenden Baume wurde der 32jährige Mann, Heinrich Farr, an Kopf, Armen und Beinen arg verletzt. Obwohl man anfangs an nicht allzuschwere Verletzungen glaubte, stellte ich doch bei der Hntersuchung, die der zufällig anwesende Arzt Dr. Matthes auS Düdelsheim vornahm, heraus, daß mehrere Brüche an Arm und Beinen, sowie eine bedeutende Quetschung am Kopf und rechten Ohr vorhanden seien. -k- Mainz, 12. Jan. Bezüglich des mehrfach erwähnten, vieler Diebstähle bezüchtigten Weingroßhändlers Kern von hier verlautet jetzt, daß die Verletzungen, welche er sich bei dem Selbstmordversuch zugefügt, soweit geheilt seien, daß er nächster Tage das Spital verlassen kann. Kern wird indes nur das Spital ' mit dem Hntersuchungsgefängnis vertauschen, da wegen den verschiedenen Diebstahlsgeschichten ein Haftbefehl gegen denselben vorliegt.— Der hiesige Militärexerzierplatz „zum großen Sande" hat im Laufe dieses Winters beträchtliche Veränderungen erfahren. Durch Ankauf des ausgedehnten Geländes von dem Mainzer Schützenverein hat der Exerzierplatz nicht nur an Terrain wieder sehr zuge- nommen, sondern ist auch auf seiner Südseite besser wie seither arrondiert worden. Ferner ist auch das ganze an die Gemarkung Mombach anschließende Gelände von allem Strauchwerk und vielen Bäumen freigemacht und die kleinen Akazienwäldchen, welche die Schießstünde bisher flankierten, abrasiert worden, um so ein klares Gefechtsbild zu erhalten. Vermischtes. • Wagner in der Provinz. In einer garnicht besonders kleinen Stadt deS Kreises Schwaben wurde Richard Wagners „Lohengrin" gegeben. Eine Zeitung berichtet über die Aufführung: „Im übrigen bot die Aufführung gegenüber den schon besprochenen nur das eine neue, daß die szenischen Vorgänge bei der Morgendämmerung wohl mangels jeglichen Verständnisses für dieselben einfach gestrichen waren. Ein Kerl schloß zwei Türen auf, zwei große Krüge wurden über die Szene getragen, wohl der Morgentrunk für das heute verschlafende Ingesinde — fertig I Auch die Prachtgestalten auS dem Brautzug waren verschwunden. Die prachtvoll gesungene GralSerzählung machte aus König Heinrich einen niederschmetternden Eindruck: er war einfach weg und nahm von den ganzen doch nicht ganz alltäglichen Vorgängen am Ufer der Schelde nicht die geringste Notiz mehr". • Wie soll ein Berliner Kachelofen geheizt werden? Mit dieser wichtigen Frage beschäftigt sich das „Grundeigentum" und gibt folgende Ratschläge: LS wird im Sommer häufig darüber geklagt, daß den Oefen ein übler, kloakenartiger Geruch entströme. Dieser Hebelstand wird herbeigeführt durch die unrichtige Behandlung der Oefen, indem aus falschen SparfamkeitsrÜcksichten die Oefen viel zu früh geschloffen werden. Man schließe die Oefen erst, wenn die Preßkohlen rc. vollständig durchglüht sind. Sodann empfiehlt es sich, zur Heizung der Oefen niemals minderwertige, schwefelhaltige Preßkohlen, sondern stets nur gute Preßkohlen zu verwenden. * Hmgetauscht wird ja doch! Unter diesem Titel schreibt die „Münchener Allgemeine Zeitung": In ein großes Modewarengeschäft kam um Weihnachten ein Herr, und eS entspann sich zwischen ihm und dem ihn bedienenden Verkäufer folgender Dialog: „Ich möchte eine seidene Bluse für meine Frau in der ungefähren Preislage von 30 bis 40 Mk." „Welche Farbe, wenn ich bitten darf?" „Ist ganz egal." „Und welche Machart wünscht der Herr?" „Ist auch einerlei." „Von welcher Statur ist Ihre Frau Gemahlin?" „Das ist auch egal." „Aber, mein Herr, ich kann Ihnen doch keine Bluse verkaufen, wenn Sie mir keinen Anhaltspunkt geben." „Den brauchen Sie gar nicht, ich will eine seidene Bluse im Preise von ungefähr 30 bis 40 Mk.; wie sie ist, ist mir ganz egal, umgetauscht wird sie ja doch!" Universitäts-Nachrichten. — Die UnioersitätSprof. Schell- Würzburg, Schnitzer- München und Pfarrer Rudolphi- Gestrats traten aus dem Komitee des „20. Jahrhunderts", des Organs der katholischen Reformer, aus. Der Prof, extraord. Dr. K. A. O j a n n in Mühlhausen i. E. hat, wie mau uns berichtet, einen Ruf als etatmäßigen a. o. Pros, für SDliueralogie an die Universität Freiburg i. Br. angenommen. Dr. Osarin wird Nachfolger des verstorbenen Pros. Gräff Der a. o. Prof, für Kunstgeschichte an der Hniversität ftrei- bürg i. B. Dr. phil. Ernst Grosse wurde zum Direktor der Freiburger städtischen Kunst- und Altertumssamnilungen ernannt. Geheimrat Prof. Dr. B. Schultze in Jena hat gebeten, ihn vom 1. April ab von den Pflichten der Prosesflir zu entbinbeu. Der geschätzte Frauenarzt vollendete am 29. Dezember 1902 fein 75 Lebensjahr. Der o. Professor an der Hniversität Czernowitz Dr. Ernst K a l i n k a wurde zum o. Prosessor der klassischen Philologie an der Hniversität Innsbruck und der Dozent für Molkereiwejen und landwirtschastliche Bakteriologie an der Hochschule 'ür Bodenkultur in Wien, Dr. Willibald Winkler, zum a. o. Prosessor der Hochschule ernannt. Litteratur. — Von W. Müller-Schoenfeld vornehm auSgestattet. erschien soeben bei Eugen Trederichs in Leipzig der 8. Band von Wilhelm B ö l s ch e's bedeutendem Werke „Tas Liebesleben m der Natu r", br. Mk. 5.—. Dieser Schlußband behandelt daS menschliche Schamgefühl und Eheleben im Vergleich zu verwandten Gebieten im Tierreich. Hier berührt sich Bölsche mit dem durch den nämlichen Verlag in Teutschland bekannt gewordenen belglschen Poeten Maeterlinck in seinem „Leben der Bienen". Nicht nur ethisch-sittliche, sondern auch soziale Parallelerschelnunaen im Tierleben zeigen die Vorarbeit der Natur, d»e in dem Menschen lhv Höchstes nach dem Gesetz deS Rhylhmotropismu» schasst. Jetzt tonO der Grundgedanke deS ganzen Werkes klar: ES ist eure llrgefch ichle der Ehe. Arbeiterbewegung. Wien, 12. Jan. Im städtischen Arbeitsvermittelungsamte kam es heute Vormittag wiederum zii lärmenden Auf- tritten. Da die Menge, etwa 500 Personen, das Gebäude nicht verlassen wollte, räumte die Sicherheitspolizei die einzelnen Räume. Aus der Straße lärmte die Volksmenge und Zertrümmerte sämtliche Fensterscheiben des Volksheims. Die Polizei drängte schließlich die Ruhestörer zurück und nahm eine Anzahl Verhaftungen vor. Gerichtssaal. München, 12. Jan. Vor dem Landgericht München I fand heute gegen den Generalkonsul Ludwig eteub und den Land- gerichtsprästdenten, Vorsitzenden der Handelskamnier, Dr. Ennl Guogenheimer Verhandlung wegen Zweikampf statt. Steub hatte den Landgertchtsrat in seiner Wohnung in flagranti mit seiner Gattin beim Ehebruch ertappt und insolgedesien denselben etwas despektierlich behandelt. Die Folge war eine Forderung des Dr. Guggenheimer. Das Duell nahm einen unblutigen Ausgang. Tas Urteil lautete gegen Steub auf drei Monate, gegen Guggenheimer auf vier Monate Festungshaft. Meteorologische Beobachtungen der Station Gießen. Januar 1903 Barometer aus 0° reduziert c C - E der Luft Absolute Feuchtigkeit Relative Feuchtigkeit Windrichtung Windstärke > Wetter 12. 2" 745,0 1,6 2,7 66 N. 4 Sonnenschein 12. 9" 748,8 — 3,4 3,7 78 N. 4 Bew. Himmel 13. 7- 752,6 — 8,8 3,1 70 NE. 4 Heller Himmel Höchs! e Tem p erahn- am 1 1.-12 Janu ar — 3,5° C. Niedrigste • , 1 1.-12 ■ 3,4" C. Hautleiden. 15ei Hindern Hierüber äußert sich Herr Med.-Rat. Prof. Tr. S., dirig. Arzt im Kinderkrankenhaus i. D.: Ich habe bei mehreren chronischen Ausschlägen und Wundsein bei Kindern mit Ihrer Lbermcyers Herba- Seife gute Resultate erzielt. Z. h. pr. Stück 75 Psg. u. 'Mk. 1.25 in all. Apotheken n. Drogerien, Fabr. I. Giolh. Hanau. 856 Mak sollt' es hoch richt für Wich halte«, daß die Dinger so prompt mitten! Ta hab' ich nun den hart- W nackigsten Bronchialkatarrh gehabt, mit dem der Mensch ge- # plagt sein kann; und kaum habe ich eine Schachtel Sodener Mtueralpastillerr — natürlich der echten von Fay — aufge- Jk braucht, da ist auch der Katarrh schon verschwunden und ich athme so rem, als ob es Alhembeschwerden, Husten, Heijerkelt und dergleichen Tinge üderbaupt nicht gäbe. Hnd die ganze O Geschichte hat mich dabei nur 85 Psg. ge- kostet. Zu haben in allen Apotheken, w Drogerien u. Atineralwalserhlutdlungen. M VE- W' .L: G ZE K M •?3- .HI D H U Ä wWbi.v* c'S' Ü ri 2 6 ß ct$> ® c cu es DZ S J3' «* -c >b L 5 e O) 5 *26> >b—. ■c iec Henr« p O‘ 2 ©emaymp CD «55 n® *§ o 5 o — CD CD E & «r> N >b o oJB Sei .E^cqeS 5 c v> CQ O p n n -c E S «S £ 6) V .SP vS M A F Bw CD Ö s K un^ cns« ® s» Z LZZ £ 2 «r> CQ «o •— 2 e §e Oft u w g N CQ G OA O -2 s e ro >b CQ - <71 3 e cp § e otn s aa 55 5~ c Q 3 8- . CO oo 2 00 E bÄ® -.•■ ? c a iE § >b *tTB A « 5 5 »b>b I8 CQ . CQ •x e.E 5 ts ^*gc §J - b-b^Z w aa G M e^S"5 e S e- b.Ä ß 3 N «§>. CQ ’’ g.g omehm aufyeftottd, schien ifl der 8. Band von Wilhelnr 16 Liebesleben in bet zband behandelt baS menseb- iergleich zu verwandten 6)e- Mißt mit dem durch den innt gewordenen belgischen der öienen'. Slidjl nut aileierjcheuumoen im Lier- 6« in dem wnldftti ihr ipiimul ML W roiti) -. ttßtineUrM^u ’S c « 8 "O £ e <*> F Cio M v U» -co "Ä Ztz, . £ cq a Q «i> c *=’co a ■— _ § £”•:§ » E o S E "2 § -5 Ir85® ** — 3 ® — ix. » E s :<2 2L »» ‘D- "tV-~ VÖ- - >Z7 X >p- Tu «o L.Ä 3 N >QGP 5 Q » E ®5' E o n a g E i> *e 4? "2 3 ® »n 2! P >3 E E ® w M 2 3 -m •" XzCQg © .2 « «» P 15 L Q 3 2 o jo 1 3 '— Wien. Sd>"i6». W traten aus dem«». Qn5 d» katholGn^ 'n Mühlhausen i. L $ ^mäßigen a. o. Pros, .ldurg i. Br. angenommen, ^nen Pros. an der Universität Frei- nde zum Tireklor der Frej- -Muuluugen enmimt. lc in ^eua hat gebeten, ihn 00 Wfint zu entbinden. m 29- Dezember 1902 (ein fitüt Czernowitz Dr. Ernst de: tiassijchen Philologie an M |üc Piollereiwese» und c Hochschule >ür Bodeukullur m a. o. Prosessor der Hoch- 2 CQ & A M ° tCT-- gW.'H 54 an SH a c _ 3 -L SZ - C .2 3 g « F ’S C r v .2 Je B -C' 3 A 5 ^»£ ♦ §15 3 O : C 05 L v .£ — @ « • :E ® ö w d 6Ö -SS £ ♦ ♦ 6) "jQ ® -Li >o © iS. §Punh geben.. «■'Äft ochs" 1'1,1 den Ha u»S btt o> £ ^O-fen , . ^fen erft Ju Küh lnb* SoL^ d'e “■•ÄS' rtp[°<)len *» «n te,n S"b°r ' * ^4 >»?.»-. >„ 1 barfj. l*— Cl» P ”, O 3 w <0.1 o ■ — ^3 E 2- 3 07 "2s £ ° n©XJ G)O« - LL 01 3 £ £ 5 ao 2. £ £ S p co 3 “a v ^5 3 o qj» * » CD 3 988/;. C ft- 2 CD L 2 §ZL L £ . « z, 2 5 O C 3 .2 E D o -» 9P •— -O rri "2 z-p 2 3 in 3 3 c. r 3 O -» CQ 3 ft- 2 p ® X 3 2 3 £ e -5 >a 2 "“-h* 2 ° -° v •§ aSI?-c s &-g ES ° Ä E ® o 1 C-® L - g?S§.E® sE M E-2-Qö^9„Cb.n _ - — cd w -s •*— p L.3 R 2 H ^°"ft» TS^ Horn. 384 J Setter 888 5 S f Gambach, den 7. Januar 1903. Gr. Bürgermeisterei Gambach. R e u h l. eodacht«»^ litictt.__/ , ' 6onn?*'J !»ilberffla*r<*flektoren, beste Schausensterbeleuchtung. (iiüii)aiiipeaj Glühfltriimpie 247 bis 10, 16 bis 2ö Kerzen von 45 bis 125 Kerzen beste Qualität. Bei größerer Abnahme entsprechenden Rabatt. A. JP. C’liristopixersen, thblockstratze 12. JuftallatiovS-Bürea«. Ptockttrabe 12, IMS- beitSvermittelungS- ibttum zu lärmenbeit W chonen, das Gebäude mcht lspoiizei die einzelnen Ra E ifle und lertrummerte M lu Polizei drängte schließ- S eme Azahl M* mL rsU'Z Löhnung tn . (f(1 und inlo^deßen -Mr igshalt. 'd«sZ inü M,sK U,/S t. Vuk! C. Groth- bt. *)• { (Li« Cdio" 8?iNen' M llbeid)|ül,rh?b'e UllD/id und Nutzholz: 174 Elchenstämme, 21—58 cm Durchm., 4—14 m Länge — 113,81 im, 2 Buchenstämme, 38—41 cm Dchm., 8 hi Sänge = 1,97 fm, 73 Fichtenstämme, 14—33 cm Dchm., 16—25 m Länge == 37,41 fm, 79 Kiesernstämme, 16—35 cm Dchm., 6— 16 m Länge --- 41,57 fm, 30 Fichtenderbstangen, 9—11 cm Dchm., 7—10 m Länge — 1,87 fm. Die Zusammenkunft ist jeden Tag vormittags 10 Uhr am Jagdhaus. Holz-Versteigerung. Donnerstag, den 15. Januar 1003 von vormittags 9’/> Uhr an, soll in dem Anueroder Gemeinde-Wald in den Abteilungen 4 Pfingstweide und 8 Gänsweide nach- verzetchnetes Holz versteigert werden: A- Bau- uud Werkholz. 295 Fichtenstämme, 4—21 m Länge, 14—43 cm Durchmesser, 113,94 fm haltend, dabei ca. 4 im Schnittholz. 154 Kiefernstämme, 5—16 m Länge, 15—40 cm Durchmesser, 80,50 fm haltend, dabei ca. 19 fm Schnittholz. 58 Flchtenderbstangen mü 6,11 fm haltend. B. Brennholz. 113 rm Nadelknüppel, 34,5 Hdt. Nadel-Wellen, 104 rm Nadelstockholz. Die Zusammenkunft ist auf der Grünbergerstraße an der K-reisslraße Annerod—Großen-Buseck. Annerod, den 7. Januar 1903. Gr. Bürgermeisterei Annerod. Zohversteigerung im MikscLkr Oeaikiudcwalü Freitag den 16. Januar, 1903, vormittags 10 Uhr beginnend, sollen in den Ti- stritten Bureberg, Essigpfad uud TeuselSpsütze ntetstbrelend versteigert werden: 9 Etchen-Stämme mit 2,85 im, 1 Kirschen-Stamm mit 0,23 fm, 225 Nadel-Derbstangen mü 7,04 fm, 55 Nadel-Reisstangen mit 0,86 fm, 101 rm Buchen-Scheitholz, 6 , Eichen- , 60 , Buchen-Knüppelholz 6 , Eichen- , 3760 , Buchen-Reisig, 3300 , Eichen- , 320 , Stadel- , 19 , Buchen-Stockholz. Die Zusammenkunft ist am kleinen Pflanzengarten im Distrikt Kornberg. Wteseck, 8. Januar 1903. Großh. Bürgertneisterei Wiescck. Sommerlad. 887 Dohversteigerung Freitag, den 16. Januar l. I., vormittags 9 Uhr anfangend werden in den Waldungen der Gemeinde Allen- dorf a. d. Lumda Distr. KaulSköppel,Langebruch, Mark, Streitkopf rc. folgende Holzsortimente versteigert: 6 Elchenstämme mü 3,94 fm, 28 Nadelstämme mü 13,81 fm, 19 Stadel-Derbstangen mit 3,18 fm, 40 rm Buchen- und 10 rm Nadel-Scheitholz, 12 rm Buchen-, 8 rm Eichen- und 205 rm Nadel-Knüppel, 550 Wellen Buche, 100 Wellen Eiche und 3225 Nadel-Wellen, Reis- Holz, 6 rm Buchen-, 3 rm Eichen- und 39 rm Nadel- Stockholz. Zusammenkunft am KaulSköppel. Allendorf a. d. Lumda, am 9. Januar 1903. Großherzogl. Bürgermeisterei Allendorf a. d. Lumda. Rein. 454 Airztlidt empfohlen. Verkauf in Cartons zuMJ.-u.M.2.-nurmApotheken y .Prosped qralii u.fcanco. Fabrik phannacConf)tüccn.Wilh.Nat1erer^ünd!cnnj 243 Das Kontor der IkM-AmerikilkUellPckoleM-TtseWilst befindet sich seit heute 263 31 franVirtentrajje 31. ßr»bleche Vnivv-Drechcrei. Zm KlavittfiMkll! 7/hitsnfarten empfiehlt sich 362 I liefert rasch and billiget tz«rurarru Ban er» Dammltr, 34. । Brihlecbe Vniv^Ure 24 65 33 24 35 Bettkattune, waschecht . . 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Trotz billiger Preise werden noch 80 Prozent in Abzng gebracht. •••••eeeeeeeeeeeeeeeeeeeeoeetf 7^- Nur vom 15. bis S«. ds. Mts. und bet sofortiger Barzahlung wW der Rabatt oew^rt *351 «tau Bei unserer Jnventur-Aufnahme haben sich in sämtlichen Abteilungen viele einzelne Artikel, die sich im Laufe deS Jahres teils angesammelt haben, teils unsauber geworden sind, vorgefunden. Um damit schnell zu räumen, verkaufen wir den größten Teil für die Hälfte deZ bisheriges Preises und arrangieren zu diesem Zweck einen BUS '; T in allen nur denkbaren Sorten. welche im Schaufenster und Lager unsauber geworden ist, gewähren wir auf unsere festen Verkaufspreise 1 Parterre, L, n. und M. Stock. beginnt. Nachstehend führen wir einen kleinen Teil der zum Jnventur-AuSverkauf gestellten Waren an: etc. etc. verkaufen wir zu kaum glaublichen D®* «Sir bitten nm gest. Beachtung unserer Schaufenster. 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