2tf8 Br-Drogerie ieltergjreg 89 •tto Schaaf, 2778 a™, ^^tRriec -WjEN. le zur bevorstehende« ition meine luhwaren außergewöhnlich illigcu Preisen.-BL Lchnallenstiesel 11- ^evreauL 11,- 'ugftieitl 10- qcMStbMfL 9,50 hnür-yLten-slfl. 5—6 MchM . b.vv hevreau^noyM8,bv rchnürstreiü ö~ ßotcali-foNW 8,60 , Lchnirrslst. 8- iz Neumeier enstraje 20 u. 22. Eben ein großer Poste« uhc eingetroficn; vN' ii 80 P'g. an. x-HG Mi ’ß®' it* s HW* b 4yTltt Samstag 11. April 1903 153. Jahrgang Erstes Blatt ?ie Heutige Fummer umfaßt 18 Settern 3120 nufl von tinjeiycittji! uua) tic|er ftuiißlf dem Stoss uni) null fick» ix» Rechtes mg auf feine Art zu bewältigen. La- Zukunft. „Wenn sich der 9x0(1 auch ganz es gicbt zuletzt doch noch ’nen Wein." Rr. 85 • rlArint täglich ouyer Sonniagi. Lern (Birkener Anzeiger Treiben un Wechsel mit dem Kesfischen Landwirt die »ietzener Zamilien- Mälltr viermal m der Woche beiflelegu tRoiaiionäörud u. Verlag der B l ü h l icken Univekl.'Viich- u.Eiein- drucke reUAiellch Erden) Dtebafnon, (trpebinon unb Trudertt: Lchulstrabe 7. Adresse für Depeickent Anzeiger totcfccn. ^rntpreLanItdllch )tr 61. ft^dung am besten im Rachmitlagslicht ausübt. Daß das Äncldoteubild in dieser Sammlung nicht fehlt, versteht sich fast von selbst: ein Falstaff Grutzner s grüßt uns hier als alter Bekannter, GxicL Ehirici erfreut uns mit einer kostlick-en Trias lartenspiclcnder Kinder in einem malerisch- schmutzigen Winkel (wo, nebenbei bemerkt, dec Name des Künstlers als Wanbkritzclei neckisch angebracht ist), Karl Bauer schildert in einem flotten, kleinen Aquarell einen Rokokokavalier, der, wie der gcigenspielende Amor hinter ihm verdeutlicht, einem Stelldichein entgegenharrt, tz. Beer giebt in einem nicht größeren, subtiler durchgearbeitcten Aquarell ein reizendes Bild eines russischen loauetnmuD- ctens zu Pferd, üin hübsck-er Studientops (Bäuerin) von SCiclroem und E. Klimpschs prächtiges Was,erfchlebcnstvrträt beschließen würdig diese Reihe der „Alten", die, wie man sieht, an veisästeoenen Punkten den Anschluß an die Jungen erreicht. £me gemäßigte Fraktion von diesen tritt uns in den Darmsräotem von der „Freren Vereinigung" entgegen. Tie Herbstlandschaft „Wiesengrund" von Bracht, Oie „Wnterlandschast" llbbelvhde's, Bahner s „Odenwald- waldmühl"^ und „Abenddämmerung", endlich d.e kleinen sonnenlicht-slimmernden Landschasten I. Hammer's illustrieren sehr hübsch die Vieiseitigleit des laudschaftliä-cn Ideals der Modenisten; ms Porrraitisten und Charaktermaler treten ihnen Selzam und Kempru mit tüchtigen Bildern zur Seite, dieser mit mer Porträts, von denen daS einer jungen Tarne und das des Geheimrats Rittler besonders gmcklich tvirien, jener mit einem originellen Selbstporrrüt und interessanten Figuren — und Tracht- sludien. Reich an schonen und bedeutenden Motiven bei vielseitiger Technik i|t die Reihe von Radierungen, Feder- zcimnungen, und St.zzen versa-iedenec Art, die Sa,moll ton Eisenwert auSgej.cdt hat. Auch m.t dieser verhäUniS- mäPig Leinen Aus.ouhl von Setten bekunoet die Verenigung wieder chre Tätigkeit, die noch viere schöne Früchce erhöhen läßt. Reihen nnr diesen Serien noch das UbenS- aroße Tanunportrut von F. Schvrz-^cunchen an, das die wohlbekannten Vorzüge des Kün.riers tzergt, sowie die aus- aezeickneteu Raderungen von E. ^aymauu-Muncyen, unter Denen das v ort rat des Komikers „Papa Gais" heroorragt. Beste der Gesamtheit der Reichsangehörrgen sich nicht wahren läßt, wenn daS Beste deS Reiches unberücksichtigt bleibt. Gewissenspslicht und Herzensbedürfnis aller Einsichtigen müßte eS fein, diese Erkenntnis in immer weitere Kreise hineinzutragen und nicht müde zu werden, allen Volksgenossen in Süd und 9Wrd, in Ost und West zu predigen, wo sie die wahren Wurzeln ihrer Kraft zu fud)cn haben. Gelingt es, das Interesse am großen, gemeinsamen Vaterland allgemein und allenthalben stets an tue oberste Stelle zu setzen, ohne daß natürlich die Liebe zur und das Interesse für die Bedüifnisje der engeren Heimat inihrerGesamt- hei t Abbruch geschehen darf,dagd.rLohii desVogclsbergis und OdenwaldeS, der bayerischen Berge wie dir norbifajen Wasserkante, dec a.tpreußische Sstelb^er wie der Schwabe oder der Alemanne mit gleicher Freudigkeit und gleichem Stolz- gcfühl an erste Stelle bie Reick-s Interessen stellt und seine eigenen diesen wesentlich unterordnet, dann würde, wenn auch nicht alles, so doch vieles besser, weit besser werden in den dcutsä-en Landen, unb die Osterglocken würden einen neuen deutschen Frühling, ein neues Blühen und Gedeihen des gesamten Volkes verkünden. Das sträfliche Bemühen, dem deutschen Volke die Frcudc an seiner gesamten modernen Entwicklung auf tausenden Gebieten und damit die Freude am Vaterlaiide selbst zu vergällen, haben rührige Agitatoren fdjon in den Tagen des alten Kurses mit Lrsolg sich angelegen sein-lassen, um bann luäljrenb ber letzten paar Jahre ihre Maulwutfsarbett sott- zusetzen — nun allerbings mit boppeltem Erfolge. Hier Wandel zu sd-afsen, follien bie Ofieraioden jeden Patrioten cint,r ng.i.h m hn n Zieht ein neuer Lenz, ein neuer kommet bei uns em, so mögen bie Leben weckenden Strahlen der Sonne aud> auf dem politischen Gebiete ihre Kraft nicht vermissen lassen. Eines freUich müssen wir hossen unb wünschen: bas Sckwinben ber Rebel des Mißtraueiis unb des Mißverständnisses zwisd-en Stadt unb Land, zwischen Industrie und Landwirtschaft, Rebel, bie sich besonders über unser Hcssen- lanb gebreitet unb den luärmenben Sonnenstrahlen den Durd-gang verwehrt und erschwert haben. Wir wollen die Klagen, die seit Jahr unb Tag darüber laut geworden sind, daß diejenigen, die berufen sind oder sich berufen fühlen, das Volk und das Land im Parlament zu vertreten unb zu leiten, für bie Bebürfnisse der Gesamtheit des Volkes wie namentlid) für das gesamte Volks w o h I nicht das volle Verständnis besitzen, nicht allzu hoch einfdjäbcn. Tragen doch bie Klagenden jeLbet die Sa>uld daran, luenn die Wahlen zu den Parlamenten nickst ausftllen in dem i. E. füi die Allgemeinheit wüiisd-ensiverten 6 in ne. Es ist eben, wie gejagt, Oie alte Leier! Sie, die Zufriedeiien, fdyueigen in der Regel, der Ehor der Unzusriedenen aber pflegt um so lauter zu Lagen unb zu protestieren. Das Verlangen, ben Kurs der Politik nad) dem Kompaß des sogenannten Vollsempfin- dens zu regulieren, hat ja auch viel Bedenkliches, namentlich in Bezug auf die auswärtigen Angelegenheiten. Richt in Abrede zu stellen ijt es, ba^ Pessimismus in unserem politischen Leben sich seit Jahren in unliebsamer Weise geltenb gemacht hat, unb baß selbst Q)utge|innte ihrerseits an mand/erlei reid)spolitischen Dingen eine jd)ärjere Kritik Üben zu müssen meinten, als es ihren Gepflogenheiten unb Ge- iuhlen bisher entfprodjen hatte. . Rebel s olcher Art aber tonnen ebenso schnell, wie sie auf« gestiegen sind, wieder verfliegen, wenn auf allen Seiten ber ehrliche Wille vorhanden ist, fie zu jer (treuen unb ihre Wiederkehr zu verhindern. Mögen sie schwinben, wie draußen in der Natur der Reif und die Kälte beim Beginn des Frühlings bah in schwinden, unb möge bie Sonne eines so haben wir bie bedeutenderen Stücke dieser „mittleren" Serie genannt. Doch nun kommt einer „von den Neusten, er wird sich gränzenlos erdreusten". Ja, grenzenlos ist bie koloristische Keckheit bieses offenbar hochbegabten Schweden unb immer aufs neue verblüsfenb sein Streben unb seine Kunst, alles gerabe anbers anzupacken, als man's gewöhnt ist unb bamit, was bie Hauptsache ist, Wirkungen zu erzielen, denen selbst der Skeptiker und Freund des guten Alten sich schwerlich entziehen kann. Was diese 18, zum Teil sehr großen Bilder vorfuhren, ist immer nordische Landschaft mit nordischem Getier; besonders scheinen's ihm bie Waiservögel angetan zu haben, bie er im Teich unb in Meereswellen, bei Tag, in ber Dämmerung, in bunfler Nacht belauscht, die er mit Wasser, Schnee und Eis wie mit dem moosigen Grün und dem schwankenden Röhricht des Ufers, dem fd>leierartia verhüllenden Hangenden Grün der Weiden in höchst wirksamen Kontrast sttzt. Aber er ist fein einseitiger Strand- und Teichmaler. Der Uhu, der unter dem dunkelblauen Rachthimmel seine Beute erhascht, der Sd)neehase im schnee, durch dessen Decke noch em durstiges Grün schimmert, die jungen Füchse, die aus ihrem Bau unter dem weiter grauen Granitlnock hervorlugen, sie alle scheinen wie das gefieberte Volk in ihren Typen und Bewegungen vorzüglich ber Natur abgelauscht. Tas Frappierende, manchmal schlver Glaubliche, wenn nickst gar Unglaubliche i|’t, wie gesagt, daS Kolorck, die koloristische Umwertung unb Stil "leru.ig abnormer unb scheuer ladbarer Naturerscheinungen. Ta g.cbt er violette Mee '^"llen geibgrunem Schaum, sckstvefelgelben $ i mm e leb eiten: iichcn Fläche der E.S,^/olten, -wissen de das Lst.,scr hecoormickt, da er,chemt die Wecken oewegte Fläche eines Tc.ches im ivic getigert und bic schwimmenden und als drollige Rcitteldekoration des feuchte. FoMilche Ksterwüvsche. Tas Alte ist vergangen; siehe, es will alles neu werden! — so lautet die Botsd-aft, bie Jahr für Jahr, sobald des Minters Herrschaft gebrochen ist, ber hoffenden unb harrenden Welt burch bie Osterglocken verkünbet wird. Leicht und weit er dstießen sich ihr die Herzen, wenn linde Lüfte das festlickst Geläut von Ort zu Ort tragen, wenn draußen Die Natur im Sonnenschein lacht unb daS Erwachen bes neuen Leben- allerroärtd bereits in bie Erscheinung tritt, denn wer vermöchte sich den Eindrücken seiner Umgebung unb der Einwirkung ber Verhältnisse, zumal der erfreu» licken und anregenden, vollständig zu entziehen. Empsäng- lick- aber bleiben für bie verheißungsvolle Osterbotschaft bie Gemüter selbst bann, wenn bie schrille Stimme bes Sturms den freunblichen Klang bet Glocken zu ersticken droht, wenn Regengüsse ber Sonne ihr segensreiches Regiment zunächst noch ein wenig streitig zu machen suchen. Tie Freude am Frühling, ber doch bereits gekommen ist unb unter dessen Einfluß sich alles, alles wendet, ist den Sterblickstn, bie sich selbst noch nickst völlig verloren haben, allzu lief eingepflanzt, als baß am trüben Tage unb im bedrückten Herzen bie Lenzesdot(chaft und die Auferstehungs- künde ohne Widerhall bleiben könnte. „Die Welt wird alt und wird wieder jung — doch der Mensch hofft immer Besserung." An (ich selbst alber denkt, nach des Dichters Wort, der brave Mann zuletzt. Das sollte namentlid) in einer Zeit, wie in ber unfeigen, in ber das öffentlidje Leben an Bc- beutung unb Inhalt mehr unb mehr gewinnt unb in ber auch für 'jeden Einzelnen nach dem Wunsch unb Willen unserer Reid-ö- rote unserer Landesregierung iSicherung des Wahlgeheimnisses unb direkte Landtags- wähl) der Kreis der politisdstn Rechte unb Pflichten sich erweitert, ein Jeder sich gesagt sein lassen, der in Stadt unb Provinz, in Staat und Reich als guter Bürger gelten unb vor allem wirken will. ES mag alS eine hoffentlich halb ganz überwunbene Folge der langen Periode politischer Ohnmacht unb Zerrissenheit, durch die das deutsdst Volk hindurchgehen muffte, zu betrachten fein, daiß das Oe üf/ bet Jnderefsensolibarität, bie den einzelnen Reichs- angehörigen mit der Gesamtheit ber Dolksgenosfen verknüpft, bei unS weniger entwickelt ist, als anderwärts; daß viele fiel) vollkommen beruhigt und zufrieden fühlen, wenn nur in ihrer unmittelbaren Umgebung alles ansckstinend wohl bestellt ist, ja daß sie ben HinwerS auf bie Notwenbigkett, ihren Blick über baS räumlich Nächstliegenbe hinaus den Interessen unb vedürfnifsen weiterer Kreise zuzuwenben unb sich alS freunbliche und friedliche Glieder einer großen, nationalen Qkmcinfdjaft zu bezeigen, ablehnen. Der Latid- mann behauptet, der Stadter fei fein Fe mb, den er bekämpfen mu|je, unb umgekehrt. Namentlich bei uns in Hessen ist dieser Antagonismus von Stabt unb Sanb außer- orbentlid) stark. Der eine, bessen Existenz doch nur burch bie Kaufkraft bes anbern erhalten wirb, kümmert fich nur um feine eigenen eng umgrenzten Sonbermteresfen, unb zur Zeit ber Wahlen legt der mit feinen eigenen Verhältnissen nur halbivegs Zu f rieb en e seine Hänbe still in ben Schoß unb kümmert sich nicht um rechts unb links, der Unzufriedene aber drängt mit aller Macht auf bie Vertretung feiner kleinlichen Svezialwünsche. Weder der eine aber unb ber andere denken daran, daß es sich um das Wohlergehen bcs gesamten Reiches handelt, daß auf die Tauer das Kunflverein. B. S. Gießen, 11. Aprrl. Im Turmhaus am Brand ist der Kampf zwischen Men unb Jungen entbrannt unb bietet ein ergötzliches, für ben tiefer Schauenben ein höchst belehrendes Schauspiel. Ter Zufall führte bie feindlick-en Mächte auf Den- selben Plan; bie längst gehegte Absicht der Gießener Sektion bes Landesvereins, wieder einmal Kunstwerke aus hiesigem Privatbesitz zu einer kleinen Sonberausstellung zu vereinigen, verwirklickste sich zu derselben Zeit als von der freien Vereinigung Darmstädter Künstler eine interessante Auslese unb von bem Schweden Bruno Liljefors eme Kollektivausstellung von 18 Bildern zur Verfügung stand. Sie alle und dazu noch einige vereinzelte teilen sich nun brüderlich in den Raunt, unb man darf sagen, daß fast alles gut zur Geltung kommt, bie zarten Feuer- unb Bleistiftzeichnungen ber alten Meister wie bic auf großen Abstanb berechneten Farbenmaifen ber Liljefors'schen Bilber. Wenden wir unsere Aufmerksamkeit zunächst ben Bildern aus dem Besitz hiesiger Kunst- ftcunde zu, so finoen mir als bie ältesten ber alten bic beiben Frankfurter Schütz m.t ihren bescheibenen, aber anheimelnden Fluß- uno Hügellaiidfdstiften vertreten, bann bie deutsche Romantik durco Hanbzci^nuugen uno Aquarelle SchnorrS von CarolSfeld, Philipp Veit's, ^Ludwig Rickiter's B von Rehers, Friedrich Prellers d. ä.; von hohem Wert ist hier bcsonoerS die entzückende Rötel- reichnung von ?lcher's. Die vom Dogma des P^rnair noch unberührte Landschaft von sauberer, klarer Durchbildung vergegemvärligen die nordisa-en La,ch(chauen von ^cunche und Th. von Eckenbrecher» uno die Waidmuyle von Burnitz. Neuere Tendenzen verraten schon das s hr sein beleuchtete Waldinterieur der russischen Bärenjagd von ^aial und Hans Thoma'S gemütlich-schlichtes Bckochen ,,^n der Led bei Frankfurt", und ganz auf dem Voixm der Gegenwart stehen wir mit dem lauschigen „Bauernhaus von Krel- roein und dem Keller-Reutlingen'ichen Rachtbckd „Marktbreit am Main", dem Prachtstück der Aus(lellung, oas seüfn g^eheimnisvollen Zauber in der gegenwärtigen Aufneuen politischen Lenzes die Bahiien des deutschen VolkeS erhcllen! Aus Sladt uni £mii). Gießen, am 11. April 1903. - Personalien. Se. 9)laj. ber Kaiser hat bem LanbeSökonomlerat Goethe zu Larmslabt ben Königlichen Kronenorben 3. Klasse verliehen. Verliehen würbe bem Nevierkonnmsiär Bachert zu Tarmstabt die Golbene Ber- bienstmebaille beS LubewigS-OrbenS, bem Revierkommissär Listmann zu Darmstabt bie Krone zum Silbernen Kreuz beS VerbienstoibenS Philipps bcS Großmütigen. Dem Rriniste- rialfekretar bei bem sjjhni|‘levium ber Finanzen, v. Grolman, würbe ber Eharakter als Regicrungürat verliehen. — Der LleucrkoMroUeur, RegiernngSasiefsor Breitw ieser in Friebberg, würbe unter Berleihimg beS Titels ,Fmanz- amtmann^ zum KontroUbeamten ber Lokalkassestellen für ben Bezirk Tarmstabt 1 ernannt. ** ZuOstern. Seit Tagen schaut schon alt und jung sorgend nach Himmel und Wetter auS. Soll's denn wieder Helgen: „Grüne Weihnachten, weiße Ostern"? Lange genug haben wir des Winters Joch getragen, nun drängt mächtig Das Lcbensgefühl heraus und möckste in Sonnenschein und Frühlingsgiün sich regen und bewegen. Ja, was für ein armseliges Ding ist's doch um dies Lebensgefühl, das von Wollen unb Winden abhängig ist, und von mieuiel hundert oft recht kleinen Dingen mehr! Wer kann und mag sich Dock) Daran genügen lasten? Sehnt sich nicht unser Herz auS allen Enttäuschungen, aus allem bloßen Schern heraus nach Der rechten unD wahren Lebensquelle? „JesuS lebt, mit iljm auch ich", so fmgt und bekennt an Ostern die christliche GemeinDe. Mögen tausende und abertausende versuck-en, ihr Leben ohne ujn zu führen — wer ihn einmal gesunden, hat, innerlich von ihm ergriffen ist, der kommt nicht wieder von ihm los, dem ist eine neue Quelle der Gedanken, Der Kraft und der Liebe aufgegangen, die ihn mit dem freudigsten Lebensgefühl erfüllt. Bald zweitausend Jahre (mb vergangen, feitbem zuerst bie Botsck-aft erscholl: ,He(uS lebt", aber in allem Wechsel der Menschengeschichte hat sich Meie Botsd-aft erprobt. Keine 9tot hat Menschenherzen angefochten, für bie sich ein besserer Tröster gefunben, keine hoi-ere sittliche Ausgabe bat sich uns aufgebcungt, als er sie uns stellt, keine Frage hat unsere Ansid-t bewegt, für bie er nickst eine Lösung gehabt. Wenn wir nur immer ben Mut hatten, es einzuge,ieyen, wie sehr wir seiner bedürfen! Wer bazu ehrlich genug ist, dem wird auch daS freudige Bekenntnis gefchentt: Jesus lebt, mit ihm auch ich! - Der landwirtschaftliche P r o o i n z ial o e re in für die Provinz Oberhessen entsendet Ende Mai, spätestens anfangs Ium eine Kommisiion in die Schweiz, um für die Zlegcnzuchtstation Lauterbach, für bie Zuchtvcreine, auch für Gemeinden und Private Ziegen zur Zucht anzu* zukaufen. Interessenten seien auch an biqer Stelle aufmerksam gemacht. Anmeldungen sind an bie Geschäftsstelle des Prvvinzialvereins nach Alsfeld zu richten bis zum 15. Mai. ** Hessischer Zentralverein für Errichtung billiget Wohnungen. Die auf Hebung der WohnungS- oerhältmsse der minderbemittelten Klassen, insbesondere auf Ausbreitung der gemeinnützigen Bautätigkeit gerichteten Bestrebungen des ZentraloeremS haben in den legten Monaten gute Fortschritte gemacht. In Erbach i. D. ist eine Bau- , _ _, -- —Jk xäT monüilidnb'VL.DitrieU Q O kJ ▼ . täbrlid) 4)!k. SJO; durch SietzenerAnzeiger« ,jr General-Anzeiger v Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen UUZ Vorabend 8 Uhr. Nachmittags 4 Uhr. 2- Tag. NB. 5410 Coursbericht der Bank für Handel und I Warnung vor Fälschung WAfl AI* *n ^*^en noch Pulverform noch mit Kakao n ütiui gemischt, sondern IlUr ’n Flaschen mit eingeprägtem Namen ist Dr HommelV Haematoren echt. Paffahfest. 1- 2a A- Morgens 830 Uhr. Predigt. genossenschast gegründet worden und in Mainz hat sich ein Beamten.Bauverein auf gemeinnütziger Grundlage gebildet; in beiden Fällen hat bei der Gründung der LandeswohnungS- inspektor und Generalsekretär des Zentralvereins mitgewirkt, wie auch aus dem Bestände des Vereins umfangreiches Material an Statuten, Bauplänen rc. zur Verfügung gestellt worden ist. In mehreren Gemeinden des Großherzogtums sind Verhandlungen wegen Gründung von Bauvereinen im Gange, wie auch einige andere Gemeinden die Erbauung von Kleinwohnungen in eigener Regie in Aussicht genommen haben. Es verdient besonders Hervorgehaben zu werden, daß in Arbeiterkreisen das Bestreben, durch Errichtung von Baugenossenschaften sich zu besseren Wohnungen zu verhelfen, immer mehr festen Fuß faßt und der Zentralverein ist bereits in mehreren Fällen von Arbeitervereinen diesbezüglich um Rat und Auskunft angegangen worden. Auch Angehörige anderer Stände, Fabrikanten, Beamte, Geistliche und Lehrer bemühen sich um das Zustandekommen gemeinnütziger Bauvereine. Infolge dieser vielfachen Nachfragen nach einschlägigem Material macht sich die Notwendigkeit geltend, Musterentwürfe zu Statuten, Kauf- und Mietver- trägen auszuarbeiten und es soll von dem Vorstande des Zentralvereins in dieser Beziehung schon in allernächster Zeit weiteres veranlaßt werden. ** Wahl zur Handwerkskammer. In der am Mittwoch dem 8. April anberaumten Mitgliederversammlung der wahlberechtigten Mitglieder des Gewerbevereins, welche leider nur schwach besucht war, wurden die Herren Stadtverordneter L. Petri IL zum Vertreter und Herr Karl Berg sen. zum Ersatzmann einstimmig gewählt. Bei dieser Gelegenheit wurde Herrn Petri für seine seitherige Tätigkeit als Vertreter des hiesigen Bezirks, sowie auch für seine Bereit. Willigkeit zur Wiederannahme des Mandates der Dank der Versammlung zum Ausdruck gebracht. Die schwache Beteiligung an der Versammlung gab Veranlassung zu einer längeren Diskussion über Mittel und Wege, wie das Interesse der Mitglieder an den Bestrebungen und Veranstaltungen des Vereins anzuregen und zu erhalten sei, und es wurde dem Vorstand anheimgegeben, hierüber der nächsten General- Versammlung Vorschläge zu unterbreiten. Leider ist ja bei allen Vereinen, die nicht gerade dem Vergnügen oder dem Sport gewidmet sind, über gleiche Teilnahmlosigkeit und Gleichgiltigkeit der Mitglieder zu klagen. •• Speisewagen für Reisende 3. Klasse. Der Minister der öffentlichen Arbeiten hat, langjährigen, auch von uns wiederholt geäußerten Wünschen entsprechend, verfügt, daß vom 1. Mai ds. Js. auf den preußisch-hessischen Staatsund den ReichSeisenbahnrn auch den Reisenden der 3. Wagen- klasse ohne Erhebung einer besonderen Gebühr der Zutritt zu den Speisewagen zur Einnahme von Speisen und Getränken gestattet sein soll. Nach dem Erlaß haben die Zugbeamten und Bediensteten der Wirtschaftsunternehmer indes sorgfältig darauf zu halten, daß der Aufenthalt in den Speisewagen nicht über Gebühr ausgedehnt wird, und solche Reisende, die darin länger verweilen, als es nach der Lage der Umstände angemessen erscheint, in höflicher, aber bestimmter Weise aufzufordern, ihre Plätze in den Personenwagen wieder einzunehmen. Bei Meinungsverschiedenheiten zwischen den Reisenden und den Bediensteten über die Berechtigung zum Aufenthalt im Speisewagen hat der Zugführer zu entscheiden. Daß Publikum ist durch deutlich sichtbare AuShänge in den Speisewagen über die hiernach zulässige Dauer deS Aufenthalts in den Speisewagen aufzuklären. So- weit der Durchführung der Maßregel, die auch auf der überwiegenden Mehrzahl der übrigen deutschen Staatseisenbahnen eingeführt wird, Festsetzungen mit den Wirtschaftsunternehmern entgegenstehen sollten, sind die Verträge zu ändern. §§ Bleichonbach, 9. April. Ein schwerer Diebstahl wurde vor einiger Zeit hier ausgeführt. In einem zeitweise unbewohnten Hause war im Februar eine Fensterscheibe aus- gebleit worden und der Dieb gelangte in den Keller, wo er 1 etwa 30 Flaschen Wein mitnahm. Ein Licht scheint der Ein- 1 brecher nicht gehabt zu haben, da viele abgebrannte Streich- - Hölzer auf dem Kellerboden umher lagen. Auf der oberen > Stube stöberte der Dieb gleichfalls umher. Landgerichtsrat Auszug sus den StflnfcrsBnifßngiflmi der Stsdl Gießen. Aufgebote. 7. April. Johannes Knobeloch, Sergeant dahier, mit Katharine Keil in Nieoer-Ohmen. 8. April. Adam Nickel, Gärtner dahier, mit Elisabeth Henriette Auguste Weih dahier. 9. Avnl. Ludwig Wilhelm Krug, Gerichtsassessor in Mainz, mit Sophie Friederike Adami dahier. Eheschließungen. 4. April. Georg Heinrich Wenderoth, Schlößer dahier, mit Anna Pauline Kliffmüller dahier. Johann Heinrich Krauth, Sergeant im Jni.-Regt. Nr. 168 zu Butzbach, mit Katharine Schneider dahier. 7. April. Otto Eschbach, Schlaffer dahier, mit Karolme Niedhammer dahier. 9. April. Wilhelm Pfeil, Friseur dahier, mu Ottilie Helene Dietrich dahier. Geborene. 28. März. Dem Ofensetzer Albert Höß ein Sohn. 29. März. Dem Postschaffner Christoph Becker II. eine Tochter, Katharine Elisabeth Susanne. 1. April. Dem Sergeanten Wilhelm Luh ein Sohn. Dem Werkmeister Friedrich Weber eine Tochter, Marie Mathilde Wilhelmine. Dem Taglöhner Heinrich Wagner eine Tochter, Karolme. Dem Kaufmann Julius Berdux em Sohn. 2. April. Dem Knecht Ludwig Weinrich ein Sohn, Ludwig Wil- Helm. 3. April. Dem HilssweichensteNer Karl Müller ein Sohn, Friedrich Ernst. 4. April. Dem Registrator Otto Stier ein Sohn. 6. April. Dem Bäckermeister Karl Horn ein Sohn, Karl. 8. April. Dem Eisenbahnwerkmeister Rudolf Larbig eine Tochter, Therese Wilma. Gestorbene. 4. April. Valentin Henn, 91 Jahre 4 Monate alt, Flurschütz dahier. 6. April. Marie Mathilde Wilhelmine Weber, 4 Tage 20 Stunden alt, Tochter des Werkmeisters Friedrich Weber dahier. 8. April. Wilhelmine Weber geb. HaaS, 27 Jahre 6 Monate alt, Ehefrau des Werkmeisters Friedrich Weber dahier. Marie Köhler geb. Scherff, 23 Jahre 9 Atonale alt, Ehefrau bc5 Glasermeisters Theodor Köhler in Alsfeld. 9. April. Johannes Jeuster, 34 Jahre 9 Monate alt, Fabrikarbeiter dahier. Wehner aus Gießen hielt deshalb gellem hier eine Untersuchung ab. Viele Einwohner wurden vernommen. Frankfurt a. M., 10. April. Die im Jahre 1866 von der preußischen Regierung mit Beschlag belegte Hauptwache soll nunmehr wieder in das Eigentum der Stadt Frankfurt übergehen. Nach langjährigen Verhandlungen ist ein Vertrag mit der Heeresverwaltung zustande gekommen, dem die Stadtverordneten heute ihre Zustimmung gaben. Danach giebt die Stadt ein neues Gelände am Hobenzollem» platz in Tausch, baut eine vorläufige Hauptwache an der Neckarstraße und stellt auf vier Jahre Räume für das bisher auf der Hauptwache untergebrachte Bezirkskommando zur Verfügung. Die Stadt kommt dadurch in die Lage, den Platz an der Hauptwache, der einen Hauvtknotenpunkt deS Verkehrs bildet, zu verbreitern. Das alte Gebäude selbst wird wahrscheinlich erhalten bleiben. Es stammt auS dem Jahre 1730 und ist genau 100 Jahre später durch seine Ueberrumpehing durch die Studenten zi, einer unerwarteten geschichtlichen Berühmtheit gelangt. Man spricht davon, es in ein Kaffeehaus umzuwandeln. -o- Frankfurt a. M., 10.April. Im Zoologischen Garten sind fast sämtliche Tiere bereits in den Sommerguartieren und zahlreiche neue Pfleglinge mußten in den letzten 14 Tagen eingereiht werden. Tie Beete überziehen sich mit Blumen und die geschützte Lage des Gartens macht es, daß er in Blatt unb Blüte feiner Umgebung weit voraus ist. Tie Nachtigall singt und die Fasanen haben zu legen begonnen. Die Störche brüten auf der Stelzvogelwiese und die Reiher auf den Wipfeln der Birken, und aus den Taschen der Känguruhs schauen neugierig die Köpfchen der kürzlich geborenen Jungen. Besonders reich mit Neuanschaffungen wurde daS Vogelhaus bedacht. Tauben von der Größe starker Hühner, mit blauen Kronen auf dem Kopfe, trafen von Neu- Guinea ein und grüne Kragentauben von den indischen Inseln. AuS Hinterindien wurde eine M ormyka tze mit goldroter Behaarung am Kopse gebracht und von Afrika langschwänzige Widehfinken, kleine Raubtiere und Klipp sch liefe r. In daS Aguarium gelangten neben zahlreichen Plattfischen auch zwei Seehasen, schwere, runde, plumpe Fische auS der Nordsee. Auch aus Amerika und Australien sind Tiere eingetroffen und von den indischen Inseln herrlich scharlachfarbene Papageien. WieSbabcktt, 10. April. Auf den Taunushöhen liegt Schnee, im Rhein- und Maingau ist die Aprikosenblüte durch Nachtfröste fast vernichtet. Vorabend 8 Uhr. Morgens 8.30 Uhr. Nachmittags 4 Uhr. Abends 8 Uhr. Während der Sommermonate beginnt der MorgengotteSdieust amSabbathum 8 7, Uhr. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinde. 1. Osterfeiertag, den 12. April; Kollekte zum Besten des Kirchensonds. In der Ltavtkirche. Vormittags 97, Uhr: Pfarrer Scheu nemanrr. Vionnittan5 11 Uhr: Kindertnche für die Matthäus- unb -tarcusgemeinde gemeinsam. Pfarrer Echeunemann. Abends 6 Uhr. P'arrer Schlosser. Im Anschluß daran: Beichte und Vorbereitung zu der mit ocr Konfirmation verbundenen Abendmahlsieier. In der Iohannedkirche. Vormittags 9', Uhn Pfarrer Tr. Naumann. 'vormittags 11 Uhr: Kindergottesbienst für die JohanneS- gemcmbc. Pfarrer Dr. Naumann. Nachmittags 2 Uhr: Prarrer Euler. 2. Osterfeiertag, den 13. April: Kollekte für die Armen. In der Ltadtklrche. Vormittags 9 7, Uhr: Konfirmation der Kinder auS der UiattbauSgcmembe. Feier des Herligen Abendmahls. _ , Pfarrer Schlosser. Nachmittags 2 Uhr: Vorstellung unb Prüfung ber Konfir- manben aus der Markusgemeinde. t Pfarrer Scheunemann. Abenbs 6 Uhr: Psarrassistent Vogt. Im Am'chluß daran sererlrche Enllaßung der konfirmierten Knabenchorfchüler. In der IohauncSiirche. Vormittags 97» Uhr: Pfarrer Euler. Vormittags 11 Uhr: Kindergotlesdienst für die LukaSgemeindi m . Pfarrer Euler. Nachmittags 2 Uhr: Vorstellung und Prüfung der Konfirmanden aus der Johannesgemeinbe. Pfader Tr. Naumann. Nächsten Sonntag, den 19. April, Qrrasimodogeniti, findet die Konfirmation ber Kinder ans der MarkuSgemeinde in der Sladlkirche, derer aus der I o h a n n e s g e m e i n d e in der Jo- hanneskirche unb in Verbmbrmg damit die Feier beS heil. Abendmahls statt. Tie Beichte dazu rvird Samstag, den 18. April, nach- mrttags 2 Uhr, in beiden Kirchen gehalten. Bei ber Konfirmation wirb eine Kollekte zum Besten der Amren erhoben werden. Am Sonntag, Qnafimobogeniti, mrchmittagS 2 Uhr, findet dre Vorstellung und Prüfung ber Konfirmanben ans der Lukas- unb 1111 d r g c meinbe in ber Johanneskirche statt. Gottesdienst in der Synagoge, Südantage. Israelitische prli^.ensgnnrinbf. Sonntag, den 12. und Montag, den 13. Avril 1903. Verlobte verlangen von der Darmstädter Möbel. Fabrik, Darmstadt, Offerte nebst Katalog und Preisliste. Bedeutendstes unb größte« Einrichtungshaus Mittel- unb Sübbentschlanbö für alle Stände. 160 Zimmer-Einrichtungen wohnnngsfertig, einschließlich Küche. Scheuswürdigkeit 1. Ranges. Spezialität: Brautausstattungen in lebem Genre unb Preis. Konkurrenzlos in Auswahl, Form, Gebiegenbeit unb Preis. gz Ihre Verdauung wird geregelt wenn Sie nach jeder Mahlzeit ein Gläschen Dr. W. Knechi’s Magenbitter „SÄNTIS“ zu sich nehmen. Grosse Flasche M. 2.50. Probeflasche M. 1.—. 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