Nr. 289 Erscheint täglich auber Sonntag«. Dem Gretzener Anzeiger werden im Wechsel mit dem hessischen Landwirt die Siebener Familien, blätter viermal in der Woche de,gelegt. /fotattongbrucf eu Verlag bei Brühl 'scheu Univers.-Buch-u.Stein» bruckeret (Pietsch (Lrden) Redaktion. Expedition und Druckerei: Schnlstratze 7. Vdresse für Depeschenr Anzeiger Gietzen. Frrnwrrchanlchluß Nr. 61. «Bsaeeeeeeeei Erstes Blatt. 153. Jahrgang Mittwoch 8.Dezember 1903 GiehenerAilzeiger General-Anzeiger Amts- und Anzeigeblatt für den Ureis Gießen vezngdpret»! monatlich 7b Pi., viertel» jährlich Mk. 2L0, durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 65 PI.; durch die Post Mk.2.— Dtenel* jährt ausichl. Bestellg. Annahme von Anzeigen üi die Dagednummer ot8 vormittags 10 Uhr. ZetlenoreiS: total ISPt^ auswärts 80 Plg. Ö«ta*li»ertHdb tüt den poltt. and allgem« rett P. Ötilto für .Stadl and ttartir und .(Aerichtösaal*: August GÜtz, tüi den An- »eiqenteÜ: Han« Beck. politische Tagesschau. Zum Fall Heckenroth. Jin „Reichsvoten" lieft man: Der Vorstand des Rh ei - ^lcyen tzLuptvereins des evangelischen Bun- des^spricht sich tn eurer veröffentlichten Denkschrift ausführlich über bte Wahl Heckenroths im Kreise Wetzlar- Altenkirchen aus. 9iach derselben hat Heckenroty noch am Vorabend von Berlin aus, wohin er gereist war, um den Bund der Landwirte zu bewegen, ihn von seiner Kandidatur zu entbinden und einen anderen Kandidaten vorzuschlagen, an seine Wahlmänner in Neuwied telegraphiert- „bitte dringend,^ mich nicht zu wühlen, schlage rösicke vor, wenn rösicke nicht möglich, dann schoof, weil mit schoof ein Tausch möglich, wenn nickst schoof, dann Hütt oder groter. abgesandter 4.15 dort bitte bahnhof abholen." Der Abgesandte kam auch um 4.15 Uhr morgens in Neuwied an und erklärte: Pfarrer Heckenroch nehme unter keinen Umstünden die Wahl an! Aber seine Anhänger beschlossen unter großem Bedauern, an ihrem Wahlpakt festzahalten, und einer der Führer meinte dem Sinne nach etwa: Herr Heckenroth habe die Suppe eingebrockt, der könne sie nun auch ausessen. Wenn diese Angaben zutreffen, bleibt Herrn Heckenroth nur Eines zu tun übrig: er muß schleunigst sein Mandat niederlegen. Worum hot er das nicht längst getan? Deutsches Keich. Berlin, 8. Dez. Der Kaiser hörte heute die Vorträge des Chefs des Militärkabinets, des Chefs des Admiralstabes und des Chefs des Marinekabinets. — Der Kaiser hat dem Präsidenten des Reichsbank- öirektoriums, Wirkt. Geh. Rat Dr. Koch, die Erlaubnis zur Anlegung des von dem Großherzog von Hessen ihm verliehenen Großkreuzes des Verdienstordens Philipps des Großmütigen erteilt. — Nach einer in der Zeitschrift „Arbeiterfreund" veröffentlichten Tabelle beliefen sich im dritten Vierteljahr 1903 die Stiftungen deutscher Arbeitgeber für Angestellte und Arbeiter auf 7178896 Mk. Oldenburg, 8. Dez. Eine außerordentliche Tagung oeS oldenburgischen Landtages wird Anfang nächsten Jahres stattfinden. In erster Linie wird er sich mit einem Gesetzentwurf betr. die Einführung eines Verwaltungsgerichts zu befassen haben. Ferner werden auch Interpellationen an die Regierung im Landtage eingebracht werden, deren eine die Selbstbeköstigung und Selbstbeschäftigung im Gefangenhause für die wegen Preßvergehen verurteilten Personen betrifft. Lebhafte Debatten wird eine Petition der hiesigen Handelskammer wegen Besteuerung der Konsum vereine mit offenem Laden Hervorrufen. Endlich dürste auch die „Steuerreform" noch zur Sprache kommen. Ausland. London, 8. Dez. Wie die hiesigen Blätter mitteilen, war im Sudan ein neuer Mahdi aufgetaucht. Derselbe war 40 Jahre alt und hatte zweimal Pilgerfahrten nach .Mekka gemacht., Er war ein intelligenter Mann und hatte bald eine große Zahl von Anhängern um sich gesammelt. Die Engländer, die hiervon Kenntnis erhielten, sandten sofort von Khartum aus Kavallerie und Infanterie, die den Mahdi überraschten, gefangen nahmen und sofort aufknüpften. Die meisten seiner Anhänger wurden in die Gefangenschaft abgesührt. — Dem Bureau Reuter zufolge ist Oberst Pounghusband in Simla und Kalkutta gewesen und zusammen mit dem Obersten Maedonald, der die tibetanische Expedition komniandieren wird, in Darjiling eingetroffen. Beide werden sofort nach dem Tschumbital abreisen. Aus der letzten Post aus Indien ersieht man, daß in Kamba Jong die Nachricht eingetroffen war, wonach der chinesische Vertreter in L h a s s a, der der britischen Mission hätte entgegenreisen sollen, Selbstmord verübte und der Beamte, der an seine Stelle trat, auf der Reise zum britischen Lager starb. Brüssel, 8. Dez. Der Nizzaer Korrespondent des „Etoile beige" teilt seinem Blatte mit, daß er auf Grund eines Interviews erfahren habe, der frühere deutsche Leutnant Wessels habe tatsächlich Beweise in Händen, daß Dreyfus nicht der Verräter sei. Der Korrespondent weist darauf hin, daß die Mehrzahl der Schriftstücke, welche dem Generalstabe zugingen, aus der Kriegsschule von Fontainebleau stammen. Rom, 8. Dez. Die Polizei verhaftete den aus Saleono zugereisten Anarchisten Vincenzo Minervino, welcher, mit einem Revolver mit scharfen Patronen ausgerüstet, ein Attentat geplant zu haben scheint. Rom, 8. Dez. Deputiertenkammer. Unterstaatssekretär Fusinato machte Mitteilung von den Vorgängen, die den Tod des Leutnannts Grabau herbeiführten. Diese Ständen in keinerlei Beziehungen zu den militärischen Maßnahmen Englands gegen den „Tollen Mullah". Grabau habe sich in Bendcr-Gasim als Kommandant eines kleinen Geschwaders befunden, das gemäß der Brüsseler Konvention mit der Beaufsichtigung und Ueberwachung der Küste zur Unterdrückung des Sklaven- und Waffenhandels betraut ist. Als er in Durbo einige Eingeborene ans Land brachte, habe er den Kommandanten der unter italienischem Schutze stehenden Ortschaft aufgefordert, der Vorschrift entsprechend die italienische Flagge zu hissen. Da der Kommandant sich weigerte, habe ihm Grabau eine zweistündige Frist zur Erfüllung seiner Forderung gestellt. Als Grabau nach ergebnislosem Abläufen dieser Frist die Beschießung befahl, hätten die Eingeborenen diese mit Flintenschüssen erwidert, von denen ein Schuß Grabau tätlich traf. Fusiäato fügte hinzu, die Regierung werde pflichtgemäß alles zur Bestrafung der Schuldigen und zur Aufrechterhaltung des Ansehens Italiens bei diesen unter seinem Schutze stehenden Stämmen tun. Konstantinopel, 8. Dez. Infolge der Verhaftung eines Arnieniers in Alexandrette, der amerikanischer Untertan ist, durch die türkischen Behörden und infolge der Bedrohung des dortigen amerikanischen Konsuls, der nach Beirut flüchten mußte, verlangte die amerikanische Botschaft die Bestrafung des Valis und beorderte ein Kriegsschiff von Beirut nach Alexandrette. — Der Sultan erhielt ein warm gehaltenes Telegramm des Zaren, worin dieser seinen Dank für die Annahme der Reformnote und die Hoffnung aus- prach, daß die gemeinsame Arbeit des Generalinspektors und der beiden Kommiffare dem Lande zum Heil gereichen werde. Salonik. Eine bulgarische Bande besetzte Tschiftlik-Bilinzaim Kreise Gewgheli. Türkische Truppen und Gendarmen vertrieben dieselbe unter geringen Verlusten. Bei Demirhissar sind ebenfalls Banden aufgetaucht. Port-Arthur, 7. Dez. Die gegen die Chunchusen am Liauflusse entsandte Expedition brachte den Chunchusen eine Niederlage bei. Die letzteren hatten nach offiziellen chinesischen Angaben 2 0 0 Tote und ebensoviel Verwundete. Der große Verlust erklärt sich aus der unter ihnen au§ge* brochenen Panik. Die Expedition verfolgte die Chunchusen zunächst eine lange Strecke westlich vom Liauflusse; als sich der Rest der Chunchusen dann nochmals zum Liauflusse hin- wandte, wurde die Verfolgung wieder ausgenommen, wobei die russischen Soldaten in hohem Grade Mut und Ausdauer bewiesen. New-Port, 8. Dez. Einer Depesche aus Willemstad zufolge hat Venezuela 15 000 Gewehre und 10 Millionen Patronen eingesührt. Es heißt, Venezuela bereite einen Einfall in Kolumbien für den Fall vor, daß es zwischen Kolumbien und Amerika wegen der Panama - Angelegenheit zu einem Kriege kommen sollte. Santiago, 8. Dez. Das Blatt „Mindritte" veröffentlichte eine Mitteilung, nach der die Annektierung von Tacna und Arica von der chilenischen Regierung geplant sein sollte. Diese Nachricht ist ungenau. Es handelt sich lediglich um Reform der inneren Verwaltung, die den zur Zeit im Besitze dieser Landstriche befindlichen chilenischen Behörden größere Vollmachten gibt. „Dreizehn Monate auf ver Zugspitze" lautete die Ankündigung des von uns bereits erwähnten Vortrages, mit dem Cand. A. Peppler in der Jahresversammlung der Alpenvereinssektion Gießen Mitglieder un zahlreiche Gäste erfreute. Redner erwähnte zunächst die Verdienste des D. il Oe. Alpenvereins um die Errichtung des Zugspitzobservatoriums und schilderte dessen Bauart und Ausstattung. Er pries dabei die rastlose Tätigkeit des Erbauers, Kommerzienrat Wenz, dessen energischer Aufsichtsführung es allein zu danken ist, daß den Turm nicht bereits ein jähes Schicksal, ähnlich dem der Langkofelhütte, erreichte. So hatten z. B. in seiner Abwesenheit die Arbeiter entgegen seiner ausdrücklichen Anordnung die 16 schweren Eisenanker, die zur festen Verbindung des Holz- und Mauerwerkes mit dem Felsen dienen, vorzeitig eingelassen; Wenz ließ sie sofort wieder herausmeißeln, und es fand sich§, daß die gewissenlosen Leute die anderthalb Meter langen Anker bis aus etwa ein Viertelmeter Länge abgeschnitten hatten, um sich der Mühe zu entziehen, P/2 Meter liefe Löcher in den Felsen zu arbeiten. Redner schildert dann, wie er am 14. August 1901 durch das Höllental und über den Höllentalferner frohen Mutes den Ausstteg zu seinem 2965 Meter hohen Posten unternahm. Die ersten Tage leistete ihm sein bekannter Bor- gänger Enzensperger noch Gesellschaft und gab ihm manchen Wink auf Grund seiner Erfahrungen. Einen tief erschütternden Eindruck mußte es aus den neuen Ankömmlingj machen, als er am 4. September den ihm befreundeten Ingenieur Brandes, der Versuche mit drahtloser Telegraphie dort oben durchgeführt hatte, auf gemeinschaftlicher Kletter- tour nach der Rifselwandspitze von seiner Seite in eine Tiefe von 300 Meter stürzen sah. Am 30. September wurde die Wirtschaft in dem an das Observatorium angelehnten „Münchener Haus" geschlossen, der Hüttenwart und die beiden Träger nahmen Abschied und nun begann der Winter mit seinen Stürmen und seiner Einsamkeit. Die nächste Sorge galt der möglichst gemütlichen Herrichtung des int ersten Stock des Turmes gelegenen Wohnraumes (der zweite Stock enthält das Laboratorium) und der ordentlichen Aufbewahrung der Lebensmittel. Da stellte sich denn zu höchst unliebsamer Ueberraschung heraus, daß grobe Nachlässigkeiten bei Lieferung und Verpackung des Proviants vorgekommen waren; vieles erwies sich als ungenießbar, Brot und Käse war verschimmelt, ein Teil des Weines in den mit falscher Bezeichnung versehenen Kisten aufgesroren. Am 6. Oktober setzte heftiger Sturm ein, der sich gegen Abend zum vollen Orkan steigerte. In dem furchtbaren Toben war das eigene Wort nicht mehr zu verstehen, ein tele- Bazar des Alicevereins in Kietzen. Der große Tag ist da. Ja,' betrete das festlich erleuchtete Haus und höre schon an der Garderobe, wo ich mich des Andrangs und der Verwirrung wegen sehr lange aufhalten mußte, laute, fröhliche Stimmen un Saale. Wie .ich ein- trete, pralle ich zunächst vor Staunen zurück: ist das der Saal der Bätte, der Vortragsveranstaltungen, der Konzerte? In einem Märchenreich scheine ich mich hier umzusehen. Blumenmädchen tauchen vor mir auf. Ein reizendes, zierliches Mädchen bietet mir mit ernstem Augenaufschlag eine rote Nelke. „Wünschen Sie eine schöne Blume, mein Herr, eine Nelke, ein Veilchenbouquet, oder diese Rose?" Ich habe nicht einmal Zeit, mich ein wenig in dieses Paradies der strahlenden Feen zurechtzufinden und werde schon gefesselt von einem verführerischen Äugenpaar, das sich indessen nach Empfang der kleinen Münze, die ich der Lieblichen in die Hand drücke, von mir abwendet und mit der vorbeihuschenden Spenderin verschwindet. Ich suche nun mit meinen Augen etwas weiter zu dringen, das festliche Gepränge zu überblicken, dessen Buntheit und Mannigfaltigkeit mich betäubt. Farben, Formen, lebendiges Getriebe vieler heiterer Menschen, der Atem zahlloser duftig gekleideter Damen versetzt mich, mit einem Male in eine Welt des Genießens; — schon trete ich freudig und voll heimischen Gefühls der Vertrauten entgegen, die ich hier anzutrefsen dachte, die micy bereits erblickt hat und mir lachend ihre Präsentierplatte darreicht, auf dem ein Wäschen neben einem Bällchen aus Papier, eine Fleder- niauo neben einem Becherchen, und dergleichen mehr, friedlich beisammen gelagert sind. Ich laufe oen Ha,en, und sie schlvatzt mir noch die Fledermaus auf, ich habe eine fleine Abneigung gegen das Bällchen, allein sie drückt es mir in die Hand. Ein Glück 'nur, daß man solche Sachen erstaunlich billig bekommt und nur Bekanntinnen, mit Recht, ihre Maren mit erhöhten Bemühungen an den Mann zu bringen wissen. Ich dränge nun nach der Mitte des Marktes, wo etwas Morgenländisches, Obeliske mit rätselhaften Inschriften und Figuren bemalt, mein Interesse erregt hat. Auf dem Wog dahin kaufe ich mir von einem kleinen, dunkeläugigen Mädchen eine Apfelsine zu der Fledermaus und dem Hasen. Es war wieder eine Bekannte. Noch war ich nicht den Obelisken viel näher gekommen, da faßt mich jemand am Arm: „Üommen Sie rasch mit hierher, eilig, eilig!" Da bin ich mit beschleunigtem Tempo dem rätselhaften Bau, der meine Aufmerksamkeit erregt hatte, näh er gekommen, und sehe mich auch schon wieder in ein Geschäft verwickelt. Mit der Geschwindigkeit des Einmaleins hat mir eine der schönen Orientalinnen 2 Liköre verabreicht. Nun erst trete ich etwas zurück und erkenne in dem orientalischen Bauwerk einen Kiosk, der von den bereits genannten Obelisken und den Herren des Hauses, 2 Eghptern mit wallenden Gewändern und weißen 'Kopjtücyern zum Schutz gegen Wüstenbrand, bewacht werden. Tas sind prächtige Gestalten, und unter ihren Fittichen walten reizende Frauen, ich glaube 4 an der Zahl, des TabathandelS, des Geschäftes mit Zigarren, Zigaretten, Ton- pfeifchen, Streichholzschächtelchen und dergl. und seinen Likören. Bald bin ich nicht mehr allein. Ein Freund hat sich mir zu gesellt und ist bemüht, mich sogleich in die „feuchte Ecke" zu ziehen, was ich ihm ausrede, da mich ein großer, von einer mächtigen Palme gekrönter Blum en Pavillon angelockt hat. Ein Tach von Ehry- iantenen, Blumen- und Laubgewinde birgt bi£ Schätze, um die sich die Kauflustigen drängen: Blumen jeder Art, Blumenstöcke, Topfgewächse, Er-ikagebinde, auch Alpenveilchen. Zwischen all den Zelten befinden sich hübsche Passagen, upd im ganzen Raume hat man Tannenschmuck errichtet und Guirlanden hergeftellt. An der Hinteren langen Wand liegen nebeneinander zahlreiche Verkaufsbuden, die sich wie ein richtiger C h r i st- kindelmarkt präsentieren. Man kauft'allerlei Weihnachtsgegenstände und Christbaumschmuck, und die Hände der schönen Inhaberinnen ordnen rastlos in den Sachen herum; sie müssen gestern eine gute Kasse gemacht haben. Herr Nikolaus, der Weißbärtige in dunklem Gewände, ging den weißen, reizenden Weihnachtsengeln bei ihren Arbeiten eifrig zur 5zand. Unzählige Gegenstände mannigfaltigster Art werden da feilgeboten; große Buchstaben rnahnender Inschriften fallen dem Schaulustigen ins Auge, allerlei Einladungen ziehen den Vorübergehenden an. In einem kleinen Zelr verkaufte man unter anderen Postkarten auch solche mit Ansicht der verschiedenen, kleinen Prinzessin Elisabeth. Meine Einkäufe haben sich vermehrt; ich trage Pfeifchen mit getupftem Tabaksbeutel, Blumen, einen antiken Topf, Toiletteseife, Aschbecher und viele andere Kuddel- muddelchen in meinen Händen und weiß bald nicht mehr, wohin damit. Ai ein Begleiter hat ebenfalls reichlich Gelegenheit gehabt, seine wunderlichen Neigungen zu be- ftiedigen und führt mich nun zu einer Niederlage Obersteiner Achatgegenstan de, die von schönen Augen Mid zierlichen Händen angepriesen werden. Wir erwerben um ein Billiges Schnurrbarrbürsten unb Nttmschettenknöpfe und bewundern mit den freundlichen Verkäuferinnen all die ttusgelegien netten Sachen in Federhaltern, Vorstecknadeln, land. ene lunehmen geruht. , . ** Landtagsabg. Hirsche! teilt m seiner „Volksmacht" mit, daß er den Vorsitz im Landesverband der Deutschen Reformpartei für Südwestd euks ch- land niedergelegl hat und gleichzeitig aus dem Verein Vermischtes. • Berlin, 8. Dez. Als der österreichisch-ungarische Botschafter Gras Szoegyeny mit Gemahlin ipazieren fuhr, fuhr eine Automobildrojchke in die Equipage hinein. Tie Deichsel nmröe zersplittert und die Fenster zertrümmert. Der Botschafter und )eme Gemahlin wurden von haven zurück. * Kopenhagen, 8. Dez. Ein Hochstapler angeblich deutscher Nationalität, Earlo Meyer, flüchtele aus der Schweiz hierher. Er wurde von der dänischen Polizei festgenommen. Es wurden bedeutende Geldsummen vorgesunden. * Petersburg, 8. Dez. Minister Pleske wurde vor etwa zwei Monaten infolge Durchgehens der^Pferde aus dem Wagen geschleudert und erlitt eine ernsteVerletzung des Rückgrats. Sein Zustand verschlimmerte sich in der letzten Zeit. Gestern wurde eine Operation vorgenommen, da eine Entzündung der Knochenhaut eingetreten ist. Der Minister leidet furchtbar. »• Personalien, st den Verzicht des Staatsministers i. P. Wirklichen Geheune- fdvmuder, gut fixender Uniform, die den Po st kartenbetrieb besorgten, geflügelte Engel, die allerlei andere Gegenstände feilboten. , , Wie mir jo still an unserem Tisch zu sitzen gedachten, hatten mir unzählige Male das Vergnügen, unsere ein- qekaujten Schätze noch zu bereichern. Ostwurde die Musik, die ein Klavier und mehrere Streichinstrumente hervvr- brachten, übertönt durch die unermüdlichen Ausrufer der Tombola, die in der Ecke des Saales errichtet ist, und mir tonnten nicht umhin, auch einmal unser Gluck ru ver.uchen. Mein Begleiter gernann em paar Man- ichettenknöpse mit den Bildnissen zweier Bermhardiner- hnnde, die er nicht so hoch schälte, als die von den Oberst einer Achathä-dlern erworbenen; ich, der Gmalichere, gewann mit meiner volen Z.oei einen eleganten Spazier- stock. Mit die,en Gewmnen und unseren übrigen Schätzen beladen, kehrten mir, nachdem mir beim Austritt noch einen Kouplet.änger angehört hatten, wieder zu dem großen Treiben draußen zurück, wo schon vereinzelt Paare im Tanze um den orientalischen Tabakspalast sich wiegten. Tie Zeit mar vorgerückt, die Geichäste flauten etwas atz da die Verkäuferinnen, die seit morgens svüh bei der Arbeit waren, Mudigteit zu verspüren schienen Mr nalmien uns einer solchen holden Fee an und führten sie auf ihren Wunsch in die feuchte Ecke, um ihr von den jchmaahasten Brötchen e.was au|tragen zu lassen, aber ad}, es gab nichts mehr, nicht emen Bissen, und wir suchten oarum Untertunjt ui dem Eafo des großen Saales, wo es noch knapp drei Tasten Kaffee und Kuchen für uns gab. Bon da oben sahen wir bie Vergänglichkeit von Glanz und Lust, sahen, wie der Gäste immer weniger wurden, rccks Dr. Jakob Finger < . Mitglieds der Ersten Kammer der Stande Allergnadigst an- wie die beiden Zigeuner mit ihren stoßen Kalabreser- Hüten, mit Müuzei^behängt, die Geige mi Arm, wehmütig ihrer Wege zogen, wie die hohen Gestalten der Egypter in dem Rauch der photograpi)i,chen Tl.tzlichmppaia^e mit gemessenen Schritten den Saal durchwanaelten, und endlich wurde es auch hier oben im Eas6 und drüben in der Weinstube, wo die Musik schwell/ einsamer, und wir bMC3n ber" feuchten Ecke, bei einem letzten Glas Mer, klang der Abend in Betrachtungen über die Verganglichteit alles Irdischen ans. Mit unseren elektrischen Laichen, laternen, die wir zu unseren neuen Anschafsung-en zahlten, sanden mir nach 1 Uhr nachts das Schlüsselloch unserer Haustüre. _ z ,.P, 9toch sahen mir im Traum orientalische Turme, rau* jchende Frauen mit blitzendem Kopfputz, reizende weiße Engel mit großen, bunten Blumen im Haar ä la Mmtoja Und die Musik spielte non ihre fröhliche Westen, und rote Lippen flüsterten: „Kaufen Sie mir etwas ab . Und heute früh müssen die fleißigen Frauen und Mädcken wieder ihre Arbeit ausnehmen, ordnen und vutzen Brötchen schneiden und Wurst und Käse drauslegen, denn die schone Illusion möchte ich nicht Preisgeben, daß die e Speisen eigenhändig von den schönen Verlauserinnen 'heraerichtet worden waren, und vielleicht mein größter Sootz ist ein kleines Deckten, das ich einem großen Wunicku'acke entnommen habe und auf dem die reizende Spenderin mit großen Stilstichen stiwolle Srickere.en mit eigener Hand verfertigt hat. A. G. dem Offizierkorps des Bataillons und allen anderen anwesenden Offizieren zu übermitteln. Bei dem am Samstag Mittag stattgehabten Liebesmahl brachte der Kommandeur des Ba- vlwnischer Verkehr mit dem Flachlande undenkbar. Die Kerben Ä gelegten starken Stahlseile heulten in schändlicher Weise, birj.i Pfiffen m schnllen Tonen d>e dünnen Netze für die FunientelegraMe; bie Hangekampe begann pendelnde Bewegungen, das Barometer bcfchrub Sturiukuroen. Zugleich zag ein heftigesGewitter von NWe her Blitz schlug in das Objcrvatormm, dessen ein- famer'Bewohner vom --tuhl geschleudert wurde Bei diesem Gewitter zeigte sich auch zum ersteumale btc herrliche Erscheinung eines Elmsfeuers, die spater noch o,t beobachtet wurde: an den Etsenstangen des Turmes erschernen o-lv (Zentimeter lange Flanimenbüscyeh ' """ herunter. . Sah man in dieSektnische neben dem Obersteiner Achatzelt, jo gewahrte man Darin ebensalls auserlesene Schönen, die in Toilettenauftvand die geschmackvollsten Neuheiten auswiesen. . k or Wir reißen uns nun los von dem reizenden Anblick, der um uns sich allenthalben bietet, und gehen wirklich einmal in die „Feuchte Ecke". Da gibt es neue lieber- raschungen. Auch hier sorgen zarte S^änoe unabluf|ig um das Wohl und Behagen der an kleinen Tischen trinkenden und spei enden Bettler der Männliafiett. Reizende Kellnerinnen' mit Röaen, die den Fuß frei lassen und weipen Tüllflugelhäubchen cuen ge.chäsrig umher und rragenJb-ter unt) Brötcnen. Mer auch hierher lenLen viele Verkäuferinnen vom großen Markt ihre Schrttte: Zigeunermädchen, Kartenlegerinnen, weibliche Postbedienstete in äußerst Spiegelchen, Schmuckkästchen u. a. m. Auch eine Anzahl von Kunstgegenständen, von der Prinzessin von Battenberg gestiftet, liegen zum Verkauf aus. Wir haben nun schon reichlich Gelegenheit gehabt, die Vertreterinnen des zarten Geschlechts in einer ihrer Haupt;orgen, dem Putz und den festlichen Erwandern, zu beobachten. Tas Reformkostüm feierte Triumphe. Meist in weißer Farbe, ist das Kostüm in Brusthöhe zujammen- gerasjt und mit Drotteiverzierungen versehen, die mit den weiten viereaigen Delollellierungeu tre,stich zu,ammen- vajsen. Glatt plissiert sällk das Gewand herab und laßt die Schönheiten des Wuch.es und der Formen besonders bei den Bewegungen voll zur (Leitung kommen. Die Aermel öffnen ;ich in der Regel über dem Ellbogen, den Unterarm frei lassend, und fallen ebensoUs glatt plissiert vortrefflich geeignet ist. Die ausgezeichnete Akkustik der Halle läßt jede Nuance des gewaltigen TonwerkeS ^Des Heilands Kindheit^ zur schönsten Geltung kommen. 2luch machen wir weiter darauf aufmerksam, daß die Hauptprobe am Samstag bereits nachuilttags 4Vg üi)c beginnt, dagegen das Konzert am Sonntag um 5 Uhr. ** Hessisch-Thüringische Staatslotterie. Arn heutigen zweiten Ziehungstage der 2. SUaffe fiel d>e Prämie non 75 OOO ölt, ans 9ir. 66389, die zuletzt mit 400 Btk. gezogen wurde (nach Butzbach), ferner fiel ew. ®ewmn von Mäbchen vlaubcrnb auf der Straße gestanden habe, ohne Veranlassung beschimpft; er habe chn mehrfach einen Stromer, einen Walzbruder und Achnliches geheißen; er sei dadurch schwer gereizt gewesen So sei es zum Streit gelommen, und K, habe dabei 2 Schlage nach seinem Kaps geführt, wovon der eine Schlag ihm eine blutende Wunde beigebracht hat, Ter Angetlagte wilder t nach dem ersten Schlag des Gegners nach seinem Mes er gegriffen haben, mit dem er, um den weiteren Angriff abruwebreii, zuqestvßen hat, nicht etwa zielend. Der rin» ge tagte lat "uem Scher die SckMfe durchstochen und auch noch den Schädeltnochen Mit der Spitze des Messers durchbrochen, so das; der Tod des Verletzten binnen wem. aer Auaenblicke an Ort und Stelle eingetreten ist. ber Deweisausnahme wurde feftgeftellt, daß der Getötete ein wenig friedlicher Mensch ß^wesen ist. Serrier wurde konstatiert, daß Kember wegen ^iebstahlver.oachts mehrfach verfolgt worden ist. Dem Angeklagten wird da- lieaen das Zeugnis eines friedliebenden Burzchen erteilt, ber als Dienstknecht seine volle Schuldigkeit getan hat. Tie Zeugen der Tat erklären übereinstunmend, nur gesehen zu haben, daß der Verstorbene einmal zum Sailaae ausgeholt habe, vorher aoer habe er einen Griff aemaait, als wenn er was ans der Ta,che hole. Er und äeniber hatten gleichzeitw auseinander zugefchlagen, es sei von jeder Seite nur ein einziger Schlag geführt wor- oen Keiner der Zeugen kann augeben, womit Kember zu- gejchlagen hat. Eine Zeugm will gehört haben, wie ein xstein auf dem Pilaster aus schlug. . Kreisas>i,.enz r^t Dr. Vvitcher demonstrierte mit dem Sumdel de-, stöberen den Ge,'chworenen, in welcyer Weise das Mes,er die schwere Verlegung bergebracht hat unb ertiur.c, bug sie unbibingt töbliu) habe wirten nms;en. Tie G.s^w^renen, re^p. b^en Obmagn, Puchrer Huhn, verkunbele Den Wayr;pruu;, ber aus f aj u t b i g lautete, ber ^örperverleiiuiig mit tödlichem Ersöig, aber nuwcriibe unv üänbe gewrihr.e. Tem Antrag des ^t^a.sanlralks gemäß eriuimte bet Gerichtshof auf eine 2 jahrig e G e ; a n g - n i s u r a i e. Als b>-;uiib^rs schwerloiegendes .Uconient hat : oer Gerichtshof ben Q/ebtauet) emes Mes.ers berüusichtigt. , Hierzu komme noch f.ra,er,chmerenb die Vorstrafe. Als Strafniilderiingsgriinb hat der Gerichtshof berucisichtigt, • daß ber Grimme ben ri..geTlcg en schwer gereizt hatte. I M biacr waren zu hören. ä r ü Cs handelte sich um die am 9. November b. auf offener Straße zu Grünberg abends vom Angeklagten gegen den Knecht Keniber begangene Bluttat, bei welcher dieser sein Leben verlor. . r t Ter Anaektagte behauptet, tn Notwehr gehandelt zu - ~ -’ c— einem Glassplittern bedeckt, aber nicht verletzt. Berlin, 7. Dez. Eine der letzten Nummern des Pariser Witzblattes „Le Rire" ist von der h-iesigen Staatsanwalt,cha.t beschlagnahmt worden. Tie Behörden erblicken in einem in der betreffenDen Nummer ent- üaltenen Artikel eine Majestäksbeleidigung. ,,-e aiirc" ist m den letzten Jahren wiederholt aus dem gleichen Anlaß bchchlagnahmt worden. — -^er^ 26 fahrige Arbeiter Franke b.guig am ^amstag Selbstm o r d, inbcm er liä} vor eimn Zug oer istingbahn warf. Er wurde gräßlich Deiuummclt. — Ein Strafverfahren ist gegen einen wisienschafiiichen Hilfslehrer eingckeitet woroen, der an einer Genieindeschule an Knaben 5)anDarbeits-Unterricht erteilte. Er wird bejchuldigk, sich an einem Knaben ver- aanaeii zu haben. Nachdem er früher die Verfehlungen eingeräumt hatte, widerrief er vor dem Untersuchungsrichter das Geständnis. * Essen, 8. Dez. Aus den Perfonenzug Werden- Essen wurden letzte Äiacht mehrere Revolverschüsse abgegeben. Die Passagiere blieben unverletzt. * Kiel, 8. Dez. Reue Unglücksnachrichten liegen oon der Ost- und Nordsee vor. Auf den befahrensten Seewegen treiben vielfach Wracks und Schiffsteile. Am Strande von Harbroere trieben zwei Leichen an. Der Fischerkutter „Elvme" und der Schoner /Waldemar" find gestrandet. — Bei Borkum wurde der englische Dampfer „Castle ventry" von dem Hamburger Dampfer „Treloski" angerannt. Ersterer kehrte schwer beschädigt nach Bremer- ausgetreten ist. . * ‘ ** Die Berlioz-Feier des Konzertverems findet, Schrecken davon. Aliendorf a. d. Lahn, 8. Dez. Gestern starb der Forstwatt und Feldschütze H. Volk, welcher vor etwa vier Wochen auf dem Rangierbahnhof Giegen überfahren und lebensgefährlich verletzt worden war. Volt wollte, um seinen Weg abzukürzen, den Bahnkörper an^ver- miPtiAer^fn'nnto Dann Die trme Zen acnuBreiü) auspetulli I botener Stelle überschreiten. Er steht nahe der 80er ^al)ie merben. Weibnackcken und Nema.br ermanaelten nicht einer unb war über 30 Jahre m unserer Gemeinde alb gewipen- frobUd^n ^etcr. Denn WiitalieDer des ataD. Alpenvereius Beamter tätig. . München, unentwegte Bergsteiger und Skier, liegen sich s Worms, 8. Dez. Beim Gleislegen oberhalb der auch in diesem Jahre nicht nehmen, dem Veremsbruder UnD dem Alzeyer Viadukt wurde em in einsamer Höhe einen Besuch abzustakten. Am Io. ^a- ^jossengrab aus der Franz os en zeit ange,chnitten. nuar gelang es denn auch einer §uhrerkolonne mtneum Kriegerleichen wurden über einander liegend Provtant hinaufzudrmgrn nachdem d' 'chau ,tai UUz rinif°rn>lnöpf° gefunden, aus denen Ä^(h.XuÄteMo5taang bwüfttber Sturm die Zahl WO steht, und der Name des Regiments, dem der üb^ 3oie un Frost erstarrten Höhen, wock)enlang nmhüUte Dole angehört hatte. Das Enbleme emes Knopfes zeigt emen den Gipfel ein undurchdringttches Chaos von Nebel und Anker, über dem zwei Kanonenrohre gelegt find, auf Der Schnee Mir im Februar klärte sich der Himmel eine Zett- ^msch^st steht links der Dlanie des Regiments, von dem lang auf, doch ein wütender Föhnsturm machte durch den nocu bvcj Buchstaben lesbar sind (8::: N . D). Ferner fand aufactoirbeiten Schnee den Aufenthalt im Freien unmog> . emc ^icke Flmtenkugel aus Blei, die jedenfalls den Tod lich. Dabei aber bot sich, wie immer M.W,bveum, I ^tr. Soldaten herbeiführte. Das Rlassengrab dürfte aus fassendste Fernsickch nach Nordwesten über ^^ausgedehnte c^Quren be§ ^g. Jahrhunderts stammen. (Worms.Ztg.) bayerische Hochebene mtt ihren herrlichen.Seen auf ider den ^r ^en o g )> Kömgin-Mutter ^^rn^Ortter ^iwern^n O^ttrn^de/Sturm die Fall- Margherita von Italien, der erlauchte Ches des Bataillons, tür anu Aussteig zur Plattform weggerissen hatte, drang st^t auf ein Telegramm des Offizierkorps geantwortet, datz beständig soviel Su)nee ins Observatorimn ein, daß bas Lie fgc den freundlichen Gruß des Ofstzierkorps dankt und Hinausschauseln desselben fast die Hauptbeschästtgung b.5 bittet# b|efen Dank zugleich mit ben besten Glückwünschen Insassen bitbete. Da begann noch am 28. April bei Ge-1 ~r.- » nn^prpn rtnincfen^ Witter und Sturm jener gewaltige Wettersturz, der ben sÄtia 8«r sä ssyr «w Bünke wurden verbrannt, alles Entbehrliche, auch die hessischen Offiziere antwortete der älteste Vertreter btrfilben, Romanbibliothek, wanderte ins Feuer. Der Speife^etkel Generalmajor z. D. Hattert in Marburg, vom ehemaligen Zeigte eine rührende Einfachheit, da außer Ade hl nichts Schützenbataillon, der in feiner Rede einen historychen inetir vorhanden war. Endlich am 28. Juni trat gutes Überblick über die Entwickelung des Bataillons gab. Dem Wetter ein, und bald erreichten Führer rntt f^chEn Lebens- wurden ans Anlaß des Jubiläums die Bilder Mitteln den lrip,eb >>uli irmtoe ^ ^tschas un früherer Koiumandeure von deren Itachkouuuen gc° Sckulderuna^ verbreitete sich Redner noch über den Wert der Offizieren und Angehörigen zugegangen. Auf em Huldigung^ von der stugsvitzwarte ergehenden Schneesturmwarnungen ^tegramm an den Kaiser, das von den hier bei dem Feste und richtete die dringeube Aiahnung an alle Xomiften, bieje üeHainnietten alten kurhessischen und nasfaulschen Offizieren Warnungen ja nicht unbeachtei zu lassen. Am 1. September aßQejari^t wurde, hat Se. Vtajeskät durch ein Danktelegramm txaj bie Ablösung ein und am ^ September eriolgte an^encraüeutnant^acnl(feu in ttassel geantivortet. (O. Ztg.) bei 8 Grad Kälte unter Schneefturrn ber 2lbflieg ms Hlach-\ ■■■ ------ Schwurgeilcht. A11& Ütüdl Ulld laild« —t Gießen, 9. Dez. ® 1 nnQ Gaffern eröffnete Landgerichts rat Dr. Schäfer als Bor- Gießi-n, 9. Dezember 1903.- säender bas Schwurgericht. Verhandelt wurde gegen den S. K. H. der Großherzog hoben st^bgen Körperverietzung vorbestraften, 23 Jahre alten Knecht P. Wckkllchttt Gustav Ferdinand Klo st ermann von J-akvbshagen, zu- Quf die Rechte eines lebenslänglichen ^tzt in Grünberg bedienstet, wegen Kor p er v er l eitz un g L- - - - - •mit tödlichem Erfolg, Die Anklage vertrat der Geriet tsasfesjor Dr. Hetzel. Ter Angeklagte wurde verteidigt vom Rechtsanwalt Dr. Jung^ Eine ganze Reihe Zeugen und ber Kreisassistenzarzt Dr. Bötticher als Sachverstan- nes erscheinen g^uy^i . lauge tyiammenuu|ujei, in bläulichem Lichte öOOO R!k. aus Nr. 96616, em 26393 feuditenb biesclben Flänunchen auch au ben erhobenen 93158, zwei Gewinne »on je 1000 1 t. auf Jir. 263J3 Ungern 'unb an ben Haaren, bie fiel) unter preckelnbem Ge- ,,„r> 82089, zwei Gewinne von je 400 Mk. auf 91c, 268o9 full fträuben. Mit bem Sturmwetter trat strenge Kalte 03284, fünf Gewinne von je 200 Mk. aus Jir. 3122 und reichlick)er Schneesall ein; grüße Schwierigkeiten be* W32O 66y36 ö9051 96705. (Ohne Gewähr.) leitete bM Ablesen ber tief verschneiten Instrumente. „ Unfall durch Automobil. Ein Handelsmann FÄ"is“Ä5 SÄ& w>«. »w«. D-- PI-,d !«<»>- *» AS daß er am. Fuße ber Treppe eine Zeitlang bewußtlos I k liegen blieb, und später Delirium unb Erbrechen sich euv fteitten. Mitte Oktober folgte toieber besseres Wetter, nach den Begriffen bes Takbttv ^-ners freilich noch inuner eturin, mit 10 bis 15 Grad Külte. Einen Teil des November ftrablte meist ein wolkenloser Hinunel, während m Der Tiefe dichte Wolken dahineilken. Mik Skifahrlen auf dem HULttwer konnte Dann Die trete Zett acnugrenli ausperuitt Kunst und Wissenschaft. — Arnold Böcklins „Heiligtum desHerakle s", das in großen Maßen ent......;ene Werk des Meisters aus dem Jahre 1884, das in der wuchtigen, überwältigenden Darstellung der geheimnisvollen Macht der Gottheit als etn^ Gegenstück zum „Heiligen Hain" gelten fann, ivar einige Zeit in Schneiders Kunstausstellung in Frankfurt a. M. zu sehen unb ist jetzt sür nahezu 80 000 Alk. in den Besitz des Dr. Arthur Weinberg daselbst übergegangen. So sehr man dem Kunstfreund, der derartige Sunimeii opfert, seinen Besitz gönnen mag, bleibt es doch stets zii bedauerii, mcirn solche Aleisterwerke großen Süles der Allgemeinheit elitzogeii werdeli. — Ter Adolf- Menzel-Preis kam am Dienstag, am 88. G e b u r r s t a g e des A l t m e i st e r s, zur Verleihung und wurde dem Maler Otto Bredow ans Berlin zuerkannt. Der Preis beträgt 750 Mark. Den Geburtstag selbst hat Professor von Menzel im Kreise einiger ihm besoliders nahesleheiider Künstler in seiner Wohnung verbracht. GerirtNssliat. S. Gießen, 8. Dez. S t r a f k a m m e r s i tzi u ng. Der Taglöhner W. Sch. von Friedberg hatte seine Frau angeblich wegen Vernachlässigung häuslicher Pslichten mit seinem Spaziersbock u. a. auch auf den Kops geschlagen und sie in die auf demselben Korridor gelegene Wohnung der I. W Eheleute ver.olgt. Ter Aufforderung der Ehefrau W., ihre Wohnung sofort zu verlassen, leistete er nicht nur leine Folge, sondern schlug ihr mit der Hand ins Gesicht. Tas Schöffengericht Friedberg halte deswegen den A.igeklagten wegen körperlicher Mißhandlung der Eye,rau W. und wegen H aus frie d e n s b r u ch e s zu erner Gefängnisstrafe von 18 Tagen verurteilt. Das Be- rujungsgericht bestätigte nicht nur diese Strafe, sondern sprach den Angeklagten noch der Mißhandlung seiner Frau, begangen mittels gefährlichen Werkzeugs, schuldig und verurteilte ihn zu einer Gesamtstrafe von 1 Duonat Gefängnis. — Aus Anlap einer Verlobung hatten eine Anzahl junger Leute in einer Wirtschaft zu Rockenberg ein Fäßchen Vner getrunken. Beim Bertas,en der Wirtschaft kam es zwischen dem Steinbrecher G. B. und dem Steinbrecher H. W zu einer harmlosen Rempelei, die schließlich in eine ernste Rauferei ausartete. Der H. W. ließ jedoch bald wieder vom Streite ab und forderte seinen Gegner auf, zur Versöhnung mit ihm nocl' ein Glas Bier zu trinken. Als er sieh aber der Tür zuwandte, sprang der heutige Ange- t'lugle G. B. auf ihn zu und versetzte ihm mit einem Messer einen Stich in den Rücken. Für die b ru tale Tat erhält er heute eine Gefängnisstrafe von sechs Monaten. — Erne wohl einzig dastehende dingliche Belastung ruht aus dem Hosgute Ovenhausen, nämlich die Verpflichtung der Gutsherr.chast, für die Gemeinde Odenhausen einen Faseloch, en zu halten. In dem jeweiligen Pachtvertrag überirägt nun die Guisherrscha,t (die frecherrliche Familie von Nordeck zu Rabenau) t>ie,e Verpflichtung auf den Pächter. Dieser weigert sich nun, ein nach dem Körgesetz vorgeschriebenes Register zu fuhren mit der Begründung, dies sei Sache der Gemeinde and eine über den Umfang der Servitut hinausgehende Verpflichtung. Obwohl diese letztere Behauptung unzweifelhaft richtig ist, muß die Berufung des Angeklagter, gegen das ihn zu einer Geldstrafe verurteilende Erienntnis des Schöffengerichts gleichwohl verworfen werden, da das Gesetz ausdrücklich „den Halter" des Tieres zur Führung des Registers für verpflichtet erklärt und ihn im Fülle der Zulviderhandlung mit Geldstrafe bedroht. Breslau, 8. Dez. Tas Oberkriegsgericht verurteilte den Kanonier Horn vorn 42. Regiinenl Schweidnitz ivegen Siulichketts- verbrechenS zu einem Jahre Zuchthaus und Entfernung aus dem Heere. Handel unO Verkehr. Volks mutsch ast Berliner Börse vom 8. Dezember 1903. (Mtgeteilt von der Bank für Handel und Industrie, Gießen.) Zu Beginn der heutigen Börse herrschte aus allen Gebieten feste Lendeiiz, die teils aus die besseren New-Porker Meldungen, teils aus die günstiger laiiienden Berichte aus den Jlldustriebezirken zurückzusühreii war. Späterhin schwächten sich die Kurse durchgehends ab, da der von London gemeldete niedrige Kurs für englische Kon,ols verslunmle und aitdererjeils die niedrigeren Nolie- rungen aus unserem Kassaiiidustrieinarkl zu Realisierungeii aus dein UUimomartt Ali laß gaben. Auf dem Rentenmarkt hielt die gute Lelidenz sür unifizierte Türken an; auch Spanier waren leicht gebessert aus die 'JJielbung, daß das neue Ministerium gleich dem letzten ebenfalls sür die Valutaausbesserung emtreten will. Aus dem Kafjailidustriemarkt wurden Realisierungen vorgenommen, unter denen namentlich Zelnenlaktien stark zu leiben Hanen. Prwat-Diskont 3% Prozent. • Anfangs- u. Schlußkurse. Oest. Kredit . • 217.10 217.25 Deutsche Bank . . . 225.70 225.12 Darmstädter Bank . • 148.25 148.00 Bochumer Guß . . . 189.50 189.50 Harpener Bergbau . . 205.50 205.20 Tendenz: Ruhig. Internationales Petroleumkartell. Die Be° sprechungeii wegen Bildung eines internationalen Petroleumkartells finden zwischen dem 10. und 15. Dezember in Berlin statt. Teil- nebmen werden vorerst die österreichischen und amerikanischen Arbeitsnachweis der Stadt Gießen Gartenftraße 2 (Bürgermeistereigebäude) Zimmer Nr. 14. Der Arbeitsnachweis bat die Aufgabe, zwischen Wrbettgebern und Arbeitnehmern (Arbeitern jeglicher Art, Dienstboten nur» Lehrlingen) unentgeltlich Arbeit zu vermitteln. An den Werktagen von 8 bis 1 Uhr und von 8 bis 6 Uhr geöffnet. Es können eingestellt werden: 9194 1 landwirtschaftlicher Knecht, 1 landwirtschaftliche Magd, 10 bis 15 Erdarbeiter nach auswärts, 1 Schmied, 1 Küfer, 1 Möbel- schreiner, 1 Schuhmacher, 2 Schneider, 1 Friseur, 1 Ausläufer, 15-20 Postaushelfer für den 19. bis 24. Dezember 1903 und 1. u. 2. Januar 1904, 1 Stallbursche, 1 Köchin, 10 Dienstmädchen gegen hohen Lohn für hier und auswärts. Lehrlinge: 1 Küfer, 1 Schreiner, 1 Friseur. Es suche« Arbeit: 1 Schlosser, 1 Buchbinder, 1 Schreiner, 1 Mälzer, 1 Metzger, 1 Schuhmacher, 1 Elnkassierer, 1 Portier oder Diener, 1 Kutscher, 1 Fahr bursche, 1 Dienstmädchen, 2 Laussrauen, 8 Hausburjchen, 2 Bnreaugehilsen. Stäöt. Schlachthaus. Freibank. Heurc: KuhßM ,50 M Morgen: SitwirifDfiiffl 50 Vlg. Reh im Anschnitt empfiehlt billig 06061 Frau Ebel, Rittergasse 11. Bei gjnsten und. Heiserkeit sind die bewährteflen pausrniiel Knöterich-Bonbons,Knöterich- Tee, Spitzwegerich-Bonbons, Feuchelhonig ui Packungen ä 25, 50 Psg. und 1 Mk. von vorzüglicher Wirkung; echt bei 8022 AOOÄf Bieier Victoria-Drogerie, Marktstraße 5. Interessenten, wahrend die russischen Vertreter wahrscheinlich erst hinzutreten werden, wenn die Verhandlungen weiter vorgeschritten sind. Wenn auch der gute Wille sür die Schaffung eines solchen Kartelles vorhanden ist, bemerkt die ,F. I/, so werden sich die Verhandlungen voraussichtlich länger binztehen. In Konsumenten- Kreisen wird man nicht geneigt sein, dem Petroleumweltmonopol Vertrauen entgegenzubringen. Vom Kohlenkontor. Das Kohlenkontor fordert von jeder beitretenben Finna einen Jahresumsatz von 5000 Doppelwagen. Dadurch ist die Existenz der kleineren Firmen geradezu untergraben. Um dies zu vermeiden haben sich fürs erste die Flr- men Dönhoff u. Eom. sowie Hennebruch vereinigt und es steht außer Zweifel, daß weitere Firmen diesem Beispiel folgen werden, da sie durch Zusammenschluß in die Lage gesetzt sind, den erforderlichen Jahresumsatz ausweisen zu können. Ho lzhandel. Der größte diesjährige, süddeutsche, in Augsburg abgehaltene Nadelholzverkauf von 30 000 Festmetern brachte Uebererlöse bis zu 25°/0. Märkte. Gießen, 8. Dez. Viehmarktbericht. Der gestrige Viehmarkt hatte einen Vorrat von 850—900 Stück Milch- und Fettvleh, soivie etwa 200—250 Kälbern. Entsprechend dem Bor- markl, bei dem die so sehr gesuchte ostiriesische Ware (schwarz-bunte Kühe) sehr schnell geräumt war, war auch der Alilchviehmarkt diesmal recht gut. Es fehlte nicht an Käufern vom Alain und Rhein, welche sür den durch die koinmenden Festtage gesteigerten Mitch- bedarf vorsorglich sich deckten. Ter Austrieb ging zu den allerdings gedrückten Preisen des letzten Novembermarktes glatt ab. Tagegen war der Handel in Fettvleh und Kälbern flau. Zwar war auch iür diese Gattung Vieh unsere alte Marklkundschast von Frank- surt a. Al., Wiesbaden, Bad-Nauheim re. am Platze; auch unsere hiesigen Aletzger traten als Reflektanten aus, im allgemeinen aber war die Tendenz sür Schlachtvieh dieselbe wie auf den letzten großen Fleischnrärkten in Franksurt a. Al., Mannheim, Köln a. Rh. u. cl, so daß nur zu weichenden Preisen die Ware an den Alann zu bringen war. Weiln auch gute Ware immer noch einigermaßen bezahlt wurde, so gingen die Preise sür fette Rinder zweiter Sorte, sowie für Kälber noch erheblich gegen die des letzten Marktes herunter. Tabei wurde der Vorrat in Rindern sowohl als auch in Kälbern nicht einmal ganz geräumt. — Gehandelt wurden: Kühe, irisch melkend und tragenb 1. Qualität Alk. 450—500, 2. Qual. Alk. 370—420, 3. Qual. Alk. 270-340; ältere Kühe zum Schlachten Alk. 160- 210 pro Stück. Fette Rinder pro Zentner Schlachtgewicht 1. Qual. Alk. 65—67, 2. Qual. Alk. 60—63. Kälber 1. Sorte (über 50 Piund wiegend) Alk. 62—68, 2. Sorte ^zwischen 40 und 50 Pfund schwer) Alk. 56—58, 3. Sorte (leichtere Tiere) Alk. 51—54. Ter Markt ging sehr spät zu Ende. Eisenbahn-Zeitung. Auf der Strecke Frankiurt-Gieß en-Marburg und umgekehrt wurden wiederholt Probezüge gefahren, wie es heißt, um zu probieren, ob eine größere Geschwindigkeit wie 75 Kilometer per Stiinde zu erzielen sei. Tie Versuche sollen ergeben haben, daß bis 85 Kilometer erreicht worden sind und zwar bet einer Belastung von 10 Wagen ä 4 Achsen. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinde. Donnerstag, den 10. Dezember, abends 8 Uhr im oberen Konftrntandensaal, Klrchstraße 9, Bibelstunde. Psalm 100. Pfarrer D. Schlosser. Neueste Wetdiingeii. Originaldrahtmeldnngen des Gießener Anzeigers. R. B. Darmstadt, 9. Dez. Die 2. Kammer beschäftigte sich heute nach mehreren Stunden mit dem hessisch- preußischen Staatsvertrag betr. das Kondominat Kürnbach, der schließlich mit allen gegen acht Stimmen angenommen wurde. Das Haus genehmigte ferner einstimmig die vom Vorstand verfaßte Beileidsadresse an den Großherzog und vertagte sich darauf eine halbe Stunde, da der Großherzog die Adresse persönlich anzunehmen gewünscht hatte. — Später wurde nach kurzem Bericht des Abg. Hirschel die Regierungsvorlage betr. die Armenversicherung genehmigt und darauf nach kurzer Debatte die Wahl des Abg. Orb sür Offenbach- Land für gültig erklärt. Anstelle des Abg. Haas-Mainz wurde Abg. Adelung zum Mitglied des 4. Ausschusses gewählt. Die Karniner vertagte sich darauf bis morgen 9 Uhr. — In der Mathildenstraße 41 und 43 brach heute em großes Feuer aus; der Dachstuhl der beiden Häuser wurde vollständig zerstört. Die Ursache ist bis jetzt unbekannt. Berlin, 9. Dez. Die Verabschiedung des Fidei- kommißgesetzentwurfes steht nicht in naher Aussicht, da der Widerspruch, auf den der Gesetzentwurf in den beteiligten Kreisen gestoßen ist, erneute Erhebungen und Erwägungen innerhalb der Staatsregierung notwendig macht. Berlin, 9. Dez. Mit der Neuorganisation des Handelsvertragsvereins und mit der Ä>ahl eines neuen Vorsitzenden anstelle des ausscheidenden Kommerzienrats Herz wird sich die in wenigen Tagen stattsindende Sitzung des Gesamtausschusses des Vereins beschäftigen, deren Beschluß demnächst bekannt gegeben werden soll. London, 9. Dez. Morning Leader veröffentlicht eine Information, wonach Lord Roberts am Ende des Finanzjahres seine Demission als Generalissimus der englischen Armee geben werde. Die Demission sei veranlaßt durch die Unzufriedenheit Roberts mit der Haltung des jetzigen Kabi- nets zu der vorgeschlagenen Militär-Resorm. Als mutmaßlicher Nachfolger wird der Herzog von Connaught genannt. Paris, 9. Dez. General Andrö hat beschlossen den Divisions-General der Reserve, Cornillor Lucianier, früher Kommandant der 11. Division in Nancy, vor ein Kriegsgericht zu stellen wegen eines von ihm veröffentlichten Zeitiingsartikels, in welchem der General erklärte, er weigere sich,- an einem Bankett teilzunehmen, welchem Kriegsminister Andre präsidiere. Lyon, 9. Dez. Im Verlaufe einer von den Katholiken am gestrigen Feiertage veranstalteten Kundgebung protestierten etwa 3000 Sozialisten gegen die festliche Beleuchtung. Sie zertrümmerten die Fenster der ira),e Notre Dame, sowie eines Maristen- klosters. Es kam zu einem Hanogemenge, bei dem mehrere! Perjonen, darunter eine schwer, verletzt wurden. Verona, 9. Dez. Die Hochfluth, von der das Land heimgesucht ist, muß dem Sirocco zugeschrieben werden. Seit 1867 hat Italien dergleichen nicht erlebt. Aus allen Teilen Venetiens werden Ucberschwemmungen gemeldet, die großen Schaden anrichten. Wien, 9. Dez. Im Raimund-Theater wurde eine neue Posse von Bruckner und Wickel, die sich ^Fräulein Stationschef" betitelt und ihren Stoff einem wirklichen Ereignis, der Ernennung des ersten weiblichen Stationschefs verdankt, zum ersten male gegeben und hatte, da sie eine Glanzrolle für Hans Niese enthielt, einen großen Heiterkeits- ersolg. Prag, 9. Dez. Die Gerüchte von dem Ehedrama im Hause Windischgrätz sind auf den Racheakt eines vom Fürsten Windischgrätz entlassenen Dieners zurückzuführen, der die abenteuerliche Geschichte ersonnen und verbreitet hat. Athen, 8. Dez. Die griechischen Damp-fer „Pyloros^ und „Asfos" kollidierten im Hafen von Ithaka. Das Vorderteil des „Pyloros", auf dem sich die Kajüten befanden, wurde schwer beschädigt und sank unter Wasser. Etwa 50 Personen sind ertrunken. New York, 8. Dez. Ueber die japanisch-russische Verständigung meldet „Associated Preß", daß die Konvention, zu der die Verhandlungen, wenn Japan die erwähnten Atodisikationen annehme, führen würden, sich nur auf Korea erstrecken werde. Rußland werde den vorherrschenden Ernfluß Japans in diesem Lande anerkennen, sowie das Recht Japans, daS Protektorat über Korea auszuüben, werde aber bestimmte Vorbehalte machen hinsichtlich oer Küstenverteidigung und der Marinesiationen. Der Zweck der ,Bor- behaice sei die Verhinderung einer Unterbrechung der russi- fctyen Verbindungslinie zur See zwischen Wladiwostock und Port Arthur. Ai^ererseirs solle Rußland die Handelsfreiheit in Korea gejichert werden und sollten die vorhandenen russiscyen Konzessionen anerkannt werden. Die M a n d s ch ur e i s r a g e toeroe Gegenstand einer besonderen Verständigung sein. Japan sei damit einverstanden, die Frage der Räumung dieses Gebietes in Schwebe zu lassen uno erkenne Rußlands Stellung dort an. Meteorologische Beobachtungen der Station Gießen. Dezember 1903. Barometer auf 0° reduziert Temperatur der Luft Absolute Feuchtigkeit Relative Feuchtigkeit । Windrichtung! Windstärke Wetter 8. 9. 225p 9,LP 7a-a 737,3 740,2 741,4 —2,1 —2,5 -3,1 5,0 5,4 5.2 93 96 91 SSE. 8. 8. 2 2 2 Bed. Himmel e * • W Höchste Temperatur am 8. Dez. bis 0. Dez. — 3,4 "0, Niedrigste „ „ „ , „ „ — 1,2UC. Telephonischer Kursbericht itrankturt a. Ji«. 9. Dezemoer 1903. 379% Reichsanleihe . . 102.25 y,, do. . . . 91.50 3V,°/c Konsols .... 102.35 30/0 do.....91.40 372% Hessen .... 101 40 37,96 Oberhessen . . . 100.00 496 Oesterr. Goidrente . . 102.90 4*,b96 Oesterr. bilberrente 101.20 496 Ungar. Goldrente . . 100.70 4°/ Italien. Rente , . . 103.70 4*7,96 Portugieser » . . 64.10 >0/ Portugiesen. .... 32.60 1-6 0. Türken .... 37.70 lückenlose...... 143 40 4% Grieoh. Monopol.-Anl. 44.00 41.96 Süssere Ar-renh'ner 42 90 3% Mexikaner ...» 25.80 4% /ü Chinesen .... 92.40 Electric, bohackert « . . 112.25 Nordd. Lloyd . . , . 105 90 Kreditaktien ..... 218.00 Diskonto-Kommandit. . . 198.70 Darmstädter Bank . t , 149.00 Dresdener Bank .... 160.20 Ber.iner Handelsges. . . 166.20 Oesterr. Staatabahn . . • 146.50 Lombarden . . . . , 1750 Gottharabahn . . . , . 189.50 Lauranütte...... 240.50 Bochum ....... 198.80 Harpener...... 205.90 Tendenz: fest zu haben. 9149 Schul-Schirme Puppen-Schirme Hannover ist die beste, präm. mit mehreren gold. Aled., in Parfüm-, Trogen- und Friseur-Geschäften von Strümpfen wird gut u. billig besorgt. Frau Johanna Fritsch, 8787s Stephanstr. 41, II. Schirme mit echten Silbergrifien. 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Die trauernden Hinterbliebenen. £9 Gießen (Neustadt 45), 8. Dez. 1903. Die Beerdigung findet Donnerstag den 10. Dez. nach- M mittags 2 Uhr von der Kapelle des neuen Friedhofes W aus statt. 9191 M F. G. F, 9166 Das Kommando: Wigandt. Lindenstruth. Hierdurch erfüllen wir die traurige Pflicht, unsere Mitglieder von dem Ableben unseres Kameraden Carl Mayer geziemend in Kenntnis zu setzen. Die Beerdigung findet Donnerstag den 10. ds. Mts., nachmittags 2 Uhr statt. Zusammenkunft: l*/4 Uhr am Turmhaus am Brand. Uniform: Tuchrock und Helm. Konzert-Saal Kafs ani> V schrift, militärfrei, mit ff. Zeugnissen, sucht Stelle als Schreiber. Off, unt. 06044 an d. Exp. d. Bl. 06031] Gute Arbeiterin sucht Beschäftigung im 9lähen, Flicken u. Stopfen. E.Lang, Bleichstr. 11, UI Für 2 Mädchen im Alter von 10 und 12 Jahren wird passende Unterkunft qc= sucht. 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