Er-steS Blatt. 153. Jahrgang General-Anzeiger Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen vch-lftratz- r. Rbvefli tüt Depetchem Adriger Aretzea. 5*mlprrd)anld)lu6 *Jh 51 Mittwoch 11. November 1903 BezugSpret-r monatlich 75oiertel* tährUch ML. 2.20; durch Abhole- a. Hroeigfleden monatlich 65 Pt.; durch die Post ML. 2.— ütevtel« fährt auslcht BeUellg. Annahme von Anzeigen [Üx die tLagesnummet bü8 ootmlUaga 10 Uhr. ßctUnprett total ILP^ »marwlu» W Ptg. ^«o*«l»0Ctlid tüt den ositt an* allgcm, Teü, U fiJHtfo tüt ,etaöt und ÜanD* und JÄ endest aal* A vaust Bötz, füi den An- letqenietl $>an 4 v eck. Nr. 265 Srtiyetot täglich Lu her Sonntage. Dem «Siebener Anzeiger werden Im Wechsel mit dem hessischen LandwiN die Hieneuer KamiUen» Hättet viermal tn der Woche b«igelegt Roteltxmflörud a. ©et* lag bn t) t ß I) I ich«! UniDed.-öueb- n.6td#» krude er* (Pietsch (fcrbruj trachten. Sturz des Grafen Lamsdorss? aus Paris gemeldet wird, erfährt der „Figaro", Wie ,ein Be- Uhr der gestrige Spaziergang gut bekommen. Die Wunde ist von gutem Aussehen und begiaut sich zu verkleinern AUÄ ^luiii Uttö Sand. Gießen, den 11. November 1903. ** Hessisch-Thüringische Staatslotterie. Am heutigen ersten Ziehungstage der 1. Klasie fiel ein Gewinn von 25 000 Mk. auf 9ir. 71237 (nach Eisenberg in Sachsen- Anhalt), ein Gewinn von 5000 Mk. auf Nr. 57140, vier Gewinne von je 1000 Nit. auf Nr. 20651 29966 58820 96218, ein Gewinn von 400 Mk. auf Nr. 38940, sechs Gewinne von 200 Mk. auf 9ir. 43956 56894 57776 61227 77050 78612. (Ohne Gewähr.) "Aus dem Bureau des StadttheaterS. Da zu der am Freitag stattfindenden dritten Volksvorstellung, die zur nachträglichen Erinnerung an Schillers Geburtstag »Don Carlos" bringt, sich großer Andrang geltend machen dürfte, so werden Interessenten gut tun. sich bei Zeiten Plätze zu sichern. ** Ein Geisteskranker wurde gestern früh auf der hiesigen Station aus einem aus Berlin kommenden Schnellzug entfernt und in die psychiatrische Klinik gebracht. Er hatte die Notleine gezogen und darauf das Personal mit einem geladenen Revolver bedroht. •* Unbestellbare Postsendungen. Wie wir er» fahren, lagern bei der Oberpostdirektion in Darmstadt folgende Sendungen, deren Absender vielleicht zu unseren Lesern zählen, als unbestellbar: Postanweisung über 5 Mk. 20 Pfg. vom 12. Nov. 1902 aus Gießen nach Hungen, Empfänger unbekannt; Postanweisung ist in Verlust geraten. Gew. Packet aus Llch an Salamoni Augusto in Essen (Ruhr) vom 22. Juni 1903. Die zur Empfangnahme der Gegenstände Berechtigten müssen sich binnen 4 Wochen bei der Oberpostdirektion melden, widrigenfalls die Postanweisungsbeträge und die in den Sendungen enthaltenen oder durch Versteigerung des Inhalts erlösten Geldbeträge der Post-Unterstützungskasse überwiesen- die Briese aber vernichtet werden. ** Sterbekasse für Mitglieder des Hessischen LandesgewerbeVereins. Eine zum Zwecke der Umwandlung von dem seitherigen Umlageversahren in das Kapitaldeckungsverfahren (feststehende Beiträge) anberaumte außerordentliche Telegiertenversammlung fand am Sonntag zu Darmstadt statt; zu derselben waren ca. 40 Vertreter erschienen. Der Geschäftsfüyrer, Handwerks- kaimnersekretär Engelbach, teilt nut, daß der Vorhand der Kasse nach mühevoUer Arbeit jetzt, endlich so weit gekommen sei, eine definitive Vorlage zu machen. Ein Versicherungs- Mathematiker habe eine genaue Berechnung aufgestellt, aber dabei auch in Betracht gezogen, daß die Kasse Mitglieder bis weit über 60 Jahren besitze, die mit möglichst geringen Beiträgen zu belasten seien. Diese Berechnung sei dem Sackcherständigen auch insofern gelungen, als daß, nach dem Tarife, die über 50 Jahre alten Mitglieder dieselben Beiträge zu zahlen hätten als die 50jährigen. sJ£ur müßten die St er beraten bei diesen älteren Mitgliedern (über 50 Jahre) eine Reduzierung erfahren. Auch müsse zur Deckung dieser Sterbegelder ein Eingriff in den Reservefonds im ungefähren Betrage von 30000 Mk. erfolgen. Es entwickelt sich über den Beitragstarif eine längere Diskussion. un gen). Die Meldung von der auf Grund derselben Be- chuldigung erfolgten Verhaftung des hiesigen sozialdemokratischen Kassensührers Braun und des Arbeiters Newa- g r o k k y bestätigt sich». Der „Königsb. Volksztg." zufolge ist über Braun die Briessperre verhängt worden, sodaß alle an ihn geneideten Briefe zuerst der Staatsanwaltsehast zugestellt werden müssen. Deutsches gteidj. Berlin, 10. Nov. Aus ein heute von dem Senais- präsidenten Bremens Bürgermeister Dr. Pauli an den Kaiser gerichtetes Telegramm, in dem die lebhafte Freude über das günstige Befinden ausgedrückt war, erfolgte nach? Gehende Antwort: I ^Jch danke dem Senat der Freien Hansestadt Bremen und seinem Präsidenten für den Ausdruck seiner Teilnahme uno hoffebeieiniger Schonung in Kürz e gänzlich wiederhergestellt zu sein." — Demnächst wird in Berlin ein wertvolles Geschenk für d e n K a i s e r eintrefsen, dessen Spender der S u l t a n ist. Es handelt sich um eine Anzahl von Fassadestücken des Kastells und Tempels von M'scheda bei Amman, die unter Leitung eines deutschen Fachmanns an Ort und Stelle abgetragen, mit der Hedscha-Bahn über Damaskus nach Beirut transportiert und hier in 500 Kisten an Bord des Dampfers verfrachtet wurden. Die historisch wertvollen Stücke sind vom Kaiser für das Kaiser Friedrich-Museum bestimmt. — Bekanntlich war zu den Empfangsfeierlichkeiten nach Wiesbaden auch eine Konipagnie des Berliner Alexander» regiments beordert. Der Zar, der die Uniform des Kai)er- Alexander-Garde-Grenadier-Neginients trug, jedoch mit dem Haarbusch, äußerte, er fände die Greuaoier mütze viel schöner, er möchte auch eine besitzen. Dec Regimentskommandeur Oberst v. Schien? bat ihn darauf um die Erlaubnis, daß das Alexander-Regiment ihm eine solche schenken dürfe. Die Offiziere wurden sänrtlich dekoriert. Tie Kompagnie erhielt UO Annenmedaillen in Silber, mit welchen in erster Linie die Unteroffiziere und Gefreiten ausgezeichnet wurden. Ausland. London, 10. Nvv. Die 20jährrge Prinzessin Alice von Großbritannien hat sich mit dem im 30. Lebensjahre stehenden Fürsten Alexander Teck, Rittmeister im 7. englischen Husarenregiment in Aldershot, verlobt. — Indischen Müttern zufolge ist eine unter Befehl des Hauptmanns Hammond üach Tibet äbgesandte Ex- )edrtion von den Tibetanern bis auf den letzten Mann niedergemacyt worden. Die Mannschaften der Expedition sollen vor ihrem Tode schrecklich verstümmelt worden sein. Brüssel, 9. Nov. Um das durch die Armeerevrganisa- tion stark in Anspruch genommene Kriegsbudget zu entlasten, hat die Heeresverwaltung eine sogewaltigeVer- minderung der Effektivbestände eintreten lassen, daß diese kaum noch' den sechsten Teil ihres Solls aufweisen. Rom, 10. 9Lov. Das Ministerium beschloß, Ro- arros Begräbnis auf Staatskosten und beauftragte Luzzatti mit der interimistischen Verwaltung der Finanzen und zwei Minister mit der Vertretung beim Begräbnis. Giolitti war von der Unschuld Rosanos überzeugt, trotzdem verlangt Ferri den Rücktritt des Kabinetts. Graz, 10. Nov. Der Landtag nahm die Reform des Land tags Wahlrechts an, wodurch die direkte und g e - warten. Wir haben begründeten Anlaß,.an der Richtigkeit dies er Mitteilung zu zweifeln. Die Verstärkung der Auslandsslotte ist tatsächlich ins Auge gefaßt. Eine entsprechende Vorlage wird nicht allzulang nach Eröffnung des Reichstags auf sich warten lassen. Daß vor etlichen Tagen gleichzeitig in mehreren größeren Müttern, u. a. in der „9Lationalztg^" und in der „Magdeb. Ztg.", die Notwendigkeit einer Vermehrung der Auslands schiffe eingehend begründet wurde, ist kein zufälliges Zusammentreffen. Es handell sich auch nicht etwa um Privatwünsche und Projekte, sondern diese Artikel haben eine reale Unterlage und sind in gewissem Sinne als offiziös zu be- Das weitere wird die Zukunft lehren. Heime Wahl eingeführt und eine vierte Kurie mit acht Mandaten geschaffen Wirch, von denen aus jeden Wahltreis eins entfällt. Belgrad, 10. Nov. Das Inventar der Hinterlassenschaft der Königin D r a g a ist jetzt zusammengestellt. Zu demselben gehört ein Haus im Werte von 50 000 Franks, Schmucksachen im Werte von 190 000 Fr., Aktien im Nominalbeträge voll ICO 000 Fr., Bargeld in Höhe von 155 000 Fr., sowie 61000 Fr., welche bei Gericht deponiert sind. Insgesamt ist das Inventar auf 580 000 Franks geschützt. Das Gericht hat die Schwestern der Königin als Erben anerkannt. Ta dieselben Schadenersatz verlangen für die ihnen in der Mordnacht entwendeten Gegenstände, hat das Kricgsministecium eine Untersuchung eingeleitet. Konstantinopel, 9. Nov. Der Groß wesir, der gestern noch dem im Iildiz zu Ehren des deutschen Botschafters und der Offiziere des Schulschiffes „Moltte" veranstalteten Empfang beiwohnte, meldete sich krank und erschien heute nicht aus der Pforte. Es geht das Gerücht, daß er abgesetzt ist. Washington, 10. Nov. Der amerikanische Geschäfts- trüger in Santo Domingo telegraphiert, daß ein der dominikanischen Regierung gehöriges Schiff die Stadt San Pedro de Mareeris beschossen und teilweise zerstört habe. Ein Telegramm aus Santo Domingo meldet, daß die Aufständiichen die Stadt am 7. d. M. beschossen, ohne ihr Schaden zuzufügen. Der Kommandant der Ausständstchen veclangce Die Uebergabe der Stadt. Diese sei verweigert worden. Die Feindseligkeiten se^in wieder ausgenommen. Vorräte seien hinreichend vorhmiden. — Als hier die Nachricht einging, die kolumbische Regierung Deabjidjtige eine Anzahl englischer Schisse zur Beförderung von Truppen von Buenaventura nach dem Isthmus zu chartern, erhielt ein amerikanischer Kreuzer den Befehl, nach Buenaventura zu gehen und int Falle einer Verschiffung von Truppen den Befehlshaber Derselben zu benachrichcigen, daß die Trupven auf dem Isthmus nicht landen Dürften. Admiral Glaß ist mit den Kriegsschiffen Rtarelehead und Eoncerd in Panama einge- trosfen, denen die Wyeming folgt. Kapstadt, 10. Nov. Eine Abteilung aufrühre- x i s ch e r Hottentolt n üoerschritt bei Ramensdrift den Oran^efluß, wunde aber von Der Kappolizei zurückgetrieben. Die Besserung im Aussehen der Wunde des Kaisers schreitet, wie D.-Ä. Hd. uns mitteilt, weiter fort. Gestern unternahm der Monarch den gewohnten Spaziergang im Freien und hörte später Die Vorträge des Chefs des Militär- iäbinetts, des Chefs des Admiralstabes der Marine und des Chefs des Marinekabinetts. — Wie die „HTat.-Ztg." feststellt, hat der Kaiser Blutungen aus dem Kehlkopf nicht gehabt. Vielmehr ist die Angabe im Be- rickste des Professors Orth so aufzufassen, daß innerhalb des kleinen Polypen, welcher eine Anzahl allerfeinster dünnwandiger Blutgefäße enthielt, minimale Blutungen ftatt- gefunden haben. Der näheren Umgebung des Kaisers ist es seit drei Wochen ausgefallen, daß seine Stimme permanent heiser und belegt klang. Wenn das Letztere zutrifft, und es wird jetzt von verschiedenen Seiten behauptet, dann wäre es zweckmäßig gewesen, die Oeffentlichkeit in entsprech-ender Weise vorzubereiten, statt daß sie unvermittelt vor eine vollzogene Tatsack-e gestelll wurde. Wir entsinnen uns nicht, im Hofbericht der letzten Wochen oder sonst einem amtlichen oder halbamtlichen Bericht irgend eine Andeutung über Unpäßlichkeit des Kaisers gesunden zu haben. Auch die auswärtigen Höfe scheinen von der Erkrankung nicht unterrichtet gewesen zu sein. Man wird der von maßgebender Seite vertretenen Ausfassung- daß die Oeffentlichkeit Recht habe auf zuverlässige Berichterstattung über das finden des Kaisers, nur zustimmen können. — Die „Neue Polit. Korr." hört von maßgebender Stelle, das neue Militärpensionsgesetz sei soweit vorbereitet, daß in allernächster Zeit die definitive Gestaltung für die Vorlage beim Bundesrat feügelegt werden Durfte. Auch das Servistarisgesetz sei innerhalb der Reichsressorts bereits kertigtzestellt. — Die „Bert. Polit. Nachr." können bestimmt versichern, weder in den Kreisen der Reichsregierung noch in denen Der Spirituszentrale werde der Plan einer Wiederaufnahme Des Branntweinmonopols auch nur erwogen. — Eine Bereinigung deutsch-nationaler Juden" hat sich in Berlin gebildet und beabsichtigt, Mitglieder in ganz Deutschland zu werben. Die Hauptpunkte des Programms lauten: Die ,-Vereinigung deut sw-national er Juden" macht es sich zur Ausgabe, den gesellschaftlichen wie den N a s j e a n t i s e m i t i s m u s durch Die Pflege und Förderungdeutsch-nationalerGe- s i n n u n g und Betütigung in allen Kreisen und Schichten Des Judentums zu bekämp^.n. Die Mittel, durch die der Verein seine Ziele zu erreichen sucht, sind Wort und Schri.st, das heißt die Veranstaltung von öffentlichen Vortrügen, Versammlungen usw., ferner durch die Agitation vermittels eines geeigneten Vereinsorgans. Mitglied des Vereins kann jeder werden, der, im Besitze Der bürgerlichen Ehrenrechte sich mit den Tendenzen ves Vereins einverstanden erklärt; ausgeschlossen dagegen ist jeder, der auch nur im entferntesten sozialdemokratische Tendenzen und Bestrebungen billigt oder unterstützt. Königsbergi. Pr., 10. Nov. Zu der Beschlagnahme nihilistischer Schriften, die nach Rußland transportiert werden sollten, bei sozialdemokratischen Agitatoren m Memel teilt das dortige „Dampfboot" mit, daß nach einer erfolgreichen Haussuchung bei dem Uhrmacher Treptau und Arbeller Klein auch die Kugel scheu Eheleute besucht wurden. Bei ihnen, die seinerzeit im „Fall Kugel" Stein uni) Bein geschworen hatten, im Schmuggel revolu-- tionärer Broschüren unbeteiligt zu sein, hätten sich unter dem Bette usw. in Fässern versteckt und säuberlich mit Waren anderer Artüberd eckt, haufenweise die gesuchten Schriften vorgefunden. Es heißt außerdem, daß vom Züricher Aktionskomitee der Nihilisten nicht bloß die beschlagnahmten Bücher, sondern auch erhebliche pekuniäre Unterstützungen dem Kugelschen Ehepaar übersandt worden eien. Gestern und heute wurden auf Neauisitivn der hleigen Staatsanwaltschiaft bezw. der Kn.minalpolizei in Memel Treptau, Klein und Kugel verhaftet. Die Verhaftungen erfolgten auf Grund des § 128 des Reichsstrafgesetzbuches (Teilnahme au geheimen Verbind- NaliNsche Tagesschau. Ein Dementi. Ein Berliner Mitarbeiter schreibt uns unterm 10. Nov.: Aus „bester Quelle" will eine Berliner Zeitungskorre- fpondenz erfahren haben, eine Flottenvorlage sei für Die bevorstehende Tagung des Reichstages nicht zu er- daß mit anderen Ministern aud); der Graf Lamsdorff feines Amtes enthob en und durch Herrn Iswolski, Den Gesandten in Kopenhagen, ersetzt werden soll. Eine Aenderung in Der auswärtigen Politik, so fügt das Matt hinzu, bedeute dieser Personenwechsel nicht. Schon vor einigen Wochen verlautete, daß die Stellung Les russischen Ministers des Aeußern erschüttert sei. Als Grund des Personenwechsels wird angegeben, Graf Lamsdorss habe sick) über Die weitgehenden diplomatischen Vollmachten beim Zaren beschwert, die dem Admiral Alexejew für Ostasien (Verhandlungen über Die Mandschurei) bewilligt worden waren. Der Zar habe den Einspruch als unberechtigt zurückgewiesen. Nach russischen Quellen ist eine andere Verstimmung von größerem Einfluß gewesen. Der neuernannte Sekretär des Zaren habe nach, Nöemmtg des Grafen Lamsdorff, übrigens auch noch anderer russischer Minister, eine zu einflußreiche Vertrauensstellung^ inne. Möglicherweise wirkt beides zusammen, dett Sturz des Grafen Lamsdorff herbei- zuführen. Das Scheiden des Grafen von seinem Posten Ware zu bedauern. Er gill als ein ganz ungewöhnlich befähigter Diplomat; seine Besonnenheit und seine Energie find der Balkcmpolitik hervorragend zu flotten gekommen. Muh bei der Wiesbadener Kaiserbegegnung soll Graf Lams- dorfs den günstigsten Eindruck gemacht haben. Von Herrn Iswolski hat man in der politischen Welt bisher sehr wenig gehört. Seine Taten wären abzuwarten. Uebrigens ist auch Graf Murawiew, der Vorgänger des Grafen £am^ dorff, seinerzeit plötzlich „a mtsmüd e" geworden. Bekanntmachung. Bktr.: Rotlauf in Klein-Linden. In dem Gehöfte deö Gg. Hermann zu Klein- Linden ist Schweinerotlaus festgestellt worden. Tie erkrankten Tiere sind unter Stallsperre, die der Seuche Verdächtigen unter Gehöftsperre gestellt. Gießen, den 9. 9lovember 1903. Großherzogliches Kreisamt Gießen. I. V.: Dr. K r a n z b ü h l e r. Pie Operation am Kaiser. Das heutige neueste Telegramm lautet: Neues Palais, 11. Nov. Das heute früh 10 80 Miu. Lusgegebeue Bulletin lautet; Dem Kaiser ist SNan ry vielfach txrr Meimmg, man solle den Nieren Mt- Yliedern daS ihnen zug-csagte Sterbegeld von 500 Mk. belassen. Da dies aber nur dann möglich sei, Menn die über 50 Jahre alten Mitglieder zu höheren Beiträgen herange- Kogeu werden, so stellt Negierungsrat Noack den Antrag, den älteren Mitgliedern das Sterbegeld von 500 Mk. zu belassen, dagegen ein erneutes Gutachten bezw. eine erneute Berechnung über die sich demgemäß höher stellenden Beiträge der ü6e.r 50 Jahre alten Mitglieder von dem Versicherungsmathematiker einzufordern. Dieser Antrag vmrde angenommen. Der Statutenentwurf findet Geneh-- migung. Es findet ferner der Antrag, daß den aussck-eideir- den Mitgliedern die Rückzahlung ihrer geleisteten Beiträge mtt 50 Prozent zu gewähren sei, Annahme, jedoch mit der Bestimmung, daß dieser Austritt bis zu Envc des Jahres zu erfolgen habe. Trotzdem wird angenommen, daß irgend ein Austritt seitens der älteren Mitglieder geschieht, denn es liegt außer Zweifel, daß gerade diese den Vorteil drir Kasse genießen. Indem der 'Vorsitzende Rockel-Darmstadt darauf hinweist, daß durch die Umwandlung und namentlich durch den Umstand, daß die Kasse jetzt dem Reichsversicherungsamt in Berlin unterstellt ist, sei die Kasse in ein stupideres Verhältnis getreten. Er schließt die Versammlung mit dem Wunsche, daß es kein Mitglied des Landesgewerbevereins versäumen möge, dieser Kasse als Mitglied beizutreten (auch Ehefrauen können nach den neuesten Satzungen ausgenommen werden), und daß die Sterbekasse auch fernerhin zum Wahle und zum Segen des Handwerkerstandes gereichen möge. Es sei noch bemerkt, daß die Kasse Beträge von 200 bis 1000 Mk. versichert: ihre neue Tättgkeit beginnt dieselbe am 1. Januar 1904. Der Ortsrechner Haas, Wilhelmstraße 36, ist zu näherer Auskunft bereit. ** Konzert verein. Erika Wedekind, die Zierde der Dresdener Hofoper, deren Rllf als erste Kvlo- ratur-Sängerin, weit über die Grenzen Deutschlands hinaus, bekannt ist, wird am vorliegenden Sonntag hier konzertieren. Ihr Partner ist der ausgezeichnete Pianist Prof. I. K w a st, der Direktor des Scharwenka-Konservatoriums in Berlin. Ein Blick in das vielversprechende Programm belehrt uns sofort, daß die Künstlerin durchaus nicht beabsichtigt, uns nur Beweise ihrer verblüffenden Kehlfertigkeit zu geben. Frau Wedekind hat sich aucb' auf ganz anderem Gebiete liegende Aufgaben gestellt, die der Kunst und dem guten Geschmack gleichzeitig dienen. Auserlesene Genüsse sind uns für das vorliegende Winterhalbjahr in Aussicht gestellt; das erste Konzert am 1. November war ein Glück verheißender Anfang, der vorliegende Sonntag wird sich dem würdig anschließen, bedeutet sogar in mancher Beziehung eine wesentliche Steigerung. X G r ü n b e r g, 10. Nov. Der bereits telegraphisch gemeldeten schrecklichen Tat sei noch folgendes nachgetragen: Die hier bediensteten beiden Knechte, Valentin Kempa aus Rojow in Posen und Gustav Klostermann aus Jakobsjagen in Pommern, Burschen im Alter von etwa 20 und 23 Jahren, gerieten gestern abend gegen * 1 2/310 Uhr auf der Neustadt wegen eines Frauenzimmers in Streit. Hierbei zog Klostermann sein Messer und versetzte dem Kempa einen tiefen Stich in die Schläfe, worauf dieser sofort zusammenbrach und nach einigen Minuten verschied. Der Täter, welche^ uch zwei bedeutende Verletzungen durch ein stumpfes Instrument am Kopfe trägt, (durch den Toten also zuerst geschlaaen worden zu sein scheint), begab sich nach dem blutigen Vorgang in die Wohnung seines Dienstherrn und wurde hier auch später verhaftet. Heute trafen die Staatsanwaltschaft imd Gerichts» ärzte aus Gießen hier ein, und der Messerheld wurde bei her Besichtigung der Leiche dieser konfrontiert, wobei er tiefe /ieue über seine ruchlose Tat zu empfinden schien. i Friedberg, 10. Nov. Dem Polizeikommissar Weiß, der früher auch in Gießen als Kriminalschutzmann tätig gewesen ist, hat der K a i s e r von Rußland die Große goldene Medaille des Stanislaus-Ordens mit dem Band verliehen, Darmstadt, 10. Nov. Zu Ehren des Geburtstages Sr. Maj. de§ Königs von England veranstaltete der großbritannische Gesandte Mr. Herbert nach dem N. H. Vbl. ein Festmahl, welchem u. a. Ihre Königl. Hoheiten Prinz und Prinzessin Andreas von Griechenland, der kgl. preuß. Gesandte Prinz Hohenlohe-Oehringen, der kaiserl. russische Gesandte Fürst Küdascheff, Se. Erz. Staatsminister Rothe, Se. Exz. Obersthofmarschall v. Westerweller und andere offizielle Persönlichkeiten am Großherzogl. Hofe beiwohnten. — Ein eigenartiges Schriftstück fiel vor einiger Zeit beim Nachsehen der Kammer ihres Dienstmädchens einer Hausftau in die Hände. Das originelle Schreiben, dessen Absender mit der Orthographie auf etwas gespanntem Fuß gestanden zu haben scheint, lautet folgendermaßen: „Darmstadt den 3. August 1893, Hochverehrte Matam! Ich Ersuche sie mit der Biette das sie so gut sein möchten, Leuchen bis 1. September vohrt laßen es ist meine Braud! — Biette laßen sie Ihr Jehden Sontag Ihren ausgang und einmal in der Woche damlt mthr unsere Babbiere in Ordnung machen Können, Heieraden Briegt Küntiegungs-zeit die Briefe wo sie Beckomt sind von miehr — Khrem Liebhaber! — das heißt von Ihren Bräutiegam, Ohne Lieben Heirad-mahn nicht Matam. ist das nicht der Fall, so muß ich weitere Schritte tahn, Achdungsvol, Gruß an Lenche Haas. von Ihrem Breutiegam/ Ob die „Herrschaft* das Ansinnen des biederen Bräutigams erfüllt hat, so berichten die N. H. Vbl., haben wir nicht erfahren. — Niederdresselndorf, 10. Nov. Beim Ausfahren eines Güterzuges aus dem hiesigem Bahnhof sind in der Kurve 10 Wagen entgleist. Sie wurden ziemlich stark beschädigt. Personen wurden nicht verletzt. Es gab einige Stunden Verspätung, aber der Betrieb wurde bald wieder ganz hergestellt. x Fulda, 10. Nov. Ein Konflikt ist bei der Ausführung der Kanalisation der Stadt Fulda zwischen dieser und der benachbarten Landgemeinde Horas entstanden. Nach dem, dem gesamten Kanalbau zu Grunde liegenden Plane sollte die Ausmündung des Kanals in unmittelbarer Nähe dieses Dorfes im Flußbette der Fulda stattfinden. Die Regierung von Kassel verlangte jedoch aus sanitären Rücksichten, daß die Mündungsstelle des Kanals noch 75 Meter weiter stromabwärts verlegt werde. Dies genügt der Gemeinde Horas noch nicht; sie besteht vielmehr darauf, daß der Kanal noch einige hundert Meter weiter stromabwärts ausmünde, und weigert sich überhaupt, denselben in ihrer Gemarkung einbetten zu lassen. Da hierdurch jedoch der Stadl Fnldu rin Meyrverrag von 40000 Mark an Baukosten entstehen würde, so beharrt der hiesige Magistrat nun seinerseits auf der Ausführung des Kanalprojekts in der von der königlichen Regierung abgeänderten Fassung und hat gegen die Gemeinde HoraS das Enteignungsverfahren einzuleiten beschlossen, auf dessen Außgang man in den beteiligten Kreisen sehr gespannt ist. 25. Jayresfcst des Aöergesstschen Wereins für innere Wifsiou. ** Gi eßen, 10. Nov. Die Reihe der Veran stak tim gen eröffnete heute morgen um Voll Uhr im oberen Kvnsirmandensaal in der Kirchstraße der Verbandstag der Oberhessischen Erziehungsvereine. Es waren dazu Vertreter von acht Dekanats- Erzichungsvereinen erschienen, als Vertreter der städtischen Armenverwaltung zu Gießen Beigeordneter Cursch- mann, als Vertreter der Staatsbehörde Regierungsrat Dr. Wagner, als Vertreter der Kirchenbehörde Superintendent Petersen, als Vertreter des Vorstandes des Oberhessischen Vereins ftir I. M. Pfarrer Schlosser. Der von dem Vorsitzenden, Pfarrer Röschen aus Freienseen, erstattete Jahresbericht gab ein recht erfreuliches Bild der regen Tätigkeit der Erziehungsvereine, wies aber auch die großen Schwierigkeiten, die der Arbeit entgegenstehen, auf. Besondere Schwierigkeiten bereitet die Unterbringung von Lehrlingen und Gewerbegehilfen aus der Stadt auf dem Lande. Die Zahl der Pfleglinge innerhalb des Verbandes beträgt 455 gegen 293 im Vorjahr. Diese Steigerung beruht aber wohl teilweise auf genauerer Zählung, als zuvor. Das Zusammenwirken mit den Verwaltungsbehörden ist meist sehr günstig geordnet. Die Erfahrungen mit den Pfteglingen sind, trotz vielfacher Mißerfolge, doch im ganzen recht ermutigend. In dec Besprechung kommt u. a. die Klage der Rettungsanstalten zur Sprache, daß die Er- ziehringsvereine auch Kinder, die in Anstalten gehören, zu lange in Familien behalten und sie erst in die Anstalt verbringen, wenn es zu spät sei. Cs wird anerkannt, daß, obwohl die Erziehung in einer Familie das Naturgemäße sei, doch Fälle von solcher Verwahrlosung vorkommen, in denen nur die Zucht der Anstalt Erfolg haben kann. Gegenüber dem Verfahren einzelner Kreisämter wird betont, daß eine gedeihliche Wirksamkeit der Erziehungsvereine dann am besten gesichert sei, wenn die Fürsorge für die Kinder von Anfang an, auch die Unterbringung und Abschlietzung der Verträge, in die Hände der Vereine gelegt werde. Es wird beschlossen, bei der Eisenbahndirektion Frankfurt um Ausdehnung der im Interesse der Magdalenensttfte gewährten Fahrpreisermäßigungen auf die Dienstreisen der Vertreter der Erziehungsvereine nochzusuchen. Allerlei bei TDschließung von Lehrverträgen bei Zwangszöglingen aufgetauchte Fragen, z. B die Notwendigkeit'der Unterschrift der Lehrlinge, kamen zur Sprache und Erledigung. Nachmittags 31/2 Uhr folgte dann die öffentliche Sitzung des Vorstandes und die der Synvdalvertrcter, die aber auch von sonstigen Mitgliedern aus der Provinz sehr gut besucht war. Dabei wurde dem Gesamtverbaud der Cv. Arbeitervereine zum Zwecke der Abhaltung sozialer Kurie für Arbeiter ein jährlicher Beitrag von 50 Mk. bewilligt. Sehr lebhaft waren die Verhandlungen über „die Behandlung der inneren Mission im Religions- und Konfirmanden- unterricht". Der Referent, Pfarrer Sic. Dr. Dieckmann aus Rodheim v. d. H., betonte, daß, wenn es in der Schule recht zngebe, die innere Mission auf dem Katheder sitzen, der Geist oes Glaubens und der Liebe den ganzen Unterricht beherrschen, und die ganze Persönlichkeit des Lehrers und Pfarrers gewohnt ermaß en einen Anschauungsunterricht in die innere Mission bieten müsse. Dann wies er in recht seiner und wohlerwogener Weise die Anknüpfungen, die der Religionsunterricht für die Behandlung der inneren Mission im einzelnen biete, auf. Seine Ausführungen fanden in der Diskussion mannigfache Ergänzung. Besonders wurde betont, daß die Kinder mit den am Ort und in der Nähe vorhandenen Veranstaltungen der Barmherzigkeit bekannt gemacht werden müssen. Als unentbehrlich dafür wurde die Abfassung eines kurzen Leitfadens als Anhang zum Katechismus erkannt, und der Vorstand beauftragt, mit dem Oberkonsistorium deshalb in Verhcnrdlung zu treten. Um 61/4 Uhr riefen die Glocken zum Festgottesdienst, der auxfy eine zahlreiche Gemeinde versammelte. Es war eine wahrhaft erhebende Weihestunde, die der Festgemeinde da unter Liedern und Gesängen des Kirchengesangvereins und der Knabenchorschule, vor allem durch die tieferufte und die Herzen erfassende Predigt von Professor D Drews geschenkt wurde. Er legte darin Matth. 9, 12 und 13 aus und zeigte, daß eine gesegnete Arbeit der inneren Mission nur getan werden könne in Demut und in herzlicher Barmherzigkeit. Eine stattliche Versammlung war eS auch, die sich in SteinS Garten zusammengefunden hatte. Dort führten Professor D. Stamm und Pfarrer v. Schlosser der Festgemeinde ein Bild der verflossenen 25 Jahre, jener in großen Zügen die Physiognomie und die Entwicklung des geistigen und sozialen Lebens zeichnend, dieser auf die besonderen Verhältnisse Oberhessens und die Geschichte des Vereins eingehend vor. Wir behalten uns vor, darüber später weiteres mitzuteilen. Auch hier machte sich der Kirchengesangverein wieder verdient und erfreute die Versammlung durch seine schönen Gesänge. Am Schluß sprach Stiftsdechant Klingelhösfer aus Sich dem geschäftssührenden Ausschuß den Dank der Vereinsglieder aus für das, was er in diesen 25 Jahren dem Verein geleistet habe und die Versammlung stimmte dem durch Erheben von ihren Sitzen zu. Kandel und Verkehr. Volkswirtschaft. — Trust für Petroteumwerte. Wie es heißt, beau.id)ugt die Deutsche Bank, einen großen Trust für Petroleumwerre zu gründen. Tas Kapital dieses Trustes soll 16 Millionen Mk. betragen. In dem Trust sollen die Aktien der Etoile ronmaine, auf welche die Deutsche Bank von der Ungarischen Jndustriebank die Ovtuon erworben Hal, ferner die neuerworbenen 4000 Stück Schoduica-Aktien angelegt werden. Auf diese Weise breitet sich das Trustsystem nut seinen Uebergriffen und Gefahren immer weiter aus — ob zum Heile unseres Wirtschaftslebens möchten wir doch einigermaßen bezweifeln. — OesterreichischcS Petroleum. Die Petroleumpreise in Oesterreich sind jetzt schon, kurz nachdem das Kartell entstanden ist, um nicht weniger als 400 Prozent in die Höhe getrieben worden. Ob bei einer derartigen Preistreiberei das österreichische Petroleum in Deutschland dem Standard Oil Eo. Konkurrenz machen kann, ist sehr fraglich. w. Gießen, 10. Nov. (B i e h m a r k l b e r i ch t.) Der heutige Viehmarkt hatte einen Auftrieb von etwa 1000 Stück Milch- und Fettvieh sowie einen Vorrat von 250 Kälbern. Die alteKund- schaft für Milchkühe war wegen des konkurrierenden großen Herbst- viehmarktes m Haniwver teilweise dem Markt fern geblieben, so daß schon der Handel am Vormarkt viel zu wünschen übrig ließ und auch am Hauptmarkt fertig brachte, daß die Tiere durchschnittlich um 20—25 Mk. gegen die Preise des letzten Marktes abschlugen. Der Vorrat an fetten Rindern war für die Nachfrage zu groß, so daß auch in dieser Ware der Markt eine gewisse Flaue zeigte und der Handel erst gegen die Mitte des Marktes hin in Gang kam, nachdem die Ware billig offeriert wurde und unsere Gießener Metzger ins Geschäft eingriffen, indem sie bei dem billigen Angebot ihren Bedarf decken konnten. Ein Posten älterer Schlachtkühe konnte selbst bei einem sehr billigen Angebot nicht ganz untergebracht werden. Das schlechte Geschäft der Verkäufer des Marktes für fette Rinder übertrug sich auch auf den Kälberhandel. Die Reflektanten verhielten sich zu Anfang des Marktes den hohen Forderungen der Verkäufer gegenüber ablehnend. Später, als die Tiere billiger als beim letzten Markt offeriert wurden, kauften auch die Gießener Metzger besonders schwere Ware und machten damit den Markt lebhaft, da auch nun die von auswärts gekommenen Käufer lebhaft ins Geschäft cingriffen. Milchkühe und Fettvieh blieb überständig. Der Vorrat in Kälbern wurde jedoch geräumt. Es wurden gehandelt und zwar pro Stück Kühe frischmelkend und tragend 1. Qualität Mk. 430—475, 2. Qualität Mk. 360—400, 3. Qualität Mk. 250-320. Aeltere Schlachtkühe Mk. 170—200 Verkauft wurde der Zentner Schlachtgewicht: Fette Rinder 1. Qualität Mk. 66-68, 2. Qualität Mk. 62—64. Die Preise für Kälher stellten sich pro Zentner Schlachtgewicht: 1. Qualität (Tiere über 50 Psd. Gewicht) Mk. 68—72, 2. Qualität (zwischen 40-50 Pfd. wiegend) Mk. 60—64, 3. Qualität (leichtere Tierei Mk. 52—56. Neueste Melduiuieu. Berlin, 11. Nov. Me Frau des Schriftsetzers Winter» stein, deren Mann sich in der Lungenheilstätte Belitz befindet, erhängte heute früh ihre drei Söhne uu Alter von 7, 6 und 4 Jahren und stellte sich der Polizei. L 0 n d 0 n, 11. Nov. „Daily Mail" meldet aus Tientsin, die russischen Truppen seien aus Korea zurückgezogen worden. Paris, 11. Nov. Kriegsminister Andrö hat eine Untersuchung einleiten lassen, um fesizustellen, ob zwei französische Feldgeschütze neuesten Modells an die e n g - lis che Kriegsverwaltung, die eine Neugestaltung ihrer Artillerie nach französischem Muster plant, verkauft worden sind. Telephonischer Kursbericht tormarr gegen Schnupfen \ klinisch erprobt und ärztlicherseits mehrfach I als geradezu ideales Schnupfenmittel bezeichnet! Wirkung FrappanH J 878% Reicheanleihe . . 101.90 3°/ do. ... 99.75 37,% Konsole .... 101.95 5% do.....90.80 Heesen .... 100 30 OberhpRR^n . . . 100.00 4% Oesterr. Goidrente . . 102.70 4M6% Oesterr. ßilberrente 101.10 4% Uoerar. Goldronte . . 100.25 4°/1 Italien. Rente . . . 10350 47,% Portugiese!? , . . 52.70 h’V Portugiesen. «... 32.10 1% C. Türken .... 37.16 Türken!oee ..... 146 40 4% Grieoh. Monopol.»Ani. 43.90 41/. % äussere Argonh’ner —,— 3% Mexikaner .... 26 35 4autns in Stockholm, Prof. A». Aonlart in Paris, Pros. A. Zcrmatti in Rom, Prof. <Ä. Hautier, Ag. ^i«h, Ktojanow, A. F'apnlchek in Wien. — Bitte um geneigte Besichtigung. Ausstclluugslokal im Hatlse des Herrn Dr. Eaesar, frühere Hirsch-2lpotheke, Alarktplatz. Ergebenst 7918 Carl Leib sen., Maler und Kunsthändler. Inhaber des Ehrendiploms der Münchener Kunstausstellung 1886. für ihre allgemeine Beliebtheit Dies ist auch der Grund Unübertroffen in Reinigungskraft, Sparsam im Gebrauch, Ausgiebig in der Verwendung. Versteigerung. Donnerstag den 12. d. Mts., nachmittags 2 Uhr, sollen dahier Marktplatz 20 1) eine größere Partie Schuhwaren, 2) eine Laden-Einrichtung und verschiedene Kurzwaren, 3) Haus- und Küchengeräte aller Art, 4) eine Kiste Würfelzucker und 25 Pack Kordel sowie v. A. gegen bar versteigert werben. 8421 Gießen, den 10. Novbr. 1903. Seipel, Gerichtsvollzieher. Stähl Schlachthaus. Freibaut. Heute und morgen: 8410 © JtüUnldi 51 W. Großes Mnstertager in Oefen und Herden Nodheimerstraße 42. J, Happel. 7797 ST Dreiteilige I Matratzen | | mit Seegras-, Kapok- und S H Roßhaar-Füllung billigst. M Sc. Röhr & Co .1 7674 la. Schellfische Cabliau Zander Seezungen, Hecht, Steiubutt re., täglich frische Sendungen in bester Elspack. Führe prinzipiell nur atterfeiuste, anerkannt beste Qualität. 8276 C. 61. Kleinlienn, Delikatessen-, Fisch- u. Geftügelhdl. Promptester Vers, nach ausw., da nur 4 Min. v. Hauptpostamt und den Bahnhöfen. Sämtliche Fische werden auf Wunsch tadellos gepicht geliefert. Itfll. lirouen 7821 j__bei Emil Fischbach. stets frisch geschossen, zu haben bei Frau Sbel, Rittergasse 11. bmt Wieder neu eingetroffen: 1 ; E F K K -ALI l i Schöne Farben. Grosse Auswahl. Billigste Preise. Aparte Fagons. Beste Verarbeitung. Auch in extragrossen Weiten. M35 Markt 9-10. Fernsprecher 356. t-ä Blousen «Os» Kostüm-Röcke » e « Unterröcke in denkbar grösster Auswahl. Kuder & Sonneborn Marktstrasse 25. 8023 Zwiebeln 50 Sitlo inkl. Sack 5.— Mark versendet gegen Nachnahme B. K. Stern So«»n, 04474] Friedberg, Hessen. Knoblauch und Wallnüsse billigst. Cervelatwurst feinste Gothaer 7819 bei Emil Fischbach. B&ickimge stets frisch bet 6087 L. kainhof Nacht. ♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦ ♦ ♦ Strickwolle ♦ 2 (Marke M & K) > Y in allen Farben und Qualitäten zu billigsten Preisen < IW Rcckwoile ♦ von 90 Pfg. per Pfund an und höher. 7718 t J. E-ä. Fuhr, X & Sonnenstraße 25. ♦ Stricken von Strümpfen, Nöcken re. wird billigst besorgt, ^> atich stehen Musterröcke z. Abstricken gratis zur Verfügung. Bienenhonig ß extrafeiner Taselhomg, garantiert reiner Speisehonig, Backhonig. bei Gmil Fischbach. PAQ0QOQOOOD Wvonagen UM- reichste Auswahl, L. Kohurm«nn IV. B^ickstrabe 12. 8ifi7 Blitzartig verschwinden alle ^autuareiulg- Leiten und Kautauslchkäge, Mitesser, Wickeln, Kautröte und AeverfleLe durch täglichen Gebrauch von Fiadevealer 7755 Theerschwefel- Seife Schutzmarke Steckenpferd ä Stück 50 Pfg. zu haben bei Adolf Bieler. Victoria-Drogerie, Marktstraße 5. Winter,oppen, fe1 bftgefertigte, sorote Sportjoppen zu billigen Preisen. Anfertigung v. Militär- u. Beamtenuniformen, sowie von Herrengarderobe nach Maß. Wilhelm Stumpf, 7460s Gießen, Sonnenstraße 9. r Gtreng reelle and billigste Bezugs-^ guelle l Ja mehr al« 150,000 Familien im Gebrauche! Gänsefedern, Gäusedauaeu und alle anderen Sorten Bettfedern. Reubeit u. beste Reinigung garantiert I Preiswerte Bettsedern per Pfd. für 0,80; i Mark; 1,40. Prima Halbdauaea 1,60; 1,80. Poiarsedera: dalbweiß 5, weitz 2,50. Silberweiße vettsedera Z; 3,50; 4; 5. Echt chinesische Ganzdaunru 2,50. Polarvauneu 3; 4; 5 Mark. Jede beliebige Psundzahl zollfrei gegen Nachnahme! Zurücknahme auf unsere Kosten! n . A in Herford W Pecner & Co. 2029 in Westfalen. Proben und Preislisten, auch über Bettstoffe und fertige Betten, kostenfrei. Angabe der Preislagen für L Federnproben erwünscht! W Verkaufen In der Nähe einer bedeutendev Industriestadt ist ein größeres Wirlschiists-AWeseii mit Kolonialwaren-Geschäft» großem Garten und Oekonomie- gebäuden, auch zur Einrichtung einer Zigarren-Fabrik, sowie zu jedem anderen Geschäft geeignet, preiswert zu verkaufen. Einem tüchtigen Metzger oder Bäcker wäre eoentLgute Existenz geboten, da solche nicht am Platze. Offerten unter Nr. 8330 an die Exped. d.Bl. f 7 Monate alt, * 1 Schwarztiger, 2 schwarzrote Rüden, höchstpr. Übst., im Kunstbau gut emge- arbeitet, vielversprechende Ans- fteUungstiere, abzugeben. Wo? sagt die Expedition d. Bl. |05621 06689| H-btlbank. Küfer* karren, Schleifstein (Rad) billig zu verkaufen Frantfnrterstraße 11. llkdtWizks, «lteres Pserö zngsest, zu verkaufen 8418 Frankfurterstraße 59. Mei SiiljBiijt | vertäust Nebe, Rodheiinerslr. 6. Kann auch'angefahren werden. 05653 j 2 gute Bienenvölker zu verkaufen Bruchslratze 12, Kanf-Gesllche 2 mittelschwere Pferde (ein Gespann) werden zu kaufen gejucht. Die Pferde müssen im Atter von 5—9 Jahren sein und sotten für leichteres Lastfuhrwerk gebraucht werden. — Verkäufer, welche in der Lage sind, 2 gute, fehlerfreie Pferde anzubieten, werden gebeten, ihre Adresse und den Preis der Pferde unter Nr. 8413 an die Expedition d. Bl. bis zum 15. d. MtS. anzugeben. vermieten chöne 3-Zimmcr-rSohuung preiswert an ruhige Leute zil ^ermieteii. ]0566ö] Steinstr. 28. 8430] 5'Zunmerwohng. nebst Zubeh.. d. 9teuzeit entspr. eiliger., per 1. April evtl, früher zu verm. Louis Weil, Sleustadt 10. 8439 I?le empfiehlt sich 7558 Anfang 8 Uhr pünktlich. Ende gegen 11 Uhr. empfiehlt billigst 8028 per sofort gejucht. 05630 wertig zu vermieten. (5224 Winterfest Mehrere gebrauchte vom Lande gesilcht. 05530 in >> ali5 Bilch Halter,! SIlIIHIKI Sekretär, Ver- walter erhalten jg. Leute iiach 2—3-monatl. Aus- 8431] Der Vorstand 1 Ltzm'jk Äijözk zil verleihen bei 5716 WWWW MVWNW llcirdjiciicncs In Krawatten und sämtlichen Herren - NIode-Artikeln stets das Neueste. Theater°^fereisi. IL Vorstellung: Dienstag den 17. November Mit durchaus neuen Dekorationen aus dem Atelier Falck in Berlin: W_ Liebigstratze 13. M”B" «.bB£3Uj Telephon 218. Billets zum Preise von 5, 4, 3Mk. (für Mitglieder 4.50, 3.50, 2.50 ML) nn■wm und 2 Mk. bei Herrn Challier und an der Abendkasse. hunger, cvU. auch älterer Mann mit flotter, sauberer Handschrift ges. Oss. u. 8388 a. d. Exp. d. Bl. Chaisengeschirre Ein- u. Zweispailner, hat bitt, abzugeben Ehr. SpieS, Sattlerei. dala 8429 Willi. Marnbach, __________Kanzleiberg 9. JPranKOS« (licenci6 es lettres) wünscht Privat- slund.zu geb, auch Konversatioiis- zirkel zu leiten. Ltäh.Exp. (05327 Monteure für Freileitung u. solche für Haus- mstall. m. eifl. kl. Werkzeug für Elektrizitätswerk Frankenberg gesucht. Schristl. Angebote mit Anspr. u. Zeugnisabschr. an das Baubureau des Elektrizitätswerks erbeten. 8400 . Polizeir bis 25. Evnsczwlvsk unö daß sich uad falfcl/en wußten die ^brusczews' ^gegeben. 5 oas Kind still mals sei ihr > M 17. April Muar 1897 g daß es sich 1 ^te hebanit Rübenschneider (Brockel- und Scheibenmühlen) Häckselmaschinen Biehsutterkessel Kartoffeldämpfer Kartoffelquetschen Kartoffelwaschmaschinen Kartoffelsortiermaschinen Schrotmühlen, Putzmühlen Aauchesässer, Lauchepumpen re. Eine tüchtige Monatsfrau per 1. Dezember gesucht. (05591 _______Marburgerstraße 27, I. Jüngere Laglöhucrinneu" ab: § § Der Geflügelzucht-Verein für den Kreis Wetzlar veranstaltet in den Tagen vom 14.—16. November d. IS. eine 8419 Wlifd-, Euiiebn- iiml WHhWim in Guths Garten zu Wetzlar. Die Ausstellung erstreckt sich nur auf im Kreise Wetzlar gezüchtete Tiere. - Eintritt 25 Pfg. "Xwj. Zum Besuche der Ausstellimg ladet freundlichst ein Der Vorstand. Aerlin -varts w- Abt°ü iritW? ®.° üT.i ;S."2 Linsall geU SdMsal bei bnttscyen ü nannten Bl ßtiif steht, lverjen, oi)’ aus, h)o ließt, scheu bte Grenze bad bejuidk ohne rodtci Berli SÜbwesta Lindhoek: wichtigen N v. Burgsdot v. Reblet v mrsch. Di< zeldschnhw 2onb aus Kenh Hottent vor. Tie 1 entsandt. । SWlrlub Freitag, 13. November, Cafv Ebel, abends '/,v Uhr, lSnittlilvirsiimmliillg. Tagesordnung: 1) Bericht über das Jahr 1903. 2) Borstands- ,vahl.3)Winterveranstaltungen. 4) Eventuelle Anträge. WKNMW iu der TurnhaUe. Eintritt nur gegen Vorzeigung der Wintervergnügungs - Karte gestattet. Der Vorstand. Iur Heachlung! Die Evangelisations-Vorträge in Lony S Bierteller, Schanzenstraße finden bis zum 14. d. M. jeden Abend um 81/, Uhr statt. Sonntag den 15. d. M., nachmittags um 3'/, und abends um 8*/4 Uhr. Jedermann ist freundlich eingeladen. 05667 Maria von Mag Drama von Paul Heyse. M-,? -S-- 9*“ ‘'"'S«« tyodit w i«« et"r"' * ( 05529] Eine Fra« empf. sich im Wasch. u.Pntzeu. Walltorslr.49a. Zm Sl»itrjlia«i d.s Neueste — Eleganteste <» Herren-Hüten Vertreter für den dortigen Platz, evtl, für größeren Bezirk 8416 gesucht. Schristiche Offerten an Carl Kotiert jr., Köln Allein-Vertreter d.NnLhracil-KohlenbcrglverkS „Langenbrahm". QU| NN r, aö Vlleten, hat r, V'*« •«; Turnverein Samstag, de« 14. November, abends 8 Uhr: 8366 Uln '"'t C Jjajnetni ^5 unc, y ?*1 p-> o 8 t,3 ^°chc, ib7ttr treu in,, lhr bte > C umioj Stadt Atarbuvg. Sonntag den 15. November, von nachmittags 5 Uhr Große Tanzmusik wozu ergebenst einladet Fritz Kremer. Stadt-Theater Gießen. Direktion: Siciiigoetter. Freitag, den 13. Nov. 1903: 3. Volksvorstellung. Don Carlos -= Infant von Spanien. =- Dramatisches Gedicht in 5 Akten von Fr. von Schiller. 5-Zimmcr-Wohuung von kleiner, ruhiger Familie per 1. April 1904 gesucht. Oss. mit Preisangabe unter Nr. 8414 an die Expedition d. Bl. erbeten. Gejucht per 1. Januar für zwei ruhige Leute eine schöne 5—6°Zimmer°Wohttung. Offerten mit Preisangabe unter 05663 an die Expedition d. Bl. K»in zukünftiges Ehepaar sucht zum 1. Februar n I. eine rdl., schön gelegene 3-Zimmcr-- Wohnuug; möglichst im 1. Stock. Ausführl. Offert, mit Preisangabe bis zum 17. d. Mts. unter 8353 an die Expeditioii d. Bl. erbeten. von 3 Zimmern billig 'VVjjW zu vermieten [8146 _______Goethcsrraße 46, 11. 7743] Kleine Wohnung zu uer- mieten. Alarburgerjiraße 29. Die Partevre-Wohnnng rneiues Hauses, Gutenberg, strafte 30, ist zum 1. April 1904 evtl. 1. März zu vei*= mieten. [7343] Mylius. 3ö55J Im Neubau Bismarlt- straße 40 sind Parterre u. Beletage, je 5 Zimmer, Badez., 2 Kammeni, schöneni Bodenraitm und allem Zitbehör per sofort zu vermieten. Ehr. Schmidt, Löbcrslr. 10, I. 6285) In der früher Schüler- schen Besitzung ist der 2. Stock ucbst Zubehör per sofort au ver- mieten. Näheres bei der Bürgermeisterei, Zimmer Nr. 15. 6691] Tiefeuwcg 9 ist in der Atanjarde ein Zimmer mit Ha- binett zu vermieten. Näheres bei der Bürgermeisterei, Zimm. Nr. 15 6874] Sicphaustr. 43 ist der 3.ötocf, bestehend aus 5 Zimmern mit Zubehör joiort zu vermieten. Fink, Äeißbmdermeisler. junger Mana (Bautechniter) sucht Stellung. Offerten unter Nr. 05618 an die Expedition d. Bl. ______ Für einen Jungen mit guter wird Sl^ell "als bei Behörde od. Nechtsanwalt ges. Off, unt. 05629 an die Exp. d. Bl. ___Else Hinkel, Kreuzplatz 6. Einige, unabhängige Frau oder XJ Mädchen auf sofort gesucht. Bleichstraße 7. 056611 Geräum. Familienlogis zu vermieten Sandgasse 28. 7292] Die durch den Wegzug des Herrn Pfarrer Scheunemanii leer geivordene Wohiiung, Alicesli'il^ 12, unterer Stock, 8 Zimmer mit all. Zubehör, ist sofort anderweitig zu vermieten. ^Anfragen wolle man richten an Herrn Pfarrer Euler, Aliccstraße 13, oder an den Besitzer des Hauses, Herrn Adami, Südanlage 19. Die Kelche seit Djtem 1904 Mafiai als (Unttqmma; jungen Mt tirnn M)iu Hilft stt dc öchulsahr b I« ^io, (Fa ist SW