Echolftratze 1« LdreNe tüx Deoelchenr Anzeiger Gtetzen. £trntpred)atild)lufc 9lz.6L Nr. «38 Irsch,tu« täglich nutzer Sonntags. Dem «Siebener Anzeiger werden tm Wechsel mit dem Kekfischen Landwirt die Gießener Familienblätter viermal tn der Woche beigelegt Rotationsdruck u. Verlag bei Brühl 'sch«, Untveck.-Guch- u.Slem- bructere, (Pretsch tinrben) Äebartton. Expedition Zweites Blatt« 153. Jahrgang Samstag IV.Oktober 1903 ____ Ä Bezugspreis. O ZX WT w monatlich7bP^oienel- Gießener Anzeiger s General-Anzeiger ” »en poltt, unO äußern» Amis- und Anzeigeblati für den Kreis Gießen MGs ^eigenteil Han, Beck. Die Heutige Yummer umfaßt 16 Seiten. Bekanntmachung. B etr.: Die Ernennung der Vertrauensmänner und deren Stellvertreter der land- und forstwirtschaftlichen Berufsgenosienschast für daS Großherzogtum Hessen. Gemeindeeinnehmer Koch in Villingen ist zum Vertrauensmann des 85. Bezirks an Stelle des I. Wolf, früher üt Villingen, jetzt in Hungen, ernannt worden. Gießen, den 8. Oktober 1903. Großherzogliches SvreiSamt Gießen. I. V.: Dr. Wagner. Kekanntmachung. Betr.: Die Ernennung der Vertrauensmänner und deren Stellvertreter der land- und forstwirtschaftlichen Berufsgenosienschast für das Großherzogtum Hessen. Gemeindeeinnehmer Hoppe in Nonnenroth ist zum Stellvertreter des Vertrauensmannes des 85. Bezirks an Stelle des Gemeindeeinnehmecs Koch in Villingen ernannt worden. Gießen, den 8. Oktober 1903. Großherzog.i'^" Kre.samt Gießen- I. V.: Dr. Wagner. Gießen, den 9, Oktober 1903. Betreffend: Die Revision der Verwaltungsgesetze; hier das Gesetz, die Bildung der Ortsvorstände betreffend, vom 3. Mai 1858. Das Grsßherzogliche Kreisamt Gießen an die Großh. Bürgermeistereien ber Landgemeinden des Kreises. Wir beauftragen Sie, binnen 3 Tagen seit Erhalt dieses Amtsblattes zu berichten, ob in Ihrer Gemeinde der höchstbesteuerte Grundbesitzer entsprechend den Bestimmungen des Gesetzes vom 3. Mai 1858, die Bildung der Ortsvorstände betreffend, dem Gemeinderat angehört. I. V.: Dr. Heinrichs. Kekanntmachung. Der Selters weg, zwischen Plock- und Goethestraße, wird wegen Vornahme von Kanalisationsarbeiten von Montag, den 12. L Alls, ab bis auf weiteres für den Fuhrwerksund Fahrradverkehr gesperrt. Gießen, den 10. Oktober 1903. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. Hechler. ' _____ Kekanntmachung. Die am 15. August 1903 angeordnete Sperre der Kaplansgasse wird hiermit aufgehoben. Gießen, den 10. Oktober 1903. Großherzogliches Polizeiarnt Gießen. Hechler. Kekanntmachung. In der Zeit vom 3. dis 10. Oktober 1903 wurden in hiesiger Stadt gesunden: 2 Portemonnaie? mit Inhalt, 1 silberner Fingerring, 1 Federwage und 1 Paar wollene Kinderstrümpfe; verloren: 1 silberne Zylinderuhr mit Goldrand und 1 goldene Brosche. Die Empfangsberechtigten der gefundenen Gegenstände belieben ihre Ansprüche alsbald bei uns geltend zu machen. Gießen, den 10. Oktober 1903. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. Hechler.____________________ Amtliche Nachrichten über Viehseuchen. In einem Gehöfte zu Ohmes, Kreis Alsfeld, ist die Schweinerotlaufseuche ausgebrochen. Es ist Gehöft- sperre verhängt. Die in einem Gehöfte zu Udenhausen, Kreis Alsfeld, ausgebrochene Schweinerotlausseuche ist erloschen. Die verhängte Sperre ist aufgehoben. Volttische Tagesschau. Neber den Kongreß nicht sozialistischer deutscher Arbeitervcrbande, der am 25. und 26. Oktober in Frankfurt a. M. stattfinden soll, schreibt die „Soziale Praxis": Aus zwei Gründen erscheint uns dieser Kongreß von großer Bedeutung: Erstlich wird hier aller Welt die nur zu oft und gefliffentlich übersehene Tatsache eingeprägt, daß hunderttausende von deutschen Arbeitern sich zu festen Organisationen zusammengeschloflen haben, die reichs- und kaisertreu, national und christlich gesinnt, die Wahrung ihrer Interessen und die Verbesserung ihrer Lage auf dem Boden der gegenwärtigen.Staats- und Wirtschaftsordnung, im bewußten Gegensatz gegen die Sozialdemokratie erstreben. Zweitens aber ist es bezeichnend, daß' auch diese Organisationen als schwerstes Hemmnis ihrer auf Selbsthllfe gestellten Bemühungen die Verkümmerung des Koalitionsrechts, die Fesieln und Fallstricke des Vereins- und Versammlungsrechts, den Mangel an Rechtsfähigkeit der Berufsvereine und die Lücke in der staatlich geordneten Berufsvertretung empfinden. Sie leiden schwer unter der Versagung von Rechten, die andere Stände und Berufe besitzen und frei gebrauchen. Darin finden sich diese Arbeitervereine mit den Forderungen aller anderen organisierten Arbeiter zusammen. Möge der aus den eigensten Bedürfnissen der Arbeiter hervorgehende Frankfurter Kongreß einen Schritt vorwärts auf dem Wege zum Ziele bedeuten, desien Erreichung Gerechtigkeit und Staatsklugheit gleicherweise fordern. Hin Urügelprozeß° in. (Schluß) Bayreuth, 8. Okt. Der Angeklagte wurde heute mit Zischen empfangen. Er preßt die schmalen Lippen fest zusammen. Zeuge Bürgermeister Wendt von Ballenstedt charakterisiert die Jungen als reizende, wohlerzogene, bescheidene Knaben, die jäermann lieb haben mußte. Ende November begegnete er den Knaben und war über deren heruntergekommenes Aussehen tief gerührt. Während früher die Jungen chn immer freundlich begrüßten, waren sie jetzt ängstlich und sahen vor jeder Antwort erst den Dippold an. Die Linder waren körperlich so reduziert, daß etwas vorgefallen sein mußte. Zeuge sah wiederholt, daß Dippold in Gegenwart der Kinder ohne Badehose badete, und als er von den unmenschlichen Mißhandlungen hörte, tauchte bei ihm der Gedanke auf, der Dippold treibe mit den Kindern Unzucht. Angeklagter: Wir badeten so früh, daß wir wegen des Halbdunkels eine Laterne mitnehmen mußten. (Heiterkeit.) Heilgehilfe Hermann Zentzsch von Ballenstedt hat den Jojo an der Hand massiert; eines Tages sei diese Hand sehr geschwollen, braun und blau gewesen. Jojo habe über große Schmerzen geklagt und gesagt, Dippold habe ibn mit einem Stock so auf die Hand geschlagen. Zentzsch stellte den Dippold wegen dieser Mißhandlung zur Rede, toorau: dieser erwiderte: Sie geht das gar nichts an; wenn Sie den Knaben nicht behandeln wollen, dann werde id)i es tun, ich habe auch ein Jahr Medizin studiert. Zeuge hat gehört, wie Frau Koch den Dippold über seine maßlosen Züchtig?- ungen zurechtwies; Dippold habe hierauf entgegnet: Wenn Sie mir einen Vorwurf daraus machen wollen, lege ich mein Erziehungswerk nieder. Frau Koch entgegnete, deshalb brauche er nicht gleich den Stuhl vor die Tür zu stellen, er habe ja bloß das Versprechen zu geben, daß er seine unmenschlichen Züchtigungen einstelle. Dippold versprach dies. Zeuge hat auch gehört, wie Frau Koch sagte: Daß die Jungen im tiefen Schnee barfuß laufen, will ich nicht. Jojo ist ja immer kränklich und mußte schon viel ausstehen, er dürfe deshalb nicht so streng behcmdelt werden. Elisabeth Mussial, Haushätterin, bestätigt, daß die Kinder furchtbare Schläge bekamen und gestoßen wurden, sodaß sie um Gnade flehten und um Verzeihung baten. Es traten Pausen von wenigen Tagen in den Mißhandlungen ein, daun gings wieder von vorn an. Zeugin fragte einmal den Heinz: '„Warum laßt Ihr Euch denn so furchtbar schlagen?" worauf dieser sagste: „Das verstehen ©ie nicht. Mir müssen Prügel bekommen, denn wir verdienen sie auch" Wenige Tage vor seinem Tode war Heinz im Erficht gräßlich zerschlagen, die Augen blutunterlaufen. Am Montag den 9. März bekam Heinz wieder Schläge. Am 10. März früh.hörte Zeugin, wie Heinz zweimal an einen Gegenstand siel. Dippold kam in die Mche und sagte: „Heinz ist krank, wenn es nicht besser wird, müssen wir den Arzt holen." Der Junge murmelte, als ob er um Verzeihung bitten wollte, er lag auf dem Boden auf seiner Matratze. Plötzlich kam Dippold wieder zur Zeugin in furchtbarer Aufregung und sagte: „Heinz ist tot." Dippold, die Zeugin und Jojo trugen die Leiche dann ins Bett. Dippold wußte sich vor Aufregung fast nicht zu fassen und sagte: „Ich gäbe eine Hand oder einen Fuß darum, wenn Heinz noch lebte." Staatsanwalt: Mußten die Jungen beim Prügeln nicht laut dazu zählen? Zeugin: Ja, ich hörte einmal bis 20 zählen; dann konnte ich es nicht mehr mit anhören und ging fort. (Bewegung im Publikum.) Zeugin sah auch einmal, daß die Jungen beim Essen und beim Studieren mit heruntcrgeschlagenen Hosen dasitzen mußten. Professor Dr. Oskar Vogt, Direktor des Neurobiologischen llniversttätslaboratvriums in Berlin, bekundet: Er sei anfangs von Dippold unwirsch, empfangen worden, später aber habe er sich beruhigt und iiber seine Erziehungsmethode zwei Stunden lang einen Vortrag gehalten. Die Physiognomie des Dipvold sei ihm absonderlich vorgekommen, besonders auf oie Beobachtungen des Rittmeisters Bugge hin, der sagte: Der Dippold ist entweder ein idealer Mensch oder ein abgefe imter Schurke! Die letztere Bezeichnung soll sich daraus bezogen haben, daß Dippold Frau Koch finanziell ausziehe. — Die Behauptung des Dippold, daß Heinz Koch infolge eines exuellen Exzesses syphilitisch geworden sei, hielt Zeuge für vollständig ausgeschlossen. — Dippold erzählte, er habe zur Züchtigung sich nur einer dünnen Haselnußrute bedient und habe nur Schläge aus das Gesäß erteilt. .Zeuge machte den Dippold daraus aufmerksam, daß gegen Jugendsünden Prügel nichts halfen, es müsse vielmehr das Selbstgefühl der Knaben gehoben, die Knaben müßten inöglichst wenig an ihre Verirrungen erinnert und auf andere Wege hingelenkt werden. Dippold bemerkte, daß die Knaben über große Schlaflosigkett klagen. Dr. Bogt verordnete hierfür Schlafpulver, die auch gleich angewendet wurden, worauf die Knaben die ganze Nacht durch tadellos schliefen. Vogt gestattete Dippold die Anwendung der Schlafpulver und instruierte ihn, immer geringere Dosen zu geben, damit die Knaben nach und nach sich daran gewöhnen, ohne Schlafpulver einschlafen zu können. Der Zeuge konstatiert, daß chm Dippold nicht ganz geheuer vorkam und er deshalb eine fortgesetzte psychiatrische Kontrolle des Dippold für notwendig hielt. Er habe, um dies bewirken zu können, dem Dippold den Vorschlag gemacht, die Knaben alle vier Wochen einer speziellen ärztlichen Kontrolle unterziehen zu lassen. Dippold war ganz damit einverstanden. Dr. Vogt hatte vorher noch nie so etwas gesehen, wie bei den beiden Knaben hinsichtlich der geöffneten Kleidung; Zeuge habe den Dippold sofort darauf aufmerksam gemacht, dies zu unterlassen. — Der Zeuge bezeichnet die Knaben als lebhaft und artig, leicht lenkbar. An Frau Koch berichtete Zeuge, daß die Aufopferung des Dippold erstaunend sei, weil er sich der Sache in so außerordentlich aufopfernder Weise annahm. Zeuge faßte sein Gutachten dahin zusammen, daß er von einer intellektuellen Geistesstörung bei Dippold nichts feststellen konnte. Dr. Severin, prakt. Arzt in Hollfeld, wurde am 10. März um h-z2 Uhr von einem Bruder Dippolds nach Drosendorf geholt, da einer krank geworden wäre. Als Severin ankam, wurde er von dem Vater des Angeklagten empfangen. Er wollte gleich nach dem Kranken sehen, doch hielt ihn der Angeklagte zurück. 9hm setzte Dippold die Familie Koch in der gemeinsten Weise herunter und hielt den Ar^t zwei Stunden aus, bis er herausrückte, daß der Knabe bereits gestorben sei. Auf das Verlangen, die Leiche zu sehen, führte nun Dippolo den Arzt hin und sagte, der Junge sei wohl infolge Selbstbefleckung oder Syphilis oder Herzschlag gestorben, der Arzt solle ihm (Dippold) nur den Leichenschein ausstellen, dann wurde die Leiche nach Bronn geschafft und dort beerdigt. Dr. Severin übersah mit einem Blick, daß hier ein Verbrechen vorlag, ließ sich aber nichts merken, sondern fragte Dippold, ob er schon an die Eltern telegraphiert habe, auch wegen einer eveut. Ueberführung der Leiche nach Berlin. Emen Leichenschein könne Zeuge nicht ausstellen, da wegen des plötzlichen Todes eine gerichtliche Sektion stattfinden müsse. Dippold fuhr mit Dr. Severin nach Hollfeld, um zu telegraphieren. Am nächsten Nachmittag kam er wieder zu Dr. Severin und sagte, ich habe noch keine Nachricht erhalten; da haben ©te es ja, die Eltern kümmern sich eben nicht um ihre Kinder, stellen Sie nur den Schein aus, morgen beerdigen wir die Laiche in Bronn. Dr. Severin untersuchte aucty den Jojo und fand bei diesem Knaben die Spur en gräßlicher Mißhandlungen. Ich hatte den Eindruck, daß das Kind direkt zu Tode geprügelt worden ist. — Dippold telegraphierte an Rittmeister Bugge: Ich teile Ihnen mit, daß Heinz tot ist; bitte Sie herzlichst, dies den Eltern mitzuteilen. Soll Beerdigung hier stattfinden oder Leiche nach Berlin überführt werden? Todesursache: Blutschwäche. Jojo gesund. In tief ft er Trauer Andrö Dippold. Zeuge Leutnant Koch reiste sofort nach Drosendorf, um die Leiche nach Berlin zu überfuhren. Zeuge glaubte, daß die blauen Flecken am Körper des Verstorbenen infolge des Herzschlags (Blutzersetzung) entstanden seien. Dippold „klärte" den älteren Bruder (den Zeugen) darüber auf, daß Heinz in unmenschlicher Weise sexuelle Ausschreitungen begangen habe und deshalb an einer unheilbaren Kran kl) eit gelitten habe, Heinz fei ein geborener Verbrecher gewesen. Zeuge sagte zu Dippold: Da muß ich Sie bewundern, daß Sie unter solchen Umständen die Erziehung des Knaben zu übernehmen wagten. Dippold habe hierauf erwidert: Heinz sei ein ganz gescheiter, über seine Jahre hinaus reifer Bursche gewesen, von dem er (Dippold) in sexueller Hinsicht sich mamche Aufklärung gefallen lassen mußte. Rittmeister Bugge mußte den Jojo nach Frankfurt a. M. zu seiner Mutter bringen, welche ohne diesen Jungen vor Schmerzen sterben zu müssen glaubte. Jojo habe furchtbar ausgesehen. Frau Rittmeister Rosalie Bugge kam in Frankfurt mit ihrer Mutter und dem Jojo zusammen. Dieser schien noch unter dem Eindruck der Furcht vor Dippold zu stehen. Später sagte er, er habe von Heinz' Tod nichts zu erzählen gewagt, weil er glaubte, Dippow werde Mutter und Schwester auch etwas tun. Dramatisch gestaltete sich die Vernehmung des Rittmeisters a. D. Ferd. Bugge von Steglitz, des Schwagers des getöteten Heinz Koch. Er erzählte, wie er in Bamberg das Jamm erb ttd von einem Knaben sah, den er feiner Mutter bringen mußte, die zu sterben vermeinte. Jojo sah schrecklich aus, er hatte den Gang eines Greises. (Zeuge konnte vor Rührung nicht mehr weiter sprechen und hielt die Tränen gewaltsam zurück.) In Frankfurt sei Jojo immer so traurig und traumhaft gewesen, daß sie glaubten, den Jungen nicht' mehr lebendig uack). Berlin zu bringen. (Zeuge kann jetzt die Tränen nicht mehr zurückhalten. Große Bewegung im Publikum.) Als Jojo sich erholt hatte, fragte ihn Zeuge wiederholt, warum er niemals etwas von den gräßlichen Züchtigungen seinen Angehörigen sagte. Zeuge ist der Ueberzeugung, daß die Knaben unter einer voll- tändigen Suggestion des Angeklagten standen. Die kleinen Knaben waren auf Gnade und Ungnaöc dem Angeklagten überliefert. Leutnant Sturt Hartross vom 7. Kürassier-Regt., eben- alls Schwiegersohn des Komm.-Rats Koch, soll bestätigen, daß, als Weihnachten die Knaben bei Hartrofs waren, dieser zu ihlwn gejagt habe: „Wenn Euch der Unterricht bei Dippold nicht zusagt, so brennt durch und kommt einfach zu mir nach Quedlinburg. Hartross weiß nichts davon. Als der Angeklagte gefragt wurde, ob er auf die Aussage dieses Zeugen etwas zu sagen habe, entgegnete er rrech: „(Segen Eibe ist nicht anzukmnpfen1" Wegen dieser Be- leibigung des Zeugen wurde der Angeklagte vom Vor- fitzLnden sehr schars zureckftgewiesen. Danach wurde eine Pause gemacht. Der Angeklagte verzehrte mit sichtlichem Appetit sein Essen. Nach der Pause wurde der 12jährige Joachim Koch als Zeuge aufgerufen. Es ist ein hübscher, intelligenter Knabe, der den besten Eindruck macht. Auf. Antrag des Vertreters wurde während der Vernehmung dieses Zeugen der Angeklagte aus dem Sitzungssaule entfernt, weil zu befürchten stand, daß der Zeuge unter dem dämonischen Einfluß des Angeklagten die Wahrheit nicht zu wgen wage. Joachim Koch erzählt in sehr glaubwürdiger Weise alle die Aiartern, die er und sein Bruder erdulden mußten. Der Kleine stellt ganz energisch das ihnen vom Angeklagten imputierte Laster in Abrede. Die letzten Augenblicke seines unglücklichen Bruders Heinz schilderte er recht drastisch: Heinz konnte früh beim kalten Abguß vor Müdigkeit nicht stehen; Dippold setzte Heinz in die Badewanne und übergoß ihn mit kaltem Wasser. Plötzlich siel Heinz nach- hinten um an einen Pfosten. Nun brachte Dippold eine Matratze und legte Heinz darauf; dieser war nur mit einem Nachthemd bekleidet. Das Zimmer ivar nicht geheizt. D i p p o l d trat ihn mit Füßen. Als Heinz die Knie hinaufzog, schlug er ihm diese mit der Faust wieder nieder. Dann, als Heinz schlotterte, deckte ihn Dippold mit einer wollenen Decke zu. Nun fing Heinz sehr schwer zu atmen an. Jetzt kam Dippold und steckte ihm ein Taschentuch fest in den Mund und hielt ihm mit beiden Händen Mund und Nase zu. Als Dipp-old wieder weggegangen war, machte Heinz plötzlich mit dem Kopf einen Ruck zurück, tat noch einige Atemzüge und war tot. Ich holte Dippow, er tat so, wie wenn er einen großen Schreck bekommen hätte. Heinz wurde dann in em Bett ins Nebenzimmer gebracht, wo Dippold Wiederbelebungsversuche machte, • aber vergeblich. Zeuge bestätigt, daß sie immer zu wenig zu essen bekamen und immer Hunger hatten. Sie trauten sich nicht, heim zu schreiben, weil sie sürchteten, von Dippold noch mehr geschlagen zu werden. Ihre Briefe seien von Dippold immer kontrolliert worden. Zeuge ist von Dippold zweimal mit einer Eisenstange über den Rücken und die Schenkel geschlagen worden. Heinz sei auch damit geschlagen worden. Zwei- oder dreimal hat er 6 bis 7 Stöcke an uns zerschlagen; er hat uns über den Stuhl gelegt intb auf den bloßen Leib solange geschlagen, bis ihn die Kräfte verließen. Wir haben furchtbar geschrien und um Gnade gefleht, aber es half nichts, er schlug immer zu, s o lange e r k o u n t e. Er hat mir 'auch die H a l s s ch> l a g- aderu mit zwei Händen zugedrückt und hat mich in die Höhe gehoben, bis ich bewußtlos wurde. Meinem Drüber Heinz hat er es auch so gemacht. Einmal hat er mir eine so heftige Ohrfeige gegeben, daß ich mehrere Stunden bewußtlos war. Wir mußten oft 2 bis 3 Stunden im Hemd vor dem Bette stehen, er schlief ruhig nebenan. Wie das Selbstbekenntnis zustandekam, weiß ich nicht, aber was darin stand, ist gewiß nicht wahr. Einmal ist auch Dippold mit einem griss- festen Messer auf Heinz losgegangen und drohte, ihn zu erstechen. Wie wir in Nürnberg übernachteten, schliefen wir alle drei in einemBett. Ich war auch manchmal zärtlich gegen Dippold, wenn er mich geschlagen hatte, um ihn zu versöhnen, damit .er mich nicht sobald wieder züchtige. Er hat uns immer so scharf angesehen, daß wir Angst vor ihm hatten und alles nachsagten, was er von uns wollte. Präs.: Wenn Dippold gesagt hätte, Ihr habt einen um- gebracht, hättet Ihr das auch uachgesagt? Zeuge: Ich glaube ja Während der weiteren Vernehmung des Joachim wurde die Oefsentlichkeit ausgeschlossen. Der Vorsitzende fragte den Knaben Joachim in schonendster väterlicher Weise über sein jugendliches Vorleben aus, und in ganz offenem Benehmen, in wahrhaftem Ton erklärte Jojo, daß er niemals in seinem Leben eine sexuelle Sünde, ebensowenig Heinz begangen habe. Einige sachverständige stellten Fragen an den Zeugen, die er rasch und bestimmt beantwortete. Es geht aus dem Zeugnis des Jojo hervor, daß Dipp old seinen Zöglingen das geschlechtliche Laster suggerierte, daß Dippold eine Freude am Martern hatte. Als die Oesfenllichkeit wieder hergestellt war, wurde dem Angeklagten die Aussage des Zeugen vorgehallen, wobei er alle Mißhandlungen im günstigeren Licht erscheinen lassen wollte und behauptet, nur im Interesse der Erziehungen die Züchtigungen vorgenommen zu haben. Er stellt ftch als das Opfer seiner Erziehungsmethode hin, und stellte jebe dolose Absicht in Abrede. Als das Publillrm bei seinen absurden Behauptungen lachte, verbat er sich das und sagte, ihm sei die ganze Sache bitterer Ernst. Um 6 Uhr abends lvar die Zeugenvernehmung beendet. Erster Sachverständiger Lanogerichtsarzt Dr. Weiß bekundete: Die Untersuchungskommission wurde von Dippold in schwarzem Anzug und einem Trauerflor am Arm empfangen. Mit großer Brellspurigkell und Umständlich'- feit erzählte er, welche Erfolge er durch sein System bei seinen Zöglingen, die widerspenstig, unartig und geistig schlecht beanlagt waren, erzielte. (£r behauptete auch, daß sich seine Zöglinge geschlechtlichen Ausschweifungen (35 bis 40 mal im Tage) Hingaben und daß Heinz an Syphilis, an Blutverderbnis und Blutschwäche gestorben sei. Dippold sei ganz verwirrt gewesen, man habe aus seinen Ausführungen nicht entnehmen können, ob Dippold oder Jojo den Tod des Heinz konstatierte. Dippold erzählle auch so nebenbei, daß Heinz sich habe aus der Badewanne heraus- fallen lassen. Jojo habe ihm (Dippold) am 10. März vorm. erzählt: Gerade ist Heinz auf dem Popo die Stiege runtergerutscht. Nun wurde die Leiche besichtigt und der ergraute Medizinalbeamte sagte heute: „Ich glaube, s o - lange ich lebe, werde ich mitSchauderndaran denken, wie dieseLeiche aussah! Auf dem Gesicht waren außer drei großen Hautabschürfungen noch 23 kleinere, überall waren auf der vorderen Seite des Körpers grüne, blaue und gelbe Flecken. Aber erst der Rücken zeigte unglaublich schauderhafte Verletzungen, und zwar vom Nacken bis zur Kniekehle, und in solcher Menge, daß der ganze Rücken wie gehockt aussah. Heinz ist nach Dr. Weiß nur infolge der Mißhandlungen gestorben. Nach dem Sektionsbefund ist es nicht möglich, daß Heinz sexuell ausschweifend war. Ten Tippvld erklärte dieser Sachver- ftänoige vom gerichtlich-medizinischen Standpunkt aus für geistig zurechnungsfähig. Oberstabsarzt Dr. Preuße von Liegnitz steht sell langer Zeit in Beziehung zur hochangesehenen Familie Koch; er schilderte Frau Komm.-Rat Kocy als eine llefreligiöse und pflichttreue Frau, eine Mutter von einer aufopfernden Fähigkeit, von der nur Gutes ausging, sie war ihren Kindern die zärllichste Mutter. Dr. Preuße kannte den Jojo der sonst frisch wie ein Reh war, kaum mehr, als er ihn nach der Katastrophe in Drosendorf untersuchte; der Junge kam hergeschlichen wie ein alter Mann, schlapp und tiefverkommen, wie wenn er verwahrlost worden wäre. Er war an Händen ünd Füßen geschwollen, sodaß die Be- wegungssähi^kell gehemmt war, der ganze Körper zeigte Spuren heftiger Mißhandlungen. Medizinalrat Dr. Kraußold, Direktor der Kreisirren- anstall in Bayreuth, hat den Angellagten sechs Wochen lang auf seinen Geisteszustand untersucht und kam zu der Ansicht, der Angeklagte besitze einen Hochmut so groß, daß er nahezu an Größenwahn grenze. Als Gymnasiast wollte er schon Bücher über Pädagogik herausgeben. Er weiß sehr wenig, aber er fyat eine Gabe, Phrasen zu dreschen, wie es nicht viele MenschM giebt. Aber er hat auch die Gabe, zu lügen und alles zu verdrehen, wie selten einer. Er ist bald Freigeist, bald streng religiös. Er wußte die Famllie Koch vollständig zu siszinieren. Er ist ein Hochmutsnarr und als moralisch und psychologisch minderwertig zu bettachten. Der , Sadismus", eine Verbindung von „Wollust und Grausamkeit" ist bei ihm ausgebildet, er hat eine Wollust darin gefunden, unschuldige Knaben in der grausamsten Weise ohne Grund zu martern. Er sei ein Scheusal, weil er amte Knaben so grausam gequält habe. Er wollte in seinem Eigendünkel zeigen, daß das, was er sich einMLöet, ein tüchtiger Zwangspädagoge zu sein, praktisch sich bewähre. Daß die Knaben sexuell pervers seien, hatte er ihnen nur angedichtet. Für ]eine Tat ist der Angellagte voll und ganz verantwortlich. Prof. Dr. Vogt-Berlin hat auch den Joachim Koch untersucht; das Aeußere dieses Knaben war geradezu erschreckend, der Eindruck, den der Knabe machte, war entsetzlich. Dieser Sachverständige hat in seinem Leben noch keine solche Veränderung gesehen, wie an dem Knaben in einer Zeit von sechs Wochen. Wenn die Mißhandlungen bei dem Jojo nicht unterbrochen worden wären, hätte er gerade so geendet wie Heinz. Bezüglich der Zurechnungsfähigkeit des Angeklagten schließt sich Dr. Vogt dem Gutachten des Dr. Kraußold an. Der Angeklagte sei gefühlloser wie ein Lust- mörder. Eine solche Rohell wie die des Angellagten komme selten in der Menschheit vor. Der Angeklagte ist sich der Konsequenz seiner Handlungsweise bewußt gewesen und ist deshall) sttasrechtlich verantwortlich. Dr. Landgraf, prakt. Arzt in Bayreuth, glaubt nicht wie ein Zeuge, daß Dipp old entweder ein idealer Mensch oder ein Schurke, sondern da,ß. Dippold ein „idealer Schurke" sei. Mehrere andere Aerzte sagen ähnlich aus. Der Staatsanwalt nahm die Familie des Kommerzienrats Koch von Berlin sehr in Schutz gegen den Vorwurf des Angeklagten, als hatte sie sich nicht um ihre Kinder gekümmert. Sogar an der Leiche des getöteten Heinz habe der Angellagte diese schamlose Lüge verbreitet. Es wurde auch von den Angehörigen des Dippold mit Enthüllungen in der Presse über die Familie Koch gedroht. Es gereiche dem Staatsanwalt zur besonderen Genugtuung, daß er diese ungeheure Infamie, diese Verleumdungen der hochachtbaren Familie Koch als jeder Grundlage entbehrend zurücllveisen könne. Dippold wurde unter Ausschluß mildernder Umstände für schuldig erachtet und zu einer Gesamtstrafe von acht JahrenZuchthans und fünf Ja hreuEhrverlust verurteilt. Dippold unterwarf sich sofort dem Urteil. Das zahlreiche Publikum nahm dieses Urteil mit Befriedigung auf. Tie Blätter bemerken, als das Urteil verkündet wurde, ertönte aus dem Zuhörerramn lautes Bravo. Um Dippold vor der Wut des Volkes fru schützen, wurde er die legte Nacht im Landesgerichtsgebäude behalten. Vermischtes. * Karlsruhe, 9. Oft Der Psychologe Leo Erichsen, der hier augenblicklich Vorstellungen gibt, wurde gestern bei der ersten Vorstellung von ,©uggeftion ohne Hypnose* von dem beaufsichtigenden Bezirksarzt aufgefordett, feine Vorstellung zu schließen. 14 Herren und Damen hatten sich zum Versuch bereit erklärt. Nachdem Erichsen den Versuchspersonen Anleitung zur Gedanken-Konzentration gegeben hatte, begann er mit einer der Damen ein Experiment. Als die betreffende Dame, die sich sonst völlig geistig ftisch und klar fühlte, dann aber, nachdem der Experimentator ihr erklärt hatte, sie wisse ihren Zunamen nicht mehr auszusprechen, in der Tat sich nicht mehr aus ihren Namen besinnen konnte, ordnete Dr. Battlehner, als Beauftragter des Bezirksamtes, den Schluß des Vortragsabends an. Dr. Battlehner stützte sich auf die Ministerialverordnung, welche das öffentliche Vorführen von hypnotischen Suggestionen auch in Baden verbietet, und ließ die Darlegungen des Erichsen, daß seine Experimente als hypnoseftei nicht unter diese allgemeine Bestimmung fallen, nicht gelten. * Paris, 9. Okt. Zum Morde der Madame Fougöre wird berichtet, daß bei Boris Nuroe eine Haussuchung in der Mordaffäre nicht stattgefunden habe. Der Untersuchungsrichter habe ihn nur besucht, um von ihm Auskunft über Personen zu erbitten, die bei Madame Fougöre zu verkehren pflegten. * Ehambery, 9. Okt. An der italienisch-ftanzösischen Grenze kam es gestern zwischen italienischen Polizisten und Schmugglern zu einem Zusammenstoß. Es wurden mehrere Schüsse gewechselt, wobei ein Schmuggler getötet und zwei verletzt wurden. * Luftreifen. Von Paris gingen am 8. d. M. ein paar Luftballons ab. Der Luftballon mit dem Erzherzog Leopold Salvator, dem Grafen de la Vaulx und dem Oberleutnant Korwin ist bet der Ortschaft Garkau, 4 Meilen von Lübeck, nach einer stürmischen Fahrt gelandet. — Don Jayme, der Schwager des Erzherzogs Leopold Salvator, und Graf Castillon sind infolge heftigen Windes mit dem Luftballon unweit Eambrai gelandet. Sie gaben wegen ungünstiger Windrichtung die Weiterfahtt auf. AllSM SUS ökll 3teni)f9gintsrrgi6era ötr Ätidi vlttzeu. Aufgebote Am 3. Okt. Heinrich Jakob Ruhl, Kellner dahier, und Marie Kaiser zu Eßlingen. — Georg Christian Friedrich Adami, Kaufmann dahier, und Tora Luise Ötarie Cramerding zu Butzbach. — 7. Friedrich Rudlos, Leitungsausseher dahier, und Katharine Bommersheim, Fabrikarbeiterin zu Torhenn. — 8. Friedrich Appel, Weißbinder und Lackierer dahier, und Susanne Schmidt, Schneiderin dahier. — Friedrich Heinrich Emil Krahn, Postassistent zu Frankfurt, und Wilhelmine Elffe Michel dahier. EheschNetznugen. Am 6. Okt. Kurt Georg Mädler, Mechaniker zu Wetzlar, und Friederike Berninger, Tochter des Werkstättenvorstehers Karl Ludwig Berninger dahier — 7. Heinrich Becker, Lehrer dahier, und Johanna Marie Frieda Rückert, Tochter des Lehrers Johannes Rückert zu Großen-Buseck. Geborene. Am 28. Sept. Dem Schuhmachermeister Theodor Judt ein Sohn. — Dem Bierfahrer Georg Müssing eine Tochter Anna. — Dein Taglöhner Heinrich Müller ein «Lohn Ernst. — 30. Dem Hotelier Hermann Schrödel eine Tochter Elisabeth Marie Johanna. 1. Okt. Dem Agent Heinrich Schmitt II. eine Tochter. — 2. Dem Fnhrknecht Friedrich Weber II. eine Tochter Margarete Luise. — 3. Dem Kaufmann Arthur Raykowski ein Sohn. — Dem Glaser Richard Müller ein Sohn. — 7. Dem Spengler Wichelm Mohr ein Sohn. — 8. Dem städtischen Straßenkehrer Heinrich Großhaus eine Tochter. Gestorbene. Am 1. Okt. Karl Siebert, 32 Jahre alt, Vizefeldwebel der 2. Kompagnie Infanterie-Regiments 116 dahier. — 5. Marie Münker, geb. Schott, 80 Jahre alt, ohne Beruf, dahier. — 6. Johanna Bergmann, geb. Ledermann, 37 Jahre alt, Ehefrau des Glasers Johannes Jakob Bergmann dahier. — Ludwig Georg Koch, 2 Monate all, Sohn des Straßenkehrers Heinrich Koch IV. dahier. — 7. Wilhelm Heinrich Karl Schmidt, 1 Jahr alt, Sohn des Dachdeckers Ludwig Schmidt LL dahier. —. 8. Minna Anna Katharine Helbing, 1 Monat all, Sohn des Bierbrauers Edmund Helbing dahier. Zum Crutedankseft. Herr Gott, wir danken Dir nun heut Für Deiner Felder Gaben, Tie wrr wie sonst, auch dieses Jahr So reich empfangen haben. Tu schicktest Regen und Sonnenschein, Die Wärme und die Winde, So konnte uns're Saat gedeih'n Und reifen auch geschwinde. Wir danken Dir aus Herzens Grund Für diesen Erntesegen Und bitten Dich, sei stets mit uns Auf allen unf'ren Wegen. Emmy BehrenS. Meteorologische Beobachtungen der Station Gießen. K Wetter Sonnenschein Bew. Himmel 9. Oktober 16,40 C. ). „ 11,1 UC. Oktober 1903. a K 2 - 740,1 740,4 740,0 9,4 7,7 7,1 SW. SW. SW. 4 4 2 2» 72i 9.1 9. | 10. 85 S Höchste Temperatur am 8. bis Niedrigste , , 8. „ 69 1 78 86 I 16,0 | 11,2 । 8,6 ' Die zweckmäßigste Heizung unserer Wohuräume ist eine Frage, deren Lösung von Jahr zu Jahr die Heiztechnik zu neuen Fortschritten führt, und groß ist der Aufschwung der letzten Jahre in Heizungsanlagen. Als eine bedeutende Verbesserung der Cfen- konstruktioNen muß eine neue Ausmauerung des Feuerraumes ange- sehen werden, für welche der Firma OsearWinter, Hamwver, sowohl in Deutschland wie im Auslande Patente erteilt sind. Diese Ausmauerung, von der Firma unter dem Namen „Patent-Phönix- steine" für ihre Dauerbrandöfen Germanen verwandt, bewirkt, wie durch monatlange, sehr eingehende Versuche festgestellt ist, mit jeder Kohlenart gleich vorzüglich daueniden oder zeitweisen Brand bei rauchschwacher Verbrennung, erhöht die Leistungsfähigkeit der Oefen in sehr erheblicher Weise und verringert dadurch bedeutend den Bedarf an Brennmaterial, erspart also die täglichen Ausgaben. 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Exemplar . von dem j „MHuch öer AM und h Kreises Gießen" 2 für den Vorzugspreis von M!?. 2.50. D Ott ........ Name resp. Firma ...... Straße....... Nr. ... ....... (Wir betten die Adresse recht deutlich anzugeben.) Arbeitsnachweis der Stadt Gießen Gartcustratze 2 (Vürgermeistereigebäude) Zimmer Nr. 14. Der Arbeitsnachweis hat die Aufgabe, zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern (Arbeiter« jeglicher Art, Dienstboten mtb Lehrlingen) unentgeltlich Arbeit zu vermitteln. An den Werktagen von 8 bis 1 Uhr und von 8 bis ü Uhr geöffnet. 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Herren (auch ohne Bermögen), aber gutem Charalt. erhalten Näh., auch Bild durch „Glückstern". Berlin 8. 42. 7347 ML ■ W W W W 1 V k.j 1 r r .«M Ä MZ tÄA M ton ■ 7 ■ MW ■ ■ HM 7 rofi ■ j 7 H ■ in ** Herren- und Knaben-Garderohen Zur bevorstehenden Saison gestatte ich mir, meine verehrten Kunden ganz besonders auf meine reichhaltig assortierten Läger aufmerksam zu machen. Ich hatte Gelegenheit, für diese Saison ausnahmsweise schöne, elegante Sachen enorm billig einzukaufen und bin in der Lage, meinen werten Abnehmern eine riesige Auswahl in Herbst- und Wintergarderoben, sortiert vom billigsten bis zum hochfeinsten Genre, vorzulegen. Um den vielseitigen Ansprüchen in jeder Weise zu genügen, habe in neuester Zeit mein Geschäft dem neuen modernen Geschmack entsprechend eingerichtet und habe auch in Bezug auf Auswahl in allen nur denkbaren Stoffen, Dessins, Grössen und Weiten das Lager dermassen komplettiert, dass jedermann, selbst der verwöhnteste Kunde, bei mir befriedigt werden kann. Auch führe ich Garderoben für aussergewöhnlich starke Leute und grosse, schlanke Figuren, welche sonst nicht fertig kaufen konnten. p Vi M M I M iv-> •MiW’ MV AM W# MWMK v*' WM 11 Palelots, Ilsters und Loden-Havelocks für Herren und Hnaben. WM- Ca. IOOO Piecen in neuesten Stoffen, gestreift, getupft oder in dunkelen Mareugo - Mustern, in hochfeiner Ausführung und neuester Machart. Loden-Joppen in allen nur denkbaren Stoffarten und schönen Farben in Falten-, Koller- und glatten Fa^ons. Herren-Anzüge nur Winter-Neuheiten in ausgesuchten, hochfeinen Dessins, eleganter Passform und neuestem Schnitt. Herren-Hosen in eminent grosser Auswahl, neueste Streifen und solide, gute Stoffe, vom billigsten bis zum hochfeinsten Genre. aufzuweisen. Paletots, hochfein gearbeitet, wie Herren-Fa^on, Ulsters, Mäntel und Capes WäSüiiSMSge in Blusen-, Kittel- und Jackenform, neueste Dessins und Stoffe. Selbst bei den billigsten Sachen leiste Garantie für gute Verarbeitung und elegante Passform. Abteilung für Knaben-Garderoben In dieser Abteilung habe ich in diesem Jahre eine sehr grosse Auswahl in HMeHeRKeBeeesHeeHBeBwoeeeteeeeeeDMaen Auswahlsendungen stehen auf Wunsch gerne zur Verfügung. Die Preise sind deutlich auf jedem Etikett aufgedruckt Bitte meine Schaufenster- Auslagen zu beachten. Bahnhofstrasse, Ecke Neustadt. Grösstes Spezial-Geschäft ensdor Balmhofstrasse, Ecke Neustadt. Giessen. für Herren- und Knaben-Garderoben Oberhessens. M» Hält« fff?1 tvrt®» efi» Melit iwjdi Li» 3 das weg' Heachtur neben. Warpo laubig einet d über I M, Sink und e ,m Ve kosten Rein gang daß t Erklär gegen,t Eintrr Landn hypo injoitb werter l)I)!pot! Grün erträ herbi Aege nehn schiel Gesck seine dirrcl 4. 4 tret Üen g jeiiigcn 5. 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