Zweites Blatt. 153. Jahrgang Freitag lO.Jali ivyz Die Heutige Mmmer umfaßt 10 Seiten reib» 10 en 1 Amtliche Nachrichten über Viehseuchen. In der Gemeinde Ortenberg (Kreis Büdingen) ist die Schweinepest festgestellt worden. Auf dem Hofe Breitenhaide (Gemarkung Lißberg, Kreis Büdingen) ist die Schweinepest festgestellt worden. — Der Lloyddampfer „Eeydlitz" und der Dampfer , Marschall" von der deutschen Ostafrikalinie sind mit nehmern der Versammlung der Schiffsbautechnischen Gesellschaft heute ebenfalls iu Swinemünde eingetroffen, um wertere Teilnehmer aufz-unehnren. lungstermin erstattet werden können, fD hätte Regierungsassessor Emmerling noch bei demselben mitwirken können. Sich an den in der Folge stattfindenden Beratungen zu beteiligen, war er durch seine Versetzung gehindert. Schnlstrahe 7. Adresse Mr Depeschen: «nzetger Gieße«. Fernsprech anfchluß Nr. 51. Kekanntmachung. Betr.: Schweinepest zu Obbornhofen. Nachdem die Schweinepest in Obbornhofen erloschen und die vorschriftsmäßige Desinfektion der Seuchengehöfte erfolgt ist, wird die über den genannten Ort verhängte Ortsfperre, sowie die für die einzelnen Seuchengehöste angeordnete Gehöftsperre aufgehoben. Gießen, den 9. Juli 1903. Großherzogucyes nreisamt Gießen. I. V.: Dr. Kranzbühler. Vslttlsche Tagesschau. Manövergaste. Man schreibt unS aus Berlin, 9. Juli: Au dem diesjährigen, bekanntlich in Sachsen-Thüringen stattstndenden Kaisermanöver werden Einladungen an hochstehende und militärische Persönlichkeiten deS Auslandes dem Vernehmen nach in geringerem Umfange ergehen, als das bei den vorjährigen Hebungen in Brandenburg-Posen der Fall war. Englische und amerikanische Militärs dürften diesmal dem Kaisermanöver fernbleiben, zum Leidwesen der englisch-amerikanischen Journalisten, denen dadurch eine Gelegenheit zu Interviews entgeht, voll überlegener Kritik an der deutschen Armee, ihrer Leitung und Taktik. Soweit bis jetzt bekannt, werden ein russischer Großfürst und der Kronprinz von Dänemart' dem Manöver^ beiwohnen, an dem übrigens, wie nunmehr feststeht, auch der König von Sachsen aktiv sich beteiligt. Spezialzweck des Manövers ist, wie bereits früher erwähnt, die praktische Erprobung der neuen Rohrrücklauf-Feldgeschütze im größeren Gesechtsverband. Deutsches Reich. Berlin, 9. Julü Der Kaiser und die Kaiserin sind an Bord des „Meteor, bezw. der „U>una", begleitet von der „Hohenzollerrr" und dem „Sleipner", heute nachmittag in Swinemünde eingetroffen. Sitzung der Stadtverordneten. P. Gießen, 9. Juli. Heute nachmittag eröffnete Oberbürgermeister Mecum um 4 Uhr die Versammlung und machte derselben Mitteilung von dem Ergebnis der Submission betreffs der weiteren Vergebung der Arbeiten für die Kanal i- satron für das Innere der Stadt (wir haben über die Einzelheiten der Submission bereits in Nr. 156 eingehend berichtet). Der Oberbürgermeister verweist darauf, daß die niedrigste Forderung für die Arbeitsleistung die Firma Bauch in Peine mit 264 032.70 Mk. gestellt hat, die zunächst billigste Offerte ist die von der Firma Jäger und Rumpf in Hanau, welche auf den ersten Blick betrachtet, um 40000 Mark höher ist als das Angebot von Bauch. Es sei zu beachten, daß bei dem zur Vergebung kommenden Arbeitslos enge Gassen wie z. B. Sandgasse, Trillergasse, Rittergasse, Erlengasse und eine Reihe ähnlicher Gäßchen zu kanalisieren mit einbegriffen seien, und daß hier möglicherweise sehr erhebliche Arbeit geleistet werden müsse, für welche der Umfang oder die Menge zu einer Berechnung der Arbeit nicht vorher bemessen werden kann. Nehme man aber an, daß wahrscheinlich in diesen Gäß- x chen 150 Meter Tunnel gebaut werden müssen, und legt man hier die von Bauch einerseits und die von Jäger und Rumps andererseits geforderten Einheitspreise für diese 150 Meter Tunnelarbeit zu Grunde, so sei die Differenz zwischen' den beiden in Rede stehenden Offerten nur noch 30 000 Mark. Hierfür mußte das Tiesbauamt bei Prüfung der Offerte Bauch berücksichtigen, daß diese nur auf Grunds läge der der Firma nach Peine übersandten Pläne des Ausschreibens ihr Angebot berechnet hat, und von der Schwierigkeit der Bauausführung gerade in der Altstadt keine rechte Vorstellung haben konnte. Man hat deshalb an Bauch- nach Peine sofort gedrahtet. Der Unternehmer war auch hier gewesen, sei aber nach flüchtiger Prüfung der Situation mit dem Bemerken abgereist, er habe keine Zeit. Bauch, befragt, ob er schon Sielbauarbeiten ausgeführt, hat angegeben in Barmen und Hannover. Telegraphisch eingezogene Auskünfte hätten ergeben, daß B. in Barmen beim Stadtbauamt gar nickt bekannt sei, und daß er in Hannover wohl beim Bau der Pferdebahn, aber nicht bei Arbeiten der Kanalisation sich beteiligt habe. Ein weiterer' Vergleich der Bairchschen Offerte im einzelnen, mit den Offerten der drei sonst noch vorliegenden als leistungsfähig bekannten Firmen habe bei genauer Prüfung ergeben, daß Bauch in Peine sich verrechnet hat, so daß, wenn man ihm die Arbeit übertragen würde, er entweder Geld zulegen müßte, oder die Arbeit minderwertig herstellen würde. In Rücksicht hierauf und auf die negariven Auskünfte von Barmen und Hannover macht die Baudeputation der Versammlung den Vorschlag, Bauchs Offerte, welche dieser auch noch in letzter Stunde telegraphisch zurückgezogen habe, abzulehnen, dagegen soll das Angebot von Jäger und Rumps, mit deren bisher bereits ausgeführten Arbeiten man sehr zufrieden gestellt sich erklärt, angenommen werden. Die Stadtverordneten erheben den Antrag der Deputation zum Beschluß. Die Versammlung ist auch mit der freihändigen lieber-* tragung der weiteren Lieferung von Draß, sowie von Eisenteilen, welche durch Patent geschützt sind, an die seitherigen Lieferanten einverstanden, wobei für Traß der Preis um IMk. pro 100 Kilogramm ermäßigt wird, für die Eisenteile jedoch die alten Preise bestehen bleiben. — Das Gail'sche Ton werk hat mitgeteilt, daß es zum seitherigen Preise weitere Klinkerlieferungen nicht übernehmen könne, da es dabei nur nichts verdiene, sondern noch Geld darauf gelegt habe. Das Tiefbauamt hat darauf von den drei in Frage kommender Werken Offerten für gelbe Klinker eingezogen, wobei sich ergab, daß Gail mit 68114 Mark für das gesamte vorerst benötigte Quantum der billigste ist. Die Baudeputativn schlägt vor, schon in Rücksicht darauf, daß es sich um ein heimisches Werk handelt, welches bei gleich guter Ware sogar noch eine Kleinigkeit billiger liefert, als die Konkurrenz von auswärts, der Gail scheu Dampfziegelei freihändig die weitere Klinkerlieferung zu übertragen. Demgemäß beschließt die Versammlung. — Zur Beschaffung eines Kontrollwagens für die Kanalisation werden 250 Mark gefordert und bewilligt. Wie schon in voriger Nummer mitgeteilt, haben Gebr. Weber vor, an stelle der K r a ch e n b u r g einen Neubau zu errichten; sie wünschen einen an der Hinteren Seite des Grundstücks vorbeiziehenden städtischen Graben zu erwerben, um diesen dann überbauen zu. können. Der Vorschlag der Deputation geht dahin, dos Gesuch um die Ueber- lassung des städtischen Grabens an Gebr. Weber vorerst abzuleynen und den vorgelegten Fluchtlinienplan zu genehmigen. Stadtv. Pirr hält eine Verbreiterung der Straße an der anderen Seite eher für durchführbar. Stadtv. Huhn ist der Ansicht, man solle den Gebr. Weber die Ueberlassung des Grabens für Bebauungszwecke in Aussicht stellen und zwar tauschweise gegen das zur Straßen- verbreteriung von biejcit abzutretende Gelände. Der Oberbürgermeister erwidert, daß in bem von Huhn, gewollten Sinne der Antrag der Baudeputation auch zu verstehen sei. Betreffs der Ansicht des Kollegen Pirr, auf der entgegengesetzten Seite die Straßenverbreiterung vor- zunehmen, so sei dies schwerer durchzuführen, als wenn der vorliegende Plan Annahme finde. Schillers Garteil sei im sBesitz der Stadt, die Böschung von Rcatz sei zum kleinsieir Tetl bebaut, dann komme der AVuvau der Krachenburg. Auf der andern Seite müßte die Stadt bis -wir Die-utraüe bic Suteigrmng von Kelände für den Aeuöarr einer chirurgischen und einer Augenklinik. IV. Diese Frage muß verneint werden. Nach Art. 33 des EnteiguungsgesetzeK (neue Fassung) soll der Plan genehmigt werden, durch welchen der öffentliche Zweck des Unternehmens nach allen vorliegenden Umständen am besten und sachgemäßesten erreicht wird. Zu den vorliegenden Umständen darf eine nocy nicht vorhandene, aber vielleicht noch eintretende Dämlichkeit nicht gerechnet werden Nach den dermalen vorliegenden Umständen ist das Projekt der Großh. Baubehörde technisch das beste und sachgemäßeste und die Großh. Regierung gibt ihm aus technischen Gründen den Vorzug auch vor allen anderen Projekten Dazu kommt, daß der Bau einer neuen chirurgischen und einer neuen Augenklinik dringlich ist. Dies ist bereits in der Vorlage der Regierung an die zweite Kammer der Stände (Erläuterung zu Kap. 127 Tit. 5 Nr. 1 des Staatsbudjets von 1901/02) ausgesprochen worden. Die Ablehnung des von der Großh. Baubehörde ausgearbeiteten Projekts würde die Ausarbeitung eines völlig neuen Projekts notwendig machen, diese aber eine geraume Zeit in Anspruch nehmen. Die Verantwortung für die dadurch möglicherweise eintretende Schädigung wichtiger Jnterefseu kann der Provinzial-Ausschuß Nicht übernehmen. In der Verhandlung vor dem Provinzial-Ausschusse wurde das Recht des Provinzial-Ausschusses bestritten, statt des ganzen geforderten Geländes nur einen Tell enteignen, und behauptet, der Provinzial-Ausschuß könne nur das Projekt im Ganzen annehmen oder im Ganzen ablehnen. Diese Behauptung ist irrig. Der Provinzial-Aus- schuß kann die lleberzeugung gewinnen, daß nicht alles in Anspruch genommene Gelände zur Erfüllung des beabsichtigten öffentlichen Zweckes notwendig ist und die Enteignung auf den Teil beschränken, welchen allein er dazu für notwendig erachtet. Weiter ist eingewandt worden, daß nicht das ganze in Anspruch genommene Gelände enteignet werden dürfe, nämlich der Dell nicht, welcher in den vorgelegten Plänen für die Dienstwohnung des Direktors der Augenklinik vorgesehen fei, denn einmal sei diese Wohnung von den Landständen nicht genehmigt, dann aber sei auch sie nicht notwendig. Dieser Einwand muß vollständig zurückgewiesen werden, und zwar aus folgenden Gründen: Wie aus der im Eingang der Begründung abgedruckten Vorlage der Großh. Regierung an die Landstärcke hervorgeht, ist ein Plan, welcher die einzelnen zu errichtenden Gebäude enthält, von den Landständen nicht genehmigt worden, sondern nur die Verausgabung einer bestimmten Summe zur Erwerbung des Geländes. (& ist also unrichtig, daß die Landstände die Erwerbung des Geländes für die Wohnung des Direktors der Augenklinik nicht genehmigt hätten. Außerdem aber würden die Grundeigentümer gar nicht berechtigt sein, aus einer etwa nicht erfolgten Genehmigung eines Gebäudes einen Einwand herzuleiten. Nickt den Grundeigentümern und nicht den Verwaltungs- gercchten ist die Regierung dafür verantwortlich, ob sie sich int Rahmen der ständischen Bewllligungen bewegt ober nicht. Wenn die Regierung ein Gebäude für notwendig hält und die (Enteignung des dafür erforderlichen Geländes beantragt, so hat der Provinzial-Ausschuß nichts zu prüfen, als die Frage, ob dieses Gebäude im öffentlichen Interesse liegt und ob das dafür beanspruchte Ge- lände hierfür notwendig ist. Das muß bejaht werden. Es ist durchaus notwendig, daß der verantwortliche Leiter eines so großen Betriebes, wie ihn die neue Augenklinik dar stellen wird, in nächster Nähe der Klinik wohnt. Eine Gewähr hierfür kann nur durch die Einrichtung einer Dienstwohnung in oder bei der Klinik geschaffen werden Man denke nur den Falh. daß der Direktor der Klinik keine Dienstwohnung hat, auch kein eigenes Haus, also auf eine Mietwohnung angewiesen ist und eine solche nur an dem entgegengesetzten Ende der Stadt sindet, an die Störungen, welche eintreten können, an Schädigungen, welchen auch Kranke ausgesetzt fein könnten dadurch, daß der Direktor unter Umständen erst aus größerer Entfernung gerufen werden muß. Aber selbst wenn man die Direktorwohnung nicht für notwendig hallen wollte, müßte das dafür ausersehene Gelände gleichwohl erworben Werder:, da nach den nicht bestrittenen Angaben der Großh. Baubehörde dieses Gelände, wenn es nicht zur Direktorwohnung benutzt werden würde, als Schutzslleifen für die Augenklinik erworben werden müßte. Ebenso wie die Einwendungen gegen den Plan des Unternehmens mußten auch die vorgebrachten Einwände gegen das Verfahren als unbegründet zurückgewiesen werden. Der erste Einwand ist dagegen erhoben worden, daß nach stattgehabter Verhandlung vor der Lokalkommifsion, aber vor Erstattung ihres Gutachtens ein Wechsel in der Zusammensetzung dieser Lbommission stattgefunden habe. Die Kommission bestand in dem Termin am 9. Juli 1902 aus dem Großh. Negierungsassessor Emmerling als Vorsitzenden, dem Großh. Baurat Stahl und dem Stadtverordneten Hau- bach als Mitgliedenl. Wenige Tage nach diesem Termin wurde RegierungSassesfor Emmerling von Gießen nach Offenbach versetzt, an seine Stelle trat Großh. Kreis- amtmann Dr. Manzbühler. Das tz^utachten der Koulmission, welchem mehrere Beratungen vorausgingen, tvurde erst im Januar 1903 erstattet. Diese Verzögerung töitrbe einmal durch die Schwierigkeit der Angelegetlheit, sodann durch den Wunsch der Kommissionsmitglieder verursacht, die Entscheidung des Provinzial--Ausschusfes in einer ähnlichen Sache, in dem Enteignnngsverfahreu zum Erwerb des Gelälldes für die veterinär medizinischen Kliniken, abzu- lvarteu. Hätte das Gutachten alsbald nach dem Verhand— Die kaiserliche Familie wirb auch in diesem Jahre Wil Helmshöhe bei Cassel besuchen. Die Kaiserin mit der Prinzessin Viktoria Luise trifft am 15. August dort ein, der Kaiser erst am 26. August. Der Kaiser verweilt dort bis zu Begirrn der Kaisermanöver, die am 3. Sept, mit der Kaiserparade bei Erfurt ihren Anfang nehmen. — Der bekannte Reicksgerichtsrat a. D. Stenglein ist gestern abend nach schweren Leiden im Alter von 75 Jahren in Tegernsee gestorben. Stenglein war einer der streitbarsten juristischen Schriftsteller, er ließ selten eine die Öffentlichkeit bewegende Frage vorübergehen, ohne klipp und klar feine Meinung dazu zu sagen. Er war auch Mitbegründer und Mitherausgeber der „Deutschen Juristen- Zeitung" und jahrelang natlib. Reichstagsabgeordneter. — Die 3 6 Großstädte, die gegenwärtig das Deutsche Reich zählt, sind nun im Reich s p ar kamen t vertreten durch 34 Sozialdemokraten, 5 Ultramontane, 8 Freisinnige, 1 Antisemiten und 1 Polen. Im einzelnen entsandten die Großstädte.- Berlin 5 Sozialdemokraten und 1 Freisinnigen, Hamburg 3 Sozialde^nolrateil, München, Leipzig, Breslau und Dresden je 2 Sozialdemotraten, graut für t a. Vä, Nürnberg, Hannover, Magdeburg, Stettin, Chemnitz, Charlollen- burg-Schöneberg-Rixdorf, - Königsberg, Stuttgart, Bremen, Altona, Elberfeld, Halle, Dortmund, Barmen, 9Nannherm, Braunschweig, Kiel und Karlsruhe je 1 Sozialdemokraten, Köln, Düsseldorf, Aachen, Essen und Krefeld je einen Ultra- montauen, Straßburg und Danzig je 1 Freisinnigen, Posen 1 Polen, sowie Kassel 1 Antisemiten. Von den 81 Mandaten, die die Sozialdemokratie bei den jüngsten Reichs- tagswahlen eroberte, stammen also nur 34 aus großstädtischen Wahlkreisen, dagegen 47 ans den Provinzen. München, 9. Jntü Staatssekretär v. Richt Hof en wurde heute vormittag vom Prinzvegenten in längerer Audienz empfangen. Nachmittags fand beim Prinzregenteil eine Tafel statt, zu der außer v. Richthofen auch alte zurzell in München anwesenden Nllnister, der preußische Gesandte Graf Pourtales und die obersten Hofchargen geladen wurden. Der Prinzregent richtete an den Staats- nnnifter Frhrn. v. Feilitzsch heute nachstehendes Handschreiben: „Mein lieber Staarsminister Dr. Freiherr von Feilitzsch' Ich finde mich bewogen, der 1893 in München gegründeten Pension saust alt deutscher Jourua- listen und Schriftsteller anläßlich der dahier tagenden zehnjährigen Jubilunmohaupcverfammlnug 5000 M k. zuzuwendeu. Ich ersuche Sie, hiervon die Vorstandfchaft unter beut Ausdruck meiner besten Wünsche, für das weitere Gedeihen der Anstalt in Kenntnis zu fetzen/' — Nach beit „Münch. N. N." soll die niigesähre Berechnung für den Staatsha > 'halt der nächsien Finanzperiode d Millionen Defizit pro Jahr ergeben. Nr. 159 «rschet»« tSgktch außer Sonntag-. Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem Vesfischen Landwirt die Gießener Familien' blätter Dtermal in der Woche betgetegt. Rotationsdruck n. Verlag der BrÜhl'schen Ünivers.-Vuch-u. Steindruckerei (Pietsch Erben- Giessener Anzeiger« 17 General-Anzeiger " V SSK den poltL und ttugtnu Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen MMZ ________________________________ V zeigenteil: Van-Beck. ben den Mattes. ilt seither elektrischen Strom licher und geistiger Rüstigkeit. morden. lick in Men erw"* aufemanbcr st einzige Ab na Preisherabjetz^ 1. 3 an u ar de Tteh~rr - i Men 24< " Schwungrad Paulus-Museum und der Rheinstraßenbrücke wurde ein Besuch abgestattet. Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Los 2 Mk. 1279.00 1186.79 1156.85 1275.18 1309.98 1358.75 1779.83 1609.92 1813.35 1688.93 1743.05 1855.95 1476.20 1344.49 1194.55 Stadtverordnet zum Beschluß. Der S t a vom st ä d t i s Stunde zu 45 für später ei behörde wünsc . schlüjse au da daß ihm folg« zwecken zugest zttlowatt-Sttni L 40 Psg., L Kraft und Hei- aller staattichei sehen werden, der Ansicht. - sich erstens n Strom in de- philosophischen Fakultät Dr. Wilhelm SieoerS ist zum ordenllicheu Professor in dieser Fakultät ernannt Vorträge findet am Freitag, den 17. Juli, in der Universitäs- aula statt. Herr Professor Dr. Alb ert, der uns mit nächstem Semester verläßt, hat als Gegenstand seines Vortrages ge- Rachbarstaaten. In Rieder-Weisel feierte Frau Sarah Wetterhahn ihren 90. Geburtstag bei voller kürper- Die nichtöffentliche Stadtverordnet en- Versammlung hat dem am 15. August d. I. in den Ruhe- nnd dann komme eine Reihe dicht Heinrichs und als Vertreter der Stadt Migeordneter Cursch- Wurf ein sviiifer die zurück müßten. Die mann erschienen. Einen eingehenden Bericht über die Ver> der 11 ' Antrag der B^uitx-pnttckion Handlungen bringen wir in der nächsten Wummer unseres de>. getreten. R. B. Darmstadt, 9. Juli. Die hiesigen Freisinnigen hielten heute abend im „Kaisersaal" eine Versammlung ab, in welcher der frühere Reichstagskandidat Prof. Dr. Harnack über das Thema sprach: Was lehrt uns der Ausfall der Reichstagswahl? Der Redner erkannte die Niederlage der freisinnigen Parteien im Reiche zu Gunsten der Sozialdemokratie an und zog daraus die Lehre, daß die Freisinnigen in Zukunft eine mit tun wertes. Der landw Vermischtes. * Berlin, 9. Juli. Heute hat sich eine unbekannte Frau im Ballanzug aus dem Fenster eines Hauses in der Neuen Roßstraße auf den Hof herabgestürzt. Sie blieb mit zerschmettertem Schädel todt liegen. Ein Merkmal am Halse deutet an, daß'sie sich vorher zu erhängen versucht hat. Sie hat anscheinend gleich nach dem Ball den Tod Aus Stadt und Land. Gießen, 11. Juli 1903. LU. Der außerordentliche Professor bei der LoS 1 Mk. . . . 3721.30 . . . 3822.47 . . , 3836.25 . . . 3851.85 . . . 3999.50 . . . 4300.45 . . . 4317.40 . . . 4697.47 . . . 4857.25 . . . 4910.83 chmidt 5024.80 , . . 5030.55 . . . 5479.80 ** Personalnachrichten. S. K. H. der Groß- herzog haben Alergnädigst geruht, dem Bürgermeister, Ortsgerichtsoorsteher und Standesbeamten Löw zu Erlenbach das Allgemerne Ehrenzeichen mit der Inschrift „Für langjährige treue Dienste" am Bande des Verdienstordens Philipps des Großmütigen zu verleihen. Ernannt wurden der Hilfsgerichtsschreiber bei dem Amtsgericht Mainz Georg Friedrich Schmuck zum Gehilfen bei dem Generalstaatsanwalt mit Wirkung vom 15. Juli; der Gerichtsvollzieher- Aspirant Otto Heßler in Lauterbach zum Gerichtsvollzieher mit dem Amtssitze in Lauterbach. •• Akademische Vorträge. Der letzte der akademischen gesucht. • Kiel, 9. Juli. Der Antrag auf Haftentlassung des zu 2 Jahren 7 Tagen Festungshaft verurteilten Fähnrichs zur See Hü ss en er wurde abgelehnt. * Hannover, 9. Juli. Der Schlosser Schrader, welcher seinerzeit die unverehelichte Brunschild auf ofjener Straße nie d er ge sto ch en hatte, wurde heute wegen Totschlags zu 14 Jahren Zuchthaus und 10 Jahren Ehrverlust verurteilt. * Goslar, 9. Juli. Heute vormittag entgleiste vor der Einfahrt in den hiesigen Bahnhof die Lokomotive eines Güterzuges. Die Lokomotive legte sich quer über das Geleise und versperrte die Strecke, sodaß die Züge von Hannover nach Goslar mit mehrstündiger Verspätung über Bienenburg geleitet werden mußten. Die Verkehrsstörung dürfte noch heute beseitigt werden. Vom Zugpersonal wurde niemand verletzt. * Leipzig, 9. Juli. Auf Grund von Erkundigungen । an zuständiger Stelle teilen die „Leipz. Reuest. Rachr." mit, daß der Prinzessin Luise von Toskana nach den mit dem Dresdener Hofe getroffenen Vereinbarungen der Aufenthalt in Deutschland und eines Teils von Oesterreich nicht gestattet ist. Bezüglich des Verkehrs mit ihren ältesten Kindern sind ihr irgendwelche Zugeständnisse nicht gemacht worden; das jüngste Kind verbleibt ihr nur bis auf weiteres. Daraus ergibt sich, daß sich der Dresdener Hof einen wesentlichen Einfluß auf das jernere Schicksal der Prinzessin Vorbehalten hat. Das Verhältnis zu Giron ist endgiltig gelöst. * Paris, 9. Juli. Bei eurer gestern bei dem Anarchisten Permiggiani vorgenommenen Haussuchung wurden im Geldschrank Juwelen von großem Werte und ferner über 100 000 Franks in Banknoten und Gold vorgefunden. Bereits bei einer früheren Haussuchung wurden für über eine Million Juwelen und sonstige Wertsachen beschlagnahmt. In Gerichtskreisen wird versichert, daß die Angelegenheit sensationelle Vorkommnisse zu tage fördern I werde. Wien, 9. Juli. In ganz Oesterreich tobt seit etwa 18 Stunden ein Wettersturz von seltener Starke. In Wien regnet es ununterbrochen. *Lernberg,9. Juli. Gestern wütete hier ein furchtbarer Orkan, welcher enormen Schaden anrichtete. Zahlreiche Dächer wurden abgedeckt und eine große Anzahl von Personen durch herabstürzende Ziegel verwundet. Auch ein Leitungsdraht der elektrischen Straßenbahn wurde zerstört. Zwei Personen erlitten dabei erhebliche Brandwunden. * Triest, 9. Juli. Der italienische Schoner „Adolfo" wurde in der Nahe der istrianischen Küste von dem östreichi- jchen Kriegsschiff „Pelikan" überrannt. Der Schoner wurde mitten entzwei geschnitten und sank sofort. Der „Pelikan" rettete die Mannschaft. * Konstantinopel, 9. Juli. Infolge Vorkommens mehrerer Pest fülle im Hasenorte Djebeli zwischen Beirut und Tripolis werden Herlünfte von dort einer fünftägigen Ouarantäne unterworfen. Die Quarantäne für Herkünfte laus Suez wird durch eine ärztliche Untersuchung erfcfct Uektrrzitätswer ) ist demselben je nach dem Verbrauch stehendes Ergebnis: tt in Aussicht gestellt. Die Staats- um sich wegen event. weiterer fluche Sfcibcl schlüssig machen zu können, Nicolaus Preise für Strom zu Beleuchtungs- Hohmeyer Ww verben mögen: Jahresverbrarrch 5000 \ 45 Psg., 10000 Mowatt-Stunden L" A 35 Pfg. und 50 000 i 30 Pfg„ f« .w Jer,n«nn ’ 30 Pqg. Daber soll der Stromverbrauch mde als eine einzige Mncchme ange- Horn, Ph. Gas- und Wasserwerks-Deputation ist HyroniemuS, G., Friedberg, such keine Folge zu geben, well man MW ... . . . auf einlassen kann, den Verbrauch an 9. Petri, G. Mohl und Ehr iedeuen staatlichen Gebäuden als eine * u betrachten, Legen der verlegten . vTb darauf hrngenuesen, daß erst am VhllEpimb Neep . . . . . der Elekrrizllät für alle privaten Ab- " . l solle dal-cr erst das Ergebnis' zu erfahren, daß nunmehr eine W cgeverbin düng zwischen einstimmig gutgeheißen. — Im Festhaussaale waren zahl- Vogelsberg und Rhön geschossen ist. Die ^Markierung ^iche Pläne für die hiesigen neuen Bahnhofsanlagen (blaues Dreieck) geht vom Hoherodskopf über Ilbeshausen, ausgestellt. Danach ist im Dachramn des nördlichen Flügels Schlechtenwegen nach Blankenau (Kr. Fulda). cin Unterrichtsraum für Betriebsbeamte eingerichtet. Weiter — Besitzwechsel. Der Preis des Hauses Neuenweg erfolgten Erläuterungen der Herren Geh. Oberbaurat Prof. Nr. 30, das Herr Carlä von Herrn Eisenbahnwagcnmeister Hofmann-Darmstadt und Stadtbaumeister Metzler-Worms i. P. Ehr. Schulmeyer gekauft hat, betrug lt. Eintrag in I verschiedene Wormser Bauten und Bauprojekte. — Nach den Grundbüchern auf dem hiesigen Ortßgericht 13 200 Mk. Verhandlungen im Festhause erfolgte mit den Mit- ** Ein schmuckes Häuschen, welches der ganzen des Historischen Vereins eine Besichtigung des Doms, Gegend zur Zierde gereicht, hat der Staat an der Frank- Lpo 5ßtof. Hosmann (als Dombaumeister) sich über den Gang filrterstraße für den Gärtner der pfychiatrischen ^br Restaurationsarbeiten am Dome verbreitete. Auch dem Klinik erbaut Mit recht einfachen Mitteln ist eine schöne ~ ‘ ‘ J ‘ - . - . - architektonische Wirkung erziett. Man vergleiche mit diesem Häuschen daS SchuldienerhauS des Gymnasiums an der Bismarckstraße ! DaS schöne Beispiel an der Frankfurterstraße verdiente bei später vorkommenden Fällen Nachahmung. )( ALten-Buseck, 9. Juli. Gestern wurde ein hiesiger Einwohner, ein SOjahriger Junggeselle, wegen un- ljittlichen Handlungen, welche er mit Mädchen von 5—7 iJcchren mehrfach vorgenommen Hot verhaftet. w 4. । u ui ut k i* y «fw- ww w.. —• v — —7- । r, Großen-Linden, 9. Jult Einen schweren stand tretenden Kcmzleir-at Demuth den vollen Gehalt Diebstahl verübte am Sonntag nachmittag eine 17jährige auch weiterhin betoilligt An seine Stelle als ^^wor- ^^brikarbeiterin, indem sie aus dem verschlossenen Schrank steher trllt der seitherige Allendorf, ^stenl Fabrikanten Braun 150 Mk. entnahm. Die Täterin L Meckel ALem lenv- selbst den Verdach^°ujsich dadurch daß sie in einer' allen Platz durch den bisherigen Bürgermeistereigehllsen Metzgerei ein großes Geldstück wechseln ließ und ann iclben Loh ersetzt dessen Stelle der Stodtkossengehllfe Tr es er Abend in einer hiesigen Wirtschaft mll anderen Mädchen zechte erhält — In derselben Sitzung wurde beschlossen, den and bezahlte. Sie wurde gestern abend, als sie von ihrer Psandmeister Mulch mll Wirkung vom 1. Oktober d. I. an ^rbeitsftätte in Gießen per Bahn zuruckehrte, von der Polizei in den Ruhestand zu versetzen. sirr Empfang genommen und gestand alsbald die Tat ein. Sie war noch im Besitz von 118 Mk. e. Wölfersheim (Wetterau), 9. Juli. Die von dem hessischen Staate am hiesigen Bahnhofe erbaute Brikett- Fabrik hat ihren Betrieb begonnen. Die Fabrik ist mit der vor etwa 2 Jahren eröffneten neuen Grube Ludwigs- hofsnung durch eine Drahtseilbahn verbunden, die 1,8 Kilometer lantz ist und 20 Pfeller besitzt. Bei der Fabrik stehen Wohngebäude für die Beamten, ein Verwaltungs- und Bureaugebäude, ein Trockenschuppen und ein etwa 50 Meter hoher Kamin, der in halber Höhe ein Wasserreservoir trägt, also als Wasserturm dient Die Gesamtanlagen erforderten einen Kostenaufwand von nahezu einer Million. Darmstadt, 8. Jult Seine Exzellenz der Staatsminister Rothe hat heute einen mehrwöchigen Urlaub an- 7 „;a, daß durch bic Schuld drr Mrgcrmeisterei und Polizei eilte gvoße Verzögerung in der Anberaumung wx. Termins für die Neuwahl der beiden Land- t a g s s i tz e Darmstadts eingetreten fei. Die überaus schwie- wählt: „Sonst und Jetzt in der deutschen Land- , r wirtschaft^ und wird seine Darlegungen durch zahlreiche!viel entschiedenere und energischere Haltungl Lichtbllder erläutern. im Reichstag ernnehrneu müßten, vor allem den absolutisti- Der Landtagsabg. Dr. David hat an die 2. scheu Bestrebunaen der Reichsregierung gegenüber. Der Kammer der Landstände folgende Anftage gerichtet: ,Sind Borsitzende, Rechtsanwalt Gallus, sprach sodmm drei der Regierung dte Maßnahmen beknnt welche unter grober ^‘SfÄ” über ® bi“ °Zumi7tun^“er"Sozmldenw. Verletzung der persönlichen und der Verkehrsfrerhert vom Kreis- Ausdruck, auf einen der freisinnigen Kandidaten amte Mainz zu Gunsten der Bauunternehm er im Kampfe Insten eines sozialdemokratischen zu verzichten. Der! gegen die ausgesperrten Maurer getroffen worden sind? Vorstand habe dieses Ansinnen rundweg abgelehnt und die Was gedenkt die Regierung zu tun, um einen derartigen Raitel müsse dieserhalb allein den Kamps aufnehmen. Aus parteiischen Eingriff der Polizeiorgane im Lohnkampfe für die diesen und den weiteren Ausführungen der Redner ging Dufunft unmöglich zu machen.' hervor, daß das Tischtuch zwischen den Freisinnigen und ** Svätzua Lich—Hungen. Die von den Inter- Sozialdemokraten- in Darmstadt vollständig zerschnitten ist. ei (entert wiederholt angeregte und von der Handelskammer R. B. Darmstadt, 9. Juli. Auf dem htestgen bemrwortete Einlegung eines Spätzuges Gießen—Lich— Hofe befindet sich die Grabstätte des Pfarrers Friedrich ^unaen soll in diesem Sommer probeweise zur Ausführung Ludwig W e i d i g, lenes in den dreißiger Zähren des vorigen kommen In den Monaten Jrrli und August wird ein Späb- Jahrhunderts unter der Herrschaft Metternichs wegen secner rua ^ne(en -Lich—5)ungen versuchsweise an Sonn- politischen Gesinnung verfolgten und etngekerkerten Volks- und - i tagen befördert werden. Bon dem Ergebnis dieses fühcers, der 1837 durch Selbstmord seinem Leben em taibe| Versuch wirb die Eisenbahndirektton die künftige Be- machte. In der heutigen Stadtverordnetensitzung nun | tr ri r in i des 5^uaes abbänaia machen. I stellten die Sozialdemokraten Er am er und Stefan den Är dies; äh rtge Verbands ta g hessischer Anttag, daß die Stadt die Grabstätte Weidigs ankaujen Vorschuß- und ^redttvereine wurde gestern abend und erhalten solle. Dre Antragsteller erhielten aber von . '. rsammlung im Hotel Großherzog von Heften Oberbürgermeister Mo r n e w e g den Bescheid, daß ihr An- '/ „ n Verbandsdirektor Justizrat Dr. Harnier-Eassel ttag post sestum komme, denn dw Stadtverwaltung habe ,IC1 ,,^e -um V rband gehörenoen Vereine waren sämt- bereits vor 18 Jahren, nämlich I880, den ^etzt ge- !. t . , .r hrnc eines einzigen, venreten. In der heute I wünschten Ankauf vollzogen. Im ^pitercu Verlause oer U m - u u ^aalbau stattsilidenden .?auptversammtung Sitzung legte der Oberbürgermeister Protest gegen ucn ui waren a- 5 Vertreter der ^gierung Regierungsrat Dr. ,der zwecken hessischeii Mmmer am 7. d. M. erhobenen Vor- 1 11 H v I 1 V v vii111w ...... ' , cni-'r ( - dien Strom ' " Submisson. Dir geftrißc Submission für Weiß, rige Art der Anfertiyung vottstaudig neuer Lahlrrlistett k die Kilowatt- binderarbcitcn für die UniversitätL-Bibliothek hatte naä)-1 iverden tonnen. Die i zweite Hälfte Juli hätte angesetzt .werden können. Die pn§ q Bürgermeisterei, wie auch die zuständigen Regierungsorgane All. seien ckber zu der Anschauung gekommen, daß es äußerst 1021'80 unzweckmäßig gewesen wäre, die Wahl um diese Zeck an- — zuberaumen, besonders in Rücksicht auf die großen Ferien 2632.30 und die angespannte Tätigkeit der ländlichen Bevölkerung. 1366.45 — Unsere oft als tot und langweilig verschrieene Residenz- 4924.00 ffQbt wird von nächster Zeit ab Einheimischen und Fremden r metyr VON der sv sehnlich erwünschten Abwechslung 00^'17 bieten. Nachdem der Provinzialausschuß die von zwei ver- ^36015 Ichiedenen Seiten beantragte Konzession zur Errichtung zweier neuer Spe^ialitätenbühnen in Darmstadt abgelehnt, 4176.50 hat jetzt der Kreisausschuß dem Pächter des hiesigen Or- 3223.00 pheums, Fahrenkamps, die Erlaubnis zum Betriebe 3417.85 Oines S o m m e r t h e a t e r s in den Monaten Juni, Juli 2407.15 Und August erteilt, in welchem Operetten und Schauspiele — zur Aufführung kommen sollen. Ferner wurde auch Herrn - s. I u. Einen frechen Fahrrad-Diebstahl beging hier Röm Held, der schon im vorigen Sommer im städtischen - ttar lolle dcchcr er|K mä ^rgeonw Sckloüeraeselle- er entwendete aus dem Hofe des Bau- Saalbau gute Theateraufführungen inszenierte, die Kon-- em zu uud bewilligte 6te ge-1 sofort nahm ein Arbeiter per Xad die Versolgung a>si und! Turuhallensmil am Wovgplatz erteilt. Herr Römheld ur Herstellung eines Schuhgitters am ,,alle den Dieb ein. Em Schutzmanu mar rasch zur ^elle-! < Vorstellungen während des ganzen JOOpfert). Maschine des Elektrrzckats- Der Verhastung widersetzte sich der Tater, und er tonnte erü ^ahred abwechsellid in verschiedenen Städten zu veran- überwältigt werden, als mehrere Arbeiter herbeikamen. stallen. ~-7 — Provinzialverein beantragt, ihm *• Brandentschädigung. In dem abgelaufenen Worms, 5. Juli. Der „Nlittelrheinische Archi- tF3Q^rc 1902 wurden im Grobherzogtum aus der Landes- Sekten- und Ingenieur-Verein^ hielt gestern hier ä^ialei^^acro^ibre« mtö branbtofie an Brandentschädigungssummen Mt. 881442 aus- 38. Hm,ptversammlung ab. Der erste Vorsitzende, Geh. § der dafür bestimmten Taxe für bic Sauten der Aus- bezahlt, davon entfielen auf Starkenburg Mk. 335 328, Rhew- Oberbaurat Jmroth, eröffnete die Versammlung. Darauf er- Mhiiiq das nötioe Rundholz^aus dem städtischen Wald zu Hessen Mk. 201105, Ob er Hessen Mt. 14o000. Zur ^lgte die Wahl von vier Ausschuß-Mitgliedern. Neugewählt überladen. Die Versammlung ist damtt einverstanden. Deckung dieser Summen und zur Bestteckung emes Kapitals Euler-Wiesbaden, Kuhn-Mainz und Dyckerhoff- Stodw. Pirr weist ixtrau} hin, ein onswärttger von Mk. 500000 zum Reservefonds und sonstiger Ausgaben ^uiöneburg; wiedergewählt wurde Schobert-Mainz. Als dnterndimer für die Ausstellung im September die clek- ^t das Ministettum verfugt, daß von je Mk. 100 Umlage- ^rt für die nächste Generalversammlung wurde Wiesbaden trische Beleuchtung des Ausstellungsplatzes übernommen fap^al g Psg. zu erheben seien. einstimmig bestimmt. Die Bildung eines ständigen Aushat. Die Witwe Leib habe ihm ^mckgeteckt, fte wurde eben- .. FürTouristen dürfte es von großem Interesse sein, von Privat-Architekten mit dem Sitze in Berlin wurde falls ganz gern chr Etablluernenl elettnich beleuchten, wenn I - - < - ----------—r J - - -- -- , die Stadt das Kabel legen ließe; er frage an, ob die Stadt die Anlage nicht machen wlll. Der Oberbürgermeister bemerkt, daß die Stabt die Beleuchtung der Ausstellung, welche 3—1 Tage dauert, nicht so billig machen könne, wie ein Unternehmer, der auf solck-e Festbeleuchtungen cingfr richtet sei. Ein Kabel aber über den Trieb nach dem Philosophenwald zu legen, koste 10—12 000 Mk. und sei nicht rentabel. Tie Witwe Leib habe übrigens sich wegen elektrischer Beleuchtung ihres Etablissements noch nicht an die Stadt gewendet. Stadw. Pirr ist der Ansicht, daß doch wool auf dem Trieb öfter Feste gehalten werden und daß es gewiß kein Schaden sein wurde, die städttsche elettrijche Beleuchtung nach dorthin zu verlegen. Der Oberbürg er* meister ist der Ansicht, daß man mit einer wetteren Ausdehnung des Kabels ja recht vorsichttg fein soll. Das Derk rentiere heute noch nicht, irnb da solle man die weitere Belastung des Betriebes durch eine Kabelerweiterung, deren ttchere Rentabllllät nicht vorherzusehen, unterlassen. Schluß folgt * Newyork, 8. Juli. Unweit der (Station Rockfish in Virginien fand ein Zusammenstoß zwischen einem Personenzug und einem Güterzug statt. 23 Personen sind getötet, darunter mehrere österreichische Einwanderer. * Wettersturz in der Schweiz. Die vielen tausend Touristen, welche zum Vergnügen oder zur Erholung in der Schweiz eingetroffen sind, haben gegenwärtig wenig Freude an dem Aufenthalt an den blauen Seen und in den hohen Bergen. Trübe ist das Wetter geworden, und seit Mittwoch herrscht in der ganzen Schweiz eine Temperatur, die keineswegs sommerlich ist und besser für den späten Herbst paßte. In den Alpen fiel in großen Mengen Schnee bis zu 1600 Metern herab. Die Hochstation auf dem Säntis meldet, daß innerhalb der letzten vierundzwanzig Stunden zwanzig Zentimeter Neuschnee bei 5 Grad Kälte konstatiert wurden. Das Hospiz auf dem St. Gotthard hatte Mittwoch abend acht Zentimeter und Pilatus-Kulm sechs Zentimeter Schnee; auch der doch keineswegs hohe Rigi ist während der Mittwoch Nacht mit einer weißen Decke umkleidet worden. ________ ” Kunst und Wissenschaft. Münch en, 9. Juli. Die Hauptversammlung der Pen- fionsanstalt deutscher Journalisten und Schrift- st e l l e r wurde heute durch einen Festakt zur Erinnerung an das lOjähr. Bestehen der Pensionsanstalt eingeleitet. Zahlreiche Mit° glieder sind von auswärts eingetroffen. Nachdem die beiden Obmänner der Anstatt, Ritter v. Schmädel und Redakteur Prager, die glückliche Entwrcktungsanstalt im ersten Jahrzehnt geschildert hatten, gab Minister des Innern, Frhr. v. Feilitzsch, der bei der Gründung den Ehrenoorsitz yesührt hatte, seiner Freude darüber Ausdruck, daß sich die Organisation der Pensionsanstalt im vollsten Umfange seil der Gründung bewahrt habe. Bei dem mühevollen Berufe der Journalisten, der eine frühere Abspannung als manche andere Berufsarten herbeiführe, sei eine solche Fürsorge für die Zukunft des Einzelnenen doppelt freudig zu begrüßen. Der Minister sprach gleichfalls seine Freude darüber aus, daß der Gedanke aufgetaucht sei, im Laufe des nächsten Jahrzehnts der Pensionsanstalt eine Witwen- und Waisenversicherung anzugliedern. Rechtsrat Woelzl überbrachte außer den Glückwünschen der Stadt München eine Adresse der beiden Gemeindekollegien, nach der die Stadt München der Pensionsanstalt aus Anlaß des Jubiläums 2000 Mk. überreicht als Zeichen der Anerkennung für die mannigfachen Verdienste, die sich die deutschen Journalisten um die wirtschaftliche Hebung des Vaterlandes erworben haben. Redner knüpfte daran die Hoffnung, daß recht viele deutsche städtische Gemeindewesen diesem Beispiele nachfolgen. Direktor Wenzel-Berlin sprach den Dank der auswärtigen Mitglieder der Pensionsanstalt gegenüber dem Aufsichtsrat und Vorstand in München aus. Zum Schluß brachte Georg Hirth ein Hoch aus den Prinzregenten und dell Kaiser aus, das lebhaft aufgenolnmen wurde. Kniorrsttäts-Ulllyruhtrn. — Dem Generaldirektor der Königl. Bibliothek zu Berlin, Geh. Oberregierungsrat Dr. August Wllmanns, ist der Charakter als Wirklicher Geh. Regierrmgsrat mit dem Range der Räte erster Klasse verliehen worden. Arbeiterbewegung. k. Mainz, 9. Juli. Der hier noch immer fortdauernde Maurerausstand — er währt schon 12 Wochen — fängt jetzt cm für das ganze geschäftliche Leben in Maiirz direkt und indirekt die b ed e nkl ich st en Folgen zu zeigen. Nicht nur, daß die meisten der Baugewerbe vollständig stocken, sondern es werden auch eine ganze Reihe anderer Geschäftsbranchen in Mitleidenschaft gezogen, die auf den Konsum in Arbeiterkreisen angewiesen sind. Hierzu trete« große Verluste, welche Bauunternehmer und Kapitalisten an Zinsen und Kapitalien an den begonnenen und nicht zur Vollendung konunenden Bauten erleiden. Gelegentlich einer von sozialdemokratischer Seite ausgegangenen Interpellation über das zu stramme Vorgehen der hiesigen Polizeiorgane gegen die Ausständigen, kam die Streitfrage in der gestrigen Stadwerordneten- versammlung zur Sprache. Auf allen Seiten wurde auf das Bedenkliche der gegenwärtigen Situation hingewiesen und aus eine Beendigung des grausamen Spieles gedrungen. Dem BauuNter- nehmerverband angehörende Mitglieder des Stadtverordnetenkollegiums wie auch Vertreter des Arbeiterstandes erklärten sich bereit, auf eine V e r st ä n d i g u n g hinzuwirken, aber die Bauunternehmer wollen keinen höheren Lohn zahlen und die Arbeiter -jcht im Accoro, sondern nur gegen Tagelohn arbeiten. — In einer heute Abend veröffentlichten Publikation geben die Bauunternehmer den hiesigen Maurern bekannt, daß sie den srenlden Arbeitern, die angenommen worden sind oder noch afigenommen werden, Beschäftigung bis Ende Oktober zusichern müssen, und machen daher auf die Folgen ausmerkjam, welche es -für die hiesigen Maurer haben muß, wenn man gezwungen werde, weitere fremde Arbeitskräfte unter der gleichen Zusicherung emzustellen. Gerichtsfaal. — Die Strafkammer in Wetzlar hotte den Viehhändler Löb und 3 Genossen von der Anklage aus § 328 freigesprochen. Die Angeklagten haben entgegen der Verordnung Vieh nach dem Kreise Wetzlar eing eführt, ohne einen tier« ärztlichen Erlaubnisschein zu besitzen. Has Gericht hat sie freigesprochen, weil die Verordnung von den Gerichten für ungültig erklärt worden sei und die Angeklagten dies gewußt hätten. Auf die Revision des Staatsanwalts hob das Reichsgericht das Urteil auf und verwies die Sache an die Strafkammer zurück. Bereits in einer früheren Sache hat das Reichsgericht ausgesprochen, daß jene Verordnung zu Recht besteht. Berlin, 9. Juli. Vor der 9. Strafkammer des Landgerichts I fand der Prozeß gegen den ehemaligen Tresorverwalter der Darmstädter Bank, Neßler, wegen Unterschlagung von über 800000 Mark, Fälschung von Depotbüchern und Aufnahmescheinen statt. Der Angeklagte, der sich schuldig bekannt, wurde zu 5 Jahren Gefängnis und 6 Jahren Ehrverlust verurteilt. Der Staatsanwatt hatte 5 Jahre Zuchthaus beantragt. Duisburg, 9.Juli. Terlinden-Prozeß. Terlinden wurde nach dem vom Obmann Professor Averdung-Duisburg verlesenen Wahrspruch des Verbrechens nach den §§ 146, 147, 149, 151, 275 des Strafgesetzbuches unter Ausschluß mildernder Umstände, Kosbadt der Beihilfe zu diesen Verbrechen und der Beihilfe zum Betrüge, begangen in mehreren selbständigen Handlungen, unter Zubilligung mildernder Umstände für schuldig befunden. Der Wahrspruch bezüglich der Frau Terlinden und der Frau Kosbadt lautete auf n i ch t s ch u l d i g. Zum Zweck der Berichtigung des Fragebogens hinsichtlich der Frau Terlinden müssen sich der Gerichtshof und die Geschworenen nochmals zur Beratung zurückziehen. Das Urteil lautete gegen Terlinden auf 6 Jahre Zuchthaus und Ehrverlust auf die gleiche Dauer, gegen Kosbadt auf 6 Jahre Gefängnis unter Anrechnung von 1 Jahr 11 Monaten auf die Untersuchungshaft. Frau Terlinden und Frau Kosbadt wurden freigesprochen. Der Staatsanwalt hatte gegeit Terlinden 10 Jahre Zuchthaus und 10 Jahre Ehrverlust und Stellung unter Polizeiaufsicht, gegen Kosbadt 8 Jahre Gefängnis beantragt. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinde. Gottesdienst. 5. Sonntag nach Trinitatis, den 12. Juli. In der Stadtkirche. Vormittags 8 Uhr: Pfarrer Schlosser. Zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten aus der Matthäusgemeinde. Vormittags 91/2 Uhr: Pfarrer Scheune mann. Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Markus- gemeinde. Pfarrer Scheunemann. In der Johauueskirchc. Vormittags 8 Uhr: Pfarrer Dr. Naumann. Zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten aus der Johannesgemeinde. Vormittags 9'/, Uhr: Professor D. Stamm. Vormittags 11 Uhr: Kindergottesdienst für die Lukas- gemeinde. Pfarrassistent Vogt. Nächstfolgenden Sonntag, den 19. Juli, wird nach allen Gottesdiensten eine Kollekte erhoben für die evangelische Gemeinde Viernheim. Katholische Gemeinde. Samstag, den 11. Iul i 1903. Nachmittags um 5 Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheit zur hl. Beichte. Sonntag, den 12. Juli. 6. Sonntag nach Pfingsten. Vormittags von 6 7« Uhr an: Gelegenheit zur heil. Beicht. * um 7 Uhr: Die erste hell. Messe, vor und in derselben Austeilung der heil. Kommunion. , um 8 Uhr: Die zweite heil. Messe. Vormlltags um 9 7, Uhr: Hochamt mit Predigt. Nachmittags um 27, Uhr: Christenlehre; darauf Andacht. Israelitische Religiousgemeinde. Gottesdienst in der Synagoge, Südanlage. Samstag, den 11. Juli 1903. Vorabend 7.45 Uhr. Morgens 8.30 Uhr. Predigt. Nachmittags 4 Uhr. Sabbathausgang 9.25 Uhr. ________________________ Knülle Meinungen. Originaldrahtmeldungen des Gießener Anzeigers. Elberfeld, 10. Juli. Das Schwurgericht verurteilte den Kaufmann Kurt von der Schulenburg aus Ohligs, derbes Gatten mordes angeklagt ist, zu 12 Jahren Zuchthaus. Bromberg, 10. Juli. Nach viertägiger Verhandlung wurde gegen 24 Streik-Excedenten von dem Schwurgericht das Urteil gesprochen. Die Angeklagten hatten am 1. April anläßlich des Maurerstreiks die Polizei angegriffen und mit Steinen beworfen. Es wurde auf Zuchthausstrafen von 4 bis 5 Jahren und Gefängnisstrafen von 1 bis 3 Jahren erkannt. 11 Angeklagte wurden freigesprochen. Hamburg, 10. Juli. In dem Geschäftslokale der Deutschen Dank wurde ein frecher Raub verübt. Der Bote einer Oelfirma stand an einem Kassenschalter und schrieb einen Check zur Ueberweisung einer Geldsumme an eine andere Firma aus, nachdem er neben sich einen Betrag von 2700 Mk. in Banknoten gelegt hatte. Plötzlich riß ihm jemaud die Scheine fort und warf dem Boten, der sich erschreckt umwandte, eine Hand voll Salz in die Augen. Ehe der Bestohlene wieder sehen konnte, war der Räubex aus und davon. Vardoe, 10. Juli. Die Ziegter'sche Pol ar-Expedition ist gestern von Archangelsk, wo Hunde an Bord genommen wurden, hier eingctroffen. London, 10. Juli. Der König hatte gestern die Offiziere des vor Portsmouth liegenden amerikanischen Geschwaders im Bücking hampalast zu Gaste. Der Prinz von Wales und die meisten Minister waren zugegen. London, 10. Juli. Die „Morning Post" meldet aus Washington: Ich erfahre, daß die Regierung mit den Vertretern der Vereinigten Staaten in Peking in einem Meinungsaustausch steht über die Frage der Verteidigung der dortigen G e s a n d t s ch aft. Während den letzten Berichten über die Gefahr eines neuen fremdenfeindlichen Ausbruchs im Staatsdepartement weniger Bedeutung beigelegt wurde, nahm die Möglichkeit der Erneuerung der Unruhen die Aufmerksamkeit der Regierung seit einiger Zeit in Anspruch. Man fängt an, Vorsichtsmaßregeln für notwendig zu halten. Brüssel, 10. Juli. Der Londoner Korrespondent der „Jndependance belge" will wissen, daß König Eduard während der Anwesenheit Loubets einen neuen Anfall seines früheren Leidens hatte. Rom, 10. Juli. Aus Bologna wird gemeldet, der dortige Untersuchungsrichter habe Beweise/ daß der vor Monaten verstorbene Professor Cervesato, ein intimer Freund des ermordeten Grafen Bonmartini, vergiftet worden sei. Cervesato war der Hanptbelastungszeuge gegen die Familie Murri. Mit seinem Tode habe man weitere Enthüllungen verhindern wollen. Wien, 10. Juli. Bei der Inventur des Nachlasses desermordetenKönigspaaresinBelgrad wurden sämtliche kostbaren Pretiosen der Königin sichergestellt und werden der Königin Natalie zur Verfügung gehalten. Dagegen ist von dem Vermögen Alexanders und Dragas bisher trotz eifrigster Nachforschung keine Spur entdeckt worden. Feststehend ist, daß Alexander vor einigen Jahren beim Wiener Hause Rothschild 800 000 Fr cs. liegen hatte. Inzwischen war aber im Auftrage des Königs anderweit darüber disponiert worden. Die Wiener Gläubiger des Königspaares, Juweliere, Konfektionäre und Modistinnen, meldeten ihre Forderungen in Höhe von 400 000 Kronen an. Die serbische Regierung bot ihnen einen Ausgleich von 20 Proz. an, den aber die Gläubiger ablehnten. Budapest, 10. Juli. Aus der Pußta-Lori beiEgerßeg ist es zu einem Zusammenstoß von Erntearbeitern mir Gendarmen gekommen. Die Gendarmerie machte von der Schußwaffe Gebrauch, wobei 6 Arbeiter getötet wuröen. Die Krankheit des Papstes. Rom, 10. Juli. Die Aerzte Mazzoni und Lapponi weilten heute zirka 3/± Stunden Leim Papst. Es wurde ein neuer B r u st r ö h r e n s ch n i t t vorgenommen und dadurch eine Menge Flüssigkeit entzogen. Der Papst hat die Nacht über gut geruht. Köln, 10. Juli. Der römische Vertreter der „Köln. Volksztg." telegraphiert: Wie mir ein Arzt des Papstes versicherte, können alle ärztliche Mittel das Leben des Papstes nur auf Stunden verlängern. Seinem Nefjen Camillo Peccr gegenüber sagte der Papst, daß er bei den vorjährigen Jubiläumsfeierlichkeiten seine Kräfte überschritten hätte. Rom, 9. Juli. „Giornale d'Jtalia" meldet: Aus allen Weltteilen gehen Lapponi und Mazzoni unzählige Depeschen und Schreiben zu, in denen sie a n g e fl e h t werden, den Papst zu retten, oder in denen § eit mit teil aller Art an geb 0 ten werden. So schrieb ein Familienvater, einer seiner Söhne litt 10 Jahre an Hepatisation der Lunge. Er sei durch ein Kraut geheilt worden, von dem er eine Probe schickte. Ein Amerikaner sandte eine Flasche mit einer nährenden Flüssigkeit. Ein anderer Amerikaner jandte eine Salbe usw. Telephonischer Kursbericht» irnnktart *. 11.. 10. Juli 19V3. 3Vt% Reichsanleihe . . 102.20 37o do. ... 91.45 37«% Konsole . . . ; 102.35 8% do......91.35 37s°/o Hessen .... 101.10 37s% Oberhessen . . . 100.00 4% Oesterr. Goldrente . . 102.90 4l/ß% Oesterr. Silberrente 100.75 4% Ungar. Goldrente, . . 101.80 4ü/„ Italien. Rente . . . 103.30 4%% Portugiesen . . . 49.50 d0/ Portugiesen.....31.25 1% 0. Türken .... 33 80 Türkenlose......130.60 4% Grieoh. Monopol.-Anl. 43.60 47a % äussere Argentiner —.— 3% Mexikaner . . . 26.80 41/2V3 Chinesen .... 92.10 Electric, bchuckert . . . 91.20 Nordd. Lloyd . . . . 99.10 Kreditaktien .... 207.20 Diskonto-Kommandit. . . 186.40 Darmstädter Bank . . . 136.50 Dresdener Bank .... 147.00 Beniner Handelsges. . . 153 40 Oesterr. Staatsbahn . . , 142.70 Lombarden . ... 17.90 Gotthardbahn ..... —.— Laurahütte ...... 213.00 Bochum ....... 172.00 Harpener......177.30 Tendenz: behauptet. Seianntmachung. In das hiesige Handels- Register Abt. A wurde heute bezüglich der Firma „Heuer & Plitt" zu Lollar eingetragen: Offene Handelsgesellschaft ist durch Ausscheiden des Mitinhabers Ferdinand Heuer erloschen. Geschäft wird unter der alten Firma von Georg Plitt weiterbetrieben. 5415 Gießen, 8. Juli 1903. Großherzogl. Amtsgericht. WiipfeUilWell Stöbt. Schlachthaus. Freibank. Heute und morgen: 5429 GchittMisch 56 Pfg. Prima FrWrtchln 50 Kilo 4,50 Ml'., mit Sack ab tfriebberg, liefert unter Nach- nannte J. 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Todes-Anzeige. Gestern morgen itm 5 Uhr entschlief sanft im Alter von 82 Jahren unsere liebe Mutter, «Lxhwester, Schwiegermutter und Großmutter Km Katharine M. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Ludwig Frank, TeleMiß. Lollar, den 10. Juli 1903. 5421 Die Beerdigung findet Samstag nachmittag 4 Uhr statt. 3u verkaufen 2 große Schaufenster- $Spiegel^5 billig zu verkaufen. (03293 _____Näheres Sellersweg 35. Prim Ziegelsteine (Feldbrand) haben noch llmer- zeichnete zu verkaufen. Dieselben können auch angesahren werden. 49731 virkeustock ck Schneider. Zshmis- n. Sttlstlbekm zu verkaufen i03266) Neustadt 49. iliinf-Ojelndjr betragene ftlciBcr und gebrauchte Betten werden zu den höchsten Preisen cmgekaufr. (03227 Fr. Jakob Ott, Weysteingafie 19. Zu vermieten 03295) Eine sehr schöne Drei- zirnmerw. m. Zub. u. sep. Eing. preisw. zu verm. Steinstraße 23. Gine i ZminkrGohmrvg mit Kammer für ruh. Leute zum 1. August zu vermieten. 03292 Näh. 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Juli darauf aufmerksam gemacht, daß ich eine derartige Weihe nicht zulaffen könne. Am 9. Juli erschien ohne mein Vorwissen im Gießener Anzeiger die von Herrn Pfarrer Naumann unterzeichnete Anzeige: »Der neue Friedhof und seine Weihes Aus denselben Gründen, die gegen eine kirchliche Weihe der Kapelle sprechen, konnte ich eine kirchliche Weihe des Friedhofs ebenfalls nicht dulden. Herr Pfarrer Naumann hat auch nicht das Verfügungsrecht über das der Stadt gehörige Grundstück des Friedhofs und kann einen Friedhof nicht weihen, der weder ihm noch seiner Gemeinde gehört. Die Anzeige vom 9. Juli enthält auch verschiedene Unrichtigkeiten. Der Friedhof ist nicht interkonfessionell oder allgemein konfessionell, sondern nach allen bisherigen Bejchlüffen der Stadtverordneten- Dersammlung, die allein hierüber zu bestimmen hat, ist er konfessionslos. Ferner ist es unrichtig, daß die Friedhofskapelle das Kreuzeszeichen erhalten hat, weil die Juden einen besonderen Platz wünschten, sondern umgekehrt, nachdem infolge eines Versehens die Fried- hosskapelle mit dem Kreuzzeichen versehen war, wurde für die Juden ein besonderer Platz bestimmt. Es besteht jedoch kein Zwang, daß die Juden nun auf diesem besonderen Gebiet beerdigt werden müssen, sondern auch der Jude wird auf dem, den Juden nicht besonders vorbehaltenen Teil deS Friedhofs beerdigt, wenn die Hinterbliebenen dies wünschen und bei einem Reihengrabe darauf verzichten, daß das Grab von vornherein aus 90 Jahre unberührt bleibt. ES ist ferner nicht richtig, daß die Juden nach ihren Grundsätzen ihre Toten nicht mitten unter den Christlichen m denselben Reihen begraben wollen, vielmehr ist mir von zuständiger Sette wiederholt versichert worden, daß dem kein Hindernis entgegen steht. Weiterhin ist für die Evangelischen nicht ein besonderes Gebiet des Totenackers bestimmt, sondern Evangelische, Katholische, Juden, Andersgläubige und Ungläubige werden der Reihenfolge nach durcheinander beerdigt. ES erscheint daher unstatthaft, einem solchen Friedhof eine besondere evangelische Weihe zu erteilen, vielmehr könnte nur gestattet werden, daß jedes einzelne Grab, der Konfession deS Toten entsprechend, für sich geweiht wird. Nachdem aber Herr Pfarrer Naumann die Anzeige und die Einladung zur Weihe einmal erlassen hatte, habe ich ihm mitgeteilt, daß ich die Weihe dulden wurde, wenn er mir bis mittags 12 Uhr eine vorbehaltlose Bescheinigung deS katholischen Pfarrers und der beiden Rabbiner übergeben würde, wonach diese gegen die beabsichtigte Weihe nichts einzuwenden haben. Diese Bescheinigung wurde nicht beigebracht, vielmehr hat der katholische Pfarrer in einem an mich gerichteten Schreiben im Namen der katholischen Gemeinde gegen eine evangelische Weihe deS Friedhofs Einspruch erhoben. Zur Wahrung und Erhaltung des bisher glücklicher Weise ungetrübten konfessionellen Friedens war ich daher genötigt, eine kirchliche Weihe des Friedhofs zu untersagen, vielmehr diese Weihe auf jedes einzelne Grab zu beschränken. Gießen, den 10. Juli 1903. Der Oberbürgermeister: Mecum. 6428 gesucht. Lader 03284 Mul|[yu Wallthorstr. 41. Jaagcr HMarsche 14—16 Jahre, gesucht. (5350 Wilh. Reiber, Seltersweg 38. 03294) Ein junges Mädchen für Küche und Hausarbeit ge- sticht__________Wagengaffe 9. Wegen Erkrankung meines jetzigen suche tüchtiges, zuverläss. Mädchen für sofort oder später. (5315 Frau Prof. Kutsch, Ludwigstr. 19. Gin jaagks Wchea aus guter Familie tagsüber zur Ueberwachung eines Kindes gesucht. Frau v. Burtztiui, 03272 Ludwigstraße 81, 1. Tüchtiges, anständ. 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