Zweites Blatt. 153. Jahrgang Donnerstag iv.Tepremver 1903 teilt U öittfo: für .Stadt und Lan-E und ,®ertd)t3|aole: August Götz; für den An- zetgenteUr Han« Veck. Gchnlyratze 7. «treffe für Depeschen: Anzeiger Gießen. Fernfprechanfchluß Nr. 61. Nr. 21« Erscheint tLgltch außer Sonntag». Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem hessischen Landwirt die Gießener Kamillen, blätter viermal in der Woche bcigclegt Rotationsdruck u. Verla« der Brühl'jche« Untvers.-Buch-u. Stein* b rudere i (Pietsch (Men) -Redaktion. Expedttto» ietzenerAnzeiger w General-Anzeiger v Amts- und Anzeigeblatt str den Kreis Gießen vezngdpretSr monatlich 7b Vf^ vierteljährlich Mk. W; durch Aohole- u. Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch die Post Mk. 2.—viertel- jährl. auLschl. Bestellg. Annabme von Anzeigen ür ble TageLnummer jiS vormittags 10 Uhr. Letlenprrwt lokal 12Pf^ auswärts 20 Pfg. Ale Heutige Wummer umfaßt 12 Seiten. Aie taudwirtfchaftliche Movinzial- Ausstellung. LL Gießen, 10. September. Die Aukmlst Sr. Kouigl. HoheU des Großherzogs in Begleitung der Herren Generaladjutant Generalmajor von Wachter und Flügeladjutant Hauptmann Freiherr Schäffer v. Bernstein, erfolgte um 11 Uhr 53 Mm. Als der Extrazug einlief, hatten sich die Herren Provinzral- direktor Dr. Breidert, Polizeiamtmann Hechler, Oberbürgermeister Mecum, Ä. Magnificenz Universitäts- Rektor Prof. Dr. Krüger und Bezirkskvmmandeur Lckerft- leutnant v. Mosch eingesunden. Ter Landesfürst bestieg seine eigene Equipage, die bereits vorgestern hier eingetroffen war. Neben ihm nahm der Staatsminister Dr. Rothe Platz. Vor dem Bahnhof hatte sich eine himdertköpfige Menschennrenge eingefunden, die Se. Kgl. Hoheit mit begeisterten Hochrufen begrüßte. Se. Königl. Hoheit trug duntlen^Zivilanzug und Cylinder. Das Aussehen des hohen Herrn ist vortrefflich, die Gesichtsfarbe sehr frisch. Die lebhaften Begrüßungen seitens des Publikums schienen ihn sichtlich zu erfreuen, er grüßte lächelnd nach allen Seiten. Den zweiten Wagen bestiegen ProvinHialdirektor Dr. Breidert und Polizeiamtmann Hechler, den dritten Oberbürgermeister Mecum und S. Magirifizenz Rektor Prof. Dr. Krüger. Es folgte nun die Fahrt durch die Bahnhosstraße, Alice- straße, LuDwigstraße, Ludwigsplatz, Grünbergerstraße nach dem Ausstellungsplatz.. Auch auf der Fahrt wurde der Groß- Herzog von dem Publikum, das überall Ausstellung genommen hatte, lebhaft begrüßt. Ter Bahnhof war außerordentlich schön geschmückt mit Fahnen, Guirtanden und Tannengrün, mehrere Ehren- psorten mit Lenr hessischen Wappen unbi Willkommensprüchen waren am Bahnhof und den zu passierenden Straßen er-- richtet. Die Stadt selbst und die öffentlichen Gebäude hatten reichen Flaggenschmuck angelegt. Hier trafen die Wagen um 1/4 nach 12 Uhr ein. Am Eingang au der Grünbergerstraße gab es eine kurze Begrüßung pos hohen Herrn. Oekonomierat Sch lenke richtete folgende Worte an S. K. Hoheit: Ew. SUnigL Hoheit wollen mir alleranädigst gestatten, Namens osr Landwirte der Provinz Oberheffen Ew. Königl. Hoheit aller- untertänigst begrüßen zu bürjen und den Dank der Bevölkerung auszusprechen dafür, daß Ew. Königl. Hoheit die Gnade hatten, unsere landwirtschaitliche Provinzialausstellung zu besuchen. Dieser hohe Besuch wird sür uns ein Ansporn sein, sortzufahren in dem Bestreben, das landwirtschastliche Gewerbe zu iördern zum Wohl des ganzen Hessenlandes. Wir sehen in Ew. Königl. Hoheit den hohen Schutz- und Schrnnherrn auch des landwirtschasllichen Gewerbes und sprechen alleruntertänigst den Dank aus für das hohe Interesse, welches Ew. Königl. Hoheit durch den Besuch der Ausstellung für unser Wohlergehen bet unten. Daraus nahm der Wnigl. Landrat v. Heimburg aus Biedenkopf im Namen der preußischen Kreise das Wort zu folgender Ansprache: Euere Königliche Hoheit wollen in Gnaden gestatten, daß ich tm Namen des Verbandes unserer Herdbuchgesellschaften, insonderheit namens der preußischen Teile derselben, die hier im Groß- herzogtum eine so gastliche Aufnahme gefunden haben, unseren untertänigsten Tank ausspreche für die hohe Ehre, welche uns durch den Besuch Eurer Königlichen Hoheit zu teil geworden ist. Das Wohlwollen, welches Eure Königliche Hoheit stets dem Viehschlag unserer heimatlichen Scholle entgegengebracht haben, den Vogelsbergern, welche alles leisten, was der Landwirt unseres Höhenlandes nur verlangen kann, ist uns ein steter Ansporn gewesen, in der Reinzucht und Veredelung unseres heimischen Viehes ständig weiter fortzuschreiten. Möchte die heutige Ausstellung, aus der wir unsere züchterische Arbeit der letzten Jahre vor Augen führen wollen, dieses Wohlwollen Eurer Königlichen Hoheit uns auch ferner erhalten. Schließlich brachte Oekonomierat Schienke noch ein begeistert aufgenommenes Hoch auf S. K. H. ben Groß- Herzog aus, worauf der hohe Gast, geleitet von der: Herren des g eschüftsführenden Ausschusses, einen Ruudgang durch die Ausstellung unternahm. Zunächst betrat Se. Kgl- Hoheit Die Stallungen für das Vogelsberger Vieh, dann sah er sich die Simrnen- thaler an; ferner die Pferde, die fti-egen re. re. Zum Sastuß begab er sich durch den Maschinenpark zur wissenschaftlichen Abteilung. Als man am Kleinvieh vorbeiging, wobei das Publikum ganz nahe herantreten durfte, richtete Se. Kgl. Hoheit auch an einzelne Aussteller verschiedene Fragen, die ihre prompte Alttwort sanden. Die Dampsmaschtnen waren größtenteils in Betrieb. Der Rundgang dauerte länger als beabsichtigt war; es war bereits nach i/22 Uhr, als man am Hauptgebäude anlangte. Dem Rundgange folgte im Hauptgebäude des Ausstellungsplatzes das Festmahl. Das Festessen brachte folgende Speisenfolge: Königin-Suppe, Zanderfilet ä la Cardinal mit Kartoffeln, Boeuf ä la mode mit SJtaccarom, Junger Hahn mit Salat und Kompott, Eis, Käse und Butter. Links von Sr. Kgl. Hoheit dem Großherzog saßen folgende Herren: Oekonomierat Schiente, Univ.-Rektor Prof. Dr^ Krüger, Geh. Negierungsrat Federath, Oberbürgermeister Meeum, Landrat Ley (Weilburg), Oberstleutnant v. M 0 sch (Gießen), Landrat Dr. Sartorius (Wetzlar), Korn-Rat Gail (Gießen) und Major Zahn; rechts vom Großherzog: Fürst Solms zu Hohensolms- Li eh, Oberpräsidialrat M eurer, Landgerichtspräsident Kullmann, Geh. Rat Professor Dr. Gaffky, General v. Waälter. Landrat v. Wussow, Oekon.-Rat Dett- weil er, RegierungSrat Dr. Wagner, Polizeiamtmann Hechler, Regierungsrat Dr. Heinrichs und Regiemngs- afsessor Draudt; gegenüber links: Kreisrat Dr. Wallau, Oberlandesstallmeister v. Willich, HanL Riedesel Frhr. zu Eisenbach (Lauterbach), Landrat Frhr. Schenk zu Sch meins berg (Kirchhain), Kreisrat Dr. Melior (Alsfeld), Hauptmann Schäffer v. Bernstein, Kreisrat Fey, Regierungsrat Frhr. v. Starck, Kreisamtmann Kranzbühler, Dr. v. Peter, Kreisamtmann Spamer; gegenüber rechts: Staatsminister Dr. Rothe, Landrat v. Heimburg und Provinzialdirektor Dr. Breidert. Reden wurden bei dem Essen nicht gehalten. Die Tafel war herrlich geschmückt. Die Wände der Festballe waren hübsch hergerichtet mit Wappen rc.; am Dache hingen Guirlanden rc. Die Tafel des Großherzogs war von dem übrigen Teil der Halle durch Blumenstöcke rc. getrennt. Frankfurter Kellner bedienten. Tie Tafelmusik wurde ausgeführt von der Kapelle des Infanterie-Regiments Nr. 116 unter Leitung des Großh. Musikdirektors C. Krauße. Der Spielplan brachte an erster Stelle eine Originalkomposition, ,^Hesse Darmstädter sain wir", Jubelfestmarsch zur Hundertjahrfeier des 2.Bataillons, komp. von Dir. Krauße. Weiter gab's noch u. a. ein Solo sür Posaune von HÄ. Trinks. Nach Aushebung der Tafel überreichten die Wirte Trescher u. Schroedel dem Großherzog zum Andenken an den Tag einen prächtigen Obst- und Blumen- korb. Nach dem Diner begab sich Se. Kgl. Hoheit in seiner Equipage nach der Wohnung des Provinzialdirektors Dr. Breidert zum Thee. Geladen waren hierzu außer dem Gefolge des Großherzogs die Herren Oekonomierat S ch l e n k e, Kreisrat Dr. Wallau und Landrat v. Heimburg- Biedenkops. Um 4.45 Uhr nachmittags hat Se. Kgl. Hoheit Gießen wieder verlassen. Es hat einen ganz eigentümlichen Reiz, diese Ausstellung in ihrer bunten Zusammensetzung von lebenden und toten landwirtschaftlichen Produkten zu übersehen, die doch eine einheitliche, eindringliche und so gemütlich unmittelbare Sprache redet. Tas alles, was uns da sich Leigt, ist ja kein totes, aufgespeichertes Material, wie in den meisten andersartigen Ausstellungen, sondern eine Fülle lebender und fortlebender Erzeugnisse, die uns in ein bewegliches Getriebe frischer Kräfte der Natur hineinstellt. Wir hören das Wiehern der Pferde, das Brüllen des Viehes, wir sehen die Bereitschaft der Maschinen, die nur daraus zu warten scheinen, daß der Landmann sie in seine Hände nehme, um die Felder damit zu bestellen. Und die vielen Menschen, die da auf dem Platze umhereilen, da sehen und hören, dort rufen und die Angebote sür Hunger, Durst und Bequemlichkeit in Anspruch nehmen, scheinen sich alle zu freuen und dieser frischen, bäuerischen Atmosphäre sich bewußt zu werden. Wir unternehmen von der mit Tannenzweigen überdeckten und geschinückten Festhalle aus einen Rund gang durch den Platz und betreten zunächst den langen P s e r d e^ stall, der über 50 prächtige Rassepferde enthält. Die wohlgenährten Tiere, die auf beiden Seiten in reinlichen Einzelpferchen angefesselt sind, bieten einen herzerfreuenden Anblick; die Stuten mit ihren runden, glänzenden Formen ebensowohl wie die feurigen Hengste, die den gleichzeitigen Durchgang einer größeren Menschenmenge beinahe gefährlich machen könnten. Gestern nachmittag mußte ein solches lebhaftes Tier, als es mit den Husen gegen die Bretterwand donnerte, aus seiner etwas zu engen Behausung entfernt werden. Nachdem wir auf dem mittleren Durchgang durch den Stall den Ausgang erreicht haben, stehen wir vor der Pforte eines anderen Stalles: für Simmentaler Rind. Was sind das alles für prächtige, hellfarbige Tiere! Tas ist denn doch eine andere Art wie die, mit dec wir gewöhnlich aus unseren heimischen Feldern unsere Bauern pflügen und ackern sehen! Wir haben gestern bereits mehrere dieser Simmentaler Tiere auf dem Weg nach dem Ausstallungsplatz gesehen, auf dem sie langsam und von den ungewohnten Anstrengungen sichtlich ermüdet, dahinschritten. Als dann in der: Ställen chr lautes Brüllen offerrbar auf Hunger deutete, ließen einige der Aussteller, die die Tiere während der Ausstelllmg selbst verfüttern, vernehmen, daß der Futtertransport noch nicht an gelangt sei. Heute scheint diese Kalamität beseitigt zu sein. Der nächste Stall zeigt uns das braunfarbige Vogelsberger Rind. Auch hier fallen prachtvoll gestaltete Tiere ins Auge. Besonders einzelne Bullen, junge und alte, sind in Prachtexenrplaren vertreten. Da steht so ein Alter — wir meinen da gerade einen aus O b e r - Hörgern — mit mächtigem Vorderbau, fett und zottig, wie ein Büffel, mit einem ungeheuren, langen Körper, und die edle gerade Linie vom Nacken bis zum Schwänze kennzeichnet seinen Wert. Ta liegt so ein junges Tier mit ganz charakteristischem, oben breiten und 311 den Kiefern fein zugespitztem Kopf, mit den runden, tlotzeu- den Augen und den kurzen Stierhörnern. Ein Tiermaler müßte jubeln beim Anblick dieser Kraftstrotzen: den Vertretern des Tierreichs. Und mm kommen wir zu dem Heineren, gluckenden, gackernden, blökenden, meckernden und grunzenden Getier. Alle diese durch ihre Stimmen, über, tufert wohllautendste Eigentümiicyte-en sich nachdenken und streiten läßt, fest- gejtellten Haustiere treffen wir nacheinander rund um den Platz an. Mancher bevorzugt die Hühner, mancher die Tauben, ein anderer die Schafe; unserem Begleiter hatten es die Ziegen angetan; aber ist nicht auch das Schwein, so fett und faul es auch immer ist, ein liebes, 'gutes Haustier? Uns waren alle Gattungen gleich teuer. Und den Züchtern, die sie gastlich hier zusammengebracht haben, gebührt, auch wenn sie nicht alle Preise bekommen, gerechte Anerkennung. Von den Schweinekofen gehen wir weg auf der gewöhn- lichen Straße über den Trieb zu dem Tell der Ausstellung, der die landwirtschaftlichen Maschinen, Geräte und Bedarfsartikel beherbergt. Erne große Anzahl von Neuheiten der Erfindungen und Konstruktionen tritt uns da entgegen. Wir müssen diese Sammlung der zwar meist eisernen, aber leichten und beweglichen Geräte noch einmal genauer untersuchen und später eingehender darauf zurückkommen. Die Geschirr- und Wagenfabrik von Au g. Kilbinger hat sogar Pferde auf Rollen ins Geschirr gesteckt, die uns wie lebend anmuten. Wir besuchen noch ein Zelt, in dem Erzeugnisse der Bienenzucht ausgestellt sind, gefüllte Honiggläser in allen Größen, auf hübschen Gestellen geschmackvoll arrangiert. Der Honig selbst ist auch geschmackvoll und wird während der Ausstellilngstage von den Imkern zum Verkauf feilgeöoten. Nachdem wir unsere Schritte noch zu der Obstaus- stelllung aus der Liebigshöhe gelenkt haben, die sehr reichlich und verlockend beschickt worden ist, sind wir mit unserem Rundgang zu Ende. Vom Musikpavillon ertönen die Klänge der 11b er Kapelle und drüben, vom Jux platz her hören wir den Jubel der Belustigungen, die schon flott im Gange sind. Ausland. London, 9. Sept. Nach einer Meldung des „Dailh Telegraph^ gedenkt die Königin Wilhelm in a der Niederlande mit ihrem Gemahl den Z a r e n z u besuchen. Die Reise dürfte jedoch nicht vor nächstem Frühjahr unter nommen werden. Basel, 9. Sept. Die von der Inte rnativnalerv Vereinigung für gesetzlichen Arbeiter schütz eingesetzte Kommission versammelte sich hier heute nachmittag. Anwesend waren 30 Delegierte, darunter die Re- gierungsvertreter Oesterreichs, Belgiens, Frankreichs, Italiens, Luxemburgs, der Niederlande und der Schwerz. Die Kommission nahm in der Frage des Verbotes der Nachtarbeit der Frauen einen Beschlußantrag Mille- rand-Berlepsch an. Das Bureau der internationalen Vereinigung für gesetzlichen Arbeiterschutz solle den schweizerischen Bundesrat ersuchen, eine intetnationale Regierungskonferenz einzuberusen. Wegen eines besseren Schutzes der in gesundheitsschädlichen Betrieben beschäftigten Arbeiter wurde eine Resolution angenommen, welche den Abschluß eines internationalen Vertrages betreffend das Verbot der Verwendung weißen Phosphors in der Zündwarenindustrie verlangt. Budapest, 10. Sept. Gestern abend demonstrierten in Großwardein die Sozialdemokraten, denen die Abhaltung einer 'Protestversammlung gegen die Zurückbehaltung der Drittjährigen verboten wurde. Die Demorr- ftranten durchzogen die Straßen und zertrümmerten die Fenster vieler öffentlichen Gebäude durch Steinwürfe. Aus die einschreitende Polizei wurden aus der Menge auch Revolverschüsse abgegeben, wodurch drei Polizisten verwundet wurden. Nach Vornahme mehrerer Verhaftungen wurden die Demonstranten auseinandergetrieben. Aus Stad! und Kund. Gießen, den 10. September 1903. ** Neuer Roman in den Familienblättern. Heute beginnen wir in den Familienblättern mit dem Abdruck des Romans „Das Fischermädchen von der Bretagne" von B. W. Howard. Die Heldin der überaus fesselnden und spannenden Erzählung ist Guenn Rodellec, ein einfaches Fischermädchen und, wie der berühmteste deutsche Nooellendichter der Gegenwart, Paul Heyse, urteilt, ,eines jener dichterischen Geschöpfe, die sich mit unauslöschlichen Zügen der Erinnerung eingraben." Das Buch hat uns in vieler Hinsicht an den in vielen Millionen von Exemplaren in der ganzen Welt verbreiteten Roman „Trilby" des Franzosen Du Mouriez erinnert, den er, was den unterhaltenden und menschlich nahegehenden Inhalt anlangt, noch übertrifft. Sicher werden alle unsere Leser den Roman bis zur letzten Zeile mit außerordentlicher Spannung lesen und denselben Eindruck haben, den wir mit Paul Heyse empfanden, welcher dem Verfasser nach der Lektüre des Buches schrieb: „Seit ich es zu Ende gelesen, hat mich der tiefe Eindruck dieser in all ihrer Einiachheit so ergreifenden Geschichte nicht verlassen, und es drängt mich, Ihnen zu sagen, wie aufrichtig ich Ihr Talent der Eharakreristik, der glücklichere Gruppierung und Hon- iraslierung der Gestalten, der Beherrschung aller Darstellungsmittel bervurrdere." Der Roman wird, dessen sind wir gewiß, in allen Kreisen die günstigste Aufnahnre finden. — Die nächste Nummer der Familienblätter erscheint am Samstag nachmittag. ** Das Großh. Regierungsblatt Nr. 46 enthält folgende Verordnung, die Zulassung von VolkSschul- lehrern zu akademischen Studien betreffend: „Volksschullehrer und Schulamtsaspiranten, die in der Entlassungs- prüfung an einem hessischen Schultehrerseininar die erlte, in der Desinitorialprüfung die erste oder die zweite Note erhalten und sich im praktischen Schuldienst bewährt haben, können, sofern sie mindestens drei Jahre an öffentlichen Schulen des Landes tätig gewesen sind, von: Ministerium des Innern für die Dauer von drei Jahren zum Besuch der Landesuniversität beurlaubt und in diesem Falle als ^Studierende der Pädagogik* zur Immatrikulation in der philosophischen Fakultät zugelafsen werden. Der Abschluß der akademischen Studien erfolgt bei den Studierenden der Pädagogik durch eine besondere Prüfung, die frühestens nach Ablauf von fünf Studienhalbjahren abgelegt werden kann. Die näheren Bestimmungen werden vom Ministerium des Jrmern erlasien. Volksschullehrer und Schulamtsaspiranten, die zum Besuch der Landesuniversität beurlaubt werden, haben während des Urlaubs Femen Anspruch auf ihr Diensteinkommen. * Dieser Verordnung ist eine Prüfungsordnung für die Studierenden der Pädagogik angefügt. Danach wird die Prüfung schriftlich und mündlich abgehalten. In gewisien Gegenständen sind außerdem praktische Fertigkeiten nachzuweisen. In der schriftlichen Prüfung sind Hausaufgaben und Klausuraufgaben zu bearbeiten. Prüfungsgegenstände sind: A. für jeden Kandidaten: 1. Philosophie nebst Pädagogik, 2. Schulgesundheitspflege; B. nach Wahl des Kandidaten: 1. Deutsch, 2. Französisch, 3. Geschichte, 4. Geographie, 5. Mathematik, 6. Physik, 7. Chemie und Mineralogie, 8. Botanik und Zoologie. Von den unter B aufgeführten Prüsungs- gegenständen hat der Kandidat mindestens zwei zu wählen, und zwar entweder aus den Gegenständen unter Nr. 1—4, oder aus den Gegenständen unter Nr. 4—8. r. Der hessische Landwirtschaftsrat hat sich über den ihm von der Großh. Staatsregierung zur Begutachtung oorgelegten Gesetzentwurf bezüglich der Errichtung einer staatlichen Schlachtviehversicherung dahin ausgesprochen, daß er die Einführung einer allgemeinen obligatorischen Viehversicherung für zweckmäßiger und vollkommener halte, sie auch für einfacher und weniger kostspielig gegenüber der Durchführung einer obligatorischen Schlachtviehversicherung erachte. Für den Fall, daß aber die Großh. Regierung mit Rücksicht auf die finanzielle Lage und die Wünsche der zweiten Kammer an der Vorlage eines Schlachtviehversicherungs-Gesetzentwurfs sesthalten wolle, beantragt der Landwirtschastsrat wenigstens die Berücksichtigung wesentlicher Abänderungsvorschläge, so namentlich die Festsetzung gleicher fester Beitragsleistungen für alle Versicherten, die Uebernahme eines Teils der Ent- jchädigungskosten durch den Staat nach den: Vorbllde aller anderen Bundesstaaten, die Ausschließung der Hausschlacht- uugen aus dem Versicherungsgesetze, um die in dein Gesetzentwürfe vorgesehene Ausdehnung des Schlacht- und Fleischbeschauzwanges auf diese zu verhindern. ** Hessisch-Thüringische Staatslotterie. Bei der heute fortgesetzten Ziehung der 6. Klasse fiel ein Gewinn von 50 000 Nck. auf Nr. 19753 (in die Kollekte von Jughardt u. Balser, Gießen), drei Gewinne von 10 000 Mk. auf Nr. 5426, 17187 (beide nach Darmstadt) und 87160 (nach Jena), Gewinne von 5000 Mk. aus Nr. 30732 60322 61296 62034 69837, Gewinne von 3000 Mk. auf Nr. 764 10844 12359 13644 24894 27703 32805 34391 38314 43345 49139 59199 59905 70034 79216 77768 82989 88883 90849 96522. (Ohne Gewähr.) ** Zur Denkmalspflege für die Altertümer und baulichen Gegenstände der Provinz Oberhessen ist unterm 27. August der Professor an der technischen Hochschule zu Darmstadt, Heinrich Walter, im Nebenanrte definitiv ernannt worden. r. Mainz, 9. Sept. S. K. H. der Großherzog hat heute gegen mittag Mainz wieder verlassen und sich nach Schloß Wolfsgarten begeben. Gestern abend leistete der Großherzog einer Einladung des Oberbürgermeisters Dr. Gaßner zum Souper Folge und verweilte dabei bis 2 x/2 Uhr nachts. Vermischtes. * Straßburg, 9. Sept. Dem „Schlettst. Tagebl." zufolge kam es am Schlüsse des Kreisfeuerwehrtages in Schlettstadt zu groben Ausschreitungen. In einer Wirtschaft entstand am Abend eine Schlägerei. Einer der Beteiligten, ein gewisser Kellers, wurde nach heftigem Widerstande verhaftet und auf die W a ch e gebracht. Er zerbrach hier die Fenster, um zu entkommen, zog sich aber dabei starke Verletzungen an den Händen zu. Eine inzwischen angewachsene Menge folgte dem Vorgänge mit wachsender Erregung und verlangte schreiend und tobend feine Freilassung. Es wurde ein Angriff aus das Wachtlokal gemacht und seine Fenster und Türen mit Steinen beworfen. Schließlich wurde Militär herbei- gerusen, um die Ordnung aufrecht zu erhalten. Ein Kommando von 30 Mann erschien, fand aber nichts mehr zu tun. Nach zwei Stunden rückte das Kommando wieder ab. Gestern abend wiederholten sich die Tumulte, ein Polizeibeamter wurde tätlich angegriffen und mit Anbruch der Dunkelheit kam es wieder zu Aufläufen, die wieder zu einem Angriff auf das Wachtlokal führten. Dabei erhielt einer der Angreifer einen Säbelhieb über den Kopf und mußte verbunden werden. Erst um 1 Uhr zeigte der Platz wieder sein gewöhnliches Aussehen. — Eine andere Version über diesen Tumult gibt der „Elsässer". Als Veranlassung der Szene bezeichnete der „Elsässer" das Gerücht, der Polizist Schäffer hätte einen Betrunkenen auf dem Gesicht durch die Straßen geschleift, außerdem sei der Betrunkene auf der Wache ge prügelt worden. Der Menge habe sich daraufhin eine gewaltige Aufregung bemächtigt, die sich namentlich gegen den Polizisten richtete. Man verlangte die Freilassung des Verhafteten, von dem es hieß, es sei ihm ein Säbel über den Rücken geschlagen worden. Man wisse nicht, ob er noch lebe ic. Der Polizeikommissar konnte sich kein Gehör verschaffen. Dem Bürgermeister wurde gesagt, er solle die Leute wegbringen, die Bürger tot schlag en, und dergl. Nun wurde der Verhaftete freigegeben. Man habe ihn auf den Schultern weggetragen und den Arzt rufen lassen. Als die Menge stehen blieb, sei em Zug Jäger mit scharfen Patronen erschienen, die Menge sei über diese Maßnahme, die sie für überflüssig hielt, erst recht in Wut geraten. Die Tätigkeit der Menge habe sich darauf beschränkt, hoch zu rufen oder zu lachen, wenn der Polizeikommissar kam, oder zu schreien, Polizeidiener Schäffer müsse weg. * Wien, 9. Sept. Der 21jährige Sohn des hiesigen Bildhauers Laubheimer ist vom Hochtor abgestürzt. * Wien, 9. Sept. Aus Wodnian wird gemeldet, daß bei dem Manöver fünf scharfe Schüsse auf einen Oberst abgegeben wurden, ohne ihn zu verletzen. Die Hebungen wurden sofort eingestellt, die Täter sind noch nicht ermittelt. * Budapest, 9. Sept. In der Gemeinde Endred bei Oedenburg kamen bei einem Brande vier Kinder und zwei Frauen um. • Odessa, 9. Sept. In Kischinew schoß eine Abiturientin des Gymnasiums aus den Direktor der Stadt-Kreditgesellschast Laso, chren Geliebten, und verletzte ihn tätlich. Kirchliche Nachrichten. Gottesdienst der israelitischen Religlonsgesrllschast. Sabbathfeier am 12. September 1903. Freitagabend 6.20 Uhr. Samstag Vormittag 8 Uhr. 9tad)iniüag 4 Uhr. Sabbathausgang 7.35 Uhr. Wochengottesdienst: Morgens 6.00 Uhr, abends 6.00 Uhr. Neueste Meiaullgeu. Originaldrahtmelduugeu des Gießener Anzeigers. Berlin, 10. Sept. Der bekannte Darsteller des Berliner Theaters, Harry Walden, der vor einigen Monaten in einer delikaten Angelegenheit viel von sich reden machte, ist verschwundem Im Berliner Theater mußte deshalb gestern in letzter Stunde eine Abänderung des Spielplanes erfolgen. L. Kiel, 10. Sept. Tas Mcrrinekriegsgericht verurteilte den Korvettenkapitän Berger zu 5 Tagen Gefängnis wegen Mitzbrauchs der Tienstgewalt, den Kapitänleutnant Memminger zu zwei Tagen Stubenarrest wegen Erstattung falscher Ttenstmeldungen und Ausstellung falscher Dienstatteste. Berger war Kommandant und Memminger 1. Offizier des Kreuzers „Geyer" in Ostasien. Die Oeffenllichkeit war während der Verhandlung ausgeschlossem Königsberg i Pu, 10. Sept. Die Meldungen über Vorkommnisse beim Manöver des 2. Armeekorps sind übertrieben. Es ist nur ein Todesfall infolge von Krämpfen vorgekommen, ferner sind zwei Soldaten an H i tz j ch l a g erkrankt. ©rauben3, 10. Sept. Die Strafkammer verurteilte den städtischen Gasanstalts-Direktor Hausfelder wegen Vergehen im Amte zu 1100 Mark Geldstrafe. Saarbrücken, 10. Sept. Heute früh 6 Uhr wurde der am 15. April d. Js. vom hiesigen Schwurgericht wegen Gattenmordes zum Tode verurteilte Bergmann Trouvain aus Buprich mit dem Fallbeil hingerichtet. Die Hmrichtung vollzog der Scharfrichter Engelhardt aus Magdeburg. Trouvain hatte am 1. Dezember v. Js. seine Frau mit einem Beile erschlagen, um feine Geliebte heiraten zu können, mit der er bereits zwei Kinder hatte. Der Mörder verbrachte feine letzten Stunden reuig und unter großer Unruhe. Paris, 10. Sept. In Vichy verhaftete die Polizei wegen Betruges den Grafen Georg Rode, der im Jahre 1875 in Petersburg geboren ist Derselbe gab sich als russischer Offizier aus. Gewisse Dokumente, die man bei ihm fand, lassen darauf schließen, daß Rode Mitglied einer nihilistischen Gesellschaft ist. _ Marseille, 10. Sept. In dem Hauptacbaude erner Kartonfabrik zu Giry hatte man nach dem Löschen emeS Brand es die Tore der Fabrik schließen lassen, da unter den Arbeitern eine ansteckende Krankheit ausbrach, Es wurden bisher 8 Fälle konstatiert, von denen 5 tödliche verliefen. Indessen deutet nichts darauf h-m, daß diese Krankheit die P e st sei. Mehrere Aerztc äußerten die Ansicht, daß es sich um in f e ktiös e Br o n cho pn eum o nie handle. Eger, 10. Sept. Die Polizei verhaftete einen Mann, welcher sich Hüller aus Kaiserslautern nennt, ^^.^^flben wurden Wertpapiere in Höhe von 4 0 000 Mark gefunden, welche offenbar aus Diebstä hl e n her rühren. Budapest, 10. Sept. Bei der Direktion der ungarischen Levantegesellschaft eingetroffene Nachrichten stellen es außer Zweifel, daß die Explosion auf dem Dampfer „Vas k apu" von b u l g ar i s ch en Re vo lu- tionären mittels einer Dy n a m i tb o m b e tzervorge- rufen worden ist. Zwei in Vorna eingetroffene Passagiere haben sich gleich nach der Explosion auf einem Rettungsboot ins Meer hinabgelassen und sind seitdem verschwunden. Die beiden — es waren Bulgaren — hatten die Bombe an Bord gebracht. Sofia, 10. Sept. Vom Ausstandsgebret in Macedonien liegen eine Reihe von Nachrichten vor, denen zufolge in der Umgegend von Monastir die Aufständischen in drei blutigen Treffen geschlagen wurden. In dem Kamps bei Klissura sollen von den Aufständischen 4 Woiwoden und 50 Mann, von den Türken» 2 Obersten und 80 Mann gefallen sein. — Der bereits tot gesagte Boris Sarafow soll mit 800 Mann im Bezirk von Castoria stehen, wo er in den letzten Tagen ein heftiges Treffen bestanden haben soll. — Der Kriegsminister soll in Konstantinopel mit aller Macht auf die Kriegserklärung gegen Bulgarien hindrängen, da die Lage in Maee- donien völlig unhaltbar geworden und eine andere Lösung unmöglich sei. ™ x Konstantinopel, 9. Sept. (Wiener Korr.-Bur.) Der Vali von Damaskus, Nazim Pascha, welcher beauftragt ist die Ruhe wieder herzustellen und dre Untersuchung über die letzten Ereignisse ' zuleiten, ist mit zwei Bataillonen in Beirut eingetroffen. Zahlreiche Unruhestifter wurden verhaftet. Einige derselben sollen verbannt werden. In Beirut herrscht jetzt wieder Ruhe. Kapstadt, 10. Sept. Gestern wurden 12i/2 Millio- neu Pfund Gold nachEngland transportiert. Es ist dies die größte Geldsendung, welche feit dem Kriege ausgeführt worden ist Telephonischer Kursberichte Frankfurt a. Jl.« 10. September 1903. 372% Reichsanleihe . . 101.35 30/0 do. ... 89.45 3l/i°/c Konsole .... 101.45 3% do.....89.55 3%% Hessen .... 100.00 37a% Oberhessen . . . 99.20 4% Oesterr. Goldrente . . 102.10 476% Oesterr. Silberrente 85.56 4% Ungar. Goldrente . . 99.90 4°/j Italien. Rente . . . 102.30 4v!t% Portugiesen ... 50.50 30/ Portugiesen.....30.80 1% C. Türken .... 33^0 Türkenlose......126.40 4°/o Griech. Monopol.-Anl. 43.80 47, % äussere Argentiner 42.10 3% Mexikaner ... 27.— 4%% Chinesen .... 92.50 Electric. Sohuckert . . . 97.20 Nordd. Lloyd . . . . 101.00 Kreditaktien..... 202.40 Diskonto-Kommandit. . . 187.25 Darmstädter Bank . . . 136.40 Dresdener Bank .... 146.30 Berliner Handelsges. . . 153.00 Oesterr. Staats bahn . . . 139.70 Lombarden ..... 16.90 Gotthardbahn ..... 189.00 Laurahütte 229.00 Bochum ....... 186.00 Harpener......182.50 Tendenz: fest. Adreßbuch her AM m) des Kreises Gieße». Bestellungen auf das Adreßbuch _ zum Vorzugspreise von Mk. 2.50 werden in unserer Geschäftsstelle und durch unsere Zeitnugs- träger entgegengenommen. — Wir weisen wiederholt darauf hin, daß unser Kreis-Adretzbttch das gesamte Adreffeamaterial der Stabt Gießen und der sämtlichen Laudorte des Kreises in übersichtlicher und genauester Anordnung enthält. Merlag des Gießener Anzeigers. Brühl'sche Druckerei. Bekanntmachung. Der 2jährige Sohn des Bäckers Gotthilf Gaiser in Dreihaufen, Kreis Marburg, namens Hermann, ist feit dem 28. Mai d. Js. verschwunden. Der Vater ist verdächtig, das Kind ausgesetzt oder vorsätzlich bei Seite geschafft zu haben. Er bestreitet die Anschuldigung und giebt an, das Kind fei ihm auf dem Hauptbahnhof in Frankfurt a. M. von einer unbekannten, schwarz gekleideten Frau aus dem Wartesaal 12. Klaffe weggeführt worden, während er eine Fahrkarte gelöst habe. Das Kind war bekleidet mit einem bunt karrierten Kleide und einer weißen, gestrickten Mütze, schwarzwollenen Strümpfen und schwarzen Schnürschuhen; es wird als ein hübscher, kräftiger Junge geschildert, mit blauen Augen, blonden Haaren und blühender Gesichtsfarbe. Der Angeschuldigte ist ein 22 jähriger, kräftiger Mann; er wrll mit seinem Söhnchen in Frankfurt a. M. mit dem Zuge von Gießen 9« angekommen sein und in Frankfurt eine Wirtschaft, Ecke Kronprinzen- und Weserstraße, besucht hoben. Wer über den Verbleib des Kindes Angaben machen oder sonst Tatsachen mitteilen kann, die zur Aufklärung dienen können, wird dringend ersucht, hiervon dem Unterzeichneten zu den Akten 3. J. 435/03 Kenntnis zu geben. Marburg, den 8. September 1903. 6800 Der Untersuchungsrichter beim Königlichen Landgericht. Vergebung. Es soll vergeben werden die Lieferung von ungefähr 51000 kg Roggen-, Weizen- und Staubmehl, 100 000 kg Speisekartoffeln, 20 Tonnen Heringen. Kostenfreie, verschlossene und mit entsprechender Aufschrift versehene Angebote werden erbeten bezüglich des Mehls bis zum Eröffnungstermine: Montag den 21. September 1903, vormittags 10 Uhr, und der übrigen Gegenstände bis zum Eröffnungs- termine: Freitag den 9. Oktober 1903, vormittags 10 Uhr. Bezüglich der Kartoffeln, die im Angebote mit der Sorte näher zu bezeichnen sind, sind auch Angebote von Teillieferungen von nicht unter 2500 kg zulässig. Ein Teil der Kartoffeln, etwa 40 000 kg, ist erst im Februar 1904 zu liefern. Die Bedingungen liegen während der Diensistunden auf der Geschäftsstube des Großh. Oekonomen bezw. Großh. Werkmeisters offen, können auch gegen Zahlung von 70 Pfg. abschriftlich bezogen werden. Für die Angebote ist ein besonderes Formular vorgeschrieben, das zum Preise von 10 Pfg. erhältlich ist. Zuschlagsfrist 14 Tage. Butzbach, den 5. September 1903. Direktion der Großh. Zellenstrafanstalt. Clement «785 6798 Ler Finanz- liiiis Mssiings-MM Li 6786 der Zutritt jedermann gestattet. Gießen, den 10. September 1903. Emma Sander Stephanstrasse 29. s L Lllllhw. PminM- Uh MaM-AiHellW Gießen. Wir bringen hierdurch zur allgemeinen Kenntnis, daß die Ziehung der mit der landwirtschaftlichen Ausstellung verbundenen Verlosung Dienstag den 15. September 190», vo» 2 Uhr nachmittags ab, auf dem Festp Latze und zwar in dem Saale der Restauration „Liebigshöhe" stattsindet. Die Verlosung ist öffentlich und k N Xlaifiereittrriclrt beginnt wieder Montag den 14. September. Von den TWmHmkiM iw Aüt Amberg wurden am Heutigen durch Auslosung zur Rückzahlung Ende Dezember l. I. bestimmt: A. Bon dem Arrlehen im Jahre 1861 Lit. A Nr. 35 ä 100 st. ßl und 10 ä 200 st. ' C , 78 ä 500 st. B Bon dem Anlehen im Jahre 1888 Lit. C Nr. 1 ä 1000 Mk. r Bon dem Anlehen im Jahre 1895 Lit. F Nr. 49 ä 200 Mk. , D , 33 ä 1000 , Grünberg, den 5. September 1903. Großh. Bürgermeisterei Grünberg. Zimmer._______________6730 Albängia Bersicherungs-Aktien-Gesellschast Hamburg schließt Unfallversicherungen mit und ohne Prämien-Rückgewahr, Lebenslängliche Kisenöahn-Zlniullvcrsicherungen gütig für die ganze Wett mit einmal. Prämienzahl, auf Lebenszeit, Seereäse-Unfaü-Versiches'ungesi für einzelne Reisen, Haftpflichtversicherungen /für Industrielle, Handel- und Gewerbetreibende, Landwirte und sonstige Berufe, für Private re., EinbruchdiebstahtVersicherungen für Geschäftsinhaber, Banken, Privathaushaltungen zc. Mäßige Prämien. Liberale Bedingungen. Jede weitere Auskunft wird gerne erteilt durch die General- Agentur Gießen: Adolf Schmidt, Laudgrafenstraße 5. NB. 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