153 Jahrgang Samstag 11. JE 1903 Politische Tagesschau. Reichstagsvizepräfideul Singer. Gchrrlftraße 7. Adresie für Depeschem Anzeiger Metze«. Fernfprechanschluß Nr. 51. Seil; P. Witiko: für ,Stadt und Land^ und -Gertchtölaal*: August Götz; für ben An- zetgentett: Han- Beck. Nr. 160 Srschri«! tügttch außer Sonntags. Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem VeMschen kandmirt die Gießener Familien, blätter viermal in der Woche betgelegt. Rotationsdruck u. Verlag der Brühl*lchen Untverf.-Buch- u.Stetrr- druckerei (Pietsch Erben- gemunkelt. Es wird behauptet, Dr. Lapponi habe so gehandelt, um dem Kardial Rampolla zu Willen zu sein. Dieser hat im Sacro Collegio zahlreiche und rührige Gegner, die ihm heftig zusetzen. Am 8. kam es zu einem Austritte, als sie von ihm verlangten, er solle Dr. Lapponi vom Sterbelager fernhalten. Der Tod BolpiuiS. Ebenfalls einem Austritte in: Vorzimmer des Papstes wird die einseitige Lähmung des erst vor wenigen Tagen zum Sekretär des Konklave ernannten Mgr. Volpini, der dem Papste sehr zugetan war, zugeschrieben. Volpini ist bekanntlich an den Folgen des Schlaganfalls (?) goto rb en. Der Papst weiß noch irmner nichts vom Tode Botkin is, dessen Leiche an: Freitag morgen ohne besondere Feierlichkeiten und ohne Glvckengeläute nach der Peters- irche übergeführt wurde. ve»«gSpretAr monatlich 7b P1^ viertel, jährlich Mk. 2.20; durch "vhole- u. Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch diePost Mk. 2.—viertel- fährt, ausschl. Bestellg. Annahme von Anzeigen ür d:e Tagesnummer ois vormittags 10 Uhr. ZeilenpreiS: lokal 12 Pf^ auswärts 20 Pfg. Heber Bebels Erbschaft, von der wsr schon berichteten, werden folgende Güzel-» Heiken betonnt: „Der Erblasser, der stühere bayerische Leutnant Kvllmann, war der Sohn eines Augsburger Buchhändlers. ®r diente im Jnfanterie-Leib-Regiment in München N7Ü> hat den deutsch-französischen Feldzug mit- gemacht. Die ersten Anzeichen einer geistigen Erkrankiürg scheinen sich bei ihm 1879 gezeigt zu haben; wegen verschiedener von ihm verursachter Skandale wurde damals eint militärische Untersuchung gegen ihn eingeleitet, die damit endete, daß er für unzurechnungsfähig erklärt wurde. Das Testament, durch das Kollmann Bebel nahezu 400 000 Mark, die Hälfte des von chm hinterlassenen Berinögens, vermachte, hat er während der Untersuchung, cklfo zurzeit, als er noch im Dienste stand, ausgesetzt. 1880 oder 1881 entfloh er vor der drohenden Internierung irr eine Irrenanstalt aus Bayern und nahm seinen Wohnsitz in Ulm. Auch hier siel er bald durch seine Absonderlichkeiten auf. Mit Vorliebe pflegte er die Exerzierplätze aufzusuchen, um hier laute Kritik an den militärischen Leistungen zu üben. Am 31. Mai 1881 wurde Stott- mann auf Antrag der Ulmer Staatsanwaltschaft entmündigt und im gleichen Jahre in die Irrenanstalt in München eingeliefert, wo er noch volle 22 Jahre gelebt hat. Am 22. Mai dieses Jahres starb er, und am 25. Mcn wurde er in Augsburg beerdigt. Sein Vermögen, das in der Hauptsache von einem Gewinne in der östrerchäschen Lotterie stammt, betrug 1879 400 000 Mk., hat sich aber in der Zwischenzeit durch Zinsenzuwachs nahezu verdoppelt. Zwei Brüder Kollmanns, ein Oberleutnant und "ein Overingenieur, haben ihren Wohnsitz in München, außerdem kommen als Erben noch eine Schwester und zwei Kinder einer verstorbenen Schwester in Betracht. Diese natürlichen Erben haben das Testament angefochten. Bebel wird in nächster Zeit zur Regelung der Angelegenheit in nfrn eintreffen. Stadtemrleihev. In einem Artikel über die Anleihen deutscher Städte an der Börse führen die „Grenzboten" aus, wie diese Anleihen sich als für dauernde Kapitalanlagen vortrefflich geeignete Effekten gezeigt haben und deshalb mit Recht so gut wie ausnahmslos von der Reichsbank beliehen und für mündelsicher gehalten werden. Daß sie in der sogen. „Aujschwungzeit", wo die Spekulation in den Industrie- papieren die Börse übermäßig beherrschte, weniger gut ver- kauflich waren, auch weniger gut als die Staatsanleihen, war nicht wunderbar und sprach nicht gegen ihre Güte, ge weniger das genannte Blatt hiernach als voreingenommen gegen die städtischen Anleihen gelten darf, um so me^ verdient beachtet zu werden, was es für die Zukunft zu bemerken für nötig erachtet. Die Güte der Stadtanleihen werde, so schreibt es, wie es den Anschein gewinne, immer mehr von einer scharfen Staatsaufsicht abhüngen. Die Zunahme der städtischen Anleihewirtschaft könnte sonst sehr bedenklich werden. „Viele aus Anleihen bezahlte großartige Unternehmungen von Stadtgemeinden, die sozialen, hygienischen und Verkehrs- und Luxuszwecken dienen und das städtische Leben jctyr verschönern, find durchaus nicht „produktiv" in den: ^inne, wie es im Interesse der Gläu- brger liegt. Der Anteil der Be v ö l ke r u n gs sch ich- teil ohne Steuerkraft an der Gesamtbevölkerung ninunt in vielen Städten rapid undverhängnisvoll zu, wodurch ihre Kreditfähigkeit mit der Zeit sehr ungünstig beeinflußt werden muß. Namentlich sollte man die Aufwendungen, die diesen Schichten zu gute kommen, in Rücksicht auf die Stadtfinanzen mit größter Vorsicht behandeln. Ganz besonders gilt dies für das Bauen billiger Arbeiterwohnungen aus städtischen Mitteln, nrag man von: sozialen Standpunkt aus noch so sehr dafür chwärmen und Reklame machen." Es könne vielleicht bald eine Zeit kommen, wo die Minister in dieser Richtm:g nicht antreiben, sondern bremsen müßten. Der steröeude Japst. Rom, 10. IM. Die zweite Operation. Der Papst nahm während der stacht von Dmmerstag auf Freitag etwas Bouillon mit Fleisch zu sich. Der neue Brust h öhle n stich wurde beim Papste am Vormittag zwischen 10 .um5 10y2 Uhr vorgenommen. Der Brusthöhlenstich wurde heute schneller vollzogen üls das erstemal. Bevor die Aerzte ihn vori:ahmen, benachrichtigten sie den Papst von der ^Notwendigkeit einer neuen Operation. Nachdem der Papst ferne Zustimmung gegeben hatte, traf Mazzoni die erforderlichen Vorkehrungen zur Operation. Tcad) 25 Minuten war alles beendet. Der Papst erlitt bei der Operation keine besonderen Schmerzen. Er dankte nach derselben Mazzoni. Man gab dem Papste alsdann Bouillon mit Marsala und Ei. Rossoni und vier andere Aerzte beschäftigten sich sodann mit der Prüfung der dem Papste entzogenen 1100 Gramm Serumsiüssigkeit. Die Prüfung der Serumflüssigkeit ergabt daß tuberkulöse Pleuritis ausgeschlossen ist. Dem Bev- Aehmen nach liegt eine Pleuritis rheumatischen Charakters Dor. Der Zustand des Papstes war in den letzten Stunden stationär. Die durch die Operation bewirkte verhältnismäßige Besserung hält an, doch bestehe die Befürchtung lür das Leben des Papstes fort. Die Aerzte bestätigen Berichterstattern gegenüber, daß i>ie heutige Operation sehr gut ge luugen sei. Der Pupst fand infolge davon westutlicye Erleichterung. Löährerw der Operation waren im Nebenzimmer die beim Batikan beglaubigten Botschafter Oesterreich-Ungarns, Por- Deutsches Keich. Berlin, 10. Juli. Der K aiser begab sich heute rüh, wie aus Swinemünde gemeldet wird, an Bord des tauben, ans Bett hevanzutreten. Der Kardinal Vöathieu trat aber vor und andere folgten; sechs Kardinäle küßten die Hand, die wie ein schlapper Hmldschuh herunterhing. Vom 8. Juli abeillrs telegraphiert'Bonnefon, man mache sich keine Vorstellung von der gegen den Dr. Lapponi herrschenden Erbitterung, dessen Diagnose nun als falsch erkannt ist. Er war es, sagt man nun, der dem Papste zu den Spazierfahrten riet, welche die Kräfte des Greises erschöpften, und seine Poren bei der Hitze den giftigen Erdausdünstungen öffneten. Er war es, der die langen und häufigen Audienzen und die er- müdeuden Zeremonien gestattete. Er soll auch vierzehn Tage vor dem Konsistorium das Anschwellen der Beinen bei einem Neunzigjährigen ein bedenkliches Symptom, bemerl und verheimlicht haben. . . . Darüber wird nun allerlei Urgals und Spaniens, sowie 14 Kardinale anwesend. Die Aerzte trafen bei ihrem Eintritt den Papst im Lehnstuhl sitzend, worauf sie ihn ersuchten, sich zu Bett zu begeben. Nach der Operation wollte der Papsst die Kardinäle sprechen, die Aerzte ließen es nicht zu. Profesjior Rossoni bestätigte dem „Giornale d'Italia", daß keine unmittelbare Gefahr bestehe, der Zustand des Papstes aber sehr ernst fei. Der König von Italien. Die „Drübuna" meldet: Angesichts des Zustandes des »stes wird die Reise des Kön igs nach Paris in* e Uebereinkommens zwischen Frankreich und Italien auf September verschob em Tie Verschiebung entspringt nicht politischen Erwägungen, sondern moralischen Gründen der Menschlichkeit und Zivilisation und wird ihrem wahren Sinne nach gewürdigt werden. Das Papsttum hielt sich im Kriegszustand gegenüber Italien, das eine ganz besonders höfliche Nation hat, und das, wenn es auch seine Stellung in: Kampfe behauptet, doch dem Haupte der katholischen Kirche gegenüber Rücksicht nimmt. Italien hätte gekonnh wollte aber nicht sich daran erinnern, daß das Papsttum die Jubiläumsfeierlichkeiien wegen des Todes des Königs Hunibert nicht unterbrach. Die Verschiebung der Reise würde den Beifall der gesitteten Welt finden. Der Empfang, der dem Könige von Italien im September in Paris bereitet werden wird, wird infolge des Aktes hohen Zartgefühls der christlichen Welt gegenüber um so wärmer fein. „Popolo Romano" sagt, die Verschiebung der Reise des Königs bis September sei ein außerordentlich erhabener Akt^ der beiden Staatsoberhäuptern und beiden Regierungen zur Ehre gereiche. Dir falsche Diagnose Dr. LapponiS. Aus Paris wird geschrieben: Der römische Korrespondent des ^Eclair", der kirchlicher Dinge aus langer Erfahrung kundige Jean de Bonneson, war von Anfang an in seinen Berichten äußerst pessimistisch und hielt an der Darstellu:^ fest, der Papst fei schon lange schwach und krank, aber es sei dem Staatssekretär Kardinal Rampolla im Verein mit dem Dr. Lapponi bisher gelungen, seinen Zustand zu verheimlichen. Danach mußte der Greis vor dem letzten Konsistorium Reizmittel einnehnten, um noch rüstig genug zu erscheinen, und die neuen Kardinäle zu ernennen, deren Stimmen in Voraussicht kommender Dinge für nützlich gehalten würden. Er selbst konnte nicht mehr unterzeichnen, seine Hand zitterte zu sehr, und die Ernennung der Kardinäle ist tatsächlich gefälscht, sie ist rrull und nichtig, und das kann im Konklave ernste Folgen haben. Die Reporter, versichert Bonneson, fabrizieren auf Befehl geistreiche Worte des Papstes und erzählen auch von lateinischen Versen, die er dieser Tage diktiert haben soll. Das alles ist erlogen. Der Papst ist tatsächlich seit drei Tagen besinnungslos und wird von den Aerzten wie ein lebendig Einbalsamierter durch chemische Mittel erhalten. Dach der letzten Oelung wollte man keinem Kardinal er- setzung entspricht, und jedem Volke das Reichstags- Präsidium, das es verdient. Also weg mit allen Zimperlichkeiten. Dem deutschen Spießbürger, der sich die Zipfelkappe über die Ohren zieht und denkt, „es ist, nicht so schlimm", dem soll der Großglöckner Singer, wenn er die Präsidentenglocke schwingt, in die Ohren schellen, daß die Herren vom Zukunftsstaat im Reichstag am Regiment sind. Es wäre jämmerlich, wenn eine so starke Partei wie das Zentrum sich leiten ließe von falschen Rüch'ichten nach oben oder von dem Gedanken, daß dem Grafen Ballestrem vielleicht Herr Singer nicht feudal genug ist. Man wird dies um so weniger erwarten können, als das Zentrum sich ja auch nicht gescheut hat, badische Wahlkreise durch die Parole „Wahlenthaltung" den Sozialdemokraten auszuliefern, um so weniger, als, den zarten Andeutungen im „Beobachter" folgend, Tausende von Zentrumswählern sozialdemokratisch gewählt haben. Also nur Mut ! Die Zeit der Zimperlichkeiten ist vorüber. Das Bürgertum muß aufgerättelt werden. Wir wollen Verfassung und Wahlrecht festhalten und wollen keine Polizeigesetze, aber wenn das Bürgertum nicht wach wird,' wenn die oberen Zehntausend in ihrer vornehmen Zurückhaltung beharren, wenn konfessionelle, wirtschaftliche und soziale Gegensätze uns weiterhin zerllüften, dann wird die Sozialdemokratie die Herrin von Deutschlcn:d, das ist so sicher, wie zweimal zwei nach Adam Riese vier ist. Welche Bedeutmig unter diesen llmständen eine liberale deutsche Handelspolitik für Italien und, politisch, für den Bund besitzt, geht aus dem Eifer hervor, den Barröre und Luzetti in der Verschwärzung deutscher Handelsannäherung entfalten. Deutschland hat aber selbst ein starkes Interesse am Vertrag mit Italien: der deutschen Industrie den Zugang zu den italienischen Landarbeitern zu erleichtern, welche die Kraft unb den Lebensnerv des Landes ausmachen." Metzener Anzeiger w General-Anzeiger ” ** Amts- und Anzeigeblatt str den Kreis Gießen Der dem frühere:: Reichstagsabg. Bassermalm nahe-- tehende „Mannh. Gencralanz." tritt lebhaft dafür ein, daß ©inger zum Vizepräsidenten des Reichstages getvählt wird. Es heißt da: Ter Ernst der Lage muß auch in der Zusammensetzung des Präsidiums des Reichstages zum Ausdruck kommen. Was nutzen heute alle Verschleierungen? Sie find das Törichste, was in der heutigen Lage gefcheyen kann. Dem Kaiser, den Bundesfürften muß füglich vor Augen geführt werden, lvie weit die Tinge gediehen fiub! Aber auch das deutsche Volk muß durch seinen Singer Tag für Tag erinnert werden, auf welchen Wegei: Mlllionen (einer Bürger wandeln. Jeden: Reichstag gebührt das Präsidium, das seiner ZusammenMe Heutige Mmmer vmfaßt 16 Setter». Amtsch-italienischer -Handelsvertrag. DnS Der Hn, 10. Juli, wird uns geschrieben: Wie wir hören, befinden sich die Erörterungen über einen deutsch-italienischen Handelsvertrag auf gutem Stege. Anf italienischer Seite wird ein baldiger Abschluß der Vorverhandlungen gewünscht. Es ist sicher, daß die Fertigstellung des Vertragsentwurfs in Oesterreich-Ungarn starken Eindruck machen muß. In den Verhandlungen mit Oesterreich bildet bekanntlich die Woinzollklausel den springenden Punkt. Unter ungarischem Druck will man die Borzugsbehandlung des italienischen, namentlich des sizilianischen Weines, nicht wieder zugestehen. Italien muß aber hierauf entscheidendes Gewicht legen, weil seine 60 Prozent landwirtschaftlicher Bevölkerung neben 4i/2 Mill. Hektar Weizen nicht weniger als 3y3 Mill. Hektar mit Wein bebaut Politische Verstimmungen haben zur Spannung zwischen beiden Ländern bei getragen. Dadurch erhöht sich der Wert des Dienstes, den Deutschland Italien leisten kann. Der Inhalt eines deutsch-italienischen Hiandelsver- trags ist politisch und wirtschaftlich, vorgezeichnet In der Zolltarifkommifsion des Reichsurgs erklärte Staatssekretär Jahr. v. Richly o fen im März einen Zoll aus italienisches frisches Gemüse und Blumen für unannehmbar, und, als trotzdem die Kommission hohe Zollsätze beschloß: „Das Ausland werde leider zu der Annahme kommen, daß die Mehrheit der Kommission Handelsverträge überhaupt nicht wünsche." Und in der Tat hat es schwere Mühe gekostet, die durch die Komurissionsbeschlüsfe in Italien entstandene Erregung zu besänftigen. Die Diplomatie mußte immer wieder darauf Hinweisen, daß die deutsche Regierung nötigenfalls auch gegen diese Beschlüsse für Gemüse unb Blumen Zollfreiheit gewähren werde, ohne Kompensationen zu fordern." Allerdings ist es wünschenswert, die Italiener zu überzeugen, daß uns auch ihr wirtschaftliches Interesse am Herzen liegt. Die 12000 Versteigerungen ländlicher Grundstücke, die jährlich wegen Steuerschuld-en erfolgen, kennzeichnen die Lage der Landwirtschftt Vom feldbauerrden Süden gilt noch immer das Wort eines Franzosen: „Süditalien ist die Schjeppkette der Vergangercheit an den Füßen des modernen Italien." Auf welche Ursachen die Italiener diese Sage zurückführen, findet in PeciniD Schlußwort KU seinem Bericht über die Agrar-Enquete Ausdruck: „Das politische Italien hat das landwirtschaftliche ruiniert." Unter Politik soll die Htn- neiguna zum Dreibund und d:e Abwendung von Frankreich verstanden werden, wie denn vielfach in Italien der inzwischen beseitigte Halb krieg mit Frankreich für die Wirt- schaftskrisis verantwortlich gemacht worden ist. Viktor Emanuel ILL ist der erste Wirtschafts- und Sozialpolitiker auf Italiens Thron. Bis an Umbertos Lebensende hat die savoyische Dynastie die agrarische:: Revolten mit Gewaltmitteln bekänrpfd Immerhin war es eine wichtige Erbschaft Umbertis, aber auch ein Wert des deutsch- und Dreibund- feindlichen Botschafters Barröre unb des sizilianischen Wein- exporteurs Luzetti, daß Viktor Emanuel den Handelsvertrag Tmt Frankreich vor fand. Die aus den Friedensschluß gesetzpm Hosftmngen haben sich nicht erfüllt. Der franzöfische Vtein- : markt ist nicht zurückerobert Die Ausfuhrüberschüsse Ito- lreus in der franko-italienischen Handelsbilanz sind um : 20 Millionen zurückgegangen. abeeb 8 Ubr an Bord der Mitgliederzahl ÄZ 8 Vereine 06 iZ 1902 48 Ausland. 215 705 ü« 3Uö 220 765 188941041 88119054 214 737 20 487 20 254 49 727 757 15 914 45 837 11830 c CD Reingewinn 23 25 14 12 106 96 10 75 19 11 24 33 4 17 27 32 8 44 92 25 51 66 28 14 7 31 26 3 40 81 41 516 1265 1061 a cc A N 14 19 10 12 88 82 3 585 418 228 410 28451 1115 147 1168 848 1497 212 954 1687 369 1041 728 438 262 238 64 HI 1619 91 749 468 352 5 018 095 17 923 559 4 014 022 1357 044 131 549 349 1 12 398 216 1 308 014 30 655 935 15 171 949 30 901 107 118 875 6 037 825 65 058 811 3 965 697 2 728 029 49 576 517 2 756 453 372 506 408 632 254168 5 345 616 506 414 381 776 3 464 684 3 947 472 ~ c o n gewisser- maßen systematisch-kunstgerecht mit Schnittivundcn bedeckt ist. Allem Anschein nach ist der Täter ein Mann, der mit dem Messer sachgemäß umzugchen weiß: er hat den> llcberfallenen nur leichte Schnittwunden, nicht eine einzige schwere Verletzung beigcbracht. Der Verletzte fand Aufnahriie im städtischen Krankenhaus. Die Täter sind noch nicht ermittelt. — Auf den 26 Jahre alten Taglöhner Otto Lieber wurde, als er I gestern abend am neuen Hafen mit Arbeiten beschäftigt war, plötzlich ein Schuß abgegeben. Die Kugel drang dem jungen Mann in die Stirn, oberhalb des rechten Auges, prallte aber am Stirnbein ab. Die Rettungsgesellschast brachte Lieber nach dem Krankenhaus. Der Täter konnte mcht entdeckt werden, obgleich Arbeitskollegen sofort an Ort und Stelle alles absuchten. Es heißt, daß ein Racheakt vorliegt. 9. Juli 151 500 abgegeben. e. Wingers Haus en bei Schotten, 10. Juli. Die S Großalmerode Grimberg Hersseid pombcrg Fichtenau Marburg Melsungen Neukirchen Nordeck Reichelsheim Rotenburg a. Schlitz Wächtersbach Wetzlar I Wiloungen Nauheimer und Frau. - Jugendsest. Rach den bis jetzt so zahlreich em- gegangenen Anmeldungen der Kmder aller Stände verspricht das von den vier Wohltätigkeitsvereinen am 2. August d. I. im Philosophenwald geplante Jugendsest, verbunden mit Volksfest, einen schönen Verlaus zu nehmen. Es sei jetzt schon darauf hmgewresen, daß alle angemeldeten Kinder ein Geschenk Verhalten, daß der Eintrittspreis für Erwachsene aus 25 Pfg. festgesetzt, und der Ueberschuß demnächst zu wohltätigen Zwecken Verwendung finden soll. Anmeldungen der Kinder können noch bis zum Mittwoch, den 15. d. Mts., bei den im heutigen Anzeigenteile ersichtlichen Stellen erfolgen. - Besitzwechsel. DaS August Sche ppelmann'sche HauS, Großer Steinweg 20, ging um 24000 Mk. an Wagenmeister Schulmeyer über. •• Generalkulturplan für den oberenVogelsberg. Außer den in unserem gestrigen Bericht genannten Herren gehören zu der von der Großh. Regierung betrauten 7 43 89 9 49 54 i 20 , 15 12 30 66 l 1 ' 30 14 6 Vermischtes. • Koblenz, 8. Juli. Zwei Deserteure des In. santerie-Regimcnts v. Goeben Nr. 28 wurden hier ein- gebracht, welche cingestanden haben, in der Nähe von Kaub aroße Schwellen aus den Etsenbah ngelcisen befestigt zu haben, in der Absicht, den Zug zur Entgleisung zn prust werden. . Amsterdam, 10. Juli. Prinz Heinrich der Niederlande wird am kommenden Mittwoch Aachen verlassen und in Masirichr mit seiner Gemahlin, Kö- uigin Wilhelmina, Zusammentreffen, wo für den Besuch große Vorbereitungen getroffen sind. Bukarest, 10. Juli. Aiach aus Lis chiuew hier ern- gettofjenen Nachrichten ist dort ein Direktor des Justtzmirn-1 steriums eingerroffeu, um im Auftr age des Zaren eine strenge Untersuchung vorzunehmen. Alle bereüS aus der Last entlassenen Perfonen sind wieder verhaftet worden. Der angebliche Hauptschuldige Ptzerjewski hat sich der Strafe durch Selbstmord entzogen. Die moralischen Urheber der Metzeleien wurden ebenfalls »ar* von dort verschwunden. , -0- Frankfurt a. M., 10. Juli. Im RaubtierhauS des Zoologischen Gartens sind jetzt die drei jungen Silberlöwen für jedermann sichtbar. Es ist ein allerliebstes Bild, wenn die drei Kleinen bald auf ihrer Mutter Herumturnen, bald an dem im Käsig stehenden Baum hinaufklettern und dann, weil sie den Rückweg nicht finden können, herunterpurzeln oder die Alte zur Hilfe rufen. Das Haus für kleine ! Säugetiere hat sich bei der jetzt fast übervollen Besetzung mit seiner Einrichtung von teilbaren Käfigen, die nach Bedürfnis größer oder kleiner gemacht werden können, so gut bewährt, daß es zum Vorbild für gleiche Anlagen in den beiden größten zoologischen Gärten der Welt geworden ist. Die Direktion des Newyorker zoologischen Gartens hat sich em Modell der Käfige hinüberkommen lassen und jüngst wurden die Pläne des Hauses an die Zoological Society m London geschickt, die danach ein Haus m ihrem Garten bauen Aus Stadt und Land. Gießen, 11. Juli 1903. — Finan zp rüs uug. Die im Frühjahr 1903 in Darmstadt stattgehabte Staatsprüfung der erste Kategorie un Finanzfach, welcher sich 72 Kandidaten unterzogen, bestanden davon nur 30. Von ihnen fallen auf den Kreis Gießen 21 Aspiranten, nämlich: Karl Brückner und Heinrich Junker, beide auS Gießen. »* Geh. Oberbergrat Prof. Dr. Lepsins, Dozent an der Darmstädter technischen Hochschule und vor- tragender Rat im Finanzministerium, welcher die Tiefbohr- mrgen in Bad-Nauheim und Bad-Salzhausen leitete, wird sicherem Vernehmen nach in aller Kürze in den Ruhe st and hiesige Kirche wird gegenwärtig vollständig iimgebaui. Die alte Kirche war sehr baufällig geworden. S,e ist eme der ältesten Gotteshäuser Hessens und wurde von Erkan- bald, Bischof von Mainz, um da« Jahr 1015 erbaut. Die Arbeiten wurden im verflossenen Winter in Angriff genommen und sollen bis nächsten Sommer beendet fein, um welche Zeit die feierliche Einweihung stattfinden soll. Darmstadt, 10. Juli. Die ,Darmst. Ztg." gwt eine Erklärung des preußischen Kriegsministers bekannt, wonach die hessischen Oberrealschulen zu denjenigen Lehranstalten gehören, deren Reifezeugnisse als vollgültiger Nachweis des erforderlichen Bildungsgrades für den Offizierberuf angesehen werden. Die Primanerzeugnisse dieser Anstalten berechtigen zur Ablegung der Fähnrichsprüfung. Mainz, 10. Juli. Wegen der Eingemeindung ! Mo mb ach 6 hat wieder einmal eine Sitzung stattgefunden, in der Herr Oberbürgermeister Dr. Gaßner hervorhob, daß erst bann der geeignete Zeitpunkt für die Eingemeindung gekommen sei, wenn die Festungswälle die Stadt nicht mehr von Mombach trennen. Daß sich die Erledigung der Eingemeindung sehr verzögert, ist übrigens allein den unannehm- baren Bedingungen zuzuschreiben, die im vorigen Jahre der Stadt Mainz unterbreitet wurden. (M. Tgbl.) Worms, 10. Juli. Die Wiederherstellung unseres Domes gelingt vortrefflich und die Neuarbeiten lassen kaum die bessernde Hand erkennen. Die Bearbeitungsart ist nämlich dieselbe wie früher. Ferner ist es gelungen, das alte Material (Sandsteine aus dem Leininger Tale) wieder auf* zufinden. Obwohl darum bereits 11 Jahre am Dome ge- I arbeitet wird, ist davon, besonders im nördlichen Langschiffe, London, 10. Juli. Ter Lordrnapor gab im Mansion tfottfe den Offizieren des vor Portsmouth liegenden am e rv kanischen Geschwaders ein Festmahl. Derselbe sagte in einem Toast, den er auf Präsident Roosevelt ausbrachte, die Engländer würden sich von Herzen freuen, den Präsidenten einmal in England zu sehen Admiral Cotton erwiderte, seine Schiffe seien auf ausdrücklichen Befehl des Präsiden. ^enuachEnglands Küsten als Botendes tfrie» dens, der Freundschaft und der Zuneigung gekommen. König Eduard, ine Offiziere und die Äiannschaften der herrlichen englischen Flotte hätten chnen, den Amerikanern, einen überaus glänzenden Empfang bereitet, der bei ihnen eine bleibende Erinnerung hinterlassen werde. — (Unterhaus.) Bei der Beratung der Vorlage über die Marinebauten teilt der Zivillord der Admrralität Pretyman mit, die Regierung fei der Ansicht, daß der neue Flottenstützpunkt in Saint Margerets Hope vom strategischen Standpunkt aus wunderbar gelegen sei «ter* selbe nehme eine beherrschende Stelle ein, was dre Nordsee betreffe, er befinde sich in beträchtticher (tiit- sernung von irgend einer Torpedostatton, welche durch einen möglichen Feind besetzt werden könnte. Die Pläne würden für die Flottenbasis im Maßstabe von Portsmouth oder Vlymonth aufgestellt; aber es folge daraus nicht, bafä die Admiralität eine so große Flottenbasis errichten werde. Nach Fertigstellung der Pläne werde die Admiralität ö> wagen, welches die dringendsten Ersordernisse seien. Dte Arbeiten würden so ausgeführt werden, daß sie mit möglich)! geringen Kosten erweitert werden können. Zuerst wurden die Kasernen, Unterrichtsgebaude und Krankenhäuser gebaut. Unterdessen werde die Frage der Docks und der Bafims gebart ein getroffen en russischen KriegSsclfiffeS „Svellana". Anläßluv der Anwesenheit des Kriegsschiffes findet heute ,^HohenKollern" ein Diner statt. •Lbet aus Kopcnl-agen, dort ver- 1 604 _ 60 060 51 wohnen." _ r u u rr. München, 10. Juli Die Wahlgesetznovelle, mit der sich der Landtag in den nächsten Tagen beschäftigt, bringt das geheime, direkte und allgemeine Wahlrecht. Das Mter für die Wahlmündrgkett durfte weiter hinansgeschoben werden als bisher. — Der ^Lot.-AnA" nie------ , - ____ , Vnttr Kais er Wilhelm Ijabe aus die Fürbitten von I dänischer Seite die Begnadigung des zu.12 Advnattn Gefängnis ncrurtvilten Redakteurs exmonfcn von der StB-" gcsteM. — Die Saiferm wird am lö. d M. tit DanKig ern-1 treffen und sogleick) nach Kabinen weiterfahren. I — fcuf ein alte- Wort des Kaisers beruft sich die LLattonall. Kvrr ' wäre zu wünschen, daß diejem- gen Parteien, denen die gedeihUck-e Entwicklung der vaterländischen Verhältnisse am Herzen hege, einander schonten. DaS nationalliberale Fraktion-organ mahnt die liberalen Parteien, mit dem Hinweise aus das Kaiserwort abermals, die Gegensätze zarücktreten zu lassen intb keine Gcsinnnngs- schnüsseler zu treiben und ruft zum Kampfe gegen ou- Zentrum auf. . ... — Der diesjährige Parteitag der deutschsozialen Reformpartei wird anfangs Oktober ftajtt- finden. Als Orr sür denselben wird von der Part eil ettunß | Berlin vorgeschlagen. Bremen, 10. Juli. Auf die vom Bürgermeister Pauli gestern an den Kaiser gemachte Älnzcige von dem glücklrck) erfolgteii Stapellauf des kleinen Kreuzers Bremen", der die Versicherung hinzugesügt war, daß Bremen von Stotz und Freude erfüllt sei über den von S. M. dem Sck)isi erteilten Namen, ging heute ftüh aus Swinemünde folgendes A n tw ort-Tel e g r amm cui: Sr. Magnifizenz dem Bürgermeister Dr. Panh-Bremen. ^hre Nachricht von dein Stapellauf meinest kleinen Kreuzers Erraten" hat mich herzlich erfreut Möge der Geist des Borwärtsganges, welcher Bremens Unternehmungen aus- zeichnet, der Tätigkeit des neuen Schisses allezeit inne- über , Behandlung der Giro-Verbindlichkeiten int Geschäfts-1 bericht", mid „Zinsrückstände" des Herrn Anwalt Dr. Crüaer-Charlottenburg über „Sparkassen und Genossenschaften" und Justizrat H a r n i e r - Cassel über „Berpfand- mtg von Lebetiöversicherungspoliceir". Nachdem die reid)- haltiac Tagesordnung, von welcher leider infolge der vvr- acidbrittencit Zeit einige Punkte zurückgesetzt werden mußten, erjckwvft toarv schloß der Berbandsdirektor gegen 2 Uhr den oftiziellen Teil des BerbandStaaes. Bei dem sich daran anschließenden gemeinschastlichoii Mittagessen, dessen Arran- aement und Zusammenstellung den Herren Drescher und Sch rödel sehr zur Ehre gereichen dürste, brachten die | Herren Justizrat Dr. Gut fleisch-Gießen, Justizrat Dr. Harnier-Eassel, Direktor E. Loos-Gießen, yenkel- Eassol W e r n e r - Biedenkopf, Dr. Crüger-Charlotten- burg und Direktor T h v r w a r t - Frankfurt Toaste cms. Ein runi Schlüsse unternommener Spaziergang in den Philo- jvphcMvald, hielt die Teilnehnier, soweit nicht dieselben i dwn mit früheren Zügen wieder abreisen mußten, noch lange zusammen. Als Ort des nächstjährigen Verbandstages wurde Hers seid gewählt. Wir geben hier noch eine statistische Uebersicht über Die Geschäftsergebnisse der Vorschuß- und Kreditvereine de§ Hessischen UnterverbandeS für das Jahr 1902: 60 48 66; 58 123112 Alsfeld Bad Nauheim Biedenkops Butzbach Kassel, Krcditverein Staffel, Allg. Vorschuß-Verein Eschwege Friedberg Fulda Gießen 10 129 10 39 852155 9 022'21 2 97711 2 981113 7 01612 5 670 4 118013 5 825 8 6 928 15 6 076 26 |587 049 576 407 224 410 2827 1101 140 1156 8401 1486 211 953 1684 353 1039 7171 430 263 243 589 1659 89, 739 441| 317s hastet. 4L Kerbauvstag hesstscher Vorschuß- un» Kredit-Kereine. Gießen, 10. Juli. Der gemäß des aus dem vorjährigen Verbandstag in Bad Bildungen gefaßten Beschlusses in diesem Jahre in Gießen abzuhaltende 41. Verbandstag hessischer Borschutz- und Kreditoereine wurde Donnerstag abend durch dre sehr zahlreich besuchte Vorversammlung im Hotel Großherzog I von Hessen eröffnet. Ersck)ienen waren u. a. Genvssenschafts- anwalt Dr. C rüg er-Charlottenburg und Dankdirettor Tborwart - Franksnrt a. M. Der Perbandsdirektor Justiz rat Dr Harnrer-Eassel eröffnete die Versammlung und erteilte zunächst Dem Vorsitzenden des Aufsichtsrates der Gewerbebank zu Gießen, Herrn L. Petri IL, ba3 Wrt Nachdem dieser die Erschienenen im Namen her Gewerbe- banf zu Gießen in herzlichen Worten begrüßt, wurde in die Verhandlungen eingetreten und in Erledigung der Tages-! ordnuna zunächst Direktor C. Loos-Gießen zum 2. Vor- iikenden und W. M o es er -Gießen zum Schriftführer ge- möfrtt Ms Revisoren für die Verbandsrechnung wurden d^Herren Stie hler-Friedberg und R i 11 e r - Grünberg heftimmt Nach den Berichterstattungen von 12 Berernen, die zum teil sehr lebhafte und lehrreiche Diskussionen her- sä imbähä Ml Saalbaues ^Obey^at^W Darmstadt und M-lrorattonS^ nvck> Rraierungsrat Dr. Heinrichs unt> BeigeordneterIbaurat Wißmann in Gießen. z .. ____ Eurickimann erschienen, welche die Bepammlimg un .. ™in ^e?d^r Regierung beyo. der Stadt wiegen begrufiten. brachten außer der Berichtcrstatwng ■ < r"iiic soweit dieselben nicht schon UI dec Barversammlung erteorgt waren, noch sehr wterelsante Vor-i ttäqe der herreu Stieltet Thorw ar t-Aranksurt a. $2.?. fast keine Spur zu merken. ^.Wetzlar, 10. Juli. In dem oberen Teil unftrer • Stadt hat sich in den letzten Jahren der Wassermangel immer fühlbarer gemacht. Auch wird im Hinblick auf die dort zu errichtenden Neubauten diese Kalamität sich voraussichtlich noch erheblich steigern. Uni ihr abzuhelfen, ist geplant, das Wasser mittels einer Pumpenanlage zu einem auf der Plank zu errichtenden Reservoir zu befördern, von wo aus alsdann die Oberstadt mit Wasser versorgt werden soll. Mit derselben Leitung soll auch der Behälter im Kaisersgrund gespeist werden. Als BctciebSkraft ist ein Dcutzer Gasmotor vorgesehen, der in einem Anbau an den Hochbehälter auf der großen Promenade untergebracht werden soll. Die Firma L. u. G. Panse hat den Plan ausgearbeitet und einen Kostenanschlag ausgestellt, der sich auf 60000 Mk. beläuft. Wetzlar, 10. Juli. Am 15. d. Mts. treffen hier tm der Vertreter des Landwirtschaftsministers, der Oberpräsident der Rheinprovinz, Exz. Nasse, der General-Kommissions- Präsident von Dässeldors, der Regierungspräsident Freiherr v Hövels und der Landeshauptmann der Rheinprovinz, um am 15. und 16. d. Mts. den Kreis Wetzlar zu bereisen und zu besichtigen. . . Limburg, 9. Juli. Ein bei einer Seiltänzer, truppe befindliches 14jähriges Mädchen wurde kürzlich I von der hiesigen Polizei der Truppe abgenommen und in Staffel in Pflege gegeben, weil die Polizei annahm, daß das K,nd nicht zu der Truppe gehöre. Das Haupt^ derselben gab an das Kind sei ihm, als es ein halbes Jahr alt war, m der Schiveiz geschenkt worden. Auf die Ausschreiben an die Heimattzbehörden kamen jetzt die Eltern des Kindes aus der Schweiz und Hollen es zurück. Es war vor mehreren Jahren treten. . . , I r । ** Der Zweiten Kammer ging, wie wir bereits - kurz meldeten, ein Gesetzentwurf über die Umwandlung und Ablösung der Streuberechtiaungen in fremden Waldungen zu. Danach findet daS Gefetz vom 24. Juli 1899 bett, die Ablösung von Reallasten und Dienstbarkeiten auch aus die Stteuberechttgung Anwendung. Die den Gemeinden zufallenden AblösunKsummen solleii ver^nsllch angelegt werden, um den Zinsertrag zur Anschaffung von Stteu- Mitteln im Bedarfsfälle zn verwenden. Die Regierungs- vorlaae wird bannt begründet, daß die Strenberechtigung, welche den Waldboden ohne Rücksicht auf die Bedürfnisse der Forstwirtschaft der schützenden Stteudecke beraubt, notwendig! I ui einer Verarmung des Bodens und damit zu einer dauern- öen Schädigung der Waldkulttrr führt. Eine Nutzung, die solche Wirkungen zeitigt, nttjjse als eine geradeFu futtur* feindliche b^ichnet werden. Nachdem bereits andere. Bundesstaaten, wie Sachsen, Württemberg, Baden u. a. die Stteuberechttgung zwangsweise gegen Entgelt abgelost .........„ ------ haben, müsse Hessen diesem Beispiele rm fresse Kiner bejanb sich auf dein Heimweg, als er m der Höhe lausgedehnten Forstkultur folgen. ^lreuberechtig' I ftrtebbofS Zeuae von Streitigkeiten einer Anzahl Männer unEi bestehen noch in zwölf hessischen Oberforstereien. Pe8 Fneoyofs Zeuge ... ......... - Die Anlagemusik fällt morgen Sonntag wegen Dringen und die verunglückten Reisenden zu berauben. Auf der rechten Rheinseite haben die Fahnenflüchtigen eine ganze Reihe von Einbruchsdiebstählen verübt. * Bochum, 10. Juli. Aus der Zeche .Karoline" wurde ein Maurer getötet, ein Bergmann und ein Pserde- treiber schwer verletzt. * Essen a. d. R., 10. Juli. Die „(SRI Bolksztg." agitiert für die Abhaltung von Protest-Versammlung en seitens der Effener Bevölkerung gegen das Urteil im Prozeß Hüssener. * Magdeburg, 10. Juli. Der KaufmannSlehrlmg Bruno Peters,ein geborener Hamburger, ist nach Unterschlagung von 17 000 Mk. in bar und einem Check über 9000 M. von dort flüchtig geworden. • Lübeck, 10.Juli. Der Fesselkünstler Williams wurde hier wegen verschiedener in England verübter Einbrüche verhaftet. • Paris, 10. Juli. StaatsanwaltHammard ließ gestern den Baron Adelgouet angeblich rvegen Sittlichkeits- Verbrechen verhaften. Der gleichfalls in die Affäre verwickelte Graf Baren ne ist fluchtig. Es soll sich um Verführung minderjähriger Schüler handeln. * Vom Wetter. Der „Qrff. Ztg." wird aus New- Dork telegraphiert: Die Hitze hat hier 100 Grad Fahrenheit (38 Grad Celsius) erreicht. 20 Personen sind bereits am Hitz sch lag gestorben, 60 erkrankt. — In Triest hat in der letzten Woche eine abnorme Hitze geherrscht. Nun aber ist dort plötzlich ein Wettersturz eingetreten. Es wütete eine heftige Bora bei strenger Kälte. — Im Karstgebiete sind infolge Wolkenbruchs große lleberschwem- mungen emgetreten. In Skeljews führten die Wassermassen zentnerschwere Steine mit sich fort und zerstörten alle Brücken. In Liefuzine und Podkebiliak griff die Gendarmerie ein, um die Bewohner aus den vom Waffer zerstörten Hausern zu retten. 'Raubmord auf dem Fichtelberge. Aus Greiffenberg meldet die „Schles. Ztg.^: In große Betrübnis ist die Familie Hörder durch den Tod ihres Sohnes, des 25jährigen Kaufmanns Leopold Hörder, versetzt worden, der am Sonntag aus dem Fichtelberg bei Oberwiesental ermordet und beraubt aufgefunden wurde. Der Unglückliche hat, wie der gerichtliche Befund ergab, auf dem Wege zum Fichtelbergwirt im Emporsteigen ganz nahe der Unterkunstshütte von einem tieferen Standorte ans von hinten eine Kugel in die Lendenwirbel erhalten und ist auf der Stelle zusammengebrochen. Dann ist der Mörder auf sein Opfer zugesprungen und hat ihm mit einem scharfen Instrument die Schädeldecke zertrümmert. Schließlich schleifte der Unmensch den Leichnam über Wurzeln und Steingeröll 30 Meter weit in den Wald, wobei Hörder die Kleider vom Leibe geriffen wurden. Uhr, Geld und Reisekoffer fehlen, dagegen hat man eine Konservenbüchse, den Klemmer, den Stock und die Handschuhe des Ermordeten aufgefunden. Die Verwandten des Ermordeten, der in Oberrviesental bestattet wurde, haben auf die Ergreifung des Mörders eine Belohnung von 1000 Mk. ausgesetzt. — Wie hierzu der „Dresdner Anz." erfährt, ist ein Sohn des früheren Bergwirts Fleischmann als der Tat ver- dächüg verhaftet worden. • Dr. Winter, der sozialdemokratische Agttator Oberschlesiens, ist, wie verlautet, dem Irrsinn verfallen. Die Urlachen dieses Leidens sollen angeblich in einem Sturz vom Rade und in den Kopfverletzungen, die ihm kürzlich in einer Ortschaft des Kreises Beuthen beigebracht wurden, zu suchen sein. Die Redaktion des „Volksboten" in Stettin konnte Dr. Winter infolgedessen nicht übernehmen. Er wurde der ^Kattow. Zeitung" zufolge in eine Heilaustalt in der Provinz Brandenburg gebracht. So die „Kattow. Zig.". Der „Schles. Volks-Ztg." wird aus Beuthen nur folgendes gemeldet: „Der durchgefallene sozialdemokratische Reichstagskandidat für Beuthen-Tarnowitz Dr. August Winter, welcher dem Beuthener Arbeitersekretariat vorstand, hat Beuthen ver- laffen und ist nach Brandenburg übergesiedelt, das Sekretariat ist von Beuthen nach Kattowitz verlegt worden."____________ Kunst und Wissenschaft. Dresden, 10. Juli. Der hier gegenwärtig stattfindende 6. Kongreß für Volks- undJugendspiele hat eine Reihe hervorragender Schulmänner und Volksfreunde nach Dresden geführt. Der Vorsitzende des deutschen Zentralausfchufses für Volks- und Hugendspiele, Freiherr v. Scherrckendorff-Görlitz, wies in feiner Begrüßungsrede darauf hin, daß der große Kräfteverbrauch des modernen Kulturlebens Bestrebungen, wie sie der Kongreß verfolge, zur Notwendigkeit mache. Wenn auch der Erfolg nicht immer sofort zu fehen sei, so werde man doch für die Entwickelung der Volks- und Jugendfpiele weiter arbeiten, mit dem Mut, den eine gute Sache verleihe. Nachdem Geh. Medizirmlrat Prof. Dr.Waldeyer- Berlin über die anatomischen Verhältnisse des Brustkorbes, mit besonderer Beziehung auf Leibesübung und Gesundheitspflege, gesprochen, beantwortete m ungemein anregenden Aussührungen Stadtschulrat Dr. Kerschensteiner-München die Frage: Was können d i e S t ä d t e v e r w a lt u n g e n tun, um die körperliche Erziehung der Jugend, besonders die der Vollsschule und der schulentlassene»: Jugend zu fördern? Der Redner betonte, daß es nicht genüge, Licht und Luft in die Häuser zu bringen, die Bodenverhältnisse zu regeln und den öffentlichen Verkehr zweckentsprechend zu gestalten. Vielmehr sei auch eine kluge Erziehungspolitik eine der wichtigsten Aufgaben der Städteverwaltungen. Einer Sitzung wohnte tm Auftrage des preußischen Ministers für Handel auch der Vorsitzende der Zentralstelle für Arbeüer-Wohlfahrtseinrichtungen, Ober-Regierungsrat Prof. Dr. Post, bei. Er überbrachte die wärmsten Sympathien des Ministers und wies darauf hin, daß man sich hüten müsse, der Jugend, die ein Recht auf Freude und Spiel habe, gar zu reichlich sogenannte erbauliche Darbietungen zu bringen, um sie aus den Kneipen und von übler Geselligkeit abzuziehen. Dr. med. Schmidt-Bonn verbreitete sich über die beste Ausgestaltung öffentlicher Erholungsstätten für Jugend und Volk. Man solle nicht lediglich Schmuckplätze und Blumenbeete schaffen, sonder:: vor allem großeRasen- platze, auf denen sich das Volk, die Jugend, von keinem Polizeiverbot gehindert, frei bewegen können. Zum Schluß des Koiigresses feierte der Geschäftsführer des Zentralausschuffes, Prof. Randt- Leipzig, unter dem Beifall der Versammlung Herrn v. Schencken- dorff in herzlichen Worten für seine so überaus rege und fruchtbare Tätigkeit im Dienste der Sache. Gerichtssaal. Kiel, 10. Juli. Bor der 1. Strafkammer hat heute der Prozeß gegen die früher in Kiel ansässig gewesenen, letzt m Berlin, resp. -Hannover wohnhaften Kmrfleute Albert und Jakob Philipps- bor n, die angeklagt sind, im Jahre 1900 bei Lieferung von Flanell für die Kaiserliche Marine einen Betrugs-versuch dadurch gemacht zu haben, daß zwischen kontraktmäßiges Material minder- »vertiges gestoben mürbe, begonnen. 28 Zeuge»! sürd geladen. Gingesan-t. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) G: eßen, 10. Juli. In einem ganz unglaublichen Zustand befindet sich z. Zt. der S t a d l b a ch. Bereits während des ganzen Sommers ist derselbe fast ohne Wasser und verbreitet bei der jetzigen warmen Witterung einen derartig üblen Geruch, daß es den Anwohnern fast unmöglich ist, ein Fenster zu öffnen. Der jetzige Zustand bringe für die ganze Bevölkerung eine große Gefahr. Denn wie leicht können gerade jetzt in dieser mückenreichen Zeit Uebertragungen von Krankheitskeimen stattfinden, die unabsehbares Unglück im Gefolge haben. Ganz besonders groß ist diese Gefahr an den Marktlauben, denn gerade dort, wo wöchenllich dreimal der Markt für Obst, Butter und andere Nahrungsmittel stattfindet, liegt der Stadtbach ein großes Stück offen zu Tage. Familien Nachrichten. — Gestorbene: Karl Moschel, 64 Jahre alt, in Offenbach a. M. HanSel und Verkehr. Volkswirtschaft. Berliner Börse vow 10. Juli 1903. (Mitgeteilt von der Bank für Handel und Industrie, Gießen.) Bei ganz geringen Umsätzen war die Tendenz an der heutigen Börse im Anschluß an die matten New-Porter Meldungen im allgemeinen abgeschächt. Auf allen Gebieten fanden kleine Realisierungen statt, welche in Anbetracht der Gefchäftsunlust entsprechende Rückgänge bewirkten. Auf dem $£af)ambuftriemarft war die Stimmung bei minimalem Verkehr ebenfalls abgeschwächt. Privat-Diskont 2% Prozent. Airfangs- u. Schlußkurse. Oest. Kredtt .... 207.40 207.50 Deutsche Bank . . . 209.80 209.80 Darmstädter Bank . . 136.10 13620 Bochumer Guß . . ♦ 172.10 171.75 Harpener Bergbau . . 177.50 177.00 Schluß-Tendenz: ruhig. i. Ober-Rosbach v. d. H., 9. Juli. Auf dem hiesigen Mangan-Eisen st einbergwerk herrscht gegenwärtig ein reger Geschäftsgang. Fast täglich werden 10—12 Waggon per Bahn Verladern Der Bergwerksbetrieb ist in den letzten Jahren wesentlich vergrößert worden. — Tabak-Monopol in Habana. Aus London, 6. Juli, wird geschrieben: Die Fabrikanten nachstehender Zigarren- Marken haben, wie aus Havana geschrieben wird, am 22. Mai ein Abkommen untereinander getroffen, demzufolge sie sich verpflichten, ihre Schutzmarken weder zu veräußern, »»och zu verpachten: H. Ulpmann, Flor de Tabacos de Partagas u. Eo., Punch, Sol, Luis Marx, Por Larranago, Romeo y Julieta, La Flor de A. Fernandez Garcra, Rey del Mundo, Eonfederaeion Suiza, Belinda, Flor el Todo, Figaro, Flor de Juan Lopez, Flor de Tomas Gutierrez, El Ecuador, La Sabrosa, Parra, La Dlligencia, Filoteo, La Loltta, C. G. u. E. El Rio Sella, Flor de Bejar, Flor de Un Dia, Jn- cogncko. Washington, Newton. Perla fcubana, Antilla Eubana, La Miel, Nuevo, Murrüo, Hija de Buelta-Abcho, Sultana, Puro Habano, Flor de Triarra, Flor de Jbaseta, Angelica, La Elleccion, Flor de Maxinw Alvarez, Benito Sucrrez, El Brillicutte, La Verdadera de Manuel (Sarcta, Crepusculo, diene, La Elave de Oro, La Flor Eubana, Pickwick Club, La Sirena, La Venus, La Sofia. Die Fabrikanten der übrigen Marken, die hier nicht genannt sind, werden dem Uebereinkommen demnächst beitreten. Das Ueber- wachungs-Komitee besteht aus den Herren: Heinr. Runken, Manuel Lopez, Earl Behrens, Jose F. Rocha, Jose del Real, H. Upmann, Punch, Sol, Crepusculo und FUeteo. Submissionen. 16. Juli. Mainz. Gvoßh. Hess. Eisenbahn-Bettiebs-Jnspektion. Ausführung der Arbeiten zum Abbruch der in Mombach befindlichen Güterhalle, sowie Wiederaufbau derselben in Bischofsheim. Bedingungen 30 Pfennig. — 16. Juli. Offenbach. Baubureau für den Schlachthof-Neubau,Buchhügel-Allee. Ausführung eines 40 Meter hohen Dampfkamins für den Sch lach thos-Neubau hier- selbst. Bedingungen für 1,50 Mk. — 18. Juli. Friedberg. Baurat Schnitzel. Vergebimg der erforderlichen Bauarbetten zur Erbauung eines Schulhauses mit zwei Sälen und zwei Lehrerwohnungen zu Ostheim bei Butzbach. Bedingungen durch Obigen. 22. Juli. Gießen. Großh. Baubehörde für die Universitäts-Neubauten, Frankfurt er str. 83. Vergebung Her Rohbauarbeiten und Lieferung zur Erbauung eines Medioo-mechanischen Instituts in Gießen. Beding- gegen Erstattung der Selbstkosten. Tabak. Größere Abschlüsse wurden während der vergangenen Woche nicht getätigt, das Geschäft liegt nach wie vor sehr ruhig. Ob in nächster Zett eine Besserung eintreten wird, bezweifeln wir, denn die Geschäfte der Fabrikation liegen sehr darnieder. Erfreulicherweise hat sich der in der Vorwoche begonnene Ankauf von koutmendem Oberländer Sandblatt nicht fortgesetzt, da sich der größte Teil des Handels sehr reserviert verhtelt. Bei der gegenwärtigen Lage des Geschäfts war dies auch gar nicht anders zu erwarten. Es wäre sehr zu wünschen, da^brer Handel auf diesem Stand- puntt verharrt lund zur richtigen Einkaufsweise wieder zurückgreifen würde. In l>flen Pfälzer Rippen geschäftslos, lose feine 10.50—11 Mk., gebündelte feine 12 Mk. Viehmarkt. Wir find nicht in der Lage, über eine Besserung am Markte berichten zu könrren. Die Preise halten sich nach wie vor auf ihrer Höhe. Auch die Zutriebe bewegen sich bei den günstigen Futteraussichten immer noch in sehr engen Grenzen, was für die Preisbestimmung nicht ohne Einfluß bleibt. Prttna Großvieh war etwas lebhafter gehandelt, doch blieb Ueberstarrd. Auch mittlere Qualttctten waren mehr beachtet, der Absatz ist als mtttelmäßig zu bezeichnen. Mlber sind bei den geringen Zufichren immer noch sehr teuer. Der Metzger kann bei diesen Preisen unmöglich auf seine Rechnullg kommen. Schweine, ttn Preise eine Kleinigkeit billiger, waren mtttelmäßig gehandett. Märkte. Gießen, 11.Juli. Marktbericht. Auf heutigen:Wocbemnarkt kosteten: Butter pr. Pfd. 0,80—1,00 Mk^ Hühnereier 1 St. 6—7 Pfa., 2 Stck. 11—13 Pfg^ Gänseeier 11—12 Pfg., Enteneier?—8^ Pfg., Käse pr. Stck. b—8 Pf., Kasematte 2 Stck. 5—6 Pfg., Erbsen pr. Liter 21 Pfg., Linse»: pr. Ltter 32 Pfg., Tauben pr.Paar 1,00—1,20 Mk., Hühner pr. St. 2,20—2,20 Aik., Hahne pr. Stück 0,70—1,60 All., Enten pr. Stück 2,00—2,40 All., Ganse pr. Pfd. 54—60 Pfg^ Ochsenfleisch pr. Pfund 68—78 Pfg., Kuh-mw Rindfleisch pr. Pfund 60—66 Pfg^ Schweinefleisch pr. Pfund 66—76 Pfg^ Schweinefleisch, gesalzen, pr. Pfund 80 Pfg., Kalbfleisch pr. Pfd. 68—74 Pfg., Hammelfleisch pr. Pfund 56—74 Pfg., Kartoffeln pr. 100 Kgr. 0,00—10 All., AZeißkraut per Stück 00—00 Pfg., Zrviebeln pr. Zetttner 9,00—10,00 All., Atilch per Liter 18 Pfg. Kirsche»: per Pfd. 26—28 Pfg., Aepfel per Pfd. 0—00 Pfg., in Körbe»: 00—00 Pfg. Trauben 00—00 Pfg. Muojtc Meldungen. Originaldrahtmeldungcn des Gictzener AnzeigerH. Kassel, 11. Juli. Das Kriegsgericht verurteilte bcn (Sergeanten Geller vom reitenden Jägerdetachement ii: Langensalza wegen Mißhandlung Untergebener und Verlockung zum Meineid zu einer Zuchthausstrafe von einem Jahr und zwei Alonaten. Hamburg, 11. Juli. In der Leichenhalle von Altona mar unter ärztlichem Totenschein ein 14iäbrioes Mädche»: Namens Warncke eingeliefett. Einige Zeit später wurde ein entsetzliches Wimmern aus dem Sarge vernommeru Der Sarg wurde schleunigst geöffnet und das Kind lebend herausgenommen. Zwei Stunden darauf erfolgte der Tod wttklich. London, 10. Juli. Der König richtete an den Präsidenten Ro oseve lt folgendes Telegramm: Ich habe das große Vergnügen, den Admiral Cotton unÄ dre Offiziere seines Geschwaders zu empfangen und habe oeben Ihre Gesundhett ausgebracht. Mit tiefen Gefühlen herzlicher Freundschaft Eduard. Wien, 11. Juli. Die Witterung sverhältnisse haben sich über Nacht gebessert. Die Niederschläge haben vollständig ausgehört und die Temperatur ist gestiegen. Budapest, 11. Juli. Ein Gutsbesitzer aus Nagy Becserek, der seinen Verwandten zu Wagen einen Besuch ab- ftatten wollte, wurde von einem schweren Gewitter überrascht. Ein Blitzstrahl traf den Wagen. Der Gutsbesitzer und seine Schwiegertochter wurden getötet und zwei Kinder schwer betäubt Der Kutscher erlitt gefährliche Brandwunden. Bukarest, 11. Jutt. Furchtbare Wolkenbrüche haben in den Distrikten Prahowa, Argesch und Bucew große Verheerungen angerichret. Die Flüsse sind aus den Usern getreten. Der Verkehr ist unterbrochen. Mehrere Verluste an Menschenleben sind zu beklagen. Peking, 11. Juli. In Pinglehsien (Schensi) wurden drei eingeborene Christen ermordet. Kapstadt, 10. Juli. Nach einer dem Kap Agus zugegangenen Depesche aus Lourenzo Marques überfielen dott Portugiesen vier aus Dienststellungen in Somaliland zurückkehrende Buren in der Nähe des Wirtshauses und brachten ihnen Mefferstiche bei. Einer der Verwundeten ist seinen Wunden erlegen. Die Portugiesen wurden verhaftet. New York, 11. Julu Die Behörden gaben Befehl, wegen der andauernden enormen Hitze die öffentlichen Parks über Nacht offen zu hatten, damit die Bevötterung sich darin aufhatten kann. Die verschiedenen Wohltätigkeitsvereine lassen unter die ärmere Bevölkerung Eis verteilen. — Staatssekretär Hey veröffentlicht eine Note, worin die amerikanischen Juden benachrichtigt werden, daß es unter den jetzigen Umständen unmöglich sei, einen gewöhnlichen Paß für eine Reise nach Rußland auszustellen. * New-Dort, 11. Juli. Nach einer Nacht/ dere6 Hitze die Menschen auf den Dächern kampieren ließ, war gestern der heißeste Tag des Sommers. 12 Personen wurden durch Hitzschlag getötet. Die Krankenwagen waren beständig mit Kranken unterwegs. Winnipeg, 10. Juli. Seit etwa 10 Tagen fällt Regen. Die Weizenernte in Manitoba und im Nordwesten verspricht sehr beträchtlich zu sein. Die Krankheit des Papstes. Rom, 11. Juli, 8.30 tthr vormittags. Wie die „Voce della verita" meldet, hielt um 1 Uhr früh die Erleichterung, die der Brusthöhlenstich dem Papst brachte, an. Auch um 4 Uhr morgens war das Befinden unverändert. Köln, 11. Juli. Die „Köln. Bolksztg." meldet aus Rom: Der Papst verbrachte die Nacht schlaflos. Die Kräfte lassen immer mehr nach. Wien, 11. Juli. Zum römischen Korrespondenten des „Fremdenblattt^ erklärte Kardinal Macchi: Der Papst gleichtpiuer Leiche. Sein Körper funktioniert nicht mehr. Sein Geist lebt nicht mehr als höchstens für einen Augenblick, in welchem er dem übermächtigen Willen pes Kranken Folge leistet. Es ist ein ttagischer Anblick, der aber den Trost bietet, den Papst wie einen Gerechten sterben zu sehen. Papst Leo XHL war ein Heiliger. Rom, 11. Juli. Das Exsudat bildet sich rasch von neuem und Professor Mazzoni glaubt, daß binnen wenigen Stunden ein dritter Einstich notwendig sein werde. Ob er noch möglich sein wird, ist fraglich Alles wird vom Zustande des Herzens abhängen, das sehr schwach ist und immer schwächer wird. Prosessor Rossoni segtt die Ursache der Krankheit sei zurückgetteten. Unterstaanctretar" Della Chiesa erklärte die Nachrichten über angeblche Gespräche des Papstes im Verkehr mit Aerzteu und Besuchern für Erfindung. In seiner schmerzlichen Lage körm»er sich kaum rühren, und das Sprechen sei ihm von den Aerzten verboten. Gestern nachmtttag fuhr der preußihe Gesandte von Rothenhahn in den Vatikan und hatte ein einstündige Unterredung mit Monsignore Bisletti. Er üb^brachte die Wünsche des deutschen Kaisers für die Genesungjes Papstes. Telephonischer Kursbericht. Frnuidnrt ft. 11. J|i iyo3. 3Wo Reichsanleihe . . 102.36 8% do. ... 91.45 3Vi°/o Kensols «... 102.40 8% do......91.40 SW/o Hessen .... 101.10 371% Oberhessen . . . 100.00 4% Oesterr. Goldrente . . 103.00 41/6% Oesterr. Silberrente 100.50 4% Ungar. Goldrente . . 101.75 4% Italien. Rente . . . 103.30 4V»% Portugiesen . . . 49.25 8°/c Portugiesen.....31.30 1% C. Türken .... 33 85 Türkenlose......130.40 4% Orieoh. Monopol.-Anl. 43.80 4V,96 äussere Argentiner —.— 3% Mexikaner . . 26.76 4V23/o Chinesen . . . 92.10 Electric. Schlickert . . 91.00 Nordd. Lloyd . . . . 98*70 Kreditaktien . . . . 207.80 Diskonto-Kommandii . . 186.30 Darmstädter Bank . . 136.40 Dresdener Bank . . . 147.00 Beniner Handelsges. . . 153.40 Oesterr. Staatsbjihn . . 142.60 Lombarden ..... 18.00 Gotthardbahn .... 191.50 Laurahütte.....113.20 Bochum......172.20 Harpener.....177.60 Tendenz: ri Berufswechsel. Wer: sein Geschäft schlecht dr garnichl nährt, der sucht einen neuen Erwerb. Aber diesen > finden, :fl nicht leicht, weil überall geivisse Vorbedingungen ersülvin muffen. Es giebt nun einen Berus, de»: jeder ergreifen kann,)ne lauge Vorbereitung, ohne Kapital: Der Berus des Hcherungs» Außeubeamlen. Seine leichte Zugänglichkeit hat selberständlich zur Folge, daß mancher ihn wieder ausgebei: muß, il er den Anforderungen nicht genügt. Aber der Aberglaube, »an muffe zu»n Versicherungsacqitisiteur gebore»: sein, ist unbegchet. Das Geschäft ist vor: Jedermann erlernbar. Es gehören crdinas die Eigenschaften dazu, die jeder tüchtige Man»: haben »nj Rastloser Fleiß unb nie ermüdende Willenskraft. Wer diese Clsiktercigen- schaften nicht besitzt, der bleibe den: Versicher»mgsißendienste fern. Man kam: aus jedem Beruf heraus :mb mit je Vorbildung sich der Branche zuwenden. Das Einkommen lngt ganz- von den Leistungen ob, es ist nach ober: völlig unbcnzt. DaS große Publikum sängt auch in Deutschland allgem an, den Stand so zu »vürdige»:, wie er es verdient und wivnner der Verhältuissc es längst tun. Wer »»: die Branche eintriwird von den vorhandene»: Beamter: eingeschull. Am besten tvähnan eine anerkannt leistungsfähige Gesellschaft, die n»öglichst vBranchei: führt, wie die Levens , Volt ' , Unfall und Haftpflicht lichcrung. Die größter: Chancen bielet-z. Z. die Victoria zu Berliüe großrc Vcrsicheruligsgestllfchaft uuferes 5U>lUir»e:tts. Kunstverein. Die Ausstellung bleibt nur noch bis zum IS. d. M. geöffnet. Morgen, Sonntag, ist die Ausstellung uu- entgeltlich geöffnet.5443 Mein Atelier für Zeichnen und Malen befindet g ■ sich jetzt ■ Kofmannstraße 8, parterre, g I 03302 Fra« O. Kowarzik. Fräulein Olga Theiss, Kreuzpl.1v empsiehll sich zur Anfertigung künstlicher Gebiffe m Gold und Kautschuk, Kronen- nvd Brücken arbeiten, 03327 Rupfer, Gement und Porzellan. Schmerzloses Zahnziehen. Umarbeitung schlecht sitzender Gebisse; Reparaturen äußerst schnell», billig, schonend sie Behandlung. Pronrpte Bediemmg. Billige Preise. — Sprechstunde« 9—12, 2—6. Bon 12—2 für Unbemittelte umsonst. Sonntag- nur gegen vorherige Anmeldung. Bauerscher Gesangverein. Sonntag den 12. Juli: Waldfest INF* auf Aichler's Kardtwäldchen. Abmarsch mit Musik um 3 Uhr von der Lahrrbrücke» Bei ungünstiger Witterung findet daS Fest in BichlerS neuer Halle aus der Brauerei statt. 5444 Freunde deS Vereins willkommen. Der Vorstand. Gesangverein Heiterkeit Grotzen-Buseck feiert nächsten Touutag de« 12. und Montag de« 13. Juki sein hjahr.Strstungsstst verbunden mit Fahnenweihe wozu ergeben ft einladet 5447 Der Festmirt: Heinrich Brück. Sonntag Öen 12. nnö Montag öen 13. Jnli Ös. Js. Kirchweihfest W* zu Leihgestern wozu ergebenst einladet Philipp Amold. Der Je stp la tz bepndet stch an der Straße Gießen—Leihgestern.03183 wird garantiert dnroh dte Lanolin-