W I i 1 I t M D M U M- I '■ •i^r. T ■ Zweites Blatt. 153. Jahrgang Teil V öutto rüt ,etat>t und Land" unb -GenckMaai* Äoaust Vötz, tÜi den An- letqentetl V>an« Brck. General-Anzeiger Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen Donnerstag 12. NovemberLVVS Ve-ugSpre,-. (O monatlich 76’yUPiertd» jährlich Mt. 2.20; durch Nr. Grjchernt tägltch anher SonnlagL. Dem Giehener Anzeiger werden Im Wechsel mit dem Hessischen Landwirt btt Siebener Kamltten« bläuet Dterntnl tn der Woche beigelegt Stttiatlonflbrud tu ®et> lag bet v r ü h 1 'sehen lUiivt ci.-Buch- u. Stein- bnnftvei (Gretsch Erden) Redottwn. ®rp€bttu>o unb Drucke reti Gchulstrahe Adrrlse tüt Depelchenr * Bngeigee Gießen. Fernlprechunlchltitz Nr 6L Äbhole- iu yroetgflellen monatlich 65 PI.; durch ViePoU Mk.2.—vienel- täl)rL ausschl. BeNellg. Annahme von Anzeige« Kh Oit Lagesnummer bis osrnrUiagS 10 Uhr. ßctienprctl. Urtai 11 Pt» ilufltvdrBl 80 tilg. Z>ie Heutige Kummer umfaßt 10 Seiten. Nachträgliches vom Zarenbefuch. R. B. Darmstadt, 11. Nov. Man begegnet in manchen Kreisen über das Leben, das die Zarensamilie während ihres sechswöchigen Aufenthaltes in Darmstadt resp, Wolfsgarten führte, emer solchen Fülle von Märchen und einander widersprechenden Urteilen, daß eS wohl interessieren dürste, aus Grund genauer Informationen Näheres darüber zu vernehmen. Wer sich den Herrscher aller Russen als den gewaltigen Autokraten auf dem Kaiserthron vorstellt und ihn etwa vergleichen wollte mit dem blutigen Helden Uhlands: „Denn was er sinnt, ist Schrecken, Und was er blickt, ist Wut, Und was er spricht, ist Geißel, Und was er schreibt, ist Blut" — der würde sich gewaltig täuschen. Zar Nikolaus erscheint in seinem ganzen Wesen nichts weniger als cme Herrschernatur. Die mittelgroße, schlanke Figur mit den großen, treuherzigen Augen und dem blonden Vollbart, der man hier fast täglich im schlichten, dunkelgrauen Anzug mit Schlapphut auf der Straße begegnen konnte, schaut so voll Bonhomie und freundlich-zufriedenerStimmung in die Welt, daß man sofort sympathisch davon berührt wird. Der Zar ist, wie sein Schwager, unser Großherzog, ein eifriger Kunst - und Literaturfreund, der Sinn und Geschmack für die modernen Bestrebungen auf diesen Gebieten besitzt. Er spricht, wovon man sich hier häufig überzeugen konnte, ein ganz vorzügliches Deutsch, ferner ein gutes Englisch, das auch viel im Familienkreise gesprochen wird, und ein „ziemlich gutes Russisch" — so versicherte uns wenigstens ein Deutsch-Russe aus seinem Hofstaat. Seiner anmutsvollen Gattin und den vier lieblichen kleinen Prinzess i n e n mit großer Innigkeit zugetan, hält er auch streng auf ein geregeltes, ungekünsteltes Familienleben. Den beiden älteren Prinzessinnen wurden während ihres Aufenthalts in Wolfsgarten alle Freiheiten der Jugend gelassen. Sie ritten auf ihren Ponnys „wie die Herren reiten" und tummelten sich auf dem Rade, sie spielten Ball und Versteck und amüsierten sich mit Prinzeßchen Elisabeth ganz nach Herzenslust, aber sie wurden auch täglich an den Ernst deS Lebens erinnert durch Unterricht und deutsche Sprachstudien. Hierin haben sie während ihres hiesigen Aufenthalts sehr gute Fortschritte gemacht, und es soll eines der drolligsten Kapitel aus der kaiserlichen Kinderstube sein, wenn die Kleinen ihrer englisch-russischen Umgebung mit ihren deutschen Sprachkenntnissen zu imponieren suchen. Schloß Wolfsgarten und besonders das schon früher von uns beschriebene Pupp en heim oder Knusperhäuschen, das der Grob Herzog vor zwei Jahren durch den Darmstädter Professor Olbrich für die kleine Prinzessin dort errichten und mit allem Komfort zu einer behaglichen Wohnung für Nähe deS Schlosses und stramm präsentierten die Posten. Nun schoß dem bestürzten Gendarmen daS Blut in den Kopf und unter den demütigsten Entschuldigungen nahm er Reißaus, so schnell er konnte, indes der Zar sich köstlich über die Verlegenhell des armen Oberhessen amüsierte. Ein zufälliger Beobachter aber will gesehen haben, daß der Grobherzog, der dem Zaren folgen wollte, besten Arretierung von weitem mit ansah und die ganze Szene mit seinem photographischen Apparat verewigte. Das Bild soll später nicht nur dem Zaren viel Spaß gemacht haben. Eine Probe seines guten Humors gab der Großherzog auch gelegentlich emes Einkaufs in einem hiesigen Geschäft, das er mit der Kaiserin und dem Großfürsten Sergius besuchte. Der Verkäufer bat um Entschuldigung, er wolle nur schnell eine Leiter herbeiholen, um das Gewünschte, das „da oben" liege, vorlegen zu können. ,O bitte, lasten Sie nur", rief ihm der Großherzog zu, „das kann der Lange da besorgen", und unter allgemeiner Heiterkeit griff Großfürst Sergius, der seinen Schwager um mehr als Kopfeslänge überragt, nach der bezeichneten Stelle und überreichte dem Verkäufer das gewünschte Packet. .KoMische Tagesschau. Eine Reichstags-Interpellation. Man schreibt uns aus Berlin, 11. November: Nach dem „Zeitungsverlag" wird im Reichstag eine Interpellation über das Zeugniszwangsversah- ren gegen Redakteure ein geb rächt werden. Dies scheint uns das richtige Mittel, um die Regierunng für die endliche Beseitigung eines Verfahrens zu interessieren, das den Redakteur in Untersuchungen wegen Preßvergehens vor die Wahl stellt, durch Nennung seines Gewährsmannes eine BertrauensverletzunA. zu begehen, oder sich der Gefahr einer ganz unveryältnismäßigen Freiheitsberaubung aus zu sehen. In einem, glücklicherweise vereinzelt dastehenden, Fälle, wo der Name des Gewährsmannes preisgegeben wurde, bedachte der Staatsanwalt selbst diesen Bruch des Redaktionsgeheimnisses mit Worten der Geringschätzung. Jedes neue Vorkommnis auf dem Gebiete des Zeug- niszwangs gegen die Presse, deren Diskretion dqch vielfach crucy von Personen von Rang und Stand beansprucht wird, hat die Ueberzeugung von der Unhaltbarkeit des Zustandes bestärkt. Die Beschlüsse und Eingaben von journalistisch^ Vereinigungen sind gänzlich wirkungslos geblieben. Die Interpellation im Reichstag und deren Besprechung werden dar tun, daß die große Mehrheit der Volksvertretung diesen Zeugniszwang verwirft. Mr glauben nicht fehlzugehen in der Annahme, daß auch hier vom Reichskanzler eine ähnliche Initiative zu erwarten ist, wie in der Angelegenheit des „fliegenden Gerichtsstandes" der Presse. Z« den deutsch-russischen Verhandlungen. kurz und bündig, ihm zu folgen. „kleine Leute" ausstatten ließ, soll ihnen überhaupt als das Eldorado in Deutschland erschienen sein. Es erscheint uns im Anschluß an das Vorhergesagte geradezu als eine publizistische Ehrensache, den vielen unwahren Ausstreuungen entgegenzutreten, als habe sich der Zar bei uns semes Lebens nicht sicher gefühlt, als fei er aus Furcht vor Attentaten oder nihilistischen Gewaltstrcichen auf Schritt und Tritt von bis an die Zähne bewaffneten Wachtmannschaften umgeben gewesen. Nichts i st lächerlicher als das! Sein ganzes Wesen und Benehmen, seine Spaziergänge und Ausfahrten in der Stadt und Umgebung, sein oftmaliger Theaterbesuch, seine häufigen, ost vier und sechsmal am Tage und auch Nachts auf der einsamen Landstraße zwischen hier und Wolfsgarten im offenen Automobil unternommenen Fahrten beweisen zur Genüge, daß dem Zaren jedes persönliche Furchtgefühl fern liegt. Freilich gegen wahnwitzige Fanatiker oder mordlustige Verbrechernaturen muß heut zu Tage jeder Träger einer Krone durch strenge Wachsamkeit nach Möglichkeit gesichert werden, und die Behörden hätten einfach ihre Pflicht verletzt, wenn sie nicht auch dem verehrten Gast und nahen Verwandten unseres Großherzogs den erforderlichen Schutz gewährt hätterr. Daß die A b s p e r r u n g s m a ß r e g e l n auch in Wolfsgarten übermäßig waren, geht daraus hervor, daß z. V. der Bote, ein Hoteldiener, der am letzten Samstag das Bittschreiben der s i n n l a n d i s ch e n Deputation an den Zarez- überreichen sollte, ganz ungehindert bis zum Schloß zu Wolfsgarten gelangte und es dort dem Flügeladjutanten Grafen Heyden überreichen konnte, der es nicht nur bereitwillig entgegennahm, sondern sofort ausführlich beantwortete. Bei einem so komplizierten Veamtenapparat', rote et naturgemäß während der verflossenen Festtage aufgeboten werden mußte, geht es gewöhnlich auch nicht ohne heitere Zwischenfälle ab. Der lustigste wird uns'in folgender verbürgter Anekdote erzählt: Der Zar war eines Tages allem tn dem Großh. Wildpark spazieren gegangen. Als er dabei an einen Kreuzweg gelangte, wurde er von einem dort vostierten Gendarmen, der aus Ober!) essen herangezogen worden war und den Monarchen noch nicht gesehen hatte, angehalten und nach seiner Legitimation gefragt. Auf die Antwort des Gefragten, daß er der Zar fei und eine Legitimation nicht besitze, hatte der Gendarm nur ein mürrisches Kopsschütteln, und er ersuchte den Fremden Aus Berlin, 11. ytovember, nurd uns geschrieben: Am 16. Oktober beginnt in Berlin die Fortsetzung der deutschf-russischen Handelsvertragsverhandlungen. Mr erfahren hierzu, daß eine Herabsetzung der deutschen Getrei derninde stzb 1 le, die von verschiedenen Seiten als nicht außerhalb der Möglichkeit liegend bezeichnet worben ist, auf keinen Fall in Betracht kommt. Dieie Zollpositionen sind schon bei den ersten Verhandlungen als unabänderlich bezeichnet worden. Die russische Regierung dürste sich denn auch damit ab gefunden haben unb die Erreichung anderer Zugeständnisse ins Auge fassen. Ter „Nationalztg." zufolge sä-ätzt man die Dauer der zlveiten-Lesung auf drei Wochen. Kolonialpost. Berlin, 11. Nov. Eine heute ein gegangene telegraphische Meldung des kaiserlichen Gouverneurs von Den t sch- Südwestafrika besagt, daß Hauptmann v. Koppy am 1. November mit einer kleinen Abteilung Warmbad erreicht und die Stationsvorräte intakt vorgefunden hat. Der neue Sammelplatz des Feindes sei unbekannt. Schwierige Wasser- und Weideverhältnisse machen größere Operationen auf dem Schauplätze der Unruhen gegenwärtig unmöglich. Die Verbindung mit Warmbad ist durch Witboü Patrouillen hergestellt. — Nach einer Abeldung aus London soll derdeutsche Konsul in Kapstadt t)ie Kapregierung um die Erlaubnis ersucht haben, eine Abteilung Truppen nach Warmbad schicken zu dürfen, um 90 Meilen Wegs durch wüstes Gelände zu sparen. Die Kapregierung werde dies wahrscheinlich ab lehnen aus Furcht, bei den Kap-Holle n- lotten Anstoß zu erregen. Die Deutschen in Sony t-Dr ist, 55 englische Meilen östlich von Warmbad, erwarteten einen sofortigen Angriff der Rebellen, ihre Hottentottenbediensteten hätten den Ort verlassen. Eine Anzahl Hottentotten überschritten den Oranje bei Ramends-Drift, wurden aber von der Kappolizei zurückgeschlagen. Man schätze die Aufständischen insgesamt auf 1200 Mann; ihre Zahl würde sehr übertrieben.________________ 25. Jayresftst des KöervcMchen Jrreins für innere Mljston. Gießen, 11. Nov. Die heutige Jahresverfanunlung im Konfirmandensaal der Johanneskirche war überaus stark besucht. Den Ali sang machte eine wrorgenandacht, in der Detail Wagner v u.....-. .j aus Grimberg Joh 9, 2 auslegre. Es folgten eine Reihe Da kamen sie in die I von Begrüßungen. Superintendent Petersen aus Darmstadt verlas ein Schreiben Großh. Oberkonsistoriums, das dem Verein seine Segenswünsche zu seiner Jubelfeier darbrachte, und schloß daran anknüpfend seine persönlichen Wünsche für den Verein. Pfarrer Fritsch, Sekretär des Zentralausschusses für innere Mission zu Berlin überbrachte dessen Glückwünsche, und Professor Weimar, der Vorsitzende des Landesausjchus.es der sudwestdeutschen Konferenz für innere Mission, vegrüßte den Verein in besonders warmer Weise. Alsdann erstattete Pfarrer Lic. Weber aus München-Gladbach sein Referat über die für unsere Zeit so bedeutsame Frage: „Wie können Autorität und Pietät in unserem Volksleben wiederhergestellt werden ?" Er hatte ihm eine Reche von Leitsätzen zu Grunde gelegt, von denen die ersten lauten: 1) Aul drm geordneten Verhältnis von Autorität und Freiheit beruht jede organisierte Gemeinschaft; denn keine gesellschaftliche Ordnung ist ohne das Wechselverhältnis von Leitern und Geleiteten denkbar. 2- Die unwandelbare Autorität für alle Ge- meinschastskreise eines christlichen Volkes ist Jesus Ehristus, in welchem die göttliche Herrschaft und Autorität ihre vollkommene Offenbarung findet. 3) Durch Christi Autorität, als des Erfüllers des Gesetzes, als des persönlichM Gesetzes der Seinen, der zugleich ihres Lebens Kraft und Halt ist, werden die Autoritäten in Haus und Schule, Staat und Kirche, Gesellschaft nnb Völker leben gedeckt, aufrechterhalten und gestützt. Diese grundlegenden Anschauungen wurden dann im einzelnen in den weiteren Thesen ausgeführt und in den mündlichen Darlegungen aus der Fülle der reichen Erfahrung dieses geistigen Führers unserer evangellschen Arbeitervereine mit großem Nachdruck beleuchtet und erhärtet. Seine Ausführungen fanden in der sehr lebhaften Debatte neben weitgehender Zustimmung manche wertvolle Ergänzung, unb im einzelnen auch, entschiedenen! Widerspruch. Es wurde darauf hingewiesen, wie bei uns allen der Respekt vor den benetzenden Autoritäten ins Wanken gekonrmen sei, weil wir viel kritischer geworden sind, und daß das nicht zu ändern sei. Tas schlimmste sei, daß die Obrigkeiten vielfach selbst kein rechtes Vertrauen zu ihrer Autorität, und darum nicht den rechten Nachdruck hatten. Auch wurde betont, daß sich heute Autoritäten nur dadurch hallen könnten, daß sre durch ihren sittlichen Wert Respekt erwecken, und daß der Widerspruch gegen falsche unb sittlich unwürdige Autorität unter Umständen gerade der Beweis sittlichen Ernstes, der sich vor der göttlichen Autorität beugt, sein könne. Auch die, Schwierigkeit zu entscheiden, wie weit menschliche Autorität durch Christi Autorität gedeckt sei, wurde anerkannt. Die Ueberzeugung aber wurde gewiß in allen gestärkt, daß für die Erziehung unseres Volkes zu sittlicher Freiheit und charaktervoller Selbständigkeit Autorität unb Pietät unveräußerliche Elemente feien, und daß es Pflicht jedes einzelnen sei, dafür in seinem Kreis zu wirken, gegen die schrankenlose Aufklärung aller Autorität und Pietät anzukämpfen, vor allem aber für sich selbst das Recht einer sittlichen Autorität zu erwerben. Die Kirche könne das auch nur, wenn jte die göttliche Gerechtigkeit surcht- los und ohne Ansehen der Person nach oben unb unten! vertrete. Es war ein reicher Abschluß einer fünfundzwanzig- jährigen Arbeit, den dieses Fest mit seinen Versammlungen! und Verhandlungen bot. Däöchte er verheißungsvoll sein für die Fortsetzung dieser Arbeit unter vielleicht größeren und schwierigeren Ausgaben, die das nächste Vierteljahr- Hundert bieten kann! Leutnant IMse vor dem Kriegsgericht. IIL Metz, 11. Nov. Leutnant Habenichts (in dem Roman Specht) fühlt sich im Roman getroffen, weil hier ein wirklicher Vorgang bei Abfassung eines Strafberichts genau kopiert wurde. Die ihm noch vorgeworfenen Dienstversäumnisse leugnet er. Mit Mädchen geht er angeblich nur um, wie jeder Leutnant. Das Tanzen mit vor gebrückten Knien hat er nach Liebesmahlen nur den Kameraden gezeigt, mit Damen hat er seines Wissens nicht so getanzt. Zeuge ist der lieber* zeugung, daß bas Verhältnis Wittes zu Frau Koch kein unsittliches war. Zeuge Leutnant Bl o cc (Kolberg) gesteht zu, daß er Frau Hauptmann Ertler in dem Briefe, indem er sie „Du" nannte, um ein Rendezvous gebeten. In unsittlichen Beziehungen mit ihr stand er nicht. Er gesteht aber einsame Spaziergänge mit ihr zu. Deswegen sei es aber zum Duell mit Hauptmann Ertler gekommen, weswegen er zurzeit sechs Monate Festung verbüßt. Oberleutnant Lindner, der jetzt der Landwehr angehört, erscheint in Zivil. Er war mit den Eheleuten Hauptmann Ertler gut befreundet. Sie hatten keine Ahnung von den unsittlichen Verhältnissen in Forbach. Die Empörung über oic Geschichte mit Witte-Koch (Ehebruch) führte Ertler und uns sehr zusammen. Frau Ertler war bei des Gatten Versetzung nach Spandau 14 Tage in unserem Hause, als sie eures Tages einen Brief bekam, infolgedessen sie sich sehr ausfällig benahm. Angeblich enthielt der Brief eine Einlaoung zum Amtsrichter Goiben. Zeuge sandte abends einen Boten, die Dame abzuholen, da sie herzkrank sei. Den Von der Dame zerrissenen Brief sanden wir auf unb sahen, baß es sich um ein Rendezvous handelte. Nachts um 1 Uhr schlich sie auf den Zehenspitzen die Treppe hinauf. Am Tage darauf ging ich mit Ey zum Vorsitzenden, Major Fuchs, nm Anzeige zu machen, da ich die Ehre meines Hauses wahren mußte. Major Fuchs sagte: „Wersen Sie bas Frauenzimmer hinaus, fte ist keine Offiziersbame mehr." AIS ich nach Hause kam, forderte ich Frau (Mer auf, mein Haus au verlassen. Abends forderte mich der Major aus, rinen Bericht emzureichen. Inzwischen wird ein Antrag auf Ausschluß der Oessentlichkeit ab gelehnt. Ich bin gezwungen worden, meinen Abschied zu nehmen. Mock bot sich mir früher zum I-reunde an. Ich lehnte ihn ab, weil er sich über Witte abjällig geäußert hatte. Bon ilM stammt das geflügelte Wort: ,Hrn Hause Kvch und Witte herrscht immer Zucht und Sitte." Der Angeklagte ist ein durchaus ehrenhafter Mann, der sich aus der chlechtcn Gesellschaft zurückzvg; nicht die Offiziere haben -ich von ihm zurückgezogen. Oberleutnant Wüte und Frau loch hatten oft Rendezvous in einer Sackgasse. Sie drückten ich und gaben sich heimlich Briefe. Witte wurde von einem Burschen in einem Zimmer des Kasinos beobachtet, wie er Frau Kvch das Mieder aufmachte. Witte bestreitet das. Anklagevertreter: Hat der Angeklagte die ihm bekannten Vorgänge im Roman bearbeitet? Bilse: Ich hübe sie zum Hintergrund genommen. Adjutant Schmidt (Aüüller im Roman gen., erkennt sich wiü>er aus dem Roman, weil dort gesagt ist, er habe einen sehr starten Appetit. Andere Szenen aus dem Roman, bei denen ich mitspielen sollte, sind frei erfunden. Ich stand mit Bilse kühl. Es waren Gerüchte im Gang über ein Verhältnis der Ertler mü einem Arzt. BUse fiel in Forbach aus wegen seiner outen Kleidung. Er taufte viele Bücher. Bilse: Mit dem Verleger habe ich abgemacht, daß ich für die erste Auflage Mk. 1200 bekomme, Nachher sollte ich 3000 Mk. ein für allemal bekommen. Zeuge Leutnant v. Flemming (im Roman v. Mecklenburg) stand mit den anderen Kameraden gut, mit Bilse weniger, weil er stark renommierte, und von Rennpferden erzählte, die er nicht besaß. Da trotz aller Fragen nichts herauszubringen ist, greift Major Fuchs ein. Er stellt Büse als gehässig in eurer Angelegenheit mit dem Adjutanten Schmidt hin. Bilse verwahrt sich dagegen und klärt die Sache auf als eine gegen ihn gerichtete Jntrigue des Adjutanten. Oberstleutnant von der Leyen, Bezirkskommandeur (im Roman Landrat Konradi) bekundet, daß er im Roman insofern falsch geschildert worden sei, als er nur einziges Dtal die Haare gefärbt habe zu einem Maskenball, aber nicht regelmäßig. Major Fuchs hatte etwas Frostiges, war wenig beliebt, wenn auch nicht gerade besonders schlecht angeschrieben. Das Buch sei nach Auffasssung ftr Bürgerkreisen eine Art Racheakt. Zeuge Lademeister Lehmann aus Breslau, ehemaliger Lizewachtmeister im 16. Trainbataillon (im Roman Wacht- ineqter Roth) hat verschiedene Möbel von Büse getauft. Tie Szene aus dem Roman, wo Roth dem Futtermeister Schmidt sechs Wochen vom Kriegsgericht besorgt wegen Ge- horjamsverlveigerung ist ziemlich den Akten gemäß geschildert, nur sei er nicht von dem Juttermeister verhauen worden. Buchhändler Greiner aus Forbach bekennt, daß Bilse im Dezember zu ihm gekommen sei, um ihn zu veranlassen, den Prospekt zum Buche aus den Schaufenstern zu nehmen, da hier da Buch, dessen Autor er sei, in Lothringen nicht vertrieben werden solle. Tie erste Bestellung machte Rittmeister Bandel durch einen Trainjoldaten. Darauf kamen viele Bestellungen, im ganzen 150. Die Tienstmagd DorotheaSaal- feld bei Rittmeister Bandel sagt aus, sie hchw das Buch aus dem Tisch liegen sehen und es für sich bestellt. Daß es von Forbach handelte, habe sie nicht aus der Lektüre gesehen. Man vermutete erst, die beiden Forbacher Redakteure seien die Autoren. Bilse ist mir stets als gut unterrichteter Herr mit korrekten Formen vorgekommen, er hat aus mich den besten Eindruck gemacht. Auf böse Absichten kann ich aus dem Buche nicht schließen. Oberleutnant Meyer aus Kassel hat von Bilse einen Brief bekommen, in dem er über das Buch Mitteilungen gemacht hat, ohne den Verfasser zu nennen. Bilse war allen Kameraden als guter Gesellschafter bekannt, liebenswürdig und korrekt. Büse hat, soviel er weiß, Pferde rennen lassen. Ddajor F ucvs stellt fest, daß er an Witte und Block Kasinvgelder geliehen habe, da beide nach Spandau versetzt waren und kein Geld zur Reise hatten. Leutnant Block habe etwa nach acht Tagen, Leutnant Wüte erst nach längerer Zeü das Geld zurückgezahlt. Leutnant Witte stellt fest, daß ihn niemand gewarnt habe, daß er eine Dame schwer kompromütiere durch sein Verhalten. Leutnant Koch findet es vom Zeugen Lindner nicht schön, daß er von seiner verstorbenen Frau gewisse Tinge erzählt habe, die nur Kleinigkeiten bedeuten. Ter Verhandlungssührende bemerkt, daß der Zeuge unter Eid alles hatte sagen müssen, was er wisse, es treffe ihn deshalb kein Vorwurf. Nach diesen Bemerkungen der Zeugen wurden sämtliche Zeugen vereidigt. Alsdann wird zum Schlüsse die Zeugenaussage. des Verlagsbuchhändlers Sattler aus Braunschweig, der in Braunschweig vernommen worden ist, ver- lejen. Aus derselben geht hervor, daß der Verfasser dteZeitungeninLothringenausderListeder- jenigen Zeitungen in Lothringen gestrichen habe, in denen das Erscheinen des Buches angezeigt wer- oen soll. Ter Staats anwalt beantragte ein Jähr Gefängnis, Dienstentlassung sowie, daß alle Exemplare, Platten und Formen unbrauchbar gemacht werden. Ter Gerichtshof erkannte auf 6 onate Gefängnis, Dienstentlassung und Vernichtung aller Exemplare, Platten und Formen. In der Begründung des Urteils heißt es: Es liegt Beleidigung vor. Ter Angeklagte hat größtenteils Vorkommnisse und Persönlichkeiten gezeichnet, sodaß letztere vor der ganzen Bevölterunq Forbachs kompromittiert sind. Es fühlen sich zwei Vorgesetzte unü Drei Offiziere höheren Tienstranges als der Versa,Jer beleidigt. Ter Angeklagte hat beim Schreiben des Buches nicht die Absicht gehabt, Mißvergnügen zu erregen. Es liegt Ungehorsam gegen Befehle in dienstlichen Angelegenheiten vor, da eine allerhöchste Kabinettsordre den Offizieren verschreibt, bei Herausgabe einer Truckschrist den wirklichen ^tarnen zu nennen oder wenigstens der Militärbehörde Meldung zu machen. Strafmildernd ist, daß das Buch fein Pamphletist, es enthält im allgemeinen viel Wahres und Beachtenswertes ernyattende Betrachtungen, z. B. die engen Verhältnisse kleiner Garnisonen und das Schuldenmachen, Folgen von UngerechUgkeiien Vorgesetzter, Betrachtungen über das Duelh We,eu der Strafgaruisonen und Strafversetzungen. Strafmildernd gilt die Verbitterung des Angeklagten wegen Su s p e n d i e r u n g vom Amte ohne triftige Gründe; vielleicht war der Angeklagte auch ausgestacyelt durch Rittmeister Balidel (im Roman König), der ebenfall erbittert ist. Strafverschärfend für den Angeklagten ist, daß er in taktloser roher Weise gegen Vorgesetzte vorgegangen ist und sich in grober Weise gegen die Disziplin vergangen hat, sodaß mehrere Verabschiedungen und Versetzungen in Forbach nötig werden. Er kann nicht langer im aktiven Dienst bleiben. Berlin, 11. Nov. Wie das „B. T." mitteilt, ist Rittmeister Bandel vom Dienst suspendiert worden. Auch beabsichtigen einige der beleidigten Offiziere, von Bilse Satisfaktion zu verlangen, sobald das Gerichtsverfahren gegen ihn beendet sein wird. München, 10. Nov. Hier soll ein Offizier a. D. leben, dessen Rehabilitierung man von dem Prozesse des Leutnants Bilse („Aus einer kleinen Garnison") erwartet. Ter Offizier war Leulnant in Forbach und jung verheiratet. Ein um einige Grade höherer Offizier der gleichen Garnison wurde versetzt und bat ihn, seine Gattin, die er nicht sofort münehmen tonnte, einstweilen in seinem Hause aufzunehmeu. Das geschah auch Alsbald glaubte jedoch der Leutnant Beobachtungen zu machen, die ihn veranlaßten, die Dame zu ersuchen, von der Gastfreund- chaft seines Hauses nicht weiter Gebrauch zu machen. Es cheint sich hierbei um eine der Damen gehandelt zu haben, vou denen Bilse in seinem Roman Unangenehmes erzählt. Die Kündigung der Gastfreundschaft hatte für den Leutnant schlimme Folgen. Es soll ihm nahe- getegt worden fein, wegen untamevachchastlichen Verhaltens gegen eine Offiziersdame zu quittieren. Der Leutnant quittierte. Es muß al,o seine Rechtfertigung nicht gewürdigt worden sein. Er verließ dann mit seiner jungen Frau Forbach und zog nach München. Aus Statt uuü Kautt Gießen, 12. November 1903. •* Personalien. S. K. H. der Großherzog haben der durch die Dekanatssynode des Dekanats Alsfeld für den Nest der im Jahre 1908 ablaufenden Wahlperiode vollzogenen Wahl deS evangelischen Pfarrers Ludwig Sauerwein zu Alsfeld zum Dekan des Dekanats Alsfeld und der durch die Dekanatssynode des Dekanats Offenbach vollzogenen Wahl des evangelischen Pfarrers Georg S t u r m s e l s zu Seligenstadt zum Dekan des Dekanats Offenbach, sowie den durch die Dekanatssynoden auf die Dauer von fünf Jahren vollzogenen Wahlen des evangelischen Pfarrers Christoph Schnei- d e r zu Weiterstadt zum Stellvertreter des Dekans des Dekanats Darmstadt, des evangelischen Oberpfarrers Friedrich Weber zu Beerfelden zum Stellvertreter des Dekans des Dekanats Erbach, des evangelischen Pfarrers August Knodt ; u Groß-Zimmern zum Stellvertreter des Dekans des Dekanats Groß-Umstadt, des evangelischen Pfarrers Georg Weh- arg zu Egelsbach zum Stellvertreter des Dekans des Dekanats Offenbach, des evangelischen Pfarrers Karl Fink zu Zwingenberg zum Stellvertreter des Dekans des Dekanats Zwingenberg, des evangelischen Pfarrers Julius Diefenbach zu Eudorf zum Stellvertreter des Dekans des Dekanats Alsfeld, des evangelischen Stiftsdechanten und Pfarrers Otto Klingelhöffer zu Lich zum Stellvertreter des Dekans des Dekanats Hungen, des evangelischen Pfarrers Wilhelm T ü r ck zu Frischborn zum Stellvertreter des Dekans des Dekanats Lauterbach, des evangelischen Pfarrers August Hildebrand zu Echzell zum Stellvertreter des Dekans des Dekanats Nidda, des evangelischen Pfarrers Lic. theol. Peter Grünewald zu Mainz zum Stellvertreter des Dekans deS Dekanats Mainz und des evangelischen Pfarrers Ernst A u l b e r zu Eppelsheim zum Stellvertreter des Dekans des Dekanats Alzey. — die Bestätigung erteilt. — Der von Sammtlichen Riedesel Freiherrn zu Eisenbach auf die evangelische Pfacrstelle zu Hopfmannsfeld, Dekanat Lauterbach, präsentierte Pfarrer Alexander R u e tz zu Dalherda m der Rhön, wurde für diese Stelle bestätigt. — Durch Entschließung des Gr. Ministeriums des Innern ist den bei der Jnvalidenver- icherungsanstalt Großherzogtum Heffen endgültig-angestellten Beamten Friedrich Wilhelm Lenz und Adam Bräuer die Genehmigung erteilt worden, die dienstliche Benennung , Bureauassistent * zu führen. ♦* Aus dem Bureau des Stadttheaters. Das lebhaftere Interesse, das sich, seit der Anführung der neuen Tirektion Steingoetter dem Gießener Stadttheater zuwendet, gibt sich wie wir gestern schon aus Hungen meldeten, auch darin kund, baß von auswärts zahlreiche Anfragen betreffs EinrickMng von Fremden- Vorstellungen am Sonntag nachmittag ein gegangen ind. Tie Direktion wird daher eine Anzahl Fremben-Vor- 'tclhrngen an Sonntag Nachmittagen einrichten, die jeweils arm ^4 Uhr beginnen und etwas nach 6 Uhr ihr Ende erreichen werden. Für nächsten Sonntag, den 15. November, ist die erste dieser Frembenvor stell- ungen angesetzt, die Gerhard Hauptmann's berühmtes Märck>endrama „die versunkene Glocke" bringt. Die Ausführung dieses berühmten Werkes im Gießener Stadl- theater zeichnet sich durch überraschend schöne Bühnenbilder — hervorgerufen durch neue Dekorativ neu und zahlreiche Lichtefsekte — sowie durch eine von berufener Kritik hoch anerkannte Darstellung aus. — Die Preise der Plätze sind: Galerie 30 Pfg., 2. Parkett und Esttade 60 Psg., 1. Parkett 1 »vif., Sperrsitz 1,50 Mk., Logie 2 Mk. — Briefliche Bestellungen sind an das Theater-Bureau, Gießen, Watl- torftraße 48, zu richten. ** Evan g. Bund. Die am nächsten Sonntag, dem 15. November abend 8y4 Uhr, im hiefigen Saalbau ^Steiiis Garten) ftattsindeude Lebend Versammlung (Familienabend) des Cvang. Bundes verspricht den schönsten Verlau zu nehmen. Wenn auck) der ursprünglich vorgesehene Redner des Abends, Herr Pfarrer Dujek aus Kolin ^Böhmen) aus zwingenden Gründen auf sein 5)ierherkommen verzichten mußte, so wird an Stelle desselben Herr Pfarrer Fritsch von Ruppertsburg einen Vortrag halten uoer: Einzelne Bilder aus der evangelischen Bewegung in Oesterreich. Herr Fritsch hat sich im vergangenen Sommer mehrere Wochen in Böhmen und Steiermark ausgehalten und dabei einen tiefen Einblick in die dortigen Verhälrnt)je gewonnen. Insöejonoere wird es von allseitigem Interesse sein, aus eigener Wahrnehmung etwas über Zeltweg-Judenburg und die dortigen besonoe^s mit hessischen Mitteln geschaffenen erfreulichen Verhättttisse zu hvreu. Als ztveiter Redner wird Herr Stadiver ., nciund Kirchenoorstano Schmal! einen Rückblick geben . - die Angelegenheit der Gießener Fried lwjsweihe lab ei die Stellungnahme oes Vorlandes des h'ieslgeit Jiucigoeteiiiö rechtfertigen. — Zur Verschönerung des ^denos Haden Fräulein Ida Stammler und Herr Pianist Hahn von hier |otoie der Mafchrnen- baner-Gesangverein ihre Mitwirkung zugesagt. Der letztere Verein hat für nächste Pfingsten zu einem nationalen Ge- sangeswettstteit hierher eingeladen und wird deshalb von besonderem Interesse sein, die Leistungen desselben kennen zu lernen. — Der Besuch des so viel versprechenden Abends steht allen Evangelischen mit ihren Familien frei. ** Gegen die Konsumvereine. Wir lesen im „Manufakturis^: Mr haben früher schon einmal darauf hingewiesen, wie die Detaillisten sich in den Kon- um vereinen eine Konkurrenz groß-iehen, um sie >ann wieder zu bekämpfen und zu verlangen, daß der 'Staat hier helfend eingreife. Wie berechtigt dieser Hinweis war, erhellt wieder einmal aus dem Geschäftsberichte des Frankfurter Konsumvereins, der nunmehr drei Jahre besteht. Es heißt da, mit Leichtigkeit sei sest- zustellen, daß eine ganz erheblicl)ie Zahl von Mitgliedern nur den Rabattgewinn an strebe, wäh rend sie in der Entnahme von Waren aus den Vereinsgeschästen außerordentlich lässig seien. Mit andern Worten: die Mitglieder des Konsumvereins kaufen viel lieber in den Detailgeschäften als in den Läden des Vereins, sie haben also an der Mitgliedschaft nur deshalb ein Interesse, weil die Detailgeschäfte ihnen Rabatt gewähren. Wäre das nicht der Fall, so wäre ihnen die Existenz des Konsumvereins sehr gleichgiltig, d. h. der Konsumverein wäre nicht existenzfähig, uno die beklagte Konkurrenz nicht vorhanden. Hier ist ein so einfaches Mittel zur Selbsthilfe gegeben, daß man nur beklagen kann, von (einer Anwendung so wenig zu sehen. Für die Richtigkeit dieser Ansicht sprechen außerdem einige Zahlen eine sehr deutliche Sprache. In den eigenen Geschäften wurden 15 637 Mk. Nutzen erzielt, aus dem Lieserantengeschäfte kommen 14 612 Mk. zur Verteilung. Die Detaillisten liefern aljo ast ebensoviel an die Bereinsmitglieder, wie der Konsumverein mit seinen vielen Verkaufsstellen und (einem großen Verwaltungsapp-arate verdienen kann, und nur dadurch ermöglichen sie ihrem so angefeindeten Konkurrenten die Existenz. Das sollte doch zu denken geben! Genau o hegen die Verhältnisse bei dem „Neuen Bockenheimer Konsumverein". Der Verein erzielte im eignen Geschäfte 42 000 Mk. Umsatz» im Lieferantengeschäft wurden 36 000 Mk. umgesetzt und zwar 16 000 Mk. mehr als im Vorjahre, während in der eigenen Verkaufsstelle nur eine ganz minimale Umsatzsteigerung stattfand. Der Reingewinn betrug 2538 Mk., während der von den Detaillisten ausgezahlte Rabatt, wenn man einen Turch^- chnittsrabatt von 5 Proz. annimmt, 1800 Mk. betrug. Beide Vereine werden nur von denen gehalten, denen ie Schaden zufügen, und es fehlt nur an der so oft vermißten Einigkeit der Detaillisten, um sich die lästige Konkurrenz und die fteiwillig in Gestalt von Rabatt aujerlegte Steuer vom Halse zu schaffen." A ß o n b o r f, 11. Nov. Am kommenden Sonntag den 15. Nov. findet hier die feierliche Einweihung des neuen Schulhauses statt. Das Gebäude, welches für 2 Klassen und 2 Lehrerwohnungen eingerichtet ist, dürste das schönste unseres Ortes sein. — Die Arbeiten der hiesigen Fernsprecheinrichtung sind nun beendet. Die Zahl der Anschlüsse beträgt 10. — Der kürzlich von Angestellten der Bahn hier gegründete Eisenbahnverein zählt bereits ca. 40 Mitglieder; erster Vorsitzender ist Bahnmeister Pfeifer. co= Lützellinden, 11. Nov. In der Hofraite des Landwitts Karl Gehrt brach heute nachmittag gegen 4 Uhr Feuer aus, welches venuullich durch spielende Kinder verursacht wurde. Es brannte eine gefüllte Scheune nebst Stallung nieder. Gegen abend konnte das Feuer auf seinen Herd beschränkt werden. + Wetzlar, 10. Nov. Der seit 14 Jahren hier wohnhafte MechanikerMaxDeussing ist seit Freüag, den 30. Oktober, also seit mehr als 10 Tagen von hier ver- chwunderr. Es ist festgestellt, das Deussing zuletzt in der Nacht vom 30. auf den 31. Oktober in Volpertshausen genächtigt hat, nach seiner Entfernung aus diesem Orte fehlt jede Spur von ihm. Der Vermißte, ein braver ordentlicher Mann, steht im 34. Lebensjahre, ist aber unverheiratet. Er ist von mehr als mittelgroßer Figur, trägt einen Hornkneifer und war, nach den Wetzl. Anz., zuletzt bekleidet mit grau* farrierter Hose, grüner Joppe und ebensolchem Hute. — Seit Sonntag abend ist auch der 15 jährige Gymnasiast Julius Koch aus Wetzlar verschwunden. Er ist zuletzt im Wartesaal des Bahnhofs Gießen gesehen worden. (Siehe auch Inserat in der heutigen Nummer. D. Red.) x Mücke, 11. Nov. Bei einer Schlägerei wurde ein junger Mann, der auf der hiesigen Dampfsägerei in Arbeit steht, am Kopfe mehrfach verletzt. Er hat Anzeige erhoben. n Ruppertenrod, 10. Nov. Die Zahl der wandernden Handwerksburschen ist um diese Zeit immer groß; gegen Weihnachten erreicht sie ihre Höhe, um dann wieder stetig abzunehmen. Bei der Revidierung der Papiere solcher Handwerksburschen durch die hiesige Gendarmerie erwischte diese hier einen unsicheren Heerespslichtigen. Er wurde der Zivilkommission zu Alsfeld vorgeführt. Darmstadt, 11. Nov. Nach der D. Ztg. S. Maj. der Kaiser von Rußland haben dem Stationsvorsteher 1. Klasse Heuß den St. Annen-Orden 3. Klasse, dem Stationsassistenten K ü h n l y den St. Stanislaus-Orden 3. Klasse verliehen. )( Marburg, 12. Nov. Heute abend brachte die gesamte Studentenschaft Marburgs dem abgegangenen Rektor der Universität Professor Birt, einen F a ck e l z u g. Vcrmischles. * Düsseldorf, 11. Nov. In der Gemeinde Bürrig hat die unverehelichte Gertrud Feste ihr neugeborenes lebendes Kind in den Kamin gesteckt und elend verbrennen lassen. Die eigene Mutter brachte die Kindes- uiörderin zur Anzeige, woraus deren Verhaftung erfolgte. * Aachen, 11. Nov. Der Arbeiter Keßels erstach seine Frau, mit der er seit fünf Monaten verheiratet war, und stellte sich dann selber der Behörde. * Lieber einen doppelten Kindes mord wird auS Neuendorf im Erzgebirge folgendes mitgeteilt: Die Mörderin A u g u ft e Anna Schmiedl fand sich, nachdsm sie lange umhergeirrt war, bei ihren Großeltern ein. Sie gab an, zuerst den 1 Jahr alten Sohn Paul Max und dann die 7 jährige Tochter Frieda Kamil la getötet zu haben. Das Mädchen habe ihr gesagt: w9)lutter, mach's nicht!"; sie habe geantwortet: /Frieda, es geht nicht anders"^ Ilacy der Erdrosselung ihrer Kinder Hobe sie sich selbst töten wollen, sei aber durch dazu gekommene Leute gestört worden. Dann habe sie keine Gelegenheit mehr gehabt, sich das Leben zu nehmen. Die Mörderin ist verhaftet und nach Chemnitz gebracht worden. Die Schreckenstat ,st am Mittwoch früh geschehen. Die Täterin Hal nach ihrer eigenen Aussage noch ihren eigenen Mann im Schlafe töten wollen, ist aber daran gehindert worden, da er in der Annahme, daß die Seinen, wie so oft, wieder bei Verwandten nächtigen, die Zimlnertür hinter sich zi.gcschlossen hatte. Offenbar hat die Schiiiledt mit den Ihrigen auch sterben wollen, wodurch auch die ziiruckgelassenen Aufzeichnungen sind verloren alle vier" verständlich werden. Die zur Mörderin gewordene ist seit Jugend auf geistig schwach. Sie verharrt jetzt in vollständiger Apathie. * Ein Kind als „Hahn". Eine seltsame Geschichte wird einem englischen Blatt aus Sydney berichtet. Darnach wurde vor dem dortigen Polizeigerrcht ein Fall fdjiueier Vernachlässigung eines Kindes verhandelt, in dem sich merkwürdige Folgen eingestellt hatten. Tas unehelich gebotene Kind einer Magd Agnes Martin, das jeht ungefähr vier Jahre alt ist, wurde aus Barmherzigkeit in ein Haus ausgenommen unter der Bedingung, daß es, außer bei sehr kaltem oder nassem Wetter, wo es in die Küche kommen durste, im Hos gehalten werden mußte. Das uriglückliche Kind wuchs unter dem Geflügel au f, und nahm so viel von dessen Eigentümlichkeiten an, daß seine Possen schließlich die Aufmerksamkeit der Nachbarn aus sich zogen, die den Fall der Polizei meldeten. Tas Kind wurde ohne Hut und Sck)uhe gesunden; es scharrte mit dem Fuß oder der Hand in der Erde, wälzte sich im Staube, krähte' und ahmte in jeder Weise die Hühner nach Es konnte durch die kleinsten Oessnungen hindurchkriechen und folgte den Hühnern im ganzen Garten umher. Es gackerte und krähte wie die Hühner, stolperte ein halb Tutz-end Mal im Garten umher, wobei es jedesmal um ein niedriges Gebüsch kroch, das sich dort befand; dann „schlug es mit den Sporen" herausfordernd vor einem Hahn, ganz so wie es ein anderer Hahn getan haben würde. Tie Pslegerin des Asyls, wohin das Kind gebracht wurde, berichtete, daß wahrend zweier oder dreier Tage das Kind nicht sprach sondern nur krähte und gackerte und im Zimmer mnherstolzierte wie ein Hahn. Als man es ins Bett legte, legte es sich nicht nieder wie ein anderes Kind, sondern fehle sich auf das Ende des Kindesbettes und wollte darf aus der Stange schen und dort schlafen.__________ Kunst und Wissenschaft Sprachliche Neubildungen. Nicht selten begegnet man der Ansicht, sprachliche Neubildungen müßten aus des ganzen Volkes Geist heraus geboren werden; das Unternehmen einzelner, neue Wörter absichtlich zu schaffen und diese der Gesamtheit „aufzuzwingen", sei stets als Anmaßung zurückzuweisen. Davon abgesehen, daß von Aufnötigung keine Rede sein kann, wenn jemand ein von ihm geprägtes Wort der Mitwelt eiiifach vorlegt, so wird die Unhalibarkeit jener Meinung durch die Tatsache dargetan, daß die Entstehung einer ganzen Reihe von Wörtern sich auf einzelne bekannte Leute zurückfübren läßt. So hat Goethe u. a. die Wörter auswelten (elargieren) und Besuchskarte (Visitenkarte) gebildet. Von Lessing stammen: zerstreut, Zartgefühl; von Wieland: Heldentum, Königtum (Gemeinptatz nach dem Hollän- bischen); von Herder: Volkslied. Voß hat gastlich, ungastlich geprägt, Bürger: auffrischen; Haller: Sternwarte; Jahn: turnen, Volkstum; Campe: Körperschaft, herkölnmlich, gegenständlich, Zerrbild, Fallbeil, sich eignen (qualifizieren). Von Mitgliedern der Sprachvereine des 17. Jahrhunderts, des Palmen- ördens, der Deutsch-gesinnten Genossenschaft und des Blumenordens rühren her: Abhandlung, Anmerkung, Beispiel, Briefwechsel, Grundlinie, Hochschule, Mundart, Verfaffer, Endung, Zeitwort, u. 10. bis 11. November 10. 11. Lmsle’s Kaffee-Essenx Schlußkurse. 210.37 219.25 143.00 184.87 199.60 Höchste Temperatur am Niedrigste , „ in allen besseren Kolonial Warenhandlungen zu haben. Gcriltlü'sanl. Mannheim, 11. Nov. Heute kam der dritteBöhm- oroze ß zur Verhandlung. Böhm staiid unter der Anklage der Untreue, die er sich dadurch hat zu Schulden kommen lassen, daß er im Jahre 1901 und 19u2 als nut Vollmacht versehener Verwalter des Vermögens der R e i ch s g r ä s» n Rosine de la Ross, geb. Schinuckert von hier, sowie seil dem 13. Noveinber 1901 als' Vollstrecker ihres ain 23. Dezember 1897 errichteten Testaments den Betrag von 340 000 Alk. dem Nachlaße der Graßii euluommcu und das Geld teils in eigenem Nutzen verwendet, teils der A.-G. für chemische Industrie mid der Rheniaugesellschaft m b. H. in Rheinau zugeführt hat. Die Verhandlung dauerte von 9 Uhr vormittags mit einer zweistündigen Mittagspause bis abends a/48 Uhr. Ter'Staatsanwalt beantragte gegen Böhm 4 Jahre Gefängnis, 3000 Alk. Geldstrafe und 5 Jahre Ehrverlust unter Einrechnung der bisher erkannten Strafe, resp. auf eine Gesamtstrafe von ' 6 Jahren Gefängnis. Die Urteilsverkündlgung soll morgen erfolgen. ~ , Budapest, 11. Nov. Im Zusammenhang mit dem Gerücht, daß ein Sohndes deutschen Kaisersungarisch lerne, um einst den Thron der Ungarn zu b e st e i g e n, veröffentlichte der hiesige Journalist Karl Jekey unter dem Titel: Dir- ungarische Politik der Hohenzollern" eine Broschüre, in welcher er die Habsburger den Hohenzollern gegeniiber|tellt und letztere als die wünschenswerte ungarische D y n a st i e bezeichnet. Besonders scharf verfährt der Verfasser mit dem Thron- f o lgerFranz Ferdinand, den er mit Nero vergleicht. Die Staatsanwaltschaft erhob gegen Jekey wegen eines Angriffs auf die gesetzliche Thronfolge und wegen Beleidigung eines Alit- gliedes des königlichen Hauses Anklage. Jekey wurde auf Grund des Verdikts der Geschworenen s r e i g e s p r och e n. Eisenbahn-Zeitung. Berlin, 11. Nov. Die Schnellmotoren-Studien- q e s e l l s ch a f t in Alarienfelde besichtigten heute der Minister der öffentlichen Arbeiten, der Kriegsminister, Staatssekretär Krätke und der württembergische Verkehrsminister, Frhr. v. Soden, und beobachteten eine Schnellfahrt von 200 Kilometer in der Handel und Verkehr. Volkswirtschaft. Berliner Börse vom 11. November 1903. (Mitgeleill von der Bank für Haiidel und Jiidustrle, Gießen.) 8,8ü 6. 5,2 "6. tÜtihü oiofiifdie Beobachtungen der Station Gießen. ____ Bew. Himmel Bed. Himmel n n Prinat-Tiskont 31/, Prozent. Anfangs- Oest. Kredit.... 211.50 Deutsche Bank . . . 220.10 Darmstädter Bank . . 143.60 Bochumer Guß . . . 185.30 Harpener Bergbau . . 200.50 Teiidenz: Schwächer. Alle Frauen sind entzückt davon. Mit Myrrholin-Seiie und Myrrholin-Glycerin war ich sehr zufriedeii. Meine Frau emfiehlt sie befoiiders iioch als Kiiiderseife, 0a ihre gute Wirkung sich gleich bei den ersten Proben geltend macht. Ebenso auch das neu euigeführte Myrrholin-Glycerin als gutes Mittel zur Hautpflege. Tie Seife benütze ich jetzt schon über em Jahr und kann ich dieselbe jedermann bestens empfehlen. Bürstadt (Hessen-. Ph- Fettel, Schlößer. Alan kaiin nur allen mit empfindlicher Haut, insbesondere auch den Kindern, die Anwendung der Alyrrholin-Präparate (Seife, Glycerin, Puder) bestens empfehlen. Erhältlich in Apotheken, Trogen- ulid Seliengeschäften. Weillnachls-sLltteralur. Franz Ildarn Beyerlein, Das graue Leben, Roman. Ein Beitrag zur Psychologie des vierten Standes. 2. 9luHaqe, geh. Mk. 3,50 Verlag Albert Langen, München. Ein Roman aus dem Leben moderner Arbeiter, der eine eigcnar.^e Stellung m der heutigen Romani ilteratur cm- mmmt' Clm- alle stilistischen Mätzchen, ohne jeöeö uberflusNge Hervortreten des Autors und ohne ,ede Tendenz ist dieses Buch geschrieben. In vornehmer Schlichtheit werben vor uns die schick- jale des vierten Standes entroUt. Und gerade dadurch wirkt didc einfache Geschichte so mächtig, gerade daraus erwächil eine uns m il)ven Bann zwingende Stimmung, deien Lebensechtheil uns den Atem raubt. Linier der ruhigen Oberfläche dröhnt dec gewaltige Gang des eisernen Zeitalters, unter dem schwelgenden, grauen Lei ben dieser kleinen Leute lodert die verborgene Glut des Viiltans. Der Autor suhrl uns aus der Zeit vor dem siebziger Kriege durch den Krieg und die Folgezeit bis auf die hem.gen -rage und weiß den Widerhall jeder Zeitbestimmung in der Brich des Arbeiters getreu wiederzugeben. So wird seiii Buch zu einem kulturhistorischen Dokument unserer Uebergaiigszeil. feinster Kaffee-Zusatz in Packetchen zu 10 u. Pfennig Mehrzahl, Umfang, Vorwurf, Ziveikampf, Wink, Wechselrede, un- wohnbar, verschlimmern u. a., lauter Wörter, die in den heutigen Sprachgebrauch übergegaugen sind. Diese Beispiele, die sich leicht vermehren ließen, zeigen zur Genüge, wie wertvoll imb unerläßlich gerade die oft getadelte fchöpfensche Arbeit Einzelner ist. RedSkarLinie. Der Postdampfer „Vaderland" der Red Star Linie in Anl- aierpen ist laut Telegramm am 9. November wohlbehalten m Newyork angekommen. " November 1903. Barometer am" 0" reduziert Temvera tur der Luit Absolute Feuchtigkeit Relative Feuchtigkeit s £ X C XJ Windstärke Wetter 11. 2" 753,5 8,1 5,3 66 NNW. 2 11. 926 755,6 5,4 5,7 85 SW. 2 12. 755,4 3,9 5,4 88 SW. 2 Stunde. Schiffsnachrichken. Nord deut scher Lioyd. In Gießen vertreten durch Carl Loos, Kirchenplatz. Bremen, 10. Nov. (Per transatlantischen Telegraph.) Ter Doppelschrauben-Schnellpostdampfer „Kaiser Wühelm IL", Kapitän D. Högemann, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, ist heute 9 Uhr vormittags wohlbehalten in New-York angekommen. Billig im Verbrauch. 7994 bei: Carl Schwaab, Seltersweg. Donnerstag d. 26. Nov. 1903,1 nachmittags 3 Uhr, wird auf hiesigem Ortsgericht die vor den Namen 1) Simon, Emilie, Ehefrau des Friedr. Appel, 2) Simon, Theodor, 3) Simon, Friedrich, 4) Simon, Wilhelm, 5) Unverzagt, Justus, stehende Parzelle der Gemarkung Gießen Flur 1/965 = 310 qm Hofraite in der Mühlgaffe öffentlich meistbietend zwecks Auseinandersetzulig der Gemeinschaft versteigert. Großh. Ortsgericht Gießen. Gros. 8277 ff. Vogelsberger Süssrahmbutter jj. srische LaMutter ff. frische SieMer empfiehlt 7186 Georg Wallenfels Marktplatz 21. Fernsprecher 46. Kgl Hoflieferanten, Stuttgart-, ,a Verkaufsleiter! f durch Plakate V Chocolade ■ CMoser-Roth CT Ja c 4» o ä e o o K rr e sy UL - <5 CT ■w c s N 2 L u 8 5 o III. Kessisch-Tyüringische Staalsiotterie (Mittkldeutsche Staatslotterie) Mehung I. Klaffe. 11. November 1903. Alle Nummern, neben welchen nichts bemerkt ist, find mit 67 Mark gezogen» (Ohne Gewähr.) 4 17 39 69 144 229394 353 79 419 539 63 78 745 833 81 1007 12 62 149 326 477 85 501 609 44 747 93 888 967 2006 27 48 191 250 87 363 457 93 515 40 72 83 99 610 12 22 77 81 701 31 838 66 934 54 79 3026 44 70 362 77 413 14 550 608 51 738 806 83 996 4069 102 86 212 31 51 88 91 305 64 413 44 71 510 44 98 601 83 722 64 77 87 97 973 82 95 5015 51 1100] 65 71 80 169 92 272 806 27 95 435 63 546 623 740 46 99 832 49 76 908 26 42 [1001 55 6138 39 74 271 77 426 36 64 90 545 79 88 657 |IOO] 61 67 760 61 77 832 84 903 37 7111 33 82 261 74 358 59 442 59 71 77 504 10 48 617 30 32 33 40 73 77 89 719 501200) 83 820 89 93 910 23 78 8035 46 199 330 38 48 59 603 17 713 63 75 884 986 8009 60 84 99 113 48 [100) 76 97 223 342 76 465 500 15 20 618 42 753 98 [IOO| 802 56 58 62 87 10031 33 56 186 93 349 467 73 560 616 70 775 835 915 955 [1001 11028 42 43 100 39 223 36 62 68 372 94 445 57 59 61 62 72 73 536 54 604 48 751 83 811 50 (1001 917 38 79 12031 116 22 216 -97 377 450 83 85 87 95 518 38 94 897 934 87 97 13040 59 106 11 39 72 213 15 71 347 57 76 432 [1001 53 62 85 637 38 48 96 712 32 62 885 934 57 76 14037 66 101 229 316 49 92 421 58 707 9 42 68 831 65 66 920 15025 26 71 133 71 204 30 64 320 451 88 511 23 44 67 90 645 46 63 720 25 42 814 44 94 [100 | 924 79 16076 [100) 314 30 42 406 503 21 30 61 63 65 66 96 616 38 721 26 37 77 78 94 844 96 979 17051 91 225 349 478 531 87 95 887 955 1 8013 33 54 128 31 240 52 457 72 90 99 521 60 83 629 53 846 78 915 94 97 19099 131 73 387 437 83 87 775 814 27 36 77 946 98 20075 159 273 307 450 75 530 60 651 [1000 ) 60 95 758 852 21147 95 259 484 587 90 619 53 83 715 27 848 51 66 83 2 2018 65 137 202 52 66 357 422 35 42 49 62 551 633 45 797 830 47 82 958 23023 80 86 133 91 211 370 75 88 450 57 607 856 78 84 24140 45 75 305 20 [100] 23 76 438 585 91 618 34 70 87 [100] 796 814 38 86 970 77 25003 41 45 [100] 90 187 241 63 65 80 95 305 428 620 30 723 823 25 50 70 976 26103 19 30 236 480 568 695 99 707 18 42 63 835 54 27014 94 185 282 93 96 341 60 433 39 44 506 733 56 817 839 28001 19 63 102 50 227 380 85 91 436 72 94 514 52 611 734 36 901 9 29016 127 36 38 65 84 213 15 31 85 402 10 54 543 607 83 723 34 803 22 52 82 941 66 11000] 80 30008 17 21 66 166 213 31 43 65 83 346 73 428 40 [100] 70 504 86 700 66 827 980 31032 37 43 139 92 296 315 44 45 49 60 67 83 85 91 514 66 652 59 69 800 18 907 32001 35 109 41 87 228 52 81 325 37 39 48 415 33 36 68 95 581 86 672 78 704 49 809 57 976 83002 18 52 54 62 122 74 200 [IOO| 11 36 49 333 70 1100] 440 546 51 86 673 82 98 713 46 94 935 42 64 34020 38 71 134 84 85 88 217 30 310 28 37 52 406 40 58 [100] 96 596 624 712 16 63 867 [100 ] 73 940 44 35025 127 345 449 538 622 43 752 843 75 87 [100] 913 62 85 86 99 [100] 3 6002 24 28 120 27 60 73 86 488 537 75 631 84 724 69 818 924 56 64 3 7084 170 215 67 72 79 363 414 35 552 600 37 84 709 16 801 4 34 [100] 960 38046 64 131 213 44 50 492 96 570 694 731 51 865 924 40 [400] 56 39004 27 76 242 98 304 20 24 26 99 485 530 78 84 627 64 727 63 806 37 66 67 919 49 50 83 [100] 40021 85 139 272 76 83 331 40 73 461 67 526 661 73 830 31 34 68 94 912 36 70 93 41001 21 30 51 98 150 70 73 259 72 421 79 526 58 639 46 57 63 73 750 823 25 27 68 923 54 42094 95 101 [100] 19 80 216 48 58 64 93 311 18 80 95 405 72 92 529 41 701 23 899 914 50 95 43097 148 56 |2001 89 92 254 80 87 374 93 418 40 45 86 505 46 71 677 93 807 12 949 81 86 4-4^47 61 110 46 217 [100] 53 362 78 93 436 93 590 724 64 833 45134 82 267 332 403 87 510 640 72 73 88 98 733 38 48 1951 841 73 46001 213 15 45 313 21 69 73 83 404 39 78 90 518 57 601 40 55 78 81 772 77 847 945 4 7024 70 176 204 396 527 79 83 713 27 76 79 85 897 908 46 64 4 8080 100 209 20 64 318 28 407 510 46 75 615 92 743 804 21 917 52 4 9046 53 59 74 103 489 537 69 786 858 906 50003 67 105 53 87 476 91 540 79 89 704 59 83 92 874 91 98 957 51187 93 203 96 [100] 320 46 97 402 56 606 703 816 906 76 5 2018 163 214 303 78 433 516 639 51 63 715 35 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597 621 733 51 822 982 66095 111 17 53 77 217 32 78 335 62 448 74 76 564 87 602 9 39 64 86 714 832 51 901 18 6 7019 67 81 268 332 59 65 431 77 606 710 22 976 68122 292 482 520 86 689 726 828 965 69036 95 101 226 76 300 25 58 62 404 67 74 592 616 71 891 70019 48 68 102 10 57 280 421 33 540 61 73 88 90 619 704 22 43 866 92 960 76 71052 102 7 237 [25000] 57 94 343 478 609 645 73 76 79 763 816 925 26 85 7 2203 12 36 76 430 88 513 677 762 90 824 7 3017 42 97 171 (1001 206 99 304 12 15 23 465 72 74 545 49 55 58 95 601 28 40 46 705 8 36 40 867 984 74053 66 67 94 106 64 85 256 88 324 58 84 414 57 70 555 648 61 86 737 97 863 93 [100] 97 945 75009 132 58 69 236 352 66 67 421 43 91 500 35 615 85 [100] 91 717 46 47 60 7 6021 38 50 177 355 419 507 21 48 79 600 66 99 759 61 892 907 28 77046 114 [100] 72 235 63 345 406 13 98 554 620 725 28 31 894 989 78035 56 156 66 246 68 70 388 405 38 46 48 75 91 612 [200J 47 717 926 50 86 79079 155 68 93 263 77 367 74 78 81 401 52 510 93 94 679 730 41 99 831 77 89 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81 84 703 14 17 61 853 72 88 915 27 32 53 80 94032 94 153 79 204 61 77 87 95 306 19 430 567 [100] 76 89 707 54 64 94 804 27 99 910 88 95046 81 288 318 88 404 58 62 70 85 544 82 645 712 805 23 84 97 902 96003 7 12 172 218 [1000 | 45 76 91 363 408 77 523 66 697 727 78 809 16 76 915 97008 15 129 252 305 19 38 463 98 577 647 52 60 724 966 90 98064 98 114 24 62 76 211 16 47 60 304 67 86 486 52 72 550 667 763 M 98 846 73 911 55 99064 [100] 80 86 89 106 10 37 75 208 425 531 53 736 78 820 48 70 Näobete Ziehung: 12. November Mitglied des Verbandes Deutscher Kurzwaren- und Posamenten-Geschäfte in Berlin. 8136 Ansführende: Bekanntmachung. J Kwast aus Berlin (Klavier), 8349 Herr Professor der Stiftung der Ludwig Theodor Felsing Eheleute sind die diesjährigen Zinsen nnd zwar 171 w. 43 Pfg. An§ der F. Liszt. 3. n 4. Eintrittskarten ftir Nichtmitglieder zu Mk. 3.00 (Sperrsitz Mk. 4.50) sind in der Musikalien- Flnfi- und Seefische udulphs Nachfolger) und abends an der Kasse, für Studierende handlang von Ernst Challier Schultheiß. 8442 -i- 69b" empfiehlt blakt und riecht, stark belästigende Hitze ansstrahlt, 8445 ein mattes gelbes Licht gibt, Steen. 8447 piANOLÄ vor einem fLÜGEL I* Glas. 7 pvsseldorf 1902 ■ Golci.Medfiille^l v.silbeme btaafsmednillo ß »ebener « Badeöfen M über 75,000 im Gebravcb Präludium Arie aus und Fuge. A-moll „Ernanl“ (Ernani fordei t, tägliches Dochtes G. Verdi. J. Brahms. F. Schubert. 6 aj Die Untreue . b) Guten Morgen c) Die Nachtigall . R.Schumann. , J. Brahms. . J. Kwast. . P. Cornelius. . Edw. Grieg. . A Alabieff. - Au für die l Geburten Jahre 1902, und 1607 i 2199 ^erfon. und 1093 i 1578 Person, und 440 n invulumi) . . . . a) Intermezzo (Es-dur) . b) Rhapsodie (G-moll) . Die Forelle..... etwa alle 4 Wochen eine Reinigung des Cylinders erfordert, kein tägliches Putzen, sondern nur alle 3 bis 4 Monate einen leicht zu bewirkenden Ersatz der Dochte verlangt, vollkommen blak- und geruchfrei ist, durch Wärmeausstrahlung nicht lästig wird, schönes, weissstrahlendes, dem Gasglühlicht ebenbürtiges Licht gibt, selbst bei starkem Winde und Luftzug nicht erlischt, gleichmässig ohne jegliche Regulierung brennt, pro 10 Hefnerkerzen u. Stunde 6/io ^kg. kostet. gegen Wind und Luftzug leicht empfindlich ist, nach dem Anzpnden ein wiederholtes Regulieren der Flamme erfordert, pro 10 Hefnerkerzen u. Stunde ’/w Pfg. kostet. Man verlange nur , HOUBEN'S GRSHEIZÖFE Das jeden Monat erscheinende Butterick’s Modenblatt erhält der Käufer gratis. zu Gießen s , , v v . an zehn tn Gießen geborene würdige Anne und 34 Ml. 29 Pfg. Wir bieten eine besonders grosse Auswahl und fast konkurrenzlose Preise. Nr. 1. . 2. efjeiite» offen. Lonbori, den 1L November 1908. Großherzogliche Bürgermeisterei Londorf. Aumann. sorgfältiges Putzen des y er langt, Aufträge..... Vergebliches Ständchen Nr. 5. Drei Klavierstudien . . < Balth. Häuser Garbeuteich. Spezial-Katalog über Spiritus-Glühlicht-Brenner, Spiritus-Heizöfen, -Kocher und Bügeleisen versenden wir auf Wunsch gratis und franko. 8357. Spiritus vollkommen reinlich ist, Unsere FoifkSämk | für Zahn-, Mund- und Kieler-Krankheiten mit eigenem Instrumentarium und von der V Privatpraxis vollständig getrennt ;j steht unter Leitung eines Assistenten und ist wochentags von 1—3 Uhr für Unbemittelte unentgeltlich geöffnet. i? SchwaSm, Mimzt 7713 Gießen, Bahnhofstraße 63, an der Wlejeckbrücke. Bekanntmachung. Der Voranschlag der Gemeinde Lumda für das Rechnungsjahr 1904/05 ist vom 16. November d. I. ab acht Tage lang auf hiesiger Bürgermeisterei zur Einsicht offengelegt. Lumda, den 12. November 1903. Großherzogliche Bürgermeisterei Lumda. Petroleum die Bassins u. Lampen durch Schwitzen stets unrein hält, tägliches Reinigen des Cylinders er- Spiritus-Glühlicht-Brenner für Innen- und Anssenbeleuchtung, welche von der Centrale für Spiritus-Verwertung, Berlin geführt werden. Kür die meisten Verwendungsarten wird der von uns neuerdings in den Verkehr gebrachte Amor-Brenner geeignet sein. Unsere Brenner sind erhältlich in den LMr- einschlägigen Geschäften. Konzert am Sonntag, dem 15. Novbr. 1903, abends 5 Uhr, im Saale des Gesellschafts-Vereins. PÜAMOLA passt vor jedes KJavier. Ermöglicht Jedermann, mit eigenem Empfinden und persönlicher Auffassung Klavic. zu spielen. Notenrepertoire ca. 1UO(JI Kompositionen. 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' ein aej lifrten su $am SS und r br°-h ®° Uuii °uf, iud MhtS SÜotti !°»>glich j 5U einer S P° , 6$”iu lUllg€ । auch bei Herrn Hausverwalter Stork zu Nh. 1.50 zu haben. — Saalöffnung 47a Uhr. ten Ha^e Lire" de-"L,-i * £ fann, ?S ; Ilan em «ME" (11 beemtiuM ungenügend; liegenden oal und enger zu es innerhalb heit und fta Ls Herr! ein ganz Mtde ost ß1 gießereieu v mußte. Mnn । ra len Pa aber recht o. feste,^stan dieser Lchni nicht Msblei Ter obi feinen Gewo nativer ' national tigen Führ auf Abmg eignete po Endzwecte am besten Jugendl tunst! Sii düß sie in Linie natio Nur wem aufy in gut!t schaftlichi auch ein Fr wird es M verwvnenen zelnen Pari nationallibi toren gegai W behalte freunden emrd wirklich guten und sehr wohlbekömmlichen Traubenweines empfehle ich meinen aarantirt nnvcrfsischtkn Rotwein. Derf. foft im Faß von 30 Ltr. an 58 Pfg. pr. Ltr. tt in llisten v. 12 Fl. an 60 Pfg. pr. Fl. von ca. 8/4 Ltr. Inhalt einsql- Glas. Als Probe vers. ich auch 2 versch. Fl. p. 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Die Bezugsscheine und Eintrittsbeikarten sind beim Vereinsdiener oder auch beim Vereinsrechner, Herrn August Kuhr, Schottstraße 10, erhältlich. Gießen, den 6. November 1903. 8441 Der Vorstand. Wählen Sie zwischen Spiritus- und Petroleum-Beleuchtung so beachten Sie, dass Bekanntmachung. Der Voranschlag der Gemeinde Rüddingshausen für das Jahr 1904 05 liegt vom 14. November d. Zs. an acht Tage lang auf dem Bürgermeisterei-Büreau dahier zur Einsicht der Interessenten offen. Rüddingshausen, den 11. November 1903. 8446 Großherzogliche Bürgermeisterei Rüddingshausen. Braun. J. M. Schulhof Telephon 119. Promoter Berfandt nach anSw» Kohlen, Briketts Gement Farben, Lacke etc. Futterartikel Künstl. Düngemittel Bekanntmachung Aus den Zinsen der Stiftung der Eltsabethe Schmidt sind Gaben von je 17 Mk. an vier bedürftige, unbescholtene ledige Dienstmädchen im Alter über 50 Jahren und neun arme Witwen aus Gießen zu verteilen. Meldungen sind unter Beifügung der erforderlichen Nachweise bis zum 10. Dezember L Js. auf dem Armcuamt, Neuen Baue 43, anzubringcn. Gießen, den 10. November 1903. 8423 Orolcherzvglu. e urge- meisteret Gießen. ___________________Eursch mann.____________________ Frau Erika Wedekind Kammersängerin aus Dresden (Sopran). ' ■ — Brennspiritus Marke „Herold66 ......n 1 , in Patenttiaschen mit Original-Verschluss <, Original-Literflasche: ca. 90 Vol. % 25 Pf., ca. 95 Vol. % ^O Pf. excl. Ueberall erhältlich. CENTRALE FÜR SPIRITUS-VERWERTUNG g. m. b. h„ BERLIN NW. Friedrich-Strasse 96. an fünf würdige Wllwen zu gleichen Teilen zu vergeben. Anmeldungen hierm haben bis zum 10. k. MtS. auf dem Bureau des städtischen Armenamls, Neuenbäue 43, zu erfolgen. Gießen, den 10. November 1903. 8422 HroßherzvgtU t . meisteret Gießen. Tnrschmann. Um mein großes Lager etwas zu räumen, gewahre ich auf sämtliches Schuh-eug von jetzt bis Weihnachteil 8384 1O% Rabatt. Franz Neumeier Schulstager, Sonnenftr. 20—22. Bienenhonig, garantiert für Reinheit, bei PH. 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