i Zweites Blatt. 153. Jahrgang Dienstag 10. Februar 1003 Nr. 34 •rfftetttt täglich außer SonntagS. Dem Dreßen er Anzeiger werden tm Wechsel mit dem hessischen Landwirt die Siehener Kamilien- bUitter viermal in der Woche beigelegt. Rotationsdruck u. Verlag der Brühl'schen Unwers.-Buch- u.6tein- druckeret «Pietsch Erden) Redaktion, Expedttto« und Druckereir Schulstraße 7. Adresse für Depeschen, Anzeiger «ießeu. Aernsprrchanschluß Nr 51. ZWO £> — - A'Ef Q An GletzenerMzelgerW ** General-Anzeiger w s:.*ri.*Ä V V lüt den poln a. atigern. Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen ____________ ” ietqenteil; $anfl Beck. 2er zzürij. Ztg. ruiib aus QSmi gemeldet: Tie Aron- Prinzessin hat vor ihrer Mreise nach dem Sanatorium La icetauic de S^iSbon^ii bei Nyon am Genfersee, wie bei Anwalt Lachcuat initteilte, nicht auf das Verlangen der Scheidung verzichtet und will dies auch ferner nicht tun. Im Termin am 11. Februar dürfte, wenn nicht die Scheidung selbst, so doch die Trennung der Ehe ausgesprochen werden, zu einem späteren Zeitpunkt jebou) die Schewung selbst. Die Prinzessm dürfte tm Sanatorium chre JcuGvriu;i|£ ab war re n; der Plan, dies im toskanischen Fanulienlreise zu tun, ist fallen gelassen worden, da unerjulloare Bedingungen daran geknapit wurden. Dr. Zehnte ijr wieder ab gereist. — Eine Meldung aus Salzburg von einer angeblich dem toskairischen Hofe nahestehenden Seite besagt, daß im Anschluß an einen engeren üamiLumrat des Hauses ^oskana der Prinzessin notifiziert worden sei, ein äußerster Bruch könne vermieden olßenbe drei Bedingungen annchme: iß üvii l^rron, 2. ^R'iitmmunß ihres D-echinnrung der Personen ihres Ge- werden, wenn ste „1. völlige tov|aß Äufeuryolts und u. Die Wirtschaftspolitik mißfällt also dem Bunde, und ebenso gründlich mißfallen ihm die Männer, die diese Politik machen. Neuerdings ift der Staatssekretär des Innern, Graf Posadowsky, mit auf die Proskriptionsliste gesetzt worden wegen seiner Aeußerungen über den Mittelstand, der nicht künstlich am Leven erhalten werden könne. Tie Generalversammlung billigte das von Frhrn. v. Wangenheim gegen Graf Posadowsky ausgesprochene Mißtrauensvotum: Man dürfe auf ihn nicht rechnen. Das ist auch ganz in der Ordnung, daß eine einzelne Erwerbs- gruppe, und sei sie noch so groß und mächtig, nicht auf einen Staatsmann ^rechnet", der pflichtgemäß die Interessen der Gesamtheit zu berücksichtigen hat. Aber gerade Graf Posadowsky hätte mehr Dank von der Landwirtschaft verdient. Wenn in den letzten Jahren die schwierige Lage der Landwirtschaft mehr zur Anerkennung gelangt ist, wenn im neuen Zolltarif doch mancher Wunsch der Landwirtschaft erfüllt worden ist, so ist das wesentlich das Werk oes Grafen Posadowsky, der den Fragen, um die es sich hier handelt, ein höchst eingehendes Studium gewidmet hat. Es wird nicht zu verwundern sein, wenn einer nach dem andern von denjenigen Mitgliedern der Regierung, die der Landwirtschaft beizustehen bemüht sind, solche nichts als Enttäuschung und Unzufriedenheit eintragende Bestrebungen aufgiebt. Tas Bedauerliche ist, daß darunter auch die Vertreter gemäßigter Ansprüche zu leiden haben. Aber diese gemäßigte Richtung ist nicht frei von Schuld an dem Nachteil, wenn sie sich nrchr'zu dem Entschluß aufzuraffen vermag, eine reinliche Scheidung vorzunehmen von den „Matadoren der Maßlosigkeit". Abg. v. Kardorfs, der preußische Landwirtschaftsminister v. Podbielski, Haden beherzt das Beispiel gegeben, daß sie auch ohne den „Bund" mit feiner Gegnerschaft leben können. Verschwindend gering war der Eindruck dieser resoluten Trennung. Ja, wenn die Wahlen nicht vor der Tür stünden — dann würde es sich vielleicht doch mancher konservative Mann überlegen, ob er zu einer Bereinigung halten soll, die der Regierung das Wohlwollen für die Landwirtschaft auf das gründlichste verleidet. mann von Sonnenberg und Dr. Oertel, und ein Berliner Schneidermeister im Sinne der Bundesanschauungen. Dr. Hahn machte unter großem Beifall die Mitteilung, daß die Herren v. Wangenheim und Rösicke wieder auf fünf Jahre zu Bundes-Vorfitzenden gewählt worden seien. Schließlich gelangte folgende Resolution einstimmig zur Annahme: Die Generalversammlung des Bundes der Landwirte spricht dem Vorstande ihren Dank aus für sein bisheriges Verhalten und giebt dem Vertrauen Ausdruck, daß derselbe auch in Zukunft die Interessen des selbstständigen Mittelstandes vertreten wird. Freiherr v. Wangenheim schloß um 5 Uhr die Versammlung mit einem Hoch auf den Bund der Landwirte. Politische Tagesschau. Fraueu-Vereiasrecht. Dem braunschweigtschen Landtage war von einer Anzahl Frauen eine Eingabe unterbreitet worden, die eine Abänderung des braunschweigischen.Vereinsgesetzes in dem Sinne verlangte, daß den Frauen unbeschränkte Vereins- und Versammlungsfreiheit gewährt werde. Die Bitt* schristen-Kommission des Landtages hat sich mit dieser Eingabe befaßt und darüber an das Plenum schriftlichen Bericht erstattet. In diesem heißt es: Bei der Prüfung der Bittschrift hat sich die Kommission auf den Stanopuntt gestellt, daß der natürliche Wirkungskreis der Frau in Haus und Familie liegen soll, bei der BerusÄvahl für Unverheiratete der Unterschied der Geschlechter in der Leistungsfähigkeit stets berücksichtigt und die Ordnung der öffentlichen Angelegenheiten im allgemeinen der rein standesgemäßen, weniger durch das Gefühl beeinflußten Denkweise des Mannes allein überlassen bleiben muß. Weitergehende Be- sttebungen auf unbedingte Gleichstellung sind abzuweisen. Dagegen ist anzuerkennen, daß die Frauen mit* zusprechen haben über Fragen der Gesundheitspflege, des Unterrichts, der Hebung der materiellen und idealen Interessen des Frauenge- g e s ch l e ch t s. Angesichts ferner der unabweisbaren sozialen Aufgaben unserer Kulttircrckwiellung finden wir heute bereits die Frauen tätig in der Armen- und Waisenpflege, in Volksküchen und Volksbädern, in Krippen und Heimen verschiedenster Art. Hier gerade soll die Frau auf sozialem Gebiet gleichwertige Gehilfin des Mannes sein. Die Frau ist besser geeignet, Schwachen, Armen und Kranken Rat und Trost zu erteilen, oder Hilfe zu leisten. Dann muß man ihr auch gestatten, sich zu vereinen und sich zusammen zu tun, sei es in Frauenvereinen, sei es in Vereinen und Kongressen unter Zusammenwirkung von Männern. Eine gesetzliche Gleichstellung der Frauen mit den Unmündigen ist unwürdig, und unhaltbar ist. der jetzige Zustand, daß Vereine, in denen die jeau in aufopferungsvoller Nächstenliebe arbeitet, möglichst die polizeiliche Anmeldung vermeiden, um Verboten auf Grund des Gesetzes zu entgehen. Eine baldige Aenderung unserer Lanbesgesetzg^bung ist deshalb unabweisbar. Die Kommuswn ist aber der Ansicht, baß Bedenken gegen den Fortfall aller beschränkenden Bestimmungen nicht von der Hand zu weisen sind, und das Gesetz insoweit abzuändern ist, daß etwa nach Vorgang Bayerns den Frauen Vereins- und Verjammlungsfreiheck für berufliche Interessen, Zwecke ver E Drehung und der Nächstenliebe gegeben w cve. Die Kommstwn g.bt anheim, die Biirschrift mit d).st, Leschränkang ,u. Berücksichtigung zu empfehlen. — Das Plenum des braunschiveig.scheu Land- Aie Heerschau des Bundes der Landwirte. Berlin, 9. Februar. Die 10. General-Versammlung des Bundes der Landwirte hat heute im ZirkuS Busch stattgefunden und zwar unter kolossaler Beteiligung. Bereits eine Stunde vor Beginn war der riesige Raum bis ans Dach heran überfüllt. Gegen 8000 Personen dürsten zugegen gewesen sein. Unter den Erschienenen bemerkte man il a. den Präsidenten des preuß. Abgeordnetenhauses von Kröcher und den in letzter Zeit viel genannten Major a. D. Endell. Gegen dreioicrtel 1 Uhr eröffnete Freiherr von Wangen he im, mit brausenden Beifallsrufen begrüßt, die Versammlung. Er erinnerte in seiner Eröffnungsrede an die vor zehn Jahren am 18. Februar erfolgte Begründung des Bundes und gedachte der Erfolge desselben. Die Ausgabe des Bundes sei die Bekämpfung der Ca- privi'schen Handelsverträge, weil feit diesen die Landwirtschaft die Zölle bezahlen müsse. An den Arbeiten des wirtschaftlichen Ausschu|ses zur Vorbereitung der Handelsverträge habe sich der Bund mit Eifer beteiligt, jedoch habe die Landwirtschaft den Schutz nicht gefunden, der nach einmütigen Erklärungen aller land- wirtschäftlichen Körperschaften erforderlich sei. Aber er müsse sagen, wenn alle einmütig zusammengestanden hätten, wenn nicht so viel Lässigkeit und Lauheit unter den Landwirten selber geherrscht hätten, dann würde auch mehr erreicht worden sein. Die Landwirtschaft sei völlig gleichberechtigt mit der Industrie. Ein nur auf Groß-Kapitalismus und Arbeiterinteressen aufgebautes Staatswesen habe keine Dauer. Landwirtschaft und Mittelstand allein verbürgen diese Dauer, und deshalb kämpfe der Bund der Landwirte für die Interessen dieser beiden Berufsarten als den Hauptstützen des Staates. Die Kraft des Landwirtes wurzelt vor allem in der Liebe zur Scholle und diese wolle er unverletzt seinen Nachkommen erhallen. (Lang anhaltender Beifall und Bravorufe.) 9hm hätten die Landwirte geglaubt, es werde unter dem jetzi- gen Reichskanzler besser werden. Darauf hatten sie gebaut, seien aber getäuscht worden, denn Graf Posadowsky habe gesagt, daß die Landwirte nicht mehr io zahlreich seien, um verlangen zu können, öaß der Landwirtschaft eine Ausnahmestellung einße- cäumt werde. (Pfuirufe.) Er, Redner, erkläre, daß der deutsche Landwirt keinen Zweifel darüber habe, daß die Zukunft Deutschlands nur beruhen könne in einer starken kraftvollen Monarchie. (Anhaltender nicht endenwollender Beifall.) Die deutschen Landwirte wollten aber ihrem Kaiser nicht als Sklaven, sondern als freie deutsche Männer dienen. Kriechen und Schmeicheln sei nicht deutsche, sondern morgenländische Art. Frecherr von Wangenheim brachte hierauf das Hoch auf den deutschen Kaiser aus. Nach Frecherrn von Wangenheim sprach Dr. Rösicke. Er führte aus: Nach der Aera Caprivi wäre diejenige Hohenlohe-Miquel, in der auf bessere Zeiten^ vertröstet wurde, gekommen. Nun komme die Periode Bulow. Diese laute: § 11. Die Handelsverträge werden fortgesetzt. Unter Bülow sei die Landwirtschaft durch mancherlei Bedrückung wieder zurückgekommen und die Regierung stehe jetzt im Gegensatz zu Miquel, welcher den Landwirten redlich helfen wollte, wieder auf dem Standpunkte der Eaprivi'schen Anschauungen. Redner gedachte Dann weiter der großen Toten, die dem Bunde seit Bestehen nahe gestanden, insbesondere Bismarck, erwähnte bann den Zwischenfall mit Podbielski, dessen Ausscheiden aus dem Bunde er bedauert, und feierte zum Schluß den Gründer des Bundes Rupprecht-Nausern. Dritter Redner war Bundes-Direktor Dr. Hahn, welcher den Rechenschaftsbericht erstattete. Aus demselben ist hervorzuheben, daß der Bund jetzt gegen 250 000 Mitglieder zählt, wovon 138 000 westlich der Elbe wohnen. Nach seinem Bericht beklagte Dr. Hahn, daß so viele Land- ruirte nicht den Mut besäßen, gegen den Antrag Kar- d o r f f , su stimmen. Auf die Frage an die Versammlung, ob sie für den Antrag gestimmt haben würde, erscholl ein dröhnendes Nein. Nur eine Stimme war beider Gegenprobe für Den Antrag Kardorff. Redner bedauerte Wecker, baß oie Bismarck'scheu Bahnen verlassen worden feien. Tie jetzige Regierung, Bülow und die anderen „großen Poseure", begünstige den Export. Man ergehe sich in Liebenswürdigkeiten gegen baS Ausland, ja gegen die Sozialdemokraten. Die Weltpolitik führe in Sack gaff en, aus denen man nur mit Mühe tzerauskomme. Redner fchließt mit einem Hoch auf den Lund der Landwirte. (Lang anhattender Beifall.) Es folgen die Referate der Herren Stauffer und von Oldenburg über den Zolltarif und die künftigen Handelsverträge. Tkr erstere wandte sich hierbei ]ü)iirf gegen die Nationalliberalen, der letztere gegen die Anhänger des Antrages v. Kardorff, den Frhr. v. Wangenheim in seiner Eröffnungsrede ein „wirtschaftliches Unglück für die deutsche Landwirtschaft" genannt hatte. Stauffer führte aus, die Zukunft erfülle die Landwirte mit banger Sorge. Für Süddeutschland sei der neue Zolltarif ganz besonders schädlich. v. Oldenvurg-Januschau giebt zu, daß man aiit dem neuen Zolltarif zu besseren Handelsverträgen gelangen könne als mit dem alten, aber es müsse richtig vorgegangen werden. Redner schloß mit einem Hoch auf den Buns der Landwirte, der monarchisch und vater- ländisch sei. , An die Vorträge schloß sich eure lebhafte ^iskuuion. :herr v. Kröcher veeteivigte seine Haltung zum Anträge Non Kardorfi. 9Ran habe sich in einer Zwangslage beenden uub der Lauöwirtichaft retten wollen, was zu netten war. Es sprachen noch u. a. die Abgg. Sieber» tage» wird sich in den nächsten Tagen mit dieser Angelegenheit beschäftigen. Der Kaiser in der Ausstellung sür Karloffel- Kerwertung. Berlin, 9. Febr. Die Ausstellung für Kartoffeloerwertung und tecknifche Verwendung von Spiritus wurde vom Kaiser uno der Kaiserin besucht. Dem Kaiserpaar hatten sich der Kronprinz und Prinz Hemrick) angeschlosien. Außerdeni waren anwesend der Laiidwirtschasisminister, der LUiegsminister, der Eisenbahnminister. Das Kaiserpaar wurde durch den Vorsitzenden des Vereins der Spiritnssabrikanten v. Graß- Klanin und Geb. Regierungsrat Professor Dr. Delbrück und den übrigen Mitgliedern des Ausstellungsvorstandes empfangen und schritt unter deren Führung alsbald zu einer pfangen und schritt unter deren Führung alsbald zu großer Anzahl ausgestellten Spiritusmotore und Lokomobilen die Aufmerksamkeit des Kaisers. Er ließ sich sowohl von den ihn führenden Herren, wie von den Fabrikanten selbst alle Einzelheiten erklären uub rief häufig bei einzelnen Ausstellungsgegenständen diejenigen Anwefenden zu sich, für welche diese Gegenstände ihm besonders wichttg erscheinen. So unterhielt er sich bei einem von der Deutzer Gasmotoreusabrik ausgestellten Schisismoior eingehend mit dem Prinzen Heinrich, bei einem von der Marienselder Fabrik hergestellten großen Beieuchtungswagen zog der itaifer den Kriegsminister und den Chef des Jngenieur- äiomckees in Längere eingehende Unterhaltung. Die von der Zenttale für Spiritusoerwertung veranstaltete Ausstellung von Spiritus-, Koch- und Heiz-Apparaten hatte sich eines längeren Besuches zu erfreuen. Die verschiedenen Koch- Apparate, Bügeleisen und namentlich ein Grill-Apparat, aus welchem Beefsteaks bereitet wurden, fanden das lebhafte Interesse der Kaiserin und der sie begleitenden Damen, viuch mehrere neu Dort ausgestellte, mit Spiritus beheizte Badeösen erregten vielfache Aufmerksamkeit. In der darauf besuchten Beleuchtungshalle, m welcher mehrere Hundert Lampen ein strahlenoes Licht verbreiteten, verweilte das Kaiserpaar befonoers lange. Fast alle Aussteller wurden durch Ansprachen beehrt und auch hier bildete die von der Zentrale für ^piritusverwerlung in äußerst glavzvoller Weise vorgefühne Lp.ritasö^leu^lang Den Mittelpunkt des Interesses. 9iachbem hierauf die Ausstellung der deutschen K'ar- toffel-uultur-Station und die durch Zeichnung uno Proben bargestellten Verfahren ber Kartoffeltrocknung deftchtißt waren, erfolgte Der Besuch der zweiten Seitenhalle, in welcher die Ausstellung der Stärke-Industrie und der Kartoffel-Konserven chre Stelle gefunden hat. an sämtlichen Ständen wurden die austzesteltten Erzeugnisse geprüft, viele berfetben nmrDen gekostet und mehrfach sah man, daß der Kaiser den ihn begleckenden Sperren bereit» liegende Probepäckchen einhändig«. 9iach li/Lstündigem Aufenihali im Innern der Ausstellung begab sich nun der Kaiser wieder vor das Tor derselben, um die stattliche Kavalkade von SpirituS-Automobcken an sich vorbeifahren zu lassen. Den Zug eröffnete ein Personenwagen der?Ver- kehrstruppen, es folgien dann mehrere volibeladene, für schweren Transpon beitimmte Bierwagen, der Versuchs- und Lehrbrauerei und des Böhmischen Brauhauses. Diesen schlossen sich yvei Exemplare des neuesten Berliner Ver^ kehrsmittels, nämlich Lpiritus-Automobil-Droschken an, bann kam ein großer Lastwagen ber Fahrzeugsabrik Eisenach, ein schon seit zwei Jahren im Betrieb bewahrter Flaschenspirituswagen ber Spritfabrik Karl Untucht u, Eo., Magbe- burg und eine Anzahl anderer Spirituskcaftwagen. 9iach- Dem hierauf ein vom Jngemeur-Komckee ausgestellter, mit Spirirusmotor ausgerusi.ter großer Beleuchtungswagen oorgefuhrt worben war, wurden die an verschiedenen Stellen des Ausstellungsgeländes auf besonders gelegten Gleisen fahrenden Spiriiusiottmotiven der Gasmo.oreiifaöiik Deutz, oer Tckrr-Motoreu-Geftllfchast und der 'LLotorenfabrit Oberursel besichtigt. Zum Schluß ivurde in der Versuchsbrennerei die Verarbeitung von Trockenkartoffeln auf Spiritus und Hefe vorgeführr. Nach reichlich zweistündigem Besuch« verließen der Kaiser und die Kaiserin mit ihrem Gefolge unter den jubelnden Hurrarufen der zahlreich herbeigeeilten Zuschauer die Ausstellung, während oer Kronprinz und Prinz Heinrich mit einem Teil der übrigen Herrschaften noch längere Zeit in der Ausstelluna verweilten und sich namentlich für den großen Beleuchtungswagen des Jn- genieur-Komitees interessierten. Acr ILuman der sachstjchen KronpriNzesstn. I» ^umbaut ?Mi ?et den Herren in dem 1180 Samen 40 Psg (MjemM l0ta||e: Herrenkarten 1,20 Ml 20 Psg. Mb Selterswea, tyj, 'lrfig, vcllersweg. - Dam Zchernilarien in der Cigarre ipiatz o. 12?. Der Vorstand. aa tote Sy Hatten U, e* ii) WWW in weiß, Goldkäser und:'.' für Herren und Surin grober Auswahl-) billigsten Preisen mW Franz lierne LchrrHlager 4' SottnenMe 20-22. ift r"' toi s Ll-11 »Utäfflitttl -1 AustavWalt-l folge» durch ihre Eltern. Man glaubt, daß die Priw- zessin sich diesem Ultimatum unterwerfen werde. Die „Dr. N." schreiben: Von viel tieferer und einschneidenderer Bedeutung für die weitere Entwickelung und das Endergebnis der Angelegenheit der früheren Kronprinzessin als alle anderen Vorgänge nach ihrer Flucht dürfte sich die Tatsache erweisen, daß sie jetzt Aufnahme in einer Heilanstalt für Gei st es- und Nervenkranke gefunden hat. Menschlich betrachtet wird es für Tausende wie eine Erlösung klingen, daß die oft ausgesprochene Annahme geistiger Störung hierdurch Bestätigung findet. Die Prinzessin erscheint nun weniger als eine sittlich schwer belastete, sondern vielmehr als kranke Person, die mehr Mitleid als Abscheu verdient. Für den aufs Schwerste betroffenen Gatten, die Familie und alle, die ihr Jahrzehnte lang Sympathieen entgegengebracht haben, liegt — so furchtbar traurig auch die Annahme einer geistigen Erkrankung ig't — hierin etwas Tröstliches. Aber diesem Lichtblicke steht unerbittlich die Gefahr gegenüber, daß mit dem begründeten Argwohn gegen die geistige Zurechnungsfähigkeit der Prinzessin die Rechtslage der ganzen Angelegenheit total verschoben ist, wodurch ihre Zuendeführung in unabsehbare Ferne gerückt wird. Ob der Gang des Ehescheidungsprozesses selbst von der Aufnahme der Prinzessin in die Heilanstalt berührt wird, ist nicht leicht zu übersehen. Es kommt hier in Betracht § 56 der Zivilprozeßordnung, welcher bestimmt: „Das Gericht hat den Mangel der Pro- zetzfähigkeit von Amtswegen zu berücksichtigen", sowie 8 612, der bestimmt: „In Ehesachen ist ein in seiner Geschäftsfähigkeit beschränkter Ehegatte prozeßfähig." Be- schräntte Geschäftsfähigkeit, wozu natürlich auch die eigene Bestellung von Prozeßbevollmächtigten gehört, tritt ein bei wegen Geistesschwäche unter vorläufige Vormundschaft gestellten 'personen; außerdem ist aber zu berücksichtigen, daß das dem Ehescheidungsprozeß zu Grund liegende Delikt monatelang vor der Flucht der Prinzessin und den nachfolgenden Unternehmungen liegt, die die Annahme einer geistigen Störung, zumal im Zustande der vorgeschrittenen Mutterschaft, rechtfertigen können. Ein für das Gericht ausreichendes ärztliches Gutachten wird bis zu dem morgen stattfindenden Termin nicht zu erlangen sein, denn es kann sich nur auf längere Beobachtung stützen. Bedeutsam dürften wohl auch die durch die jetzige Aufnahme der Prinzessin in die Anstalt begründeten Zweifel an der Zurechnungsfähigkeit für die materielle Auseinandersetzung mtt ihren Familienangehörigen sein, weil der Nachweis zu erbringen sein wird, daß die geistige Störung nicht schon vorgelegen hat, als die für die Zukunft der Kronprinzessin hochbedeutsamen Rechtsakte der letzten Wochen von ihr mitbollzogen wurden. Die Großherzogin von Toskana ist mit ihren Töchtern in Men ein getroffen und in der Hofburg abgestiegen. Deutsches Deich. Berlin, 9. Febr. Der Kaiser und die Kaiserin wohnten gestern abend mit Prinz und Prinzessin Hein- rid) der Aufführung von „König Heinrich V." im Schau- spielhause bei, zu welcher der Kaiser an den großbritannischen Botschafter und dessen Tochter sowie an die Herren und Damen der großbritannischen Botschaft Einladungen hatte ergehen lassen. Heute morgen fuhr der Kaiser beim Reichskanzler vor und hörte von 10 Uhr ab Schloß den Borttag des Stelwertreters des Chefs des Zivilkabinetts Geh. Oberregierungsrat v. Balentim. — Ter Reichskanzler Graf Bülow hat dem Grau- senzer „Geselligen" für seinen Kais er s geb urts-Ar- tikel in einem Schreiben gedankt, in dem er sagt: „Aufrichtig danke ich Ihnen für die ftische, warme, im Vesten Sinne liberale Würdigung unseres Kaisers in dem Geburtstagsartikel des „Geselligen", dessen tüchtige Sprache mir ost gefallen hat. Es wäre für mich keine kleine Genugtumig, wenn meine von Ihnen so bereitwillig anerkannten Aeußerungen im Reichstage (Sitzung vom 21. Januar. D. Red.) dazu beittagen würden, in allen nationalen Kreisen den Sinn für eine vorurteilslose Beurteilung unseres Kaiserlichen Herrn zu beleben." — Zum Antrag Hehl bemerkt die „Natl. Korr.": „Durch eine große Reihe von Zeitungen geht die Nachricht, oaß Zentrum und Nationalliberale den Antrag betreffend den 10 stündigen Maximalarbeitstag für weibliche Arbeiter and die Hinaufsetzung der Allersgrenze von 16 auf 18 Jahre für jugendliche Arbeiter eingebracht hätten. Wir stellen demgegenüber fest, daß außer dem Herrn Frhrn. von Hehl zu Herrnsheim nur drei nationalliberale Abgeordnete sich zur Unterzeichnung des Antrages bereit gefunden haben, der somll nicht als von der nationalliberalen Fraktion ausgegangen bezeichnet werden kann." — Auf Einladung der Deutschen Landwirt- schafts gesell schäft fand heute zur Besprechung der Vertretung der deutschen Landwirtschaft bei der Weltausstellung in St. Louis 1304 eine Versammlung statt, in der nach einem Vortrag des Reichskommissars Geh. Oberregierungsrates Lewald eine Resolution gefaßt wurde, welche besagt: „Die Versammelten sind der Ansicht, daß eine möglichst reichhaltige Beschickung der Ausstellung mit geeigneten landwirtschaftlichen Erzeugnissen im dringenden Interesse der deutschen Landwirtschaft liegt. Tie Hergabe reichlicher Mittel für die Förderung der Ausstellung seitens des Reiches und der Einzelstaaten erscheint daher als durchaus gerechtfertigt. Die weitere Förderung dieser Angelegenheit, soweit rein landwirtschaftliche Interessen in Betracht kommen, dürfte am Besten dem Direktorium der deutschen Landwirtschaftsgesellschaft zu überlassen sein, welches sich zu diesem Zwecke mit dem Reichskomncissar in Verbindung zu setzen hätte." — Der preuy. „Staatsanzeiger" veröffentlicht einen königlichen Erlaß von: 5. Januar, nach welchem der Ausschuß zur Untersuchung der W a s s e r v e r h ä l t n i s s e in den einer Ueberschwemmungsgefahr besonders ausgesetzten Flußgebieten, nachdem er die ihm gestellten Aufgaben erledigte, aufgelöst wird und bei den Arbeiten der Landesanstalt für Gewässerkunde seitens der Minister für Landwirtschaft usw. und der öffentlichen Arbeiten ein Beirat von drei Laienmitgliedem zu beteiligen ist. — Der Ausschuß des deutschen Aerztebundes hat auf den 7. März einen Aerztetag in Berlin einberufen, um gegen die gänzliche Nichtbeachtung der Wünsche der Aerztc im neuen Krankei,tassen-Gesetzenlwurf zu protestieren. Schleswig, 9. Febr. Bei der heutigen Reichstag s st i ch w a y l im Wahlkreise SchlcSwrg-Eckernförde wurden bisher gezählt für Speth mann (fr. Vp.) 8252, für Hoffmann (Soz.) 2317 Stimmen Ausland. London, 9. Febr. „Reynolds News Paper", welche Beziehungen zum Hofe haben, sind in der Lage, mitzuteilen, daß der Zu st and des Königs trotz aller Dementis bed en kl ich ist. — In Burenkreisen verlautet nach einer Meldung aus Kapstadt, daß die zwischen Dewet und Chamberlain entstandenen Differenzen schlimme Folgen zeittgen können. Es scheine nicht ausgeschlossen, daß Chamberlain Dewet unter irgend einem Vorwande verhaften lasse, was voraussichtlich einen Aufruhr der Holländer in der Kapkolonie nach sich ziehen würde. Tanger, 9. Febr. Nachdem der Prätendent seine Truppen wieder gesammelt hat, erhielt er Verstärkung eitens des bekannten in Figig weilenden Häuptlings der Saharastämme Bu-Amema, der ihm seinen Sohn mit an» geblich zweitausend Dtann schickte. Falls dieses Gerücht sich bestätigt, ist die Ausdehnung der Revolution über Südost- Marokko und bis zur Grenze von Algier sicher, und damit ist die Sache des Sultans wesentlich verschlechtert. Washington, 9. Febr. Bowen stattete gestern dem englischen Botschafter Herbert einen Besuch ab, um zunächst in das englische Protokoll Einsicht zu nehmen, dem er bis aus wenige Einzelhellen zustimmte. Speck von Sternburg und der italienische Botschafter des Plauch es hatten ebenfalls eine Besprechung mit Bowen. Der Vertreter Italiens ersuchte um Aufnahme eines Arttkels in das Protokoll betteffend Aenderung des Freundschafts- verttages zwischen Italien und Venezuela in dem Sinne, iiaß Italien die Meistbegünstigungsklausel, ähnlich wie sie die übrigen Mächte besitzen, gewährt werde. Bowen erklärte ich bereit, seinen Einfluß hierzu zu gebrauchen, erhob jedoch Einwendung gegen mehrere Bestimmungen des italienischen Protokolls. Der italienische Botschafter berichtete über die Angelegenheit nach Rom. An dem deutschen Protokoll wurden mehrere Aenderungen vor-> genommen. Aus Stadt und Land. Gießen, den 10. Februar 1903. * * Omnibusfahrscheine. Die Rückseite der Fahrcheine der hiesigen Omnibusgesellschaft, die sich als ausgezeichnetes Reklamemittel bewährt haben, waren seither an auswärtige Geschäfte gegen ein entsprechendes Entgelt verpachtet. Der Termin hierfür läuft am 15. Februar ab, und der Vorstand hat deshalb beschlossen, bevor weitere Angebote berücksichtigt werden, das Recht der Benutzung der Fahrcheine zum fragt Zweck hierorts auszuschreiben. (Siehe Inseratenteil.) * * Tagesordnung für die Sitzung derStadt- verordneten-Versammlung am Donnerstag, den 12. Februar 1903, nachmittags 4 Uhr. 1. Einführung des unbesoldeten Beigeordneten Kommerzienrat Heyligenstaedt. 2. Mittellungen. 3. Gesuck des Kaufmanns Berdux wegen Anbringung einer Lampe an seinem Hause in der Bahnhof- ttaße. 4. Gesuch des Schlossermeisters Leyerzapf wegen Anbringung eines Firmenschildes, Asterweg. 5. Baugesuch für das Grundstück Neustadt 30 Ecke Sandgasse; hier: Fluchtlinie. 6. Durchführung des Fluchtlinienplanes für das Grundstück Seltersweg 75; hier: Enteignung. 7. Regulierung der Lichersttaße und des Schiffenbergerweges. 8. Betreten von Bahngelande; hier: Uebernahme der Haftpflicht für städtische Beamte. 9. Genehmigung von Rechnungen. 10. Lieferung von Basalt-Grob- und Feinschlag. 11. Sielbauten ; hier: a) Lieferung von Sohlsteinen, b) Sicherhellsleistung der Firma Jäger u. Rumpf. 12. Teilung des Zeichensaales in der Stadtknabenschule. 13. Antrag wegen Uebernahme der Pensionen der Oktroibeamten von 1910 ab auf das Reich 14. Jnvalidenversicherungsgesetz; hier: Festsetzung des durchfchnittlichen Tagelohnes. 15. Anttag )er Gemeinde Lollar wegen Beteilgung am Gewerbegerich Gießen. 16. Einrichtung eines städtischen Wohnungsnachweises im Anschluß an den Arbeitsnachweis. * * Zu d en kommenden Reichstagswahlen. Man schreibt uns: „Gestern fand im Gasthaus zum Löwen hier eine Vorbesprechung der Vertrauensmänner der deutsch- sozialen Reformpartei des Wahlkreises Gießen-Grünberg zwecks Aufstellung eines Kandidaten für die kommende Reichstagswahl statt. Die endgiltige Regelung der Kandidatensrage bleibt einer demnächst einzub e- rufenden Vertraue ns männer-Versammlung überlassen; jedoch ist ein int Wahlkreise ansässiger KandidatinAussicht genommen." — Aus Marburg wird uns geschrieben: In einer am 9. d. M. hier abgeha- tenen, sehr stark von Handwerkern aus Marburg und den umliegenden Kreisen besuchten Versammlung der freien Gewerbevereine besprach man nach Erledigung der Handwerkskammerangelegenheiten auch in ausführlicher Weise die kommende Reichs- und Landtagswahl. Einstimmig war die Versammlung der Ansicht, daß es Pflicht der Handwerker sei, nur für einen Kandidaten zu stimmen, der sich verbürge dafür, daß er die Forderungen der deutschen Handwerker nach allen Richtungen Dertrete. — Aus Wetzlar wird uns geschrieben: Der Bund der Landwirte hat in der Zeit vom 2. bis 13. Februar bereits in 16 Gemeinden unseres Kreises Versammlungen angekündigt Dieselben nehmen am äußersten Ende des Kreises, zu Erda, ihren Anfang, worauf die Gemeinden im Hüttenberg und an der Lahn bis Odenhausen besucht werden sollen. „Die wirtschaftspolitische Sage", über welche ein Referent vom Bundesvorstand aus Berlin sprechen wird, steht u. a. als Vortrag auf der Tagesordnung. * * Au§ dem Theaterbureau. Infolge Erkrankung des Fräulein Würtemberg ist die für Dienstag angesagte Vorstellung von „Donna Diana" auf Donnerstag den 12. d. Mts. verlegt worden. Morgen Mittwoch findet eine Wiederholung des gestern als Theateroereins-Vorstellung auf» geführten und von durchschlagendem Erfolge begleiteten Ma eterlinck'schen neuesten Schauspiels „Monna Vanna" statt. • * Der Turnverein hielt am Samstag den 7. er. seinen diesjährigen Maskenball unter großer Beteiligung ab. Es waren prächtige Masken erschienen; allgemein wurde bedauert, daß die schönsten Masken nicht prämiiert wurden, was hoffentlich im nächsten Jahre der Fall sein wird. " Der Fechtverband Gießen-Lahr hielt am vergangenen Sonntag seinen ersten diesjährigen Maskenball ab. Ein äußerst großes Publikum hatte sich eingefunden, zeitweise war der Saal überfüllt. Unter den Gruppenaufführungen fand besonders der holländische Bauernbrüdertanz großen Beifall. Am Fastnachtsdienstag ist eine Wiederholung dieser Aufführungen geplant. — Am Sonntag, den 15. d. Mts. findet ein großer Ausflug mtt Muflt nacy oem uymogoT statt, wohin alle, die den Maskenball besucht haben, höflichst eingeladen sind. - Seitens des Hessischen Landwirts chafts- rateS ist eine Beteiligung an der Au § stellung in Hannover (Juni 1903) projektiert. Die Beteiligung ist in Aussicht genommen für Pferde (Kaltblüter), Rinder (Vogelsberger) und Ziegen. Wahrscheinlich erfolgt auch eine Teilnahme am Wettbewerb in Apfelwein und ist die Errichtung eines eigenen Ausschanks hessischer Aepfelweine während der Ausstellungstage event. in Aussicht genommen. " Vom Bahnbau Grebenhain-Gedern. Du Arbeiten sind an diesem Bahnbau immer noch nicht in Angriff genommen. Es wird, wie uns von unserem ba.-Korres- pondenten geschrieben wird, behauptet, daß nur einheimische Leute zu diesem Bahnbau angenommen werden sollen, was jedoch nicht gut möglich sein wird, da die Arbeitskräfte in hiesiger Gegend zur Sommerzeit sehr fehlen. Viele auslän- dische Arbeiter, die sich schon in hiesiger Gegend niedergelassen hatten, sind, da keine Arbeit vorhanden, wieder abgereist. Mit dem Bau der Bahn soll im Frühjahr begonnen werden, obwohl der Winter diesmal gar nicht zu strenge ist. — Die an der Chaussee von Grebenhain nach Hartmanns- Hain errichtete Kantinen-Wittschaft erfreut sich schon jetzt eines großen Zuspruchs, was als Beweis für das rege Interesse gelten kann, das allgemein dem Bahnbau entgegen gebracht wird. § Butzbach, 9. Febr. Der hiesige kaufmännische Verein (D. H. V.) hielt gestern abend im großen Saale des Hessischen Hofs seine dieswinterliche Vereinsfeier ab, welche sich eines großen Besuchs erfreute. Das reichhaltige Programm, das u. a. schöne Konzertstücke und die Aufführung des Schwankes „im Riesengebirg" brachte, fand außer- ordentlichen Beifall und endete mit einem Tanzkränzchen. — Gleichzeitig veranstaltete unser Arbeiter-Unterstützungs- verein im kleinen Saale des Hessischen Hofs einen gut besuchten Ball, welcher ebenfalls sehr gemütlich verlief. t. Friedberg, 9. Febr. Die hiesige Ortsgruppe des deutschen Flott en Vereins hat bei den jüngsten Flottenvorstellungen einen Ueberschuß von rund 300 Mk. erzielt. Die Mitgliederzahl hat bereits bedeutend zugenommen. § Eschenrod, 9. Febr. Am 14. Juni d. I. hält dei Bezirkskriegerverband „Vogelsberg" in unserem Dorfe ein Bezirkskriegerfest ab. Schon jetzt werden umfassende Vorbereitungen dazu getroffen. -h- Burkh ards, 8. Febr. Der seit vorigem Herbst hier anfäffige Metzgermeister Jean Groth aus Wenings kam vorige Wpche mit dem Abendzuge von Frankfutt in Gedern an und begab sich bald auf den Heimweg. Am Schnittpunkte des Burkhardser Weges und der Chauffee Schotten-Gedern wurde er plötzlich von drei unbekannten Personen überfallen und seiner Barschaft im Betrage von 480 Mk. beraubt. Die Gendarmerie zu Gedern, welcher G. am nächsten Tage den Vorfall meldete, hat schon eifrig Recherchen ange» stellt, jedoch fehlt von den Tätern bis jetzt jede Spur. Vor einigen Jahren wurde an derselben Stelle ein hiesiger Müller überfallen. Darmstadt, 9. Febr. Der WahlprüfungS-AuSschuß der Zweiten Kammer verurteilte das Prinzip, daß zur Wahlberechtigung neben dem Erwerb der hessischen Staatsangehörigkeit die Aufgabe einer früheren nicht erforderlich sei. Mainz, 9. Febr. Der Kassierer der Betriebskranken» kaffe der Aktiengesellschaft für Handel und Schiffahrt H. A. Disch in Mainz, Willy Datz, ist nach Unterschlagung von mehreren Tausend Mark flüchtig geworden. Mainz, 8. Febr. Auf ihre Denkschrift an den preu» ßjschen Minister der öffentlichen Arbeiten und das hessische Ministerium der Finanzen in Sachen der Tarifbegün- ftigung der Nordseehäfen gegenüber den Rheinhäfen ist der hiesigen Handelskammer von letzterer Stelle ein Bescheid zugegangen, wonach die Hessische Regierung unter Betonung ihres Interesses an dem Gedeihen der im diesseitigen Gebiet belegenen Umschlagplätze und der Rheinschifffahrt, ihre Anschauung dahin zum Ausdruck gebracht hat, daß es nach Lage der Verhältniffe auch im nationalen Interesse begründet erscheine, die Rheinhäfen in eisenbahntariflicher Beziehung nicht gegen die deutschen Nordseehäfen zurückznsetzen. Darunter verstehe das Ministerium, daß die Gesamtfrachten ihnen ermöglichen, innerhalb eines gewissen Absatzgebietes konkurrenzfähig zu bleiben. Das Ministerium der Finanzen hat ferne» au§ der inzwischen seitens des Ministers der öffentlichen Arbeiten gegebenen Antwort die Ansicht gewonnen, daß man auch in Berlin die Absicht habe, das Interesse der rheinischen Hafenstädte mit den Gesamtintereffen möglichst in Einklang zu halten. Wiesbaden, 9. Febr. Falsche KouponS, bfc meist auf Mk. 17.50 lauten, werden in letzter Zeit von emei anscheinend weitverzweigten Schwindlergesellschaft umgesetzt — Hier ist schon wieder eine Poliz eiaffärc zu ver. zeichnen. Am Sonntag Morgen hat der Schutzmanr Kühn auf einen steckbrieflich verfolgten Deserteur von 117. Regiment aus Mainz einen Revolverschuß abgefeuert. Der Polizist hatte zur Führung des Revolveri keinerlei dienstliche Befugnisse. Der Deserteur wurde nich getroffen; es gelang, ihn nachher auf andere Weise zi arretieren. WormS, 10. Febr. Freiherr Heyl zu Herrnsheim feiert heute seinen 60. Geburtstag. Frankfurt a. M., 9. Febr. In Niederrad ist feit gestern früh die 80 jährige Witwe Seibett, Mutter des gleich« namigen Gastwirts, spurlos verschwunden. Auf ihre Auf« findung sind 1500 Mk. Belohnung ausgesetzt. — Die Rot« Kreuz-Schwester Lilli L o et her, die sich vorige Woche ge meinsam mit einer anderen Schwester vergiftete, ist heut mittag im Kranken hause gestorben. Kassel, 9. Febr. Einen raffinierten Mordanschlai führte ein Husarenunteroffizier nachts aus. Er macht- einen Spaziergang mit ferner Geliebten am Fuldaufer. Plötzlich faßte er feine ahnungslose Begleitenn und warf sie übe die hohe Renthofsn'.auer in den Fuldafluß hinab. Mädchen ist gerettet, der Täter wurde festgenommen. Kleine Mitteilungen a u s H e s s e n^u nd der Nachbarstaaten. Am Sonntag feierte in Steinberc bei Gießen der Gesangverein „Jugendfreund" fein löjahngej ien oQh< . er)' NindttL.'"^. '"Uch ■'«%“ * von unserem ? W, daß Morres, mmen werden /'^'^che b, da d lollen, «L i-Ä*„'" rt hiesiger ffien J Qu§lan* ^it voU* .n-ebei-9e, soll im WLro,ebtc ab. nal gar nidif16 t-?e9°nnen ■ebPn?rt ,** 3« strenge ist ÄmS -DM KL'SS Vereinsseier ab, ' erfreute. Das reichhaltig! Konzertstücke und die Au . *9" brachte, sand außer, m einem Tanzkränzchen. - nÄ"'?vterstützungs. fischen Hoss einen gut Kehr gemütlich verlief. Die hiesige Ortsgruppe des : bei den jüngsten Flotten. )on rund 300 M. erziel!, ebeutenb zugenommen. U. Juni d. I. hält bei :9* in unserem Lorse ein i werden umfassende Barbe. r. Der seit vorigem Hrrbs! an Groth auS Wenings fom ige von Frankfurt in Gedern Heimweg. Am Schnittpunkt er Chaussee Schotten«Gebcrr mbetonnten Personen über x Betrage von 480 M.. >edem, welcher G. am ncr:.- schon eifrig Recherchen.'v> ?m bis jetzt jede Spitt Var bin Stelle ein hiesiger Mn Oer MhtjvrchMgS-SluSf'chub aS Prinzip, werb der. 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Die Polizrimannschaften erwiesen sich trotz energischen Eingreifens als völlig machtlos; die von den Tobenden eingekeilten Schutzleute waren wiederholt in einer höchst unangenehmen Situation, und nur ihrem Takte ist es zuzuschreiben, daß Tätlichkeiten verhindert wurden. Die Polizeiwachtstube war fortgesetzt stark frequentiert; die Sistierten wurden stets von ihren schreienden und johlenden tonen begleitet und jdie Beamten provoziert; die wurden stets von ihren schreienden und johlenden tonen begleitet und die Beamten provoziert. Em verbotener Umzug fand dennoch mit Musik statt. betreffenden Bierlokale sind, wie wir von informierter Seite erfahren, zu dem Bockrummel 400 Gläser „verbraucht" worden; etwa 100 wurden im Lokale selbst zertrümmert, mit den übrigen wurde das Hanfried-Denkmal (das Standbild des Gründers der Universität Jena, dessen 400. Geburtstag die Universität am 30. Juni d. I. mit einer größeren Festlichkeit feiern will) bombardiert und die Lentta- und Johannis- sttaße mit Scherben geziert. Das Denkmal zeigt infolge der ihm zu Teil gewordenen sonderbaren Ehrung Spuren der Beschädigung. • Brüssel, 9. Febr. Gestern stürzte sich in einem Anfalle von Geistesstörung der irländische Offizier Furton aus einem Fenster des zweiten Stockwerkes des „Grand Hotel" auf die Sttaße. Er wurde tätlich verletzt ins Krankenhaus gebracht. * Paris, 9. Febr. Gestern wurde der Sicherhetts- Jnspektor Bouche bei der Verhaftung eines Italieners von diesem durch Messerstiche lebensgefährlich verletzt. • Brest, 9. Febr. Um Mitternacht wurde hier ein 30 Sekunden andauerndes Erdbeben in der Richtung von Nord nach Süd verspürt. • Toulouse, 9. Febr. Die Gesellschaft für Gerbstoffe ist fallit, die Passiva belaufen sich auf über 2 Millionen Franks. Sämtliche bei der Gesellschaft beschäftigten Arbeiter sind dadurch brotlos geworden. • New-Pork, 9. Febr. In Illinois, Missouri und Kentucky wurden starke Erdbeben verspürt. • Die Katastrophe auf den Gesellschafts- Inseln. Schon in unserem heutigen Morgenblatte berichteten wir, daß mehrere Tage lang auf den Gesellschafts- Inseln ein gewaltiger Orkan gewütet hat. Eine mächtige Springflut überströmte achtzig Inseln, wobei tausend Personen getötet wurden. Manche Eingeborene, die Kokosbäume bestiegen hatten, kamen dennoch um da die Flut alles niederlegte. Die Geretteten langten au Uahiti an. Die Gesellschafts- oder Sozietäts-Inseln im Stillen Ozean zwischen 16 und 18 Grad südl. Br. und 148 und 153 Grad westl. L. werden nach ihrer Lage zum Passatwinde in zwei Gruppen geteilt: die Inseln unter dem Winde (471 Qkm.) im Nordwesten und die Inseln über dem Winde (1179 Qkm.) im Südosten. Die östliche Gruppe enthält die Hauptinsel Tahiti und ist französischer Kolonialbesitz. Die Inseln sind von großen Korallenriffen umgeben, hinter denen schöne, aber schwer zugängliche Häfen liegen. Der höchste Berg ist der 2231 Meter hohe Orohena auf Tahiti, die übrigen Inseln erreichen mit den höchsten Spitzen kaum 900 Meter. Die Zahl der Bewohner, von Cook und Forster auf hunderttausende geschätzt, beträgt jetzt etwa 18 000, die sich sämtlich zum Christentum bekennen. Eingeschleppte Krankheiten und Laster haben die Zahl der Eingeborenen, die von großem, schönem, polynesischem Schlage sind, so sehr vermindert. Zahlreich sind die Kapellen und Schulen der englisch-protestantischen und der katholisch-französischen Missionsgesellschasten. (Es ist eine Eigentümlichkeit des Großen Ozeans, daß sich, wie jetzt hinlänglich erwiesen ist, die Teifune und die großen Seebeben bezw. die Springfluten, die eine Folge jener gewaltigen Naturereignisse sind, in Zwischenräumen von etwa 10 bis 14 Iahren regelmäßig wiederholen. Wir erinnern daran, daß bei dem letzten derartigen Ereignis in der Südsee (am 16. März 1889) unsere beiden Kreuzer „Adler" und „Eber" irn Hafen von Apia scheiterten, während die „Olga", die sich im selben Hafen befand, auf den Strand gesetzt werden konnte. D. Red, d. Gieß. Anz.) Arbeiterbewegung. vremerr. 8. Febr. Die Arbeiter des „Vulkan" in Vegesack nahmen die Vorschläge der Direktion an. Die Differenzen find damit beseitigt. Der Betrieb wird morgen in vollem Umfange wieder ausgenommen. Ucnette Meldungen. Originaldrahtmeldungen des Gießener Anzeigers. Berlin, 10. Febr. Der Kaiser nahm mit dem Kronprinzen und dem Prinzen Heinrich an dem Tage der Wiederkehr seines Eintrittes in das 1. Garde-Regiment zur praktischen Dienstleistung an einer Feier im Offiziers- Kasino des Regiments teil. Außerdem waren der Großherzog von Sachsen-Weimar, der Erbprinz von Hohen- ^ollern und andere Fürstlichkeiten erschienen. Während >er Tafel hielt der Kaiser eine längere auf den Tag bezügliche Ansprache, die mit einem Hurrah aus das 1. Garde- Regiment endete. Nach dem Schluß des Mahles gelangten kleinere Lustspiele zur Ausführung, in denen die handelnden Personen von Offizieren des Regiments dargestellt wurden. — Die Jungbier-Kutscher haben früh den Brauereibesitzern ihren Lohntarif vorgelegt, der von sieben Brauereien anerkannt und unterschrieben wurde. Bei 20 Brauereien, die ihre Unterschrift verweigert haben, wurde >ie Arbeit einmütig nieder gelegt. — Auf dem Sed- >in-See kenterte ein Boot, wodurch die drei Insassen ins Wasser fielen. Zwei von ihnen, ein achtjähriger Knabe und ein neunjähriges Mädchen aus Berlin fanden den Tod in den Wellen. — Die gemeldete Kuppelei-Affäre scheint große Dimensionen anzunehmen. Mit dem Taxator Oberleutnant Steldt, der zunächst als der am meisten Belastete in der Affäre angesehen wird, find vier Besitzerinnen von übelberüchtigten Kuppel-Quartieren Berlins im Untersuchungsgefängnis eingeliefert worben. — Gegen das Blumenmedium Anna Rothe ist Termin zur Haupwerhandlung auf den 23. März vor der zweiten Strafkammer des Landgerichts II anberaumt morden. Der Prozeß verspricht mancherlei interessante Enthüllungen zu bringen. Seitens der Staatsanwaltschaft find gegen 90 Zeugen geloben, denen 30 Entlastungszeugen gegenüber stehen. Die Verhandlungen dürften etwa acht Tage in Anspruch nehmen. — Demnächst wirb bas hiesige Landgericht ein neuer Kurpfuscher-Prozeß beschäftigen, der sich gegen einen sogenannten Haar- und Bart- Spezialisten richtet. Derselbe hat in den letzten Jahren von Berlin aus eine umfangreiche Reklame für ein angeblich unfehlbares Haar- und Bartwuchsmittel in Szene gesetzt. — Der schwedische Forschungsreisende S w e n Hedin hielt in der Urania einen Vortrag über seine letzte große dreijährige Reise durch das chinesische Turkestan und Tibet. Dresden, 10. Febr. Zu der Angelegenheit der früheren Kronprinzessin von Sachsen rouo gemeldet: Die Verhandlung im Ehetrennungs-Prozeß wird ohne jede Aufschiebung morgen vormittag zehn Uhr im Oberlandes- gerichtsgebäube stattfinben. Alle anderen Nachrichten sinb unzutreffend — Der Entschluß der Prinzessin Luise, das Sanatorium La Metairie auszusuchen, muß rasch gefaßt morden fein, da sie bis zuletzt noch die Ansicht geäußert hat, allem zu trotzen und auf jede Gefahr hin nach Dresden zu reifen. — Während der ganzen letzten Nacht mar die Prinzessin unpäßlich und hat beständig von ihren Kindern geträumt. Ein Blatt nimmt unter Vorbehalt von einem Gerücht Notiz, daß die Prinzessin vor ihrer Ueber- siedlung nach La Metairie in einem Anfall von Schwermut versucht habe, Hand an sich zu legen. — La Metairie gilt in erster Linie als Irrenanstalt. Hier glaubt man, daß es sich bei der Aufnahme der Prinzessin darum handelte, durch den dirigierenden Arzt Dr. Martin prüfen zu lassen, ob die Prinzessin zurechnungsfähig sei. — Die Herzogin von Toseana wird beim Kaiser Franz Jos es eine Versöhnung herbeizusühren suchen. Die Familie Toscana rechnet auf Wiedereinsetzung der Prinzessin in die Rechte einer östreichischen Er zh eir- zogin. Die Großherzogin wird sich nach Cannes begeben. Der Zustand der Kronprinzessin wird von den Aerzten als nicht unbedenklich bezeichnet. Sie leidet an einem hysterischen Seelenleiden und der Eintritt einer Frühgeburt ist wahrscheinlich. Dr. Martin wünscht, daß jemand von den weiblichen Verwandten der Prinezssin demnächst sich in die Anstalt La Metairie begibt. Alle von Giron einge- trofreuen Depeschen und Briese wurden beschlagnahmt. — Der Entschluß der Prinzessin, sich von Giron zu trennen, ist in erster Linie auf den Einfluß des Papstes zurückzuführen, der einen Bevollmächtigten zur Prinzessin nach Mentone entsandte. London, 10. Febr. „Daily Mail" veröffentlicht (inen Auszug aus dem Programm der englischen 3)1 arine bauten oon 1904. Vorgesehen ist der Bau von drei großen Panzerschiffen eines neuen Tips, welche sämtliche bisher gebauten Schiffe an Größe übertreffen sollen. Dir neuen Schiffe sollen 22 000 Tonnen enthalten. Cadix, 9. Febr. Die Arsenalarbeiter und die Bäcker traten in den Ausstand. Die Eisenbahn- arbeiter werden sich ihnen anschlreßen. Brüssel, 10. Febr. Die Prinzessin Charlotte, die Witwe des Kaisers Maximilian, befand sich kürzlich in einer heftigen Krisis, die Beunruhigung hervorrief. Heute wird gemeldet, daß Erholung eingetreten ist. Men tone, 10. Febr. Ungünstige Gerüchte über das Befinden des ^Präsidenten Krüger sind übertrieben. Der Präsident empfängt zeirweife Besuche aus der Garten-Pro- nicht einmal das zur Durchführung des KontttrSv erfahrens nötige Personal bezahlt werden. Es hat nun die Polizei die Abwickelung der Verhältnisse der „Bavaria" zu übernehmen. Die Kasse hat etwa 20 000 Mitglieder, die über ganz Deutschland verstreut sind. — Verband deutscher Zigarettenfabriken. Aus Dresden wird berichtet: Die Jahreshaupwersammlnng beschloß, im Interesse der Erhaltung der bisherigen FrecheU von der Bildung eines Gegentrust abzusehen. Märkte. Gießen, 10. Febr. Marktbericht. Aus dem heutigen Wochenmarkt kosteten: Butter pr. Pfd. 0,85—0,95 'Dtf., Hühnereier 1 St. 7—8 Pfg., 2 Stck. 00—00 Pfg., Gänseeier 00—00 Psg., Enteneier 0—0Psg., Käse pr. Stck. 5—8 Pf., Kasematte 2 Stck. 5—6 Pfg., Erbsen pr. Liter 21 Pfg., Linsen pr. Liter 32 Pfg., Tauben pr.Paar 0,80—1,10 Mk., Hühner pr. St. 1,00—1,50 Mk., Hahnen pr. Stück 0,90—2,40 Mk., Enten pr. Stück 2,00—2,50 Mk., Gänse pr. Pfd. 54—60 Psg., Ochsen fleisch pr. Psniid 61—76 Psa^ Kuh- und Rindfleisch pr. Pfund 60—66 Psg., Schweine- leisch pr. Pfund 66—76 Pfg., Schweinefleisch, gesalzen, pr. Pfund 80 Psg., Kalbsteisch pr. Pfd. 66—72 Pfg., Hammelfleisch pr. Psund 50—70 Pfg., Kartoffeln pr. 100 Kar. 6,50—7,00 Alk., Weißkraut per Stuck 00—00 Pfg^ Zwiebeln pr. Zentner 5,00—6,00 SOZI., Milch per Liter 18 Pfg. Aepfel per Pfd. 0—00 Pfg., in Körben 00—00 Pfg. Trauben 00—00 Pfg. Stiftungsfest. Der Verein zählt gegenwärttg 64 Mitglieder. — In Frankfurt a. M. hat sich der Arbeiter Heinrich Sperle erschossen. Familienzwistigketten sollen der Grund zur Tat gewesen sein. Vermischtes. • Münster (Wests.), 9. Febr. Die Küpperfche Weberei in Emsditten ist gänzlich niedergebrannt. • Aachen, 9. Febr. Im Stadttheater starb während der Vorstellung ein Theaterbesucher, der BergwerkSbesitzer Karl Honigmann; er wurde vorn Schlage getroffen. • Leipzig, 9. Febr. In der Wohnung des Ehepaars Spath vergiftete sich die verheiratete Hebamme Moricke mit ihrem Liebhaber, dem Orgelbauer Süssel, durch Larbolsäure. • Jena, 9. Febr. Wir lesen im „Jen. Volksbl.": Zu groben Ausschreitungen kam es am Donnerstag nachmittag sowie am Abend und während der Nacht auf dem Marktplatze und den angrenzenden Straßen durch eine große Anzahl Studenten, die gelegentlich des im „Weimarischen Hof" stattsindenden Bo ckbie rfestes in einen Zustand geraten waren, den man als nicht mehr nüchtern bezelchnet. Man ist es schon seit Jahren gewöhnt, daß es gelegentlich dieses Bockbierfestes seitens der teilnehmenden akademischen Jugend zu derbem Allotria kommt; was sich die Herren Studios aber diesmal leisteten, spottet aller Beschreibung. Kunst und Wissenschaft. Frankfurt, 9. Febr. Wilhelm Jordan feierte gestern die Vollendung seines 84. Lebensjahres. Aus diesem Anlaß waren ihm wieder von nah und fern viele Glückwünsche und Geschenke zugekommen. Der greise Dichter hat die Folgen feiner letzten Krankheit noch nicht ganz überwunden, aber er ertrug die Strapazen der Geburtstagsfeier doch mit merkwürdiger Frische. Handel und Verkehr. Volkswirtschaft. München, 9. Februar. („Bavaria, Allgemeine K r a n f e n f af j c f ü r gang Deutschlan d".) Tie heutige Gläubigerversammlung hat auf Antrag des Konkursverwalters R.-A.Dr. Troll die Ein st el l u n g d e s Ko n k u rs v e r f a h r e n s aus Mangel an Konkursmasse beschlossen. Es könnte Hunger-Typhus befürchtet, hat sich ein Hilfskomitee zur Linderung der Not gebildet. Kiew, 10. Febr. Der Erzbischof Antony von Wolhynien richtete an die ihm unterstchnde Geistlichkeit eine Verordnung, in welcher verfügt wird, daß von nun an kein Schnaps als Entgelt von Amtshandlungen mehr angenommen werden darf. In Neberirctungsfällen werden die Geistlichen vor Gericht gestellt und ihrer Funktionen enthoben werden. Manila, 10. Febr. Eme Truppen-Abteilung von 100 Amerikanern brachte in der Nähe von Maria Tigre 200 Philippinern, die sich noch immer nicht ergeben hatten, eine Niederlage bei. Die Amerikaner hatten sich in drei TruppS geteilt. Einer derselben war von den Philippinern überrascht und dessen Führer getötet worden. Trotzdem konnte eine dieser Abteilungen sich halten bis zur Ankunft der Haupt- Abteilung. Die Rebellen wurden in die Flucht geschlagen und ließen 105 Tote zurück, während die Amerikaner nur 2 Tote und 2 schwer Verwundete hatten. Das Rcbellenlagcr wurde verbrannt. Manilla, 9. Febr. Der Kabylenstamm der Bemticar erkannte die Oberhoheit des Sultans an. Tanger, 9. Febr. Ter Prätendent erhielt von der Grenze Saharas her Ver stör tun gen( welche von den Söhnen Butmcmas befehligt werden. Die italienische Militärmisfion, welche mit der Herstellung von Waffen betraut wurde, kehrte nach Fez zurück. New York, 10. Febr. Aus Rio de Janeiro wird gemeldet, daß in letzter Stunde beschlossen wurde, den Kvn- likt betreffend das Acre-Gebiet dem Haager Schiedsgericht zu unterbreiten. Cara cas, 10. Febr. (Reuter.) 1500 Aufständige verwüsteten den Bezirk Rio Schicko. Am Morgen brachen 2000 Mann mit 2 Kanonen unter dem Befehl des Kriegs- m i n i st e r s aus, um die Aiifständischen anzugrerfen. Telephonischer Kursbericht. fcrtunklurt m. ■(*., 10. Februar I»i3. 3*/8% Reichsanleihe . . 103.— 3% do. ... 93.15 3V,% Konsole .... 102.95 3°/0 do.....93.— 3*/2°/o Hessen .... 101.35 3% Oberhessen . . . 100 50 4% Oesterr. Goldrento . . 103.30 4'i,% Oesterr. bilberrente 101.15 4% Ungar. Goldrente . . 102.20 40/ Italien. Rente . . . 103.90 41l,% Portugiesen . . . 51.20 .»/ Portugiesen.....32.20 \% C. Türaen . ... 30 50 Türkenlose......133.20 4% Uriech. Monopo' -Anl. 45.45 4*,% äussere Ar^f-ntiner 8j/q Mexikaner . . 25.85 4*/g /., Chinesen . . . 92.70 Electric, frei uckert . . . 104.— Nordd Lloyd . . . . 98.75 Kreditaktien . . . . 220.50 Diskonto-Kommandit. . 198.— Darmstädter Bank . 140.70 Dresdener Bank .... 150.00 Ber iner Handelsges. . 162.20 Oesterr. Staatsbahn . . . 150.20 Lombarden . . . 15.80 Uotthar ibahn .... 181.50 Lauraniitte......217.00 Bochum ....... 184.50 Harpener......174.25 Tendenz; f ■ t. Tas Auypriugen, Rauh- und Rissigmerden der Haut, Rölhe, Ausschlag, Pusteln u. s. w. zu verhüten oder zu befettigen, gibt es kein besser wirkendes Mittel als die von Tausenden erprobte und bewährt befundene „Patent. Atyrrhotin-Seife"; unübertroffen für die zarteste Haut der grauen und Kinder. Ueberall, auch in den Apotheken, erhältlich, woselbst auch die 400 hochinteressanten Alyrrhotin-Bllder gratis zu haben sind. Wie ntanchmal ist die Hatlsfrau in Sorge um die Herstellung der täglichen Suppe, namentlich dann, wenn sie nicht gerade Fleischbrühe zur Veriügimg hat. Ta bilden Atagai's Suppenwürfel ä 10 Pfg. für 2 Teller einen Helfer in der Not. Ihre Zubereitungsweye ist die dcillbar einfachste, da nichts weiter als Wasser dazu erforderlich ist. Sie ergeben ebenso vorzügliche als nahrhafte Suppen und sind in ca. 30 Sorten wie Tap i o ca- I u l i e n n e, G rü nk ern, Reis, Sa g 0, Er bs in den m ei- sl e n Kolonialwarengeschäften zu haben. Tie einfache Kochvorschrift ist jedem Würiel beigegeben. Utiserer heutigen Lokal-Auslage liegt ein Suppen-Profpetl der Maggi-Gesellfchast bei. Die grosse Kalte verursacht Allen, die an ailsgesprungenem Gesicht oder aufge- sprungerten rissigen Händen leiden, Schmerlen. Die von hiinderten von ärztlicheil Auloritätell enipfohlene Lbernrcners Herba-Seife heilt in kurzer Zeit alle diese Leiden. P. Stck. 75 Psg. u. Mk. 1,25 z. h. i. alleii Apotheken u. Drogerien. Fabr. I. Gioth, Hancm. Pemögtiis-VilliH m 31. Iezember 1902. Aktiva. vtu H Kassa-Konto 247.50 Waren-Konto 3326.75 Mobiliar nach 10% Abschreibung 321.06 Ausstände bei Genossen 269.44 Passiva. JL H Geschästsguthaben der Genossen 525.— Eintrittsgelder 23.— Anleihe-Konto 2000.— Lieferanten-Konto 216.92 Noch zu deckende Verwaltungskosten 480.46 Reingewinn 919.37 4164.75 4164.75 Mitgliederstand bei Errichtung 18. Januar 1902 36 Zugang im lausenden Geschäftsjahr 11 Abgang , „ , — _ Mitgliederstand Ende 1902 47 Steinberg, den 9. Februar 1903. 1284 Koihum Dcrein rUkinbcrg. Eingetragene Genossenschaft mit beschränkter Haftpflicht. B. Hirz V. L. Haas 11 B. Häuser XiV. Hosiversttigcrung der Stadt Gießen. Montag, 16. Februar 1903, vormittags9 rUhrbcginueuv, werden in ver Letb'schcn Wirtschaft im Philofophcuwald versteigert aus dem Distrikt Waldshut: 11 Fichtenslämme mit 2,21 fm, 189 Flchtenderbstang. „ 12,00 „ 5 rin Eichen-Scheitholz-, 18 , Nadel- „ 1 „ Erlen- 377 „ Nadel-Knüppel, 193 „ Nadel-Stockholz, 1600 Wellen Eichen-Reisig, 5400 „ Nadel- „ aus dem Distrikt 2-aune: 2 rm Buchen-Scheitholz, 43 „ Eichen- 2 „ Buchen-Knüppel, 28 „ Eichen- „ 38 „ Eichen-Stockholz, 230 Wellen Buchen-Retstg, 990 „ Eichen- „ aus den Distrikten Unterhag und Oberhag: 2 Kieiernstämme mit 1,18 fm 51 Fichtenstämme „ 13,98 , 715 Fichten langen „ 25,32 , 11 rm Nadel-Scheitholz, 41 , „ Knüppel, 19 „ „ Stockholz, 1410 Wellen Nadel-Reisig, 50 „ Erlen- „ Gienen, 9. Februar 1903. Der Oberbürgermeister. Mecum. 1271 Giessener OmBibns-OesellsthaK E. G. m. b. H. Tie Rückseite unserer Fahrscheine, 166 000 Stück, ist zu Reklame-Zwecken zu veraeben. Nähere Auskunft ertent Herr Stadwerordneler Hanau. 1285 Der Vorstand. E 4z '-MW Fwrm Inh.: Karl Bez. 0614 81] 5—6- Zimrnerwohnung t Wir suchen bei hohem und vermieten. Stephanstr. 1L. steigendem Gehalt ciu gebild. fron Christiane Giesler zuvermieten. Die iieftrauerudeu Hinterbliebenen Altenstadt, den 9. Februar 1903. 1260 Danksagung 1272 °u uermieten [0611 Kirchenplatz 3. 1223 Ernst Bloedncr. Für jeden Beweis freundschaftlicher Teilnahme bei dem .Hinscheiden unserer lieben Schwester Donnerstag den 12. Februar, abends 7.59 Uhr: krße große karueNlWsihe KWkkßtzsH unter Mitwirkung der beliebtesten Gießener Vereinshumoriste«. geb. Engel heute morgen 93/4 Uhr nach kurzem, schwerem Leiden im Alter von 52 Jahren sanft entschlafen ist. Die tieftrauerrrden Hinterbliebenen. Gießen, Darmstadt, Wiesbaden, Dillenburg, Altenhundem, Neunkirchen (Bez. Arnsberg), Siegen i. W., Köln-Nippes, den 9. Februar 1908. 1261 Glaserlehrliug gesucht. 1266 Bahnhofstraße 38. Die Beerdigung findet Mittwoch den 11. Februar, nachmittags 4% Uhr, vom Sterbehause, Landmann straße 7, aus statt. Friedrich Bang Minna Bang. Gießen, den 10. Februar 1903. Todes-Anzeige. Verwandten, Freunden und Bekannten die schmerzliche Mitteilung, daß unsere liebe, unvergeßliche Mutter, Schwiegermutter, Schwägerin und Tante Laynstsche'Lb°. 0609 Ftschhaus Asterweg 1. . 2 große Vogelhecken, 1 Aqua- ruuu zu verk. Schulstraße 9. Danksagung. Für die Beweise liebevoller Teilnahme, welche uns bei dem Begräbnis meines lieben, unvergeß- geßlichen Mannes, unseres guten Vaters, Sohnes, Schwiegervaters und Großvaters, des zy Siebener ^tadtthearer. Mittwoch, den 11. Febr. 1903 Im Abonnement: Monna Vanna. Schauspiel in 3 Akten von M. Macterliuck. 8 Uhr. Elldcnach IO'/, Uhr. BteleÄrO Zm Stricken u. Ailstricken von Striiinpfer empfehle ich mick anne.egen hd>ft S1rickgarne> vermieten. Jiäheres - >. -rgermeisterei,Zimm.lb. 470] Schöne Familien-Wohnung, bestehend aus 6 Zimmern mit Zubehör, Waschküche, Bleichplatz u. Gartenanteil, im 1. 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