Erstes Blatt. Donnerstag 12. November 1903 Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen 153. Jahrgang Nr. 266 SrsHetut täglich außer Sonntags. 4)em Gießener Anzeiger werden irn Wechsel mit bem hessischen Landwirt dtk Gießener Kamillen, blätter dermal in der iBodje betqelegL Stolanonöbcud u. &er- lag bei Brühl 'schen Uniutrl.-iducfr- u.<5teui» bruderel tPuetich Erdenh Wtebaftlun (fyptöuion und Drnaeret: Ochalftratze 7. Adleße für Depeicheni Anzetger Gtetze«. £rrn1t>rfduinld)lufi Vtr 61 ietzenerAnzeiger txy Seneral-Anzeiger Vezagspreis monailict 75131., oterteU jährlich Mk. 2.20; durch Abhole- u. Zwetgslellei-' monatlich 65 Pi.- durch die Post Mk. 2.— viertel» sährl, aufilchl Beilellg. Annahme von Anzeigen üi öte Lagesnummer jU ootmtUagfl 10 Uhr. eilen pietfl lotal 12 Pl^ auflrodrll 20 Ptg. tOt«e*i®»rilidb tüt den iroltt. imt adgem. 1eU P Ötnto tüt »Stadl und tianö' und ,(Send) 16)aal*. August Götz, «ü» den An» $eiqenteti van6 Beck. Nalliischt Tagesschau. Der bayerische Bauernbund hielt in Würzbur g am Sonntag eine Versammftmg ab. Ter Vorsitzende Memminger sprach bei der Eröffnung die Erwartung aus, daß keine „Spitzel aus dem Norden" zugegen seien; im vorigen Jahre sei ein preußischer Hauptmann anwesend gewesen — gemeint ist Dr. Dietrich Hahn, der Vorsitzende des Bundes der Landwirte — und dieser hake ihm, Memminger, eine fünf Monate dauernde Untersuchung wegen Majestätsbelei- digung an den Hals gehängt; sollte ein solches „Individuum" sich eingeschlichen haben, so möchte es sich hurtig davon machen. Von Interesse war ferner eine Aeußerung Dr. Ga echs, mit den liberalen Abgeordneten im Landtag bahne sich eine Verständigung an. Einige seien direkt Agrarier und sogar der Aba. Casselmann habe sich bekehren lassen. Beschlossen wurde, daß die Abgeordneten des Bauernbundes gegen den Donau-Main - Kanal stimmen. „Selbst wenn die Idee von Prinzen stammt", erklärte der Abg. Cchnnk, „lehnen wir sie ab". Ter hessische Landtagsabg. Hirschel-Offen- bach meinte: „Unsere Kraft liegt in den Landtagen, nicht in dem slavisch durchseuchten Berlin mit seinen „ows" und „kys", seinen Bülows und Posadowskys und Podbielskis." Der bayerische Abg. Schönleben meinte, das schwarze Gift sei ebenso gefährlich wie das rote Gift. „Vielleicht klopfen einmal die roten Freü- fchärler an die Klosterpforten und an die Geldkisten, dann wird man einsehen, daß der Dauer die Stütze des Staates i st." Bauer Heussinger klagte über die Sittenverderbnis, frie auch in den Bauernstand eindringe. Ein Krebsschaden sei, daß dieBauerntöcytersichmodernisierten, daß ihnen der Bauernstand zu niedrig sei, daß sie feine Häkelarbeiten machen, aber keine Hos^n flicken können, daß die gesunden Töchter, wenn sie Geld haben, die Arbeit fliehen und aus dem Stand heiraten, der dumme Bauer aber höchstens die kriege, die vielt eicht krank sei, die keiner möge. Anton Memminger, der Vorsitzende der Versammlung, hatte das Schlußwort. Für den Kanal stimmen alle jene Herren, die heute schon rote Strümpfe tragen und sich das rote Kreuz auf die Brust wünschen. So richtet man den Staat zu Grunde. So richtet man das Bayernland zu Grunde. Und am Ende sind wir eine preußische Provinz. Dann wird man es uns zeigen. Dann regiert in München ein preußischerOberpräsident. (Bewegung.) Unser Volk weiß nicht, wo ans und ein. Daran ist die Reichsregierung schuld. Unter Bismarck wußte man, wie zu stimmen fei. Unsere Regierung hat kein Programm, keine Ziele, keine Grundsätze , nur Redensarten nach allen Seiten, in Berlin wie in München. Das ist die Lau-Regierung. Daran gehen die Parteien zu Grunde. Das Volk will bald nichts mehr wissen von der Politik, und die Regierung hat keinen Sinn für das Volk. M) sich aber die Schaffenden und Verständigen zurückziehen vom Staat, da geht es wie im römischen Reich, dann kommt einmal der Tag, wo die Fremdlinge einbrechen ins Reich Wir brauchen einen entschiedenen Staatsmann, der den Knoten des Parlaments mit dem Schwert durchhaut. Da spricht man von einer Autvmobilsteuer. Ich bin dagegen. Es ist ganz aut, wenn recht viele hohe Herren Automobil fahren und sich am Ende die Köpfe einrennen. Wir Bauernbündler aber bleiben. Man wird uns noch rufen. Wir leben in einer Zeit, wo Kaiser und Könige auffallend viel reisen. Man weiß nicht, was alles noch werden will. — Und eine verlorene Schlacht, die kann was bringen, gebet acht! „Ehrliche Wut", schreibt der Würzburger Berichterstatter der „M. N. Nachir." seinem Blatte, „steckt in d i e s e n Bauernköpfe n." Eine Vermehrung der Einnahmen des Reiches wird bekanntlich von den Finanznunistern der Einzelstaaten eifrig erstrebt. Welches sind nun, so fragt die „Köln. Volks- ztg.", die bisherigen unmittelbaren Einnahmequellen des Deutschen Reiches? Bekanntlich die Zölle und die mittelbaren Steuern. Ter mittelbaren Besteuerung durchs das Reicb unterliegen Salz, Tabak, Bier, Branntwein, Zucker, Schaumweine; aber nur Branntwein und Zucker liefern dem Reiche verhältnismäßig hohe Einnahmen. Dagegen fließen der Reichskasse aus den Zöllen bei der großen Zahl zollpflichtiger Gegenstände schon jetzt Einnahmen in Höhe von etwa 500 Mill. Mar? zu. Inwieweit der neue Zolltarif an der Höhe dieser Einnahme etwas zu ändern vermag, läßt heute noch nicht sich sagen, da ja die Handelsvertragsverhandlungen, welche die einzelnen Zollsätze erst festlegen werden, noch lange nicht abgeschlossen sind, und auch dann, wenn dies der Falt sein wird, es erst noch darauf an- kvmmen wird, welche Verwendung die etwaigen Mehreinnahmen aus Zöllen finden sollen. Bei einem etwaigen „Weiterausbau" der (Annahme quell en des Reiches könnten also zunächst wohl nur Tabak und Bier in Frage kommen. Sind doch auch schon des öfteren Anläufe genommen worden, um aus Tabak und Vier höhere Einnahmen zu erzielen, wenn der Reichskasse Ebbe drohte: bisher waren aber diese Anläufe stets erfolglos. Bekanntlich arbeitete man schon vor 24 Jahren bei der gründlichen Neugestaltung des Steuerwesens aus die Einführung des Tabakmonopals hin, aber ohne Erfolg; dieser trat auch bei spateren Versuchen nicht ein, wohl aber wurde eine umfassende Umfrage über Tabakbau, -Handel, -Verarbeitung und -Verbrauch veranstaltet. Schließlich kam nur eine höhere Besteuerung des inländischen Tabaks und ein höherer Zoll auf ausländischen Tabak heraus. Heute liefert trotzdem die Tabaksteuer nur rund 13 Millionen Mark, der Tabakzoll bloß 54 Mill. Mark' also fließen der Reichskasse aus dem Tabak nur 67 Mill. Mar? oder auf den Kopf der Bevölkerung je 1.16 Mk. $u. Eine Erhöhu na der Tabaksteuer ober gar ein Tabakmonopolwäre heute siche r noch schwerer durchzusetzen, als in früheren Jahren, letzteres, ganz abgesehen von anderen Gründen, schon deshalb, weil die Entschädigungen welche in einem solchen Falle den am Tabak beteiligten Erwerbskreisen zu gewähren sein würden, mindestens 1000 Mill. Mark ausmachen würde. Die Zinsen dieser gewaltigen Summe würden aber einen großen Teil der aus dem Monopol zu ziehenden Mehreinnahmen im voraus wegnehmen. Auch Bier liefert dem Reiche eine verhältnismäßig geringe Einnahme, besonders wenn man diese mit der aus Branntwein vergleicht. Erhielt doch die Norddeutsche Brausteuergemeinschaft aus Mer bloß eine jährliche Annahme von 40 Mill. Mark. Wie verhältnismäßig klein diese Einnahme ist, mag man daraus ersehen, daß Bayern allein ungefähr 36 Mill. Mark aus der Malzsteuer zieht, also fast ebenso viel, wie die große Norddeutsche Bier- steuergemeinschaft. Aber auch die Versuche, aus der Biersteuer höhere Einnahmen zu gewinnen, sind bisher ebenfalls erfolglos gewesen, und werden wohl auch f e r n er erfolglos sein. Es wird sicherlich auch dem neuen Reichsschatzsekretär Freiherrn v. Stengel nicht gelingen. Bayern dazu zu bestimmen, sein bisheriges Verfahren der Bierbesteuerung aufzugeben und in die Norddeutsche Mer. steuergemeinschaft einzutreten. Dadurch allein schon von anderen Gründen abgesehen, ist es unmöglich, mit einer höheren Besteuerung des Bieres im Deutschen Reiche durch- ^udringen. Also bestehen nur ganz geringe Aussichten aus Die Möglichkeit der Erzielung höherer Einnahmen aus den mittelbaren Steuern; erheischt aber die geldliche Lage de4 Reiches gebieterisch eine solche, so muß sie eben in höheren Einnahmen aus Zöllen gesucht und demnach das Verhalten bei den Handelsvertragsverhandlungen eingerichtet werden. Deutsches Reich. Berlin, 11. Nov. „Popolo Romano" schreibt zur Erkrankung Kaiser Wilhelms: Wenn es sich auch nicht um eine ernste Sache handelt, rief die Nachricht doch einen lebhaften, schmerzlichen Eindruck hervor, da der Kaiser in Italien sehr populär ist und sehr bewundert wird wegen seiner hervorragenden persönlichen Eigenschaften und wegen der Sympathie für unser Land und weil er mit Recht als die Hauptsäule des Friedenstempels angesehen wird. Das italienische Volk wird deshalb mit großer Freude die Nachricht von der völligen Wiederherstellung vernehmen. — Das preußische Staatsministerium trat heute unter dem Vorsitz des Grasen v. Bülow zu einer Sitzung zusammen. Köln, 11. Nov. Die -Köln. Ztg." schreibt: Balfours Rede wird namentlich in Konstantinopel sehr beachtet werden. Balfour bezeichnet die russisch-österreichischen Forderungen als Mindestmaß. Daraus ergiebt sich, England ginge, wenn es direkt damit befaßt wäre, darüber hinaus. Der Türkei eröffne sich daher die Aussicht, daß noch härtere Bedingungen an sie herantreten, falls sie sich nicht mit Rußland und Oesterreich einigen könne. Dies ist ungefähr dasselbe, was die deutsche Regierung wiederholt der Türkei nahelegte. In den bringenden Ratschlägen Deutschlands wurde immer der Standpunkt vertreten, daß die Pforte am besten sich mit den beiden Ententemächten einige, da sonstj von anderer Seite noch härtere Forderungen an sie gestellt werden könnten. Die Rede Balfours sei geeignet, der Türkei die Berechtigung der Warnung zu zeigen und wird dazu bei« tragen, die Türkei zu vermögen, m den sauren Apfel zu beißen, wozu bereits Anzeichen vorliegen. Dresden, 11. Nov. In der heutigen Sitzung des Landtags wurde der frühere Präsident, Geh. Hofrat Dr. Mehnert (kons.) zum Präsidenten der Zweiten Kammer wiedergewählt. Zum 1. Vizepräsidenten wurde Geh. Justizrat Dr. Schill-Leipzig (natl.) und zum 2. Vizepräsidenten Geh. Justizrat Opitz-Treuen gewählt. Leipzig, 11. Nov. Hier ist ein „Wahlverein des wirtschaftlichen Mittelstandes von Leipzig und den. Vororten" gegründet worden, der bezweckt: 1. Zum Schutze der mittleren Klassen des deutschen Bürgertums in Anch Handel, Handwerk und Gewerbe gegenüber den zerstörenden Mächten des Umsturzes und des internationalen Großkapitals^ irn Rahmen der heutigen Gesellschaftsordnung für Herbeiführung von dem Mittelstände wahrhaften Schutz verbürgenden Wahlen für den Reichstag und den Landtag, sowie allen anderen gesetzmäßigen Körperschaften fortdauernd mit allen gesetzlichen Mitteln zu wirken, und hierzu eine ent- Huer durch den Hohen Wogetsverg. Original-Artikel des „Gießener Anzeigers". L Ter 9. Oktober war ein prächtiger Herbsttag. Das Wetter verführte uns am folgenden Dage durch den hohen Vogelsberg zu wandern. Um nicht am 10. von Gießen allzufrüh aufbrechen zu müssen, fahren wir schon am Abend des 9. nach Hungen, übernachten hier, um am Morgen mit der Bahn nach Gedern zu fahren. Beim Aufbruch vcm Hungen regnet es leicht, es ist windstill und verhält- nismäßig warm. Wir sitzen im Auge und sehen in bte M orgendämmerung hinaus. Ringsum hängen über den Hohen Nebel und Regenwolken, ein kühler Wind erhebt sich und der Regen hört auf und es wird merklich kälter. Ta und dort stehen gefüllte Kartoffelsäcke rm Felde, die den vergangenen Abend zurückgelassen waren. Ein Arm voll Kartoffelkraut ist über jeden Sack gedeckt, um den Sack samt Inhalt vor dem Nachtregen zu schützen. In den Dörfern ists überall lebeirdi^ der Rauch der Herdfeuer schwebt über den Dächern. Mit dem Karst zum Kartoffelausmachen ans der Schulter, dicke Wolltücher um den Hals geschlungen, rücken die Kartoffelroder aus. Tre Frauen folgen weit ausschreitend den Männern. Sie bergen in der Morgenkühle die mit Woklhandschuh en bedeckten Hände noch unter der Schürze. . Pferde und Rindergespanne sind im Felde in Tätigkeit. Tie Säemaschine legt die Saatkörner in die feinkrümliche Erde. Ter Säemanu streut aus dem weißen Säetuch die schwere ausgesuchte Saat in weitem regelmäßigen Wurf über das wohlvorbereitete Saatfeld. — Ja Stockheim müssen wir aussteigen und auf unseren Zug warten, der aus Nidder aufwärts fahren soll. Das dauert uws Wanderlustigen zu lange. Wir nehmen den Weg unter die Füße, ist es doch eine hübsche Landschaft, die wir bis Selters durchwandern, um hier wieder den uns einholenden Zug w erwarten. Uns gegenüber liegt Ko nradsdors, dort werden Neubauten errichtet. Rechts oberhalb Konradsdors krönt die Höhe die schönste Oberförsterei Oberhessens. Ein großes neuangelegtes Obstfeld zieht sich von dieser Höhe abwärts. Der Zug ist noch immer nicht da, wir bummeln, um uns die Zeit zu vertreiben, am Bahndamm entlang, sehen in die herbstlichen Gärten, bewundern die Vreldahlien, die dort noch in überreicher Fülle blühen, und mein Wandergenosse erklärt mir gelegentlich die an der Bahn errichteten Signalpfähle. Da steht auf dem einen Pfahl ein großes lateinisches P, das heißt für den Maschinenführer „pfeifen". Dann folgt ein L, das heißt „läuten", und wieder ein P L, das heißt „pfeifen und lauten". So werden die zahlreichen Ueber- gange für Fußgänger und Fuhrwerke geschützt und der arme Maschinenführer hat kaum Hände und Augen genug, um an den zahlreichen Uebergängen in der Nähe eines Dorfes den Vorschriften in Hxzug auf die Warnungszeichen zu genügen. Ta kommt der Zug. Bald lautet er, bald pfeift er, bald erfolgen die Warnungen gleichzeitig, kurzum der Reisende auf der Nebenbahn hat mancherlei Genüsse, von denen sich anderswo der T-Zug-Reisende nichts träumen laßt. — Pustend hält der Zug. Wir steigen ein, Platz ist reichlich vorhanden. Hier ist von dem Hasten und Drängen wie an urfferen Hauptbahn Höfen beim Schnellzugverkehr nichts zu verspüren. Die wenigen Neugierigen ohne Bahnsteigkarte beobachten die Aus- und Einsteigenden genau. Nach einer Stunde weiß man im Dorfe, wer angekommen, wer abgereist ist, auch> daß Unbekannte, Fremde dabei waren: das ist das erste Morgenblatt der Dorfzeitung. Die Fahrt von Stockheim nach Gedern ist reich an Ao- jpechselung'. Die Nidder kommt uns entgegen, bald sttirzt sie über Wehre, bald über Wasserräder, bald sucht sie sich schäumend über Felsblöcke den Weg abwärts. Wiesengründe, verschwiegene Waldecken wechseln mit indllstriollen Anlagen, dicht geschlossene Duchtväider rahmen das Ganze ein und krönen die Höhen. Freundlich lugt das Hirzenhainer Schlößchen ans den buntgefärbten Waldbäumen. — Bald haben wir Gedern erreicht. Die eigentliche Wanderung beginnt für uns. Hartmannshain ist unsev nächstes Ziel. Wir schreiten rasch aus, in scharfen Windungen fütyrt die gut gehaltene Straße fortgesetzt bergan. Die Unterhaltung stockt, wir diirfen unseren Lungen nicht zu viel zumuten. Dazu trifft uns der rauhe Herbstwind von rechts her mit voller Kraft. Die Aeste der Vogelbeer- bäume über uns ächten, die Feldhecken biegen sich fast bis zur Erde und die krächzenden Raben lassen sich front Winde treiben. Die Erntearbeiten sind hier schon weit, vorgeschritten, man sieht keine Kartoffeln mehr im Felde, die Leute sind mit dem Einernten der Dickwurzeln beschäftigt. Der Wald nimmt uns auf, wir fühlen uns behaglicher, der Herbstwind trifft uns nicht mehr so sehr. Bald ist's ein geschlossener Fichtenwald, bald ein Buchwald, der uns schützt. Dann findet der Herbststtlrm wieder eine Oeffnung im Walde und jagt das erste raschelnde Herbstlaub über die kahlen Waldwiesen. Schon längst haben wir auf unserer Fahrt und Wanderung die jungen Anpflanzungen von Fichten beobachtet. Gierig streckt der Wald seine Arme in die Dorfgemarkungen hinein. Aber er _ beschränkt sich darauf, die unftucht- baren Aecker, Wiesen, Weiden und Wüstungen sich anzueignen, für die sich doch nicht mehr Hände finden ihnen schmale Ernten abzugewinnen. Fahrt hin, ihr weiten Strecken unfruchtbaren ausgeraubten Geländes, die ihr fror Jahrhunderten den weit ausgedehnten Wäldern des Vogelsberges von fleißigen Menschenhänden ab gerungen wurdet und die ihr einst gute Ernten und gutes Weideland liefertet. Bedeckt euch wieder mit schattendem Wald, in seiner Hut könnt ihr eud> wieder erholen und kommenden Menschengeschlecbtern in anderer Art aufs neue dienen! Neben unserer Straße fällt uns eine durch den Wald gehauene Schneise auf. Die Arbeit muß im Sommer vorgenommen sein. Die Aeste der niedergelogten Waldbäume waren voll belaubt und sind seitwärts zu Haufen geschichtet. Die Stämme der niedergeschlagenen Waldbäume sprechende Organisation zu schaffen. 2. Da8 den Mittelstand ruinierende Eindringen ded Großkapitals in den Detail- bandel und das Handwerk und alle sonstigen schweren Schäden, unter denen er gegenwärtig leidet, wie auch die auf Vernichtung des Mittelstandes gerichteten Bestrebungen der Sozialdemokratie aufs energischste 31t bekämpfen. 3. Zur Wiederherstellung der Sicherheit der wirtschaftlichen Existenz des selbständigen Mittelstandes wie zur Sicherung eines berechtigten Arbeitsertrages des gesäurten Mittelstandes eine diesen Forderungen gerecht werdende, um- saffende, wirtschaftliche Reform-Gesetzgebung zu fordern und herbeifübren zu helfen. 4. Gegen die immer bedenklicher sich gestaltende Schuldenwirt schäft im Reich, in Staat und Gemeinden und die inuner höheren direkten und indirekten Steuern zu protestieren und stetig anzukämpfen, überhaupt alle den Mittelstand fördernden und hebenden Bestrebungen zu unterstützen und die Gründung gleichartiger Vereine überall anzuregen. Chemnitz, 11. Nov. Die von der „CH. Allg. Zig." verbreitete Mitteilung, daß die Ausarbeitung de§ Entwurfes zur sächsischen Wahlrechtsreform auf die Initiative de§ Königs Georg zurückzusühren sei und daß unmittelbar nach den Rcichstagswahlen dem Ministerium die Weisung zugegangen sei, Wandel zu schaffen, beruht nach einer Information des „CH. Tagebl.^ aus freier Erfindung. Tas Ministerium des Innern hat, wie das genannte Blatt erfährt, aus eigener Initiative seit dem Herbst des vorigen JahreS, also lange vor den Reichstagswahlen, unausgesetzt an der Vorlage gearbeitet und im Frühjahr dieses Jahres, also noch vor den Wahlen soweit fertig gestellt, daß der Kultusminister von Seydewitz die darauf bezügliche Denkschrift mit nach Gardone nehmen konnte, um sie dem Könige vorzulegen. Richtig ist, daß König Georg der Angelegenheit sein volles Jntereffe zugewendet hat. Die Initiative ist jedoch vom Ministerium des Innern ausgegangen. — Die „Rationallib. Korr.* deutet die Absicht der Staatsregierung an, eine Immobilien-Verkehrs st euer cinzuführen, wegen der mehrfach geübten Praxis, bei der Zwangsversteigerung von Immobilien nicht allzu rasch zu verfahren. Es sei zu erwarten, daß diese Sache schon im nächsten preuß. Landtage zur Erörterung kommen werde. Karlsruhe, 11. Nov. Die Zweite Kammer setzt sich folgendermaßen zusammen: Nationalliberale 25 (bisher 24), Zentrum 23 (bisher 23), Demokraten 5 (5), Sozialdemokraten 6 (6), Freisinnige 2 (2), Antisemiten 1(1). Das Resultat im Wahlkreis Eberbach-Buchen — bisher von den Nationalliberalen vertreten — steht noch auS. Wels, 11. Nov. Die Prinzeffin Rosa von Schaumburg-Lippe, geborene Herzogin von Württemberg wurde heute von einer Prinzessin entbunden. München, 11. Nov. (Abge ordnet en -Kamm er.) Ger Beratung des Militäretats in der Kammer brachte der Abg. Müller-München (soz.) die Vorkommniffe im Münchener Kadettenkorps in der letzten Faschingszeit zur Sprache und meinte, eS habe sich um eine richtige Emeute gehandelt, die deshalb nur so milde beurteilt worden sei, weil es sich um Söhne einflußreicher Leute gehandelt habe. Der Kriegsminister erwiderte, die bedauerlichen Vorkommniffe im Kadettenkorps seien aufgebauscht. In früheren Jahren war es den Kadetten gestattet, in den FaschingStagen von früh bis abends außerhalb der Anstalt zu bleiben. Die Erlaubnis führte zu Ausschreitungen, welche den Kommandeur in diesem Jahre veranlaßten, die Erlaubnis einzuschränken. Darüber war eine Kompagnie ärgerlich. Die Zöglinge derselben hielten sich von den Vergnügungen innerhalb des Hauses fern, gingen unwillig und unwirsch umher. Der Aufsichtsoffizier traf einzelne beim verbotenen Rauchen im Zimmer. Das ist keine Erneute. Der Kommandeur beantragte, die besonders heroorgetretenen Schuldigen aus dem Kadettenkorps zu entlaffen und zwar handelte es sich um zwei Söhne von armen Witwen, Söhne eines Hauptmanns und eines Gutbesitzers. Von Einfluß hochstehender Persönlichkeiten bei Nichtgenehmigung des Antrages auf Enllaffung kann keine Rede sein. Es sei ein großer Unterschied zwischen einer Emeute und derartigen Ausschreitungen von jungen unreifen Buben.____________________________________________ Anstand. Kopenhagen, 11. Nov. Der Minister des Innern brachte im Folkething einen Gesetzentwurf ein, durch den allen steuerzahlenden Männern und Frauen das Wahlrecht bei allen kommunalen Wahlen erteilt wird und proportionale Wahl und geheime Abstimmung für alle kommunalen Wahlen eingeführt werden soll. London, 11. Nov. Präsident Roosevelt beabsichtigt, wie die „Morning Post" aus Washington meldet, mit der neuen Republik Panama über einen Vertrag zu verhandeln, worin der Land st reifen für den Panama-Kanal dauernd den Vereinigten Staaten verpachtet wird und diese das Recht erhalten, längs der Kanallinie Truppen zum Schutze des Kanals und zur Aufrechterhaltung der Ordnung zu stationieren. Haag, 11. Nov. In der heutigen Sitzung des Schiedsgerichts Hofes wendet sich Wöste-Belgien gegen die auf Verzögerung gerichteten Anträge Venezuelas. Clu- net-Frankreich fordert die Zulassung zu 30 Prozent der venezolanischen Eingangszölle für die Fordermngen ohne Garantie, mdrt für die Forderungen, welche durch die ve- urttmdete Schuld Venezuelas garantiert wurden. Clunet verlangt ferner die Verzinsung der Forderungen. Buenz- Deutschland sagt, weml die Friedenskonferenz ein neues Evangelium an st eile des alten Evangeliums gegeben habe, so würden die Völker eher ihre Zuflucht zu den äußersten Mitteln nehmen, als zu einem schiedsgerichtlichen Verfahren, welches sie ihre Rechte verlieren lasse. P a r l s, 11. Nov. Die plebiscitäreJugend hatte eine Versammlung cinbernfen. Während der Verhandlungen verlangte das sozialistische Gemeinderatsmitglied Weber das Wort. Dies war das Zeichen zu einem unbeschreiblichen Tumult. Die Freunde Webers verlangten Ruhe. Ms diese nickt ein trat, sangen sie die Jnter- natronale, wahrend die Gegner die Marseillaise anstimm- ten. Es kam zu gegenseittgen Beschimpfungen, die in Tätlichkeiten ausarteten. Tische, Stühle, Gläser, Flaschen re. wurden gegen einander geworfen. Auch zwei Revolverschüsse fielen. Schließlich schritt die Polizei ein und machte dem Tumult ein Ende. Zwei schwer Verletzte wurden rns Hospital gebracht. Madrid, 11. Nov. Die Ereignisse in Santander hatten einen erheblich ernsteren Charakter als bisher bekannt geworden ist. Bei den Angriffen auf das Jesuiten-Kolieg und auf das Passionisten-Kloster wurde ein il.Nönch durch einen Schuß verwundet. Die Truppen schützten das Kloster vor dem Aeußersten. Darauf zog die wütende Menge vor das Karmeliterklofter, wo ein neuer Zusammenstoß stattfand. Große Arbeitermassen erzwangen sich den Schluß der Läden als Zeichen der Trauer. Aus dem katholischen Vereinslokal wurden die Möbel auf die Straße geschleudert und angezündet. Bei einem neuerlichen Zusammenstoß mit der Gendarmerie gab es viele Tote und Verwundete. Die Erregung dauert fort. Weitere Unruhen ereigneten sich in Fuemuerrabia, wo 9 Personen verwundet wurden. In Picarent und in Valencia wurden je eine Perfon getötet und mehrere verwundet. L. Wien, 11. Nov. Die Meldungen von Verhaftungen bulgarischer Offiziere wegen Beteiligung an einer Verschwörung gegen denFür st en Ferdinand sind ttotz der Ableugnung von bulgarischer Seite richtig. Unter den Unteroffizieren des bulgarischen Heeres wurde ein geheimer Aufruf verbreitet, in dem es heißt: Während unsere Brüder unter Mörderhanden bluten, nötigt man uns zu einer feigen und unwürdigen Rolle. Wer ein bulgarisches Herz im Leibe hat, muß fühlen, daß die Rolle, die Fürst Ferdinand uns aufiröttgt, uns vor ganz Europa schändet. Nur ein Fürst, der kein Bulgare ist, kann nicht begreifen, daß hierdurch nicht nur die Ehre, sondern auch die Zukunft Bulgariens in den Staub getreten wird. N e w y 0 r k, 10. Nov. Aus Santo Domingo wird gemeldet, daß dm Beschießung von San Petro de Maeoris durch einen dominikanischen Kreuzer am Mittwoch nach zweieinhalb Stunden vorher erfolgter Ankündigung gescliah. Am Mittwoch fuhr der Kreuzer ab, ohne daß er den Versuch einer Landung von Truppen urttermommen hätte. Durch die Beschießung ist ernstlicher Schaden an amerikanischem Eigentum angerichtet worden. Die Stimmung ist sehr feindlich gegen Amerika. Am Freitag verbot der französische Generalkonsul einem französischen Dampfer in den Hafen ein',ufahren. Am Samstag wurden die Aufständischen nach fünfmaligem Angriff auf die Hauptstadt und heftigem Feuergefecht zurückgefchlagen. — Einer Meldung der „N. Fr. Pr." aus Rom zufolge steht die Aufnahme der Handelsvertragsverhandlungen zwischen Deutschland und Italien unmittelbar bevor. Im Dezember wird der Notenwechsel stattfinden, dem bn Januar inündliehe Verhandlungen folgen werden. Belgrad, 12. Nov. Gestern wurden dem Advokaten der Schwestern der Königin Draga aus deren Nachlaß 500 000 Franks übergeben. Dtt Verweigerung des Nachlasses des Königspaares soll in den nächsten Tagen angekündigt werden. Sofia, 11. Nov. Kriegsminister Sawow scheint sich mit weittragenden Militärplanen zu befassen. Außer der Umwandlung der 12 Reserve- in Linienregimenter soll er die Formierung der bestehenden sechs Divisionen in 3 Armeekorps, die Vermehrung der bisherigen 6 Artillerieregimcnter um 3 Korpsartillerieregimenter und die Ausstellung eines Haubitzenregiments und 4. Festungsartilleri ebataillons beabsichtigen. "" 1 - Krcisletzrcrkonserknz. Gießen, 11. Nov. Die diesjährige Kreislehrerkonferenz tagte heute in Steins Garten unter dem Vorsitz des Provinzialdirektors Dr. Breidert. Um IO1/2 eröffnete dieser die Verhandlung! und bemerkte, daß dies die erste Kreislehrerkonferenz des Kreises Gießen sei, die unter seiner und des jetzigen Kreis- schulinspekiors Kleinschmidt Leitung stattfinde. Nach den statistischen Mitteilungen des Kreisschulinspektors sind im Kreise 79 Schulen mit 196 Klassen und ebenso vielen Lehrkräften, davon 193 Lehrer en und 3 Lehrerinnen. 75 Klassen sind gemischt, d. h. es werden Knaben und Mädchen gern einswaftllch unterrichtet, 13 zum Teil gemischt, die übrigen nach den Geschlechtern getrennt. Von den 79 Schulklassen sind 39 einklassige, 22 zweiklassige, 7 dreiklassige, 7 vierklassige und 4 mehrklassige Schulen; die Schulen in Gießen sind achtklassig In 46 Gemeinden wird noch Schulgeld bezahlt, in den übrigen ist dieses aufgehoben. Schul- orte hat der Kreis 80 und wird in dieser Größe in Hessen nur vom Kreis Erbach übertroffen, welcher 84 zählt. Die Zahl der Schüler beträgt 11614, davon find 11 253 evangelisch, 191 katholisch, 143 israelitisch und 27 gehören einer anderen Konfession an. Nach dem Geschlecht sind 5870 Mädchen und 5744 Knaben. Auf Gießen entfallen 2130, aufs Land 9484 Schüler. Von den 196 Schulstellen entfallen 44 auf die Stadt Gießen, 152 aufs Land. Auf eine Lehrkraft kommen in der Stadt 48,41, auf dem L-cmd 62,4 Schüler. Ueber 100 Schüler hat nur eine Klasse, über 90 7, über 80 haben 16 Klassen. Im Vergleich zum Vorjahr stteg die Zahl der Schüler um 205, die Zahl der Schulstellen und Lehrkräfte um 5; die Zahl der einklassigen Schulen sank von 40 auf 39. Im Vorjahre gab es noch 4 Schulen mit über 100 und 3 mit über 90 Schülern. Die Schülerwhl hat in Gießen bedeutend zugenommen, ist jedoch auf dem Lande zurückgegangen. Die Zahl der Fortbildungs- s ch ü l e r stieg von 1712 auf 1833, davon sind 1777 evangelisch, 25 katholisch, 31 israelitisch; der Kreis zählt 105 Fortbildungsschulklassen. Die Erziehungsanstalt in Kloster Arnsburg zählt in zwei Klassen 23 Schüler. Der Vorsitzende sagt hierauf baldige Abhilfe da zu, wo die Klassen die gesetzliche Schülerzahl überschritten haben, auch wird die Abschaffung des Schulgeldes stets im Auge behalten und die Fürsorge für kranke Schüler angeregt. Hierauf erhält Lehrer Bürstlein-Reiskirchen das Wort zu seinem Vortrag: „Was kann die Schule tun, der Landbevölkerung die Vorzüge des Landlebens vor Augen zu führen und der be- orohlichen Abnahme der Landbevölkerung Einhalt zu tun?" liegen noch an Ort und Stelle. Da, mitten im Walde liegen weite Zementrohre für die Durchlässe, dort lange schmiedeeiserne Rohre — das modernste Material für Tiefbauten hier oben im sturmdurchbrausten Walde des hohen Vogelsberges. Da liegt auch ein Haufen Schienen für Feldeisenbahnen. Jetzt geht uns ein Licht auf, das ist die Bahnlinie, die über Hartmannshain nach Gedern anschließen soll und die den Technikern bei der Tracierung so viel Kopfschmerzen gemacht hat. Ta sind wir wieder unter Menschen, geschäftig regt sich's im Walde, der neue Eisenbahndamm wird sichtbar und aus ihm rollen die mit Erde gefüllten Kippwagen. Dort öffnet sich der Wald, wir sehen weit hinten am Horizont in die Rhönberge hinein und ganz nahe zu unserer Linken grüßt mit seinem Wirtshausschilde der breit sich dehnende Darmstädter Hof in Hartmannshain. Ihm gegenüber wird, als ob's so sein müßte, der Bahnhof von Hartmanns- hain seinen Platz finden. Eine große Flache aufgeschütteten Grunde- kennzeichnet den Raum, den er einst bedecken soll. Im Wirtshause — wir glauben bereits ein Frühstück bcrb'ient zu haben — finden wir nur einen Gast, natürlich einen Herrn, der mit dem Eisenbahnbau zu tun hat. Ich bin in Verlegenheit: was soll ich ttinken? Mer? Dazu ist der Morgen zu frosttg; Wein? ist auch ein gewagtes Unternehmen, ich entschließe mich — nur keinen Nervenanfall, verehrte Leserin — ich trinke Schnaps! Wir halten nur kurze Rast, verlassen die Straße, wenden uns westwärts und erreichen Lerchenhain. Hwch nhain ist eine alte Ansiedelung zweifellos von Leuten, die sich mit besonderer Vorliebe den Wind um die Nase blasen ließen. Den Zweck haben sie erreicht, die Häuser hängen da oben auf dem Bergrücken wie Wäsche an der Leine und daß sie nicht gelegentlich fortgeweht sind, verdanken sie allein der Geschicklichkeit des Zimmermannes, der die Balken so inein- anberfügte, daß der Sturm enttueder das ganze Haus mit fortnehmen ober altes stehen lassen mußte. Soll ich nock mehr von Herchenhain erzählen? Bon dem einzelnen und einzigen jungen und doch so greisenhaften Apfelbaum? Die Lokalgeschichte Herchenhains darf erst später geschrieben werden, es ist heute noch zu früh ba#u. Aus dem Wege nach dem Hohenrodskopf finden wir einen zuverlässigen und liebenswürdigen Führer. Durch Wrej en gründe, die naß sind und wasserdichtes Schuhzeug erfordern, geht's über kahle Höhen. Der Boden wird noch nicht beschattet durch die jungen Anpflanzungen von Fichten, die zu Tausenden da in Reihe und Glied stehen und vom Sturm, dem sie jetzt schutzlos ausgesetzt sind, gezaust werden. Wir ersteigen die letzte Höde zum Hohenrodskopf, das kahle Weideland unter unseren Füßen wird nach Süden begrenzt durch den Hochwald des Oberwaldes. Was müssen die armen Bäume des Waldrandes aushalten und doch trotzen sinn in erster Linie stehend, mit ihren zähen Aesten Aesien und zerbrochenen Kronen dem Schneesturm Mnter für Minter, ohne ihre Lebenskraft einzubüßeu. Sudermanns „Sturmgeselle Sokrates" er- rang einen starken äußeren Erfolg im Deutschen Schauspielhause zu Hamburg; von Sudermann-Enthusiasmus war ttotzdem keine Spur vorhanden. Man darf behaupten, daß der Hamburger Erfolg zum großen Teile der prächtigen Darstellung und noch mehr der richtigen Auffassung der Regie zu danken ist. Die Komödie wurde dort als ein Schwank behandelt, und das war eine sehr richtige Taktik, um die sckiefe Ebene der halb komischen, halb ernsten Dichtung vor dem Versanden zu retten. Das Unterstteichen der derben und nicht gerade urneuen Witze erwies sich als sehr wirksam für die Lachlustigen. — Ern glänzendes Zeugnis aus England erhielt das im Verlage von Fritz Lehmann in Stuttgart erscheinende Prachtwerk: Das Mineralreich, von Dr. Reinh. Brauns, ordentl. Prof, der Mineralogie in Gießen. Tie Fachzeitschrift „The Mining Journal" in London, ein führendes Blatt auf dem Geriete der Bergwerks- und Minen- Jndusttie, schreibt über die 1. Lieferung des Werkes: Der Inhalt und die Ausstattung der 1. Lieferung versprechen uns ein geradezu herrliches Werk über das Mineralreichherausgegeben von Prof. Dr. Brauns in Gießen. Der ganze Umfang wird aus 30 Lieferungen ä 1.50 Mk. bestehen, das Werk wird mit vielen Textbildern geschmückt sein und außerdem 91 ganzseitige Bildertafeln, davon 73 feinste Chromotafeln, 14 Lichtdrucktafeln und 4 Kunstdruck- tafeln enthalten. Der Text ist klar und für jedermann leicht verständlich und wird eingeteilt in 5 Abteilungen, die jeweils behandeln: Allgemeines über Mineralien (Kristall- formeu und Kombinationen, Machstumsformen, Pseudo- morphosen 20.). 2. Die Erze und ihre Abkömmlinge nebst Schwefel und Meteoriten. 3. Die Edel- und 5>albedelsteine. 4. Die gesteinsbildenden Mineralien. 5. Die Salze und Bernstein. Die 1. Lieferung enthält 24 Quartseiten Text und 5 Ehromotafeln, darstellerrd eine große Stufe Rauch- top as vom St. Gotthard, 16 verschiedene Stücke von Gold in natürlichem Zustande und Platin, 14 verschiedene Stücke von Popas, 17 von Turmalin und die berühmte Gemma Augustea iu Sardonyx geschnitten aus Men. Alle diese verschiedenen Stücke sind den bekanntesten Sammlungen entnommen und genau in ihrer Beschaffenheit und bezüglich ihres Fundortes rc. beschrieben. Sämtliche Tafeln bilden einen Triumph des Farbendrucks, und wenn die folgenden Lieferungen sich auf der glänzenden Höhe wie die erste erhalten, dann wird das Buch, ein überaus bemerkenswertes Werk für jede Familie und eine dauernde Quelle der Freude für jeden, der Interesse an Mineralien hat." — Dierömisch-germanische Kommission.des kaiserlichen archäologischen Instituts ist gebildet worden und besteht'' an§ dem Generalsekretär Prof. Dr. Conze-Berlin, Prof. Dr. Hirschfeld-Berlin, Prof. Dr. Loeschke- Bonn, Direktor Prof. Dr. Dragendorff-Frankfurt a. M., dem Oberbürgermeister Dr. Adickes-Frankfurt a. M., Prof. Dr. Eduard Meher-Derlin, dem ersten Direktor des römisch>-ger- manischen Zenttalmuseums Prof. Dr. Schumacher-Mainz, dem Geh. Baurat Jacobi-Homburg v. b. H., Prof. Dr. Johannes Ranke-München, Prof. Dr. v. Herzog-Tübingen, Prof. Dr. Fabricius-Frciburg (Breisgau), bem Ministerialrat i. P. Soldan-Tarmstabt, Pros. Dr. Henning-Straßburg, Prof. Dr. v. Tomaszewski-Heidelberg, Rektor Dr. Ohlenschlager- München, Direktor der Museums nassauischer Altertümer Prof. Tr. Ritterling-Wiesbaden, Direktor des Kestner-Museums Prof. Tr. Schuckhardt-Hannover und dem Oberlehrer Prof. Tr. Wolff-Frankfurt a. M. D. B. Hd. Berlin, 11. Nov. Wie wir aus guter Quelle erfahren, wird vom 1. Januar ab eine teilweise Fusion des Ernst Keilschen Verlages in Leipzig mit der Verlags-Gesellsckaft August Scherl in Berlin in der Weise stattsinden, daß auch die feit 50 Jahren bestehende Gartenlaube von dem genannten Verlage übernommen wird. Truck und Verlag der Gartenlaube bleibt in Leipzig, ebenso wird die Verlagsfirma Ernst Keil Nachfolger fort- bestehen, wie denn auch die redaktionelle Leitung, abgesehen von dem Rückttitt des bejahrten Herausgebers bleiben wird. Paris, 11. Nov. Dr. Marmereck hat einen Vortrag in der medizinischen Akademie über sein Anti- Tuberkulin-Serum auf nächsten Dienstag verschoben. Marmareck ist mit dem Direktor des Pasteur-Institutes in Differenzen geraten und hat um seine Entlassung als Leiter des Laboratoriums nachgesucht, um allein die Verantwortung für seine Erfindung zu übernehmen. Das neue Serum soll bereits in verschiedenen Hospitälern mit Erfolg angewandt worden fein. Als einsam „unersetzlich" wird Kathreiners Malzkaffee von vielen Hausfrauen bezeichnet. Diesem Urteile muß Jeder unbedingt beistinnnen, der die vielen Vorzüge aus Erfahrung kennt, die Kathreiners Malzkasfee tatsächlich in sich vereinigt und die ihn hoch über alle ähnlichen Erzeugnisse stellen, Jeder der sich von seiner Bekömmlichkeit, von seinem Wohlgeschmack und seiner Billigkeit durch die PraxiS überzeugt hat. 7083 ycam nva) einigen amtlichen Mitteilungen ergreift Kreis»! amt mann D r. Kranzbühler das Wort, Um über das neue D e n k rn a l s chu tz g e s e tz zu reserieren. Dieses Gefetz ist mit dem 1. Oktober in Kraft getreten und hat den Zweck, die Baudenkmäler, bewegliche luie unbewegliche, vor dem Untergang zu schützen, da sie für ine heimatliche Ge- schichte von großer Bedeutung seien. Der Redner bittet die Ideen des' Echetz.es ins Volt zu tragen. An die Konferenz schloß sich ein gemeinsames Miltageisen, wobei der Vor- itzende Provinzialdirektor Dr. Bretdert in einer Ansprache des Landcssürsten und Kaisers gedachte und auf beide em Hoch ausbrachte. Kreisschulinspektor Kleinschmidt toastete alsdann aus die oberste Schulbehbr.de und besonders Ministerialrat Dr. Eiseuhuth, Rektor Hahn auf die Kreisschul- kommission und Lehrer Werl-Wieseck auf das deutsche Va t erland. Ulli) £illlÖL Gießen, den 12. November 1903 *• Hessisch-Thüringische Staatslotterie. Am heutigen zweiten Ziehungstage der 1. Klasse fiel die Prämie uon 75 000 Mk. auf Nr. 37541, welche zuletzt mit 300 Bit. gezogen wurde (nach Mainz), em Gewinn von 10 000 Mk. auf Nr. 13424, Gewinne von 400 Mk. auf Nr. 21054 32486 38452 53552. (Ohne Gewähr.) — Aus dem Militär-Wochenblatt. Gr. Wilhelm von Schlitz gen. von Görtz, in der Armee und zwar als Lt. im 1. Großh. Hess. Drag.-Regt. (Garde-Drag.- Regt.) 9lr. 23, vorläufig ohne Patent, angestellt. •* Oberhessischer Geschichtsoeren. Wie wir bereits mitteilten, wird heute abend Profeffoc Dr. D ragen - borf aus Frankfurt im Oberhess. Geschichlsverern einen Vortrag über die Bedeutung der Gesäßfunde für die heimische Altertumsforschung halten, auf den bei der wissenschaftlichen Bedeutung des Redners hiermit wiederholt aufmerksam gemacht werden soll. ** Bazar zum Besten der Aliceschule. Ter durch verschiedene Umstände hinausgejchobene Bazar zum Besten der Aliceschule findet nun bestimmt am 18., 19 und 20. November statt. Die Vorbereitungen find bereits in vollem Gange und man darf erwarten, daß bei dem großen Eifer und bei dem lebhaften Interesse der Mitwirkenden ein nach allen Richtungen hin befriedigendes Ergebnis erzielt werde. Das mäßige Eintrittsgeld, sowie die vollständig normalen Verkaufspreise ermöglichen es Jedermann, die Veranstaltung zu besuchen und auch mit den bescheidensten Mitteln zum Gelingen des Ganzen beizutragen. "Aus dem Bureau de§ Stadttheaters. In der morgigen Don Carlos - Aufführung wird Herr Linzen die Rolle des Königs, Herr Randorff den Posa, Herr Achterberg den Carlos spielen, außerdem sind in Froheren Aufgaben beschäftigt die Herren Teleky und Haag. Die Eboli liegt in den Händen der Frl. Hohl und die Königin wird von Frl. Minna Löser aus Kassel gegeben werden, die als eventueller Ersatz für Frl. Hagen in Frage kommt. - Die Fe st nähme eines Attentäters. Ein schon vorbestrafter Mensch namens Frey aus Wißmar versuchte vorgestern mehrmals in der Nähe der Möser'schen Mühle auf eine Frau ernzudringen; durch deren lautes Schreien wurde indeffen sein Vorhaben vereitelt. Der Mensch wurde durch einen hiesigen Gendarmen sofort verfolgt, festgenommen und ins Haftlokal gebracht. Vorher hatte er schon unsittliche Handlungen vor den Augen eines kleinen Mädchens vorgenommen. Man vermutet in ihm die Person zu haben, die im Laufe dieses Jahres schon mehr unsittliche Handlungen in der Nähe Gießens begangen hat. " Die Kälte kommt. Gestern abend kurz vor 7 Uhr zog über unsere Stadt ein starker Trupp Sch neegänse, deren sonderbares Geschrei in den Straßen man deutlich vernehmen konnte. Das Eintreffen dieser Wandervögel bedeutet herannahenden baldigen Frost, den die Geschäftsleute auch sehnlichst herbeiwünschen. Das Reitpferd der Zarin. Die Luxuspferdehandlung der Hoflieferanten Gebrüder Heß Söhne in Bocken- heim, die bereits mehrfach Pferde für den kaiserlich russischen Hofmarstall geliefert hat, konnte wiederum ein wertvolles Damenreitpferd für die Zarin besorgen. Die russische Kaiserin ließ der „Kl. Pr." zufolge während des Aufenthalts in Wolfsgarten den Mitinhaber der Firma, Herrn Albert Heß, mit mehreren Pferden zur Wahl dorthin bestellen. Die Kaiserin wählte im Beisein des Zaren, des Großherzogs und der anderen Fürstlichkeiten nach eigenem Geschmack und Urteil unter den vorgeführten Pferden eine schöne englische Gold- suchsstute. Die Zarin scheint eine Pferdekennerin zu fein: ihr Urteil stimmte mit der Prämiierungs-Kommission des letzten Frankfurter Herbstpferdemarktes überein, die auch jene Fuchsstute mit dem ersten Preis in der Konkurrenz der Reitpferde ausgezeichnet hat. Mainz, 10. Nov. Bischof Dr. Brück hat noch kurz vor seinem Tode die Verfügung über sein Vermögen getroffen. Die Hauptsumme fällt dem bischöflichen Seminar zu. Der Gesamtnachlaß soll Mk. 250 000 Mark betragen. Den größten Teil seines Vermögens erwarb sich der Bischof durch literarische Arbeiten. (tJfctf* B^g.) r. Mainz, 11. Nov. Als Ersatz für den vor kurzem verstorbenen sozialdemokratischenLandtagsabgeord- neten Redakteur Ph. Haas ist von der sozialdemokratischen Partei Redakteur B. Adelung ausersehen worden. Da die Wahl durch die früher gewählten Wahlmänner vollzogen wird, ist es außer allem Zweifel, daß der Sozialdemokrat als Gewählter aus der Wahlurne hervorgehen wird. — Ein anständiger städtischer Beamter von hier wurde am Montag abend unter dem Verdacht, an einem sechsjährigen Kind ein scheußliches Verbrechen begangen zu haben, verhaftet. Bei einer in Gegenwart des Staatsanwalts heute stattgehabten Konfrontation des Betreffenden mit dem Kinde erklärte dieses mit Entschiedenheit, daß der Inhaftierte nicht der Missetäter gewesen sei, worauf deffen Freilassung von der Staatsanwaltschaft sofort verfügt wurde. — Auf Veranlassung der Bäckerinnung ilt hier vor wenig Wochen ein bescheidener Abschlag desB r o tp r e i s e s emgetreten. Jetzt erklärt der größere Teil der Bäcker, das Brot zu den billigen Preise nicht mehr liefern zu können und verlangt wieder einen Aufschlag, was indeffen ohne Zustimmung der Bäckerinnung nicht geschehen kann. Es herrscht daher große Mißstimmung gegen die Bäckerinnung. Klein - miiif i n > " -o Hessen und d e n Nachbarstaatten. In der Bonifatiuskirche der Patres O b - laten in Hünfeld wurde die Taufe eines kleinen Kaffern- knaben aus der deutschen Kolonie Südwestafrika vollzogen. Derselbe war mit einem anderen Hereroknaben von ?. Herman- dnng herübergebracht worden. Die Frau Landgräsin von Heffen stand bei dem Täufling als Pale. — In Darmstadt ftavb der Major z. D. Franz Freiherr Schenck zu Schweinsberg. ?er F'rozcß wegen Kindcsunlerschievung gegen die Gräfin Kuuückr. XIL Berlin, 11. Nov. Die Kommission zur Prüfung der Aehnlich- f eit zwischen den bei den Kn ab en, die in dem Prozeß gegen die Gräfin Simile di und Genossen tue Hauptrolle spielen, ist heute im Schwurgerichtssaale in Moabit unter Ausschl uß d e r O e s s e u t l r ch k e i t zusammengetretcn. Erschienen waren die Gerichtsärzte Dr. Störiuer imö Pcof. Straßmann sowie der Porträtmaler Prof. Bogel als Mitglieder der Saihversiändigen-Kommisswn. Die Bertcidiger imi) die Vertreter der ösfentlichen Aiiklag.behvrde wohnten den Untci |Ud}ur vollständigen Klärung gelangen, daß der Parteivorstand sich bereit erklärt, die Diskussion, soweit sie ins Gebiet der Parteimoral gehört, zu prüfen und darüber zn entscheiden. Berlin, 12. Nov. Ueber die A e h n 1 ich k e i t s festste 11 u n g im Prozeß gegen die Gräfin Kwilecki, die im Moabiter Gerichtsgebäude stattfand, werden folgende Einzelheiten mitgeteilt Die Sachverständigen suchten zunächst am Körper der beiden Knaben nach besonderen Markmalen. Als solche iticht gesunden wurden, sollte eine Ver- gleidyung der Körper hinsichtlich des Gliederbaues vorgenommen werden. Da aber stellte sich heraus, daß der jetzt neun Jahre alte Sohn der Bahnwärterfrau Meyer vor mehreren Jahren an der englischen Krankheit gelitten hat, die eine teilweise Verkrümmung der Beine und des Rückgrates nach sich zog. Unter diesen Umständen hielt die SachverstälidiaenkommissMn eine Vergleichung der Körper für unmöglich. Sie stellte dann den Unterschied in der Ohrbildung zwischen den beiden Knaben !est. Der ältere hat ovale, der jüngere runde Ohren. Hin- fichtlich der G e s i ch t s z ü g e ließ sich keine bestimmte I e st st e l l u n g machen, da diese bei dem jüngeren Knaben noch allzu unentwickelt sind. Porträtmaler Vogel sprach sich für eine absolute Aehnlichkeit zwischen der Gräfin .und dem von ihr reklamierten Knaben aus. London, 12. Nov. Aus San Domingo ist die Meldung eingetroffen, daß die deutschen Marineschiffe „Gazelle" und „Panther" dort eingetvoffen sind und Marinesoldaten an Land gesetzt haben. Weiter wird berichtet, daß die Rebellen die Stadt Santo Domingo während der dtacht wiederholt angriffen, aber mit geringen Verlusten zurückgeschlagen wurden. Die Verluste auf Seiten der Regierung waren erhebliche Auch wurden einige ausländische Zivilisten getötet. Eine Truppenabteilung-, die einen Ausfall machte, geriet in einen Hinterhalt. Es gelang ihr jedoch, unter Zurücklassung der Toten und Verwundeten zu entnommen. Wien, 12. Nov. An hiesiger offizieller Stelle werden alle Gerüchte über den Rücktritt des russischen Ministers Grafen Lamsdorfs als völlig unbegründet bezeichnet. Lamsdorfs erfreue sich der vollen Gunst des Zaren und es liege keinerlei Anlaß zu einem Wechsel in der auswärtigen Politik Rußlands vor, nachdem Lamsdorfs eben jetzt erfolgreiche Vereinbarungen mit den leitenden Staatsmännern Deutschlands und Frankreichs getroffen hat. Rom, 12. Nov. Hier zirkulieren Gerüchte, daß einer der ungeratenen Söhne des durch Selbstmord geendeten Finanzministers Rosano sich mehrerer den Vater schwer kompromittierender Schriftstücke bemächtigt habe, um dieselben an den meistbietenden Gegner des Ministers §u Oer taufen. Dies soll die Hauptursache zu dem Selbstmorde Rosanos gewesen sein. Belgrad, 12. 9wv. Wie verlautet, hat die englische Regierung die Annahme des Glückwunsches der serbischen Regierung anläßlich des Geburtstages Königs Eduards verweigert. L. Washington, 12. Nov. Das Staatsd eparte- ment leynt es ab, den Text der Glückwunschdepesche oas Präsidenten RooseveltanKaiserWil^ heim anläßlich jcuier Operativu mitzuteilen. Tientsin, 12. Nov. Manschika benachrichtigte die chinesische Regierung, er habe 45 000 Mann, die in Bereit- schast ständen, die Mandschurei zu besetzen. Frisch eiDgeirohen: Oaviar. G-eflüg*©!. CsH Schwaab, Hoflieferant. Telephon 265. 812l Seltersweg 23. Hilfe gejucht. 05676 Gießen, den 12. Dlooeniber 1903. 05672 Markt sl raße 18. gejucht teilung kommen. 8443 Lellersweg 18. 8203 8151 8231 troffen bei 8458 zugfest, zu verkaufen 8418 Zimmer zu vermiet eit. OÖ593| Wetzstemstr. 40, part. 2 mittelschwere 7918 Feine Barnen o- Mieinee Logis d empfiehlt 7856 J. Happel WWWW ?.« vevknüfeit ltciTd)iebnic$i MNNNU 3u ucrmicten Mm Strllnr Jimonsbrot Georg ßdami 9 Frantfurterftr. 9. Vam Lehrmädchen ober angehende Verkäuferin gejucht. Viobert Haas Nächst., Oberlwss. GcscliiciitsVerdsi Mtlltlilhe Mitglielitt-VtchMlmg Donnerstag dcu 12. November, Sx/4 Uhr im Caf<4 Ebel. Tag es-Ordnung: 1. Geschäftsbericht des Vorsitzenden. 2. Rechenschaftsbericht des Rechners. Pctrckllin-Schofcn, fast neu, billig abzugeben [05671 Bahnhofstraße 64, IV. Tüchtiges, braves Mööche« für Hausarbeit bei hohem Lohn gesucht. Frau Dora Nassauer, 8436 Neuenweg 15. lassen ihre Schuhe aus Chevreaux- und Boxcalf-Leder jetzt nur noch mit GalopcrGme Pilo glänzend bürsten, weil es den feinsten Glanz giebt. Ernestine Hopfner Grüaderger-ratze 17. gesucht. Schriftiche Offerten an Carl Hobert jr., Köln Allein-Vertreter . Authracit-Kohleubergwerks „Laugeubrahm". (ein Gespann) werden zu kaufen aejucht. Die Pferde müssen im Utter von 5—9 Jahren sein und ollen für leichteres Lastfuhrwerk gebraucht werden. — Verkäufer, welche in der Lage sind, 2 gute, ehlerfreie Pferde anzubieten, iuerben gebeten, ihre Adresse und den Preis der Pferde unter 9lr. 8413 an die Expedition d. Bl. bis zum 15. d. Mts, anzugeben. £andw. Ausstellung Glessen. Nächsten Samstag den 14. ds. Mts., vormittags 9 Uhr, soll aus dem Ausstellungsplatz das von der Fest- Halle gewonnene Holz und Eisenzeug meistbietend gegen Barzahlung versteigert werden. 8455 Der Bau- und PlatzauSschutz. 5000 rtiSaHk von solventem Kaufmann gegen Hypothek. Sicherheit gesucht. Off. unt. 8393 an d. Exv. b. Dl. erb. VMiMMmiü! Im Stricken n.Anstricken von Strümpfe« empfehle ich mich angelegen, lichft SlrickgarnesdkflrSimlilätklll habe ick stelS vorrätig. Im Konkurs über daS Vermögen des Heinrich Hainbach in Daubringen habe ich heute das Verzeichnis der bei der Schlußverteilung zu berücksichtigenden anerkannten, nicht bevorrechtigten Forderungen bei der Gerichtsschreiberei Gr. Amtsgerichts Gießen zur Einsicht der Beteiligten niedergelegt. Jene Forderungen berechnen sich auf 3967 Mk. 70 Pfg., während die verfügbare Masse 1170 Mk. 46 Pf. beträgt, also 29,/2°/0 zur Ver- Hochachtungsvoll Carl Leib sen., fflokr. Echter, indischer Rohrzucker bet [8459] Emil Fischbach. Schellfische lebendfrisch in Eispackung, treffen heute ein bei 7582 Georg Wallenfels Marktplatz 21. Telephon 46. ItlidiuTmllc 30000 Mark auf gute, zweite Hypotheken von Privatmann sof. auszuleth. Ausf. Off, unt. 05669 au die Exp. d. Bl« Bazar z» Seiten der Mce-Wle Sitten am 18., 19. und 20. November im Neuen Laalbau Anfang 4 Uhr nachmittags. Ende 12 Nhr. 8463 Oelgemälde-Verkauf. Da ich in Marburg nächste Woche meine Ausstellung beginne, dauert der Verkauf hier bis dahin. .KilliruhMeii! zu Weihnachtsgeschenken geeignet fertigt gut und billigst an, sowie alle sonstigen Haararbeiten! 8. Tichy, Seltersweg 43. Hchaihklud. Freitag, 13. November, Cafs Ebel, abcudS V,9 Uhr, WcralmsaiMlW. Tagesordnung: 1) Bericht über das Jahr 1903. 2) Vorstandswahl. 3)Winteroeraitstaltungen. 4) Eventuelle Anträge. 8431] Der Vorstand. Stadt-Theater Gießen. Direktion: Sieingoetter. Freitag, den 13. Rov. 1903: 3. Volksvorstellung. Dou Carlos s Jnfant von Spanien. =- Dramatisches Gedicht in 5 Akten von Friedrich von Schiller. (Wohlthätigkeits-Bereiu.) Samstag bett 14. November 1903, abends 8^ Uhr im Neue» Sliatöau (früher Steins Garten): Winter-Vergnügen verbunden mit itonzertj Thcatei* und darauffolgendem BaBI« Sonntag den 15. November: Ausflug mlh im WiMos. WO Der Vorstand. C.F.MerNachf. Ii. Wcihl 15 Kreuzplatz 15. dl uf sofort sucht Herr für kürzere Zeit ungeniert, möbl.Zim., be= vorz. solch., woangen.Auschl.gebot. wird. Näh. iu gefchlofs. Off. unt. L. A. 29 postlag. Gießen. Äuugcr Manu, 36 I., slouer Arbeiter mit dopp. Buchführung, Abjchlutz und allen Arbeiten vertraut, sucht Lebensstellung. Bevorzugt Fabritaeschäft aus dem Lande. Gest. Anerbieten erb. u. B. 98 postl. Zann^Lllden. [8115 Ä-lngll tonet, besserem Hause. Gute Zeugnisse vorhanden. Gest. Offerten unter 05664 an die Exped. d. Bl. erb. 05676] Em Mädchen s. Aus- hilse. Näh. Hint. d. Westanlage 9. 3. Antrag des Vorstandes, dem § 23 der Satzungen folgende Fassung zu geben: „Der Vereinsvorstand besteht aus zehn Mitgliedern, die von der Mitgliederversammlung (§ 16) auf ein Jahr gewählt werden. Der Vorstand ist berechtigt, falls die Geschäfte es als angemessen erscheinen lassen, die Zahl seiner Mitglieder durch Zuwahl bis auf fünfzehn zu erhöhen. Die zugewählten Mitglieder gehören dem Vorstand bis zu einer Neuwahl des Vorstandes an. Tie ausscheidenden Mitglieder des Vorstandes sind wieder wählbar." 4. Neuwahl des Vorstandes. 5. Vortrag des Herrn Prof. Tr. Dragendorff aus Frankfurt über die Bedeutung der Gefäßsunde für die hessische Altertumskunde. 6. Dritteilungen des Herrn Hauptmann Kramer über die jüngsten Ausgrabungen auf dem Trieb. Bei Nr. 5 und 6 sind — von 9 Uhr ab — Gäste willkommen. (Fleit dem Samstag abend ist der 15jährige Gymnasiast Julius Koch aus Wetzlar ver- chivunden. Der Knabe, welcher für sein Alter ziemlich groß ist, über 1,60 m, war bekleidet mit grauem Jackett, ebensolcher Hose, owie roter Klassenmütze. Er ist zuletzt im Bahnhofswartesaale Gießen gesehen worden. Diejenigen, welche etwas über den Verbleib des Knaben mitzuteilen wissen, werden gebeten, Nachricht sofort an die Geschäftsstelle des Wetzlarer Anzeigers in Wetzlar gelangen zu lassen. Kosten weiden gerne erstattet. 8464 MimckM Wuchcn sämtliche Sorten frisch einge- Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Hinscbeiden unseres lieben Galten, Vaters, Schwiegervaters und Großvaters Sem Jakob Jendlt sagen auf diesem Wege den besten Dank Die trauernden Hinterbliebenen. Warze Anzüge liefert als Spezialität preiswert 8119s W.Karnbach,Kcmzleiberg9. Wo? sagt die Expedition d. 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