Erstes Blatt. 153. Jahrgang S3 Nr. 290 Erscheint täglich außer Sonntags. Dem Gießener Anzeiger werben tm Wechsel mit dem hcsfischen Landwirt die Gießener Kamillen- dlatter viermal in der Woche betgelegl RotattvnSbruck u. Verlag bei Brüh l'schen Untvers.-Bnch- a.Stein- b ruderet (Pletsch (irbexi) Stedaktlon. Lxvebttton und Druckerei: Gchalstratze 7. Ubreße für Depeschenr Anzeiger Gtetzen. Ferntprkchanichluß Vtr 51. Donnerstag 10. Dezember 1903 __ ve«ngspret»r CI monatlich 7b Pl^ olertei- V jährlich Mk. 2.20; durch k yflX. /X Abhole- M. Zweigstellen M JIA 'M» Äwflk iHv monatlich 65 Pi.; durch t 171467IIA7I ZI IIIfl117■ wsttst General-Anzeiger w '®5< v oen poltt and oUgem. Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen MG« e " vsF jCtncnteti van4 Beck. Deutsches Reich. Berlin, 9. Dez. Der Kaiser empfing heute den Bildhauer Haverkamp, Professor Knackfus, und den Admiral Hollmann. Später hörte der Kaiser den Vortrag des Haus- ministers v. Wedel. — Anläßlich des 88. Geburtstages des Malers Adolf v. Menzel haben der Kaiser und die Kaiserin dem Altmeister deutscher Kunst ihre gemeinsamen Wünsche im folgenden Telegramm ausgesprochen: „Zum heutigen Tage senden mir Ihnen unsere herzlichsten Glückwünsche. Möchte der Herr im kommenden Jahre Sie ebenso wohl und frisch erhalten wie bisher. Wilhelm. Viktoria." Vorher war der Flügeladjutant Baron von Berg in der Wohnung des Jubilars erschienen, um im Auftrage des Kaisers und der Kaiserin einen prächtigen Blumenkorb zu überbringen. — Wilhelm II. wird, wie das „Verl. Lagebl." jetzt bestimmt von „unterrichteter Seite" erfahren haben will, am 20. Dezember eine Mittelmeerfahrt unternehmen. — Obwohl vom „Derl. Tagebl." an autorisierter Stelle versichert wird, daß die Handelsvert ragsverHandlungen mitRußland in Bezug auf die Hxruptschwierig- keiten, namentlich die Ge tr e id ez ö ll e usm., noch zu keiner Klärung der beiderseitigen Ansichten geführt haben, hält man doch an der Annahme fest, noch im Laufe des Januars 1904 zu einem Abschluß und zu einer Verständigung zu gelangen. Dagegen verlautet, daß die Handelsvertragsverhandlungen mitJtalien, Belgien und der Schweiz erfreuliche Fortschritte gemacht haben, sodaß man sich der Hoffnung hingeben darf, sie noch vor Neujahr zum gedeihlichen Ende geführt zu sehen. — Den sozialpolitischen Anträgen des Zentrums zu Gunsten des Arbeiter st andes, sowie der verschiedenen Arten des Mittelstandes im Reichstage ist nunmehr zu Gunsten der Land wirt schäft ein weiterer Zentrumsantrag gefolgt, der eine Abänderung des Gesetzes betreffend die Schlachtvieh- und Fleischbeschau vom 3. Juni 1900 fordert. § 23 dieses Gesetzes soll dahin abgeändert werden, daß die Kosten der amtlichen Untersuchung den Bundes st aat en zur Last fallen. — Der Ausschuß des deutschen Handels tags lehnte mit 17 gegen 16 Stimmen den Antrag aus völlige Abschaffung derGerichtsferienab, beschloß aber, zu beantragen, daß die Ford erungs klag en aus Warenlieferungen zu Ferrensachen erklärt werden. — Entsprechend dem Ergebnis der vom Reichskanzler veranstalteten Unrfrage bei den Bundesregierungen, ob sich die Anführung einer Reich sarzneitaxe empfehlen würde, tritt nun die Reichsregierung der Schaffung einer solchen Taxe näher. Behufs Ausarbeitung eines entsprechenden Entwurfes sind daher allen Bundesstaaten, die eine eigene Arzneitaxe haben — Bayern, Württemberg, Sachsen, Hessen und den Reichslanden — seitens der Reichsregierung 9000 Rezepte zur Taxierung rugegangen, um dadurch die erforderlichen Grundlagen für die weiteren Vorarbeiten zu schaffen. Dresden, 9. Dez. Die national sozialen Vereine Sachsens haben ihre Landesversammlung abgehalten und die Frage der Wahlrechtsreform einer Erörterung unterzogen. Es wurde folgende Resolution gefaßt: „Tie Landcsversammlung der Nationalsozialen Sachsens erklärt die Wahlrechtsreform für die dringendste Aufgabe des gegenwärtigen Landtags. Sie steht grund- iätzlrch auf den: Standpunkt des clllgemeinen, gleichen, direkten und geheimen Wahlrechts, unter Anwendung des Proportionalwahlsystems, würde aber auch die Wiedereinführung des alten sächsischen Landtagswahlrechts als ersten Schritt nach vorwärts begrüßen. Tie Landes- versannnlung verurteilt die schwächliche Haltung der Regierung in dieser Frage und protestiert energisch gegen den von konservativer Seite drohenden Versuch der Ver- schleppung der ganzen Angelegenheit." — Landgerichtsdirektor Tr. Becker am Landgericht zu Dresden tarn in seiner Abschiedsrede an die Geschworenen bei Beendigung der letzten diesjährigen Schwurgerichts session auf die Worte zurück, die der Staatsanwalt Tr. Müller im Berliner Kwileckiprozeß über das Institut der Geschworenengerichte an die Geschworenen richtete und die überall das ^größte Aufsehen' hervorgerufen haben. Tr. Becker wies darauf hin, daß vor kurzem bei einem auswärtigen Schwurgericht (Berlin) von einem Beamten des Gerichts die Behauptung aufgestellt tvorden sei, daß die heutigen Schwurgerichte der Rechtsprechung das Grab graben. Er, Tr. Becker, widerspreche der Auffassung, daß die Geschworenen an einen bestimmten Spruch gebunden seien. Eine andere Frage sei es freilich- ob das jetzige Verfahren einer Aenderung bedürfe. Unser heutiges Recht sei zum größten Teile dem französischen Recht entnommen und lehne sich zum großen Teile an altgermanische Rechtsauffassung an. Vielleicht fände die Strafprozeßreformlommis- siou eine andere Form, um eine größere Fühlung und Verbindung der Geschworenen mir dem Gerichtshöfe herbeizuführen. Sicherlich aber hätten die Geschworenen stets einen Spruch gefüllt, der nach Inhalt und Geist der rechte gewesen sei. Diese Kundgebung ließ auf die Geschtoorenen einen tiefen Eindruck zurück. Nürnberg, 9. Dez. Tie bayrischen Städte werden gegenüber den ländlichen Kreisen im Wahlgesetzentwurf u. a. dadurch benachteiligt, daß der Wahlgesetzentwurf der Regierung die Bevölker- ungszahl von 1900 der Wahlkreise mteilung dauernd zu Grunde legt. Dagegen haben die hiesigen Organisationen der natioüalliöeralen und der frerjinurgen Parter an die liberale Bereinigung der Abgeordnetenkammer eine gemeinsame Resolution gesandt, worin die Vereinigung ersucht wird, dahin zu wirken., daß dem Landtagswahlgeseyc folgender Absatz angejügt werde: „Falls die letzte vor einer Neuwahl vorgenommene Volkszählung der Bevölkerung eines Wahlkreises mit einem Abgeordneten mehr als 64 uOO Seelen ergibt, so ist dieser Wahlkreis in zwei Kreise mit je einem Abgeordneten und einer Bevölkerungszahl von 96 000 Seelen einzuteilen und ist in entsprechender Weise zu verfahren. Demgemäß hat sich dann die Zahl der zu wählenden Abgeordneten entsprechend zu erhöhen." Ausland. Ehristiania, 9. Dez. Das Storthing verwarf ei.n stimmig die Vorlage betreffend Einführung des staatsbürgerlichen Wahlrechtes für Frauen. Ter Präsident verlas vor der Abstimmung ein Schreiben des Frauenwahlrechtsvereins, in dem die Hoffnung aus Annahme der Vorlage ausgesprochen wird. Kopenhagen, 9. Dez. Das Folkething nahm den Gesetzentwurf an, durch den die Reichs ta g s d i äten für die ersten 6 Monate der Session von 6 auf 10 Kronen täglich erhöht werden, während sie für die übrige Zeit 6 Kronen wie bisher betragen sollen. Rom, 9. Dez. Finanzminister Luzzati verliest das Finanzexpose. Der Ueberschuß des lausepden Jahres beziffert sich auf 6 Millionen, der des nächsten auf 7 Mill. Seit 1898 stiegen die Einnahmen, abgesehen vom Kornzoll, auf 121, die Ausgaben auf 110 Mill. Eine Beschränkung der Ausgaben sei notwendig. Das italienische Budget sei jetzt besser als oas englische, französische und deutsche. Der Minister hofft auf einen guten Verlauf der Verhandlungen über die Handelsverträge. Italien plane keine Zoll Neuerungen und 'wünsche mit den verbündeten und befreundeten Mächten einen Han- delsfrieden. Deshalb seien keine Kampszölle vorbereitet. Betreffs der Konversion sei das letzte Gesetz zurückgezogen. Jetzt werde nur die Konversion der 4.5 proz. Rente durchgeführt. Der Minister hofft, daß die französischen, englischen und deutschen Märkte die Konversion unterstützen werden. Der Gewinn von 46 Millionen werde zur Steuerreform verwandt werden. Es sei das Haupt- bestreben der Regierung, einen glücklichen Stamm von Kleinbauern als Damm gegen den Sozialismus zu schaffen. Gens, 9. Dez. Russische Anarchistenblätter bringen folgende Mitteilung über die Ausweisung der beiden russischen Anarchisten: 1. Wladimir Bourtzeff, wurde in London zu 18 Monaten Gefängnis verurteilt wegen Aufreizung zum Königs mord. Bourtzisj mahnt die Kameraden, sich nicht rrur mit der V o r b e r e i t - ung zum Königs morde zu befassen, sondern die Bourgeoisie durch allerlei Attentate in Atem zu halten. So solle man Generalstreiks organisieren, die Offiziere demontieren und die Polizisten mit einer explosiven Flüssigkeit begießen. Bei ihm wurde ein Manuskript vorgefunden mit Angaben über leichte Herstellung von allerlei Bomben in kleinen und großen Gesäßen. 2. Paul Krakofs, war Mitarbeiter Bourtzesss und sorgte für die Verbreitung der Zeitungen und Broschüren. Der Bundesrat der schweizerischen Eidgenossenschaft konnte die Anwesenheit solcher gefährlichen Propagandisten auf unserem Boden nicht dulden. Wien, 9. Dez. (Abgeordnetenhaus.) Der Mi» nisterpräsident versichert, daß die Regierung ihr Versprechen, betr. Errichtung einer italienischen Universität an einem geeigneten Orte, erfüllen werde, daß es aber noch sorgfältiger Vorbereitungen in legislativer Hinsicht, sowie betr. Unterkünfte, Lehrmittel und der noch fehlenden Lehrkräfte bedürfe. — In Beantwortung einer Interpellation des Abg. Pernestorffer wegen der Ausweisung des türkis ch en Botschaftsarztes Dzevdet Bey führt der Ministerpräsident aus, oaß diese Ausweisung infolge des tätlichen Angriffs gegen den Botschafter in vollkommen geseAicher Weise erfolgt sei. Es sei zu besorgen gewesen, daß der Botschasts- arzt die Angriffe sortsetzen werde. Petersburg, 9. Dez. Die von einem Berliner Blatt gebrachten Meldungen über ein ungünstiges Allgemeinbefinden des Kaisers Nikolaus sind, wie an zuständiger Stelle verlautet, völlig unbegründet Das Befinden des Kaisers Nikolaus ist im Gegenteil durchaus befriedigend. Der mit Jagdausslügen verbundene Mteratur. Gerstäckers Erzählung „Die beiden Sträflinge (179 Seiten, Stuttgart, Union), aus dem australischen Busch ist ein hübsches Weihnachtsbuch für Kuaben, lebenswahr und empfehlenswert ms wahrhafte und leicht verdauliche Kost. Der vielgelesene Sigismund Rüstig und Marry at aus demselben Verlag liegt in 3. Auflage vor. Die Bearbeitung in deutscher Sprache ist gut und das Buch wird vielen Knaben die rechte Weihnachtsfreude bereiten. • Lonke, Alwin, Königin Lurse von Preußen. Ein Lebensbild nach den Quellen, mit 70 Abbildungen und zwei Beilagen, XII, 335 Seiten Text, Verlag von E. A. Seemann. — Hier haben wir ein Lebensbild, das so ausorucksi- voll wie keines vorher der edlen Preußen-Königin Gestalt lebendig vor Augen stellt. W wird sich bald einen Platz unter den beliebtesten patriotischen Büchern erobern. Die ersten Kapitel, die Jugendjahre in Hannover und Darmstadt, dann die Abschnitte über Preußens tiefsten Fall, die Begegnung mit Napoleon, aber auch die Ausschnitte aus dem Familienleben (in Paretz, in Berlin und auf der Reise) sind uns besonders interessant. Jeder, der eine gute Vaterlandisch,e Biographie zu. schätzen weig, sollte das reich mit Bllderu geschmückte Buch kennen lernen und als ein schönes Geschenkwerk dauermd tm Auge, behalten. Es gibt wenige dieser Art, die in gleicher Weise jo sehr bas Auge befriedigen und die Phantasie anregen. Auch behalten die fleißigen Auszüge aus den Memoiren und Briefen jener Zeit, die in die Darstellung verwoben sind, dauernden Wert. Das von Frida Schanz im Verlag von Velhagen and Klasing, Bielefeld und Leipzig, herausgegebene, 'jur stnaben und Mädchen im Alter von acht bis 12 Jahren bestimmte Jahrbuch „Kinderlust" liegt in 12 bunten Vollbildern, zahlreichen Holzschnitten und erläuternden Abbildungen geschmückt im vierten Jahrgang vor. /Ter Inhalt des Buches ist ebenso gediegen, wie seine Ausstattung. Frida Schanz spricht in hübschen kleinen Erzählungen, und Gedichten zu ihrem jugendlichen Leserkreise, dessen Geschmacksrichtung und geistige Aufnahmefähigkeit ihr wohl bekannt sind. Mit der Herausgeberin kommen auch noch andere bewährte Jugendschriftsteller zu Wort, wie Luise Koppen, Arpad Schmiohantmer, Elisabeth Lemke, Anna Keil und viele andere. Einen fesselnden Beitrag hat Fritz Skow- ronnek mit seiner Schilderung eines Ausfluges nach Ostafrika geliefert. — Tie Wahl eines Vortragsstückes ist schwierig bei jedem öffentlichen Debüt, gleichviel ob auf der Bühne oder im Freundeskreise. Der Lotse, an dessen Hand, durch dessen Erfahrungsratschläge von Dichtern, Denkern und Künsllern beiderlei Geschlechts man diese Mppe umgeht, heißt: Was soll ich deklamieren? Auslese der besten Deklamationsstücke ernsten und heiteren Inhalts. Unter Mitwirkung der ersten deutschen Bühnengrößen gesanunelt und herausgegeben von Elise Hen le. Sechste verinehrte und verbesserte Auflage. Durchgesehen von der Tochter der Herausgeberin. Preis geheftet 3 Mk. Zur bevorstehenden Weihnachtszeit sei als Festgeschenk auf dieses Buch aus dem Schwabacher Verlag in Stuttgart hingewiesen. Mein Tagebuch Unter diesem Titel hat die Union, Deutsche Verlagsgejellfchaft in Stuttgart, ein eleg. Tagebuch herausgegeben und mit feinster Schreibeinlage, für ein ganzes Jahr berechnet, versehen. Das Buch ist mit 12 mehrfarbigen Monatsbildern und Randzeichnungen von R. E Kepler geschmückt. Jedes Monatsbild ward mit einem sinnigen Gedicht von Viktor Llüthgen versehen. Ein prächtiges, auch im Innern wirklich vornehmes Festgeschenk für die reifere Mädchcnwell. _____ Köln m'b us-Eier. Eine Sammlung belehrender und unterhaltender physikalischer Spielereien. Herausgegeben von der Redaktion des „Guten Kamerwden". (Union in Stuttgart, 4 Mt.) Ein sehr amüsantes, dabei nützliches und belehrendes Buch Die darin enthaltenen physikalischen Spielereien und Experimente können ohne besondere Vorbereitungen und Apparate von jedermanli auschführt werden und bieten für jung und alt nicht allein eine angenehme Unterhaltung, sondern auch mannigfache Anregung zum Nachdenken. In geschmackvollen und dem Jnhall entfprechenden Ge- | wandern legt in diesem Jahre der Verlag von Herm. I. Meidinger in Berlin SW 61 seine Weihnachtsgaben auf den Tisch Der Verlag hat ein seit vielen Jahren vergriffenes Buch der bekannten Schriftstellerin M. v. Eschen (M. v. Eschstruth) in neuer Auflage erscheinen lassen: Pension und Leben, Erzählung für junge Mädchen. (Mit Heliographüre. Prachtband 4 Mk.) Das Buch eignet sich für junge Mädchen von 14—18 Jahren. Die Lebensfchickjale der hier geschilderten jungen Ncädchen werden das Interesse der Leserinnen voll tu Anspruch nehmen. Sie lernen die Freuden und den Ernst des Lebens kennen, lernen Freundschaft pflegen und hochhalten und Liebe für alles Schöne und Gute empfinden. Tie Erzählung ist geeignet^ den Sinn der jungen Mädchen auf ernste Gegenstände zu richten. — Reiferen Knaben und dem deutschen Volke gewidmet ist ein Werk aus der Feder I. v. Pederzani- Weber: Das Thor ner Blutgericht, Erzählung aus der Zell der Polenyerrschast in Preußen. (Mll farbigen Abbildungen nach Originalen von Maler M. Ränile. In effektvollem Leinenband. 4 Mk.) Diese interessante Erzählung hat eins der stürmischsten und traurigsten Ereignisse aus der Geschichte Thorns unter der Polenyerrschafl, die Hinrichtung des unschuldigen Bürgermeisters Gollfried Rrsner und arwerer Thorner Bürger, zum Gegenstand. Die heldenmütige Standhajtigleit und Gesmnungs.reue echt deutscher Männer finden in dieser mit warmem Gefühl für deutsche Art gegebenen Schilderung Anerkenitung und Würdigung. Ter Geschichte Oesterreichs ist tue folgende Erzählung für reifere Knaben entnommen: Der Pfalz-Erzherzog, Erzählungen aus der Zeit der ersten Habsburger. Bon Franz Netopil. (Mit Abbildungen nach Originalen von Maler M. Ränike. In effektvollem Leinenband. 4 Mk.) Pfalz-Erzherzog Rudolf IV. von Habsburg ist der Held dec Erzählung. Dec Schilderung dieses Fürsten, der Oesterreichs Großlnachtstellung angebahnt hat, ist dem Autor vortrefflich gelungen. Wir können das Buch wann einpfehlen, es wird nicht nur mit Genuß, sondern auch mit gutem stützen gelesen werden. Tendenz: fest 3d/0 Mexikaner 41/2 /u Chinesen Electric, vs» uckert Nordd. Lloyd , . Kreditaktien Üiskonto-Kommandii Darmstädter Bank Dresdener Bank . Ber iner Handelsges Oesterr. Staatabahn Lombarden , . Gottbar-ibahu . . Laura 1 lütte . . . Bochum . « . Harpener . . . . . 26.10 . . 92.50 . . 112.30 . . 106 40 0 . 218.30 . 199.00 . 149.70 . . 160.90 . . 166.20 . . 147.50 . . 17.80 189.50 . . 00.00 . . 190.80 . . 205.50 3Va% Sp7o 3«/.% 3u/o 3*/2°/n ,labten der Union sind neuerdings die üöfpie Die Dividende der Süddeutschen Bank Andenken bewahren, In tiefster Ehrfurcht Ew. König!. Hohe.t alleruntertänigfte treu gehorfamste 2 Kammer der Stande, gez. Paas, Dr. Schmitt. "?Kcmbnd, schmal dach. __ . 102.20 . 91.55 . 102.40 . 91.60 . 101.60 . 100.00 . 102.95 101.20 . 100.70 . 103.70 . 64.10 . 32.60 . 37.55 . 142.60 44.95 00 00 Abteilung für Architektur und durch Beschluß von Rektor und Großem Senat der Technischen Hochschute zu Darmstadt wurde dem Herrn Geheimen Negierungsrat Professor Henrici in Aachen „wegen feiner hervorragenden Verdienste um die Einführung künstlerischer Grundsätze im Städtebau und seiner vorbildlichen Arbeiten auf diesem Gebiete" die Würde eines „Doktor-Jngeniers ehrenhalber" verliehen." (D.Ztg.) sd. Darmstadt, 9. Dez. Die Adresse, welche der Vorstand der 2. Kammer heute vormittag m persönlicher Audienz S. K. Hoheit dem Großherzog überreichte, hat Reichsanleihe do. Konsols . do , . Hessen Oberhessen bis 10. 10. Meteorologische Deovüichruugen der Station Metzen. Aus Stadt uni» Land. Gießen, 10. Dezember 1903. Walhilde tzl-röardt Gro^cs illilstnellcg Koiliviilh 4* Oesterr. bilberrente 4% Ungar. Goldrente . 40/ Italien Rente , . . 4* 2% Portugieser . . . 0/ < ortugiesm, . . . . 1% C. Türken ♦ , . . Türkenlose . 4°/0 Gneoh. Monopol.-Aul. 41 „ % äussere Argentinor Höchste Temperatur am 9. Dez. Niedrigste „„ 9. „ Schlffsnachrichtcn. meb Star Linie. Der Postdampfer „Baderland" der Red Star Linie in Antwerpen, ist laut Telegramm am 7. Dezember wohlbehalten in New-Pork angekommen. Tetagzhonssciier Kursbericht. fc'runkfxirt a. ?«.. 10. Dezemoer 1903. Gilendahu Zeitung. Leipzig, 8. Dez. Tie Kosten des hier zu errichtenden Zentralbahnhofes belaufen sich nach einem Vorträge des Herrn Baurat Toller auf dem sächsischen Architekieniage auf ca. 130 Millionen Mark. Preußen und Sachsen zahlen je 53 Millionen, die Stadt Leipzig 1/ Millionen Mark, außerdem hat die Reichspostverwaltung noch Zuschüsse zu leisten. Ter Personenbahnhof, in welchen 26 Gete.se einmünden, umfaßt 96 000 Quadratmeter. Im Jahre 1914 soll die ganze Anlage vollendet sein. Stuttgart, 9. Tez. Zu der heute und morgen hrer stattnndentun europäischen F a hr p l an - K on ferenz sind etwa 200 Vertreter fast sämtlicher europäischen Regierungen und Eisenbahn-Verwaltungen erschienen. Es wurde beschlossen, die nächste Konfereüz am 8. und 9. Sunt 1904 in Kopenhagen abzuhalten. Canern Anträge der Eisen- bahrrdiretlion Elberfeld gemäß wurde sodann noch zur Sicherung der rechtzeitigen Fertigstellung der ^ahrplan- arbeiten beschlossen, die Frist für den Austausch der end- chltigen Fahrplanentwürfe zu verlängern in der Werse, daß die Entwürfe spätestens bis 5. April bezw. 5. September in Künden der beteiligten Verwaltungen sein müssen. verhaftet worden. , , . * München, 9. Tez. Der Regierungsrat rm Mrnr- fterium deH Innern Gask 0 w ist seit mehreren Tagen verschwunden. Anr Sonntag ist er zum letzten Male gesehen worden, seitdem fehlt jede Spur von ihrn. * Wien, 9. Tez. Nach dem „Neuen Wiener Tageblatt strengten dre Pariser und Wiener Güubiger der Prinzessin Luise von Kobürg einen Prozeß gegen König Leopold von Belgien an, behufs Bezahlung der von der Prinzessin geschuldeten 6 Millionen Kronen aus dom Nachwßvermögen der Königin Henriette. In em- geweihten Kreisen glaubt man, daß der König einen Vergleich mit den Graub.gern anstreben wird. * König Edu ard von England hat 1000 Mart für das in Stolp (Pommernf zu errichtende Blüch erbe n t m a l gespendet. Ter König ist Chef des dortigen Husarenregimeurs „Fürst Wucher von Wahlstatt". * Ein zärtliches Ehepaar. Etn aus Sachsen stammendes Ehepaar lr-as, von der Schweiz kommend, m hrantjurt a. SDL ein und stieg in einem Höret ab. Dort bekam die Frau Streit mit ihrem Vtanne, warf chm im Xiauie des Wortgefechts ein paar Güser und eine Wasch-! schussel an den r>oopf, so daß der Hotelier das Paar ersuchte, Die Haustür schleunigst von außen zuzumachen. Nach prompter Berichtigung der Zeche gmg der Mann fort, die Äraa kam etwas später nach, Am Houptbahnhos trasen iich Beide wieder, und da der Friede noch nicht proklamiert war, wurden die Feind.eltgietten sofort wieder ausgenommen. Unter dem Eaudtum des Publikums schlug tue ^rau mit ihrem Stegen)chtrm auf den Mann em. Dieser nahm eine Tejenjivsteilung ein und ries nur: „Ei Herrchens, du vürrickkes Wechsbild, häre doch usf." Tann faßte er sich ein Herz, sprang tritt drei Sähen durch das Vestibül und hinein in den Zug. Tie Frau wandte sich hilfesuchend an die Beamten, tote sie nun sortbommen sollte, ihr tuiatin habe das ganze Geld mitgenommen. Tie wußten l^nen anderen Rot, als daß sie den zerhauenen Regelt- schirm versetzen sollte. Landwirtschaft. Karlsruhe, 9. Tez. Ter Landwirtschaftsrat begann heute in Gegenwart des Ministers des Innern Schenkel seine Beratungen. Zur Frage des L a b a kb a u e s lag eine Teuk.christ der Regierung vor. Nach längerer Debatte wnroe zum ^>iueiic der Hebung des Tabakbaus folgender Vor,chrag angenommen: 1. Gründung von weiteren TabarbauveZeinen nach den vom Ministerium des ^nnern schon benutzten Drusteru; 2. Staatliche Unterstützung des Ko nsumvere insve ro arid es zum Zweck der Hebung Die erste Sendung ist heute eingetroffen. Vorzugspreis für unsere Abonnenten Mk. 3.—, frei ins Haus Wik. 3.10, j durch die Post Mk. 3.40 gegen Vorausbezahlung. 1 - Die Gesamtzahl der immatrikulierten Ztudierenden an der Landesuniversität beträgt im lsd. Wintersemester 1071. Eine auswärtige Zeitung hatte eine i falsche Zahl gebracht. •* Bazar des Alicevereins. Auch der zweite Tag hatte den vollsten Erfolg. Der Besuch war gestern abend wohl noch größer als vorgestern, und die Verkäuferinnen waren mit ihren Umsätzen sehr wohl zufrieden. Unter den Besuchern waren alle Kreise vertreten. Jedermann unterhielt stch aufs Beste, seis oben in der Weinstube bei den schmucken, vor Diensteifer glühenden Kellnerinnen, sei es im Eafs oder in der feuchten Ecke, wo man von der Zungenfertigkeit eines militärischen Sängers Erstaunliches hörte. Heute ist der fetzte, vielleicht der größte Abend. Von 7 Uhr ab findet nämlich unter dem Hammer stimm- und _ witzbegabter Herrschaften die Versteigerung der Warenreste statt. Und die holden Händlerinnen geben dann ihr dreitägiges Engagement auf, während dessen sie so viel Fertigkeit erlangt haben daß, wenn einmal die Not an den Mann oder vielmehr die Frau kommt, man dagegen gewappnet dasteht. Hoffentlich wird das Ergebnis der Versteigerung nichts zu wünschen übrig lassen l ** Aus dem Bureau des Stadttheaters. Nochmals sei auf die morgige Freitagabonnementsvorstcllung, die Philippis .Wohltäter der Menschheit" bringt, hmge- wiesen. Sonntag den 13 Dez. gelangt nachmittags 3^ Uhr als dritte Fremdenvorstellung Heyse's Maria von Magdala zur letzten Aufführung. Alle, die das interessante Stück, das allein durch neue Ausstattung an Dekorationen und Kostümen sehenswert ist, noch nicht gesehen haben, seien auf diese letzte Gelegenheit aufmerksam gemacht. Das Ergebnis der zahlreichen Treibjagden ist dieses Jahr schlecht und bleibt sehr hinter den Erwartungen zurück. In Jägerkreisen ist man der Ansicht, daß eine Seuche den Hasenstand stark dezimierte. Angesichts der ohnedies hohen Pachtpreise ist die Tatsache wenig erfreulich, und dürste das Draufzahlen für die Jünger Nimrods Heuer ganz em- pfindllich fein. )( Alssel d, 9. Tez. Unser Elektrizrtatswer k bildet für die Stadt eine nahmpafte Einnahmequelle; nach dem Voranschlag für 1904/05 betragen die Einnahmen 33 500 Mk., die Ausgaben 26 150 Mk., sodaß sich em Ueoer- tchuß von rund 7350 Mk. ergibt. Ter Voranschlag fand die Genehmigung des Stadtvorstandes. Zur Erweiterung der elektrischen Anlagen sind 2500 Mark vorgesehen. — Tas Voltsjchulwesen unseres Kreises umfaßt 75 Schulen, Ivo von im gegenwärtigen Schuljahr 53 ein-, 17 zwei-, 4 drei- und eine (Alsfeld- 8 klaff tg find. Die Zahl! der einklassigen Schulen nahm in den letzten Jahren langsam ab. In 107 Klassen mit 105 Lehrern werden 6061 Schüler unterrichtet, 29 «8 Knaben und 3083 M üdchen. Die Foribttdungsjchuten werden von 905 Schülern besucht. Der gegenwärtige Lehrermangel verzögert die Errichtung neuer Schulstelten, mehrere find z. Z. verwaist. Darmstadt, 9. Dez. Aus einstimmigen Antrag der w. Gießen, 9. Tez. Dee heutige Gangviehmarkt hatte einen Vorrat von 60 Stuck Ochsen. Trotzdem so wenig Tiere auf- gefahren waren, blieb der Handel doch unbelebt, da so gut wie feine Nachfrage nach Fahrochjen vorhanden war. Tas Geschalt bewegte sich nur unter den Handelsleuten aus der Provinz, so dav von einem eigentlichen Markte diesmal ferne Rede fern konnte. Bezahlt wurden für die heften Paare Ochsen 700—800 Mk.; Mtttel- tiere gingen für 550-650 Mk. fort. — Auf dem Schwememarkt standen etwa 600 Stück zum Verkauf. Der Handel war sehr stau, was wohl feinen Grund in den billigen Preisen für leite Ware haben mag. Die an den Markt gekommenen Landbewohner zeigten teme große Kauflust und griffen nur zu, wenn ihnen die Tiere recht billig angeboren wurden. Trotz des kleinen Vorrates auf dem diesmaligen Markte blieb dieser etwa um em fünftel über- ständig, wozu noch diejenigen Schweine kommen, welche für den Markt bestimmt waren, aber an der Bahn nicht ausgeladen winden, weil die Bestimmungen gegen die Senchengemhr dies nicht zuließen. Gehandelt wurden Ferkel, 3 - 6 Wochen alt, 25—36 Mk., 3 Monate alte Tiere 40—50 Alk., junge Läufer 60—70 Alk., mittlere Läufer bis 100 Alk. pro Paar. — Nächster Viehmarkt Dienstag den 5. Januar 1904, aber nur für diesen einen Tag. Limburg a. d. L., 9. Dezember. Frachtmarkt. Durchschnittspreise pr. Malter. Roter Weizen 13.48 3)11., altes Korn 10.00 Mk., neues Korn 00.00 Alk., Gerste 9.10 Mk., £)afet6.23 Alk., Hafer alter 0.00 Alk., Erbsen 0.00 Alk., Kartoffeln 0.00 Alk. Gerichlslaai. [1 Marburg, 9. Dez. Die traurige Familientragödie, welche sich am 16. November ds. Js. in bem nahen Dorfe Gosz- ielben abspielte, beschäitlgte heute das Schwurgerich t. Unter der Anklage, ihren Ehegatten, den Maurer Michael Weiers- Häuser, mit einem schwerenStück Ho l z so m i ß h a n d e 11 au haben, daß dessen Tod eriolgte, stand die 37 Jahre alte, jetzige Wttwo, Elisabeth Weiershäuser. Die Verhandlung entrollte ein trübes Bild traurigen Familienlebens, denn Zank und Streit waren bei den Leuten an der Tagesordnung. Am Montag, den 16. November ds. Js. war W. wie gewöhnlich betrunken. Als die Frau abends von der Arbeit kam, lag ihr Mann auf dem umgeworfenen Bett in der Stube. Da alles kurz und klein geschlagen war, kams zum Streit und hierbei hotte sie das zu solchen Zwecken im Kinderbett versteckte Holz und schlug ihm fünf mal mit solcher Wucht auf den Kopf, daß dessen Hinterer Teil, wie heute der ärztliche Sachverständige erklärte, zu einer weichen Masse wurde. Dann überließ sie den Mann, der schon beim ersten Schlag zusammengestniken war, seinem ^chicstal. Auch am anderen Morgen, als W. sterbend geftmden wurde, trug sie ein gleichmütiges Wesen zur Schau. Das Urteil gegen sie lautete auf drei Jahre Gefängnis. . . . . Berlin, 9. Tez. In dem Beleidigungsprozev, den bei ftaupifchrihlciter der „Alldeutsch. Bl.", Dr. Samassa gegen den koloiiialpolitischen Schriftsteller Dr. Hans W a g n er eingeleuet halte, kam heute folgender Vergleich zustande: -£>r. •asagner nimmt die ui einer Preßsehde dem Privatklager gemachten ^>or- rour'e der „Kneiferei", „landläufigen Drückebergerei und die wetteren Ausdrücke „politischer Abenteurer^ unb „tschechischer deuticher" als in feiner Weise begründet mit oem Ausdruck des Bedauerns zurück. . Handel und Aerlieisr. Vailtawittschast. — Deutsche Reichsauleihe. Die dem Reichstag zugegangene Tenkschrut über oie Atisüihruug der seit 1875 erlaßenen Anleihe-- aeietic beitätigt, daß von den bisher bewilligten Anlechelredite zur ,^ett nur noch 6787 946 Nit. zur Verfügung stehen, ^.er von uns bereits wiederholt erwähtite Anlechebedarf beziffert sich am 214 810 000 'JJit. unb wird, wie ebenfalls schon bemerkt, vorher die Genehmigung des Reichstags haben müssen. Die tatsächliche Ver- zmsung der gesamten Reichsaiileihen stellte sich laut „F. Z. im Durchschnitt auf 3.4434 Proz. Hierin scheinen nicht inbegriffen die 4proz. ^chatzamveisuugen mit 80 DitlUonen, die im Durchschnitt 99.24 Proz. eingetragen haben und von denen ;e 20 Mill. Alk. am 1. April und 1. Juli der beiden Jahre 1904 und 1905 zurück znzahlen sem werden. Diese eitigerechnet, beläuft sich bie Gesamt- )d)ulb des deutschen Reiches am 289d 65 Alillioneti Alk. — Kleine Finauzchrouik. Tie Dresdener Nachricht, die DarmstädcerBank habe die neuen Aktien der Zigarettenfabrik Iasniatzi in Dresden übernommen, ist un° 15000 BaumwolUpinnereiarbeitern in Mannheim wird auf 5Prozent geschätzt gegen 4 Prozent tm ^Ol^O^ertln, 9. Dez. In der heutigen Sitzung des Aussichtsrates von Siemens Elektrische Betriebe, Aktiengesellschaft, wurde beschlossen, der Generalversammlung die Verteilung einer Dividende von 5 Proz. in Vorschlag zu bringen. .. f Frankfurt a. M., 9. Dez. Heute fand hier die General- Versammlung der Lothringer Eisen w erk e statt. Neun Aktionäre vertraten sür Mk. 602 800 Aktien. Tie Bilanz wurde genehmigt unb dem Vorstände Entlastung erteilt. Ome 4.101* dende gelangt nicht zur Verteilung. 25 658 Alk. werden auf neue Rechnung vorgetragen. Direktor Scraplan sprach schließlich über die Lage der Eisenindustrie. Das allgemeine Jiiteresse richte sich auf die geplante Gründung des Stahlwerkverbandes. In der letzten A>oche sei an die Stelle der vorhergegangenen Kauflust 2lb- schivachmig und Stille im Geschäft getreten. Auch die kleinen und mittleren Werke erhofften viel von dem Stahlwerksverband. Manu Heini, 6. Tez. Tie heutige Generalversammlung der Blech- unb (smailterroarenjabrit Ä i r v ro ei 1 er ge- nehmigte die Bilanz, die nut einem Verlust von Mk. 760000 abschließt und beschloß Liquidation der Gesellschaft. Markte. Dez. - 2.50 C. Ausentb-alt in Skievnieivice ist dem Kaiser borlLefilich. bekommen. Die Rückkehr des Kaiservaares nach Petersburg ist nicht früher erfolgt, als vorgesehen war, sondern infolge der bekannten Erkrankung der Kaiserin Alexandra noch drei Wockren später. Auch von einer Absicht der UeberfiedcL una der Majestäten nach Livadia ist nirgends etw-as bekannt. Tas Befinden der Kars errn laßt gleichfalls nichts -u wünschen übrig. Die Hettung nimmt einen nornralen Verlaus. r . Washington, 9. Tez, Der soeben zuruckgerehrte deutsche Botschafter Frhr. Speu v. Sternburg hat erklärt, ^bringe ew 5^and schreib en ^d es deutschen Kaisers mit, aber eine Aufforderung an den Newhvrker Yachtklub, die Wettfahrt über den Ozean von langer Hand vorzubereiten und etwaige Vorfckstäge zu machen. Der Botschafier sagte ferner, die Vorwürfe der über Zollchikanen klagenden deutschen Jndu st riellen seien unbegruudec; fie müßten bedenken, daß der Zolltarif alle Nationen gleich behandele. Eine lleberschätz-ung des Zoliwertes tonne vor- Dmmcn, aber Amerika sei stets bereit, Abhilfe zu schassen. Vermischtes. * Köln, 9. Tez. Unter dem Verdachte, einen Betrag von 17 OOJ Mk. Kirchen, elder unterschlagen za haben, wurde in Haaren der FÄrbereibesitzer Bogens v ckr h a s t e t- Gr soll die Unterschlagungen in seiner Eigenschaft als Kirchenrendant begangen haben. — ^uf dem Guter- batuhose in Deutz wuroen in einem Waggon fünf Tyna - niitpatronen gesunden. Man benachrichtigte sofort oas Artilleriedepot, das einen Feuerwerker entsandte, der die Patronen mirnahm. Bis jetzt ist noch nicht festgestellt, wie dieselben in den Wagen gekommen sind. * Düsseldorf, 9. Tez. Aus dem Bahnhv,e Vohwinkel fand ein umfangreicher Eisenbahndamm- rutsch statt. Eine Lokomotive ist ab gestürzt. Berlin, 9. Dez. In der vergangen.n Nacht versuchte der Kaufmann Winke in Wilmersdorf bui Kaufmann He linier, den er mit seiner früheren Braut auf der Strafe traf, mit einem Revolver zu erschießen. Der Angegriffene wurde jedoch nicht verletzt. . * Danzig, 9. Tez. In Neustadt ist die Dampf- schneidemühle der Baujirma Pulmrnmcher vo^lstaiwrg niederaebrannt. Gewaltige Holzvorrate sind em Rauo der Flammen geworden. Tie Ursache ist wahrscheinlich Kurzschluß. Ter Schaden beträgt 150 000 Mark. * Zwickau, 9. Dez. Der flüchtige Kassier e r der Gemeiudesparkajse in Nieoerpmnitz, Eolditz, ist in Genua |l ni vtr |itüt5-$la d) r i djten. — D i e Verteilung der Nobelpreise findet in Christiania bezw. Stockholm statt. Wie man allgemein anmmmt. wird der Preis für Physik dem Schweden Arrhenius, der mr Aledizin dem Dänen Fins en, für Litteramr dem Slorweger Björnson, für Ehenue dem Ehepaar Euro-Pans, sowie dem Franzosen Baquerel, der Friedenspreis der Baronm Suttner zufallen. Bjoemson und Bequerel besinden sich zur Zeit in Stockholm, Finsen liegt in Kopenhagen in seiner Wohnung krank darmeder. ... 3 72% 4% Oesterr. Goidrente Eingesanöt. (Für Form und Jnhmt unv. o,cf er Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redattwtt dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Ter Zustand des Wettergäßchens spottet aller Beschreibung Hier dürfte doch die Stadt, da ja Kies m allernächster Nahe liegt, schnell Abhilfe schaffen können. Gießen, 10. Dezember 1903. folgenden Wortlaut: Allerdurchlauchtigster Großherzog! Allergnädigster Fürst und Herr! Ew. K. Hoheit haben ae- cuht, durch die Allerhöchste Botschau vom 23. Slovember ds. Js. der 2. Kammer der Landstände des Großherzogin,ns die höchst betrübende Mitteilung zugehen zu Iahen, bab Ihre Großh. Hoheit die Prinzessin Elstabeiy Alana Alice Victoria am 16. November d. I. aus dieser Zeitlichkeit abgeruien worden ist. ’-ibie alle treuen Hetzen, so sind bie Attlglieder der Volksvertretung der 2. Ranuner der Landstände durch den unsäglich schweren Schicksalsschlag, welcher Ew. Kömgll Hoheit und mit Allerhöchstdemselben das ganze Hessenland durch den Heimgang Ew. Königl. Hoheit einzigen ÄinöeS, der lieblichen Prinzessin Elisabeth, betroffen hat, tief er- griüen und auf das schmerzlichste berührt; der 2. Kammer ist es em wann empfundenes Herzensbedürfnis, Ew. Königl. Hoheit aus Anlaß dieses Trauerfalles die Versicherung innigsten, aufrichtigsten Beileides darzubringem Fühlt sich das hesusche Volk allezeit in ftreiiö und Leid mit seinem angestammten Fürstenhaus innig ver> bunben so sind msbesondere die Tage des Schmerzes, welche die Bevölkerung und mit ihr bie 2. Kammer der Stände drängen, chrem geliebten Landesherrn den untrüglichen Beweis ihrer warmen mebe uno unentwegten Treue zu unterbreiten. In dieser Gesmn- una wüiiicht uno hofft oie 2. Kammer, dag Elv. Königl. Hoheit juireneii/j.- emiaen Trost im herben Leid in bie-er Liebe unb Treue suchen m verschiedetlen < unb fmben. Der Heimgegangenen wird die 2. Kammer em gutes reduziert worden. — Dezember Barometer auf 0° reduziert Temperatur der Luft Absolute Feuchtigkeit Relative Feuchtigkeit Windrichtung Windstärke Wetter 1903. 9 2,6p 740,3 —5,3 1 5,3 80 1 8. 2 kl. Himmel V. 926p 738,3 -3,8 5,0 83 8. 2 Bed. Himmel 10. 72a 738,1 —4,4 6,0 97 8. 2 unD Unterstützung der Tavakbauveretne, 1nSbeson^r,^e MiL-l Wirkung im Verkuuf und im gegebenen Falle in der Selbstfermentation; 3. Staatliche Unterstützung zur Anlage von Tabaksbauversuchsfeldern, Errichtung von Samengewinnungsstätten und Prämiierung gut gebauter Tabake; 4. Staatliche Unterstützung zur Erbauung von Tabak- und Tvockenschuppen in Form von unverzinslichen Tarlehen mit Teilrückzahlungen in kürzeren Fristen an mittlere und kleinere Landwirte. Weiter wurden Anträge angenommen sirr die Förderung, der landwirtschaftlichen Buchführung und über die Maßnahmen für die Verbreitung der freiwilligen Alters- urrd Invalidenverficherung üi den kleinbäuerlichen Kreisen. llnu'IU Metvuiuu'tt. Origiualdrahtlnelduugen des Gießener Anzeigers. Berlin, 10. Tez. Als der öftreichische Botschafter mit seiner Gemahlin gestern eine Spazierfahrt unternahm, wurde die Equipage am Kurfursten- damm von emer Automobildrofchke an gefahren und die Fenster zertrümmert. Eine wesentliche Verletzung ist indessen dem Boifchasierpaare nicht zugestußen. Berlin, 10. Tez. Die sozialdemokratische R e i ch s t a g d f r a k t i o n hat beschlossen, eine weitere Anzahl von Initiativanträgen einzubringen, die folgendes betreffen: Sicherung des Koalitionsrechtes, Einführung des Normalarbeitsta^es, Reichs-Preßgesetz, Reichsberggesep und Bauarbeiter,chutz. Simmern Hunsrück), 10. Dez. Gestern abend 10 Uhr entgleisten infolge eines Schienenbruchs die Ma- schine^ uiid zwei Personenwagen des Per,oneuzuges 671 in der Nahe der Haltestelle Büu.)»eiiLeuren. Ein Posijcy-asiuer erlitt einen Armbruch, zwei Passagiere wurden le-mit verletzt. Ter Verkehr ist einstweilen gestört. Bekanntmachung. Bezüglich der in unserem Gesellfchaftsregister eingetragenen Aktiengesellschaft Hessisch-Rheinischer Bergbauoerein zu Berlin mit Zweigniederlassung zu Trais-Horloff wurde heute folgender Eintrag vollzogen: Die Generalversammlung vom 11. November 1903 hat folgenden Beschluß gefaßt: Die Vertretung der Gesellschaft kann je nach den Beschlüssen des Aufsichtsrats durch einen oder mehrere Prokuristen erfolgen. Hungen, den 8. Dezember 1903. 9208 Großherzogtiches Amtsgericht. Bekanntmachung. Der Voranschlag der Gemeinde Allertshausen für das Jahr 1904,05 liegt vom 14. Dezember d. Js. an acht Tage lang auf dem Bürgermeisterei-Büreau dahier zur Einsicht der Interessenten offen. Allertshausen, den 9. Dezember 1903. Großherzogliche Bürgermeisterei Allertshausen. Hillqärtner. 9207 Düsseldorf, 10. Tez. Mr Bahnhöfe Vohwinkel tjt ein umfangreicher Tammrutsch erfolgt. Eine Lokomotive stürzte herab. Personen wurden nicht verletzt. Hamburg, 10. Tez. Das Schwurgericht verurteilte nach zweitägiger Verhandlung den 22 jährigen Lumpenhändler Johann Weigliu wegen Ermordung des Lotteriekollekteurs Levy zum Tode. Stockholm, 9. Dez. Die organisierte Arbeiterschaft sprach sich heute in 9 Versammlungen gegen die Einführung von Proportionalwahlen zur Zweiten Kammer aus. dann seine Villa, nachdem er seinem D i en e r b e fv hielt hatte, Beretta in der Badewanne zu ertränken und die Leiche zu verbergen. Der Diener ließ aber Beretta a u s M i t l e i d frei. Ter Diener wurde verhaftet. Vecchio soll über Genua nach Amerika entflohen L. Alexandria, 9. Dez. Um die Empfindlichkeit Frankreichs zu schonen, wurde der Name des aus dem französisch-englischen Streit bekannten Ortes Faschoda (Sudan) in Cabac um geändert. London, 10. Tez. Die Morgenblätter melden aus Washington, daß die Vereinigten Staaten ein Memorandum an Rußland gerichtet haben, worin die Haltuiig der Union in der Mandschurei frage dargelegt wird. In der Note wird gesagt, daß die Union-Regieruna die Absicht habe, die japani,che Regierung in ihren Forderungen betresiend Eröffnung der Mandschurei für den Welthandel zu unterstützen. Tie Vereinigten Staaten lehnen es jedoch ab, ihre Stellung zur Politik Rußlands in anderen Punkten darzulegen. Madrid, 9. Dez. Der König ist heute abend nach Lissabon abgereist. Rom, 10. Tez. Am Montag befand sich ein reicher Mailänder namens Beretta in der Billa des Sportsmann Vecchio. Plötzlich wurde er von Vecchio und dessen Tiener gefesselt, geknebelt und unter Bedrohung mit dem Revolver gezwungen, Briefe an Verwandte zu schreiben, worin er mitteilt, daß er sich infolge eines amerikanischen Duells das Leben nehme. Ferner mußte er drei Wechsel auf 10C00 Lire zu Gunsten Vecchios unterschreiben, und ein Testament aufsetzen, worin er Vecchio ein Drittel seines Vermögens vermacht. Vecchio verließ KüPFERBERC Kupferberg Gold zeichnet sich durch erstklassige Qualität, vorzüglichen Gekhmack, durch seine leichte Hrt und grosse Bekömmlichkeit air, und gilt deshalb unter Kennern ohne weiteres als der beste deutsche Sekt Läufer, Bettvorlagen, Chaiselongue- und Divandecken, Angora- und Ziegenfelle, Pultvorlagen etc. etc. etc. M. L W. : ■ D .«nnininAen HouigLuchc» kleideten Puppen und Kinder- 9053 Spielwareu. lt Äkg. 87- H. pr. Söl. 9193 M T G V G G W W W V Lichtcrhalter, Baumkerzeu ^hrikvauMschmuck. Die trauernden Hinterbliebenen: Aamilie Keinrich Kaum. 6i lur a. toa me w der sta Cn nie klaube Au Zt 2 Telephouapparate, tu jede ftlmgeUeitung selbst ein- zuschalten, von All. 12 an. Elektrifierapparatc, Betriebs-Modelle, Ersatzteile. Jl^gw^Tfach ausgiebiger Xs^als Chinesischen hee Qrg. Packßt a.’/s kg zu 50.65.80.Pf Ludwig Steinhäuser, Teleph.346. [8655] Neuenbäue17. Ein schweres Arverts-^scr- von 6 bis 10 Jahren' zu kaufen gesucht. Off, u. 06059 a. d. Exp. 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