Nr. 187 Erscheint tSglich außer Sonntags. Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem Hessischen Landwirt die Gießener Zamillen- biätter viermal in der Woche beigelegL StotaltonSdruck iu Verlag der Brühl'schen Untvers.-Buch-u.Stein- druckeret (Pietsch Erben) Redaktion. Spedition und Druckerei: Schulstratze 7. Adresse für Depeschenr Anzeiger Gießen. Aernsprechanschluß Nr. 51. Erstes Blatt. 153. Jahrgang Mittwoch 12. August 1903 Gießener Anzeiger General-Anzeiger 67 Zit> Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen Dezugspretdr monatltch75Pf^ viertel- jährlich Mk. 2L0; durch Avhole- u. Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch dr e Poft Mk.2.— viertel- lährU ausfchl. Bestellg. Annahme von Anzeigen ür dre Tagesnurnrner Jtö vormittags 10 Uhr. FeUenprerS: lokal 12 Pf^ auswarrs 20 Pfg. Verantwortlich tih den poltt und oUgem. Teil: P. Wittko: für ,Stadt und Canto* und .Geriet) tSsaal"-. August Götz; für den Anzeigenteil' Han« Beck. Die Braudkatastrophe iu Paris. lieber bett Hergang des schrecklichen Ereignisies kann man sich bis jetzt noch kein rechtes Bild machen, ba die Nachrichten sich teilweise widersprechen. Der Brand scheint durch Kurzschluß entstanden zu sein. Folgende Meldung hat die meiste Wahrscheinlichkeit für sich: Der Zugführer Chauvin, der um 8 Uhr abends einen beschädigten leeren Zug zum Bahnhose tut ter der Place de la Nation zu dirigieren hatte, bemerkte unterwegs, daß unter dem Wagen einzelne kleine Flammen aufschlugem. Er hoffte, die Station zu erreichen. Aber vorher schlug infolge Kurzschlusses eine meterhohe Flamme empor. In denr- selben Augenblick erlosch im Tunnel das elektrische Licht mü) dichter Rauch hüllte alles ein. Das Bahnpersonal stürzte nach den Ausgängen, entkam halb erstickt und schlug Alarm. Inzwischen kam von der entgegengesetzten Seite auf einem anderen Geleise ein Zug, der dicht mit Fahrgästen besetzt war. Der Führer desselben bemerkte das Feuer und den Rauch und stoppte. Die Fahrgäste sprangen heraus und suchten den Ausgang des Bahnhofes zu erreichen. Der Qualm erfüllte bereits den ganzen Tunnel und das Gewölbe geriet in Brand. Hastend, kreischend und drängend kamen die Fahrgäste zur Ausgangstreppe. Nach wenigen Minuten war die Treppe derart mit Rauch angefüllt, daß es unmöglich war, Hütabzusteigen. Die Feuerwehr^ eilte herbei. Polizei und berittene Gardtsten sperrten die Straße ttt weitem Umkreise ab. Man befürchtete den Einsturz des brennenden Gewölbes. Der Polizeipräfekt Lepine verbuchte zweimal mit mehreren Beamten die Treppe hinabzusteigen, mußte aber jedesmal wieder umkehren. Ta die in das Gewölbe hinabgesandten Wasserstrahlen unwirksam blieben, entschloß man sich um 3 Uhr morgens, die Straße und das Bahngewölbe zu sprengen, um eine Oefsnung zu schaffen. Tie sieben Leichen, welche man zuerst fand, sind diejenigen von Personen, die wahrend der Katastrophe gerade chr Billett lösen wollten und von der anstürmenden Menge umgeraitnt wurden. Im Winkel des Bahnhofes Couronnes lagen über einander gestapelt ganze Haufen verkohlter Leichname. Die Verunglückten gehören meistens dem Arb etter stände an. Man fand aber auch zahlreiche Kinderleichen sowie einige ele- ,gant gekleidete Damen. Alle Leichen/ die aus dem quümen- den Tunnel herausbefördert wurden, wurden auf die Am- bulanzwagen geladen. Im Laufe des Vormittags erschien Ministerpräsident Combes in Begleitung des Polizei- Präfekten in der Morgue und in der Caserne de la Citö, wo die Toten hingeschafft wurden. Tie meisten Verunglückten hielten in ihrer Hand krampfhaft ein Taschentuch, Ihr Gesicht war rot aufgedunsen und von heißem'Dampf versengt, der noch in den Morgen- stunden den Tunnel erfüllte, und die Arbeiten der Feuerwehr sehr erschwerte. Die Verunglückten lagen haufenweise übereinander. Der Platz wurde durch Schutzleute abgesperrt. Hinter der Kette der Polizisten hatte sich eine große Menge angesammelt. Die Arbeiterfrauen schrien händeringend nach ihren Männern. Ein Reisender, welcher sich mit seiner Frau retten konnte, gibt folgende Schilderung von dem Hergang der Katastrophe: Zn der Nähe der Station Boulevard Barbes brach ,im Motorwagen des von uns benützten Zuges ein Fußbodenbrand aus, dessen man mit Löschgratraten rasch Herr wurde. Die Reisenden mußten jedocy aussteigen und der leere Zug setzte dann langsam seine Fahrt fort. Wir stiegen in den nächsten Zug ein, doch mußten wir in der Nähe der Station Belleville abermals aussteigen, da man den Zug brauchte, um den ersten leeren Zug vorwärts zu schieben. Wir stiegen nun in einen dritten bald darauf einge- trofsenen Zug em. Von der Bahnverwaltung war es eine verhängnisvolle Unvorsichtigkeit, diesen Zug hinter einem brennenden Zug abgehen zu lassen. In der Station Couronnes blieb der Zug etwas länger als gewöhnlich stehen. Tie Reisenden wurden ungeduldig. Niemand aber hatte eine Ahnung von der drohenden Gefahr. Ter Stationsches wollte schon dem Zug das Abfahrtszeichen geben, als zwei Bahnbedienstete herbeistürzten und riefen: „Rette sich wer kann". Noch aber glaubte niemand an eine ernste Gefahr. Tie Reisenden stürmten die Stiege hinauf, viele von ihnen blieben beim Schalter stehen und verlangten den Fahrpreis von 15 Cent, zurück. Tas Gedränge wurde immer furchtbarer, sodaß zahlreiche Personen, welche von dem Unfall nichts wußten, die Treppe hinabliefen, um den Zug zu erreichen. Die ganze Menge staute sich nun unterhalb der Treppe. In demselben Augenblick kam von der Station Menilmontant eine dichte Rauchwolke; an ein Vorwärtskommen war nicht mehr zu denken. Ich eilte nun mit meiner Frau und 10 anderen Personen im Tunnel in der Richtung der Station Belleville, ein Bahnbediensteter zeigte uns mit einer roten Laterne den Weg. Mühsam erreichten wir die Station, aber auch hier war die Halle trotz des Rauches von Leuten angefüllt, welche chr Fahrgeld zurückverlangten. Wir mußten uns mit den Fäusten den Ausweg erkämpfen. 40 Opfer sind in Ambulanzwagen nach der Morgue gebracht und 44 in die Kaserne de la Citö. Von der ungeheuren Volksmenge, welche sich den ganzen Morgen an dem Eingang der Morgue und der Kaserne de la Cite drängte, werden Gruppen von je 10 Personen in die Säle gelassen, wo sich herzzerreißende Szenen abspielen. Um 10 Uhr waren mehrere der Opfer von chren Angehörigen wieder erkannt. Unter den 40 dort ausgestellten Toten befand sich, auch ein junger Handschuhmacher, welcher von seiner, dem Unglücklichen erst am vorigen Dienstag angetrauten Frau erkannt wurde. Im ganzen wurden bisher 84 Leichen aus dem Tunnel der Untergrundbahn zu Tage gefördert. Man glaubt, daß sich daselbst keine Leichen mehr befinden. Von den geborgenen Leichen waren bis Dienstag nachmittag 4 Uhr 58 rekognosziert. Ter Betrieb der Bahn ist wieder ausgenommen worden mit Ausnahme auf der Strecke Belleville bis zur Avenue de la Republique. Wie nun feststeht, sind 70 der Toten dadurch ums Leben gekommen, daß sie in der herrschenden Dunkelheit anstatt nach links, wo sich der Ausgang befand, nach rechts gingen. Sie wurden auf einem Haufen liegend aufgesunden. Tie hiesigen Zeitungen veröffentlichen stündlich Extrablätter mit neuen Einzelheiten und Angabe der Namen der erkannten Opfer. Der Bahnhof Menilmontant, wo beide Züge in Brand gerieten, ist fast vollständig zerstört; die wenigen Ueberreste sind ausgebrannt und verbogen. Die Bahnhoss- uhr ist aus 9.25 stehen geblieben. Beide Züge bilden einen Trümmerhaufen von verbogenen und zerbrochenen Eisen- teilen. Die Fensterscheiben sind geschmolzen und zu großes Glasplatten geworden. Die Drähte der elektrischen Leitung hängen über die Mauern herab. Der Staatsanwalt leitete heute vormittag mit den Ingenieuren der Staatsbahn eine Untersuchung über das Unglück ein. Nach amtlicher Feststellung beträgt die Zahl der ans Tageslicht geschafften Opfer 84. Der Minister der öfsenllichen Arbeiten, Marouejouls, traf auf der Station Menllmontant zur Besichtigung der Unglücksstätte ein. — Die Fahne auf dem Stadthause weht halbmast. Die Leichen der umgekommenen Personen sind, soweit sie rekognosziert werden' konnten, im Laufe des VormittagD am Dienstag nach chren Wohnungen geschafft worden. Die Direktion der Stadtbahngesellschast behauptet, die zur Fahrt benutzten Wagen seien feuersicher imprägniert gewesen. Sie könne nicht begreifen, wie die Wagen so schnell hätten Feuer sangen können. Der Munizipalrat beschloß, die Opfer des Unglücks aus der Stadtbahn auf Kosten der Stadt Paris beerdigen zu lassen. Das Begräbnis soll morgen, Donnerstag, stattsinden. Die meisten unter den bereits fest- gestellten Verunglückten wohnten in Paris oder innerhalb der Bannmeile von Paris, nur wenige sind aus der Provinz. Präsident L o u b e t richtete an die Stadtvertretung ein Telegramm, in dem er seiner Erschütterung und der Teilnahme Ausdruck gibt, die er an der Trauer der Bevölkerung von Paris nimmt. Wie uns aus Berlin geschrieben wird, ist alsbald nach dem Pariser Unglück die Frage aufgeworfen worden, ob eine ähnliche Katastrophe auch auf der Be r liner Hoch^ und Untergrundbahn möglich sei? Das ist eine Frage, ine außer den Bewohnern auch bie Besucher der Reichs Hauptstadt angeht. Zwei ganz verschieden lautende Antworten liegen heute abend in der Presse vor. Nach dem „Lok.-Anz." ist die Leitung der Berliner Hoch- und Untergrundbahn „nach sorgfältigster Erwägung aller gemeinsamen und differierenden Umstände zu der sicheren Uederzeugung gelangt", daß eine derartige Katastrophe in Berlin zu den Unmöglichkeiten gehört. Uns scheint die folgende Bemerkung des „Bert. Tagebl." die richtigere, vorsichtigere Auffassung zu enthalten: „Die Frage rann, da Kurzjchluß- brände zu den Ni ö g li chk eite n gehören, nicht verneint werden! Selbst die kräftigsten Ventckationsvorricht- ungen würden in einem solchen Falle machtlos sein." Die Kaiserin im Ueberschwemmrrngsgebiet. Der „Nordd. Allg. Ztg." werd von zuständiger Seite aus Breslau telegraphiert, daß die Nachricht, die Kaiserin habe ein Telegramm des Kaisers erhalten, nach dem auch der Kaiser nacy Schlesien kommen wolle, unrichtig ist. — Gestern, Dienstag vormittag 9 Uhr, ist die Kaiserin nach Posen abgereist. Zur Verabschiedung auf dem Bahuhoje hatten sich eingefunden der tomman- dierende General v. Woyrscb, der Ober Präsident, Schloß- Hauptmann v. Carmer unb der stellvertretende Polizeipräsident Degner. Zn Posen traf die Kaiserin um HV2 Uhr ein, und wurde vom kommandierenden General v. Stülpnagel, dem Festungskommandanten Hoher v. Rotenheim, dem Oberpräsidenten v. Waldow, dem Regierungspräsidenten Krahmer, dem Polizeipräsidenten v. Hellmann und dem ersten Bürgermeister Wllne auf dem Bahnhofe empfangen. Tie Kaiserin unternahm mit Gefolge sofort eine Rundfahrt durch die Stadt, insbesondere durch die vom Hochwasser betroffenen Stadteile. Die Stadt zeigte reichen Flaggenschmuck. Ter Bahnhof war prächtig geschmückt. Nach der Rundfahrt begab sich die Kaiserin zum Frühstück nach dem Generalkommando, auf dem ganzen Wege von der Bevölkerung jubelnd begrüßt. Um 3y2 Uhr fand eine Sitzung des Provinzialhilsskomitees und des Vorstandes des vaterländischen Frauenvereins statt, woran die Kaiserin teil nahm. Der Oberpräsident hielt einen Vortrag über die Entstehung und die Ausdehnung des Hoch- wafters und des dadurch angerichteten Schadens. Tre Kaiserin überwies alsweitereBeihilfe für die Ueber- schwemmten 5000 Mark. Während der Rundfahrt durch die Stadt besuchte die Kaiserin auch die Arbefterwohn- häuser. Unter stürmischen Kundgebungen der Bevölkerung ist die hohe Frau um 5 Uhr nachmittags abgereist. Ter stellvertretende Oberpräsident von Schlesien macht bekannt: Die Kaiserin und Königin haben bei ihrem Scheiden aus Breslau mich allerhöchjt beauftragt, auszudrücken, wie das schwere Ueberschwemmungsunglück und die traurigen Folgen für viele tausende von den schlesischen Untertanen ihr das Herz mit tiefstem Mitleid erfüllten, wie aber andererseits ihrem Herzen zur Freude gereichte, daß auch in den am schwersten betroffenen Gegenden die Einwohner sie freudigst begrüßten und ihr 34. Deutscher Arttyropologenkorigreß. (Original-Bericht des „Gieß. Artz.") (Nachdruck verboten.) n. C. Worms, 11. August. Ter Großherzog erschien auch im Verlauf der heutigen zweiten Sitzung, um derselben bis zum Schlüsse beizuwohnen. Aus Neustadt a. d. H. ist der greise ehemalige Tirektor der Deutschen Seewarte Geheimer Admiralltats- rat Prof. Tr. Neumayer zur heutrgen Sitzung heruver- gefommen, dessen Anwesenheit lebhaft bemerkt wird. Zu Begiliu der heutigen Verhandlungen erstattete der Generalsekretär, Geheimrat Pros. Dr. Rance (München) einen Bericht über die bemerkenswerten wissenschaftlichen Arbeiten des letzten Jahres. Aus dem umfassenden Ge- biete der somatischen (körper ich,en Anthropolo- nie sind zwei anßerordentlicp wichtige Arbeiten von Gustav Retz,ins zu erwähnen. Die erste betrifft eine Darstellung t?r schwedischen Menschenschädel aus dem Steinzertalter, te, t Bronzezeitalter und dem Eisenzeitalter und gibt einen Ueberblick über die Rassen - Charaktere der europäischen Die Untersuchungen von Retzius haben ergeben, baß oie Bevölkerung Schwedens schon während der Steinzeit licht ungemischt war, und daß dieselben somatischen Rassen bmi der ältesten Zeit bis jetzt das schwedische , Vorstandsmitglied der Gesellschaft für lothringische Geschichte und Altertumskunde in Metz sprach über die Maren, Mar dellen, v o r g e s ch i ch t k i ch e W o h n g r u b e n. Notar Welter führt beide Eittstehungs-Theorien der Mardellen an, um sich für die künstliche auszusprechen. 9tach ihm sind diese zahlreichen Erdvertiefungen zu keinem anderen Zwecke entstanden, als um Menschen zur Wohnung zu dienen. Welter verwirft die Theorie der Erttstehung durch Auslaugung von unterhalb befindlichem Salz- oder Gipslagen, indem er nachweist, daß die Maren sich auch da befinden, wo keine Salz- oder Gipslagen in der Tiefe anzutrefsen sind, ja, auf felsiger Grundlage ruhen. Nachj ihm können Maren ;eoocy, nur ba Vorkommen, wo Ton und Mergel sich am Platze oder in nächster Nähe befinden. Es ist dies das Charakteristische der Aiardelle uno der Welter'schen Theorie. Redner weist nach, wie die Wobngrube entstand, wie sie unterging; begründet es durch Kritik der Fnndornameme bei allen bis dahin ausgegrabenen Mardellen. Er schreibt die Entstehungsperiode der La Tene-Zeit zu und läßt die Mardelle noch weit in die Römerzeit hinein bestehein. An den gestrigen Vortrag des Prof. Kloatsch (Heidelberg) über das Problem der einfachsten Feuer- fteingeräte schloß sich heute eine lebhafte Erörterung. Dr. I. Nüesch (Schaffhausen) spricht über Die vorgeschichtlichen Nieberlassurrgen des Di en scheu -Ln ben Jurahöhlen des Randen im Karrton Lchafshausc.n,illsbcsonbere über {eine neue n Grabungen im Keßler lwochbeiThayngen. Nachl den Untersuchungen der berühmten Renntierstation an dem Felsen zum Schweizerbild unternahm er in methodischer Weise die Untersuchung eines mächtigen Schuttkegels vor dem südlichen Eingang in die Höhle zum Keßlerloch. Die sämtlichen mehr als 2000 von Menschenhand bearbeiteten Gegenstände stammen aus der ältesten Steinzeit und geben uns ein vollständiges Kulturbi!o des Renntierjägers uad), der letzten Eiszeit. Ganz besonders interessant ist die Höhle noch dadurch, baß außer den Knochen und Zähnen von 43 Arten von Tieren, welche als Nahrung den Troglodyten dienten, sich in einer Tiefe von 3 Meter eine, alte Feuerstätte vorfand, aus welcher zahlreiche angebrannte und eal- cinierte Knochen vom Mammut und Rhinoeeros, neben solchen vom Remitier, Wildpferd, Steppenesel, Alpenhase, u. a. lagen. Der beste Beweis dafür, daß diese großen Dickhäuter zurzeit der Höhlenbclvohner existierten und am Nord fuß der Alpen gejagt wurden. Damit hat Dr. Nüesch ben Mammutjäger in der Schweiz entdeckt und nachgewiesen. Ein weiteres großes Interesse nimmt die Höhle zum Keßlerloch noch dadurch in Anspruch, daß in einer Nische derselben menschliche Skelettreste von einem Pygmäen von nur 120 Ctm. Körperhöhe aufgefunden wurden. Seit dem erstmaligen Auffinden von Pygmäen aus der neolithifchen Zeit in der Niederlassung am Schweizerbild find Ucbcrrcfte solch kleiner Menschen der Steinzeit auch in Dachseubüel bei Schaffhausen, an verschiedenen anderen Orten in der Schweiz, in Frankreich, im Elsaß und in Schlesien nachgewiesen worden. I n g a n z E u r o p a hat daher w ä h r e n d d e r S t e i m zeir eine Zw ergr afse existiert, welche den Rassen- zwergen von Afrika und .Asien an Körperhöhe und gracilem Bau ähnlich war, und welche wahrscheinllch als die Ureim wohncr Europas, sowie die Vorläufer der hoch gewachsenen Varietäten des Menschengeschlechtes betracht t werden muß. Zum Schluß legte Pros. Stieda (Königsberg i. Pr.) einige menschliche Knochenreste vor, welche durch Lagerung in rotfarbigem Lehmboden diese Farbe vollständig eilige sogen haben. Vt*-«,'"-f K fe- \^^., V-x-v^ garantiert rein, bei Christian Walieuiels. 17 Marktplatz 17 Teleph.262. Gegr. 1826. VA Oelschmierung, chuloorstandes rige5 Mädchw mürbe. Sur e des, dm Lchrckw jierin und bei irch Bandagisi dem Kinde das ichen. Für uirjere ndimchund ^'achenrechl icBjtänhen der ltz ist gestern - anMinend äendc Abteil- ilöjcht werden se^t der Loka- jngemeinW suchen unter mit Wirkung iabnen von ^: ^hien 10tY [nn 5*8 lu . fedfia ch "K'lben S “*6unsa 1 'c Sitte t tkS961,i= >•*?!■> Ä ),u?t' guten -■i>en. Sie °lLr wie jc :t kennt f \Ni4t ;n ihr neue Cln' wie fix nm wurde -^he von ^wa 30jähr. ^sgejunden. -lm Montaq enwälder >^rs ein Ar- 'Ichme ersaßt äö tot in das ^un Andern 'Utenheim „vergiftet. - ^chjren Zonn- -irchweih. lwn gern be- alte M rannte und ' _r>5 ncbcl .'tiejc E r-n undi(. ;L;;, $i. W* itinnni. l; . ; 5°-» < »Ä * itianöfllt $ai> Ciüiujorbi zu- inbcr. Zeuge )ä verschiedene icswegs beten des Anwalt? n der Tat^ Zcrmentiei k- ichert, er p Crawsord-? >>ac des N6; rLb- 2er > t diese ihm ci»e eiten, und B ntscheidungv hqc wird wehr- ? M Für die Redartion: I. V. August Götz. TeSephooisches* Kursbericht l'raiikturt u. ji., 12. August itiuS. . 102.15 3% Mexikaner 4% Oesterr. Goldrente . 4*/ß% Oesterr. Öilberrente 100.95 4% Ungar. Goldrente -Anl. Tendenz: fest. 4V2 % äussere Argentiner 100.20 102.80 101.80 103.30 49.75 31.20 34 90 130.40 43.80 4U/u Italien. Rente 41/a% Portugiesen 3°l Portugiesen. . 1% C. Türken Türkenlose . . . 4°/o Griech. Monopol 90.45 101.90 90.50 372% 3% 37,% 3% 372% 37-26 Reichsanleihe do. Konsuls . do . . Hessen Oberhessen 4%% Chinesen . Electric, bchuckert Nordd. Lloyd . , Kreditaktien . . Diskonto-Kommandi Darmstädter Bank Dresdener Bank . Berliner Handelsges Oesterr. Staatsbahn Lombarden , . Gotthardbahn . . Laurahütte . . . Bochum ...» Harpener . . . Unterbrechung der Sitzung berichtet der Anwalt Labut, Therese Humbert stattete dem Liquidator der Girardbmrk und fünf anderen Gläubigern vier Millionen Francs zurück. Mückle ^tUUuiigrn. Originaldrahtmeldungen des Giestener Tlnzeigers. Plauen i. V. 12. Aug. Hier wurde der Geschäftsreisende Punkt aus Dresden wegen Beleidigung des . . 26.65 . . 92.40 . . 94.25 . . 98.40 . . 207.70 . . 187.30 . . 136.40 . . 147.40 . . 154.10 . , 142.80 . . 16.80 . . 191.00 . . 223.50 . . 181.10 . . 179.60 Belgrad, 12. Aug. Mit der Leitung des Hofmarschallamtes wurde der Adjutant Oberstleutnant Dra- gaschevic betraut. Der König hat sich also dem Willen der Verschwörer unterworfen, was unter der Bevölkerung, die bereits gegen den Terrorismus der Königsmörder Stellung nimmt, große Verstiinmung hervorgerufen hat. . Belgrad, 12. Äug. Im hiesigen Zollamt wurden eine Anzahl K i st e n beschlagnahmt, welche Waffen und Munition für die Aufständischen in Macedonien enthielten. i • A then, 11. Aug. Auf der Insel Kythera erfolgten heute früh 6 Uhr drei Erdstöße. Drei Dörfer wurden fast E vollständig zerstört. Auch im ganzen übrigen Griechenland wurden Erdbeben verspürt. In Athen bemerkte man einige leichte Erdstöße. Verluste von Menschenleben wurden nicht gemeldet. Konstantinopel, 12. Aug. Die Pforte hat in England große Bestellungen von Explosivstoffen, namentlich von Cordite-Patronen für die Artillerie, gemacht. Der Dampfer Ararat trifft bereits in den nächsten Tagen mit einer solchen Ladung hier ein. Gerichtssaal. Gießen, 11. Aug. Strafkammer. Ein Gewohnheit s d i e b, der es hauptsächlich auf Ueberzieher und Fahrräder abgefehen hat, kam heute wieder einmal vor der Strafkammer zur Aburteilung. Es ist dies der wegen Diebstahls oft vorbestrafte Installateur Heinrich B. aus Frankfurt a. M. Diesmal handelte es sich um die Entwendung eines dem Bauunternehmer Scheppelmann zu Gießen gehöriges Fahrrades. Ter Dieb nahm es in einem unbemerkten Augenblicke aus dem Hofe des Eigentümers und schob es gemütlich vor sich her. Als er sich jedoch bald von diesem verfolgt sah, ließ er das Rad im Stich und ergriff die Flucht. Mit Hilfe eines zufällig vorüber reuenden Gens- bannen gelang es, den Mann aus einem Versteck hervorzuholen. Hierbei leistete er verschiedenen Leuten, welche von dem Beamten zu seiner Unterstützung herbeigerufen worden waren, tätlichen Widerstand. Er wollte weder sich fesseln lassen, nachdem Gensdarmen folgen, mußte deshalb aus einem herbeigeholten Handwagen ins Arresthaus gefahren werden. Heute bediente sich der Angeklagte der beliebten Ausrede, betrunken gewesen zu sein und von der ganzen Sache nichts zu wissen, obwohl er, wie festgelegt, während der Flucht noch vorzüglich auf den Beinen war. Das Urteil lautete wegen Diebstahls im Rückfall und wegen Widerstands gegen die Staatsgewalt auf eine Gesamtzuchthaus st rase von zwei Jahren und eine m M o n a t, sowie auf Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte für die Dauer von fünf Jahren und auf Zulässigkeitder Po- lizeiaufsicht. Die Urteilsbegründung führte aus, daß es sich hier um einen gemeingefährlichen Gewohnheitsdieb handele, den die ganze Schwere des Gesetzes treffen müsse. — In der Strafsache gegen den bisher unbestraften verheirateten Wirt Georg W. von Ober-Roßbach wegen Verführung eines unbescholtenen Mädchens unter 16 Jahren wurde wegen Gefährdung der Sittlichkeit unter Ausschluß d e r O e f f e n t l i ch k ei t verhandelt. Es waren 16 Zeugen und ein Sachverständiger zu hören. Tie öffentlich verkündete Entscheidung lautete auf Verurteilung des Angeklagten zu fünf Monaten Gefängnis, auf welche drei Monate erlittener Unterfuchungshaft angerechnet werden. Der gegen ihn erlassene Haftbefehl wurde aufgehoben. verurteilt. Straßburg, 12. Aug. Der Oberst Kaufmann aus Queuleu bei Metz verwundete sich durch drei Revolver- schüsse und trank darauf Laudanum. Der Lebensmüde wurde schwer verletzt ins Hospital gebracht. London, 12. Aug. Ter König und die Königin beauftragten sofort auf die Kunde von der Pariser Kata- ee den Lord Landsdowne, der französischen Regierung Vermittelung des englischen Botschafters in Paris ihr Bedauern über die Katastrophe und das Mitgefühl für die Opfer auszudrücken. Außerdem wechselten König Eduard und Präsident Loubet Telegramme. London, 12. Aug. Das Unterhaus nahm in dritter Lesung die Motorbill an. Paris, 12. Aug. Die Zahl der bei dem gestrigen Unglück Rekognoszierten beträgt bis 10 Uhr abends 79. Paris, 12. August. Um 6 Uhr 30 Min. abends ereignete sich auf dem Stadtbahnhofe Place des Terncs ein ähnlicher Unfall wie der gestrige, aber ohne ernstliche Folgen. Auf dem Motorwagen entstand ein Brand, der zwar alsbald gelöscht wurde, aber doch Anlaß zu einer Panik unter den Fahrgästen gab. Zwei Damen sprangen aus dem Wagen und erlitten dabei leichte Verletzungen. Budapest, 12. Aug. Im liberalen Klub war gestern die Nachricht verbreitet, daß Graf Khuen, dessen Berufung zum Monarchen als ein Zeichen besonderer Huld angesehen wird, schon bald zum gemeinsamen Finanz min ist er ernannt werden wird, da Finanzminister Burian den Botschafterposten in Konstantinopel erhalten soll. Bukarest, 12. Aug. Die bekannte Klo st er st ad t Agapia ist niedergebrannt. Zwei Nonnen fanden den Tod- in den Flammen. Sofia, 12. Aug. Die bulgarische Regierung soll eine Note vorbereiten, worin sie die Mächte um ihre Intervention in der mazedonischen Frage bittet. Sofia, 12. Aug. Die R e gierun g bereitet eine Denkschrift vor über die letzten Ereignisse in Mace- donicn, welche nach chrer Fertigstellung den Großmächten übersandt werden soll. — Nach den hier eingetroffenen Meldungen wird die Lage immer ernster. Neuerdings wurde Königs von Sachsen zu drei Monaten Gefängnis auch im Kreise Uesküb die Revolution pro. klamiert. velanntmachung. In das Handelsregister wurde heute bei der Firma Meyerhofs & Goslar zu Gießen eingetragen: 6134 „Offene Handelsgesellschaft ist infolge Ausscheidens des Philipp Meyerhoff am 4.August erloschen. Geschäft ist mit Aktiven und Passiven auf den Teilhaber Abraham Meyerhoff übergegangen und wird unter der alten Firma weitergeführt. Gießen, am 10. August 1903. Großherzogliches Amtsgericht. Versteigerung. Donnerstag den 13. d. Mts., nachmittags 3 Uhr, versteigere ich dahier Marktplatz 20 („Zum Adler") 1) 27- Mille Zigarren, 2) eine größere Partie Schuhwaren, 3) Kurzwaren und Hausgeräte aller Art, sowie 4) ein Fahrrad, gegen bar. Versteigerung zu adl bestimmt, ad 3 voraussichtlich teilweise bestimmt. Gießen, 12. August 1903. 6146 Seipel, Gerichtsvollzieher. Auf dem Hofe der neuen Kaserne gelangen Donnerstag den 13. d. Mts., nachmittags 3 Uhr, zur Versteigerung : 1. em ausrangiertes Break, 2. zwei schwere Lastschlitten, geeignet für Brauereien und dergl., 3. altes Eisen. 6136 Krümper-Verwaltung. Mh-KMkl la. Wetterauer neue Kartoffeln, ä, Zentner 3.25 Alk., versendet gegen Nachnahme ab Echzell Ä. Ssmoira ßä-j fäavtofict - Versandt - Geschäft, Echzelli. d. Wetterau. (5482 Reineclauden ö machen billigst |03848| Marktplatz 2. Beizend! i erscheinen alle, die eine zarte weiße 5aut, rosigen jugendsrischen Teint u. ein Gesicht ohne Sommersprossen und Dautnnrcin'lgkeitcn haben, daher gebrauchen cuc6 Offene Stellen . '■ - I Du Verkaufen sucht 038161 gereinigt und repariert. Ä, Wetz, Scllersweg 6. bis zum Werte von Mk. 10 000 „ 20 000 „ 30 000 Jahresprämie Mk. 5.— „ io.- „ 15.— 5351) Schöne Niansarden- Wohnung mit abgelchlossenem Vorplatz und Wasserleitung per sofort an ruh. Familie zu verm. Christ. Reiber, Bahnhosstr. 63. Coupoii-Policeu über Mk. 5 000 N 10 000 15 000 PMisoSMiGr ÄDlGehrmsjih'lUi! , Oktober zu vermieten. Chr. 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