kM.5O üun«. Cfjnten lieg* bei den Schularbeiten lllg geprüfte, eriahrene 'SefL Offerten unter bie fopebition d. Bl. r(18 20,' ition d. w 61s*: •äsS? time »rau einpLiidjun Puyelu^alllochr.LSL. Lamstag morg«M auner Dacistoa tM itf.tr 8366 Mlli# icht-Lraukeu teilt un- icymihwasihrertiebeni iad) jahrelangen, gräH djmerjen lofort l'inbed 'nadjfuqerßeiivoü'l Teilung btadjte. [76971 Griioinger. Kinnen,J rsheimechr. SfaAL | Ä RW- ifaluoien des Hotel Ein- ter«,©ein« Kollegzimmer, ■aalte.) finb an tautions- Sitt unter günstigen Bk' en F »«pachten. :d tu erfragen W»« M des SlatttS. Jg? ,«■ rurnhallc.' , „M1n Sßorjeiguttg * nut (w .«arte ^gnügung^ nietttiu tsfär* lends «i- H eriergi# „ ^aalbalt 9sette ®«Iten)\ r Maiek E, agtt|( WS.. Nr. 5864 vrfchetnß täglich außer Sonntags. Dem G »ebener Anzeiger werden tm Wechsel mit dem hessischen Landwirt die Eichener Kamillen- blätter viermal in der Woche bergelegt. NolaUon-drvck n. Verlag bei VrÜhl schen Univech-Buch- »».Stein» btuctetei (Pietsch tirtben) tRtixiftlun, ErpediNo» und Druckerei: Schnlstratze ?. Ilbrefje für Deveschenr Anzeiger (Sieben. Aerniprechantchtuß Vit. 51. Dienstag 10, November 1SV3 Erstes Blatt 153. Jahrgang GietzenerAnzeiger General-Anzeiger Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen Ve-ngSprelSr monatl,ch75Ps^ oierteb jährlich Mk. 2.20; durch Abhole-» u. Zweigstellen monatlich 65 Ps.; durch die Post Ack. 2.—viertel» sährl. auSschl. Bestellg. Annaymr von Anzeigen für Oie Lagesnummer bis vormittags 10 Uhr. ZeUenprriS: total 12 Pl^ auSevärtS 20 Psg. ttStM«!werlltdb *ftr der» ih>IÜ. and allgem» teil. P. vLitik». für »Stadl unO üanb* und -GenchtSsaal*. August Götz, füi Den Anzeigenteil । Pan 4 Beck. Bekanntmachung. Wegen Vornahme von Kanalisationsarbeiten wird die Wettergasse von heute an bis auf weiteres für den Fuhr- .wecks- und Fahrradverkehr gesperrt. Gießen, den 10. November 1903. Großherzogliches Volizeiamt Gießen. Hechler. Die Krankheit des Kaisers. Hebet die Vorgeschichte und den Verlauf des Leidens des Kaisers meldet man solgende Einzelheiten: Der Kaiser litt schon vor Wochen an Unbequemlichkeiten im Halse. Eine Untersuchung gab das Vorhandensein eines gutartigen Polypen, dessen Entfernung opportun erschien. Daß die Operation nicht sofort, insbesondere nicht vor der Zusammenkunft mit dem Zaren erfolgte, ist darauf zurückzuführen, daß der Kaiser selbst den Aufschub an ot dnete, weil er „jetzt keineZeit habe". Der Kaiser habe während der Operation sowie vorher und nachher völlige Ruhe bewahrt. Er gab den strengen Befehl, daß rückhaltlos über den Charakter seines Leidens Aufklärung erfolgen solle und ferner, daß auch die Oefsentlichkeit sofort dem Befunde entsprechend verständigt werden solle. Der Geh. Medizinalrat Bros. Orth, der Leiter der pathologischen Anatomie an der Berliner Universität, der aus Befehl des Kaisers die mikroskopische Untersuchung des entfernten Polyp ausführte, äußerte sich dahin, daß auch nicht der leiseste Verdacht für eine irgendwie bedenkliche Bildung vorliege. Es handle sich um eine Erscheinung, die sich bei Personen, welche, wie dssr Kaiser, oft sprechen, häufig vorsinde. Derartige Bildungen müßten entfernt werden, weil sie hinderlich seien. Geheimrat Orth glaubt sagen zu können, daß der Kaiser bereits in etwa 8 Tagen wieder im Vollbesitz seiner Stimme sein werde. Wie „W. T. B." von verläßlicher Seite erfährt, ist das Befinden des Kaisers auch weiter durchaus zufriedenstellend. Der Kaiser arbeitete am Montag längere Zeit mit dem diensttuenden General ä la suite v. LÄven- fcld. An den König von England richtete der Kaiser zu dessen Geburtstage ein längeres Glückwunschtelegrarnnr. Zu heute (Dienstag) sind zu Vorträgen bestellt der Chef des Militärkabinetts, der Chef des Admiral stab es und der Chef des Marinekabinetts. Aus London wird gemeldet: In einer Ansprache, die der Lord ob errichtet Alv erftonc bei dem Empfang des Lordmayors im Gerichts gebäude hielt, berührte er die Erkrankung des deutschen Kaisers und sagte, er fühle sich gedrängt, der Dankbarkeit Ausdruck zu geben, welche er über die Nachricht empfinde, daß das Befinden des der englischen Königs- samilie eng verbundenen Monarchien günstig sei. — Anläßlich der an Kaiser Wilhelm vorgenommenen Operation schreibt der „Globe": Das englische Volk erfuhr mit nicht minder großer Ueberraschung wie das deutsche, daß der Kaiser sich einer Operation unterzogen hat. Der Kaiser hätte infolge der ihm eigentümlichen Selbstbeherrschung weder durch, Worte noch durch Taten das Vorhandensein irgend einer Ursache zur Besorgnis verraten. Es sei für die königlichen Verwcudten in England und für das allgemeine Publikum beruhigend, zu hören, daß das Befinden des Kranken so gut sei, wie man nur hoffen könne. Alle Klassen der Bevölkerung brächten der Kaiserin und der kaiserlich,en Fanrilie, sowie dem deutschen Volke große Tctt- nahme entgegen. — Die „St. James Gazette" sagt: Wenn es, von unserem König abgesehen, einen Monarchen gibt, für den das englische Volk aufrichtige, umvandelbare Ächtung und Zuneigung hegt, ist es der deutsche Kaiser. Die Nachrichten über die Operation werden daher in England mit tiefstem Bedauern und wirklich besorgter ehrerbietiger Teilnahme aufgenontmen. Das Blatt wünscht dem Kaiser baldige Genesung mrd chetont, daß das englische Volk diesen Wunsch teile. — Auch die „Westm. Gazette" hebt hervor, daß jedermann in England die Nachrichten ans Berlin mit größter Teilnahme verfolge und dem Kaiser rasche und völlige Wiederherstellung wünsche. Aehnlich sprechen sich zahlreiche österreichische Blätter «ns: Wien, 10. Nov. Man erfährt aus Hofkreisen, daß Kaiser Franz Josef nach dem vor einigen Wochen stattgehabten Besuch Kaiser Wilhelms in Wien zu seiner Umgebung Besorgnisse über das Aussehen und die schon damals wahrnehmbare Heiserkeit seines Gastes äußerte. Man setzte indes diese Erscheinungen aus Rechnung des Aufenthaltes Kaiser Wilhelms in dem sumpfigen Jagdgebiet von Bellye. Kopenhagen, 10. 'Nov. Die Nachricht, daß Kaiser Wilhelm sich einer Operation unterzogen habe, veranlaßte trotz, der telegraphischen.beruhigenden Versicherungen allerlei Vermurungen. Ueberall hörte man nur Ausdrücke der aufrichtigen Teilnahme. Hervorragende Kopenhagener Aerzte erklärten jedoch sofort, daß die vorliegenden Nachrichten keinen Grund zu einer Beunruhigung enthielten. Von ärztlicher Seitewirdunsg^schrieben: Tie Stimmlippenpolypen sind kleine Knötchen, die oft am freien Rande der Stimmbänder sitzen, sie rönnen die Größe von Erbsen oder Bohnen erreichen; in pathologisch- anatomischer Hinsicht sind sie verwandt mit den sehr häufig vorlommenden Nastnpolypen und nehmen wie 'diese eine Mittelstellung zwstchcm Entzündung und Geschwulst ein. Ihre Farbe i ^gewöhnlich, weiß oder auch rötlich, sehr häufig erfolgen Blutungen in dieselben hinein, dann wird ihre Farbe dunkelrot oder braunrot. Prof. Rtoritz Schmidt in Frankfurt, der Operateur des Kaisers, gibt der Meinung Ausdruck, daß die Bildung dieser einfachen Polypen durch einen falschen Ansatz der Stimme, durch das Pressen sehr begünstigt werde. Man beobachte aus dem gleichen Grunde bei Sängern oft Rückfälle, während man durch llmschulung der Gesangsweise ost im stände sei, solche zu verhindern. Stimmlippenpolypen treten aber oft auch bei Personen auf, die ihre Stimme gar nicht überanstrengen, sogar vielfach bei Kindern, bei welchen sie später von selbst wieder verschwinden. — Sie Symptome, welche die Stimmlippenpolypen machen, sind abhängig von ihrer Größe und ihrer Ausdehnung, meist handelt es sich um Störungen der Stimmbildung, oft machen sie auch gar keine Erscheinungen, Schmerzen und Schlingbeschwerden bestehen niemals. Tie Polypen haben ihren Sitz am häufigsten an den Stimmbändern und zwar am freien Rande derselben; über chre Gestalt und ihr Aussehen giebt die Untersuchung mit dem Kehlkopfspiegel Aufschluß. Da das Erkennen, ob es sich um eine gutartige oder bösartige Neubildung handelt, manchmal Schwierigkeiten macht, so muß im Zweifelsfalle ein Stückchen der Geschwulst ausgeschnitten,und mikroskopisch untersucht werden. Kehlkopfpolypen gehören durchweg zu den harmlosen Erkrankungen, denn ihre Entfernung geschieht, dank der überaus fortgeschrittenen Zlunst der spezialisten, vom Kehlkopfe aus; die Prognose ist um so günstiger, je kleiner die Geschwülste sind, weil die Entfernung in der Regel ohne jede weitere Verletzung vorgenommen werden kann. Wenn sis vollständig entfernt sind, so kommen Rückfälle höchst s e l t e n zur Beobachtung; unter diesen Umständen hat solche Prbs. Schmidt bei der großen Anzahl der von ihm behandelten Fülle überhaupt nicht gesehen. Von großer Bedeutung ist die Frage, ob gutartige Geschwülste des Kehlkopfes sich in bösartige umwandeln können. Da dies bei den Geschwülsten der äußeren Haut nachgewiesen ist — hat man doch aus Warzen Krebsgeschwülste hervorgehen sehen! — so wäre die Wahrscheinlichkeit nicht von vornherein von der Hand zu weisen. Man hat sogar behauptet, daß gerade nach Operationen im Kehlkopf infolge des durch dieselben gesetzten Reizes dieser Vorgang beschleunigt werde. Turch, Sammelforschungen ist nun aber sestgestellt worden, daß allerdings ein Uebergang von gutartigen Geschwülsten in bösartige vorkommen rann, daß dieses Ereignis jedoch au ß er st selten eintritt. Daß durch Eingriffe im Kehlkopf dieser Uebergang verschuldet wurde, davon hat man überhaupt keinen positiven Beweis erhalten. Was die Entfernung der Stimünlippenpochpen anlangt, so können dieselben durch Einblasungen und Aetzungen behandelt werden. Am sichersten geschieht aber ihre Entjernmrg nach Moritz Schmidt durch ixe Wegnahme mit der Zange. Wie alle operativen Eingriffe, so verlangt auch dieser eine sichere und geübte Haird des Operateurs und ruhiges Verhalten und Entgegenkommen des Patienten. Eine allgemeine Chloroformnarkose ist bei derartigen Operationen nicht anwendbar, doch hat rnan jetzt in dem Cooain ein vorzügliches Mittel der lokalen Betäubung; durch Einpin selung einer 15 bis 20prozentigen Lösung wird der Kehlkopf unempfindlick) und man kanrt jetzt eine Operation in einer Sitzmrg beendigen, zu welcher man früher LLochen und Aionate gebrauchte. In der Nachbehandlung muß der Patient sich so lange des Gebrauches der Stimme enthalten, bis die Heilung vorüber ist. Er darf in dieser Zeit mit seiner Umgebung nur schriftlich verkehren. Durch lokale Anwendung geeigneter Arzneimittel kann übrigens die Heilung beschleunigt werden. Geh. Rat Prof. Tr. Ntoritz Schmidt in Frankfurt, der die Operation am Kaiser voruuhm, ist bekunntlich einer unserer ersten Kehlkopfspezialisten. Er war unter jenen Aerzten, die eürst an das KrankOrlager des nachmaligen Kaisers Friedrich nach San Remo berufen wurden, und er yar jenen Bericht mitunterzeichnet, durch welchen zum erstennral' die wahre 9tatur des Leidens gmtlich festgestellt wurde. Dieser Umstand ist unseres Erachtens geeignet, heute die Gemüter zrr beruhigen. Wir dürfen annehmen, daß, wenn zu ernstlicherer Besorgnis Anlaß vorhanden sein sollte, dem Geh. Rat Dr. Schmidt dies nicht entgangen wäre, und daß weder er noch die mitunterzeichnenden Aerzte sich dazu verstün.'den, die Wahrheit zu verschleiern. • • Das letzte Telegramm lautet: Neues Palais, 10. Nov. Das Bulletin von henke vormittag lautet: Die langsame Besserung im Aussehen der linken Stimmlippe hatt au. Der Kaiser nimmt heute morgen wieder seinen gewohnten Spaziergang im Freteu auf. Votitische Tagesschau. Ersparuissr in den Kolonien. Der frühere Gouverneur von Teutsch-Ostafrika, Generals major Lieb ert, hat einen Artikel über Ersparnisse in der Kolonialverwaltung veröfferrtlicht, der mit Recht einiges Auslehen erregt. General Liebert faßte seine Vorschläge für eine sparsame Gestaltung der Verwaltung in folgenden Grundsätzen zusammetr: „1. Marr dezentralisiere von oben nach unten, vermindere das Schreibwesen, die Berichterstattung über alles und jedes, man vereinfache das verzwickte Ab- rechnungswefen — und es würde ein Teil der Beamten in Berlin und in den Gouvernementsbueraus überflüssig. 2. Man führe, wo irgend angängig, Z i v i l v e r tv a l r - u n g ein. 3. Alan vermindere oder st r e i ch e ganz den Bauetat, der bedentliche Summeu verschlingt. Ich habe als Gouverneur vergeblich gegen die Prachtbauten angekämpst. 4. Mmr versuche an den allerDeutsches Keich. Berlin, 9. Nov. Me Vereidigung der Rekruten der Garnisonen Berlin, Spandau, Charlottenburg und Groß- Lichterfelde wird am 20. November im Beisein des K a i s e r s im Lustgarten vor dem Königlichen Schlosse stattsinden. — Der „Nationalztg.^ wird zuverlässig bestätigt, daß entgegen der in den letzten Tagen verbreiteten Nachricht, eine neue Militärvorlage nicht zu erwarten sei. Die Friedenspräsenzstärke bleibe e i n st w e i l e n die alte, und was tfuur ärmeren militärischen Gebieten an Reforrnen angebahnt ist, wird teils im Etat, teils in besonderen Vorlagen erscheinen. — Die Einberufung des K o l o n i a l r a t e s ist auf den 30. November in Aussicht genommen. — Aus St. Thomas wird gemeldet Kapitän z. S. Schieber habe den „Pancher" und die „Gazelle" nach St. dings sehr hohen Kosten der Schutztruppe Ersparnisse zu erzielen." Eine Vermcnderung der Kosten der Schutztruppe glaubt er berbeiführen zu können durch allmähliche Abstoßung der Sudanesen, die viel zu hoch bezahlt werden, durch Beseitigung der Stellung ihrer Offiziere, der Esfendi, ferner durch Verminderung der Zahl der Kompagnien der Schutztruppe oder Herabsetzung des Etats der Kompagnien, endlich durch Verminderung des europäisch,en Personals an Offizieren und Unteroffizieren. Er gibt zum Schlüsse dem Wunsche und der Hoffnung Ausdruck, daß es gelingen möge, ohne die Autorität des deutschen Gouverneurs zu beeinträchtigen und ohne die Ruhe des Landes zu gefährden, 500 uOO Mark an Verwaltungskosten zu sparen und diese Summe für den unbedingt notwendigen Eisenbcchnbau zu verwenden. Einige iuleresiante Aenßeruugeu des Papstes über die Lage der Katholiken in den wichtigsten Kulturstaaten sowie insbesondere über die religiös-politische Haltung Kaiser Wilhelms werden auf dem Umwege über Paris bekannt. Dem Matin-Redatteur Henri des Houx gegenüber äußerte der Papst, die Katholiken Deutschlands und der Vereinigtert Staaten befänden sich weit besser, als die jen erLänd er, in denen, wie in Spanien, Frankreich und Oesterreich, die Katholiken die überwiegende Majorität bilden. Vom Kaiser Wilhelm sagte der Papst: Die katholikenfreundliche Haltung dieses Monarchen ist zielbe- wu ß t. Was der Kaiser anstrebt, ist lediglich das Wohl des von ihm weise geleiteten Staates. Die Interessen der Dynastie und des Volkes hängen innig zusammen. Der Fanatismus der Sekte hat keine Macht über Kaiser Wilhelm. Tie Katholiken in den alten katholischen Ländern, besonders in Frankreich haben harte Prüfungen zu erdulden. Tie französische Politik ist wahrhaft gottesschän- derisch geworden. Es wäre aber unrichtig, die republikanische Staatseinriästung dafür verantwortlich zu machen; es hat auch schon sehr schlechte Könige und Kaiser gegeben. Studeuteukämpse in Wien. Jähr für Jahr kourmt es in den Vlovembertagen auf der Wiener Universität zu regelrechten Kämpfen zwischen d kst t s ch n a t i o n a l e n und jüdischen Studenten einerseits, katholischen Studenten cutdererfeits. Diesmal war die Vivisektionsdebatte im uiederöstreichischen Landtag Anlaß. Am Freitag verteilten jüdische und deutsch- nationale Studenten Zettel mit der Inschrift: „Kommilitonen, erscheinet zahlreich beiur morgigen Bummel, gedenket des Lmrdtages!" Der Rektor machte daraufhin einen Anschlag, in welchem er in Erinnerung brachte, daß die Benutzung des Bummelplatzes ein althergebrachtes Recht der farüentragenden Korporationen uirp den nicht farbentragenden Studertten das Betreten des Bummelplatzes verboten sei. Samstag 1/2I2 Uhr zogen die katholischen Verbindungen Noriea, Arrstria, Rudolfina, Kürnberg und Nordgau ohne Störung auf. Doch bald war ihr Bummelplatz von Hurrderten jüdischer und deutschnationaler Studenten gefüllt. Als die katholischen Strrdenten nach Beendigung des Bummels die Universität verlassen wollten, wurden sie mit Pfeifen und stürmischen Rufen, wie: „Pfaffen- hunde",^..„klerikale Schweinehunde", usw. em- pfangerr, und nach alter Gewohnhett begann ein regelrechter Kampf. Die katholischen Korporationen faßten bei der Rektoratsstiege Postv und hielten dort anderthalb Stunden lang 5em Ansturm stand, wobei ztvei steinerne Ballustraden der Stiegen in Trümmer gingen. Der Rektor versuckste vergebens die Ruhe wiederherzustellen. In Pfui- und Abzugrufen gingen seine Worte unter, nur einzelne Sätze waren vernehmbar, so der Zuruf: ,^JHr Benehmen ist das von Tumultuanten und nicht das von akademischen Jüngern!" Auch der Hochschulausschuß, der die nationalen Verbindungen vertritt, versuchte vergebens Ruhe zu schaffen. Man rief ihn: zu: „Klerikale 5^andlanger." Endliche foiuite sich ein Mitglied dieses nationalen Ausschusses vernehmbar rnachen; er forderte die deutsche Studentenschaft auf, nicht an der Sette der Juden zu demonstrieren. ©in Teil der deutsche-nationalen Studenten folgte der Aufforderung, urrd nun konnten die katholischen Stu- dentert in vollen Farben durch die Aula abziehen. Alle Versuche, abermals ein Handgemenge herbeizuführen, wurden von den nationalen Zwuleursrudenten entschreden unterdrückt. Auf der Straße begleiteten Hunderte von Studenten die äbziehenden katholischen Verbindungen und wollten danrr vor dem Rathause demonstrieren, woran sie aber von der Polizei gehindert wurden. demotraten deS W<ü-lkreises Frankfurt a. O.-Lcbus wurde ^nutatich S»a irxi i rhi£ t rr. *5>r. Stalin als Nelgun Donrrn gv, wo deursche Interessen gefährdet überreichen lassen. Washington, 9. Nov. Der diplomansche Agent der Regierung von Panama, Bunau-VariÜa, hatte gestern eine Besprechung mit Staatssekretär Hay. Der finanzielle Teil des Vertrages, über welchen .zu verhandeln Bunau-Varilla Vollmacht hat, ist ähnlich dem entsprechenden Tell des Hay- Herran-Vertrages, aber die Bestimmungen betreffend die Souveränetät der Vereinigten Staaten über den Landstreifen, den der Panama-Kanal durchschneiden wird, sind bestimmter und einfacher. New-Dork, 9. Nov. Der hiesige kolumbische Konsul Brigard erklärte, Kolumbien werde eine Kommission nach Deutschland senden, um sich gegen Landkonzessioncn unweit Panama unter deutsches Protektorat zu stellen. das Verhalten des soz. bttichstagsaibg. Dr. Braun als völlig korrekt bezeichnet und iljm das Vertrauen seiner Wähler dadurch ausgesprochen, daß man ihn als Kandidaten für die Land tags wähl im Kreise Frankfurt a. O.- Lebus aufstellte. ________ Forbach und die hier erlangte Mißstände in das Gegenteil umgeschlagen, er habe deshalb seine Entlassung im Juli dieses Jahres beantragt. Den Roman will er als P h a n t a j i e g e b i l d e ausgefaßt haben, wenn es auch naheliegender sei, daß man Geschehnisse, die man selbst erlebt habe, schildere. Es habe ihm aber fern gelegen, Personen in Forbach zu beleidigen. Er habe alles getan, um d i e Verbreitung des Roinans von Forbach und Lothringen fernzuhalten. Der Verhandlungsleiter macht Bilse darauf aufmerksam, daß in dem mit Beschlag belegten Manuskript des Romans der Oberst von Kronau, welcher angeblich den Major Fuchs bezeichnen soll, zuerst Renard von Voß geheißen hat, und daß die anderen Offiziere dadurch gekennzeichnet gewesen wären, daß ihre Vornamen umgestaltet gewesen sein sollten usw. Bilse bleibt dabei, daß das Suchen nach Namen Phantasiesache sei. Mitarbeiter will Bilse nicht gehabt haben, wenn er auch zugibt, mit Rittnieister Bandel, und zuerst nur mit diesem, eng befreundet gewesen zu sein. Auf die Frage, ob Frau Rittmeister Ey auf den Major Fuchs Einfluß ausgeübt habe, erklärt der Angeklagte, daß er auf den Wahrheitsbeweis verzichtet habe; sein Roman beziehe sich nicht auf bestimmte Personen. Der Anklagevertreter erhebt nunmehr die Anklage gegen den Leutnant Bilse erstens wegen Vertriebs von Schriften, welche Offiziere des 16. Trainbataillons beleidigt haben, zweitens wegen VerbreitungvonMißvergnügenunterKame- r a d e n , drittens wegen Ungehorsams gegen die kaiser- Leutnant ZLuse vor dem Kriegsgericht. Metz, 3. Nov. Vor dem Kriegsgericht der 33. Division begann heute die Verhandlung gegen den Verfasser des Romans .,A u s einer kleinen Garnison", Leutnant B i l s e. vom 16. Trainbataillon in Forbach. Als Zeugen erscheinen fast sämtliche Offiziere des 16. Trainbataillons aus Forbach, sowie einige Forbacher Zivilisten, und als einzige Vertreterin des schönen Geschlechts das Dienstmädchen eines Offiziers. Der Angeklagte wird von einem Offizier hereingesührt, er ist in Uniform und macht horsccmsverweigerung will er gesprächsweise erfahren haben. Auf die Frage, ob ihm der Verkehr mit Rittmeister Bandel nicht verboten worden sei, erwiderte der Angeklagte, zu einem solchen Verbot habe niemand ein Recht, doch wurde mir gesagt, der Verkehr werde ungern gesehen. Jubezug aus die tgl. Ordre vom 23. Januar 1897, welche die schriftstellerischen Arbeiten der Offiziere regelt, meint der Angeklagte, er hätte diese Ordre nur aus rein militärische oder dienstliche Schrif t en bezogen. Taraus stellt der Anklagevertrerer den Antrag aus Ausschluß der O e s f e n 11 i ch k e i t. Der Antrag wird unter Vorbehalt späterer Ausschließmachen. „ Wegen des Verdachtes, gegen den Bulgaren fürsten ein Komplott geplant zu haben, wurden in Provinzstädten stationierte Offiziere verhaftet. In offiziellen bulgarischen Kreisen wird jedoch behauptet, daß die Verhaftungen deshalb erfolgt seien, weil die betreffenden Offiziere bei den Wahlen nicht gegen die Bevölkerung einschreiten wollten. abg.es arrdt. Fr an kfurt a. O., 9. Nov. In der geftern in Plattkow ab ae halt en en Vertrauensmännerversammlung der Sozral- .._.,chis, welche geflohen waren. Aus dem Untersuchungsverfahren gegen den verhafteten serbischen Oberst Jankowitsch wird bekannt gegeben, daß unter dessen Papieren und den mit den Offizieren der Rischer Garnison gewechselten Briefen ein vollständiger Plan zur Neubildung der Regierung und der Heeresleitung gefunden sei. König Peter sollte dabei, falls er sich widersetze, vorübergehend gefangen gehalten werden. —- Das kann wahr sein, es kann aber auch von den Königs- mördern nur erfunden sein, um die Gegner unschädlich zu Neues vom Kalkan. Die Kampfe in Mazedonien haben immer noch nicht aufgehört. Ein Bandenkamps fand am 30. Oktober bei der Bahnstation Gratschko im Kreise Köprülü statt. Hierbei wurden vier Komitadjchis, bei welchen Bomben vorgefunden wurden, getötet. Am Sonntag früh schlossen Komitatschis das griechische Dorf Zirnorva im Distrikt Nevrokop, Wilajet Ausland. London, 10. Nov. Premierminister Balfour hat wieder einmal eine große Rede gehalten. Er schätzte sich glücklich, daß nichts in nachdrücklicherer Weise dazu beigetragen habe, den Völkern des Kontingents den Beweis von den guten Gesinnungen Englands ihnen gegenüber zu liefern, als die Reisen des Königs nach Portugal, Italien und Frankreich und die Besuche, welche die Vertreter dieser großen befreundeten Mächte in England machten oder zu machen beabsichtigten. Die Gefühle der Freundschaft Englands für alle Nachbarn jenseits des Kanals erkennen zu lassen, sei ein Werk, welches durch keinen Austausch von Mitteilungen der Kanzleien und durch kein von den Abgeordneten verfaßtes Schriftstück erreicht werden könne. Bezüglich der schiedsgerichtlichen Entscheidung in der Alaska- Grenzfrage sagte der Minister, wenn man auch den Wortlaut der Entscheidung bedauern könne, so dürfe man doch nicht vergessen, daß die Frage für alle Zukunft zwischen den beiden so eng verbundenen und verwandten Nationen endgiltig geordnet sei. Eine andere Gefahr, welche ihm, dem Redner, eine gewisse Besorgnis einflößte, beruhe in der Hinfälligkeit der orientalischen Völker. Diese Gefahr bedrohe Europa von Ostasien an bis Westafrika. Es gebe nichts mächtigeres, was man dieser Gefahr entgegenstellen könne, als die unaufhörlich wachsende Empfindung unter den europäischen Nationen, daß sie im Einklang miteinander arbeiten müßten unter Einwendung einer offenen und freimütigen Diplomatie. Man müsse den Geist wachsen sehen, der die Schiedsgerichtsverträge, wie sie zwischen England und Frankreich abgeschlossen wurden, eingegeben, den Geist, welcher jeder europäischen Regierung zum Bewußtsein bringe, daß sie ein Verbrechen begeht, wenn sie eine Nation in den Krieg treibt, und daß man Streitigkeiten Gerichten, gegen deren Entscheidung es ferne Berufung giebt, unterbreiten oder in aller Offenheit einen loyalen Meinungsaustausch herbeiführen muß, der das sicherste Mittel sei, ein Mißverständnis zu vermeiden. Madrid, 9. Nov. Wie gemeldet wird, kam es gestern beiden Gemeinderats-Wahlen in Bilbao und Pamplona zu Zusammenstößen, wobei von beiden Seiten Schüsse abgegeben wurden, ebenso in Malaga, wo verschiedene Personen verwundet wurden. In Rinconada (Provinz Sevilla) versuchte man, das Stadthaus in Brand zu setzen. Der Bürgermeister wurde dabei verwundet. Auch in Santander unb in der Provinz Cuenea fanden Ruhestörungen statt, wobei mehrere Personen verletzt wurden. Amtlichen Depeschen zufolge wurden Ruhestörungen in Santander dadurch veranlaßt, daß Anarchisten versuchten, das Jesuiten- kloster in Brand zu stecken. Bei dem Zusammenstoß wurde ein Kind erschossen. Der öffentlichen Gewalt gelang es, die Menge zu zerstreuen, ohne von den Waffen Gebrauch zu machen. Rom, 9. Nov. Der Papst hielt heute morgen das erste geheime Konsistorium ab und ernannte nach einer Ansprache den Staatssekretär Merry de Val uni) den Bischof von Padua, Callegari, zu K a r d i n ä l e n. In seiner im heutigen Konsistorium gehaltenen Ansprache führte der Papst aus, er habe vergebens versucht, auf das Pontifikat zu verzichten, aber indem er sich dem Willen Gottes unterwerfe, werde er sich bemühen, das ihm anoertraute Gut des Glaubens zum Heile aller zu bewahren. Notwendig sei, daß der Papst in der Negierung der Kirche frei und keinerMacht unterworfen sei. Demgemäß bedauere er, indem er sich seiner Pflicht und der Heiligkeit des Eides als Priester wohl bewußt sei, die sehr schwere Beleidigung, die der Kirche in dieser Beziehung widerfahren sei. Mailand, 9. Nov. „Corr, della Ser." erhält eine Mitteilung aus Venedig, dott seien seit einigen Tagen zahlreiche russische Polizeiagenten anwesend. Man vermutet, daß der Zar den König von Serbien in Venedig besuchen werde, insbesondere da General Bogdanowitsch in Bari äußerte, der Zar werde im nächsten Frühjahr nach Venedig oder Bari kommen, um die Leiche des russischen Nationalheiligen Nicolaus, die dort ruht, zu besuchen. Petersburg, 9. Nov. Man erzählt sich hier von einem zwischen dem Zaren Nikolaus und dessen Bruder, Großfürst Thronfolger Michael, bestehenden politischen Zwiespalt. Der Thronfolger habe während seines letzten Aufenthaltes in Süditalien mit bekannten politischen Persönlichkeiten wiederholt Unterhaltungen gepflogen, in denen er seine angeblich liberalen politischen Anschauungen offen ausgesprochen habe. Unter anderem habe er sich von einem italienischen Abgeordneten einen Entwurf für ein Gesetz zur Einführung der Rede- und Gedankenfreiheit ei« led)t «i Hw y f, Ld« lang^ 5;c| n>a^, bi aeivE' ZÄ. unb em & benWe, Veme zu b an den M daliegenden liche Mrku die Höhe r hin, daß brachen- . " Se ^richtet an Handlung i Modewarer ist, M i zutrehcnd. " Gr mr Anzeige Vereins vo tolonne bei Wir haben wie wertvl Hilse leiste das Unter Zwecke ft< finde. D findet Sc Aus Aiaül und Lanü. Gießen, den 10. November 1903. ** Ehrung. Dem Pfarrer an der Matthäusgemeinde unserer Stadt Georg Schlosser wurde heute, als an Luthers Geburtstag, von der theologischen Fakultät der Landesuniversität der Grad des theologischen Doktors ehrenhalber verliehen. Das Diplom, das der Dekan der Falultät, Prof. D. B a l d e n s p e r g e r persönlich überreichte, gedenkt harlptsächlich der Verdienste Schlossers um die Innere Mission. ^Personalien. S. K. H. der Großherzog haben den Vizewachtmeister und Trompeter im 2. Feld-Artillerie- Regiment Nr. 61 Hermann Scharf zum Kanzleidiener und Hausbeschließer bei dem Staatsministerium ernannt. — Der Vortragende Rat im Ministerium der Finanzen, Abteilung für Steuerwesen, Oberfinanzrat G l ä s s i n g wurde zum Mitglied der Zentralstelle für die Landesstatipik ernannt. — Der Hauswärter im nördlichen Kanzleigebäude zu Darmstadt Georg L u l e y wurde zum Kanzleidrener bei dem Ministerium des Innern ernannt. — Von S. Maj. dem Kaiser von Rußland wurde weiter die fletne silberne Medaille des Stanislausordens verliehen: den Schutzleuten Weitzel, Scheit, Lotz, Schwöbel, Gruß, Seipp, Dörr, Becker und D e n e ck e. ** Vortrag im deutschen und ö st r e i chtt s ch e n Alpenvereins. In der Sektion Gießen des d. u. östr. Alvenvereins sprach am letzten Sitzungsabend Professor De. Collin über feine Reise in No rw egen. Tie. Rerse war so angelegt, daß sie einen Ueberblick über das gewähren konnte, was das Land am meisten charakterisiert: das Atter mit seinen Schären und seiner Steilküste, die sich am eigenartigsten im Nordland ausprägen; dann die tief einschneidenden Fjords mit den jäh abfallenden Plateaustürzen, den zahllosen Wasserfällen mrd ausgedehnten^ Firn- und Gletschergebieten; ferner das hohe Fjeld, die Hochgebirgsebene, und endlich von Städten die alte und die neue Hauptstadt: Drontheim und Christiania. — Die Reise ging von Kiel über Korsör nach Kopenhagen, dann über L,roll- hättan, wo die berühmten Wasserfälle besichtigt wurden, nach Christiania. Von hier wurde nach 1/stündiger Eisenbahnfahrt Drontheim erreicht mit seinem herrlichen Dom, an dessen Wiederherstellung eifrig gearbeitet wird. Drontheim war der Ausgangspunkt snr die bis Tromsö (69 Grad 38 Mim nördl. Br.) ausgedehitte Nordlandfahrt. Sie führt durch den „Schärenhof", den sausende von Inseln bilden, ost sind es nur kleine Felsbvocken, dann lvieder gewaltige^ Wände, die unmittelbar aus dem £D$ean aufsteigen, meist in bizarrsten Kronen gegliedert. Am Abend des zweiten Tages tauchten die Lofoten auf, gleich einer zinnengettönten Festung sich aus dem Meere erhebend. Der Aufenthalt des Dampfers wurde dazu benutzr, die ^njel Sw 0 lwaer zu bejuchen. Am nächsten Morgen traf das Schiff in Tromsö ein. Nachmittags wurde ein Ausflug in das Lappenlager gemacht, das sich unweit der Stadt in einem Bor giesset bejiihDet. Die Nacht war noch so hell, daß mau mm 12 Uhr von einem Höhepunkt aus eine weite Aussicht auf schneebedeckte Bergzinnen genoß. Die Rückfahrt nach Drontheim war mehr vom Wetter begünstigt, als die S<>cinirei).e. Vieles, was damals liebel verdeckt hatten, bot sich jetzt in der wunderbar scharfen Beleuchtung des Nordens, in die lebhaftesten Farben getaucht, dem Blicke dar, so das rot überhauchte Schnee seid Swar tisen, das sich bis dicht an die Küste erstreckt, und die Hefter and ö (Reiterin, ech, die die Gestalt eines riesigen ins Meer sprengenden Reiters darstellt. Gegen abend aber bildeten sich wieder Nebel. In der Nacht sttandete die „Asträa" nicht weit von dem seltsam geformten Felsen Toog hatten (Marlthut) amf einer Schäre. Die Passagiere wurden von vorüber,ährenden Schissen ausgenommeii; verspätet trafen sie am andern Abend in Drontheim ein. Darauf wurde die Küstenfahrt fortgesetzt, um einen Elugangspuntt ins Innere zu gewinnen. Sie führte über Chrift ian s und, Molde, Aa 1 esund zu den Fjorden der Westküste. Bericht wurden der Gjvruudchord und sein Arm, der malerische Norangsjord. Von Oie am bttrangfjord ging es dann nut dein Norwegen eigentümlichen Bauern- wagen, der „Stolkjäore" (Stuhlwagen) nach Vis na es im ung abgetehnt. Es folgt darauf die Zeugenvernehmung. Zeuge Apotheker Tresen: Major Fuchs hatte den Offizieren vertraulich mein Haus verboten, weil meine Frau sich über die Offiziere schlecht geäußert haben sollte. Zuwiderhandelnde Offiziere wurden mit Stube narre ft belegt. Ich sandte dem Major den Stabsarzt Dr. Pollack, um eine Austlärung zu fordern, event. um ihn znm Duell zu fordern. Hierauf wurde aufgellärt, daß es sich um em Damengeschwätz handle. Der Aiajor nahm das Verbot unter dem Ausdruck des Bedauerns zurück. Bilse: Major Fuchs wurde vom Zivil nicht gerade geschnitten, aber er war wenig beliebt und nicht besucht. Tie Offiziere in Forbach benennen sich untereinander aus Ult mit Romannamen. zahlreicher Jahre per Herr Johl der die bi niaty ha/, schen Elsenl hiesige Wir geMenhaft uba by F Ut gegenüber jenseits dr bahnaktier Preis do: liegenden Basalt ent Basaltschot die schönste sind eine g arbeit gefui r. Eb Beteiligung Trabe g eine kleine ; tab wahrs Folgen nun g. ®ri Gestern aber iu Streit, n Wiermann die Schläfe Port zuin Ai Met ein. OUlr "onnnene S1 ^itunq f »or -wlAlz Speiet 7 in de? -'N bei, °" Berlin nannten 9,egen de» n r*te, t Ql,=i 3ntecef. “"b'9eh x I-tzt ei» v Sä liche Verordnung, die die Veröffentlichung von Schriften ohne vorherige Genehmigung verbietet. (§ 91 Abs. 1 und 2 und § 92 des Militärstrafgesetzbuches, § 73 und 185 des Strafgesetzbuches.) Der Anklagevertreter beantragt Verlesung des Romans. Der Gerichtshof beschließt demgemäß die Verlesung. Ter Vertreter der Anklage richtete an den Angeklagten einige Fragen, welche Fam ili e n ve r h äl tnis s e ihn zum erstenmal zum Abschied veranlaßten. Es waren nach ferner Aussage nicht finanzielle UnAuträglichkeiten, wie das Gerücht ging, sondern Familienverhältnifse' Angeklagter will in Zukunft die Malerakademie in Ber Nn besuchen. Seine noch etwa 2000 Mk. betragenden Schulden will er tilgen ohne Hilfe des Vaters, mit dem er sich überworfen habe. Er hätte zwar große Ausgaben für Bücher gehabt, ein Pferd habe er nicht besessen, wie von der Anklage behauptet wird, und ein Automobil nur geliehen. Die im Buche vorkommeiiden Unregelmäßigkeiten mit Futtergeldern und einer im Stalle bärge io mm en en Ge- gesprächsweise erfahren haben, ierkehr mit Rittmeister Bandel den Eindruck eines intelligenten Dienschen. Nachdem vom Verhandlungsleiter die Zusammensetzung des Gerichts bekannt gegeben ist, beginnt die Vernehm- ung des Angeklagten. Er gibt an, Oswald Bilse zu heißen, und ist 1878 in Kirn a. d. Nahe geboren, wo sein Vater als Philologe tätig war. Er sei aus Neigung Offizier geworden, habe das Gymnasium absolviert, sei 1896 in das Trainbataillon Nr. 11 eingetreten und (et 1898 Leutnant. Er ist einmal mit drei Tagen Stubenarrest disziplinarisch, ein andermal wegen Widerrede gegen einen Vorgesetzten mit acht Tagen Stubenarrest gerichtlich bestraft. Die anfängliche g zum Offizierdienst sei durch seine Versetzung nach md die hier erlangte Erkenntnis vieler Major Fuchs fühlt sich durch den Roman als „Oberst von Gronau" betroffen. Von einer Tuellforderung ift feine Rede gewesen. Der Zeuge erzälflt auch den Vorfall mit dem anfgefundenen Rendez-vous-Bnes, infolgede,sen sich die Leutnants Block und Edler geschossen hatten, aber ohne Erfolg. Sie wurden mit Festung bestraft. Der Einfluß der Frau Rittmeister Ey (sie heißt im Roman Frau Starte), mit der meine Frau und ich. freundschaftlich verkehren, auf meine dienstlichen Anordnungen existiert nicht. Ter Leichtsinn einiger Offiziere veranlaßte mich, die Fahrten der Offiziere, darunter auch die Bises, nach Saarbrücken zu kontrollieren. Zuwiderhandelnde wurden bestraft. Tie Herren hatten 600 bis 700 Mark Schutt)en beim Kasino. Ich. habe sie ermahnt, zu bezahlen Jetzt, sind die Herren olider geworden. Zu großen Ausgaben für Bowlen habe ich niemanden verleitet. Ich setzte stets gute Bowlen an, die etwa 2 Mk. auf den Kopf kosteten. Die Reitstmiden der Frau Ey habe ich^ untersagt und nicht geduldet, wie der Roman besagt. Von dem Vorleben der Frau Ey, die vor der Ehe eine Pension hielt, ift mir Nachteiliges nicht bekannt geworden. Auch über oie ehelichen Svenen in der Familie des Oberleutnants Koch (im Roman Leimann) ist dem Zeugen nichts bekannt. Die Frau ist inzwischen gestorben. üioch har den Abschied eingereicht. Er ift körperlich gut beschrieben, aber am „heulenden Elend" leibet er nicht. Mit Bezug latuf Leutnant Witte (im Roman Borger!) sagt der Zeuge, dieser habe viele Schulden. Frau Koch war schön, Witte tanzte gern mit ihr und machte ihr den Hof, aber in allen Ehren. Beide Familien woynten in einem Hause. Tas Ehepaar Edler wuroe geschieden, weit belannt ivurde, daß u. a. Leutnant Block (im bioinan Kolberg) mit Frau Edler von 5 bis abends 11 Uhr im Walde war. Tie Führungszeugnisse über Bilse behauptet Zeuge nach Pflicht uiid Gewissen abgegeben zu haben. Es laufen immer noch Rechnungen für Bil^e ein. Er taufte viel alte Schränke und Koinmoden auf den Dörfern, was Zeuge nicht recht verstehen tarnt. Der Angeklagte sagt, die Pfändung komme nur von seiner Verhaftung. Major Fuchs sagt ferner aus: Rittmeister Bandel wollte in Gesellschaft immer der erste jein und verfeindete fick) mit vielen Kameraden. Bilse verkehrte eng. mit ihm. Der Zeuge vermutete, daß Bandel an der Abfassung des Buck)es beteiligt war. Der Anklagevertreter: Rittmeister Battdel hat Zeuge Major Fuchs als vermutlichen Versajser des Buches bezeichnet. Fuchs^ Keine Idee, ich werde mich doch nicht selbst beleidigen. Aw zec^e gegen Bckse hat Wäre im Verein mit Koch veranlaßt. Bon bv\.i Buch |uiu 15u Exemplare in Forbach verbreitet. , Salonck em, griffen die Einwohner während des Gottesdienstes an und töteten vier, darunter den Schullehrer. Die Eimoohner setzten sich zur Wehr und töteten vier Komitatschis. Eine Abteilung Soldaten verfolgte die anderen l Teficphomscher Kursbericht (Oberh. Ztg.) event. weitere Fälle auf dem Gute. Tendenz: ruhig. 3v/q Mexikaner 4,/2z7q Chinesen . Electric. bcLuckert Nordd. Lloyd . . Kreditaktien . . Diskonto-Kommandit Darmstädter Bank Dresdener Bank . Beniner Handelsges. Gestern Staatobahn Lombarden . , Gotthardbahn . . Laurai ütte . . . Bochum . . , » Harponer . . . 32.50 37.16 145 80 43.80 4130 4% Gestern Goldrente. . 4*/6% Gestern bilberrente 4% Ungar. Goldrente . . 4°/ Italien. Rente . . 4'1 2% Portugiesen . . . o°/ Portugiesen. . . . 1% C. Türken ... Türkenlose . ... 4% Grieoh. Monopol-Anl. 4li„% äussere Argenfiner Reichsanleihe do. Konsols . do . . Hessen Gberhessen . 26.50 . 91.20 . 113.75 . 105 00 . 211.30 . 194.80 . 143.30 . 155.50 . 163.00 . 143.40 . 18.30 190.50 . 237.50 . 187.25 . 201.20 37e% 3V//o ö‘/2% Eisenbahnwesen, drei Unterstützungslegate von jährlich 500 Wik. an bedürftige elternlose Studierende der Rechtswissenschaft aus den Provinzen Starkenburg oder Oberhessen zu vergeben. Zur Bewerbung um diese Legale mit Nachweis über die Qualifikation wird (vom 31. Okt. ab) eine Darmstadt, 9. Nov. Aus der Landrichter Dr. Müller- Stiftung zu Darmstadt sind durch das Großh. Ministe- *Berlirr,9. Nov. Heute früh zertrümmerten die im städtischen Obdach in der Fröbelstruße untergebrachten Mädchen unter großem Lärm sämtliche Fensterscheiben des dritten Stockes und warfen Schemel, Bücher und andere Gegenstände auf die Straße hinaus. Die Ordnung wurde erst durch den Hausmspektor und den Aufseher wieder hergestellt. * Berlin, 9. Nov. Die Arbeiterfrau Auguste Luck erkrankte gestern in ihrer Wohnung unter Vergiftungs-Erscheinungen und starb bald darauf. Es besteht der Verdacht, daß sie v o n i h r e m M a n n e, der vorläufig festgenommen wurde, vergiftet worden ist. * Genf, 9. Nov. Mehrere französische Blätter verbreiteten in einem aus München datierten Telegramm, die ehemalige Kr o n P r i n z e j s i n von Sachs en. Gräjm . 101.80 . 90.90 . 101.80 . 90.95 . 100 25 . 100.00 . 102.55 101.10 . 100.45 . 103.60 Frist von vier Wochen gesetzt. (N. H. Vbl.) K B. Darmstadt, 9. Nov. Für die Dauer des Aufenthaltes der russischen Kaisersanlilie in Hessen war von der Societe generale in St. Petersburg an die hiesige .Bank für Handel und Industrie" ein Kreditbrief in ganz außerordentlicher Höhe überwiesen worden. Wie wir hören, sind während der sechs Wochen des Aufenthaltes in Darmstadt, bezw. Wolfsgarten zur Kostenbestreckung für die persönlichen Bedürfnisse der Zarenfa milie n » D d e s Hofstaates etwa 2 6 0 0 0 0 Mark abgehoben worden. — Der Maler Professor Friedrich August K a u l - b a ch , der zur Anfertigung eines Bildnisses der 5t. a i s e r i n von Rußland hierher berufen war, ist gestern wieder nach München zurückgekehrt. Er hat nicht nur eine genaue Skizze und Portraitstudiem zu einem überlebensgroßen Gemälde der Kaiserin angefertigt,, sondern auch sämtliche vier kaiserliche P r i n z e s s i n e n p o r t r ä t i e r t, um in München nach den Entwürfen größere Oelgemälde auszu- sühren. Bei der letzten Sitzung der Kaiserin nn alten Palais wurden die Entwürfe des Meisters auf der Staffelei auch vom Zaren und dem Großherzog besichtigt, und fanden lebhafte Anerkennung. Griesheim, 8. Nov. Der Lokomotivführer Traser, welcher am vergangenen Dienstag im Verhör vor Gericht stand und seit Freitag morgen vermißt wird, beging Selbstmord und wurde heute im Walde erhängt aufgefunden. Am gleichen Tage soll die gerichtliche Zustellung eingetroffen fein, daß das Verfahren gegen Traser nieder- MjMMcn öer Rrdnktiim. (Anonyme An,ragen bleiben unberücksichtigt.) Cand. in R. Wenn Sie Ihrer T)iilitärpfhct)t noch nicht genügt haben, |o haben Sie bet der zuständigen Zwilbehörde ein Gcchch um Urlaubseiteilung nach dem Auslande eiuzureichen. Haben Sie aber bereits gedient, jo i|t der Bezirksseldwebel zu beuachrichllgeu. Dem Jost uulerivorsen sind u. a. in Oesterreich Tabak und Zigarren, Bücher und Papier. llnu'iiv itli'iviuuu’ii. OrrginaldraiiLmcldungcu des Gießener Anzeigers. Berlin, 10. Nov. In der Dorftirche zu Groß- Glienicke wurde in der vergangenen Nacht em Einbruch - d i eb stahl verübt. Die Diebe, die durch das Fenster ein» drangen, stahlen wertvolle Silbergeräte und beschädigten die Gegenstände, von denen sie sich keinen "Nutzen versprachen. Hamburg, 10. Nov. Oskar Blumenthals neues einaktiges Lustspiel „Wann wir altern" sand bei der Uraufführung im deutschen Schauspielhause lebhaften Beifall. Der Autor wurde wiederholt gerufen. Die zweite Uraufführung des Abends, das dreiaktige Schauspiel „Das heilige Leben", von Hennie Rache, befremdete anfangs durch das heikle Thema, brachte aber nach wirkungsvollem Schlußakt stärkeren Beifall. Königsberg i. Pr., 10. Nov. Hier sind 2 Personen unter dem Verdacht der Geher mbündeleiveryaftet worden. München, 10. Nov. Das Justizministerium suchte bei der Abgeordnetenkammer um die Ermächtigung zur Strafverfolgung wegen Beleidigung der Kammer nach. Es handelt sich um den Verkauf von Postkarten der hiesigen Händler mit gemeinen Darstellungen, die sich gegen die Zentrumspartei richten sollen. London, 10. Nov. Der Geburtstag des Königs wurde in aller Stille in Schloß Sandringham begangen. Paris, 10. Nov. In Montpellier wurde das Portal der Matthiaskirche mit Petroleum begossen und in Brand gesteckt. Der Feuerwehr gelang es, weiteren Schaden zu verhüten. Madrid, 9. Nov. Zu den Ruhestörungen bei den gestrigen Gemeinderatswahlen in Santander wird noch gemeldet, daß die Ruhestörer sich der Polizei widersetzten, mit den Waffen in der Hand Warenhäuser bestürmten, Barikaden errichteten, Petroleum gegen die Tore dor Passionistenkirch e gossen und Feuer an dieselbe legten, das nur mit Mühe gelöscht werden konnte. Außer dem Kinde, das, wie gemeldet, erschossen wurde, wurde ein Mann getötet. Mehrere andere Personen sind verletzt. Da die Regierung fürchtete, daß es bei dem Leichenbegängnis des Kindes zu neuen Kundgebungen kommen könne, verhängte sie über Santander den Belagerungszustand. Auch aus anderen Ortschaften werden Kundgebungen gemeldet. — Nach den letzten Feststellungen wurden bei den Gemeinderatswahlen 4009 Monarchisten, 975 Republikaner, 80 Carlisten und 61 Sozialisten gewählt. Budapest, 10. Nov. Auf dem Karlsring stürzte ein Teil eines großen mehrere hundert Jahre alten Gebäudes ein. Bisher wurden keine Opfer des Einsturzes gesunden, doch glaubt man, daß einige Menschen umgekommen sind. Petersburg, 10. Nov. In Wilna wurde ein Soldat des ö. Sapeurbatailtons standrechtlich erschossen, der einen Mordversuch gegen seinen Ko m - pugniechef verübte und ihn schwer verwundete. Venedig, 10. Nov. Zwischen Breseia und Mantua fand ein Zusammen st oß zweier Eisenbahnzüge statt, wobei 15 Personen verunglückten. Montignoso, stabe einen Selbstmordversuch gemacyr und ser überhaupt nicht mehr b e i t l a r e m V e r st a n d e. Demgegenüber stellt die „Schweizerische Depe,chen-ckgentur fest, daß der Anwalt der Gräfin, Advokat Lachenal, Montag orieslich Mitteilungen von Schloß Ronno (Departement Rstone) erhielt, aus denen hervorgeht, daß seine immer noch dort weilende Klientin sich bester Gesundheit ersreut. Märkte. .. Gießen, 10. Nov. Marktbericht. Aus heutigem Wockenmarkt foflcien: Buller pr. Psd. 1.00—1,10 Mk., Hühnereier 1 Sl. 8-9 Bsg., 2 SM. 00—00 Bsg., Gäuseeier00—00 Pig., Emeneier8—0 Prg., Käse vr.Slck.5—8 Ps., Kasematte2Slck. 5—6Pig., Erbsen pr.Liter 21Pjg., Linsen pr. Liier 32 Pig., Tauben pr.Paar0,70—09,0Mk., Hühner pr. St. 1,30—1,80 Mk., Hähne pr. Stück 0,70—1,50 Alk., Emen pr. Stuck 1,70—2,20 Gänse pr. Psd. 56—60 Pig., Ochsensleisch pr. Pfund 68—78 Pig., Kuh- und "Rindfleisch pr. Psurid 62—66 Psg., Schweinefleisch pr. Pfund 66—76 Psg., Lchmeiuesleisch, gesalzen, pr. Pfund 80 Pfg., Kalbfleisch pr. Pfd. 70—76 Pfg., Hammelfleisch pr. Plund 65—74 Psg., Karlos!elii pr. 100 Kgr. 5,00-5,50 Alk., Weigkraul per Stück 5—7 Psg., per Rentner 1.30—1.60 Alt., Zwiebeln pr. Beniner 4,50—5,00 T)tL, Milch per Liter 18 Psg., Aepfel per Zenlner 16 bis 20 Alk., in Korben 00—00 Pig. später ein. () Ulrichstein, 9. Nov. Die heute hier vorgenommene SubmissionseröffnungaufdieWasser- leitun g ergab bei den von zwölf Firmen eingereichten Offerten zwischen dem höchsten und niedersten Angebot eine Differenz von 18 000 Mark. Der zweitniedersten Forderung von ca 38 000 Mark der Firma Koch-Pirmasens wird wohl der Bau übertragen werden. Die Bauleitung übernehmen Bauinspektor Hechler-Alsfeld und Kreisstraßenmeister Sommer- korn-Schotten. )( Alsfeld, 9. Nov. Ein in der Bücking'schen Villa in der Marburgerstraße unlängst ausgeführter Diebstahl zweier wertvoller Brillan.tenringe fand, wie wir in der ,A. O. Ztg." lesen, seine Aufklärung. Der Dieb ist ein bei einem hiesigen Meister beschäftigter, in der Nähe von Berlin gebilligter Schlossergeselle. Er war in der genannten Villa beruflich beschäftigt. Als der Verdacht sich gegen den Täter, in dessen Besitz Ringe gesehen worden waren, richtete, versuchte er mittels einer Täuschung die aber etwas plump ausfiel, sich zu helfen. Er kaufte zwei billige Ringe und gab sich als Gentleman und jahrelangen Besitzer beider Ringe aus. Die Mätzchen verfingen indessen vor dem kritischen Interesse des „Auges des Gesetzes" nicht. Vor dem Untersuchungsrichter gestand der Dieb denn auch sein Verbrechen ein. Die Ringe waren von ihm in die Miststätte einer hiesigen Hofraite versteckt worden und wurden an der vor dem geständigen Dieb selber bezeichneten Stelle vorgefunden. k. Alsfeld, 9. Nov. Die in letzter Zeit vielfach besprochenen Bahnprojekte Mücke-Ulrichstein-Rixfeld haben jetzt ein drittes Projekt erzeugt, die Linie Alsfeld-Windhausen- Ulrichstein-Schotten. Für kommenden Sonntag ist nach hier Kas Hauten-Kollegium hält Flat, denn der kleine Hermann hat einen bösen Katarrh. Tante Amalie empfiehlt Kamillentee mit Kandis, Tante Minna Halts mit einer derben Schwitzkur, Tante Rosa dagegen meint, ein Huslensäftchen sei das Beste. Da wirds dem verständigen Papa zu dumm. „Nichts da," poltert er, „den Tee trinkt der Junge nicht, die Säftchen sind ivertlos und JagT den kleinen Kerl bringen wir nie in Schweiß. Da weiß ich was Besseres: ich bole dem Jungen eine Schachtel Fay's ächte Sodener Mineralpastillcrr für ganze 85 Pfg. vV aus der Apotheke, Drogerie oder AÜneralivasser-Handtung, die nlnnnt er gerne, die verderben ihm den Magen nicht und was sie für die Bekämpfung von Katarrhen weit sind, das wen; ich aus Erfahrung. Mir kommen bei Husten und dergleichen Alltagsleiden nur „Fay's Sodener" ms vr Haus und damit basta." 6911 geschlagen sei! (D. Tgl. Anz.) Mainz, 9. Nov. Am Sar ge des Bischofs, der in dem Palais aufgebahrt war, hatten sich wie das „Ai. Tgdl." schreibt, gestern und vorgestern viele Hunderte ein- ftrnden, darunter auch Hofmarschall von Westerweller, der im Auftrage des Gvoßherz-ogs em prachtvolles Kranzgebinde niet)erlegte. Heute morgen erfolgte die feierliche Beisetzung der Leiche. Auf dem Ballplatz versammelten sich die Schüler der oberen Klassen, die katholtschen Vereine und Deputationen anderer hresiger und auswärtiger Vereine, Studentenschjasten und sonstiger Korporationen, und die Handwerksmeister des Domes, die, am bischöflichen Palais angekommen, den Sarg auf den mit vier Pferden bespannten Wagen hoben. Dann ordnete sich der Leichenzug, den die Vereine re. mit ihren etwa fünfzig Fahnen eröffneten. Dem Leichenwagen voraus schritten die Geistlichen. Dem Sarge folgten die Anverwandten des Verstorbenen, die Würdenträger, die Zentrumsfraktion des Landtags, die Zivil- und Militärbehörden und die übrigen Leidtragenden. Den Schlug bildeten die Bürger-Sodalität, der katl-ol. Männerverein und die Bruderschaften der Stadt. In den Straßen, durch die sich der Zug bewegte, bildeten große Menschenmengen Spalier und viele Häuser hatten eine recht eindrucksvolle Trauerdetoration angelegt und auf Halbmast geflaggt. In dem dichtgefüllten Dom war der Katafalk im Mittelschiff vor der Treppe zum Haupb- altar aufgestellt und Mitra und Bischofsstab auf ihm niedergelegt. Sofort nachdem der Zug den Dom betreten hatte, wurde der prunkvoll mit Gold gezierte Sarg auf dem Katafalk niedergestellt und das Deneoiktus gesungen, während die Zugteilnehmer ihre Plätze einnahmen. — Der Feier wohnten u. a. bei im Auftrag des Großherzogs Hos- marschall Westerweller, ferner Provinzialdiretwr Geheun- rat Freiherr von Gagern, Eijenbahnpräsident von Rabenau, Generalmajor von Zastrow, sowie viele Vertreter der Reichs-, Staats- und städtischen Behörden. Das Requiem hielt Erzbischof Dr. Nörber von Freiburg, worauf Domdekan Engelhard in dar Trauerrede das Lebensbild des verstorbenen Bischofs und sein Wirten in eindrucksvoller Weise entrollte. Es folgte die feierliche Einsegnung und die Beisetzung der Leiche, die ihre letzte Ruhestätte neben derjenigen seines Vorgängers, des Bischpfs Haffner, in der Gotthardskapelle des Doms nälM dem großen Tchrfbecken gefunden hat. Bingen, die Vaterstadt des Bischpss, hat einen Kranz niederlegen lassen, ebenso die Stadt Dtaiuz und viele Vereine und Körperschaften. mo Frankenberg, 9. Nov. Nach Schluß der Arbeit brach unter den auf dem Gute Wölkersdorf bei Domänenpächter Suntheim beschäftigten Zuchthausgefangenen der Strafanstalt Wehlheiden eine Meuterei aus. 7 der Gefangenen stürzten sich mit Rotthacken, Spitzhacken und Messer auf ihre 5 Mitgefangenen und verletzten 2 von diesen sie h r schwer, einer der Verletzten hatte 7 Stiche und Wunden am Hals. Der Aufseher allein war nicht im Stande die Kämpfenden auseinander zu bringen, sämtliche aus dem Gute anwesende Knechte usw. mußten zuspringen. Es wurde sofort telephonisch die Gendarmerie in Franken- berg requiriert Oberwachtmeister Hufner begab sich sofort mit dem Gendarmen Löbermann nach dem Gute Wölkersdorf und später ging noch Gendarm Wagner zur Hilfeleistung dahin ab. Der Kreisarzt Dr. Vahle wurde ebenfalls telephonisch zur Hilfeleistung gerufen. Er legte den notwendigen Verband an. 7 der Gefangenen wurden in dem eigens dazu hergerichteten und befestigten Kuhstall untergebracht. Die Gendarmen Wagner und Löbermann blieben die Nacht für auf der Zugspitze" halten. ** R a s ch e Hi l f e. In der Bahnhofstraße stürzte heute eine Knh, die ein Händler zum Biehmarit süyren wollte, und ein großes Publikum sah zu, tote man sich vergeblich bemühte, burd), Zerren und Stützen das Tier wieder auf die Beine zu bringen. Da legte der 5)andelsmann die Händ-e an den Mund und schgne mit der lautesten Stunme dem daliegenden Muhkalb etwas in die Ohren, was eine erstaunliche Mrkuna hervorbrachte. Das Tier fuhr blitzschnell in die Höhe und glotzte so verwundert imb gespannt vor siu- hin, daß die ZuschMer in ein homerisches Gelichter ausbrachen. iL'ljil j ** Seidendiebstähle. Der „Franks. Generalanz." gerichtet aus Gießen, daß der Termin zur Strafkammer-Verhandlung über die Seidendiebstahls-Affaire in einem hiesigen Modewarengeschäft auf Anfang Dezember festgesetzt sei. Das ist, wie wir aus sicherer Quelle mitteten können, unzutreffend. ** Gründung einer Sanitätskolonne. Auf die nn Anzeigenteil enthaltene Aufforderung des hiesigen Zweigvereins vom Roten Kreuz, der zu gründenden Sanitätskolonne beizutreten, wollen wir besonders aufmerksam machen. Wir haben schon im vergangenen Sommer darauf hingewiesen, wie wertvoll es ist, bei Unglückssällen dix erste sachverständige Hilfe leisten zu können, und sprechen die Hoffnung aus, daß das Unternehmen in allen Kreisen unserer für mildtätige Zwecke stets opferwilligen Bürgerschaft allgemeinen Anklang fmde. Die Versammlung zur Besprechung der Angelegenheit findet Sonntag den 15. November statt. — Garbenteich, 9. Nov. Gestern wurde unter zahlreicher Beteiligung von nah und fern der seit vorigem Jahre pensionierte Aufseher der hiesigen Eisenbahnhaltestelle, Herr Johs. Schäfer zu Grabe getragen. Schäfer, der die beiden Feldzüge von 1866 und 1870/71 mitgemacht hat, hat mehr als 30 Jahre im Dienst der oberhessischen Eisenbahn gestanden. Davon fallen 25 Jahre auf seine hiesige Wirksamkeit. Er galt allgemein als tüchtiger und gewissenhafter Beamter. Er erreichte ein Alter von etwas über 60 Jahren. ? Trais-Münzenberg,7. Nov. Unserem Dorfe gegenüber ist seit einigen Wochen ein großer Steinbruch jenseits der Wetter entstanden. Die Butzbach-Licher Eisenbahnaktiengesellschaft hatte dort für den denkbar niedrigsten Preis von dem Grafen Solms-Laubach ein Stück wüst liegenden Geländes angekauft und dort einen vorzüglichen Basalt entdeckt. Nun steht dort eine Klopfmaschine, die den Basaltschotter für die Bahnstrecke liefert. Es werden sogar die schönsten Pflastersteine hier hergestellt. In dem Bruche sind eine große Anzahl Arbeiter beschäftigt, die hier Winterarbeit gefunden haben. r. Eberstadt, 7. Nov. Heute wurde unter großer Beteiligung die Leiche eines 12 jährigen Mädchenszu Grabe getragen. Das Kind hatte sich vor einiger Zeit eine kleine Schnittwunde am Daumen zugezogen. Es entstand wahrscheinlich dadurch Blutvergiftung, an deren Folgen nun das Kind nach schwerem Leiden gestorben ist. g. Grünberg, 10. Nov. (Eigener Drahtbericht.) Gestern abend gerieten wegen eines Mädchens zwei Knechte in Streit, wobei der Knecht Kenpa aus Posen dem Knecht Klostermann aus Pommern einen tiefen Messerstich in die Schläfe versetzte. Der Gestochene starb auf dem Transport zum Arzt. Der Täter leugnete zuerst, gestand jedoch Gebiete des großartigen Nordfjords. Hier breiten sich eine Versammlung anberaumt, in welcher das letztgenannte zugleich eine Reihe herrlicher Bergseen aus, von denen der Bahnprojckt besprochen werden soll. ___ enge Loensee mit seinen dicht zusammentretenden, iöft r - * ~ senkrecht abfallenden Bergwänden, seinen Wasserfällen und uen gj , ,________, ™ ......... Gletschern, seinem milchig-grünen Wa,, ec unübertroffen ba> der Finanzen, Abteilung für Finanzwirtschaft und steht. Von hier aus wurde auch em Ab,lecher m das Gebiet ruim 0 ö ■' -- - -- ' - - 0 Iostedalgletschers, des größten Firnfeldes Eu- rovas, unternommen. Die Fortsetzung der Reise führte von Visnaes über den Stoyn see nach G j e l l e und bann die großartige, in zahllosen Windungen ansteigende W i d e n d a l st r a ß e hinauf auf das F j e l d. Nach stundenlanger Fahrt durch dre einsame, von Schnee und Eis um- ftarrte Fjeldwüste, die mit den überall cingesprengten Vegetationsflecken dem Fell eures riesigen Raubtieres gleiaft, ging es dann in raschem Fluge wieder 1000 Meter ab* märts hinab zum herrlickwn Geivangerfjord nach Merok. Am dritten Tage errdete die W-agenfahrt in Otta, wo die Eisenbahn und damit der Anschluß nach Christ i an ia erreicht wurde. Nack» mehrtägigem genußreichem Aufenthalt in der Hauptstadt erfolgte die Ruckreise. Ein heftiger Sturm bei der Ueberfahrt von Korsör nach Kiel, der den Reisenden das stolze Bild ver aufgeregten See gewährte, bildete den Abschluß der an großen Eindrücken überreichen Reise. — In der Dezember Versammlung der Sektion wird $>err Albert Peppler, Assistent der tgL daher, meteorol. Zentralstation, einen Vortrag über „einen Winter Jit6‘ Garbellteich, den 10. November 1903. Aufführungen 0Ö628 Theater Borträge, Gaskoks Stück-Koks 1,10 Wir. Gründlichen Mk. 1,25 erteilt 8131 Wit. 1,25 6634 Schottstraße 7. erbeten. 8400 Neustadt 30. mieten. Weidengasse 10. 05638| per sofort gesucht. 05630 Eise Hinkel, Mreii^ptaij 6. Miitlle X Weserstraße 5. mieten W »reife billigst. -M» -LUöjtiflef lger sw i ' O)cmeinberecl)= ■ Ernestine Höpfnei 8324 Grüubergerstrilkje ü7. mrr Sh Gießener Mji!pll-N rri« Emii Fistor Nacht, Giessen, ♦ MAG» MWWAW Zn nermreten Stnckkoks . . . Nntzlvks Nr. 1 . Nuükoks Nr. 2 . 1,05 Wif. 1,20 , 1,20 , Lieh (Oberhelsen). Zweiggeschäft: Gießen, Bahnhofstraße 22. Freunde und Gönner des Vereins sind herzlich willkommen. Zn zahlreichem Besuch ladet ein Der Borstand. nungswesen bewandert, aus achtbarer Familie sucht Stellung. Näh. in der Exp. d. Bl. |05624 Rechnnngs- u. s im Sparkassen- u. 05637] Jung., saub. Mädchen tagsüber ges. Frau Träukner. 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Lange, Buchdruckereibesitzer. Mecum, Oberbürgermeister. Dr. Riegel, Professor, Geh. Medizinal-Rat. Roth, Regierungs- und Baurat. Schäfer, Posldirektor. Theobald, Oberstaatsanwalt. Waas, Oberkonsistorialrat i. P. Danksagung. Für die zahlreichen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Hinscheiden unseres unvergeßlichen Gatten, Balers, Schwiegervaters und Großvaters Htttil Johannes Schäfer Haltestclleanffeher i. P. sowie für die trostreichen Worte des Herrn Pfarrer Sommeriad von Watzenborn sagen innigsten Dank Die traumibcii Hinterbliebenen. Gegenwärtige Prerser Für den Zentner ab Verkaufsstelle: Zimmer zu vermieten. 055931 Wetzsteinstr. 40, pari. ftnspflz f Herren und Damen jed. yt Uiu ♦ St. u. Alt., a. o. Verm., erh. sof. üb. 600 Part. m. 1000 bis 200000 Wi.Berm.,sow.Bildz.Ausw. Ausk.ert.f.6omdsrt.BerlinL.14. Heute abend 8403 Friedrich Dickere. (Woyltäligllcits-herein). 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Klinket, Bahnhofstraße 10, Emil Lotz, Kirehenplatz 9, Emil Pistor Nachfolger, Aiarktstraße 10, Georg Schäfer, Ltcherstraße 2, August Struck, Btsrnarckstraße 6, Georg Unverzagt, Grüubergerstraße 13. Diese Firmen berechnen obenstehende Preise unserer Gaskoks samt Anfuhr wie das ti>astoerf und verabfolgen dieselben auch tn Wiengen unter 5 Zentnern. Die Preise unserer Gaskoks für die Abnehmer außerhalb der Gemarkung Gießen ermaßigeu sich um den Betrag der Oktroirückvergutung von 4- Pfg. mr den ZenMer. 63 Städtisches Gas- uno Wasserwerk Gießen. - Meldung be Südwest ung der c Nachricht vor, obwohl, ^erbinbuiiis j wie vor ui : ejunqe, unabhängige Fran oder v) Mädchen auf sofort gesucht. Bleichstraße 7. Ä? 8,ä; ‘“SÄ Merapi- „ 1 Alle °u»ung (. *,= Ätz uft. ■ ^tigkei, L° ‘ bker n Lr i' blC|£ Z'Anerkannt erste Marke! \ \ Durch epochemachende Pa- A Z' tente technisch wie hygienisch H idealstes Heizungs-System /|A— Original - Slcherheits - Regulator. Regulierbar von Orad zu Grad. 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