Bohnen , Eibsen Linsen I ia Sanerkranl Essiggurken Salzgurken gut kochend w, linutt; holl. Vollheringe L 4 und ö Psg. empfiehlt 1111 en. » X iTT^^224 Bta, |a **, tiiih fe «Alt U IW. W ait^utöi 6,*M‘ " ,»Ächq " Mn. ZHki "**, Mfe « Emil Fischbach. Robert Stuhl • I Bi’’'1 Pi*;0.; Auspatt^.. Dusih keme ä Ä«•#**» .L-z-S- «SZr-K ichem,^ eitkü'.,.M und r^*#***»*. 12 Sh W«*-1» !l*e »w*V **£»«* i Qiiijufl' ,.mnten lllll.A, /oiilii|lIi P,anos- f Zahlv^ MlB WM°»' K rm Mes. wneZ 6m, rMeL.MenWchesAusilV.. w-M, jammetroeidje Hm blendend ichöner Teint, ib • Alles dies erzeug! ^adebkllitt StekkeMd-^icmlllli-rW n ßnoiiDB & L«, a st öO Pi. bei: P. I. Aü^ieler, Lrog. _ ®r dentichesSchweiuei^üli p.'mw^r . । ,]'iq (Huff, Warums um ms» hierdurch » L'cl । einzig und 1 IahnhoMe-» iio9- ^s$s^s LS-KL Zweites Blatt. 153. Jahrgang Donnerstag iS. Februar 1 «»03 Aie heutige Yummer umfaßt 10 Seite«. Nr. 36 Gr,chet»t tSgttch außer SonnlagS. Dem Gießener Anzeiger werden tm Wechsel mit dem hessischen Landwirt die Stehever Familien, bliwer viermal in der Woche beigelcgt RolanonSdruck u. Verlag der Brüh l'schen Untveri.-Buch-u.Stein- druckorei (Pietlch Erben) lUöaflton. Lrpedttwn und Drucke rett Gchnlpraße 7. Cbrefle tür Depeschen r «nzetger Gießen. Fernsprkchanschluß Nr. 51. ÄSHF ® äk ve-ogSpreiO> nyf vd monallich7öPt.,oierleß» GietzenerAnzelgers v General-Anzeiger » V ‘SST Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen WZ —— _■■ _____________ 5Ctqented ban« Beck. Darmstädter Arief. Original-Korrespondenz unseres Darmstadter Bureaus. Darmstadt, 1L Februar. Wit dem morgigen Tage wird nun unsere zweite Kammer endlich zur Erledigung ihrer schwierigen und umfangreichen Ausgabe zusammentreten. Die bei Eröffnung des Landtags vom Präsidenten ausgesprochene Erwartung, daß die Etatsberatung in diesem Jahre wesentlich früher beginnen und schneller, als seither, zu Ende geführt werden würde, hat sich also nur in sehr beschränktem Maße erfüllt, denn in der zweiten Februarhälfte pflegte auch sonst die Feststellung des Haushaltsplanes ihren Anfang zu nehmen. Die Generaldebatte ist den Herren Volksvertretern diesmal dadurch sehr wesentlich erleichtert worden, daß sich der Herr Finanzminister nicht, wie das sonst zumeist üblich ist, umfassende oder überraschende Erläuterungen jum Etat bis zum Beginn der Plenar- beratung vorbehielt, sondern gleich bei Ueberreichung des Etats ein ausführliches schriftliches Exposee über die allgemeine Finanzlage des Landes erstattete. So hatten denn die verschiedenen Parteiführer und Etatsredner diesmal volle dritthalb Atonale Zeit, sich über alle Einzelheiten des Öaushaltsplanes gründlich zu informieren, und für die Generaldebatte vorzubereiten. Sie werden das Entgegenkommen des Finanzministers hoffentlich dadurch anerkennen, daß sie sich bestreben, möglichst sachlich und ohne allzuviele zwecklose Einwürfe den vorliegenden Etat zu behandeln. Einer maßvollen, objektiven Kritik der einzelnen Forderungen wird gewiß niemand etwas entgegenzusetzen haben, aber der in letzter Zeit nicht nur bei uns in Hessen immer mehr Sitte gewordenen Gepflogenheit, )ie Etatsdebatte zu allen mögliü-en Ausfällen und Angris- en oder für einseitige Parteibestrebungen au^unutzen, ollte man sich diesmal um so mehr zu enthalten bemühen, als in den sechs Wochen bis zum Beginn des neuen Finanzjahres nicht nur der Etat, sondern auch noch verschiedene andere, tiefer in das Finanzgebiet eingreifende Tinge, wie z. B. der Neubau des Darmstädter Hoftheaters, erledigt werden sollen. Ein recht umfangreiches — und sagen wir offen — auch recht garstiges Kapitel unter den demnächstigen Beratungsgegenständen der Kammer werden vor allem die Wahlprüfungen bilden. Ter Wahlausschuß hat bekanntlich die Aufgabe, bei allen Wahlen die Akten zu prüfen. Das Geschäft ist leicht, wenn kein Protest erhoben worden ist; dann konstatiert der Ausschuß einfach die , Zahl der für die einzelnen Kandidaten abgegebenen Stimmen und beantragt die Giltigkeitserllärung der Wahl, wie das morgen bei 15 von den 25 Neugewählten geschehen wird. Tagegen wird bei solchen Wahlen, gegen welche aus der Wählerschaft Beschwerde erhoben worden ist, eine genaue Untersuchung angestellt und zuerst die Staats-Anwaltschaft um die Vornahme eingehender Recherchen ersucht, wie dies jetzt z. B. bet der Wahl Ulrich-Offenbach angeordnet worden ist. Die ganze Sache kommt dann in der Kammer zur Verhandlung, wo schließlich durch Abstimmung über Giltigkeit oder Ungiltigkeit der betreffenden Wahl entschieden wird. Am meisten umsttitten werden dürsten in der Kammer demnächst die beiden Darmstädter Mandate. Die Wuhlmanner der jetzigen Mandatsinhaber sind bekanntlich nur mit verschwindenden Mehrheiten, meist nur vier Stimmen gewählt worden, einer sogar nur mit einer Stimme. Nach den amtlichen Wahlakten sott nun feftgestellt sein, daß ein Einwohner aus Desfungen, namens Schmitt, der nicht in der Liste stand, aus Versehen zur Abstimmung zugelassen wurde, während der später erschienene, berechtigte und eingetragene Wähler zurückgewiesen werden mußte. Damtt könnte tatsächlich der ganzen Wahlmännerlifte für Langenbach^-Saeng je eine Stimme zugeführt und der Lifte Buff-Viorneweg eine olche entzogen worden sein. Ferner wird aber in den ein- ;elaufenen Wahlprotesten eine längere Reihe von Per- onen namhaft gemacht, die mitgewählt haben sollen, ohne hessische Staatsbürger zu sein. Und damit kommen wir zu der wichtigsten Frage bei den gegenwärtigen Wahlprüfungen, nämlich der, wie sich Landtag und Regierung zu der Auslegung des Artikel 14 der Hess. Verfassungsurkunde stellen. Derselbe bestimmt, daß an der Wahl nur teilnehmen dürfen volljährige Inländer männlichen Geschlechts, welche wenigstens drei Jahre im Großherzogtum wohnen und in keinem fremden persönlichen Untertanenverhältnis stehen. Kann diese alte Bestimmung aus längst verschollener Zett noch heute angesichts der inzwischen geschaffenen Reichsbürgerschaft noch zu recht bestehen? Es gehören bekanntlich Biele dem hessischen Staate an, ohne ihr Staatsbürgerrecht in einem andern deutschen Bundesstaate ausdrücklich aufgegeben zu haben. Zählen diese nun zu den in einem „fremden persönlichen Untertanenverhältnisse" stehenden Personen? Und wie verhält es sich mit den erwähnten reichsgesetzlichen Bestimmungen? Da die Frage namentlich im Hinblick auf die Darmstädter Wahlen von entscheidender Bedeutung ist, aber auch im allgemeinen Interesse eine klare Beantwortung verlangt, so dürfte sie demnächst im Landtag eine eingehende Erörterung erfahren. Der Wahlausschuß sott sich, wie versichert wird, bereits dahin entschieden haben, daß die Aufgabe einer früheren Staats- angehörigkeir zur Teilnahme an der Landtagswahl nicht als erforderlich erachtcl werden fann. Cs wird aber trotzdem notwendig sein, oaß eine prinzipielle Entscheidung über diese Frage herbeigefüh.t wird. Allmählich beginnen nun auch hier, wie saft überall int Reiche, die im Frühsommer bevorstehenden Reichs- tagswahlen ihre Schatten vorauszuwerfen. Während der letzten Legislaturperiode des Reichstags war die hessische Landeshauptstadt durch den sozialdemokratischen Abg. Cramer vertreten. Jetzt machen sich in den Kreisen der noch nicht ganz der politischen Lethargie verfallenen Bürgerschaft Wünsche und Bestrebungen dahin geltend, einen Kandidaten in Vorschlag zu bringen, der die Stimmen aller antisozialdemokratischen Wähler auf sich zu vereinigen imstande ist. Daß ein solcher Mann mtt der Laterne gesucht werden muß, liegt auf der Hand, man hofft aber in ein- geweihten Steifen zuversichtlich, ihn zu finden. Gelingt es wirttich, und weiß man namentlich ein Mittel zu stnden, um die lässigen nichtsozialdemorratischen Elemente an die Wahlurne zu bringen, so ist es mit der sozialdemokratischen Herrschaft in Darmstadt vorbei. Denn der jetzige Vertreter im Reichstag ist im Grunde genommen nur ein Notstands- kandidat, den ein fester Ansturm der gemäßigten, unter dem Banner der Vaterlandsliebe sich zusammenfindenden Elemente leicht hinwegblasen kann! Politische Tagesschau. Kaiserbesuch in Kopenhagen? Aus Berlin, 11. Februar, wird uns geschrieben: Die Gerüchte von einem im Frühjahr bevorstehenden Besuch Kaiser Wilhelms in Kopenhagen wollen nicht verstummen. Aus Hofkreisen wird demgegenüber versichert, daß ein Beschluß in dieser Sache noch nicht gefaßt 'ist. Tie Erwiderung des vorjährigen Besuchs des dänischen Kronprinzen in Berlin seitens eines Mitglieds des deutschen Kaiserhauses stehe allerdings außer Zweifel, und es ttege immerhin die Möglichkeit vor, daß Kaiser Wil- belm auf der Rückkehr von der Jtalienfahct Kopenhagen berührt, um König Christian zum 85. Geburtstag persönlich zu beglückwünschen. Da das Erscheinen des Zaren in Kopenhagen für diesen Tag feststeht, ist also eine Begegnung beider Kaiser in der Hauptstadt nicht ausgeschlossen. An eine Entsendung des deutschen Kronprinzen nach Kopenhagen glaubt man nicht. Auch die dänische Presse beschäftigt ftch übrigens angelegentlich mit der Möglichkeit eines Besuches Kaiser Wilhelms am dänischen Hofe, ein Zeichen daß die Dänen auf das Bestehen guter Beziehungen zu Deutschland jetzt größeren Wert legen, als früher. Fluffiges Geld. Ein Berliner Mttarbetter schreibt uns unterm 11. Februar: Durch die heute erfolgte Herabsetzung des Reichsbankdiskonts von 4 auf 31/2 Prozent ist sozusagen von Amtswegen attestiert worden, daß der Bank- und Börsenverkehr im Zeichen der Geldflüssigkeit steht. Im Privatverkehr hat man die Konsequenz aus dieser Sachlage schon früher gezogen und den Diskont auf 2 Prozent und darunter er- mäß'gt. Tie Reichsbank als Zencralinstitut muß freilich mtt größerer Vorsicht verfahren, da an fie weit umfangreichere Ansprüche, und das jeden Tag, gestellt zu werden pflegen. Die Zett flüssigen Geldstandes ist die Zeit der Rentenemisfionen, eine neue Reichs- oder Staatsanleihe wird also nicht auf sich warten lassen. Uebrigens ist der Kurs der dreiprozentigen Renten — nur solche dürften bei Neu-Emissionen in Betracht kommen — gegenwärtig so niedrig, daß Reich oder Staat gerade fein gutes Geschäft machen. Auch bei der Etatsdebatte im Reichstag wurde über den niedrigen Kursstand der Renten geklagt. Herr v. Kardorff maß die Schuld den industriellen Obligationen bei, was schwerlich zuttifst, da das anlagesuchende Publikum diese Obligationen doch in selteneren Fällen kauft und dann den Wert genau prüft. Die Weltausstellung in St. Louis. Unser Berliner parlameuLarisch.r Mitarbeiter schreibt unterm 11. Februar: Ter in den Etat des Neichsamts des Innern eingestellte Reichszuschuß für die Beteiligung Deutschlands an >er Weltausstellung in St. Louis finuet nicht den Beifall )er Agrarier. Die Mehrheit des Reichstags dürste aber den Zuschuß ebenso anstandslos bewilligen, wie dies die Parlamente der anderen beteiligten Staaten tun werden. Daß Deutschland alle Kräfte an,pannt, um bei dem internationalen Wettbewerb mtt Ehren zu bestehen, liegt eben- 0 im allgemein-nationalen Interesse, wie in dem der Jndusttie, des Handels und der Schisfahrt Deutschlands, dtamentlich für die die nord atlantische Fahrt an erster Stelle betreibenden deutschen Großreedereien ist die Ange- Ugenhett von Belang. Nach dem weniger befriedigenden Betriebsergebnis der letzten Jahre muß das Ausftellungs- jahr für diese Reedereien ein Jahr Der Ernte werden. Jemehr also Deutschland sich beteiligt, desto größer wird der Andrang schaulustiger Ausstellungsfahrer, und es ist bekannt, daß nicht nur Deutsche, fonoern auch Engländer und Franzosen der Dampfer des Lloyd und der Patetfahtt ür die transatlantische Fahrt sich mit Vorliebe bedienen. Deutsches Keich. Berlin, 11. Febr. Der Polizeischutz des Kaisers hat seit einigen Tagen eine Verschärfung erfahren. Um bei Spazierritten des Kaisers Unter den Linden em Heranslürmen des Publikums und eine Schädigung der Anlagen zu verhüten, wird die Zahl der Schutzleute bedeutend verstärkt. — Der Kaiser halte heute eine Konferenz mit dem Reichskanzler und hörte später im königl. Schlöße die Vorträge des Chefs des Atilllärkabinetts, des Chefs des Adnuralftabs und deS Chefs des Mannekabinets. Später empfing der Kaiser den Kacdinal-Fürstbischof Dr. Kopp, der auch an der Frühstückstafel teilnahm, und am Abend vor dem Hof ball im Schlosse den französischen Botschafter Bih ourd. — Die Prinzessin Augusta von Hessen-Philipps, thal-Barchfeld und ihr Sohn Prinz Chlodwig treffen in diesen Tagen zum Besuche am Hofe des Königs von Däne- mark ein. — Aus dem „Reichsanz." ergiebt sich, daß der Re» dakteur der .Köln. Ztg.", Dr. Roack, das Offizierkreuz des Ordens der italienischen Krone und der Redakteur Dr. 0. d. Ra hm er den türkischen Medschidjeorden 2. Klasse, den türkischen Osmanieorden 3. Klasse und die türkische goldene Jmtiazmedaille, sowie den serbischen St. Saoaorden 3. Klasse erhalten hab-m. — Wie dem „Hannoo. Kour." zufolge verlautet, beab* sichtigen vier der größten Brauereien Berlins, darunter die Schultheißbrauerei, eine Verschmelung, und zwar dergestalt, daß drei von der größten aufgefauft werden. Als Grund für diese Fusion wird vor allem darauf hingewiesen, daß durch die Erhöhung des Gerstenzolles in dem neuen Tarif die Existenz des Braugewerbes erschwert wird, ebenso wie durch die drohende Bi ersten er, die auf Grund von Informationen aus den Kreisen der Brauereibesitzer von der Regierung in der nächsten Zeit bestimmt eingebracht werden soll. Braunschweig, 11. Febr. Dr. Karl Peters ver- öffentlicht in den „Braunschw. N. Nachr." eine Erklärung, in der er seine ursprünglich in diesem Blatte erhobene Beschul, bigung, Leutnant a. D. Bronsart v. Schellendorff sei der Fälscher und Urheber des Tucker-Briefes, zurück- nimmt. Peters giebt an, daß sein Vertrauensmann sich in einem Irrtum befunden habe. Heer und Flotte. Straßburg, 11. Febr. Dem .Saarb. Wochenbl? zufolge soll General der Kavallerie v. Langenbeck, Kommandeur des 2. Armeekorps, an Stelle des in nächster Zeit ausscheidenden Generalobersten Grafen v. Haeseler zum Kommandeur des 16. Armeekorps ernannt werden. London, 11. Febr. Großes Aufsehen- erregt hier ein in den Zeitungen veröffentlichter Brief des Kontreadmirals Cochrane. Dieser erklärte, daß sein Reffe Leoeson Gower, welcher Leutnant im Regiment der Garde-Grenadiere war, auf seinen Rat seinen Abschied nahm, weil er von einem in dem Regiment üblich gewordenen Leutnantsgericht, dem er vom Obersten wegen eines geringfügigen militärischen Vergehens offiziell überwiesen war, zur Prügelstrafe verurteilt wurde. Dieser Akt der Bestrafung von Leutnants sei in dem Regiment traditionell. Ausland. Paris, 11. Febr. Dem „Temps" wird aus Angou- lerne gemeldet, daß in verflossener Nacht eine Anzahl von Personen, darunter etwa 10 Offiziere der Garnison, durch die Straßen der Stadt zogen unter den Rufen: .Nieder mit ben Juden, es lebe die Armee, es lebe der König, es lebe der Kaiser!" Die Polizei zerstreute die Manifestanten. Mentone, 11. Febr. Gegenüber den ungünstigen Meldungen über den Gesundheitszustand des gegenwärtig hier weilenden Präsidenten Krüger wird mitgeteilt, sein Aussehen ist ziemlich frisch und sein Gang dem Alter nach elastisch. Bevor er seine Villa betrat, begrüßte er das vor feiner Villa harrende Publikum. Wien, 11. Febr. Das Kriegsminiflerium veröffentlicht eine Verordnung, wonach von den Offizieren die Ergänzung ihres durch die Konvertierung der einheitlichen Staatsschuld geschmälerten Einkommens bei den Heiratskautionen nicht verlangt wird. — Der Wehrausschuß fyat heute die Wehrvorlage unverändert angenommen. Ter sozialdemokratische Antrag auf Einführung der zweijährigen Dienstzeit wurde abgelehnt. Der Landesverteidigungsminister erklärte, die Beseitigung des Duells müßte auf tunlichst praktischem Wege angesttebt werden. Der Minister verweist auf den jüngsten Erlaß, der dahin geht, Ungehörigkeiten auf dem ordentlichen Wege 311 bestrafen und Zwischenfälle, wo tunlich, auf den, Wege dec Intervention seitens des Kommandanteii und dec Kameraden auszutragen. Uebrigens müßten die bürgerlichen Gerichte die Sekundanten mehr zur Verantwortung ziehen. — Die 72jährige Erzherzogin Elisabeth, Mutter des Erzherzogs Friedrich und der Königin Christine von Spanien, ist an halbseitiger Lungenentzündung erkrankt. Bisher nahm die Krankheit einen normalen Verlauf. Newyork, 11. Febr. Ter Senat hat die Bill über Einrichtung eines Handelsministeriums, ebenso die über die Veröffentlichung der Geschäftsausweise der Trusts angenommen. preuftljchi rs Abg; vr dueteuhause sprach am Mittwoch Abg. K opsch (fr. Vp.) den Wunsch aus, daß den Polizeibeamten für die Verfolgung von Verbrechen größere Mittel zur Verfügung gestellt würden.— Abg. v. Pappenheini hält die im Etat zur Förderuna der Fürsorgeerziehung der aus der Strafhaft entlassenen Personen ausgeworfene Summe von 24 000 Mk. nicht für genügend. — Abg. Hoheisel (Ztr.) wünscht, daß^die konfessionellen Erziehungsanstalren auch wirklich konfessionell bleiben, und daß nicht eine katholische Anstalt von einem Evangelischen geleitet werde.— Abg. Schmidt-Warburg (Ztr.) bittet, dafür zu sorgen, daß den katholischen Orden, die sich mit Fürsorgeerziehung befaffen, möglichstes Entgegenkommen bewiesen werde. — Minister v. Hammerstein bittet, einstweilen mit Anträgen auf gesetzliche Abänderung des Fürsorge-Gesetzes nicht hervorzutreten. Unter feinen Umständen dürfe natürlich das Gesetz zur Proselytenmacherei benutzt werden. — Abg. Fr. Friedberg geht auf die Vor- kommnisie bei der Untersuchungshaft des Arztes Dr. Schulz in Köln ein. Es sei nicht nötig, daß em in Untersuchungshaft befindlicher Arzt seine Zelle selbst reinigen müsse, und daß er nach Erlegung des Vorschusies für die Selbstbeköstigung zwölf Tage auf die Gewährung der Selbstbeköstigung habe warten müsien. — Ein Re gierungs- kommissar erwidert, die in dieser Angelegenheit ergangenen Gerichtsurteile bewiesen, daß die Kölnische Polizeiver- waltung in geradezu frivoler Weise durch den Arzt und die „Köln. Ztg." verleumdet worden sei. Die früyere Kronprinzessin von Sachsen. Tas Erkenntnis des Ehegerichtshofes (vgl. unser heutiges Parlamentsblatt) spricht die völlige Scheidung der kronprinz liehen Ehe aus, und da der König auf sein Bestätigungsrecht verzichtet hat, so erhält das Urteil sofort Rechtskraft. Was hinter den verschlossenen Türen verhandelt worden ist, erfahrt die Oefsentlichkeit zunächst natürlich nicht, aber da nach den amtlichen Bekanntmachungen die Klage des Kronprinzen nur auf Aufhebung der ehelichen Gemeinschaft gelautet hat, so ist der Antrag auf Scheidung der Ehe vermutlich von feiten des beklagten Teiles, also von der Prinzessin, gestellt worden. Es mußte in diesem Falle nach dem § 1575 des Bürgerlichen Gesetzbuches, der lautet: Der Ehegatte, der auf Scheidung zu klagen berechtigt ist, kann statt auf Scheidung auf Aufhebung der ehelichen Gemeinschaft klagen. Beantragt der andere Ehegatte, daß die Ehe, falls die Klage begründet ist, geschieden wird, so ist auf Scheidung zu erkennen. das Gericht die Scheidung aussprechen Scheidung „vom Bande" ist ein alter juristischer Ausdruck, wie überhaupt in dieser „Eheirrungs"-Angelegenheit mancherlei besondere und nicht jedem Laien sofort verständliche Ausdrücke zutage getreten sind. Die frühere Kvonprirrzessin ist nunmehr en d- giltig vom sächsischen Königshaus gelöst, kein Recht steht chr mehr zu, als die Herausgabe ihres Heiratsgutes, falls ein solches vorhanden ist, zu verlangen, kein Recht an ihre Kinder, oder auch nur an ein Wiedersehen mit ihnen. Heber die Kosten des Ge- rechtsverfahrens, auch der gesamten Verteidigung, die nach dem Rechtsspruch der Prinzessin zur Last fallen, wird vielleicht eine Einigung in der Stille erzielt werden, übermäßig hoch können sie nicht sein. So ist durch den Gerichtsspruch die unglückliche Frau tu die frostige Einsamkeit einer Frecheit gefloßen, die sie in unbegreiflicher Verblendung gesucht hat. Man mag Teilnahme mit chr fühlen, die Schuld an chrem Schritt, der nun diese furchtbaren Folgen nach sich gezogen hat, nicht nur bei ihr allein suchen; man mag überzeugt sein, daß, wie alles, auch hier etwaige Ränke und Machenschaften, deren Opfer vielleicht Prinzessin Luise geworden sein mag, zu chrer Zeit an die Sonne kommen werden: An dem Richterspruch läßt sich nicht rütteln, volle Objektivität ist dem Gericht gewahrt gewesen und dem Recht i'st sein Recht geworden. Die Verurteilte weilt indessen in chrem stillen Winkel tn der Metairie am Genfer See. Die richterliche Entscheidung ist chr schon mitgeteilt worden. Auf besondere Anweisung Lachcnals wird die Prinzessin täglich von Prof. Forel untersucht Zugleich werden vom Direktor Dr. Martin gründliche Beobachtungen angestellt Die beiden Aerzte sollen dann über das sogenannte „seelische Befinden" der Prinzessin ein längeres Gutachten adgeben. Tie Kronprinzessin ist nicht geisteskrank, dagegen, wie leicht begreiflich, in einer aufgeregten, von Gewissens- gualen und Heimweh gesteigerten seelischen Verstimmung. Die sich jagenden Fehltritte und Enttäuschungen haben ihre Folgen gezeitigt. Aber auch die letzige Isoliertheit und Ruhe befriedigen sie nicht. Sie will heim, nach Dresden, nach Salzburg, um Verzeihung zu bitten und wenigstens im Schatten ihres so jämmerlich verscherzten Glückes zu weilen. Ihr jetziger Zustand ist beklagenswert. Giron, dem sie chre ganze Zukunft opferte, hat mit ihr gespielt, wie die Katze mit der Maus und nun dasselbe frivole Spiel vielleicht schon wieder mit einer andern Dame begonnen. Und Leopold Wölfling, chr Bruder, der hin und wieder von Montreux herkommt, kann ihr auch wenig Mut mib Vertrauen mehr einflößen, da auch ihm ein gut Teil Schuld an der Verführung zu kommt. Wer ist dann noch da in der Umgebung? Alles frenide Gesichter, Insassen der Anstalt, Geisteskranke, Unglückliche. Hier kann und will die Kroiiprinzessin nicht bleiben und setzt deshalb alles daran, um in ernt stilles Heim nach Oesterreich zurückzukehren. Und sobald chr dieses gestattet sein wirb und die persönliche Disposition die Reise erlaubt, wird die Prinzessin den Heimweg antreten, um in einem stillen Plätzchen tn der Zurückgezogenheit zu leben. Das ist ihre beste Wahl, da in Dresden ihrer Wirksamkeit für immer ein Ziel gesetzt ist. Die Stellung des toskanischen Hofes zu der unglücklichen verirrten Tochter ist noch immer ungeklärt. Die Großherzogin weilt bekanntlich in Wien, doch wird dort vermutet, der Besuch müsse nicht notwendig einer Erörterung über die Verhältnisse der Kronprinzessin gelten, die Anwesenheit der beiben jüngeren Schwestern spreche eher für das Gegenteil. Die Großherzogin reise um diese Zeit alljährlich nach Wien und bringe einige Wochen daselbst zu. Außerdem weilt Kaiser Franz Josef gegenwärtig in Ofenpest. Nach der „N. Fr. Presse" wird betont, daß der Führung der Verhandlungen durch den Wiener Hof nicht nur von toskanischer Seite keine Schwierigkeiten in den Weg gelegt, sondern daß dies vom Großherzog ausdrücklich gewünscht wurde. Ter Großherzog soll bei dieser Gelegenheit, als es sich um das Eingehen in die Verhandlungen mit den Vertretern der Kronprinzessin handelte, in seinem gebrochenen Deutsch — er spricht mit stark italienischem Anklang — die Aeußerung getan haben: „Ich will von diese deutsche Mensche nichts wissen", womit er jedenfalls die Advokaten meinte. Für die Richtigkeit der Annahme, daß die Führung der Verhandlungen durch eine Wiener Hofstelle den Wünschen der Eltern der Prinzessin entsprach, wird auch noch die Tatsache angeführt, daß vor etwa acht Tagen ein Schreiben der Prinzessin Luise am Salzburger Hofe eintraf, aus dem zu entnehmen war, daß sie sich in unvorhergesehenen finanziellen Schwierigkeiten befinde, und in dem sie um die Zusendung einer entsprechenden Geldsumme bat, um in den nächsten Wochen ihren Aufwand bestreiten zu können. Dieses Schreiben wurde vom Hofe, da man nicht selbständig einen Drlschluß fassen wollte, unbeantwortet gelassen und nach Wien geschickt, von wo aus dann an den Anwalt der Prinzessin eine entsprechende Weisung abging. Unverbürgt verlautet, daß die Groß he rzo g in von Toskana nach chrer Rückkunft von Wien, vorausgesetzt, daß chre Reise den gewünschten Erfolg haben sollte, ihre seit Langem geäußerte Absicht, sich nach Cannes zu begeben, aus führen werde. In diesem Falle wäre ein Wiedersehen zwischen Mutter und Tochter nicht ausgeschlossen. Noch unverbürgter ist die Meldung, int Auftrag des toskanischen Hofes werde die Villa des Fürsten Wrede in Sanct Gilgen wohnlich eingerichtet. Man glaubt, daß die Kronprinzessin dort nach ihrer Niederkunft Aufenthalt nehmen werde. Indessen nimmt die Sache vielleicht abermals eine neue Wendung, da Giron soeben von der Prinzessin selber nach Nyon berufen worden ist, das er allerdings bereits wieder verlassen hat. Es heißt, er wolle mit dem Rechtsanwalt Lachenal darüber beraten, wie am besten einer Internierung der Prinzessin Luise in dem Sanatorium La Metairie bei Nyon vorzubeugen sei. Denn er argwöhnte, daß man dort die Prinzessin für geistesschwach er Hären und ihr dann dasselbe Schicksal bereiten werde, wie der Prinzessin Luise von Belgien. Tie Prinzessin hatte sich, so behauptet man, Giron gegenüber in einem Briefe beunruhigend geäußert und darauf hingewiesen, daß der Aufenthalt in der Heilanstalt, in der zahlreiche Nervenkranke wären, ihren Zustand eher verschlimmern als bessern würde. Diese neue Begegnung mit Giron auf Wunsch der Prinzessin selber muß selbstverständlich nicht nur in Dresden, sondern auch in Wien aufs unangenehmste überrascht haben und wird jedenfalls weitere schwerwiegende Konsequenzen nach sich ziehen. Aus München wird gemeldet: Wie verlautet, hat die Prinzessin Luise in dem Brief an die ihr befreundete Prinzessin Therese von Bayern mit aller Bestimmtheit versichert, das zu erwartende Kind habe den Kronprinzen zum Vater. Aus Stadt und Land. Gießen, den 12. Februar 1903. — Die nächste Sitzung der medizinischen Gesellschaft findet Dienstag den 17. Februar, abends 7 */z Uhr, im Hörsaale des anatomischen Instituts statt. Vortragender: Herr Dr. Koeppe: „Physikalische Diagnostik der Nierentätigkeit." Aerzte sind als Gäste willkommen. •* Freisinnige Volkspartei. Es wird uns geschrieben: Am vergangenen Sonntag tagte hier im Hotel Viktoria der Vorstand des Bezirks-Verbandes der Freisinnigen Volkspartei für die Provinz Oberhessen. Der Vorstand sah von einer aus Anlaß der Reichstagswahlen für die Provinz zu berufenden Parteiversammlung vorerst ab und zwar mit Rücksicht auf die im März d. I. nach Frankfurt am Main einzuberufende Landesversammlung für Hessen. Es wurde beschloßen, den Parteigenossen zu empfehlen, diese Versammlung zahlreich zu besuchen. ** Kriegerverein. Die gestern abend in der Restauration Feidel abgehaltene Hauptversammlung erfreute sich eines zahlreichen Besuches seitens der Veremsmitglieder. Nachdem der zwecke Vorsitzende die Erschienenen begrüßt hatte, wurde in die Tagesordnung eingetreten. Zunächst erstattete der Kassierer den Rechenschaftsbericht über das abgelaufene Vereinsjahr, aus welchem heroorging, daß der Rechnungsabschluß ein sehr günstiger gewesen ist. Die verzinslich angelegten Gelder sind von 3200 Mk. in 1901 auf 3800 Mk. zu Ende 1902 angewachsen. Außerdem hat der Verein noch 600 Mk., aus den Werningschen Kriegsfestspielen herrührend, zu Unterstützungszwecken zur Verfügung. Der Bericht wurde gutgeheißen und dem Kassier für seine nunmehr 16jährige Mühewaltung herzlichst gedankt. Hierauf trug der Schriftführer den Jahresbericht vor, der über die Vereinstätigkeit im abgelaufenen Vereinsjahr und über die Mitgliederzahl Auskunft gab. Aus diesem Bericht ging hervor, daß der Verein jetzt etwas über 300 Mitglieder zählt. An Unterstützungen für erkrankte Kameraden sind namhafte Beträge ansgezahlt worden; auch wurden, wie alljährlich, die Kinder verstorbener Kameraden bei der Weihnachtsfeier reichlich bedacht. Aus dem Ueberschuß bei den Kriegsfestspielen sind 17 5 Mk. an Kriegsveteranen verteilt worden. Im abgelaufenen Vereinsjahr wurden 6 Vorträge teils von dem 1. Vorsitzenden, teils von anderen Vereinsmitgliedern gehalten. Diese Vorträge waren fast immer gut besucht. Nachdem nun die Kasfenprüfungs-Kommission gewählt und der Voranschlag für 1903 genehmigt worden war, wurde zur Vorstandswahl geschritten. Die seitherigen Beamten des Vereins, Kamerad Amtsrichter Wiener, 1. Vorsitzender, Bommersheim, 2. Vorsitzender, Dort, Kassier, Mübus, 1. Schriftführer, wurden durch Zuruf einstimmig wiedergewählt. Bei der Wahl der Ausschußmitglieder erhielten die Kameraden Förtsch, Kling, Dörr, Stuhl, Heß, Merkel, Rohleder, Möser, Währum, Sauer, Nickel und Dickors die höchste Stimmenzahl. Hiermit war die Tagesordnung erschöpft und schloß der 2. Vorsitzende die Versammlung mit einem dreifachen Hoch auf Kaiser und Großherzog. g. Großen-Linden, 11. Febr. Die hiesige Wald- und Feldjagd wurde vorn Gemeinderat freihändig an ein Konsortium von Landwirten vergeben, wie man erfährt, zu einer Pachtsumme, die etwas geringer ist, als die, welche der seitherige Pächter für die Jagd bezahlt hat. Im Falle einer öffentlichen Versteigerung unserer Jagdgründe wäre zweifellos, schon in Rücksicht auf die günstige Lage (Nähe der Stadt, Bahnstation) und weil diese von guten Jagdrevieren umgeben ist, ein höherer Erlös für die Gemeinde herausgekommen. in. Lützellinden, 11. Febr. Im vergangenen Jahre hat unsere Gemeinde für Holz aus ihren großen Waldungen zwischen Klein-Linden, Gießen und Großen-Linden, die a n- sehnliche Summe von rund 30000 Mk. gelöst. n. Dutenhofen, 11. Febr. Wie wir kürzlich berichteten, soll im Frühjahr ein dritter Lehrer angestellt und ein Schulhausneubau errichtet werden. Der Gemeinderat hat nun aber die Anstellung des dritten Lehrers abgelehnt. Die Regierung wird jedoch auf diesem Beschluß bestehen bleiben. ** Mainz, 11. Febr. Stadtverordneten-Ver- sammlung. . (Sin Gesuch des Gewerkschaftskartells um Uebernahme der Kosten einer Arbeitslosenzählung auf die Stadtkasse gab zu einer längeren Debatte Veranlassung. Namens der sozialpolitischen Deputation war, trotzdem das Gewerkschaftskartell seinen Antrag zurückgezogen hatte, beschlossen worden, eine allgemeine Arbeislosenzählung durch die Reichsregierung zu befürworten, da eine lokale Zählung einen Wert nicht beanspruchen könne, auch müßte eine solche Zählung in kurzen Zeitabschnitten wiederholt werden. Die Bürgermeisterei wird daher ersucht, bei dem nächsten hessischen Städtetag diese Angelegenheit im Sinne der Deputation zur Beschlußfassung zu bringen. — Zur Frage der Sonntagsruhe in den Geschäften hat jetzt auch der evangelische Kirchenvorstand ein Schreiben an die Stadtverordnetenversammlung gerichtet. Es wird darin gebeten, die halbe Stunde von halb 11 bis 11 Uhr dem Geschäftsbetrieb nicht freizugeben, da der evangelische Hauptgottesdienst erst während dieser Zeit zu Ende geht. Im übrigen wird der in Aussicht genommenen Einschränkung der Sonntagsarbeit rückhaltslos zugestimmt. — Die bisher unerkannten Thäter, welche am 5. d. Mts. nachts den von der Musikprobe von Mainz nach Hause gehenden Musiker Jäger überfallen und schwer mißhandelt haben, sind verhaftet worden. Es sind dies drei in Bretzenheim und ein in HechtS- heim wohnende Taglöhner, welche sich nunmehr vor Gericht zu verantworten haben. — Der Bezirksausschuß der Gewerbeoereinsbezirke Mainz-Bingen halte eine Beschwerdeschrift an das Ministerium gerichtet, wegen der baupolizeilichen Geschäftsführung der Kreisämter Mainz- Bingen, besonders wegen verzögerter Erteilung von Baubeschwerden, ferner wurde gerügt, daß in den Landgemeinden des Kreises Mainz bei Neubauten eine doppelte Sockelreoision stattfinde, während dies im Kreise Bingen nicht der Fall sei, und daß sich staatliche Baubeamte bei der Lieferung von Materialien an Gemeinden beteiligten. Ein weiterer Punkt der Beschwerde betraf Arbeitsvergebungen an auswärtige Handwerker und Generalunternehmer. Da diese Beschwerde vom Ministerium als unbegründet zurückgewiesen worden ist, so haben die Mitglieder des Bezirksausschusses in einer Versammlung beschlossen, ihre Mandate in die Hände der Wähler zurückzulegen, damit die Wähler entscheiden können, ob die erwähnte Beschwerde „leichtfertig" war. Das Ministerium ist von dieser Entschließung in Kenntnis gesetzt worden. Worms, 7. Febr. Die Handelskammer Worms erklärte sich in einem vom Ministerium eingeforderten Gutachten nut dem Entwürfe über die Kaufmannsgerichte im Prinzip einverstanden, hält aber für notwendig, die Maximalgrenze des Jahresarbeitsoerdienstes von 3000 auf 5000 Mk. zu erhöhen. Für den § 3 des Entwurfs schlägt sie folgende Fassung vor: „Die Kaufmannsgerichte sind ohne Rücksicht auf die Höhe des Streitgegenstandes zuständig für Streitigkeiten aus dem Rechtsverhältnisse zwischen rc." Ferner soll ausdrücklich bestimmt werden, daß der Vorsitzende Jurist sein müsse. Auch weiblichen Kaufleuten und Handelsgehilfinnen, die über 25 Jahre alt sind, soll für die Wahl der Beisitzer das aktive Wahlrecht zugesprochen werden. Außerdem tritt die Handelskammer für eine Erhöhung der Berufungssumme von 100 Mk. auf 300 Mk. ein. Vermischtes. • Marseille, 11. Febr. Die Oelfabrik von Rocca, in der etwa 100 Arbeiter beschäftigt sind, wurde durch Feuer zerstört. Kunst und Wissenschaft. Die Buhn en an gehörigen der Kölner Stadt» theater erlassen eine in der Tonart recht geharnischte und schroffe Erklärung, in welcher sie ihrem Bedauern übet die Handlungsweise der slädtlschen Theaterkommission Ausdruck geben, indem diese „1. Direktor Julius Hofmann erlaubte, von seinem Vertrage unter Anwendung des berüchtigten Kündigungsparagraphen, wonach das gesamte Personal mit Ablauf der Spielzeit entlassen ist, znrückzu- treten; 2. dem neuen Direktor Otto Pnrschian ans Graz keinerlei Verpflichtung auferlegte, die laufenden Verträge in ihrer Gesamtheit und ursprünglichen Fassung zu übernehmen." Die Anstellung der Solomitglieder an den beiden Theatern, sowie die Erneuerung ihrer Verträge erfolgte bisher stets unter Zustimmung und nach den ausdrücklichen Wünschen der städtischen Theaterkoni- mission, derselben Kommission, die Direktor Purichian gestatte, nur einen Bruchteil des entlassenen Personals, und auch diesen nur unter veränderten Bedingungen, teilweise mit verkürzten Gagen, wieder zu engagieren. Die Kommission treffe somit die Hauptschuld dafür, daß eine grobe Anzahl bewährter Darsteller sich in schiverer Sorge um ihre Existenz und Karriere befinde. Kandel und Verkehr. Kolkswirychasl. Köln a. Rh., 10. Febr. Der Jahresbericht der Westdeutschen Bodenkreditanstalt über das 9. Geschäftsjahr ist erschieiieii. Tie ordentliche General-Versammlung der Aktionäre findet am 11. März d. Js. statt. Es wird eine' Dividende von 4 l/j pEt. (gegen 4 pCt. im 93.) vorgeschlagen. Köln, 11. Febr. Sämtliche Kaliwerke, die für die Schwemm' steinfabrilation in Betracht kommen, vereinigten sich zu einem Syndikat. Die Kalkpreise für die diesjährige Geschästszeit wurden von dein Syndikat erhöht. Hamburg, 11. Febr. Der Schiffsverkehr ^im Hamburger Haien nahm einen derartigen Umfang an, daß Schiffe nur mit außerordentlicher Verzögerung Landungsplätze erhalten könneii. Insonderheit bei der Hamburg-Amerikalinie nahm der Betrieb einen über die vorhandenen Landiingsgelegenheiten weit hmauSgehenden Umfang an, so daß die Gesellschaft, da ihr der vamburgische Staat nicht mehr in genügendem Maße Räume zur Verfügung zu stellen vermag, fortan auch die Altonaer Quais in Anspruch zu nehmen beabsichtigt. Diskontherabsetzung. Die Reichsbank hat den Diskont» satz von 4 auf 31 2 Proz. und den Lombardzinsiuß von 5 auf 4'/j Proz. herabgesetzt. — Dieser Herabsetzung haben sich angeschlossen die Badische Bank, die Bayrische Notenbank und die S ä ch s i s ch e B a n k. . Bremer Zigarrcnfabrikcn vorm. Biermann u. Tchorling, Bremen. Tie mit Mk. 2 Ali kl. Aktienkapital und Mk. 516 uuo restlicher Lbligationenschuld arbeitende Gesellschaft erzielte in 1902 nach Alk. 13 670 (i. V. Mk. 14139) Abschreibungen einen Reuige, winli uon Mk. 183 694 (Alt. 213 581), woraus, wie schon berichtet, 8 pEt. (9 pEl.) Dividende verteilt merben. Tas Sager liebt inU Mk. 1 44 Mill., Immobilien in Norddeutschland mit Mk. 0.37 Mtll., MS. !bl Sic Oclfabnt w (tbcäec b-Wtzt f“b' ”* WeM '"art re4 ;? K£nblung5W^ 9ehÄnJ oÄ -"d-"'bl t in Allsdnia g 'jbrtfdflj uni" . ,iiiiuugsp«l«S„ » jE I ■ Spiclje't feinerla je Tirckior JJbujennut^ eljonals, «4Hagen, w* I ter 9ft 'S &?Wuh, ti,m •bt». q* . SÄM«. bett3(n o ötteÖ8 llh, D-b-LAu"» M ,ut«lion ro,r , '*K 9 iutiicfoemJ t0^em do; Wu. 'Sorten Ln 7° 3«tob|*nitt “S mufc ,ltb >Ä** «9 bi* £* b« bem ^6f*«ä Pei‘ ® in bcn (s ' "»- ^envorstand tin en ^ung gerichte ten - von halb ii wird ^cben, da de! en?1^ *3eili-4 tÄ nommenen **t-Ä"8btt d.M. na^ ?^r un. 7 9^enben ajlu[ijet >elt hoben fak''3?8" 7*” ™b ein W ch° sch nmmeh, oot^l $,*SSu8 bet ®“, ■ni’-8iiigen hE eine 77 9."*- w-S-n bet 1 öec Kreisamter Main,- 3«ta Erteilung von Bau- 'm den Landgemeinden n eine doppelte Cockelrevismn e ^'ngen nicht der Fall sei, mte bei der Licserung von ligten. Ein weiterer Punkt ergebungen an auswärtige hmer. La diese Beschwerde et zurllckgewicsen worden ist, Mausschusses in einer Ber- ndnte in die Hände der >amit die Wähler entscheiden wbe „leichtsertig' war. Das jchließung in Kenntnis gesetzt Handelskammer Wormd nisterium eingesordeckn Gut« die Kausmannsgerichte aber für notwendig, die Maridienstes von 3000 auf 5000 des Entwurfs schlägt sie fol- mnnsgerichte finb ohne Mck- nstandes zuständig für Strei. erhältnisse zwischen re.' t werden, dch der Vorsitzende tichen Kaufleuten und Han« Jahre alt sind, soll für die ive Wahlrecht zugesprochen Handelskammer für eine Er- ion 100 Mk. auf 300 W. em. v 7 das 9. ®eötw^ JÄtTÄ** 'orO^Ä^dieiurd^^ SÄ'"*4«/ r n(H511 . , Ti-fo"*1 mtr L , ^hatde>'T'j^ KZ "?ZWI '*« ti* mit zusammen 20,625 fm. Dr. Heß. 1330 Bilanz Pro 1903 uK, £ 4892 53 46 14452 42 14452 42 Sandro Konlum-Derein KurLhardsfelden-Hppen- 1325 Eingetreten im Laufe des Jahres Ntithin Stand der Mitglieder . 1493 8066 67 75 19,79 0,50 0,67 0,20 0,98 1,87 1433 760 2657 rm rm rm rm rm rm 4651 1855 82 61 71 3 3 1 12 18 3,05 1 4,3 2,6 430 10,1 Nadel-Scheitholz, Eichen-Scheitholz, Nadel-Knüppelholz, Laubholz-Knüppelholz, Nadel-Wellen, Nadel-Stockholz, rod und Flmgegend, E. G. mit unbeschr. Haftpflicht. fm, fm, fm, fm, fm, fm, Fichtenstämme Kiefernstämme Weymouthskiefernstämme Weißtannenstamm Birkenstämme Fichten-Derbstangen Der Direktor: Philipp Nebeling. Der Rendant: Heinrich Schmidt V. Un< rreicht in tiäte und p*aktischer Verwendbarkeit sind _______ iAC «A 1534 — 1560 — Passiva. 1. Mitgliedcr-Conto 2. Kapital-Schulden 3. Warenschulden 4. Reservefonds 5. Betriebs-Rücklage von früher 6. Betriebs-Rücklage 7. Ueberschuß Aktiva. 1. Kaffenbestand am 19. Januar 1903 2. Ausstände 3. Warenbestand nach dem Einkauf Nutz- und Brennhölzer zum Verkauf: a. Nutzhölzer mit 24,01 fm. Submissions-Holzverkaus. Im akademischen Forstgarten bei Gießen liegen folgende Die Gebote sind getrennt nach Holzart und Sortiment pro Festmeter und Raummeter, sowie pro Hundert Wellen schriftlich oder mündlich bei dem Forstgartenaufseher Heinrich Dörmer abzugeben. Sie müssen spätestens bis zum 28. Februar 1903 abgegeben werden. Später eingereichte Gebote bleiben unberücksichtigt. Bei genügender Bürgschaft wird Zahlungsfrist bis zum 1. Oktober 1903 gewährt. Gießen, den 11. Februar 1903. Großherzogliche Direktion des akademischen Forstinstituts. 90 Stämme und 18 Derbstangen b. Brennhölzer. Gerichtssaat. Gtolp L Pomm., 11. Febr. Der Arbeiter B a n t i n, welcher im Oktober 1902 in einem Gehöft bei Daberkow zwei Frauen und drei Kinder erschlug, wurde heute vom Schwurgericht wegen fünffachen Mordes für jeden Fall z u m Tode und wegen Diebstahls zu flink Jahren Zuchthaus verurteilt. Universitäts-Nachrichten. Professor K r e h l, Vorstand der medizinischen Universitätsklinik in Tübingen, erhielt einen Ruf als Nachfolger des kürzlich ver- storbenen Geh. Medrzinalrats Käst nach B r e s l a u. m Süddeutschland mit Mk. 0.12 Mill, zu Buch. Bei Debitoren von Mk. 1.15 Mill. (Mk. 1.21 Mill.) sind Kreditoren etwas aus Mk. 0.23 Mill. (Alk. 0.19 Mill.) erhöht. Die Reserve enthält Mk. 0.34 Mill. Norddeutsche Lcdcrpappeufabrikcn. Tie pro 1902 auf 8 pEt. festgesetzte Dividende der Norddeutschen Lederpappenkabriken Aktiengesellschaft wird von jetzt ab mit 80 Mk. pro Aktie ausbezahlt. Ter AufsichtSrat der Weseler Bank beschloß, der am 16. März er. stattfindenden Generalversammlung, eine Dividende von 8 pEl. vorzuschlagen. Spanische Schuld. Die am 15. Februar fälligen Zinsscheine und gezogenen Stücke der Spanischen 5 pEt. amortrsablen Schuld werden von jetzt ab eingelöst. Die nächste Ziehung der Ungar. Hhp.-Bank 3% ^räm.« Obligationen von 1894 findet am 25. Februar er. statt. — DaS Zustandekommen des Deutschen Gnßröhreu- Syndikat» kann als gesichert bezeichnet werden. Tie konstituierende Versammlung findet, wie der ,B. G.-A." meldet, am 13. ö Mts. in Köln statt. Es wird in dieser Sitzung zugleich darüber Beschluß gekaßt werden, wohin das Zentral-Bureau gelegt werben loü. Ob die Buderus'schen Werke sich dem Syndikat an- schließen, wird an dem Zustandekommen desselben nichts mehr ändern. Zweifellos werden nach Zustandekommen des Verbandes die Verkaufspreise erhöht werden. Neueste Melimnuen. vriginaldrahtmeldungen des Gießener Anzeigers. Darmstadt, 12. Febr. (Eigener Drahtbericht.) Die Meile Kammer trat heute zu ihrer diesjährigen Beratung zusammen. Präsident Haas eröffnete die Sitzung um dreiviertel 11 Uhr. Der Vorsitzende des Wahlausschusses, Abgeordneter Cramer, brachte gleich zu Beginn insofern eine kleine Ueberraschung, als er beantragte, die Beschlußfassung über die Mahl der Abgeordneten Stöpler, Molthan, David, Haas (Mainz), Hauck von der Tagesordnung abzusetzen. Die Wahl der Abgeordneten Joutz, Schmalbach, Möllinger, Reinhart, Braun, Pennrich, Lang und Euler wurde bann ohne Debatte genehmigt. Später trat das Haus in die Etatsberatung ein, die Finanzminister Gnauth mit einer kurzen Erläuterung des Nachtragsetats einleitete. Nachdem sprachen die Abgeordneten Möller und Molthan, welch letzterer sich eingehend mit der Broschüre des Herrn Professor Dr. Biermer-Gießen beschäftigte. Dann wurde die -Ätzung auf morgen vertagt. Am Ministertisch 3 112 5 717 Zahl der Mitglieder im Anfang des Jahres . 115 Abgegangen durch Tod .... 1 Freiwillig ausgeschieden .... 2 3 |-Würze n. Auf das angelegentlichste empfohlen von Vt . Kaben«n; Kol., -rllten-Bnscck. 1109 8'/s°/o Reicheanleihe do. 3% 103.— 93.25 102.95 93.20 101.25 100.50 103.40 101.40 102.20 104.00 51.40 32.50 30 55 133 40 45.80 8*/o Mexikaner . . 4*/g /u Chinesen . . . Electrio. do> ackert . . Nordd Lloyd . . . Kreditaktien . . . Diskonto-Kommandit. . Darmstädter Bank . . Dresdener Bank . . . Ber iner Huudelsges. Oesterr Staatobahn . . Lombarden . . . . Uuttiiar >bahn . . . . Laarai lütte..... Bochum ... . . . Harpener..... Tendenz: fest. . 26.00 . 92.95 . 103.50 . 98 70 . 219 50 198.30 . 142.10 . 150.20 162.30 . 149.20 15.60 181.90 . 218.80 . 185.80 . 173.00 Sammte, Velvets, 9 direkt an Private. M Man verlange Muster. KU Krefeld. (Senf, 12. Febr. Pri uzessin Luise erklärte, daß dal Urteil übereinttimme mit den Wünschen, die sie selbst alsbald nach der Abreise mit Giro« geäußert habe. Tie Bemühungen des letzteren, die Prinzessin gestern in der Heil- anftidt La Metairie zu sprechen hatten keinen Erfolg. Die Prinzessin empfängt kei.ie Besuche, ihr Gcsundheüszustand »st aber befriedigend. Budapest, 12. Febr. Ein gestern aus Klausenburg abgelassener Personen^ug geriet in der Nähe der Station Glogovas in Brano. Ein Personenwagen 3. Klasse, der mit Landlcuten voll besetzt war, hatte infolge Heißi- lausens der Ziäder Feuer gefangen. Au, das dtotsianal der Reisenden wurde der Zug zum Stehen gebracht. Bei dem Versuch, sich durch die Em p serister in Si^-erheck zu bringen, haben mehrere Passagiere schwere Verletzungen da- vongetragen. Tanger, 12. Febr. Die Truppen des Sultans, die der Kriegsminister befehligt, machen gute Fortschritt. Die Kabylen von Riatka griffen diejenigen von Seraga an, die dem Prätendenten zugetan sind. Sie verbrannten viele Zelte und machten zahlr^icye Gefangene, die sie nach Fcz januten. Die Nachricht von diesem zweiten Siege des <-ultan- heeres hat in der Hauptstadt große Freude erregt. New York, 12. Febr. Auch Italien hat das englische Protokoll angenommen. Der Gesandte Bowen bot Deutschland nunmehr eine höhere Barzahlung an, falls es die Forderung von 340000 Dollar ausgebe. England und Italien sind mit der osfe- rierten Bevorzugung Deutschlands einverstanden. 8*/,% Konsole . . . ä% do...... ll/9°/n Hessen . . . 3% Oberhessen . . . 4-6 Oesterr. Goldreute . . 4*Oesterr. Bilberrento 496 Ungar. Goldrente . . 4U/ Italien. Rente . . . 4' ,96 Portugiesen . . . 0/ Portugiesen..... 196 C. Türken . . . . Türkenlose...... 4% Uriech. Monopo' -Anl. 41/, 96 äussere Argentiner waren: Staatsnrinister Rothe, Finanzminister Gnauth, Justizminister Dittmar und zahlreiche andere Regrerungs- Dertreter. Aschaffenburg, 12. Febr. Dem „Beobachter am Main" zufolge ist nunmehr das Projekt für einen Groß- schiffahrtsweg vom Main zur Donau von der zuständigen Stelle in Würzburg fertiggestellt. Dem Projekt ist eine umfangreiche volkswirtschaftliche Begründung beigegeben. Demnächst werden Erhebungen bei Körperschaften des Handels und Gewerbes über deren Stellungnahme zum Projekt vorgenommen. Berlin, 12. Febr. Außer dem konservativen Reichs-- tagsabgeordneten Grafen Roon ist auch der konservative Landtagsabg. Graf Dohna-Mallwitz aus dem Bund der Landwirte ausgetreten. Berlin, 12. Febr. In der neuen Kuppelei- Affäre wird das Ermittelungs-Verfahren mit großer Schnelligkeit betrieben. Durch die Aussage der jungen Mädchen ist eine Reihe angesehener Herren blosgestellt und die nächste Zeit dürfte noch weitere Verhaftungen mit sich bringen. Danzig, 12. Febr. Wegen schwerer Rekruten- mißhanolungen in etwa 150 Fällen verurteilte das Kriegsgericht den Unteroffizier Kowalski von der 9. Kompagnie des 127. Inf.-Regts. zu 2 Jahren 5 Monaten Gefängnis und Degradation. Dresden, 12. Febr. Zur Ehescheidung des sächsischen Kronprinzenpaares wird gemeldet: Da beide Teile römisch-katholischer Konfession sind, ist nach kanonischem Recht eine Ehescheidung nicht statthaft. Man nimmt aber in gut unterrichteten Kreisen bestimmt an, daß sich der Papst unter den obwaltenden Umständen zu einem Ehescheidungs-Votum bereit erllaren wird. Die Rente, die für die Prinzessin wahrscheinlich ausgesetzt werden wird, ist eine freiwillige Gabe des Kronprinzen. Brüssel, 12. Febr. Der Attentäter Rubino hat gegen seine Verurtellung Berufung eingelegt, die sein Verteidiger daraus begründet, daß ein Prozeß vor dem Schwurgericht unter keinen Umständen uni brachen werden darf. Paris, 12. Febr. Der „Jntransigeant" kündigt einen großen Skandal an, der heute zum Ausbruch gelangen soll. Es handell sich um eine sehr bekannte Persönlichkeit aus Gerichtskreisen, dessen Gattin unter Mitnahme von Juwelen undGoldsachen im Werte von über 100000 Francs mit einem jungen Manne entflohen ist. Der betrogene Gatte hat gerichtliche Krage eingeleitet und die Angelegenheit wttd viel Staub aufwirbeln. Rom, 12. Febr. Die Villa des Bürgermeisters von Palermo, Tasca, wurde von Briganten vollst ändigausgeraubt. Der Wert der von den Briganten gemachten Beute beziffert sich auf über 100 000 Lire. Telephonischer Kursbericht* Frankfurt u. u«, 12. Februar ldi3. Wer kommt? 1237 tz-ietzlner Sljchvorte Empfehle Donnerstag und Freitag eintreffend: 0660 Fst. grüne Heringe, per P^d. 12 Pfg. Fst. Speck - Cabliau, ohne Kops per Pjd. 30 Pfg., im Ausschnitt per Pfund 35 Psg. Fst. Weißfische, per Pfd. 30 Psg. Fst. Angel-Schellfische, p. Pjd. 20, 35 und 50 Pfg. Lahnhecht, Knurrhahn, Salm, Tasel-Zander, holl. Austern per Stück 15 Psg. Ferner empfehle: Fst. Kieler u. engl. Bücklinge, per Sliick 6, 7, 8 u. 10 Psg. Fst. Kieler Sprotten, 14 Pid. 15 Pfg., geräuch. Schellfische, Lachshcriuge. Fst. Brat-Bück- linge, per Stück 7 Pfg. Rollmöpse, Dismarckheriuge, Bratheringe re. re. Täglich von 4 Uhr ab: Frisch gebackene Fische und Fisch - Kotelettv. prompter ^rtlanb nach auswärts. L«, bükl, Marktplatz 5, Teleph.bO Stadl. 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