jährlich Mk. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen V monatlich 65 Pf.; durch die Post Nik. 2.— viertel- Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen jährl. ausschl. Bestellg. Annahme von Anzeigen iür die Tagesnummer biS vormittag- 10 Uhr. Zeilenpreis, lokal 12Pf^ auSwärtS 20 Pfg. Verantwortlich für den poltt. u. allgem. Teil i.V.; Fr.Hannemann; iür »Stadt u. Land" und »Gerichtssaal": Curt Plato; iür den Anzeigenteil: HanS Beck. Nr. 9 Erscheint tNgNch außer Sonntags. Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem hesstfchea Landwirt die Siebener Familien, blätter viermal in der Woche beigelegt. /Rotationsdruck u. Verlag der Brühl'fchen Unioeri.-Buch- u.Stein- kuderet (Pietsch Erbens 'Kdaktion, Ervedttton und Druckerei: Schnlftratze 7. Adresse für Depeschen: Anzeiger Gießen. FkrnsprrchanschlußNr 51. Zweites Blatt. 153. Jahrgang Montag 12.Jannar 1&03 GzcheKerNnNtßW " General-Anzeiger yeutLge Yvmmer umfaßt 10 Seiten. Sin Attentat aus den König von Spanien. Wie wir aeflern schon durch Aushang bekannt machten, ist auf den König von Spanien ein Attentat verübt worden. ES liegen biS jetzt folgende Meldungen deS .Wolffschen Telegraph en bureaus vor: Madrid, 10. Jan. (Amtliche Meldung.) Als der königliche Wagen sich auf der Plaza Oriente befand, trat ein Mann aus einer Gruppe Neugieriger hervor, erhob den Arm und gab einen Pistolenschuß auf den Wagen des Oberkammerherrn ab, konnte aber nur einmal schießen, baut der Befehlshaber der königlichen Eskorte verlebte ihn durch einen Säbelhieb am Kopfe und verhinderte so den zweiten Schuß. Tem Könige wurden Huldigungen dargebracht. Die Wagen fuhren langsam weiter nach dem Palast. Ter Präfekt ließ den Mann in Gewahrsam bringen, wo er erklärte, er heiße Feito, sei in Posada in der Provinz, Oviedo geboren, 34 Jahre alt und im Juni aus Mexiko angekommen. Tem Könige wurden von hervorragenden polittschen Persönlichkeiten begeisterte Kündgebrrngen der Loyalität dar- gebracht. Madrid, 10. Jan. (Ausführlichere Meldung.) Ter König, die Königin-Mutter imb-Infantin Maria Theresa hatten abends, wie herkömmlich, der Salve in der Kirche Bueen Suceso beigewohnt und begaben sich -u Wagen nach dem königlichen Palaste. Hinter ihnen fuhr der Wagen des Oberkammerherrn, Herzogs de Svto- mayor. Eben war die Plaza Oriente erreicht, aU ein Revolverschuß gegen den zweiten Wagen abgegeben wurde. Ter Befehlshaber der königlichen Eskorte st reckte den Verbrecher durch einen Säbelhieb zu Boden. Als der König den Schu'ß vernahm, beugte er sich ans Wagenfenster, wurde aber von der Köniatn- Mutter an der Hand aus den Sitz zurückgezogen. Ter Verhaftete, der nach nunmehriger Feststellung Feito heißt, erklärt, ec habe nicht beabsichtigt, irgend jemanden von der königlichen Familie zu töten, sondern den Oberkammerherrn, gegen den er emfte Beschwerden habe. Er leugnet, Anarchist p sein, und giebt an, er sei mit einer Französin verheiratet. Die im Jrrenhause sei. In seinen Taschen fand man eine Reihe Papiere, darunter eingeschriebene Briefe, an mehrere Monarchen Europas, an den Präsidenten Roosevelt und an einen Gerichtspräsidenten in Mexiko. Feito machte seine Aussagen beim Verhör ruhig, doch geht aus seinen Reden selbst hervor, daß er nicyt klaren Geistes ist. Eine Depesche des Ministers des Innern an die Präfektat stellt fest, daß der von Feito verübte Anschlag gegen den Ober- kammerherr-n und nicht gegen den König gerichtet war. Wie sich herausstellt, befand sich der Herzog de Soto- mayor nicht in dem Wagen, gegen den Feito den Schuß ab^ab, vielmehr faßen in ihnt der Oberstallmeister Älarquis Mina und zwei Palastwürdenttäger. Ter Polizist, der Feito verhaftete, erzähll: Als der Wagen des Königs vorüber war, sei der Mann vor gesprungen und habe einen Pistolenschuß auf den zwecken Wagen abgegeben. Er habe ihn dann durch einen Säbelhieb verhindert, noch einen Schuß abzufeuern. Feito rief ihnai zu: „Sie wollten mich töten, aber ich will den Herzog de Sotomayor töten, der die Ursache all meines Unglücks ist." Bei dem .Verhör im Hauptgefängnis wiederholte Feito nachdrücklich die Erllü- runa, daß er niemand von der königlichen Familie töten wollte. Ter Ministerpräsident teilte abends Berichterstattern mit, Feito glaubte in der Tat, daß der Herzog de Soto- mayor sich im zweiten Wagen befand. Madrid, 11. Jan. Tie Behörden gewamten aus den Verhören Feitos die Ueberzeugung, daß er an Verfolgungswahn leidet. Madrid, 11. Jan. Es heißt, daß der Attentäter Feito auf Ansuchen seiner Gattin bereits einmal in einem Jrrenhause in Marokko unter gebracht war. Madrid, 11. Jan. Tie Feststellungen der Polizei und des Präfekten ergaben als sicher, daß Feito keine Beziehungen zu den Anarchisten hatte. Ein weiteres Telegramm meldet uns: Madrid, 11. Jan. Zu dem Attentatsversuch werden noch folgende Einzelheiten gemeldet: In den Taschen des Attentäters fand man verschiedene Papiere, darunter eine Visitenkarte des Bürgermeisters von Madrid, Schreiben an den deutschen Kaiser, den Zaren, den König Eduard, den Präsidenten Roosevelt und den Präsidatten des obersten Gerichtshofes in Mexiko. Ter Attentäter nennt sich 5cito und behauptet, mit einer Persönlichkeit verheiratet zu sein, die er, weil sie geisteskrank, in einem Asyl interniert habe. Er sei kein Anarchist. Ter Minister des Innern hat sofort an den Präfektat telegraphiert, daß das Attentat nicht gegen den König gerichtet gewesen sei. Feito ist gestern abend noch einem Verhör in das Gefängnis abgeführt worden. Ter Untersuchungsrichter begab sich nach 9 Uhr abends nochmals ins Gefängnis, um ein neues Verhör anzustellen. Feito blieb dabei, daß er nicht die Absicht hatte, ein Attentat gegen die königliche Familie zu verüben. Der Konflikt mit Kmezuela. Tie nach Verliit gelangten Erllärungen Castros sind — so wird offiziös geschrieben — zwar noch weit entfernt, in jeder Beziehung zu befriedigen, sie lassen aber doch in gewissen Punkten ein Ein lenken erkennen. Es ist vielleicht möglich,für den Ernst der Nachgiebigkeit Venezuelas bestimmtere Bürgschaften zu erhalten und auf dieser Grundlage mit einem Vertreter Venezuelas in Washington in eine Vorbesprechung über die Regelung der Angelegenheit ein- zutreten. In amerikanischen Kreisen wird der Hoffnung Ausdruck gegeben, diese Vorbesprechungett könnten zu einer umfassenden Einigung führen, sodaß Stteckpunkte, die der Entscheidung des Haager Schiedsgerichts zu unterbreiten wären, nicht mehr übrig bleiben würden. Ob in der Tat die Haltung Venezuelas eine solche sein wird, daß diese Hoffnung Jtcfi erfüllt, bleibt abzuwarten. Ueber den Inhalt der Antwortnote Castro- verlautet: Sie enthüll die in allgemein zustimmenden Ausdrücken ab- gesaßte Annahme der Forderungen der Mächte. Es wird nunmehr dlie Aufgabe der Tiplomatte sein, diese Zusage in durchaus befriedigende Form zu bringen, und es werden zu diesem Zwecke die Verhandlungen fortgesetzt. Tie Zusage Castros beweist, daü die örtliche Blockade nicht wirkungslos geblieben ist, vor allem aberXläßt sie darauf schließen, daß Castro bte Hoffnung verloren hat, daß die Vereinigten Staaten sich schützend zwischen ihn und die Mächte stellen werden. Caracas, 11. Jan. Tie Regierung wurde davon in Kenntnis gesetzt, daß die Mächte nicht beabsichtigen, die Blockade vor der Ankunft des amerikanischen Gesandten Bowen in Washington aufzuheben. Deutsches Keich. Berlin, 10. Jan. Ter Kaiser bestimmte, wie aus Kiel gemeldet wird, daß die Mannschaften sämtlicher See- ftreitrräfte in Venezuela einschließlich der Schulschiffe Kriegsgebührnisse erhalten. Tie Bekanntmachung der Blockade am 20. Dezember gilt dabei als Beginn der Mobilmachung. — In der g»roßen Wandelhalle des Reichstages auf dem Grundstein des Reichstagsgebäudes ist jetzt das Gysis-Modell der Statue Kai ser Wilh e lm I. in derselben Größe und Ausführung aufgestellt worden, wie es später in Marmor sich dort erheben soll. Tie Figur hat fast doppelte Lebensgröße. — Wie ein parlamentarischer Berichterstatter meldet, ist der Wortlaut der Thronrede, welche Graf Bülow bei Eröffnung des preußischen Landtags am Tienstag verlesen wird, bereits festgestellt. Ter Passus, daß die Kanal-Vorlage auf alle Fälle in einer anderen Session eingebracht werden wird, soll in derselben enthalten fein. Im übrigen wird die Thronrede als Vorlagen ankündigen: den Etat, die sechs Werstaatlichungsgeseße von Eisenbahnen, den Gesetzentwurf betreffend den höheren Verwaltungsdienst und die Vorlage betreffenb Umgestaltung des Grunewaldes. — Ton preußischen Justizminister Schönstedt, der sich bekannllich der freier seines 70. Geburtstages durch Abwesenheit von Berlin entzogen hatte, sind der „Nordd. Allg. Ztg." zufolge zu jenem Tage Blumen spenden, Glückwünsche und Adressim in sehr großer Zahl zugegangen. — Reichskanzler Graf Bülow hatte gestern eine längere Unterredung mit Baron Speck von Sternburg und empfing dann den neu ernannten serbischen Gesandten. — Wie die „Voss. Ztg." erfährt, eilt, die Nachricht der „Naren Freien Preffe", es sei an östreich-ungaischer Regierungsstelle bekannt geworden, daß eine schriftliche Note der deutschen Negierung an die Ministerien von Oesterreich, Italien und Rußland, in Verhandlungen über einen neuen Handelsvertrag einzutreten, in allernächster Zeck zu erwarten sei, den Tatsachen voraus. Bisher hat das Auswärtige Amt eine solche Note nicht vorbereitet. — Wolffs Telegraphenbureau meldet aus Pera: Nach offiziellen Mitteilungen der Pforte wurde der hiesige Generaldirektor der Banque Ottomane Aubrineau beauftragt namens dieser Bank, sowie des Comptoir d'Escompte uni) der Banque Francaise die UnifikationSverhandlungen zu führen. Dresden, 10. Jan. Das Befinden des Königs Georg von Sachsen hat sich derart gebessert, daß Hofberichte nicht mehr ausgegeben werden. Hannover, 10. Jan. Heute vormittag fand vor dem Kaiser eine Parade der hiesigen Garnison statt. Tas Füsilier-Regiment Prinz Albrecht und das Infanterie-Regiment Nr. 74 waren in Toppel-Kolonnen aufgestellt, die berittenen Truppen in Eskadron- bezw. Bataillonsfront. Tas Feldartillerie-Regiment v. Scharnhorst sowie die Unteroffizier-Reitschule erschienen zu Fuß wegen der herrschenden Pserdekrankyeit. Punkt 11 Uhr erschien der Kaiser vor dem Schloß mit Gefolge. Der Adonarch, welcher die Uniform seines hannoverschen Leibregiments angelegt hatte, schritt Die Front ab und begrüßte die Truppen mit einem lauten „Guten Morgen", was von den Mannschaften kräftig erwidert wurde. Alsdann erfolgte zweimaliger Vorbeimarsch und zwar das erste Mal in Zügen, das zweite Mal in Kompagnie- bezw. Eskadrons- und Bataillonsfront. Nach dem Abrücken der Truppen nahm der Kaiser militärische Meldungen entgegen. Kurz nach 12 Uhr kehrte der Kaiser an der Spitze der Fahnenkompagnie in das Schloß zuruck. Ter Kaiser ist um 4 Uhr mit Gefolge nach Berlin abgereist. Kirche und Schule. 1. Frankfurt, 11. Jan. Tie Realgymnasialkurse für Mädchen in Frankfurt a. M. eröffnen Ostern eine neue 5. Klaffe (Obertertia) und führen die bestehenden Klassen als 4. Klasse (Untertertia) und 3. Klasse (Obersekunda) weiter. Die Aufnahme in die unterste Klasse ist durch eine Prüfung bedingt, in welcher sich die Schülerin darüber auszuweisen hat, daß sie sich den Lehrstoff der höheren Mädchenschule angeeignet hat. Das Schuljahr beginnt am Montag nach der Osterwoche. Die Anmeldungen haben bis 31. Januar zu erfolgen und werden von dem Leiter der Kurse, Herrn Stadtschulrat Dr. W. Längen, Schöne Aussicht 16, und im Schullokale, Im Trutz 18 p. (Sprechstunden: Mittwoch und Samstag 11—12 Uhr) entgegengenommen. Ausland. Rom, 10. Jan. Der König empfing heute vormittag int Quirin al mehr als anderthalb Tausend Vertreter von Provinzialbehörden, Veteranenvereinigungen und Italieni^en Kolonien, welche zu denen gehört hatten, die gestern im Pantheon am Grabe König Viktor Emanuels vorübergezogen waren. Der König dankte allen Teilnehmern an der gestrigen Feier. General Desoiinaz hielt eine Ansprache an Den König und überreichte ihm die aus Anlaß der gestrigen Feier geprägten Golddenkmünzen für die Mitglieder der königlichen Familie. Madrid, 10. Jan. Das Heer des Prätendenten soll nunmehr auf Fez losrücken. Eine amtliche Bestätigung liegt bis jetzt nicht vor. — Der „Jmparcial" verzeichnet das Gerücht, der spanische Kriegsminiiter habe zwei Bataillone und eine Batterie dringend nach Algeciras beordert. Die Spannung aus den meckeren Gang der Ereignisse ift hier lehr groß. London, 10. Jan. Den Zeitungen wird aus Pretoria vom 8. d. telegraphiert: Bei Der, auf derr Ueber- reichung der Burenadresse folgenden Unterredung zwischen Chamberlain und den Burenführern kamen auch die von Transvaal nach Europa gerichteten Geldsendungen zur Sprache. Hierbei erklärte Schalk Burger, er wisse nichts davon, daß große Summen nach Europa geschickt worden seien. Er glaube, daß das Geld, welches man für das in Den, Minen beschlagnahmte Gold erhalten habe, für die Kosten des Sieges verbraucht wurde. Es sei ober möglich, büß noch ein Ueberschuß vorhanden sei. Er sei bereit, sich an den Bestrebungen, das Geld wiederzuerlangen, zu beteiligen. Chamberlain erwiderte, es sei ihm bekannt, daß die auf das Geld bezüglichen Bücher nach Europa gesandt wurden und verschwunden seien. Man wisse nicht, an wen das Geld geschickt worden sei. So lange das nicht bekannt sei, wäre e$S unmöglich, eine Rechnungslegung zu erlangen. Botha erklärte, er habe bereits Schritte zur Wiedererlangung des Geldes getan. Newport, 10. Jan. Der deutsche Botschafter von Holl eben ist am Donnerstag abend in Newyork eingetroffen. Er lehnte jede Unterredung ab oder überhaupt eine Aeußerima darüber, mit welchem Dampfer er am Samstag abreifen werde. Seine Unpäßlichkeit hat sich durch die andauernd rauhe Wirkung in Washington verschlimmert. Der erste Sekretär der Dortigen Botschaft Graf von Quadt-Wykradt-Jhny ist mit der Wahrnehmung der Geschäfte beauftragt worden. Seine Beziehungen zum Staats-Departement sind sehr herzlich. Aus Aiuüt und Laut. Gießen, den 12. Januar 1908. • * Gebenktage. Zu Wels in Oestreich starb am 12. Januar 1519 Kaiser Maximilian I. Bekannt ist oon ihm die Erzählung, wie sich der Kaiser einst in Tirol bei Verfolgung einer Gemse auf der Martinswand so verstiegen hatte, daß man ihn bereits verloren gab, aber doch noch glücklich befreit wurde. Durch Einführung des Postwesens erwarb sich Maximilian segensreiches Verdienst, indem er den Grafen Franz von Thurn und Taxis bewog, zwischen Brüssel und Wien eine regelmäßige Postfahrt einzurichten. In seinen letzten Lebensjahren pflegte er auf allen Reisen einen Sarg mit sich zu führen. * * Hofnachrichten, lieber die Hinreise Seinem Kgl. H. des Groß Herzogs nach Delhi entnimmt die „Darmst. Ztg." einer weiteren brieflichen Meldung, Datiert Bombay, 26. Dezember 1902, folgendes nähere: ,Se. Kgl. Hoheit der Groß Herzog sind heute - morgen wohlbehalten hier eingetroffen und sogleich mit Sonderzug weitergefahren nach Delhi, welche Stadt nach 36stündiger Eisenbahnfahrt erreicht werden wird. S. K. H. wurden bei der Ankunft in Bombay von dem Vertreter des Gouverneurs und dem deutschen Konsul, sowie von dem zu S. K. H. während des Aufenthalts in Indien kommandierten englischen Ofsi- zier, Major Dicks des 2. Punjab-Kavallerie-Negiments, empfangen und zum Bahnhof begleitet. Tie Seereise war für die jetzige Jahreszeit eine sehr günstige bei angenehmer Temperatur. Sc. Kgl. H. werden bis zum 10. Januar in dem Zeltlager des Vizekönigs Wohnung nehmen, während welcher Zeit die Festlichkeiten des Durbar stattfinden. * • Personalien. Am 8. Januar wurde der ordent» liche Professor in der philosophischen Fakultät der LandeS- Unioerfität Gießen, Dr. Albrecht Dieterich, auf sein Nachsuchen, mit Wirkung vom 1. April 1903, aus dem Staatsdienste entlassen. — Bestätigt wurde am 9. Januar die am 21. Dezember 1902 durch die Stadtverordneten-Ber- ammlung zu Bensheim erfolgte Wahl des Spenglermeisters Jean Denig zu Bensheim zum 1. und des Kaufmanns Karl Nostadt zu Bensheim zum 2. Bürgermeisterei-Beigeordneten der Kreisstadt Bensheim. * * Das 25jährige Dienstjubiläum feierte dieser Tage Herr Oberpostassistent Sehrt vom Hauptpostamt. * * Kostenfreie Unterrichtskurse in Sprachen und Handelswissenschasten sollen hier am Platze durch den Re- formbildungSv^rein e. 93. veranstaltet werden. Alle Diejenigen, welche sich für eine Bildung der hiesigen Ortsgruppe interessieren und an den Freitürsen teilnehmen wollen, mögen ibre Adresse an den Vorstand in Hamburg 30, Mansteinsir. 47 einjenDen. Die Leitung Der Diesigen Ortsgruppe, fol durch einen DerwaltungSrat geschehen, wozu sich gebildete Herren, Lehrer oder Kaufleute melden können. ** Aus derZweiten Kammer. Der WahlprüfungS- Ausschuß der Zweiten Kammer der Stände tritt am Donnerstag den 13. Januar zusammen. •* Auszeichnung. Dem König!» Lokomotivführer der Main-Weserbahn und bisherigen Werkmeisteranwarter, LouiS Kinkel wurde zu seiner am 1. Januar 1903 erfolgten Ruhestandsversetzung das allgemeinen Ehrenzeichen verliehen. — Dieselbe Auszeichnung wurde den Weichenstellern Bandel und Loch in Gießen, sowie dem Weichensteller Hepp in Dutenhofen zuteil. ** Tagesordnung für die Sitzung der Stadt- verorHneten-Versamm'lung auf Donnerstag, den dringen am Mittwoch, den 14. ds. Mts. als erste Gastspiel- Vorstellung die Novität „Das Glöckerl vom Birkenstein", Volksstück mit Gesang und Tanz in drei Akten von Hermann Schmid. Es ^mvsteblt fick. Billrts w erschienen, ebenso aus seinem Filialdorf Oppenrod, auch die ganze Gemeinde nahm teil, sodaß die Kirche kaum die Leidtragenden zu fasten vermochte. Beiin Trauergottesdienst predigte Pfarrer Schulte-Beuern, während Dekan Strack- Leihgestern eine ergreifende Grabrede hielt. Beide Redner hoben die Verdienste und edlen Charakterzüge des Verstorbenen hervor. g. Lützellinden, 11. Jan. Im Frühjahr soll hier mit dem Neubau eines Schulhauses begonnen werden. Dasselbe soll 4 Säle enthalten. Die seitherigen Schulsäle sollen in Lehrerwohnungen umgebaut werden. An unserer 3klassigen Schule wirken z. Zt. nur zwei Lehrer, die 3. Stelle soll nun auch besetzt werden. Wetzlar, 11. Jan. Zur Feier des 25jährigen Jubiläums des Rektors Luerssen veranstaltete das Lehrerkollegium der evangelischen Stadtschulen vorgestern abend im „Deutschen Hause" ein Festessen. Als Gäste waren anwesend: Herr Superintendent Schöler, Herr Kreisschulinspektor Geibel, sowie Herr Seminarlehrer Padderatz. b. Bad Nauheim, 9. Januar. Dem Großh. Bademeister Kissel hier wurde von dem Fürsten zu Schaumburg-Lippe das Schaumburg-Lippische Verdienstkreuz verliehen. n. Friedberg, 10. Jan. Stadtrechner Maul hat dieser Tage sein Amt zum 1. April gekündigt. Seine Stelle soll laut Beschluß des Stadtrats ausgeschrieben werden, der AnfangSgehalt soll 2000 Mk., der Höchstgehalt 4000 Mk. betragen, wozu noch 300 Mk. für Bureaumiete kommen. — Die Stadtverordneten beschlossen ferner, gegen einen Besitzer, Vorstellungen, deren Besuch bei der kurzen Dauer des Gast- piels voraussichtlich ein sehr reger werden wird, schon jetzt oei Herrn Ernst Challier zu bestellen. Abonnementsbillets haben keine Gültigkeit. Die Preise der Plätze stellen sich im Vorverkauf auf 3,50 Mk. für Loge, 3 Mk. fürSperr- itz, 2,25 Mk. für 1. Parquet und 1,25 Mk. für 2. Parquet. )ür die Herren Studierenden kostet die Estrade 1,50 Mk. ** Theaterverein. Die nächste (5.) Vorstellung des Theatervereins findet am Mittwoch den 21. Januar tatt. Zur Aufführung gelangt das schöne Stimmungsbild von Walter Schmidt-Häßler „Herbst" und die neue dreiaktige Komödie von Ludwig Thoma, „Die Lokalbahn". In beiden Stücken tritt Herr Krause vom Kgl. Hoftheater in Stuttgart als Gast auf. ** Der diesjährige Gauturntag des Gaues Hesten findet am 25. Januar vormittags 9 Uhr in Steins Saalbau statt. Auf der Tagesordnung stehen u. A.: Bericht des Gauturnwarts; Rechnungsablage für 1902: Wahl des 1. GauternwartS, da der seitherige 1. Gauturnwart Schneider-Marburg im vergangenen Jahre starb; Fest- etzung des Gauturnfestes 1903, gemeldet haben sich Wetzlar, Schotten und Usingen; Gauturnfahrt 1903; Besprechung über Gründung einer eigenen Zeitung für den Gau Hessen; Anrag Bad Nauheim: „Beschwerde über Handhabung der Haftpflichtversicherung"; Antrag Gießen: „Auf den Gauturnesten und -fahrten soll wieder wie früher um Ehrenpreise ge- urnt werden"; Besprechung über das 10. deutsche Turnfest zu Nürnberg. • * Erklärung, UnS wird geschrieben: Die in einem Blatte am 9. d. Mts. verkündete unerwartete Revision duch gesagt, stark übertrieben fein. Eine „unerwartete" Revision ! ann niemals einen Angehörigen des Regiments bei dem Zustand, in dem letzteres sich befindet, in Angst versetzen. Es bat vielmehr jeden gefreut, Se. Excellenz, der stets für das Wohl des Einzelnen mit größtem Jntereste besorgt ist, persönlich kennen zu lernen. Was die Revision auf Rein- ichkeit der Ohren der Unteroffiziere anbetrifft, wie es der genannte Artikel ausführt, so ist diese Bemerkung eine Unwahrheit, die nur der Phantasie eines Menschen entspringen kann, der selbst mit seiner persönlichen körperlichen Beschaffenheit im Unklaren ist. * * Wie schwer ist eine Million? Nach genauer Feststellung wurde ermittelt, daß das Gewicht einer Million beträgt: in Tausendmarkscheinen 2 Kilo, in Fünfhundertmarkscheinen 3,5 Kilo, in Hundertmarkscheinen 13 Kilo, in Fünfzigmarkscheinen 25 Kilo, in Zwanzigmarkscheinen 46,44 Kilo, und in Fünfmarkscheinen 145 Kilo. * • Die Firma Haasenstein u. Vogler, A.-G., )dt auch für das Jahr 1903 ihren altbewährten Zei- ungskatalog herauSgegeben, der sich durch seinen ge- liegenen Inhalt ganz besonders auSzeichnet. An das allgemein gehaltene Vorwort schließt ein TageS- und Notizkalender, )ann folgt ein ausführliches Eingehen auf die Reichsbank und deren Geschäftsverkehr, daS Post-, Telegraphen- und Fernsprechwesen, ferner das Agentenverzeichnis der Annoncen- Expedition Haasenstein u. Vogler A.-G. (Deutschland, Schweiz, Italien und Oesterreich) und daS Ortsregister der politischen Zeitungen. Eine umfangreiche Zusammenstellung aller Tageszeitungen, die nach Staaten und Provinzen alphabetisch übersichtlich geordnet sind, ermöglichen eine schnelle Orientierung; ebenso zweckmäßig und von größtem Vorteil ist die bei jedem Orte vermerkte Einwohnerzahl. Dann folgen die nach Branchen aufgeführten Fachzeitschriften, ferner die Kurs- und Reisebücher-Kalender und empfehlenswerte Anzeigen vieler Zeitungen. . • • Einrichtung einer d eutschen Po st an st alt in Nanking (China). In Nanking (China) ist eine deutsche Postanstalt eingerichtet worden. Ihre Tätigkeit erstreckt sich auf den Briefpost-, ZeitungS- und Postanweisungsdienst sowie auf die Annahme und Ausgabe von gewöhnlichen Paketen mit oder ohne Nachnahme und von Briefen, Kästchen und Paketen mit Wertangabe und mit oder ohne Nachnahme. lieber die Taxen und Versendungsbedingungen gebe^ die Postanstalten auf Verlangen Auskunft. — Ferner ist in Agome Palime (Togo) am 1. Januar eine Post- agentur eingerichtet worden, deren Tätigkeit sich auf den Briefpost-, ZeitungS- und Postanweisungsdienst erstreckt. Nachnahme ist bei eingeschriebenen Briefsendungen zugelaffen. Die Taxen und Versendungsbedingungen sind dieselben wie für die übrigen Postanstalten des Togo-Schutzgebiets. — Infolge der Unruhen in Maro cco ist der Postanweisungsdienst in Fes und Marrakesch bis auf weiteres eingestellt worden. Postanweisungen und Briefsendungen mit Nachnahme nach diesen beiden Orten können daher vorläufig nicht angenommen werden. *• Die bösen Freitage. Das Jahr 1903 zeichnet sich durch etwas ganz Besonderes aus, durch eine Merkwürdigkeit, die abergläubische Gemüter mit Furcht und Schrecken erfüllen könnte. Es hat nicht weniger als drei Freitage, die mit dem 13. eines Monats zusammenfallen, und zwei dieser Freitage kehren sogar in zwei aufeinanderfolgenden Monaten, im Februar und März, wieder. Der dritte „Freitag der 13/ des Jahres 1903 wird im November fein. Im verflossenen Jahre hatten wir nur einen bösen Freitag, den uns der Juni brachte. Französische Journalisten sind bereits dabei, eine der bedeutendsten Pariser Wahrsagerinnen zu befragen, ob wir von der ungewöhnlichen Häufung der bösen Freitage im Jahre 1903 besonderes Unglück zu erwarten haben. Kluge Leute werden jedenfalls gut daran tun, vorzubeugen und sich auf alle Eventualitäten vorzubereiten. 8. Großen-Buseck, 10. Jan. Gestern fand die Beerdigung unseres leider so plötzlich verschiedenen Pfarrers Hermann Deichert statt. Er war im Jahre 1844 als Sohn deS Pfarrers Deichert in Grüningen geboren. Nach Vollendung seiner Studien in Gießen, woselbst er der Verbindung der Wingolf angehörte, absolvierte er daS Predigerseminar in Friedberg. Als Gehülfe wirkte er dann in Hungen, später als Pfarrverwalter bezw. Pfarrer in Ermenrod und Merlau, wozu noch Flensungen gehörte. In unserem Ort war Herr Deichert etwa 20 Jahre tätig und er hat es verstanden, sich die Herzen der Einwohner zu gewinnen. Er stand im 59. Lebensjahr. Zu seiner Beerdigung waren aus seinen bereits genannten Wirkungsorten zahlreiche Leidtragende übrigen ca. 40 Eigentümer einverstanden erklärt hatten, das Enteignungsverfahren einzuleiten. -ü- Michelbach bei Schotten, 10 Januar. Gestern starb nach kurzem Krankenlager unser langjähriger Bürgermeister und Ortsgerichtsvorsteher Johannes Wagner, wohl einer der ältesten Bürgermeister Hessens, im Alter von 80 Jahren. Vor vier Jahren feierte der Verstorbene sein 50jähriges Dienstjubiläum und erhielt anläßlich dieser Feier das Verdienstkreuz. Im vorigen Jahre lehnte er mit Rücksicht auf fein hohes Alter eine nochmalige Wahl ab, behielt aber das Großh. Ortsgericht. ** Gedern, 11. Jan. Heute wurde der in weiteren Kreisen bekannte Gastwirt Landmann zu Grabe getragen. Der Verstorbene hatte in der Leibkompagnie deS Gießener Regiments den ^clbäug gegen Frankreich mitgemacht und war Mitbegründer der hiesigen freiwilligen Feuerwehr. Bis zum vorigen Jahre bekleidete er das Amt eines Kommandanten der Wehr. Sein Nebenmann im Feldzuge, Metzger Reinhard Reinhard hier, starb vor 14 Tagen. Darmstadt, 11. Jan. Herr Ludwig Hallwacks, Großh. Wirkt. Geheimrat, Exc., der frühere Leiter des hessischen Justizwesens und Vorsitzender des Zentralausschusses der evangelischen Kirchengesangvereine für Deutschland, ist, wie wir schon meldeten, am Freitag, 76 Jahre alt, gestorben. Er erhielt, wie wir dem „T. Tgbl." entnehmen, nach abgeschlossenen juristischen Studien und Zurücklegung deS Vorbereitungsdienstes am 15. Avril 1858 seine erste Anstellung als Staatsanwalts-Substitut, am 22. Januar 1862 erfolgte seine Ernennung -um Hofgerichts- Assessor, am 25. September 1865 zum HofgerichtSrat. Anfang Oktober 1872 wurde er in das Ministerium berufen, dem er bis -um 15. April 1896 an gehörte. Am letzteren Tage, nach 43 Jahren, schied er aus dem aktiven Staatsdienst aus. Bor seiner Berufung in das Ministerium und schon zu Anfang der 60er Jahre war der Verftorbene auch häufig im polittschen Leben hervorgetreten, immer unter Betätigung streng konservativer Grundsätze, denen er auch als Mitglied der Regierung stets treu blieb. Nach feinem Eintritt in den Ruhestand, an seinem siebzigsten burtstag, wurde ihm die Freude zuteil, daß ihn die theologische Fakultät der Landesuniversität zum Tr. theol. hon. causa ernannte, in Anerkennung der großen Verdienste, die er sich um das kirchliche und religiöse Leben erworben. Unterm 7. Mai 1898 wurde er als lebenslängliches Mitglied in die 1. Kammer der Landstände berufen. Offenbach, 11. Jan. Heute sind 20 Jahre vergangen, seitdem Oberbürgermeister Brink als Bürgermeister der Stadt Offenbach bestätigt wurde. Mainz, 10. Jan. Neunzehn Einbrüche sind in den letzten Wochen in der Neustadt ausgeführt worden, wobei die Diebe zumeist Wertgegenstände unberührt ließen und ausschließlich Nahrungsmittel mitnahmen. Trotz der fieberhaften Tätigkeit, die die Polizei entwickelt, ist es noch nicht gelungen, der Diebe habhaft zu werden. — Ter Handelskammer ist unter Kreuzband Mdruck eines von den drei hiesigen kauftnännischen Vereinen an die Großh. Bürgermeisterei Mainz und die Stadtverordnetenversammlung gerichteten Gesuches zugegangen, worin eine Abänderung der seitherigen Bestimmungen über die Sonntagsruhe vorgeschlagen wird. Dieselbe soll im Wesentlichen darin bestehen, daß für Fabrik-, Engros-, Bank- und Warenagenturgeschäfte die Beschäftigung von Handlungsgehilfen und Lehrlingen an Sonn- und Feiertagen, abgesehen von einzelnen, in jedem Fall der vorherigen polizeilichen Erlaubnis bedürfenden Ausnahmen, überhaupt nicht zugelassen und die Beschäftigung in Ladengeschäften, von einigen für Lebensmittel-, Tabak- und Eisgeschäfte vorgesehenen Ausnahmen abgesehen, nur von IO1/2—I Uhr gestattet sein soll. Die Kammer beschloß, sich gegen die Vorschläge auszusprechen, da eine weitere ortsstatutarische Einschränkung der gegenwärtig zuge- lassenen Stunden zur Zeit untunlich ist und ohnedies in großen Geschäften die Handlungsgehilfen und Lehrlinge nur zu den notwendigsten Arbeiten herangezogen werden. — Aus Kostheim wird gemeldet: Einen schweren Unglücksfall traf einen hiesigen Bäckermeister. Er hustete so stark, daß im Halse eine Ader platzte, die sehr stark blutete. Tie herbeigerufenen Llierzte legten einen Notverband an und brachten den Verletzter: nach dem Rochusspital in Mainz. Dort wurde eine Operation vorgenommen, die gut verlaufen ist. (!) Wiesbaden, 12. Jan. Hier wurde gestern tm Theatersaal des Etablissements Walhalla unter Leitung des Vorsitzenden des hiesigen freisinnigen Wahlvereins, Justizrat Tr. Alberti, der nassauische Parteitag der fr eist n n i g e n Volksvartei abgehalten, um die Taktik für oen bevorstehenden Wahlkamps zu vereinbaren. Es wurde ein Landesausschuß unter dem Vorsitz von Tr. Alberti- Wiesbaden gebildet, zu dem alle in Betracht kommenden Wahlkreise 7 Mitglieder stellen. Ihre Wahl wurde tecks bereits von der Versammlung vorgenommen, teils den 15. Januar 1903, nachmittags 4 Uhr. 1. Auslosung von Schuldverschreibungen der Anleihe von 1896. 2. Des gl. von 1897. 3. Baugesuch Schwieder für Ecke Marktplatz und Schulsttaße. 4. Baugesuch Pfaff für Ecke Hillebrand und Crednersttaße. 5. Baugesuch Pfaff für den Schiffender ger- weg. 6. Baugesuch der Deutsch-Amerikanischen Petroleumgesellschaft für die Franksurterstraße. 7. Anbringung eines Schildes an dem Gitter an Schülers Garten. 8. Bürgersteig in der Marburgerfttaße. 9. Anlage eines neuen Friedhofs, hier: Einrichtung einer elektrischen Klingelleitung. 10. Anlage einer Hürde und eines Grabens auf dem alten Rödger Weg. 11. Rechnungsabschluß des Gas- und Wasserwerks für 1901/02. 12. Ausdehnung der Ortswasserleitung in Queckborn. 13. Submissionsholzverkauf aus den Gießener Stadtwaldungen fürs Wirtschaftsjahr 1902/03. 14. Vergebung von Unterhaltungsarbeiten an /städtischen Gebäuden. 15. Festsetzung des durchschnittlichen Jahresarbeitsverdienstes der in land- und forstwirtschaftlichen Betrieben beschäftigten Arbeiter. 16. Die Löhne der städtischen Taglöhner. 17. Gesuch des Wirts Fritz Teigler um Erlaubnis zur Benutzung städtischen Geländes und eines städtischen Brunnens. 18. Besetzung von Lehrerstellen. 19. Gesuch des Karl Döring zu Gießen um Erlaubnis zum Wirtschaftsbetrieb im Hause Dammstr. 39. ♦* 93er ein für jüdische Geschichte und Literatur. Uns wird geschrieben: Der Berliner Schriftsteller Dr. Karpeles, sprach gestern abend in dem vollbesetzten des Hotels „Großherzog von Hessen" über „Was haben die Juden für die Kultur der Menschheit geleistet" im hiesigen „Verein für jüdische Geschichte und Literatur". Nicht sein Geist und sein Herz sprachen zu den mit gespanntester Aufmerksamkeit seinen Worten lauschenden Zuhörern, sondern eine Reihe von Geschichten, die er in chronologischer Darstellung, beginnend von den ältesten Tagen menschlicher Geschichte bis zum heutigen Tage, frei aus dem Gedächtnisse wiedergab. Der Stammvater Abra- ham, das Sittengesetz am Sinai, die Gesetzgebung Moses, die Propheten, der jüdische Philosoph Philo in Alexandrien, der Talmud — das unschätzbare Denkmal der Llnteilnahme Israels an allen Kultur aufgab en der Welt — die jüdischen Astronomen, Mediziner und Philosophen in den ersten Jahrhunderten nach Christt Geburt, sie alle waren die Kulturträger der Menschheit. Kein Gebiet des menschlichen Wissens war den Juden fremd. Die Aufgabe Israels war nicht gebunden an eine Stadt, an ein Land, sondern hin- auszu-iehen in alle Länder der Erde. Und was nahm es mit sich? Keine Schätze und keine Kostbarkeiten, sondern nur sein Buch, seine göttliche Lehre. Der Hauptfaktor, wodurch Israel in der Geschichte der Menschheit eine Führung fand, war sein leichtes Erfassen aller fremden Sprachen und sein Verständnis für Assimilation. Das erste Grundbuch für Geometrie schrieb ein spanischer Jude, Wraham ben Chia, die bedeutendsten Lehrer der Hochschulen zu Montpellier und Salerno im achten Jahrhundert waren Juden. Der bedeutendste Philosoph und Dichter im elften Jahrhundert, der nebenbei bemerkt das klassischste Arabisch schrieb, war ein Jude, Salomo Iben Gebirol. Wer machte die Philosophie des Aristoteles in Europa bekannt? Kein anderer als der Jude Moses Maimonides im 12. Jahrhundert durch fein philosophisches Werk „Führer der Verirrten". Die Hauptbegrünoer der christlich-scholastischen Philosophie benützten nicht nur dies Werk, sondern lernten erst daraus, sich in dem Widerstteit zwischen Glauben und Wissen zu- rechtzuftnden. An der Wiege der spanischen Poesie standen Juden, der angesehenste Theaterdichter dieser Zeit und der moderne Calderon, war der jüdische Dichter Don Antonio Jose de Silva. Juden waren es, die die astronomu- scheu Berechnungen machten, wodurch Cristoph Columbus und Vasco de Gama ihre Seereisen antreten konnten. Juden begleiteten sie und hatten hervorragenden Anteil an all den Erfolgen dieser kühnen Seefahrer. Die berühmteste Schauspielerin Roms war ein Jude, Alitiro. Bekannt ist der Juden Liebe zur Musik und ihr Verständnis für Handel und Weltverkehr. Und auch in der neuen Zeit traten die Juden hervorragend auf. Juden waren die Lehrer von Martin Luther, der Renaissance und der Humanisten. Ein Jude war es im 18. Jahrhundert — Moses Mendelsohn, auf den die deutsche Literatur stolz sein kann. Tie Chorführer des „jungen Deutschland" waren zwei Juden, Heine und Börne. Und im vergangenen Jahrhundert waren es die Berliner jüdischen Salons der Henriette Herz und der Rahel Levin Varnhagen, welche die Gesetze der Geselligkeit lehrten und durch die Macht des Geistes glänzten. „Die Kultur der Juden stand zu keiner Zeit unter dem Niveau der allgemeinen Kultur, ja meistenteils über demselben" Jagte ein hervorragender christlicher Theologe. Mit den Worten, die Rahel Varn- hagen tiefbewegt in ihrer Sterbestunde _ausrief: „Was so lange Zeit meines Lebens mir die größte Schmach, das herbste Leid und Unglück war, eine Jüdin zu fein, um keinen Preis möchte ich das jetzt missen" schloß der Redner, dieses Bekenntnis seinen dankbaren Zuhörern als Lehre mit auf den Weg gebend, seinen wirkungsvollen und erhabenen Vortrag. Der „Verein für jüdische Geschichte und Literatur zählt zur Zeit 110 Mitglieder. Möchte kein Jude in Gießen es versäumen, welcher religiösen Richtung er auch an gehöre, Mitglied dieses Vereines zu werden, der der Wecker unseres nationalen Selbstbewußtseins, der Prüfstein für Intelligenz und Bildung und der Sammelpunkt für alle diejenigen ist, die Belehrung suchen oder solche zu geben im stände sind. '* Zur Abwechslung ist es seit gestern wieder einmal kalt geworden. Gestern morgen zeigte der Thermometer noch + 8,4 Grad C., bann fiel er aber rapide und zeigte heute Morgen nur noch 0,8 Grad C. Eine Folge dieses Temperatursturzes war ein kleiner Schneeball, der heute morgen niederging. - Aus dem Theaterbureau. Die „Schlierseer" mit dem man sich bei dem Austausch deS Geländes an der Se. Excellenz Generalleutnant Frhr. v. Gall dürfte gelinde k Mainzertoranlage nicht einigen konnte, nachdem sich die Das 103.50 Men Sie süwsi cßiea sctoiesuigeii Scanurroart? wenn so gebrauchen Sie meinen wektberahmtl er uet^ .. il n* und 219 Kraftübertragungs-Anlagen. 31.25 29 60 124.60 44.80 3Va% 3% 3V,°/o 3% 102.60 91.70 102.40 91.70 101LO 99.70 103.40 will, wird nicht gesagt. Ts ist überhaupt merkwürdig, daß der geriebene Amerikaner gerade auf Eva Humbert, das uninteressanteste Mitglied der feinen Familie verfallen ist. Ein Bombengeschäft wäre wohl nur mit Therese Humbert zu machen, aber Barnum sagt sich wahrscheinlich, daß es noch etwas lange dauern kann, ehe ihm die ftanzösischen Justiz, behörden die Erbin der Brüder Crawford zur geschäftlichen Ausbeutung überlassen, und da er die Mutter nicht haben kann, nimmt er einstweilen mit der Tochter fürlieb. Eva Humbert soll übrigens die Absicht haben, barmherzige Schwester zu werden — ob vor oder nach der amerikanischen Tournee, ist nicht bekannt. 3l/8°/o Hessen . . 3 % Oberhessen 4% Oesterr. Goldrente Reiohsanleihe do. Konsole . do. . . - 10' Januar. Gestern ijer langjähriger Bürger. Johannes Wagner, T Hessens, im Alter von frfe der Verstorbene sein >elt anläßlich dieser Feier ahrr lehnte er mit Rück. Mlige Wahl ab, behielt Versteigerung. Dienstag, den 13. d. MtS. nachmittags 2 Uhr versteigere ich Neustadt 55 dahier gegen Barzahlung: 1 Break, 2 Rollwagen, 1 Ladeneinrichtung, 3 Waagen mit Gewichten, 1 Eisschrank, 1 Gasofen und Möbel aller Art. 149] Vorn, Gerichtsvollzieher. blicklich eine eigenartige aktuelle Bedeutung erlangt. Gedicht heißt „Flucht" und lautet: „Es zieht das Schiff auf hohen Wogen, Ilms Segel zieh'n die Möven her, Bater und Mutter sind betrogen, Wie schaurig ist das kühle Meer. Wir sind aufs Meer hinausgezogen, Weil uns daheim kein Trost mehr blieb. Vater und Mutter sind betrogen, Wir haben nichts als uns're Lieb' —l" Telephonischer Kursbericht. Fran kl art u. ja., 12. Januar 1903. Man Weissbäcker, Giessen Südanlage 23. Elektrische Beleuchtungs- . 25.20 . 91.80 . 79.75 . 95.50 . 217.20 . 198.50 . 135.70 . 147.90 . 159.70 . 149x50 . 16J0 . 181.— . 217.— . 183.40 . 174^0 8% Mexikaner . . ■iVaVo Chinesen . . Electric, tictuckert , Nordd. Lloyd . . Kreditaktien . . . Diskonto-Kommandlt. Darmstädter Bank . Dresdener Bank . . Berliner Handelsges. Oesterr. Staatebahn . Lombarden . . . Gotthardbahn . . , Laurabütte .... Bochum ..... Harpener .... Tendenz: fest. • Barnum und die Humberts. Wenn man den französischen Blättern Glauben schenken darf, hat Barnum dem Fräulein Eva Humbert, der überschlanken Tochter der „großen Therese" em großartiges Anerbieten gemacht: er will die junge Dame, deren baldige Freilassung man allgemein erwartet, für eine Rundreise in den Vereinigten Staaten, die 11 Monate dauern soll, engagieren und bietet ihr, falls sie den Anttag annehmen sollte, soviel Geld, daß die Humberts ihren berühmten Gcldschrank zurückkaufen und ihn mit Leichtigkeit mit Millionen — und zwar mit echten — anfüllen könnten. Ob Barnum die unschuldige Eva in seiner berühmten Sanimlung von „Phänomen" zur Schau stellen Telephon- und Telegraphen-Anlagen unter Garantie. Grosses Lager elektrotechnischer Bedarfs-MeL Ingenieurbesuche kostenlos. Vermischtes. • Auch ein Jubiläum. Dem Postschaffner Schmidt in Briesen wurde in vergangener Woche daL 25. Kind geboren. • Die Kronprinzessin Louise als Komponistin. Die Kronprinzessin Louise hat sich auch auf dem Gebiete der musikalischen Komposition versucht, und zwar mit dem Erfolge, daß der Dresdener Musikschriftsteller Otto Schmid, der Herausgeber des Werkes: „Musik am sächsischen Hofe", im 3. Band desselben (Leipzig 1900), eine der besten Kompositionen der Prinzessin ausgenommen hat. Der vom Dichter Karl Stieler herrührende Text dieses Musikstückes hat augen- 4% Italien. Rente . . 4*/,% Portugiesen . . S°/ Portugiesen. ... 1% C. Türken ... Türkenlose..... 4% Griech. Monopol.-Anl. 4l/,% äussere Argentiner In 100,000 Familien und an deutschen Höfen getrunken. Probepakete 60. 80 Pfg., Mk. 1.—, Mk. 1 25. Verkanf*Rtellen durch Plakate kenntlich. 6262 SortbcfördcrunflO-Salfam „KOMM EL IN“. Der Erfolg garautirt in wenigen Wochen. Preis p. Dos« Stärke I 2 Mk., Stärke II 8 Mk-, in ungünstigsten Mllleu nrfime man Stärke III ,u 6 Mk. Kein Bartwuchs- schwindel, denn dieses beweise« «eine unzählige« 'Unerkcnunugtzschreiben. Auch wurde mein Präparat üt Paris 1900 mit der goldene» Medaille prämiirt. versandt p. Nachnahme. Porto 40 Pfg. Bei Richterfol« zahle Geld zurück, daher tcio Risiko. Nur< zu b» ziehen von Rob. Husberg, Neuenrade 20 lt»rftsat«rt. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinde. Montag den 12. Januar. Abends 8 Uhr: Bibel stunde im Konfirmandensaale der Johanneskirche. 1. Johannesbrief Kap. 3, 11-24: Die Merkmale der Liebe und unser Kindesverhättnrs zu Gott. Pfarrer Dr. Naumann. Dienstag, den 13. Januar Nachmittags 5% Uhr Vereinigung der konfirmierten Mädchen der Lukasgemeinde im Konfirmandensaal der Johanneskirche. Pfarrer Euler. wurde der in weiteren inn zu Grabe getragen, kompagnie des Gießener rankreich mitgemacht und willigen Feuerwehr. Bis Ami eines Komman« im m MM, Metzger 114 Tayen. r Ludwitz haNwacks, bet frühere Mer des rsitzender des ZmkalauS» lgesangvereine für Teuksch« :n, am Freitag, 78 Mre mir dem „D. W en fistischen Gtudien i«b > enstes am 15. N 1M3 zmmaüs-AlldMEK. nernnmg R -5 -m *ri6M Tn- ba§ Wtiium bmlfen, 6 angelte ® ”2 miüan Even Staats. r in das SEimfletium Md ,rortaNorbene,± getreten, immer wttr J», denen er auch Brink aß Wrz-M-'p-- SpielplM drr «rrinigten Frankfurter Ztadttheater. Opernhaus. Dienstag den 18. Januar"): „Der fliegende Holländer". Der Holländer: Herr Max Dawison vom Stadttheater in Hamburg als Gast. Mittwoch den 14. Januar: „Die Fledermaus". Donnerstag den 15. Januar: Neu einstudiert: „Die Stumme von Portici.'^ Freitag den 16. Januar geschloffen. Samstag den 17. Januar, nachmittags halb 4 Uhr: „Frau Holle." Abends 7 Uhr: „Hoffmanns Erzählungen." Sonntaa den 18. Januar, nachmittags halb 4 Uhr: „Frau Holle." Abends 7 Uhr: „Tie Stumme von Portici." Montag den 19. Januar, abends halb 8 Uhr: „Die Geisha." Schauspielhaus. Dienstag den 13. Januar'): Einmaliges Gastspiel der Madame Maeterlinck-Leblanc mit ihrer französischen Gesellschaft: „Monna Vanna." Mittwoch den 14 Januar: In neuer Einstudierung und Inszenierung: „Wilhelm Tell." Donnerstag den 15. Januar, abends halb 8 Uhr: „Im bunten Rock." Freitag den 16. Januar: „Die Gerechtigkeit." Samstag den 17. Januar: „Wilhelm Tell." Sonntag den 18. Januar, nachmittagshalb 4 Uhr: „Heimat." Abends 7 Uhr: „Wilhelm Tell." *) Anfang, wenn nicht anders bemerkt, abends um 7 Uhr. ^lt. ****äfc toi* f«n fa )ÖIer ft e TOQcnl an. ''"«ßVer'Vb?*' «• i 7 Mn X. ** 35etbie"itit^ X stabtre^ner M-ul w ■ottt ■'?*' e,int M 9S,cb'n ”®ben, btt H°chstgchalt 4000 M ’maumiete tommtn. J fltgen einen SBtf.u HtS ®c(änbe5 an bet *, nachdem sch bit »»en erklärt hatten, baä Neueste Meldungen, originaldrahtmcldungcn des GictzcncrAnzeiger. Frankfurt a. M., 12. Jan. Ter 27 Jahre alte Kanonier Seibel vom hiesigen Arttllerieregiment, Bursche bet einem Hauptmann, welcher bas Pferd seines Haupt* manns im Hippodrom ritt, erhielt von demselben einen Schlagan den Kopf und liegt bewußtlos im GarnifonA» tayirett. An feinem Aufkommen wird gezweifelt. Zweibrucken, 10. Jan. Rittmeister Capitain vom ö. Chevauxlegcr-Regiment hat sich gestern in Saar* gemünd erschossen. lÄ ist 37 Jahre alt, galt als einer der tüchtigsten Eskadron führ er der bayerischen Armee und war eine auf den Rennplätzen Süddeutschlands viel gesehene Persönlichkeit. Er war mit der Tochter eines Konsuls in Berlin verlobt. Nächsten Montag sollte die Hochzeit statt* finden. London, 11. Jan. Ter „Standard" meldet auS Jo- hannesburg vom 8. Januar: In einer Burenversammlung, die nach der Abreise Chamberlains stattfand, wurde beschlossen, auch fernerhin an Eurova die dringende Bitte um Unterstützung der Witwen und Waisen zu richten. Paris, 11. Jan. Heute nachmittag hiett der Fürst von Monaco im großen Saale des GewerbemuseurnH einen Vortrag über Meere stunde. Tiefem Vortrag werden sich weitere Borttäge anreihen Paris, 11. Jan. Dem „Temps^ wird aus Tanger gemeldet: Es scheint, daß die Truppen des Prätendenten, welche sich nach der Schlacht am 23. Dezember zerstreuten, jetzt nach Beendigung der moHamn.edänischen Feste sich wieder vereinigen. Tiefe befinden sich an einem El- Hagre-el-Kahlu genannten Punkte zwischen Fez und Tazza. Tie Bevölkerung von Fez ist beunruhigt und mit der Untätigkeit der Regierung unzufrieden. Anstatt die aus! dem Süden eingetroffenen Rettertruppen gegen die Rebellen zu entsenden, behalt der Sultan die Retter bei sich, anjcheinend aus Furcht vor seinem Bruder. Sieben Israeliten wurden in der Gegend von H i a n a niedergemacht. Ans dem Innern ist kein Kurier eingetrofsen. Tie nach Fez abgegangene französische Militär Mission unterbrach ihre Reise und wird wahrscheinlich bis auf Weiteres in El-Ksa bleiben. Paris, 11. Jan. In einem Hotel in der Rue de Seine wurde heute morgen der vom Gericht in Rottweil in Württemberg wegen Betrügereien und Bauke- rotts verfolgte Wilhelm Speidel verhaftet. Der Festgenommene, welä)er sich hier bereits einige Zett unter dem Namen Müller aufhiclt, wird den deutschen Behörden ausgeliesert werden. Madrid, 11. Jan. Dem „Liberal" wird aus Tanger vom 10. Januar telegraphiert: Nach amtlichen Berichten aus Fez ist Mulai Mohammed auf Befehl des Sultans verhaftet worden. Budapest, 11. Jan. Die östreichischen und ungarischen Minister beendeten in der heutigen zehnstündigen Beratung die Revision und Textteruny der gesamten Ausgleich öge setze und der zugehörigen Vereinbarungen, Tie Verhandlungen der beiden Regierungen über den Ausgleich sind hiermtt abgeschlossen. Sofia, 11. Jan. Blättermeldungen zufolge versuchten 260 macedonische Flücütlinge neuerlich die Grenze zu überschreiten, wurden jedoch von der türkischen Grenzwache beschossen und zurückgedrängt, wobei vierzig Flüchttinge verwundet wurden. Caracas, 11. Jan. (Reuter.) Ter amerikanische Gesandte Bowen verließ unter großen Lündgebungen seitens! der Angehörigen sämtticher fremden Kolonien Caracas. Castro begab sich mit dem gesamten Käbinett zum Babnhoft um ihn ab fahren zu sehen. Bowen kam mittags in La Guayra an und schiffte such für die Reise nach Washington auf dem amerikanischen Tepeschenboot „Delphin" ein. 4'/, % Oesterr. feilberrente 101.30 4% Ungar. Goldrente. . . 101.75 Trinkkuren im Hause mit Lamscheid er Stahlbrunnen wegen seiner Haltbarkeit überaus wirksam bei Blutarmut, Frauenleiden, Magenbeschwerden, Nervenschwäche, nach Wochenbetten, Operationen, Blutverlusten. Ausführliche Mitteilungen kostenlos durch die Verwaltung des Damscheider Stablbrunnen, Boppard a.Bh. Erhältlich mit ärztlicher Gebrauchs - Anweisung in Mineralv/usserhandlungen. lokalen Organisationen Vorbehalten. An die Vertrauensmännerversammlung, die gegen V/a Uhr ihren Abschluß erreichte, schloß sich ein gemeinsames Essen, bei dem Justiz- rat Tr. Mberti einen Toast auf die Partei ausbrachte. Um 8 Uhr begann in dem gut beseiten geräumigen Theater- saal die Hauptversammlung. Justrzrat Tr. Alberti als Vorsitzender begrüßte die Anwesenden und teilte mit, daß die vvrauSgegangenen Vertrauensmännerversammluno, auf der genau dieselbe Zahl von Vertretern sich eingefunden Botte, wie das letztemal, zur Vorbereitung deS folgenden Wahl- rampfes zu befriedigenden Ergebnissen geführt hätte. Sodann erteilte er dem Referenten Tr. Müller-Saaan das Wort. Tiefer gab zunächst einen lkurzen Bericht über seine Tätigkeit als Landtagsabgeordneter und betonte, die letzte Session sei weniger beachtenswert durch die Gesetz- gebungöwerke, welche zustande gekommen, als durch die, welche nicht zum Abschluß gelangt wären, wie die Vorlage des Mittellandkanals. In Betreff der Polenpolittk sei wohl eine immer stärkere Ausbreitung des polnischen Mementes Tatsache, und das Streben, das Deutschtum in den Ostmarken zu stärken, an und für sich vollkommen gerechtfertigt, die Mittel aber vollständig verfehlt und nur geeignet, zahllose Millionen nutzlos zu vergeuden und den polnischen Grundbesitz erst recht zu mehren. In Angelegenheiten der Fleischbeschauftage sei er durchaus für Freizügigkeit des Fleisches, aber nur des ordnungmäßig untersuchten. Solange es hiermtt zu wünschen übrig ließe, wäre e Pfg., Schlachtgewicht 80—68 Pfg., Schafe: 1. Qual. Schlachtgewicht 64—66 Pfg., 2. Quasi 59—62 Pfg., 3. Quasi 00—00 Pfg.; Schweine 1. Qual. 65 Pfg^ Lebendgewicht 52Ve Pfg^ 2. Quasi 64—00 Pfg., Lebendgewicht 51-00 Psg^ 8. Quasi 00—00 Pfg., Lebendgewicht 00—00 Pfg. — Geschäft: oei Hornvieh gedrückt, bei Kleinvieh gut. fo. Frankfurt a. M., 12. Jan. (Orig.-Telegr. des „Gießen. Anz.") Amtliche Notierungen der heutigen Fruchtmarktpreife. Weizen Alk. 15.75-00.00, Kurhessischer Alk. 15.75-00.00, La Plata Mk. 17.00—17.25, Kansas Mk. 17.00—17.25, Roggen (hiesiger) Mark 14.50—00.00, Gerste (Wetterauer) Alk. 15.50—16.90, Franken- selder Ack. 00,00—00,00, Hafer Alk. 14.75-15.00, Mais Alk. 14.50—00.00, Weizenmehl 0 Alk. 25.50—26.00, 2. Qualität Alk. 23.50 bis Alk. 24.00, 8. Qualität Alk. 21.50—22.00, Roggenmehl 0 Alk. 28.00—28.75, 1. Qualität Mk. 21.75—22.25, Weizenkleie Alk. 9.00 bis Msi 0.00, Roggenkleie Alk. 9.50—10.00, Maiskeime Mk. 10.00 bis Alk. 10.50, Franken, Pfälzer, Ried M. 00.00-00.00. Alles per 100 Kg. ab hier. 'S 4 Teiles-Anzeige Ileute morgen 4 Uhr entschlief sanft unser geliebter, unvergesslicher Gatte, Vater, Sohn, Bruder und Schwager Herr Benno Wertheim im 43. Lebensjahre. Um stille Teilnahme bittet 457 Giessen, den 11. Januar 1903. Die Beerdigung findet Dienstag den 13. Januar, nachmittags 3!/2 Uhr, vom Sterbehause, Nordanlage 13, aus statt. 456 Glossen, den 11. Januar 1903. VKA aiser-Kognak 468 Dießen, den 11. Januar 1008. Danksagung ist per Neuba sagen wir innigen Dank. Gießen, den 11. Januar Butzbach. 458 455 Dießen, den 12 Januar 1903. j.: 1 L 6000 Nein. 454 Bl] 5—S- Zimmerwohnung vermieten. Stephanstr. LL Ph. Weller. 88 WWWM .TM MMMAW Zn uevmtcten MHWdE Familie Spaar. Familie Diehm. 1908. 1OO k 20 ---- 300 a 10 = 2060 mmmen Baar ohne Abzug gewetzl. geschützt unerkannt vorzügliche Marke, ftrztl. empfohlen, hervorragend begnt- nchtet,Analysen bei jeder Flasche. Die stets grösser werdende Nachfrage i',t der beste Be weis für die Beliebtheit unserer Spezial-Marke. 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