Nr. «O Zweites Blatt. Donnerstag IS.MNrzi ttOg 153. Jahrgang oueet Gonnmqe Dem «Lietzener 'Jlryngn werben im Wechsel mH beni kesfischen Eonöteirl die Siebener Zamilien« dlLNer otemial in bei Woche betgclegL Xoiatioitebrud u. Ber- laq bei Brühl 'schen Univerl.'Bnch- u.Slem- btudetn ('Birricb Erden) ftebafiion, Ervedinoo un6 Vrucfftei. kchalftrahe 7. ® bi eite rüt Tenelchen: «nzerger «leben. Frrnwrrchan'.1,liißNr 51 O /K, er.BRewt*l»i jMKeBe ▼ YJ Q mo>.uiuch7bW^viertel» Gletzener Anzeiger W General-Anzeiger v a-z . Wi den pohl a. allgenv Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen ___________ «eiaenteil t»an • Beck. 51 e -eullge Dummer umsaht 10 Seite». Militärisches im Mcichstag. Unser Berliner pariamcntarifajer Mitarbeiter schreibt unterm 11. März: Tie Arbeiterverhältnisse in den Spandauer Militär- werlslärten bilden Jahr aus Jahr ein den Gegenstand heftiger Auseinandersetzungen im Reichstag. Die Vertreter der Wahlkreise Potsdams 7 und 10, die Abg. Pauli (wilbk.) und Zubeil (Soz.), geraten bei diesem Etatstitel regelmäßig zusammen, und wenn es diesmal mit besonderer Wucht geschah, so hat das seinen Grund in der Nähe der Neuwahlen. Der außerordentlich lungenkräftige Sozialdemokrat beabsichtigt, die Tausende von Spandauer Werkstätten-- arbeitern ins radikale Lager hinüberzulocken. Zu diesem Zweck bemüht er sich, die arbeitecfreundliche Gesinnung des „schlichten Mannes aus der Werkstatt", als welchen sich Herr Pauli, seines Zeichens Tischlermeister, bezeichnete, ins Lächerliche zu ziehen. Daß Ausfälle gegen die Militär- Verwaltung nebenher liefen, versteht sich bei Herrn Zubeil, einem Mann der scharfen Tonart, von selbst. Stundenlang dröhnte dessen Stimme durch den Sitzungssaal, auf die Nerven schlagend, sodaß die alten Herren unter den Parlamentariern sich veranlaßt sahen, ihr Schlummer-Viertel- stündchen in den Fol-ers zu absolvieren. Einige Sensation erregte die Behauptung des Redners, es sei dem Arbeiter- Ausfchuß angedeutet worden, die Militärwerkstätten würden aus Spandau verlegt werden, wenn diesmal dort ein Sozialdemocrar in den Reichstag gewählt werden sollte. Der zuständige Dezernent des Kriegsministers, Gcncral- icuinaiit v .Einem, entkräftete diese Behauptung sofort durch energisches Lopsschü.teln. In erklärlicher Aufregung trat zunächst der wiederholt apostrophierte Abg. Pauli dem sozialistischen Wortführer entgegen. Er machte u. a. Anspielungen auf die „Arbeitergroschen" von denen Herr Zuoeil feine Existenz friste, was zu lärmendem Widerspruch auf der äußersten Linken führte. Mit überlegener Ruhe und darum wirksam polemisierte Generalleutnant v. Einem gegen Zubeil. Er stellte fest, daß zur Zeit Gesuche von *J eine reichsgesetzliche Regelung des Lotteriewesens, b) bie Bildung einer Lotteriegemeinschaft der beteiligten deutschen Staaten, ch bie Berschäifung der Strafbestimmungen gegen ben unerlaubten Skrmcb fremder Lose. — Minister o. R h e i n b a b e n führt aus, bie Einführung einer fünften Klasse bei ber preußischen Lotterie unb bie Vermehrung ber mittleren und kleineren Gewinne sei nötig, um bei Konkuirenz bei anberen Staaten zu begegnen; außcibem sei bies eine Pflicht gegen bie Spielet, bie buich Strafgesetze verhinbeil würben, in auswärtigen Lotterien zu spielen. Eine reich-gesetzliche .lang bes Lotlerieioesens fit sä)wer burchsichtbar, weil ^azu ejie Lenoerung der Reichstchassung nöttg «ein würbe. — Abg. K t au f e-L^albenburg (fei.; piaibiert für Illttet- drückung des Vertriebes fremder Lose und befürtvortet eine Petition der Loshändler, den Vertrieb preußischer Ori- ainallose durch die Loshändler unter Abänderung des Gesetzes von 1891 wieder zuzulassen. — Abg. Pleß (Ztr.) spricht sich prinzipiell gegen die Lotterien aus. — Die Abgg. Nölle (nl.), Frhr. v. Bud denb r o ck(köns.) und Kirsch (Ztr.) sind für Verschärfung der Strafbestimmungen. — Die Resolution wird alsdann angenommen und die 'Petitionen der Loshändler der Regierung als Material überwiesen. — Hierauf wird die 2. Lesung des Kultusetats beim Kapitel „Universitäten" fortgesetzt. — Abg- von Neumann (kons.) bedauert, daß die 1902 bewilligte Professur für Mathematik in Breslau noch nicht besetzt ist. Als er auf die Tätigkeit des Bundes der Landwirtschaft eingeht und vom Rindvieh spricht, unterbricht ihn Präsident v. Kroch er: Zcb hoffe, daß Sie vom Rindvieh nun bald auf die Universitäten kommen. . (Große Heiterkeit.) — Abg. v. He er em an (Ztr.) plaidiert für Errichtung einer medizinischen Fakultät in Münster und für den Bau einer Bibliothek dort. — Minister S t u d t sagt die Erfüllung des zwetten Wunsches zu. Der erstere Wunsch könne wegen der Kosten nicht erfüllt werden. — Abg. Weihe (kons.) meint, wenigstens müsse ein Lehr- ftuui für Anatomie in Münster errichtet werden. — Abg. Nölle (nl.) plaidiert dafür, die Universität Münster in eine Volluniversität auszugestalten. — Minister Studt erklärt, daß die Regierung dem Gedanken, eine e v a n g e - lisch-theoloaische Fakultät in Münster zu er- ricyten, keineFörderung zu teil lassen werde, Deutsches Deich. B e r l i n, 11. März. Der K a i s e r besuchte heute morgen die Automobil-Ausstellung, sprach dann beim Reichskanzler vor und Härte später im königlichen Schloß den Dortrag des stellvertretenden Chefs des Zivilkabinetts. — Die Ankunft Kaiser Wilhelms in Kopenhagen erwartet man nach einer Meldung des Londoner „Daily Telegr." für den Nachmittag des 2. April aus der Jacht „Hohenzollern". Am Abend desselben Tages wird der König ein Galw-Diner geben. Am folgenden Tage soll beim Kronprinzen eine Tafel stattfinden, während Kaiser Wilhelm der dänischen Königsfamilie ein Frühstüa an Bord der „Hohenzollern" geben wird. — Die für den Absperrungsdienst bei den Ausfahrten des Kaisers kommandierten Schutzleute haben die Anweisung erhalten, das Schwenken derTaschen- .tücher seitens pes Publikums bei der Anfahrt des Monarchen tunlichst zu verhindern. Bekanntlich hat der Kaiser dem Polizeipräsidenten gegenüber schon wiederholt darauf hin gewiesen, daß das Anorängen des Publikums an den kaiserlichen Wagen, das Werfen von Blumensträußen und das Schwingen von Taschentüchern die Gespanne beunruhigen und scheu machen könne. Die wiederholten diesbezüglichen Erlasse des Polizeipräsidiums an das Publikum sind jedoch stets wirkungslos geblieben und die Schutzleute haben nunmehr die Anordnung erhalten, die an den Bürgersteigen stehenden Zuschauer bei der Annäherung des Kaiserpaares stets darauf aufmerksam zu machen, daß mit den Taschentüchern nicht geschwenkt werden soll. — In der Korrespondenz des evangelischen Bundes wurde dieser Tage berichtet, in einer Sitzung des Vorstandes des Evangelischen Bundes habe der Vorsitzende, Graf Wintzingerode, den Erschienenen von einem Briefwechsel Kennrnis gegeben, der zwischen ihm und dem Reichskanzler über die geplante Aufhebung von § 2 des Jesuitengesetzes, sowie über die gesamte tirchenpolitische Lage in Deutschland geführt worden; diese Korrespondenz werfe „so grelle Schlaglichter auf die augen- blicklicye schwierige Situation" und erheische so dringend eine weitere Behandlung, daß die sofortige Einberufung des Gesamtvorstandes des Evangelischen Bundes zu einer Versammlung in Halle beschlossen wurde. Der „Nat.-Ztg." wird versichert, daß das Schreiben des Reichskanzlers zu einer derartigen Darstellung durchaus keinen Anlaß gebe, wie sich zeigen werde, wenn es veröffentlicht wird. — Der Reichstagsabg. und bayerische Landtagsabg. Kohl, Stadtpfarrer in Dietfurt, hat aus Anlaß der Pap st feier an seine Gemeinde eine längere Ansprache gerichtet, in der er u. a. die Leiden schilderte, die das Städtchen im spanischen Erbfolgekriege von der österreichischen Soldateska zu ertragen hatte. Tann fuhr er, nach der „Jngolst. Ztg." fort: „Doch endlich schlug auch für das verarmte, verwüstete Bayern die Erlösungsstunde, als durch das ganze Land hin das Losungswort ertönte: „Lieber bayerisch sterben, als Kaiserlich verderben!", und in kurzer Zeit war das östreichische Raubgesindel hinaus- geworfen. Und diese treue Ergebenheit, welche damals, in jenen schweren Tagen, das Volk seinem angestammten Fürsten Max Emanuel, ,chem Löwen der Schlachten", entgegengebracht, findet sich auch jetzt noch in jedem echten Layernherzen, auch jetzt noch heißt es: „Lieber bayerisch sterben, als Kaiserlich verderben!" — Der preuß. „Staatsanzeiger" veröffentlicht einen Hrlaß der Minister für Finanzen, des Innern, der öffentlichen Arbeiten und des Handels vom 27. Februar an die Regierungspräsidenten, betreffend Vorkehrungen für genügende außerterminliche Ueberwachung der Bauausführungen tm Interesse de§ Schutze? der Bauarbeiter gegen Krankheit und Unfälle. Essen, 11. März. Gegenüber der gestrigen Behauptung des Abg. Bebel im Reichstage, die Firma Krupp habe an die Vereinigten Staaten Panzerplatten billiger geliefert, al? an Deutschland, wird von maßgebender Seite mitgeteilt, daß die Firma Krupp den Vereinigten Staaten niemals Panzerplatten an- geboten, geschweige denn geliefert habe. Trier, 11. März. In einer scharfen Polemik gegen Die Lauheit der „Köln. Volksztg." im Trierer Scyul- lampf behauptet die „Landesztg.", Kardinal Melchers habe nachträglich aufs tiefste bedauert, der Kölner paritätischen lstheren Töcyterscyule einen Religionslehrer bewilligt zu haben. Die Zurücknahme des Publikan- dums habe die Sachlage wenig geändert. Tie Eltern hätten die Gewissenspflicht, ihre Kinder ohne die schwerwiegendsten Gründe der 'paritätischen Schule nicht anzuvertrauen. — In Sachen des Schulstreites hatte der Abg. Dr. Spahn eine Besprechung mit Bischof Ko rum. Ausland. Kopenhagen, 11. Mar^ Infolge der hier einge- Laufeneit Nachrichten über das Befinden de? Prinzen Ernst August von Eumverland beschlossen der Herzog und die -Herzogin von Cumberland, tn den nächsten Tagen Ne Heimreise nach Gmunden anzurretsn. London, 11. März. Die Beratung deSoppositionellen LitrQprs, den Effektivstand des" Heeres l^erab- zusetzen, wird im Unterhause fortgeführt, wobei Dille (liberal) das Armeekorpssystem scharf fritqiert Der Kriegsminister erklärt, wenn die Herabsetzung durchgeführt werde, könnte England höchstens 2i/2 Armeekorps statt 3 ins Ausland entsenden. Die geplante Herabsetzung würde eine Unordnung in der Armee Hervorrufen, England im Auslande lächerlich machen und eine Verurteilung durch die Nachwelt ölgern. Grey (liberal) sagt, die Regierung scheine zu wünschen, daß 120000 Mann in der Heimat schlagfertig erhalten würden im Hinblick auf die Unruhen an der indi- chen Grenze. Man sollte dafür lieber 40000 Mann in Südafrika unter der Fahne halten, wo sie Indien näher wären; das würde größere Ersparnisse ergeben. Redner führt weiter aus, das englische N a ch r ich te nsy ste m sei nicht o erfolgreich wie das deutsche. Er habe neuer-» Dings von dem Plane gehört, daß in Deutschland jeder Offizier von der Nachrichtenabteilung das englische Land tudieren müsse. Er glaube nicht, daß die Offiziere der englischen Nachrichtenabteilung soviel von Natal wüßten, wie die deutschen von Porkshice. Der Antrag auf Herab- etzung wird sodann abgelehnt. Haag, 11. März. (Kammer.) Melchers bringt die Notlage und die schreienden Mißstände beiden Eisenbahnarbeitern zur Sprache; während dessen unterhält sich die Kammer laut. Troelstra springt auf, ballt die Faust und schreit: Es geht hier um die Eisenbahnarbeiter; hören Sie zu! Melchers fährt fort: Wenn Sie schwatzen wollen, gehen Sie ins Kaffezimmer! Troelstra beginnt eine eindrucksvolle Rede gegen den Ministerpräsidenten Kuyper, der mit hochrotem Kops zuhöct. Niemals habe Kuyper eine traurigereFigur gemacht als gestern. Reine Gewaltsautorität wollen wir, sondern Autorität, begründet auf das Recht, treibt uns nicht so weit, daß Bür gerblut ließen muß! Kuyper antinortet: Widersetzten sich die Arbeiter dem Gesetz mit Gewaltmatzregeln, so werde die Regierung der Gewalt Gewalt folgen lassen. Brüssel, 11. März. Noch langer Krankheit erschien heute zum ersten Male A b b ü T a e n s in der Kammer. Er hielt eine heftige Rede gegen die klerikale Partei, welche mit Bewußtsein die Landar beiter inDumrn- heit und Armut erhalte und ihnen durch die Geistlichen predigen ließe, daß es Todsünde sei, für einen Sozialisten, doppelte Todsünde, für einen christlichen Demokraten zu stimmen. Madrid, 11. März. Ter Finanzminister überzeugte im heutigen Ministerrat das Kabinett von der absoluten Notwendigkeit, angesichts des Standes des Staatshaushalts alle Ausgaben einzuschränken. Gegenwärtig sei es unmöglich, für Marinezwecke, Heeresorganisation, für Unterricht und öffentliche Arbeiten weitere Mittel zu gewähren. Rom, 11. März. Der Pap ft empfing gestern die aristokratische Damendeputation des Wiener katholischen Schulvereins, die dem Papst das große Porträt des Protektors des deutschen Schuloereins, des Thronfolgers Erzherzog Franz Ferdinand, überreichte. Der Papst nannte den Erzherzog seinen Liebling und sagte, derselbe hätte ihm keine größere Freude bereiten können, als die, welche er chm durch den um Gotu und Menschen wohlverdienten katholischen Schulverein für Oesterreich zu teil werden ließ. Der Papst verlieh dem Erzherzog das Großkreuz des Erlöser-Ordens. Genua, 11. März. Im hiesigen Hafen fand eine oft erreich feindliche Kundgebung statt. E.wa 300 Personen demonstrierten vor Dein im hiesigen Hafen liegenden österreichischen Schulschiffe „Frundsberg", indem Schmäh- iufe gegen Oesterreich ausgebracht wurden. Die Demonstranten zogen alsdann vor das östreichische Konsulat, wo neue uuutgebungen fist fanden. Soz a..ftifche Studenten versuchten eine Demonstration in der Aula der Universität. Wien, 11. März. (Abgeordnetenhau s.) Dr. 'D?enger bemerkt, er habe gegen den neuen autonomen Zolltarif die schwersten Beoenken. Redner tritt für .oebung des Hochschulwesens, insbesondere der technischen Hochschulen ein. Atomankschow führt aus, die Ruch^nen erkennen die Notwendigkeit einer einheitlichen Vermittln n g s s p r ache, die nur das Deutsche sein könne, an. Kairo, 11. März. Der deutsche Kronprinz und der K h e d i v e fuhren heute bormiLag mit der Bahn nach oem Nildamm bei Assuan. Der Kronprinz besichtigte dü Anlage unter Führung des Khediven und kehrte um 10 Uhr nach Kairo zurück, wo er das Museum besuchte. Später suhr der Kronprinz nach den Khalisengräbern, srühstücktc tm Zelt des Barons v. Oppenheim und besichtige ein Kamelreiterkorps, das vor dem Zelt ausgestellt war. So- oann suchte der Kronprinz den Bazar auf, wo er verschiedene Einkäufe oornahm. Um 11 Uhr abends- reifte der Kronprinz mit Gefolge nach Luxor ab. — Prinz Eitel Friedrich oon Preußen ist an den Masern erkrankt. New yor k, 11. März. Die amerckan.schen Rhedereien sind entschlossen, gegen die von Castro getroffenen Dlok- ka de-Bedingungen Protest zu erheben, welche den amerikanischen Handel nach Venezuela schwer sü^öigen müssen. — Aus Washington wird gemeldet, daß die bärtigen Regierungskreise von bem Vorgehen Castros peinlich überrascht sinD und neue internationale Verwickelungen befürchten. — Zur Förderung der Fr e u n d s ch a f t mit D e utsch - land soll der amerikanische Admiral Evans mit einem größeren Geschwade r, das aus Asien kommt, dic Deutsche Küste besuchen. Dies ist Roosevelts Absicht — St. Louis und der mittlere Westen sind sehr befriedig, über die Nachrichten, daß Deutschland größeres Inter- esse für die Weltausstellung in St. Louis bekundet. Aus DtaSt miö £aiu). Gießen, den 12. März 1903. •• Der Provinzial-Ausschuß hat beschloßen, den Besuch des neuen Siechenhauses und dessen Besichtigung bis zum 21. d. Mts. an jedem Werktage nachmittags zwischen 3 und 4 Uhr allgemein zu gestatten. Es bedarf hierzu nur der Anmeldung bei dem im Siechenhause wohnenden Verwalter Lerch. - In der nächsten Sitzung der medizinischen Gesellschaft am Dienstag den 17. März, abends 7 Uhr, im Hörsaal der medizinischen Klinik werden folgende Vorträge gehalten: 1. Herr Riegel: Uebcc Puisus paiadoxue, 2. Herr Volhard: Krankenvorslcllung, 3. -Herr Heichelheim: Kcanten- vorstellung, 4. Herr Kramer: lieber Theorien. Aerzte sind als Gäste willkommen. *• Kaufmännischer Verein. DaZ Programm des Kaufmännischen Vereins zu dem nächsten SamSiag sraltstn- denden zweiten größeren Winterfeste mutz eme Äenderung erfahren, weil da§ Wiener Kunftlervaar wegen Krankheit des Herrn Mücke leider verhindert ist zu kommen. Als Ersatz dafür ist die hiesige Theatergesellschaft gewonnen worden, welche das schöne Lustspiel „Im bunten Rock" zur Aufführung bringen wird. Das Programm besteht also nun auS dem Konzert der hiesigen RegimentSmustk und Theater woran sich der Ball anschließt. ♦♦ Verkehrs-Verein. Der in der General-Vep ämmlung des Verkehrs-Vereins gewählte V or stand, nämlich die Herren "Th. Haubach, Fr. Helm, I. Kirch, Wllh. Hornberger, Dr. Ebel, Gustav Mund, Ernst Balser, Karl Berg, I. Jaskvwsty, Assessor Curschmann, Karl Röhr und Gustav Wohlmuth, waren gestern nachmittag fast vollzählig im Dürgermeistereigebäude erschienen, um die einzelnen Aemter innerhalb des Vorstandes zu besetzen. Zum Vmv- itzenden wurde Wilhelm Homberger, zum Schrififührer Fe. Lelm und zum Rechner Karl Röhr gewähll. Es wurde bescklossen, tunlichst schnell Entwürfe zu einem in Farben gehaltenem Plakat zu beschaffen, welches Ansichten unserer L-tadt in malerischer Gruppierung enthüllen soll. Weiter wurde in Aussicht genommen, an die Herstellung eines kurzen Führers durch unsere Stadt heranzugehen, der, in einer Massenauflage hergestellt, gratis verteilt werden oll. Der Verein zählt bisher 271 Mitglieder und verfügt über einen Gesamtbeitrag von ca. 1000 Mark, eine Summe, welche allerdings, um eine Agitation für unser schön gelegenes Gießen wirksam zu betreiben, reckst winzig ist. Es ehlt aber noch eine stattliche Anzahl unserer Mitbürger als Mitglieder, in deren Interesse es liegt, wenn der Verkehrs-Verein in die Lage versetzt würde, recht nachdrücklich zu arbeiten. Der Vorstand wird es als seine Aufgabe betrachten, auch die noch fern stehenden Kreise zum Verein heran zu ziehen. Benefiz für Herrn von Stahl. Zu seinem gestrigen Benesiz hatte sich Herr von Stahl die Rolle bc5 Leutnants Hans Rudorfs in Harilebens „Rosenmontags gewählt. Diese Rolle ist wohl für die Darstellung an sich schon sehr dankbar; die Aufmerksamkeit des Publikums bleibt oon Anfang an auf sie konzentriert, da das Stück keinerlei Nebenhandlung von Bedeutung enthalt, die das Intereffe auf andere Personen ablenken könnte. Andererseits stellt sie aber auch an die Kraft und an das Können des Künstlers recht bedeutende Anforderungen, wenn die Darstellung, die besonders in den letzten Akten fast stets Momente des höchsten Affekts zum Objekt hat, nicht ermüdend oder unnatürlich und gekünstelt wirken soll. In Herrn von Stahl fand die Rolle eine ganz vorzügliche Wiedergabe. Der Künstler spielte mit Einsetzen seiner ganzen Person, er ging in leiner Rolle auf. So gut ihm infolgedessen die Darstellung der wilden Leiden- schaftsszene gelang, so gut wußte er sich doch auch nut seinem künstlerischem Empfinden vor jeder Uebertrcibnng, die abstoßend hätte wirken können, fernzuhalten. Das sehr zahlreich erschienene Publikum erkannte die vorzüglichen Leistungen des Künstlers gebührend an, indem es ihn nach jedem Aktschluß durch lebhaften Beifall, Herausrufen und Blumen- spenden auszeichnete. Die übrigen Rollen wurden durchweg zufriedenstellend wiedergegeben. Hervorheben wollen mir nur noch das Spiel von Frl. Helene Würtemberg, die als „Gertrude Reimann" recht gutes leistete. Die Zwischenakte wurden durch Gesangsoorträge des Heldentenors Herrn Karl Gentner aus Frankfurt sehr angenehm ausgefüllt. Er brachte zum Vortrag den Prolog aus „Bajazzi", hie Gralserzählung aus „Lohengrin" und das Liebeslied au5 „Die Walküre". Herr Gentner verfügt über ein sehr wohllautendes, technisch vorzüglich gebildetes Organ. Der hier seltene Genuß wurde denn auch gewürdigt in Gestalt lebhaften Beifalls und einer Kranzspende, sodaß sich dec Künstler schließlich noch zu einer Zugabe verstehen mußte. Die Regie führte Herr Ramsey er in einer Weise, daß uns die Dichtung in ihrer vollen Stimmung entgegentrat. ** Hessisch-Thür. Staats!oth-ric. Bei der heütz fortgesetzten Ziehung der 6. Klasse wurden folgende Gewinne gezogen: 10 000 Alk. auf Nr. 14078 32024 37871 43863, 5000 Mk. auf Nr. 31064 73280 78521 89649, 3000 M. auf Nr. 6228 13317 14515 15448 18101 20233 21506 24233 26346 36255 37222 49459 60250 52270 52098 53663 54982 59051 61629 64702 71805 72106 77609 81053 83593 88433 93104 96684, 2000 Mk. auf Nr. 9521 11394 14187 17408 17654 18941 19435 21094 24996 27492 29728 32477 33447 36779 42001 42061 42134 49816 55459 56808 63162 63595 70285 70527 73983 79781 84609 87562 88720 97623 93504 99960. Ohm Gewähr. '* Preisailfgabe. Die Senckenbergische na* kurforschende Gesellschaft in Frankfurt a. M. setzt einen Preis von 1000 Mk. für die beste Arbeit aus, die einen Teil der Geologie des Gebietes zwischen Aschaffenburg, Heppenheim, Alzey, Kreuznach, Koblenz, Ems, Gießen und Büdingen behandelt. Die 9lrbeiten sind bis zum 1. Oktober 1903 einzureichen. •" „Besetzt!" Wem ist es nicht schon passiert, datz ihm, wenn er in einem Lokale Platz nehmen wollte, oon einer Person, die an einem noch „freien" Tische saß, entgegen» gerufen wurde: „Die Plätze sind besetzt! ' Natürlich sitzt niemand auf den Plätzen, nur em Hut, cm Regenschirm oder onst ein Gegenstand der Industrie thront darauf, oder btc rreien Stühle sind „unigelegt". Diele lassen sich dadurch verblüffen und ziehen ihres Weges weiter. Aber nut Unrecht. Tenn baS Belegen ober Umlegen von Stühlen in Konzertsälen ober öffentlichen Bierlokalen hat für Dritte keine rechtlichen Verbindlichkeiten. Jeder Gast hat daS Recht, einen ihm zusagenden Platz zu benutzen, gleichviel, ob der betreffende Stuhl um liegt oder ihm als besetzt bezeichnet wird. Nur in zwei Fällen ist em Reservatrecht vom Gaue an* zuerkennen, wenn erstens nummerierte Plätze vorhanden und diese höher bezahlt worden sind alS andere, und zweitens, wenn vom Wirt selbst Plätze oder ganze Tische durch ausgestellte Schilder als „reserviert" bezeichnet sind. Die Einziehung der Zeitungsgelder durch die Briefträger geschieht, worauf wiederum aufmerkjam gemacht fei, in der Zeit vom 15. bi5 einschließlich 25. de? letzten OuartalsmonatS kostenlos; die Biiesträgec sind zu» DOÜgiUigcn Quittung über die erhobenen Zeitungsgelder berechtigt. Tad-rch wird dem Publikum der Gang zur Post und das Warten an den Schaltern, die um den Wttfb» jahrSfthluß stark in Anspruch genommen sind, erspar! und außerdem der regelmäßige Fortdezug der Leitung gesichert. Z. Butzbach, 10. März. Die Erbauung eines Geschäftshauses für das hiesige Mathildenslift soll demnächst in Angriff genommen werden, nachdem schon längere Zeil der Bauplatz erworben ist. Die Arbeiten werden in aller Kürze vergeben. § Altenstadt, 11. März. Vor 50 Jahren wurde daS ehemalige Landgericht, jetzt Amtsgericht, hier eröffnet; vorher war der Gerichtssitz in Großkarben. Ferner wurde 1853 das heutige Haftlokal hier erbaut. k. Grünberg, 12. März. Durch ruchlose Hand mürben heute nacht in der Nähe des BahnhofcS in einem Garten zehn junge Obstbäume abgeschnitten. Der oder die Täter sind noch nicht ermittelt. 8 Rodheim o. d. H., 12. März. Dem von unserer Bürgerschaft und der Gemeinde Holzhausen an die Gioßh. Handelskammer Friedberg gerichteten Ersuchen um Befürwortung der Zuteilung zum AmtsgerichtSbczirkc Friedberg ist seitens der Lämmer willfahrt worden. — Durch die neue Bahnlinie Friedberg-Homburg haben jetzt beide Orte eine direkte Verbindung mit Friedberg erhalten. Heidelbach, 11. März. In unserer Gemeinde ist nun endlich auch einem alten Uebelstande abgeholfen worden, durch die Reparatur unserer Kirchenorgel. Dieselbe erhielt, wie der ,AlSf. O. Z." gemeldet wird, an Stelle der alten gänzlich unbrauchbar gewordenen Faltenbälgc ein neues Magazin- Gebläse, wurde in allen ihren Teilen gründlich nachgesehcn und auSqebeffert, sowie neu gestimmt. Die Arbeit ist von dem Orgelbauer Nuhn aus Kirchheim, nn Kreise Hersfeld auSgeführt worden. ad. Darmstadt, 11. März. Der Finanz-AuS- schuß der Zweiten Ständckammer genehmigte die Berichte auS dem Voranschlag, in denen die Annahme der Forderungen für Neubauten auf den F'Skalischen Gütern Konrads- dorf und Boxheimerhofe, deren Bewilligung der Finanz- Ausschuß bei der ersten Beratung von einer vorhergegangenen OrtSbestchtigung abhängig gemacht hatte, empfohlen wird. Hierauf wurde die Frage der Kreisgeometer- bezw. Vermessungs- ämter nochmals eingehend erörtert. ES wurde ein Antrag gestellt auf Abhilfe mannigfacher Mißstände. Mainz, 11. März. Stadtverordneten -Versammlung. Vor dem (Antritt in die Tagesordnung machte Stadto. Jean Volz die Mitteilung, daß der Zentralverband der Maurer vor einiger Zeit an die Bürgermeisterei eine Beschwerde gerichtet habe, nach welcher schwere Anklagen gegen hiesige Baufirmen wegen des Schutzes der Arbeiter oorgebracht worden seien. Das Baupolizeiamt habe daraufhin eine Untersuchung sämtlicher vorgebrachten Beschwerden eingeleitet, die ergaben, daß die Klagen völlig unberechtigt und daß die mangelhaften Schutzvorrichtungen entgegen den Weisungen von den Arbeitern selbst ausgeführt worden seien. — Stadtv. Reis berichtet namens des Schulausschuffes über eine Dienstanweisung für die Schulärzte der Stadt Mainz. Tas Institut der Schulärzte soll für die Stadt Mainz erst mit dein 1. April d. I. ins Leben gerufen werden; für je zwei Schulbezirke werden zwei Schulärzte, oorerft auf die Tauer von drei Jahren, zur Anstellung kommen. Die Stadtverordneten-Versammlung genehmigte die Dienstanweisung; die Schularztstellen sollen in Konkurrenz ausgeschrieben 'werden. Mainz, 11. März. Ein myst« riöser Fall, der schon fast ein Jahr zurückliegt, ist noch nicht gelungen auf- zullörcn. In der Nacht vom 3. Juni v. I. ist auf der Strecke Halle—Köthen bei der Station Stumsdorf ein 3 bis 4 Jahre altes Mädchen, dem durch einen Eisenbahnzug das Imke Bein abgefahren und der Kopf verletzt war, aufgefunden worden. Es gelang aber der Kunst der Aerzte, das Kind am Leben zu erhalten, seinen Namen und seine Herkunft konnte es aber nicht angeben, die wenigen Worte, die es überhaupt sprechen konnte, lauteten polnisch. Man vermutet deshalb, daß das Kind aus dem Zuge geworfen wurde. Die Staatsanwaltschaften erlaffen jetzt wieder unter genauer Beschreibung des bedauernswerten Geschöpfes überall Ausschreiben, um möglicher Weise doch noch die Angehörigen zu ermitteln. — Ein verfolgter Einbrecher flüchtete sich vor seinen Verfolgern in ein Haus in der Lautercnsiraße, wo er nicht mehr aufzufmden war. Am nächsten Tag erzählte eine in dem Haus wohnende ältere Frau, daß plötzlich ein Mann atemlos zu ihr hereingcstürzt gekommen sei, der wegen seines Eindringens um Entschuldigung bat, denn es sei ihm plötzlich schlecht geworden. Die gutmütige Frau gab ihm sogar noch eine Tasse Kaffee und der Einbrecher — denn das war der Eindringling — konnte sich später ganz ruhig aus dem Staube machen, nachdem sich seine Verfolger, des resultatlosen Suchens müde, wieder entfernt hatten. — Man beabsichtigt hier eine Vereinigung der Theater-Abonnenten zwecks »Wahrung der Interessen" gegenüber der Theaterdirektion zu gründen. Frankfurt a. M., 10. Marz. Die Musterschule, die im Jahre 1803 als Bürgerschule für Knaben und Mädchen gegründet wurde und sich später in ein Realgymnasium (Musterschule) und eine höhere Mädchenschule (Elisabethen- Schule) entwickelt hat, feiert in den Tagen vom 16. bis 18. April ihr hundertjähriges Bestehen. yrnnifditrs. * Eine furcht bare Eisenbahnkatastrophe, bei der eine Explosion von Petroleumwagen eintrat, und bei der über zwanzig Menschen, vielleicht aber die doppelte Zahl, ihren Tod in den Flammen fand, während viele andere schwer verletzt wurden, hatten wir gestern auS Newyork gemeldet. Jetzt erfährt man folgende Einzelheiten: sobald das Reihen des Zuges bemerkt wurde, wurde der vordere Teil desselben zum Stehen gebracht: Ter Hintere Teil folgte mit einer bei dem abhängenden Gelände sich immer vermehrenden Geschwindigkeit und fuhr mit einer furchtbaren Ducht in den vorderen Teil hinein. Ein Cisternenwagen fing sogleich Feuer, und unter einem fürchterlichen SVnail wurden die eisernen Teile des Dagens ms Weite geschleudert. Eine große Menschenmenge tyatte sich bald an der UnsallsteUe angesammelt, cus plötzlich eine furchtbare Explosion staltsand und große Flammenzungen mehrere huuoert Fuß aufloderten und dann buchgäbiich die Dämme hinab in die Rinne rollten, in welcher die Zuschauer standen. Tie Hitze war ungeheuer, und außer von den Flammen wurden Tutzendevon Personen durch herumfliegende Eisenstücke niedergemacht oder so schwer verwundet, daß sie sich nicht mehr fortbewegen konnten und in der Rinne liegen blieben, bis sie in dem brenn enden Oel umkamen. Um Mitternacht begann das Feuer zu erlöschen. Bis jetzt wurden 18 Tote und zahlreiche Verletzte fortaefdjaffL Einige Leichen sind bis zur Unkenntlichkeit entstellt. — Von anderer Seite wird noch gemeldet: Nach der ersten Explosion erfolgten noch zwei andere, die Flammen schossen nach allen Richtungen und hüllten die Menge ein. Manche Männer und Knaben rannten wie lebende Fackeln brennend umher und warfen sich zu Boden und in Gräben, um die Flammen zu ersticken. Bald jedoch lagen sie ruhig da, bewußtlos ober tot. Es heißt, daß 22 Tote aus den Trümmern des Zuges herausgehott seien. Bon 14 Leichen, die zum Leichenbestatter gebracht wurden, sind nur drei identifiziert worden. Tie Polizei hält Freunde und Verwandte der Verunglückten vom Zuge fern, da eine weitere Explosion befürchtet wird, Nach einer Meldung der „Eoe- ning News" aus New York kann sich die Zahl der Toten in Olean auf 30 bis 40 belaufen. Clean ljat 10 000 Einwohner. Es wird ein Namensaufruf der Lebenden vorgenommen, um die Vermißten festzustellen. Da das Hospital und die Aerzte im Orte unzureichend sind, wuroen andere Städte um Hilfe ersucht. Kunst und WsscnschasL München, 12. März. Die außerordentliche Generalverfamm- lung des bayrischen Kunttgewerbe-Verems hat einstimmig die Ab- haliimg einer Ku n st gewerde-Ausstellung in München nn Fahre 1904 abgelehnt, da deren Durchführung nicht zu ernwg- lidjcn feu (Grridjtöfnal. Mainz, 11. März. Bei der diesmaligen Schwurgerichtsperiode uanden acht Fälle zur Verhandlung und zwar mit elf "Angeklagten. Von diesen wurden drei frelgesprochen, darunter eine wegen Kindesmord, eine andere hiesige Frau wegen Anstistunq zu einem Vergehen gegen das lieben und ein Handelsmann von der Anklage des Meineids. Die übrigen Angcjchuldigten wurden nn Ganzen zu einer Zuchthausstrafe von 3 Jahre,» und zu 4‘/> Jahren 2 Wochen Gefängnis verurteilt. Fraukfurt a. M., 1L März. Als Teilnehmer einer gefährlichen Diebes-, Einbrecher- und HehlergeseUfchait, die hier vor- nchmlich die Villen in den elegantesten Stadtteilen heunjuchte, stand auch der 22 Jahre alte, aus Alzey gebürtige Metzgergeselle Alfred A ndra e vor der Strafkammer. Nach einer langwierigen Zeugenvernehmung war nur soviel erwiesen, daß er von allen in Betracht komnieiideii Einbruchsdiebstählen Waren besessen. Er wurde der gewerbs- und gewohnheitsmäßigen Hehlerei in vier Fällen schuldig befunden, und zu drei Jahren Zuchthaus verurteilt. Berlin, 11. März. Vor dem Kammergericht fand hente die vom Reichsgericht ai,geordnete nochinaltge Verhandlung in Sachen der Ella Goltz gegen die Reichsbank auf Herausgabe der ihr vom verstorbenen Retchsdriickeretiaktor GruneiUhal übergebene» 60000 Al. in Wertpapieren statt. Im Gegensatz zu seiner ftüheren Enl- scheidnng mies heute das Kammergericht den Anspruch der Goltz ab. Landmirlschlist. §§ AuS dem Vogelsberg, 11. März. Obgleich wir, ungy achtet der beiden vereinzelt au,getretenen Kälteerfchemungen, einifii überaus gelinden Wmter gehabt, so ist doch eine Wnuenrucht, Der Raps- und Winterlamen, fafi gänzlich wieder aus* aewmiert d. h. zu Grunde gegangen. Tas bedeutet für die Bienen wirtschaft einen bemerkenswerten Verlust. Tie Rapsblüie bildet nämlich für viele Gegenden die Haupljrühjahrs- tracht. Nicht mir feine reiche Honigtracht, sondern auch eine geringere Anzahl von Schwärmen steht dann zu crmarteii. Tie Imkerei hat aber gerade durch schlechte Schivarmenverhaltnisse der letzten Jahre bedeutsame Verluste erlitten. Wenn in anderen Jahrgängen der Winterraps auswinterte, so geschah dies meistens auch mit dem Klee. Letzterer ist jedoch heiler erhalten geblieben. Von der oberen Lahn, 10. März. Tie hohen Schweinep reise, über die während des gegenwärtigen Wntters lebhaft geklagt wurde, sind abermals sehr bemerkenswert herabgegangen, sodaß sie jetzt auf einer Preisstufe angekoinmen sind, die als normal bezeichnet werden famu Zur Zeit taufen die Händler das Lebendgewicht für 43 Psg., zweiter Gute sogar zu 40 Pig. Bon einer Verbilligung des Fleisches ist gleichzeitig zu berichten. Das Pstmd Schwemesleisch, das seither 70 Pfg. gekostet, ist wieder für 65 Psg. erhältlich. Nur die Wurslmaren kosteii noch den gleichen Preis wie beim Hochstand der Ankaufspreise. Kaffel, 11. März. In der heutigen Sitzung der landwirtschaftlichen Berussgenossenschaft von Hessen- Nassau wurde die Errichtung enter Haitpflichtoersicherungsanstalt beschlossen. Arbeiterbewegung. Mainz, 11. März. Tie Schneider von Mainz hielten gestern eine zahlreich besuchte öffentliche Versammlung ab, welche zu dem Antwortschreiben der Schneidermeister Stellung nahni. Aus den Verhandlungen ging hervor, daß auf 43 Rundschreiben, welche an die Meister abgesandt worden waren, 29 Rückantworten erfolgt sind, m welchen sich die Meister mit den Fordernngcn der Gehilfen einverstanden erklärten. Tic Versammlung beauftragte daraufhin die Lohnfommission, mü denjenigen Firmen, die keine Antwort auf das Rundjchreiben gegeben haben, m Unterhandlung zu treten, uni eine bindende Erklärung zu er- langen. In demselben Sinne sollen auch btc Konfektionsgeschäfte eine Erklärung abgeben. Hirschhorn (a. Neckar), 10. März. Die große Loh- rinbeiiDcrfteigerung, welche gestern hier abgehallen wurde, und bei welcher annähernd 50 000 Zentner Rinden ans Waldungen von Privaten, Gemeinden und Standes Herrn, soioie aus Staalswaldungen zum Ausgebol kamen, lieferte ein Resultat, wie cs trauriger nicht gedacht werden kann. Sind doch abermals die Rinden gegen das Vorjahr im Preise durchschnittlich 1 Mark Uirikfgegaiigett, sodaß sogar viele Rinden pro Zentner für 4 Mark abgingcn, ein so niedriger Preis, roie er noch niemals dagewesen. Unter diesen Preisen sind die (rrtvägniffe der Rindenwälder gleich Null. Kandel und Uerlichr. ÜMüwirlschast. — 4proz. Darmstädter Stadtauleihe von 1891. Die städtische Verwaltung beabsichtigt, das 4proz. Anlehen von 1891 Lir. ti. im ursprünglichen Betrage von 3 Millionen Mark in cm 3'/.proz. umzuwandeln. Wien, 11. März. 9iach den Bedingimgen, unter welchen die Konversion für 15 0 Millionen 5proz. Prioritäten der österreichischen Nord west bahn durchgeführt werden soll, ist beabsichtigt, den Umtausch in die neuen 3,5proz. Tures im Verhältnis von 100 zu 117 vorzimehmen, wobei der Kurs der letzteren zu ca. 95,0 Prozent angenommen werden dürfte, sodaß sich der Wert der alten Obligationen mit ca. 112 Prozent verrechnet. Tie Konveilion soll etwa Ende Mai nach öorocriger Einberufung einer außerordentlichen Generalversammlung durchge'ührt werdeii. Märkte. Limburg a. d. L., 11. März. Frnchtmarkt. Turch- schnittspreiie pr. Malier. Roter Weizen 14.02 Mk., Weißer Weizen 13.8U All., Korn 10.72 T-lt, Gerste (MX) 3tt, Hafer ^97 All., (Ytbien u.OO 21t, Harros! ein 0.00 Mi. Eisenbahn Zciiung. — DerEifcnbahuminister vubdc hat, nach einem rfiehnfeben Blatte, eine Petition Emdener Bürger um Gewährung von Sonntagsfahrkarten oon den Nachbarorten nach 6mbat abfehnenb beantwortet mit der Begründung, e< liege te|n Anlaß vor, durch die AnSgabe ermäßigter Fahrkarten den Besuch größerer Städte, wie überhaupt bie Iei(- »ahmc an stäbtifchen Unterhaltungen zu fördern. ES wäre zu wünschen, daß diese Meldung redu bald offiziös dementiert wurde. Tenn eine größere Verkennung der Wünsche der Allgemeinheit ist kaum denkbar. — Zur Sicherung der Eifeubahuzüge. Dom 15. März ab hat jeder Zug auf den preußisch-hessischen SlaalSbahnen im Packwagen minbcncitd 12 XinaUfavicln, ferner drei roibrcnnenbe Signal- fackeln und zwei Reserve-Signallaternen mitzuführen. Alle Diese Gerätschaften roerben zur grünblichcn Sicherung emeS auf freier Strecke halten gebliebenen Zuges gebraucht. iMieicoi ologtfdie ’-öeob»»rt)iiiiigeii der Station Gießen. »öchste Temperattir am 10.—11. März 4- 6,0° 0. Niedrigste ,, 10.—11. , + Q,8U C. März 1903 E - c $ au« 0° rebuperf Temperatur der Luft Absolute Feuchtigkeit Relative Feuchtigkeit 8 c *6 1 s Windstärke Wetter 11. 2“ 749,6 -4- 6,6 4,5 67 8 1 Bcd. Himmel 11. 9" 750,0 4- 0,4 4,0 85 Still Heller Himm. 12. T5* 749,7 T 3,4 • Still t * llriicltf Uleloungeii. Ofiginaldrahtmeldungen des Gießener -lnzeiger». Tarmstabt, 12. Marz. (Tel.-Meid, des „Gieß. Anz.") Tie ganze heutige Sitzung der 2. Kammer wurde aus- gefüllt mit der Verhandlung über die Errichtung zweier neuer Amtsgerichtsgebäude in Dieburg und Lantpercheim. Der Hauptstreit drehte sich um das neue Amtsgericht in Dieburg, für das die Zentrumsredner geschlossen eintraten, während die Redner der hessischen Volkspartei entschieden dagegen sprachen. Im Lause der Sitzung kam es zu einem sehr erregten Austritt zwischen dem Justiz Minister und dem Abgeordneten Bähr, welcher dem Justiz Minister Kuhhandel und die Anwendung verderblicher Mittel vorgeworfen. Abg. Bahr wurde spater vom Präsidenten dafür zur Ordnung gerufen, während der Ausdruck des Justi^minlsters gegen Bähr „sein Verhalten sei eine Dreistigkeit" vom Präsidenten für ungeeignet erklärt wurde, Tie beiden geforderten Summen von 95 und 96 000 Mark für die beiden neuen Amtsgerichtsgebäude wurden darauf bewilligt. Nächste Sitzung morgen früh 9 Uhr. Berlin, 12. März. Der Evangelische Bund veranstaltete in der Tonhalle eine sehr stark besuchte Volksversammlung, um gegen die beabsichtigte Zulassung der Jesuiten energisch Einspruch zu erheben. Tie Versammlung nahm mit allen gegen eine Stimme eine Resolution an, welche in dieser Angelegenheit an den Bundesrat gerichtet werden soll. — Nachdem Oberhofprediger Dryander die nachgesuchte Entlassung aus dem Amt des Generalsuperiniendenten der Kurmark erhielt, wurde der bisherige Obertonsistorialrat K ö h l e r zum G e- neralsuperintendenten der Kurmark ernannt Madrid, 11. Marz. Die Kämpfe in Marokko dauern fort, nach einer Depesche des „Heraldo" aus Tanger mit wechselndem Erfolge. Während die Truppen des Sultans 44 Köpfe gefangener Aufständischer nach Marrakesch sandten, erteilte der Tazza besetzt haltende Führer der Aufständischen, Roghi, den Befehl, die abgeschnittenen Kopse von Soldaten des Sultans an den Toren Tazzas auszu- ftellen. Die Streitkräfte des Sultans nahmen ^u, doch rümpft ein Teil der Kabylen nach wie vor auf Seite des Prätendenten. Barcelona, 12. März. Tie Tischler schlossen sich dem Aus st and an. Es kam zu wiederholten Zusammen^ stößen mit der Gendarmerie, welche die Ansammlungen zerstreute und mehrere Personen verhaftete. Portici, 12. März. Der Ausbruch des Vesuvs hat große Fortschritte gemacht. Der Vulkan speit fortwährend Feuer^arben aus. Man verspürt deutlich fortgesetzte Erderschütterungen, die durch Explosionen veranlaßt find. Fiume, 12. Marz. Die hiesigen Schneider-Gehilfen sind Wegen Nichtbewilligung der geforderten Der-- kürzung der Arbeitszeit und bet vollständigen Sonntagsruhe in den Streik eingetreten. Bukarest, 11. März. Der Ministerpräsident Sturdza erhielt zu seinem 7 0. Geburtstage das Bild des Königs aus Elfenbein in einem goldenen mit Edelsteinen besetzten Rahmen. Unter der großen Anzahl von Glückwunschdepeschen befanden sich solche vom deutschen Reichskanzler und vom österreichisch-ungarischen Minister deS Aeußern. Petersburg, 12. März. Die Verhaftung zweier Artillerie-Offiziere, welche die Nitolai-Atademies des Generalftabes besuchten, erregt großes Aufsehen. Sie erfolgte auf Grund einer in ihrer Aowesenheic vorgeuom- menen Haussuchung, welche untrügliche Beweise dafür zu. tage - förderte, daß sich beide Offiziere seit längerer Zeit mit revo lutionär er Propaganda unter den Soldaten befaßten und dieselben durch Jtibfajüren zum Ungefjor-' s am gegen den Zaren und die Regierung aufsorderten. Krakau, 12. März. Die hiesigen Kirchendiener sind wegen nicht bewilligter Erhöhung ihres kärglichen Lohnes in den Streik getreten. Manila, 12. Mar; Zwei amerikanische Dampfer sind zusammengestoßen. Beide sanken und gelten als verloren. Nur ein Teil der Passagiere und Mannschaften konnte gerettet werden. Telephonischer Kursbericht, t- r.inkinri m. 12. März m3 37,0/0 Reicheanleihe . . 102.75 3n/„ do. ... 92.45 3’/.% Konsole .... 102.85 SO/’ do.....92.45 3*/a% Hessen .... 101 10 J’/.M Obertieseoj . . . 100.00 4% O-sterr. Go drerte . . 103.50 4' e% Ueeierr. oiib'-rrente 100.85 4% Ungar. Uoldrente . . 102.10 40, Ital en Rente . . . 103.50 41 D% Portagies-n . . . 51.25 0, r ortwg-esfD..... 32 20 1 % C. Türeen . ... 32 35 fürkentoee .....180 80 4°,a unech. Monopo’ -Anl. 45.00 4l * 3 4,.% äussere Argeirfiner —.— , S 7u Mexikaner 10, / Chinesen . . I El-ctric. öci ackert . 1 Nordd. Lloyd . . hreditaktien DisKonto-Konrmandlt. Uarojstädt-r Bank . Uresdr-uer Bank . . Ber iner Handelsges. Oebterr Staate bahn , Lombarden ... üottbar bahn . . . I Laura ütte .... ; Jocirum ..... ■ Harponcr .... leodenK feet. . 26.45 . 92.75 . 93.00 . 98 20 . 216 40 19430 . 141.00 . 148^0 . 160^0 , 148.00 . 14^0 186.70 . 219.— . 187.75 . 185.70 jivMetzeOM in Jamburg. Die Einlösung der am 1. April 1903 fälligen Zin*»eheine unserer Hypotheken - Pfandbriefe erfolgt rum 16. Jlärr. 11)03 ab äusser an unserer Kasse, Hamburg, Hohe Bleichen 18, bei den sonstigen bekannten Zahlstellen und allen Pfmdbnef- Verkaufe-tellen f<16’] Die Direktion. Bei der am Samstag dem 14. März, von mittags 12 Uhr bis abends 8 Uhr, im Bürgermeisterei-Gebäude stattfindenden Wahl bitten wir unsere Mitglieder und Freunde, sich zahlreichst zu beteiligen. 5>er Wahl Ausschuß auZ Mitgliedern des evangel. Arbeiter-Vereins 2169 und des kathol. Gesellen-Vereins. •«■MMMIBaMB&ffiUMRaMDaM I I I Die Unterzeichneten beehren sich anzuzeigen, daß sie j ihre Bureaux vereinigt haben. Friedberg, den 9. März 1903. 2165 | I Ludwig Seyd, RchtMmlt. j Friedrich Fischer, Rclhtwwilt. I Saison 1903 eröffnet I Saison 1903 eröffnet! 'S' * i M Freilaus, auswechselbare Nebersetzunq, Doppelglocken- lager, ohne Kurbetteile. Erstaunlich billige Preise, größte Auswahl. Wie immer, unvergleichliche Dtirkopp's-Räder, aber auch sonstige, nur gute, billige Marken. Zubehörteile. Lernapparat. Reparaturen. Job. Fr. Schaaf, WWMtze 44 rennomiertefteS Geschäft der Branche in Gießen. (1422 Wir geben nachstehend die Bestimmungen für den Verkehr mit unserer Abteilung für Spareinlagen zirr allgemeinen Kenntnis der Interessenten. Gießen, im Dezember 1902. Dank für Kandel und Industrie. Jeposttenkaffe Hießen. Bankgebäude: Johannesstrahe L Bestimmungen: I. Das Einlagebuch wird mit 10 Pfg. berechnet. 2. Emzahlungen tonnen täglich geleistet werden. 3. Tas Emlagebuch ift von dem Besitzer gut zu verwahren. 4. Kommt ein Einlagebuch abhanden, so hat der Sparer unverzüglich bei der Bank Anzeige zu erstatten. 5. Die Bank ist berechtigt, aber nicht verpflichtet, bei Kapitalrückzahlungen die Legitimation des Vorzeigenden zu prüfen. 6. Die Beischreibung der Zinsen erfolgt im Januar jeden Jahres in den Büchern der Bank. Die Besitzer der Einlagcbücher können die Auszahlung oder Beischretbung iedoch ganz gelegentlich auch in anderen Monaten veranlaßen. • 7. Kapitalien unter 1000 Dlark können ohne Kündigung abgehoben werden, dagegen hat der Zurücknahme von Beträgen über 1000 Mark in der Regel eine dreimonatliche Kündigung vor- auszugchen. 8. Vormünder können die Zinsen für ihre Mündel erheben, wenn das Gericht nicht anders bestimmt hat. Bei Kapttalrückzahl- ungen bedarf es der schriftlichen Ermächtigung der obe worin und- schaftltchen Behörde. 42 Gartengeräte Spaten, Rechen, Hacken, Baumscheren, Giesskannen u. s. w. Spezialität: Blumendraht in Ringen u. geschnitten empfehlen 1378 Mer Schmidt 83 Seltersweg 83 Stadt. Schlachthaus. Freibank. Heute: 2078 GMLeilS 50 Kfz. Morgen: Zt»n?kOriIlS .iQ Kfz. 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Ein bis zwei Schüler er halten in ruh. *11 n B£5 i t Hause gute und Aufs. unt. preisw. Beding. Näh, in d. Exped. d. Bl. |1567 chülcr finden gute Pension 11. Aufsicht. Bismarckstiaize 17. Iiruußt litt ^nrfmatktnkiinlit werden gebeten, sich zu einer Besprechung betrefienb Gründung eines Tauschvereins Freitag, den 13. März, abends 9 Uhr, im Cafs Ebel em^ufinöcn. jOluH-2 3 4 PmeuWiiLle nut jnljnlt am SDivntag, den 9. d. Alts, ui meiner Apothe liegen geblieben Eigentümer wolle sich melden. 01129______H. Dornberger. itinn^anngtr M Z (Kriegshund) mit schwarzem Nücken und gelben Füßen hat sich tu der Gegend von Großen- Linden verlauten. Wiederbringei Belohng. Jean Dern & Eo. Zur Anfertigung TOD Druckarbeiten aller Art empßehtt «ich die BrQbrsthe iDii.W- öod Sieindrarkeret (Pietsch ErDen) Glees*n, Scbolutrasse 7 i"! L. z. lt. Wm " Al. o. t]n|tr. Äus. 8 ll. BT. 8132 Sektion Giessen o. &. 0-. a.-v. Sonntag den 15, Marz: Tour Hl: AinSburg— Münzenberg— Steinfurth—Bad-Nauheim. Ab 8 Uhr vormittags vom LudmigKplatz. 3146