Nr. 183 tieft« außer fcoemtofl«. Dem Diehener Anzeiger werden hn Wechsel mit dem besflschea Landwirt die -tehcner Familien« Mitt ft viermal in der Woche betfttitflL Rotationsdruck a. ver- lag der Brüh lachen Unwerl^Euch- ^.vlem- drucke«, lPietsch Erdest Schatftratze 7. TUnrfle für Depeschen: Anzeiger «legen. Gernlprrchlmlck'liißNr 5L 153. Jahrgang Zweites Blatt. Mittwoch 10. Juni 1 «08 veza gSpretS» ?nailict)75^ otert* jährlich Mt. 190; durch Abhote- u. Hwelgstellen monatlich to M.; durch diePosl Mk.2.—vientt- lährl. auSichl. Beslellg. Tlnnayme von Lozet-e« Iür die DageSnummer >tS vormittag» 10 Uhr. ßetlenprttl: total 11 DU au»rodet» K) Pig. GietzenerAnzeiger u General-Anzeiger w Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen MW nach bildet Lirche und Schule. — Den evangelischen Landeskirchen gehören an Volttische Tagesschau. Thamberlamr Rücktritt? Chamberlains Stellung erschüttert, die Stellung dieses in England populärsten, von den Dtaffen säst vergötterten 1 ManneS wankend gemacht durch eben das, wodurch er sich zum Herrn der Situation zu machen gedachte, durch seine kühnen ZollvereinigungSplän« — man würde eS kaum glauben können, wenn eS nicht von mehreren Seiten gemeldet würde. DaS allerdings war bekannt, daß Mitglieder des Kabinetts Anstoß genommen hatten an jenen Plänen und vielleicht mehr noch an der selbstbewußten und den Widerspruch von vornherein verspottenden Art, wie der Kolonialsekretär seine Ideen der staunenden Welt verkündete. Aber daß ein Bries Chamberlain? an einen Arbeiter zur Beanstandung im Kabinett Anlaß gegeben, den AuSbruch einer Chamberlain-KrisiS herbeigeführt hat, erscheint seltsam und auffällig. Der Inhalt deS Briefes, der jetzt im Wortlaut vorliegt, ist schließlich nur eine brettere Ausführung des Gedankens, daß die Arbeiter an Lebenömittelz öllen ein Interesse hätten, um AlterSpensionen und andere Vorteile auS den Händen deS Staates zu empfangen. Wie gesagt, das ist nicht neu. Aber e8 läßt sich die Möglichkeit denken, daß dre Form des Chamberlain- schen Schreibend die Kollegen deS 5 Herren ihrer Umgebung erschienen heute nachmittag zu den Rennen in Hoppegarten. Im Prinz von Preußen-Ennnerungsren nen fiel der erste Preis auf „SKn- tabor 2", der zweite auf „Cruikskcen", der dritte auf ^Weltschmerz". Hierauf folgte das Armee-Jagbrennen. Bei dem Handicap starteten zehn Pferde. Erster wurde Leutnmtt Bachmayer aus Brünttigs „Subaf", zweiter Leutnant von Goßt er auf GoßlerS „König Carol", dritter Leutnant von Schmidt-Pauli auf Sulzbergers „Ashttvig 2." Ter Kaiser üb erreichte im Pavillon den siegreichen Rettern den Ehrenpreis. Nach dem Rennen um den silbernen Schild des Kaisers, den „Prinz Hamlet", Besitzer Weinberg, gewann, verließen die TZaje)täten den Rennplatz. — Vor einiger Zett wurde gemeldet, Kaiser Wilhelm werbe dem König von Tänemark in diesem Jahre nochmals auf Schloß Fredensborg einen Besuch abslatteu und dort mtt dem König Eduard zusammen treffen. Nach Jnformattoncn von maßgebender Stelle tonn der „Rh. Kür." dicfe Mitteilung als vollständig grundlos bezeichnen, da nicht einmal die Aiöglichtett eines solchem Besuches in Erwägung gezogen worden ist. — Ter „Reichsanzcigee' veröfsentticht die Verlechung deS Schwarzen Adlerordens an den Erbprinzen von Hohenzo Hern. — Auf dem Familientag derer v. Bülow, der am 5. und 6. Juni in Heiligendamm stattfand, eröffnete bei einem Mahle die Reihe Der Tischreden der Reichskanzler als 2. Vorsitzender bet Familienrats und Fa- milientags mit einem Hoch auf den Kaiser. Ter Iieichs- kanzler wies darauf Yin, daß im nächsten Jahre 750 Jahre verflossen sein wurden sett der ersten Envahnung der Familie v. Bülow, die sich iu einer Ratzeburger Urkunde des JahreS 1154 findet. In dieser langen Zeit habe das Geschleck)t manchen hervorragenden General, eine Reihe ausgezeichneter Beamten, tüchtige Landwirte unb gottbegnadete Künstler hervorgebracht. Tie Familie sei stolz darauf, daß kein anderes deutsch^' Adelsgeschlecht dem Vaterlande so viele Offiziere lieferte; sie sch auch stolz auf die Ritter Dom Geist, die aus ihr yervorgegangen wären, sie werde aber nur dann den guten Namen behaupten, den sie sich in der deutschen Geschickte gemacht habe, wenn jeder Sohn de- Hauses sich stets das Motto vor Augen halte, das aus dem allen Famllienbuche vom Jahre 1780 stehe: „Ter ist nicht flugS ein (Ärelmann, Ter geboren ist aus großem Stamm; Oder der Geld unb Reichtum hat. Und tut doch keine redliche Tat. Tie Tugend und die Höflich kett Adelt den Menschen alle Zeit." Unter den Tugenden, schloß der Reichskanzler, die den Teutfchen allezeit adelten, stehe in erster Linie die Siebe zum Vater lande, zum deutschen Volk. — Ter „Reichsanzeiger" veröffentlicht das Gesetz be> treffend die Außerkraftsetzung einiger in der Provinz Hessen- Rasjau geltender bau- und feuerpolizeilicher Bestimmungen vom 18. Mai. — Ter preußische „StaatZanzeiger" veröfferttlicht das Gesetz bett, die Feststellung des Nachtrages zum Staatshaushalte für 1903 und die Abänderung des Gesetzes vom 8. April wegen Ergänzung der Einnahme des erwähnten Haushaltes. — Tie Genesuugdes Sbaatsministers Budde macht der J,Vcat'3tg." zufolge stetige Fortschritte. Ter Minister hat bereits dieser Tage die erpe Ausfahrt im offenen Wagen unternehmen können, die ihm gut bekommen ist. — Ter ^keichsanzergLr" berichtet: g-ür das Jahr 1902 gelangten zur Reichslasse an Jst-Einnah men Zölle •197 5öB 621, mehr 3 200 7o6; Tabaksteuer 12 027 906, weniger 268 734; Zuckersteuer unb Zuschlag 98166188, weniger 8019 970; Salzsteuer 49 356 500, mehr 253 966; DUnsch- bottichsteuer 15 946 462, weniger 1931 944; Verbrauchs-Abgabe >on Branntwein und Zuschlag 107 339 377, weniger 1682 613; Brennsteuer 4 817 582, mehr 7 702 469; Schaumwein steuer ernschl. Nachsteuer 2 750 170, mehr 2 751 171; Brau steuer und lleberg an gsabgabe von Bier 29115930, ll durch Erdro Telephonischer Kursbericht. . 101.80 । 3J/o Mexikaner Tendenz: schwach. 371% 8% 3 */,% 3°/o 371% 91.40 I 101.85 91.45 101.20 100.60 192.00 100.45 101.75 103.60 50.30 32.10 33.85 13L8U 45.10 Reichten leihe do. Konsole . do. . . Heesen Oberhessen Ermordete wurde vom Täter oft mißhandelt und tnefer ist oft dafür bestraft worden. Er ist verhaftet und geständig. K a n n st ad t, 10. Inin. Die Daimler M o t o r fab r i k ist heute größtente ils abgebrannt. Tie Waren- Vorräte und wertvolle Modelle wurden vernichtet. Acht Kein neuer Pestfall! Zu der verdächtigen Erkrankung des Wärters, der 6en an der Pest verstorbenen Dr. Sachs in der Chants zu Berlin gepflegt hat, ist zu melden, daß sich das Befinden des Mannes wesentlich gebessert hat. Das Fieber ist bereits ganz geschwunden, die Körpertemperatur auf 37 Grad gesunken. Abgesehen von diesen günstigen äußeren Erscheinungen haben auch die heute nacht vorgenommenen bakteriologischen Blut- Untersuchungen den Pest verdacht nicht bestätigt. Das starke Fieber, von dem der Kranke befallen war, ist zurückzuführen auf eine schwere Erkaltung, die sich der Wärter während der Pflegezeit zugezogen hat. Auch das Befinden der übrigen in den Baracken Beobachteten läßt nichts zu wünschen übrig, so daß e§ also aller Wahrscheinlichkeit nach bei dem einen traurigen Opfer des jungen Gelehrten bleiben wird. — Gestern trat der ständige Ausschuß von Sachverständigen und Vertretern der Behörden im Reichsgesundheitsamt wieder zu einer Sitzung zusammen. Ebenso fand im preußischen Kultusministerium eine neue Beratung statt. Der Bundesrat wird sich am nächsten Samstag, den gesetzlichen Bestimmungen gemäß, mit den Abwehrmaßregeln beschäftigen. Die ganze WirtschaftSeinrichtung der Familie, bei welcher der verstorbene Dr. Sachs wohnte, ist konfisziert und ver- brannt worden. Die Frage, wer den betroffenen Leuten Entschädigung leisten wird, ist durch Reichsgesetz, betreffend btt Bekämpfung gemeingefährlicher Krankheiten vom 30. Juni 1900, geregelt. Danach ist für Gegenstände, welche auf polizelliche Anordnung vernichtet worden sind, volle Entschädigung zu leisten. Als solche soll der gemeine Wert des Gegenstandes gelten und zwar ohne Rücksicht auf die Minderung des Wertes, welche sich auS der Annahme ergiebt, daß der Gegenstand mit Krankheitsstoff behaftet sei. Wird der Gegenstand nur beschädigt, z. B. durch Desinfektion, oder teilweise vernichtet, so ist der verbleibende Wert auf die Entschädigungssumme anzurechnen. Die Zahlung erfolgt nur auf Antrag der Geschädigten. Die Kosten der Entschädigungen fallen der S t a a t S k a s s e zur Last. Der Entwurf eines preußischen Ausführungsgesetzes zu diesem Reichsgesetz bestimmt, daß die Auszahlung nach Anhörung von Sachverständigen durch die Ortspolizeibehörde zu erfolgen hat. Gegen die Entscheidung dieser Behörde ist für Berlin nur die Beschwerde beim Oberpräsidentcn der Provinz Brandenburg zulässig. Deffen Entscheidung ist endgiltig. — Für die Personen, die infolge der notwendig gewordenen Isolierung in ihrer erwerblichen Tätigkeit zeitweilig beschränkt werden, bestimmt das Reichsgesetz die Art der Entschädigung. Anspruch auf eine solche haben überhaupt nur Personen, die der Invalidenversicherung unterliegen. Bei der Berechnung des ihnen entgangenen Verdienstes wird als TagcSarbeitsverdienst der dreihundertste Teil des für die Invalidenversicherung maßgebenden JahrcSarbeitsvcrdienstes zugrunde gelegt. Die ^Nationalztg." meldet: Das Befinden der wegen des Pestfalles in der Charito beobachteten Personen war bis zum Dienstag abend ein gutes. Im Verwaltungsgebäude ist eine ständige Polizeiwache, bestehend aus einem Wachtmeister und zehn Schutzleuten. Der Polizeipräsident von Berlin wies die Magistrate von Charlottenburg, Schoneberg und Rixdors an, darauf zu halten, daß ständig Jsolierhäuser und Baracken vorhanden sind und diese nicht zu anderen Zwecken benutzt werden. 4% /6 Chinesen . , Electric, bctuckert . Nordd. Lloyd . , Kreditaktien Dih Konto-Komm an di t. Darmstädter Bank . Dresdener Bank . . Berliner Handelsges. Oesterr. Staatebahn . Lombarden . . . Gotthardbahn . . . Laurauütre . . . . Bochum..... Harpener . . . . . 26.10 . 92.60 . 93.10 . 98 80 . 208.00 184L0 . 135.60 . 146.23 . 153.40 . 145.60 . 17.26 189.20 . 215.75 . 173.00 . 177.60 Temperatur der Lahu und der Luft am 10. Juni 1903. Rach Rcaumur gemessen mittags zwischen 12 und 1 Uhr. Wasser 16°, Lust 18°. Albert Rübsa » ea. 4‘ Oesterr. bilberrente 4% Ungar. Goldrente, . , 4% Italien. Rente . . . 47,54 Portugiesen . . , 8°/ Portugiesen. . . . l?o C. Türken . . . Türkenlose..... 4% Griech. Monopol.-Anl. 41.. % äussere Argentiner Aus AM uni) Land. Gießen, 10. Juni 1903. — Personalien. S. K. H. der Großherzog haben den Registrator am Landgericht der Provinz Rheinhessen August Leichner zum Rechner am Landeszuchthaus Marlenschloß ernannt. — In den Ruhestand wurde versetzt der Wagenwärtcr in der Hessisch-Preußischen Eisenbahngcmein- schaft Jakob Haas zu Darmstadt auf sein Nachsuchen. ♦* Sitzung des Provinzia 1 ausschusses. Am Samstag, den 13. Iunr 1 903, vormittags 8»• Uhr, findet im Sitzungssaale des Regierungsgebäudes hier eine öffentliche Provinzialausfchußfitzung mit folgender Tagesordnung statt: 1. Durchführung des Fluchtlinien, planes für den Seltersiveg Nr. . > in Gießen: hier: Enteignungsantrag der Stadt Gienen En: gnung von lande zur Erweiterung des Bahn he Lollar zweck«? Einführung der Nebenbahn Lollar—Londorf: hier: llrteilsver- Dndigung. 3. Reklamation gegen die zu Burgbracht. 4. Klage des Ortsarmenverbandes Hanau gegen den Landarmenverband Friedberg wegen Ersatz von Pflegekosten für d«en Schweizer Peter Gaber von Essen; hier: Urteilsverkündigung. 5. Gesuch des Abraham Hammel zu Nidda um Erlaubnis yir Errichtung einer Fettsiederei; hier: Urteils Verkündigung. — Hessisch-Thüringische Staatslotterie. Bei der heutigen Ziehung der 2. Klaffe fiel die Prämie von 50 000 Mk. auf die zuletzt mit 300 Mk. gezogene Nr. 31407 nach Mainz), ferner fiel ein Gewinn von 3000 Mk. auf Nr. 66984 (nach Saalfeld), ein Gewinn von 2000 Mk. auf Nr. 14494 (nach WormS), zwei Gewinne von je 1000 Mk. auf Nr. 64937 (nach Offenbach), und Nr. 74866 (nach Detmold), vier Gewinne von je 4000 Mk. auf 9h:. 59562 72341 95710 47225, acht Gewinne von je 300 Mk. auf Nr. 11386 26326 43228 62381 63927 65620 75515 90460. (Ohne Gewähr.) - Sturz aus dem Fenster. Ein junges Mädchen kürzte sich am Montag abend Ecke Walltorstraße und Brau- gaffe aus dem Fenster auf die Straße. Sie erlitt komplizierte Knochenbrüche und Verletzungen und wurde unter furchtbaren Schmerzen, die sie aushalten mußte, in die Klinik verbracht. In Liebeskummer sollen die Motive zu dem schrecklichen Entschluß zu suchen sein. ** Riesen kin ematograph. Tas schon angekün- digte kinematographische Unternehmen wird von anderen Zeitungen sehr gelobt und ist auch, wie wir uns überzeugen konnten, im Besitz vieler anerkennender Schreiben von Schuldirektoren und ähnlicher Dienststellen. Die Vor- tellungen werden morgen auf Oswalds Garten eröffnet. Es ind täglich zwei Vorstellungen, mittags und abends. (Siehe Inserat.) Wie uns der Direktor des Unternehmens mitteilte, wird morgen nachmittag um 3 Uhr am Eingang des Selterswegs bei der Anlage eine n e ue Au fn ah m e tattfinden, deren tinematograpyische Wiedergabe dann für >as hiesige Publikum äußerst interessant sein wird. Bad-Nauheim, 9. Juni. Beider Einführung und Vereidigung unseres neuenBürgermeisters Dr. Kayser, sprach Kreisrat Fey in einer längeren^Rede von den Wirkungen der neuen in Kraft tretenden -städteord- nung und schloß mit folgenden Worten an Bürgermeister Kayser: „Verehrter Herr Bürgermeister, Sie kommen, wie ich weiß, mit dem besten Willen, inöge Gott Ihren Be- trebungen stets das beste Gelingen geben. Atögen Sie, Mild n der Form, aber fest und bestimmt in der Sache, Ihres Amtes walten zum Gedeihen und zum Besten der schönen Stadt Bad-'Nauyeim!" — Bürgermeister Kai)ser antwortete mit Worten des Dankes und richtete an die versammelten Vertreter der Stadt eine längere Ansprache. Darmstadt, 9. Juni. Die Enthüllung des von dem Darmstädter Journalisten- und Schriftsteller-Verein im Darmstädter Herrengatten errichteten Goethe-Denkmals von Habich und Zeller ist, wie die ^Darmst. Ztg," schreibt, für Dienstag, 30. Juni, nachmittags 5 Uhr, in Aussicht genommen. r. Riainz, 9. Juni. Der bei dem vor wenigen Wochen stattgehabten Ingelheimer Automobil-Unglück, bei welchem der Ingenieur Albett aus Biebrich ums Leben gekommen ist, arg in Mitleidenschaft gezogene Monteur Sa ater ist von den erlittenen Verletzungen jetzt so wett geheilt, daß er das hiesige Spital verlassen und sich in seine Heimat begeben kann. — Bezüglich des bei dem Unfall durch einen der Hilfeleistenden verübten Geldraubes an dem verunglückten Albett verdichtet sich, wie verschiedenen Blättern aus Ingelheim geschrieben wird, nuninehr der Verdacht gegen emen in Ingelheim wohnenden Herrn besseren Standes in der schwerwiegendsten Weise. benachbarte Häuser sind stark beschädigt. Ter Schaden ist bedeutend. L o n d o n, 10. Juni. Die Erklärung des Schatz tanzlers Ritchie gegen die Zollpolitik Chamberlains hat ungeheure Sensation erregt. Dies in Verbindung mit der Erklärung des liberalen Führers Rosebery in einer in Bishops Stontford bei Eröffnung der landwirtschaftlichen Ausstellung gehaltenen Rede, daß niemand wisse, was im Parlament bevorstehe, und daß überraschende Vorgänge jeden Augenblick zu erwarten seien, hat die Gerüchte von einer baldigen Parlaments-Auflösung neu gestärkt. Tie Lage der Regierungspartei wird allgemein mit der Spaltung der liberalen Partei durch Gladstones Homerulc-Projekt verglichen. Chamberlains Aus- ichten auf Erfüllung seiner Plane gelten für stark nennt en. — Nach Ansicht von wohl ^informierten Stellen. wird es zu keinerlei Kabinettskrise kommen. Chamberlain wird nicht demissionieren. Ueber sein Projekt wird vorläufig nichts lveiter verlauten bis zum Herbst, dann wird es definitiv eingebracht werden. London, 10. Juni. Tie Morgenblätter kommentieren lebhaft die gestrige Debatte im Uiuerhause. Fast alle Abgeordnete hatten sich eingefunden, da man sich auf irgend einen Coup Chamberlains hinsichttich seines Zollprojektes gefaßt gemacht hatte. „Morning Leader" und „Tally News" erklären, Chamberlain sei augenblicklich in polittscher Hinsicht ein toter Mann. Es sei ihm unmöglich, alle Konservativen zusammenzuhalten, die zur Opposition hinneigen. Rom, 10. Juni. Graf P., ein hervorragendes Mitglied der katholischen ^lristokratie, wurde auf Antrag des Grafen Pecci, des Neffen des Papstes und neuen Kommandanten der 9kobel-Garde aus dem Korpsausge- stoßen, well er zwei Tamen der liberalen Aristokratie in seiner Dienstwohnung im Vatikan zum Tee geladen hatte. Rom, 10. Juni. Ter Pap st empfing französische Pilger und hielt eine längere Ansprache an sic. SimonStown, 9. Juni. Tie deu tsche antarktische Expedition ist hier heute an Bord der „Gauß" eingetroffen. Tas Schiff wird 9lusbesserungen vornehmen und nach etwa drei Wochen nach Deutschland zurückkehren. Tie Expedition hat ein n e u e s L a n d entdeckt, dem sie den 9tarnen Kaiser Wilhelm U.-Land gegeben hat. Pretoria, 9. Juni. Ter (Gesetzgebende Rat nahm am 9k ach mittag einstimmig den Antrag, den Tingaans- tag als Burenfeiertag mit in die Liste der öffentlichen Feiertage aufzunehmen, an. Tie holländischen Mitglieder dankten den übrigen herzlich für dieses Zeichen des Entgegenkommens und sagten, dies nütze mehr, als alle Reden über die Aussöhnung. Antrag CH aplin. Im Ärnfe der Debatte erklärte Ritchie, die Regierung halte die Anstellung einer Untersuchung über die Frage der Dorzugstmllfe für notwendig. Er würde überrascht sein, wenn eine solche Untersuchung irgend ein praktisches Mittel bar tun würde, eine solche Politik au^uführen. Er sei ein überzeugter Freihändler, und wie er gegenwärtig beraten sei, könne er sich nicht zu einer Politik bekennen, welche er für schädlich für dre Interessen Großbritanniens und seiner Kolonien halte. — Es besteht Grund zu der Annahme, daß diese Erklärung Rllchies das Ergebnis einer im heutigen Kabinettsrat über den Gegenstand erfolgten Beratung gewesen ist, und die Erklärung vorher den Ministerkollegen Ritchies unterbreitet worden ist. Paris, 9. Juni. Die Zollkommission setzte den Zoll für Hopfen auf 60 Frcs. im Minimaltarif fest. — Römische Berichte an hiesige Blätter und Politiker stellen den Zustand des Papstes als bedenklich hin und warnen davor, die günstigen Darstellungen Dr. Lapponis und der amtlichen vatikanischen Kreise wörtlich zu nehmen. Hämorrhoidalblutungen hätten den Papst sehr ges chwäch t Konstantinopel, 9. Juni. In der Kriegsschule in Achiret, wo die Söhne vornehmer Leute, insbesondere auch die Söhne vornehmer Scheiks und anderer Führer außereuropäischer Stämme auf Kosten des Sultans erzogeii werven, um später als Hauptleute in die Armee eingestellt zu werden, brach eine Revolte aus. Die Schüler überfielen die vorgesetzten Offiziere und verletzten einige von ihnen schwer. Polizei und Militär mußten einschrellen, doch konnte erst Ordnung gestiftet werden, als 50 Schüler verwundet waren. 150 der unbotmäßigen jungen Leute wurden in Haft genommen. Kiew, 9. Juni. Als am 8. Juni der Chef des Gendarmeriebezirks, General Novitzky, politische Verbrecher verhaftete und die j ü d. i s ch e H e b a m m e F r u m k i n verhörte, stürzte diese plötzlich mit einem im Gewände verborgen gehallenen scharf geschliffenen Messer auf ihn los und brachte ihm eine Wunde dicht an der Halsschlagader bei, ohne ihn jedoch ernstlich zu verletzen. Gerichlssaal. RB. Darrnstadt, 9. Juni. Schwurgericht. Zur Verhandlung stand heute ein zweiter Fall von Brandstiftung. Ter Taglöhner und Landwirt Joh. Adam Boll von Radheirn, fathol, 26 Jahre all, ist beschuldigt, baS feinem Schwager gehörige Anwesen vorsätzlich in Brand gesteckt zu haben. Boll lebte mit seinem Vater und dem Schwager längere Zett m Unfrieden; der Vater hatte vor mehreren Jahren die chni gehörige vosratte an seinen Schwiegersohn Teborn käuflich überlassen, während der Angeklagte ein Kapital von 500’1)11. erhalten sollte. Tie Auszahlung desselben verzögerte sich und der Angeklagte nahm infolge einiger Wahrnehmungen an, daß leine Verwandten stch bemühten, ihn zu ent- mündigen und somit die 500 TIL vorzuenthalten. AuS Aerger und Rache zimdete er in der Nacht vom 16. zum 17. Februar, nachdem er Schon tagelang vorher sich dem Truirk ergeben hatte, die mit dem Wohnhaus in Verbindung stehende Scheune seines Schwagers an. Tos Feuer griff schnell um sich und zerstörte auch das Wohn- Haus, soivie eine benachbarte Scheune, sodaß em Gebäudeschade» Vermischtes. Köln, 9. Juli. Im Eifelgebiet sind schwere Gewitter niedergegangen. Viel Vieh wurde vom Blitze erschlagen und von den Fluren fortgescbwemmt. Tas Getreide ist vernichtet. Zahlreiche Häuser sind unterwaschen uni> dem Einsturz nahe. Breslau, 9. Juni. In dem Breslauer Expedittons raum der Breslauer Spritsabrik explodierte ein großer eiserner Behälter. Die Mauerwölbung wurde durchschlagen. Vier Personen wurden schwer verletzt. Breslau, 9. Juni. Tem „B. G.-A." zufolge stürzte heute früh auf dem Bahnhof Gellendorf der Maurer Scholz, der auf einem bereits in Bewegung befindlichen Eisen- bahnzug aufspringen wollte, ab. Ter Verunglückte, dem beide Beine abgefahren wurden, war sofort tot. *Nieder-Preschka u in Böhmen, 9. Juni. Ter Geldverleiher Vater wurde von dem Glasschleifer Richter bei dem Einkasfieren eines Wechsels erschlagen. Der Mörder und dessen ganze Familie wurden verhaftet Agram, 9. Juni. Ein Gymnasiast verletzte durch einen unvorsichtig abgegebenen Schuß ein 20jähriges Mädchen schwer. Rostow a m T o u, 10. Juni. Als der Dampfer „Moskwa" nach einer Vergnügungsfahrt auf dem Ton in Asow landen wollte, drängte sich die Döenge auf die Schi f f s- brücke. Diese brach durch. Die Zahl der Opfer soll groß fein. ♦ Peking, 9. Funi. Tie ausgedehnten Gebäude des Steueramts und des Ritenamts, die an den Stadtteil mit den ftemden Gesandtschaften grenzen, wurden heute von einer Feuersbrunst heimgesucht. Tie Gebäude des Steueramts, in denen vier Millionen Taels aufbewahrt ivacen, wurven vollständig vernichtet. Tie ausländischen Truppen, welche angesichts der gänzlichen Unzulänglichkeit Der chinesischen Feuerwehr hilfreich eingriffen, rissen die Gebäude des Ritenamts ein, um ein Uebergreifen des Feuers auf die Fr-emdenstadt zu verhüten. Neuelle Ktiewungeii. Lriginaldrahtmeldungeu des Gießener Anzeigers. L. Berlin, 10. Juni. AuS Arllaß des Pest fall es in Berlin tritt am Samstag dieser Woche den Reichs- gesetzen gemäß die ärztliche Kommission des BundeSrats zusammen. Tie Enrsckstidigung an alle diejenigen, die durch den Pestfall Schaden erlitten haben oder noch erleiden, hat dem Vernehmen nach die Stadt Charlottenburg zu bezahlen, da Dr. Sachs dort gewohnt hat. Berlin, 10. Juni. Eine Versammlung von Handlungs-Angestellten, in welcher Reichstagsabg. Singer eine Wahlrede hielt, wurde polizeilich aufgelöst. Es waren gegen 4000 Personen erschienen, dre ich aus Sozialisten und Mitgliedern des denisch-nativnalen Handlungsgehilfen-Verbandes zusammensetzten. Als der Redner sich bereits dem Ende seiner Rede näherte, entstanden tttmultuarische Szenen, welche den überwachenden Beamten veranlaßten, die Versammlung aufzulösen. Grossen a. O., 10. Ium. In Schwirze ermordete > e r Landwirt Laub e seine 77jährige Mutter s s e l u n g mit einer Schnur im Bette. Tie irbe vom Tätser oft mißhandelt und dieser sl/,M 4% Oesterr. Goldrente . . von 8168 Mk. und ein Mobiliarschaden von ca. 1400 5H. eniftttnb. Der Angeklagte gestand m der heutigen Verhandlung die -tat reumütig und unumwunden ein, sodav auf einen-teil ber 3euqai oer- zichtei werden konnte. Ter Verteidiger, Rechtsanwalt Neuschaffer, versuchte in längerer Begründung darzutun, day der Angeklagte bei Begehung der Tat nicht die volle Zurechnungsiähigkeit belaß, auch könne hier nicht, wie der Staatsanwalt Tr. '^olff verlangte, der s 306 zur Anwendung kommen, sondern nur § 308, da der Angeklagte nicht ein zur Wohnuiig von Menschen dienend^ Gebäude, ondern nur die Scheune in Brand gesteckt habe. Die Geschworen«! verneinten die Schuldsraae der vorsätzlichen Brandstillung nach ( 306, bejahten aber die ^chuldsrage nach § 308 und lehnten die :3eroinigung mildernder Umstände ab. Tas Gericht erfannte für die Tat, die der Vorsitzende als eine höchst verruchte und gemem- gesährliche brandmarkte, mit drei Jahren Zuchthaus, wovon 3 Monate auf die Untersuchungshaft angerechnet werden, und 5 Jahren Ehrverlust. Ter Staatsanwalt hatte 4 Jahre 6 Monate Zuchthaus beantragt. . Gnesen, 9. Juni. (Geheimbundprozeß.) Smmmat- kommissar Günther-Posen entnahm aus dem Kassenbuch und den onftigen Aufzeichnungen, daß die Gnesener Schülerverbindung, aus Anleitung der polnischen Nationalliga 1894 gegründet, zur polnischen Gesamtgeheimorganisation gehörte, Kongresse beschickte und polnisch-revolutionäre Zeitungen hielt, d,e Tür gewaltsame Wiederaufrichtuna Polens eintraten. Ter Staatsanwalt hält die Angeklagten im Sinne des § 128 des Strafgesetzbuches tut schuldig und beantragt 1 bis 2 Monate Gefängnis,^ die Verteidiger beantragen Freisprechimg. Schließlich wurden Schwemm und v. Po- wicki zu je sechs Wochen, Grozeriewicz und Danielewski zu je drei Wochen, Grodzki zu zivei Wochen und 11 Angeklagte zu einer Woche bis zu einem Tage Gefängnis verurteilt. Drei Angeklagte erhielten einen Verweis, fünf wurden freigesprochen. Srwi-erimg! gehen tüunc. empfinden, als in der Stadt. Es Das liberale Wahlkomitee Vergebung Jergebung von Aauarbeilen Nachoerzeichnete Arbeiten und Lieferungen zum Bau vllN DüUÜtÜtllLN. Die für den Rohbau eiueS cu 4617 Pulver. 4527 Gießen, den 5. Juni 1903. 4640 1 Schreiber. von einigen Waldwegen der Backofenlampe 1 4619 Schober. 62 * Uft. mit 4bi4 an Die ^exp. o. jcl rbpfert. ßoMitor, ■ gut gehend, noch im Betrieb zi "WW W WV ■ sehen, zuverk. [4051] Marktslr. lk zu 19. 3u uerkaiifrit 11723,28 3442,49 2901,24 1545,41 387,00 280,00 425,00 310,00 45,60 2640,20 1903. Lungsteinarbeiten (Staketensockel), Zimmerarbeiten, Spenglerarbeiten, Dachdeckerarbeiten, 1. Erd- und Maurerarbeiten, 2. Sandsteinarbeiten auS grau-grünem Pfälzerstein, In einem Inserat der Nr. 132 des Gießener Anzeigers hat Herr Oekonomierat Schlenke als Mitglied des Bundes der Landwirte ausführlich die Gründe auSeinander- gesetzt, die ihn bestimmen, Herrn Heyligcnstaedt nicht zu wählen. Daß der Bund der Landwirte sein Mitglied Herrn Kühler nicht ira Stiche lassen werde, war anzunehmen, und insofern bietet die Auslastung deS Herrn Schlenke nichts UeberrafchendeS. Wohl aber muß »ran sich darüber wundern, daß eS Herr Schlenke für ausgeschlossen halt, daß em Bauer für Herrn Heyligenstacdt eintrete. Wenn er die Wahlresultate deS Jahres 1898 zur Hand genommen hatte, würde er sich überzeugt haben, daß der damalige Kandidat der Nationalliberalen und Freisinnigen in einer großen Zahl von Dörfern mit tüchtiger 7. Glaserarbeiten, 8. Schreinerarbeiten, 9. Weißbinderarbeiten, 10. Schlosterarbeiten, 11. Schmiedearbeiten, 12. T-Trägerlieferung, 13. Nollladenlieferung. Pläne und Bedingungen können von den Bewerbern bei den Herren Architekten Stein & Meyer während der üblichen Bureaustunden eingesehen werden; auch werden Angebotformulare gegen Erstattung dec Kopialgebühren daselbst abgegeben. — Angebote sind dem Unterzeichneten bis zum Dienstag dem 16. d. Mts., mittags 12 Uhr, einzuretchen. Wegen Abbruch meiner Badc- mvtalt habe mehrere gut erhaltene Türen u. Fenster i billig abzugeben. Audr. Euler! Der Gesamt-Kirchenvorstand der evangel. Kirchengemeinde Dr. Naumann. Bauernbevölkerung eine bedeutende Stimmenziffer erreicht hat. Herr Schiente vergißt, daß keineswegs alle Bauern allein von dem Bunde der Landwirte Hilfe erwarten: er fieht die Welt nur von einer Seite an, wie es die Sozialdemokratie auch tut Ein solcher Standpunkt läßt kein richtiges Bild geivinnen. Unser Wahlkreis zählt Versteigerung. Touucrötag den 11. d. Mts., uachm. 3 Uhr, versteigere ich dahier im .Löwens Neuenweg 28: 1) Öaus- u. Küchengeräte aller Art, 2) eine Ladenlheke, 2 große Warenschränke u. v. A. gegen bar. [02791 Gießen, den 9. Juni 1903. Seipel, Gerichtsvollzieher. eines Pfarrhauses und eines KonfirmandensaaleS für die LukaSgemeinde an der Liebigstraße sollen vergeben werden: werden, daß im Staate eine Reihe von Fragen der Lösung harren, die nicht auf rein wirtschaftlichem Gebiete liegen. Hoffentlich ist die Zeit nicht fern, wo Anschauungen, wie fie von Herrn Köhler und Herrn Krumm vertreten werde«, ihre werbende Kraft verlieren und das Interesse des Bolles sich weniger materiellen Fragen zuwcndct. A l l e r b e st e Marken per Ctr. 1,45 Mk. [4502 AcheuheillleMchLunibcW 22 Marburgerstratze 22. Während 1902 gingen ab...... Daher Stand der Mttglteder Ende 1902 . Der Borstand des Spar- und Borschußvereins Lollar E. G. m. u. H. 4643 2610 92.60 9310 98 80 20&00 E 135-60 4023 163.40 140.60 11.20 18920 215.10 173.00 177.6° •den * -Md» • Ölte . ' d • ‘ ' 3. 4. 5. 6. neuen LchulhauseS in der Gemeinde Watzenborn-Steinberg erforderlichen Arbeiten und Lieferungen sollen im Wege schriftlichen Angebots vergeben werden und sind Angebote bis Freitag den 19. Juni l. IS., nachmittags 2 Uhr, auf Großherzogl. Bürgermeisterei Watzenborn-Stemberg, woselbst Pläne, Voranschlag und Bedingungen zur Einsicht offen liegen, portofrei einzureichen. Die Arbeiten und Lieferungen Arbeitsnachweis der Stadt Gießen Garckeustratze 2 (Bürgermeistereigebäude) Zimmer 9h*. 14. Der Arbeitsnachweis hat die Aufgabe, zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern (Arbeitern jeglicher Art, Dienstboten nnd Lehrlingen) unentgeltlich Arbeit zu vermitteln. An den Werktagen von 8 bis 1 Uhr und von L bis 6 Uhr geöffnet. sind wie folgt veranfc Grd- und Maurer- beiten Steinmetzarbeiten Zimmerarbeiten Tachdeckerarbeiten Lpenglerarbeiten Blitzabletteranlage 2 d)loner arbeiten Schremerarbeiten Weißbmderarbeiten Hosenträger liefert von 50 Pfg. an bis 4 Mk. in allen Ausführungen [3523 1 Waag, relteiMg tiü Spezialgeschäft. 3523 Bekanntmachung. c?n das Handels-Regisler wurde heute eingetragen bezüglich der Firma .Carl Laos za Gießen: Geschäft mit tfivrna [st aus Kaufmann Theodor Loos zu Gießen übergcgangen. Gießen, 6. Juni 1903. [4624 Großherzogliches Amtsgericht. Heugras-Berfteigerung. Tas diesjährige Heugras von den Tomanialwiesen, sowie von verschiedenen Waldwegen wird Montag den 15. d. Mts. Ganz besonders irrt sich Herr Schlenke, wenn er in Herrn Hcyligcnstaedt die .Nimmersatte, begehrliche' Industrie verkörpert sicht. Herr Heyligenstacdt steht auf dem Boden des Zolltarifs; noch niemals hat der Reichstag für die Landwirt« schäft ein ebenso vorteilhafte» Gesetz beschlossen: Man braucht kein Prophet zu sein, um zu wissen, daß ein noch günstigeres nicht Nachkommen wird. Wie wenig kennt auch Herr Schlenke unseren Kandidaten, wenn er behauptet, Herr Heyligeustaedt wolle der Industrie nur durch immer stärkeren Zollschutz helfen! Das macht ja gerade unsere Kandidatur wertvoll, daß Herr Heyligenstacdt kein einseitig denkender und handelnder Mann ist, sondern daß er besttebt ist, die erwerben- den Stände, Industrie und Landwirtschaft, so zu stützen, daß beide nebeneinander bestehen können. Es erweist dem Batcrlandc keinen Dienst, wer wie der Bund der Landwirte cs für unmöglich erklärt, daß cs beiden Stände» gut Badehauben Gummituche Wachstuche empsiehlt 4434 Johanna Dietz, Lettersweg 60. ii ---- ÄS uchth,^' tea:; Äst ^«lerverbindww * gewaltsame ■ ^rttibiro hffln vemin L Ä der Mann ihrer Wahl. Der von Herrn Schlenke geflissentlich, aber unrichtiger Weise hcrvorgezogenc Gegensatz zwischen Industrie und Landwirtschaft spielt hierbei gar keine Rolle. Der Wahttag wird lehren, daß auf dem Laude nicht weniger Leute das Bedürfnis versteigert und zwar: , . , , (k, ., . 1. nachmittags 7,2 Uhr bei Herrn Wirt ^chnltheitz m Lumda von 15 Hektar Wiesen der Gemarkungen Atzenhain und Lmnda, sowie von mehreren Waldwegen der Forstwarteien Atzenhain und Lumda; _ . ., ~ , .. 2. nachmittags >/.5 Uhr bet Herrn Wrrt Hemrrch Schepp V. in Saasen von 23 Hektar Wiesen in den Gemarkungen Göbelnrod, Lindenstruth und Saasen, ferner i----* _ Forstwarteien Harbach und Reinhardshain, sowie von mehreren Waldwegen der Forstwartei Saasen, Obersörsteret Wieseck. Tie betreffenden Wiesenwärter und ijoritroarte sind beauftragt, auf Verlangen die Graslose vorher vorzuzeigen. Grünberg, den 8. Juni 1903. Großh. Dberförfterei Grunberg. Infolge Ablebens meines Mannes verkaufe ich au© freier Land nachfolgende Gegenstände: [4612 1 Teigteilmaschine 1 eiserne Backmulde 1 Holzkohlenkasten 1 Ladentheke 1 Brotgeiiell 1 Tezimalwage 1 Teig breche 1 Wan'erschiff für den Backofen Berichtigung zur Bilanz vom 31. Dezember 1902. Die Zahl der Mitglieder betrug Ende 1901 Während 1902 gingen zu...... 11,5 v 1 Uhr. >3. io U»d 1 r1' ®ui Eifenlieferung Gießen, am 8. Juni Ter Großh. Kreisbauinfpektor. T i e hm, 4639 Großh. Baurat. ES rönnen eingestellt werden: 18 Dienstmädchen für sofort nnd später gegen hoh Lohn, 1 Kindermädchen, 1 Kinderwärterin, 1 Zimmermädchen, 1 Weißzeugnäherin, 1 Näherin, 3 Flickerinnen, 7 Lauf-bezw. Putz- ftauen, 1 Wafchfrau oder -Mädchen bei hohem Lohn nach auswärts, 4 Waschfrauen, 1 landwirtfch. Atagd, 1 Kunstschlosser, 1 Spengltt (auswärts), 6 Bau- und Möbelfchremer (1 hier, 5 auSwarts), 2 Drechsler (auswärts), 1 Schneidmull er (auswartsL 1 Zementmuller (auswärts), 2 Anstreicher, 1 Bäcker (auswärts), 2 Schneider (1 hier, 1 auswärts), 1 HauSburfche, 2 Pferdeknechte, 1 längerer landwirtschaftlicher Pferdeknecht (auswärts). Lehrlinge: 1 Wagiier, 1 Schneider, 1 Friseur (auswärts), 1 Maler und Lackierer, 1 Schreiber, 1 Lehrnrädchen (Verkäuferin). ES suchen Arbeit: 3 Dienstmädchen, 1 Zimmermädchen, 1 ftmbermabäjen, 1 Kinderwärterin, 2 Flickerinnen, 3 Waschfrauen, 5 Lausi bezw. Putzfrauen, 2 Metallsormer, 1 Spengler, 1 iJau-• unb Mafchmeu schlosier, 2 Bauschlosser, 1 Maschinen,chlos,er, 7 Bau- unbJDlobel- fchreiner, 1 Wagner, 1 Zimmermann, 1 Rufer, 3 Glaser, barunter 1 Rahmenmacher, 2 Weißbücher, 2 Buchbinder, 1 Schuhmacher, 9 Heiner 1 Bureaugehilfe, 12 Hausburschen, 4 Diener bezw. Aus- laufe/ 2'Kutscher, 1 Krankenwärter, 3 Taglöhner, 6 Pferdeknechte (darunter 4 für Landwirtschaft), 3 landwirtfch. Arbeiter. Lehrlinge: 59 3 62 .sbericht ikftner • ’ üneseD - ' , bobuckert • , loyd - • , Brennaborrad, sehr gut erhalten, steht billig zu verkaufen [02785s MäuSburg 1. Gute Lpeisekartoffelu! 02788s Kart Euler, Hammstr. 5. Kleeernte am Aulweg zu verkaufen. Näherei. [02784 Wagenbach, Wetzsteinstr. 38. Unterhaltenes Tandem (für Herren) billig zu verkaufen. Lchlossermeister Schmidt, Heuchelheim. [02766 Zum Schlusic noch cincS: Herr Schlenke meint, die Nattonalliberalen Gießens würden durch die Freisinnigen aufgesogen; von anderer Seite ist gerade das Umgekehrte behauptet worden! Die Aengstlichen mögen sich beruhigen. Beide Parteien freuen sich deS Zusammen- 1 gehens und behalten doch ihre Eigenart bei. Sie geben die Hoffming nicht auf, daß der liberale Gedanke im Botte wieder mächtig werde. Dann können sich auch beide Parteien wie in früherer Zeit den Lux.ts gestatten, einander zu bekämpfen. Bis dahin t aber werden es einsichtige Politiker als ihre Aufgabe betrachten, die Kräfte Herrn Köhler nicht zu wählen, gegenüber gemeinsamen Gegnern nicht zu zersplittern. 4625 beginnt allgemach weiten Kreisen deS Volles wieder klar auf Lage mit großem, neuem Hinterhaus, worin seit 60 Jahren eine Ld)ienmeggerei betrieben wird, sich auch zu allen Zwecken eignet, zu verkaufen, eventl. zu vermieten. Off. mit. 4614 an die Exp. b. Bl. tcr Anzeigers. des Pestfalles öoche den Reichs- unission des rgung an alle die- rlitten haben oder 1 die Stadt Chai- gewohnt hat. mmlung von her Reichstagsabg. olizeilich auf» -n erschienen, die deutsch-nationalen setzten. W der ebc näherte, ent- ’n überwachenden auszulösen. eze ermordete >rige Mutter r im Bette. Tie ndett und dieser tet und geständig. Motorsabrik nnt- Tie Waren- , vernichtet. Acht . Ter Schaden ist , des Schatztanzlers Chamberlains in Verbindung mit ojebery in einer der landwirtschajt- iajj niemand wisse, überraschende Lor- 1, hat die Gerüchte Auflösung neu tei wird allgemein i durch Gladstones aerlains Aus- ton für |iaj. «e' n furniert™ Stelle». inte», khamber- j. Ueber |eutj> tot dis M W iätto tommentie«" laufe. Mt ch man sich °»1 feines ßoW“ flictlich I ff"’-? "‘fgraten’J“' ° jm SSatitau 1*** 4° ft antarj; >eu lsu) Mß in yornehinen tf«1 "1® 5t, dem si- t’nt 'ea ben !)<«- S«11 h„.8CL * Mcbe"»in9aan5' । den Äjjent' Die Ltsie M,, c ä Zeich» iT#* 1 Tickwurzrnühle. Laubach, 4. Juni 1903. Bäckermeister Wilh. Rühl Wwe. In einer Garnisonstabt ist ein 3-stockiges Hans mit schönem L'aben in bester städtischer Wohmgsllachlveis Gieße«. Gartcustraßc 2, Zimmer «r. 14. .(Geschäftsstunden von 8—1 unb von 3—b LUjr.) SS find zu vermieten: 23 Wohnungen von 2—7 Zimmern, 2 möblierte Zimmer. Zu mieten gesucht: 16 Wohnungen von 1—8 Zimmern. 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Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme cm dem tm? betroffenen schweren Verlust unserer lieben, unvergeßlichen löattin, Mutter, Schwester, Schwägerin, Tante, Nichte und Kousme Minna ZTohlerinann für die zahlreichen Blumenfpenden, allen Denen, die ihr das letzte Geleit gaben, sowie für die trostreichen Worte beS Herrn Pfarrer Luler, unb im besonderen für die unermüdliche, liebevolle Pflege ber evangelischen Schwestern sagen hiertntt innigsten Tank Di< tieftronentben Hinterbliebenen. Gießen, den 10. Juni 1903. 4637 6. Nauheimer, 4228] Stephanstr. 11 schöne Fünf- I Van- u. Dekorationsmaler. 4636 zimmerwohng. m. Bad u. Zub.z. v. Mehrere tüchtige Erdarbeiter 4543] Hcrrschaftl. 0-Zimmer-1 gesucht. Zu erfragen Ederstr. 4. Wohnung zu vermieten I Hinterhaus. 02781 Keplerstraße 1, Bel-Etage. i..u 02628] Fr dl. 3»Zimmeriv. per I JjlGXla L Juli z. v. Näh. Hammstr. 11. Diencrstclle, leichte, für Jn- aw^Hinmer validen passend, spätestens dis per i. Zull h bept. d. I. zu besetzen. 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