he kstid8 7 Und HschMtt empfiehlt M Happet >rW s magnum bonum- lattartoflcln liefert frei ReUer zu Tagespreis eter Berg, Ärandplatz 14. Täglich frisch tat Ot. L SMw Marklstr. 4. M W i)lad)ittu.b*hg ijet- , veyeudet iranto gegen )me per Pfd. 60-70 Pig. ;au Babette Meyer, Echte » sr Hirn Sitte ?M> jti^et Mri OT* i a, WM »«#<“• ,)ireä6M '•S a.«« hcrtra« ÄS’ -LLsS «rweM (IP,. Al Nr. 268 Erscheint «ügltch au&et Sonntags. Dern (Äietzener Anzeiger werden im Wechsel mit dein hessischen Landwirt bte Gietzener Familien- blätter viermal tn der Woche betflelegt. RolalwnSdruck u, Verlag bei Brüh l'sehen Untvers.'Buch- u. Stein- b ruderet (Pietsch Arbers) Vtedatnon. Expedition und Druderen Schalstratze Adresse für Depeschen» «u;etger Gtetzcn. Fkrnivrkchani6)tiißAr 51, hr MU MI -HG 1 R Zweites Blatt« Montag S. November 1903 monail 153. Jahrgang VezagSpeer-t vierteljährlich Ml. SLY. durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch dtePost Ml. 2.— viertel« jährt, ausscht. Bestellg. Annahme von Anzeigen üi die LageSnurnmer jifi vormMagS 10 Uhr. ^Ctlenprrtfl; total 18 Ps^ auöiodrtfl 80 Pfg. tieia*ia»»rittdb für den polti. and atigern. LeU. P. Wittto. füt „Stadl und Öantr und „lSerichtSsaal"! August Götz, füt den An- zeigenteU: y»ans Beck. WM A** A-D4 11 -*** A-ft A nrllPr /InZPlil w General-Anzeiger Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen Bekanntmachung. Donnerstag, den 12. d. M., vormittags 9 */2 Uhr wird zu Lich im Gasthaus zum Holländischen Hof eine Hauptversammlung des Landwirtschaftlichen Bezirksvereins Gießen fftattfinden, zu der die Herrn Mitglieder des Vereins eingeladen werden. Ein gemeinschaftliches Mittagessen zum Preise von zwei Mark (einschließlich 1 Schoppen Wein) wird sich um 12 1/i Uhr anschließen. Der Generalversatnmlung geht um 9 Uhr eine Aus- schußsitzung voraus, die Herren Mitglieder des Ausschusses werden ersucht, hierzu zu erscheinen. Gießen, den 6. November 1903. Der Direktor des landwirtschaftlichen BezirksvereinZ Gießen. Dr. Brerdert. ----1— Tagesordnung der Hauptversammlung. 1. Prüfung der Rechnung für 1902/03. 2. Feststellung des Voranschlags für 1903/04. 3. Vortrag des Herrn Universitätsprofessors Dr. Gisevius zu Gießen über Wahl unserer Getreidesorten. 4. Vortrag des Herrn Kreisveterinärarztes Schmidt zu Gießen über Viehseuchen. 5. Bekämpfung der Obstschädlinge. 6. Ergebnisse der allgemeinen Faselschau im Jahre 1903. 7. Verschiedenes. Gießen, den 6. November 1903. Vetr.: Die Kontrolle der Bierdruckvorrichtungen. , Das Großherzogliche Kreisamt Gießen an die Großh. Bürgermeistereien der Landgemeinden des Kreises. Sie wollen binnen 8 Tagen ein Verzeichnis der Wirte Ihrer Gemeinden vorlegen, welche Bierdruckvorrichtungen im Gebrauch haben. I. V.: Dr. Wagner. Kekamttmachung. Es wird hiermit zur öffentlichen Kenntnis gebracht, daß die nach § 6 des Reichsgesetzes vom 21. Juni 1887 über die Naturalleistungen für die bewaffnete Macht im Frieden ermittelten Durchschnittsmarktpreise, einschließlich eines Aufschlages von Fünf vom Hundert, pro Monat Oktober 1903 für den Lieferungsverband Gießen pro 100 Kg. betragen: Hafer Mk. 15.30, Heu Mt. 6.80, Stroh Mk. 4.30. Gießen, den 6. November 1903. Großher'-ogliches Kreisamt Gießen. I. V.: Dr. Wagner. Kekanntmachung. In der Zeit vom 31. Okt. bis 7. Nov. 1903 wurden in hiesiger Stadt gefunden: 1 Taschenuhr, 1 Thermonieter und 1 Portemonnaie mit Inhalt; Verloren: 1 Haarnadel (Schildkröte) und 1 gelbledernes Portemonnaie mit 22 Mk. Inhalt. Die Empfangsberechtigten der gefundenen Gegenstände belieben ihre Ansprüche alsbald bei uns geltend zu machen. Gießen, den 7. November 1903. Groß herzoglich es Polizeiamt Gießen. Hechler. Kaiser Wilhelm erkrankt! Im Laufe des gestrigen Sonntags erhielten wir folgendes Telegramm: Berlin, 8. Nov. *Die „Nordd. Allg. Sfg/ ist ermächtigt, das Folgende zu veröffentlichen: Se. Majestät der Kaiser haben sich heute der Operation eines Stimmlippen. Polypen unterzogen. Die Operation wurde von Geheimrat Professor Moritz Schmidt ausgeführt und verlief ganz glatt. Sr. Majestät ist bis zur Hetlnng der Operatiariswunde nur die Enthaltung des Stimmgebrauchs auferlegt. Potsdam, den 7. November 1903. v. Leuthold. Moritz Schmidt. Jlberg. Die „Nordd. Allgem. Ztg.* fährt fort: Das Ergebnis der von Geheunrat Orth ausgeführten mikroskopischen Untersuchung ist folgendes: Der Polyp besteht aus sehr weichem, nur wenige Zellen enthaltendem Bindegewebe, das von regelmäßigem, überall scharf gegen das Bindegewebe abgegrenzten Plattenepithel überzogen ist. Ein Teil der Bindegewebszellen enthält feine braune Pigmentkörnchen, offenbar von früher slattgchabten kleinen Blutungen herrührend. Der Polyp enthält eine größere Anzahl dünnwandiger Blutgefäße, es handelt sich also um einen durchaus gutartigen bindegewebigen Polypen. Berlin, 8. Nov. Der heutige Hofbcricht meldet: Der Kaiser und die Kaiserin unternahmen gestern einen Spazie r - gang. Zur Mittags- und zur Abendtafel waren Einladungen nicht ergangen. Zur heutigen Mittagstafel ist der Reichskanzler Graf Bülow geladen. Berlin, 8. Nov. Tas heutige Bulletin meldet: Der Kaiser verbrachte den gestrigen Tag ruhig im Zimmer und schlief nachts ohne Unterbrechung. Tas Aussehen der kleinen Wunde ist durchaus zufriedenstellend. Schmerzen und sonstige Beschwerden im Halse sind Nicht vorhanden. Die Temperatur war morgens 36,3, der Puls 60. NeuePalais, 8. Nov. Der Kaiser nahm heute Mittag den Vortrag des Reichskanzlers Grafen Bülow entgegen. Graf Bülow wurde sodann von den Majestäten zur Uühstückstafel zugezogen. Berlin, 9. Nov. Im Laufe des gestrigen Tages und auch in den Abendstunden war das Befinden des Kaisers befriedigend. Der Patient- war fieberfrei und verspürte an der kleinen Halswunde keinerlei Schmerzen. Auch die psychische Stimmung des Kaisers ist keineswegs gedrückt. Immerhin haben die Aerzte vorläufig dem Kaiser die größte Schonung auserlegt. Bereits gelegentlich der Kaiserbegegnung in Wiesbaden fiel das angegriffene Aussehen des Monarchen auf. Je weniger man bisher von einem Halsleiden des Kaisers gewußt hat, desto lebhafter, reiner und allgemeiner ist die Teilnahme aller Kreise des deutschen Volkes und der Wunsch, daß Kaiser Wilhelm noch der so glücklich verlaufenen und allem Anscheine nach so ungefährlichen Operation bald^völlig genese und seines Amtes wieder in ungeschwächter Frische walte. Die Wunde ist zweifellos derartig, daß man hoffen darf, sie werde schnell geheilt sein. Mag sie äußerlich auch eine Narbe zurücklassen, so darf man doch erwarten, daß sie die Stimmung des Kaisers selbst in diesen Tagen nicht beeinträchtigen wird. Von ärztlicher Seite wird geschrieben: Nach dem telegraphisch mitgeteilten Ergebnisse der Untersuchung handelt es sich bei der Erkrankung des Kaisers um einen Stirnrn- banopvlypen. Die Polypen zählen zu den sogenannten gutartigen Geschwülsten; sie entstehen im allgemeinen bei chronischen Entzündungen der Schleimhaut des Kehlkopfes, indem an einigen Stellen die Schleimhaut in abnormer Weise wächst und wuchert. Die Erscheinungen, welche ein Kehlkopfpapillon macht, richten sich nach der Größe, Form und dem Sitz her Geschwulst. Zunächst werden die Stimmbänder natürlich in ihrer Beweglichkeit und Schwingungssghigkeit gehindert üind es entsteht eine schnarrende, belegte Stimme, im schlimmsten Falle Heiserkeit. Wird die Geschwulst, welche vielfach a»n vorderen Vereinigungs- Winkel der Stimmbänder sitzt, groß oder gerät die an einem Schleimhautstiel sitzende Geschwulst in die Stimnzritze, so kann ein derartiges .Ereignis Atemnot, ja im schlimmsten Falle Erstickungsanfälle herbeiführen; auch sind die beweglichen, d. h. an einem Stil sitzenden Geschwülste im stände, beständigen Hustenreiz Yervorzurusen und zu unterhalten. Nach, den Untersuchungen von Professor Orth handelt es sich um einen einfachen sogenannten Kehl- topischleimhautpolypen, für dessen grünoluye Entfernung die Autorität des weltbekannten Prof. Schmidt in Frankfurt a. M. wohl hinreichende Gewähr bieten dürste. Gänzliche Schonung des Stimmorgans, also Vermeiden des Sprechens, wird für einige Wochen erforderlich sein." Das letzte, heute vormittag um IN/4 Uhr auf unserer Redaktion eingetrossene Telegramm lautet: Neues Palais, 9, November, 11.45 Uhr. Das heute Morgen ansgegebene Bulletin lautet: „Die'nach der Operation selbstverständlich auftretende entzündliche Reaktion läßt bereits nach. Man darf demnach mit dem Aussehen der linken operierten Stimmlippe zufrieden sein. Immerhin wird die Heilung der kleinen Wunde voraussichtlich noch einen Zeitraum voll acht Tagen in Anspruch nehmen. Das Allgemeinbefinden des Kaisers ist gut. Temperatur und Puls sind normal. Leuthold. Schmidt. Jlberg". — Ter Hofbcricht meldet: „Der Kaiser hörte gestern Vormittag den Vortrag des Geheimrats Dr. v. L u c a u u s." VoMische Tagesschau. Panama. Der französische Ingenieur Bunau Vari l l a, welcher von der neuen Republik Panama zu ihrem Gesandten in Washington ernannt wurde, war längere Zeit als Generaldirektor des Panamatänalbaues tätig und an dem Unternehmen mit großem Kapital beteiligt. Als infolge der Aufdeckung des Panamaskandals und des Zusammenbruchs der Gesellschaft die Förderung des Baues mit französischem, Geld unmöglich war, entfaltete Bunau Varilla in Nordamerika eine eifrige Propaganda zu Gunsten dieses Projektes. „Gil Blas" sagt, man könne behaupten, daß Bunau Varilla der eigentliche Urheber der Revolution in Panama sei und daß er hierbei die Unterstützung der Vereinigten Staaten von Nordamerika gesunden habe. Bunau Varilla ist der Brudep des Herausgebers des Pariser „Matin", welcher jüngst die französische Regierung aufforderte, Kriegsschiffe nach Columbia zu entsenden, da die dortige Regierung die Absicht habe, die der französischen Panamageselljchaft erteilte Verlängerung der Konzession als verfassungswidrig nicht zu ratifizieren. Bunau Varilla ist inzwischen in Washington ein getroffen und hat seine Beglaubigungspapiere und Vollmachten als bevollmächtigter Minister und außerordentlicher Gesandter der Republik Panama überreicht, ©r wird den Staatssekretär Hay sofort davon in Kenntnis setzen, daß er bereit und ermächtigt ist, Verhandlungen über den Bau eines Panama-Kanals einzuleiten. Er iift| der Ansicht, daß die Bevölkerung der Republik Panama ihrem neuen Präsidenten Vollmachten geben wird, sofort einen Vertrag abzuschliehen. Er erklärte, daß er Ehes-Ingenieur der alten Panama-Gesellschaft gewesen fei, niemals aber Angestellter der neuen Gesellschaft. Ein Telegramm aus Panama besagt, daß die Republik die von Columbien seinerzeit eingegangenen Verpflichtungen übernehmen werde; es seien deshalb bereits entsprechende Vorkehrungen getroffen. Nach Meldungen aus dem Innern des Landes werden an allen Ortschaften, die sich der Unabhängigteitsbewegung angeschlosien haben, Truppen ausgehoben. Der amerikanische Kreuzer „Boston" ist in Panama eingetrossen. Deutsches Keich. Berlin, 8. Nov. An der am 27. und 28. November stattftndenden Letzlinger Hofjagd werden der Kaiser und der Kronprinz teilnehmen. 9kach Beendigung der Jagd ist ein Besuch der Stadt Tangermünde vorgesehen. Kammermusik. Gie ß en, 9. Nov. Die Herren Trautmann, Hegar und^ Redner, (deren Konzerte sich schon seit Jahren einer großen Beliebtheit erfreuen, haben auch in diesem Jahre ihre künstlerische Tätigkeit mit einer in jeder Hinsicht wohl gelungenen Kam- imermnsik eröffnet. In der großen Aula, die für diese Konzertunternehmungen verwendet wird, hatte sich ein zahlreiches Publikum eingefunden, ein Beweis, wie gern man sich an den Darbietungen des geschätzten Trios erfreut 'Alles, was wir gestern zu hören bekam, trug den Stempel höchster Vollendung, was bei der großen Routine im Ensernblespiel, die eine Folge fleißigen und gewissenhaften Studiums ist, nur die höchste Anerkennung verdient. Die Reihe der Vorträge eröffnete gestern ein Trio in H-dur, op. 8 des unvergeßlichen Johannes Brahms. Der Opuszahl hach gehörte diese Komposition zu den früheren Schöpfungen des Meisters, doch> ersahen wir aus dem Programm, daß noch eine zweite Bearbeitung existiert, die gestern zu Gehör gebracht wurde. Das klangschöne Werk, das in jedem der vier Sätze Allegro-oon^brio-Scherzo Allegro molto- Adagio-Allegro eine Fülle musikalischer Kostbarkeiten enthält, stellte die geehrten ausführenden Künstler vor eine zwar schwere, aber sehr dcurkdare Aufgabe, die sie zu allgemeiner Befriedigung losten. Der stürmische Applaus, den das beifallsfreudige Publikum nach jedem Satz spendete, ist der beste Beweis dafür. Einen gleichen Erfolg erzielten mit einer Sonate für Pianoforte und Violoneello von Richard Strauß in F-dur, op. 6, die Herren Trautmann und Hegar. Auch diese Komposition gehört zu den ersten Dondichtungen des großen Meisterst, doch birgt sie in den drei Sätzen Allegro con brio-Andante ma non troPPo-Finale Allegro eine große Fülle klanglicher Schönheiten, die in der geistvollen Interpretation der beiden Herren einen großen Eindruck machte, und gleichfalls durch reichlichen herzlichen Beifall ausgezeichnet wurde. Me Schlußnummer des interessanten Programms bildete ein Trio in G-dur op. 1 Nr. 2 von L. van Beethoven. Diese Komposition ist weniger reich an technischen Schwierigkeiten, aber sie wirkt durch die heitere Stimnmng, welche die Sätze eins, drei und vier durchweht, und durch den ernsten Satz an zweiter Stelle, der in all der Fröhlichkeit eine angenehme Abwechslung bietet. Als einen mit vorzüglichen Stimmmitteln begabten Tenoristen, der auch in Bezug auf Aussprache, Atetn- holen und Vortrag nichts zu wünschen übrig läßt, lernten wir gestern den Herrn Koh mann ans Frankfurt a. M. kennen, der mit der Arie: Mit Würd' und Hoheit angetan (Haydn) und mit den Liedern: Geheimnis (Schubert) und Geständnis (Schumann) die Zuhörer so begeisterte, daß sie ihn nicht ohne Zugabe, Sehnsucht von Rubinstein, ziehen ließen. >Pr. — Nach Mommsens Tode. Anläßlich des Todes des Professors Mommsen gab der italienische Unterricht sminister in einem an den preußischen Kultusminister ae^ch^ten Telegramm seiner und der Gelehrten Italiens Teilnahme Ausdruck. Das italienische Telegramm lautet übersetzt: Der Tod des Professors Mommsen ist ein besonderer Verlust für Nom und Italien, deren Geschichte er seine ganze Genialität des Geistes und ganze Größe der Arbeitskraft widmete. Niemand beherrschte in größerem Umfange als er die ganze Wissenschaft des Altertums in bewunderungswürdigem Zusammenfasfen. Alle unter uns, die siudierend und unterrichtend Verehrung hegen für die Höhe des menschlichen Wissens, vereinigen sich mit mir, um den Gelehrten Deutschlands den Ausdruck tiefsten Beileids zu übermitteln. £)er preuß. Kultusminister antwortete ebenfalls in italienischer Sprache: Mit aufrichtigem Danke für den teilnehmenden Ausdruck des Schmerzes, den der Unterrichts- minister zusammen mit den Gelehrten Italiens wegen des Todes Mommsens empfindet, Tyoffc ich lebhaft, daß das enge Band, das durch die Arbeiten des unsterblichen Erforschers der römischen Geschichte und Bürgers der ewigen Stadt zwischen den wissenschaftlichen Studien beider Nationen gewoben ist, für alle Zeit erhalten bleibe., Die heute im Stadt- V Jahr Ge tober aus dem Gefängnis zu Laudach aus. *rog eifriger Verfolgung tonnte er nicht erfaßt werden, bis heute der Händler W. Mohr aus Ettingshausen geschäftlich hier weilte und m einem bettelnden Stromer den Ausbrecher erkannte. Er benachrichtigte sofort die Ortspolizei, mit deren Hilfe Schreiber nach heftigem Widerstand verhaftet wurde. Die Gießener Gendarmerie wurde telegraphisch in Kenntnis gesetzt, und sie verbrachte am Nachmittag den Sch. nach Gießen. Dem Händler Mohr fällt eine Belohnung von 300 Mk. zu. lung vom Vorsitzenden geschlossen. r. Mainz, 9. Nov. (Eigener Drahtbericht.) Zur Beisetzung des Bischofs Brück sind anwesend: Erz- bischof Nörber aus Freiburg, die Bischöfe Ko rum aus Trier, Willy aus Limburg, Enzert aus Fulda und die Siebte von Maria-Lach und Marienslatt, ferner Staatsmmister Dr. Rothe und Hosmarschall v. Weflerw e lle r. Mainz, 7. Nov. Einige halbwüchsige Burschen aus Mainz, darunter die beiden Brüder Jungblut, trieben sich vorgestern nachmittag im Finthener Wai.de herum. Als sie daun einen FuckMau treten, versuchte, nach dem „M. Tgbl.", der jüngere, etwa 16 Jahre alte Jungblut, hinein- zulriechen, klemmte sich dabei aber fest. Bei seinen Bemühungen, sich zu befreien, gab das lockere Erdreich nach, stürzte über ihm zusammen und erstickte ihn. Als in diesem Anblick zwei Jeldschützen auftauchten, liefen die anderen Burschen davon und überließen ihren unglücklichen Gejährten seinem Schicksal. Ob sie vorher versucht hatten, ihn zu befreien, steht noch nicht fest, es wird jedoch angenommen, daß dies nicht der Falt war und daß sie die zappelnden Bewegungen des Berschütreten für einen scherz hielten. Leider gelang es den vereinten Bemühungen der beiden Beamten nick-t, den jungen Menschen frei zu be- tmmnen, ment mußte erst iu das Dorf lausen, um Schaufeln zu holen und dann grub man einen — Erstickten aus. Nachdem. gestern vom Gericht die Ortsbesichllgung vorge- uommen worden war, tam die bis dahui an der cknglücks- jlütte bewachte Leich« nach Heidesheim, um von dort aus nach Mainz gebracht zu werden. — Man schreibt dem „M. Tgbl." aus Bischofs Herrn: Eine u n h e i m l i ch e E r s cy e i n - u u g, lnit einer Axt auf der Schulter und in weißem £enü)e, dazu barfuß, macht gegenwärtig dort viel von sich reden. Die Sack)« hat jedoch einen sehr ernsten .Hintergrurrd. oün 24jährrges Mädchen aus Bischofsheim, das mit einem jungen Manne verlobt war und demnächst herraten wollte, wurde durch das Zurücktreten des Bräutigams und seine plötzliche Abreise dermaßen erregt, daß es in plötzlicher Geistesverwirrung den bedauernswerten Eltern entlief unb sich nachts in der Umgebung des Ortes Herumtrieb, wobei es den Leuten an die Fenster klopfte, mit der Axt auf Bäume einhieb und die Vorübergehenden aufs höchste erschreckte. Endlich konnte man die Aermste fassen und ihren Eltern wieder zuführen, iu deren Obhut sie sich jetzt be- ; .......: _ , die nach der Offenb. Ztg., der Verein zur Wahrung städtischer Interessen einberufen sam entgegenzutreten. ** A u s dem Bureau des StadttheaterS. Als 5. Dienstagsvorstellung im Abonnement geht morgen den 10. November, Comtesse G u ck er 1", Lustspiel von findet. )( Marburg, 8. Nov. Während früher bei den Landtagswahlen an einer Wahlagisadwn in unserem Kreise gar nichts zu spüren war, ist diesmal gerade das Gegenteil der Fall. Dem kanalfreundlich gesinnten Landrat v. Negelein, welcher seither den Kreis vertrat sind bekanntlich noch zwei Kandidaten nämlich der nationalliberale Geheimrat Professor Dr. Lehmann und der Sekretär des Bundes der Landwirte Dr. Dietrich Hahn, entgegengestellt. Für Unterstützung des letzteren, der jeden Tag 3—4 Versammlungen in den verschiedensten Wirtschaften abhält, ist nun auch noch der Bundesdirektor Dr. Roesicke eingetrossen. ** Kassel, 7. Nov. Heute nachmittag zerstörte ein großes Feuer den Flügel eines früheren Pulvermagazins, das jetzt von einer Domäne als Stall, Scheune und Wohnung für die Diensträume benutzt wird. Binnen kurzem stand der Flügel in vollen Flammen und nur mit aller Mühe konnten von Mannschaften der gegenüberliegenden Kaserne die Viehbestände gerettet werden. Jedoch wurde die F e r n- jprechleitung Kassel-Frankfurt a.M. zerstört. garten tagende Versannnlung Offenbacher Bürger erklärt das Proportionalwahlsystem zum Gewerbegericht als die für die Verhältnisse in Offenbach geeignetste Wahlsorm und empsiehlt daher im Interesse der ausgleichenden Gerechtigkeit die Durchführung dieses Systems". Nach einem Referat des Redakteurs Beer über „Vormittagsunterricht an d e n höheren Schulen" kamen über diese Frage in längerer Diskussion die wiedersprechendsten Ansichten zum Ausdruck. Ein Beschluß über die Frage wurde nicht gefaßt. Da die Zeit inzwischen weck vorgeschritten war, wurde um V21 Uhr die sehr anregend verlaufene Versamm- Aus Hlaöl und Land. Gießen, den 9. November 1903. *' Unfall. In den Geleisanlagen des hiesigen Bahnhofs wurden gestern abend gegen 8 Uhr der Flurjchütz Heinr. Volk aus Ackendorf a. d. Lahn schwer verletzt aufgefunden, lieber die näheren Umstände, wie das Unglück sich ereignete, ist noch nichts bekannt. Wahrscheinlich überschritt gestern abend auf dein Heimwege der Verunglückte, um seinen Weg abzukürzen, dem Bahnkörper. •• Zum Gieß en er Bahnh ofS-Um- und Erweiterungsbau erfahren wir, daß nach ministerieller Verfügung an dem Hosmannschen Plan für die Ausführungszeichnungen noch einige Aenderungen vorzunehmen sind, zumeist sehr unbedeutender Art. Das Wesentliche ist, daß eine organische Verbindung der oberhesjischen Perronhalle mit der Hauptfront angestrebt wird. *♦ Die Eisenbahnangestellten mehrerer hessischer Städte haben mck einer größeren Anzahl von Ladeninhabern in ihren Orten Verträge abgeschloffen, wodurch den Mck- gliedern erhebliche Rabattsätze beim Einkauf eingeräumt werdest. Bezeichnend ist eine Instruktion an die Mitglieder, wonach diese ersucht werden, die mit den Lieferanten getroffenen Vereinbarungen geheim zu halten und bei den Einkäufen erst bei der Zahlung sich durch Vorzeigung der Mitgliedskarte in unauffälliger Weise zu legitimieren, damit die Käufer vor Uebervorteilung bewahrt bleiben und anderen etwa anwesenden Käufern die Rabattbewilligung nicht bekannt wird. Hier hat bekanntlich der Detaillisten-Verein Stellung dagegen genommen. Auch in Mainz wird öffentlich das Rabakt- markenwesen als häßlicher Auswuchs unseres Erwerbslebens verurteilt und die demnächstige Veröffentlichung der Lieferanten- liste in Aussicht gestellt. Daraufhin hat bereits eine größere Anzahl der Ladenbesitzer den Vertrag gekündigt. Der Vorstand des Vereins Mainzer Kaufleute beschloß, geeignete Schritte zu unternehmen, um diesem Rabattmarkenwesen wirk- . m. Lollar, 7. Nov. In den hiesigen Fernsprechverkehr wurden die nachstehenden Orte einbezogen. Ein Gespräch von 3 Minuten kostet 20 Psg. nach Kirchhain (Bez. Kaffel), Amöneburg und Großseelheim; 25 Pfg. nach Frankenberg (Bez. Kassel), Geismar, Neustadt (M.-W.-B.), Treysa-Ziegenhain, Wasenberg und Loshausen; 50 Psg. nach Borken (Bez. Kassel), Arnsbach, Singlis, Kassel, Bettenhausen, Harleshausen, Kirchditmold, Nothenditniold, Wahlershausen, Waldau, Wilhelmshöhe, Wolssanger, Fritzlar, Ungedanken, Gudensberg, Jesberg, Melsungen, Malsfeld, Wildungen, Albertshausen, Braunau (Waldeck), Reinhardsquelle, Wega und Wecken (Waldeck); 1 Mark nach Eschwege, Eltmanns- Hausen, Niederhone und Reichensachsen. Darmstadt, 7. Nov. Den Armen der Stadt hat das Zarenpaar ein Geschenk von 5000 Mk. überwiesen. (D. Tgl. Anz.) *• Offenbach, 7. Nov. In der B ü r g e r v e r - — Der Großherzog und die kischinewer Juden. Nachträglich wird der N. Zur. Ztg. berichtet, daß S. St H. der Großherzog sich an den Sammlungen für die kischinewer Juden beteiligte und dem Darmstädter Rabbiner Marx versprach, seinem Schwager dem Zar, die jüdische Darstellung der kischinewer Judenverfolgungen zugänglich zu machen. -Der Oberhessische herein für innere Mission rüstet stch zur Begehung der Feier seines fünfundzwanzigjährigen Bestehens. Seine Jahresfeste erfreuen sich schon seit langen Jahren großer Teilnahme aus wecken Kreisen der evangelischen Gemeinden unserer Provinz und bilden einen Sammelpunkt für alle, die für die Arbeiten der christlichen Liebe Sinn haben. Besonders pflegen die Abendversammlungen in Steins Garten eine große Anziehung zu üben. Auch die für diesmal auf Dienstag Abend im Neuen Saalbau angesetzte Versammlung darf darauf rechnen, da ein Rückblick auf die verflossenen 25 Jahre, wie er da geboten werden wird, des allgemeinen Jntereffes gewiß sein kann. Die Beratungen, die in der Nachmcktagsversammlung im Konfirmandensaal über die Behandlung der inneren Misflon im Religions- und Konfirmandenunterricht geführt werben, werden wohl auch die Herren Lehrer besonders interessieren. Die Verhandlungen endlich, die bei der Jahresversammlung am Mittwoch über die Frage: SBie, können wir Autorität und Pietät in unserem Volksleben wiederherstellen" in Aussicht stehen, erwecken durch die Bedeutung sowohl des Themas, wie des Redners Herrn Pfarrer Lic. theol. Weber aus M.-Gladbach, nicht geringe Erwartungen. Im Mittelpunkt steht natürlich der Festgottesdienst, der am Dienstag abends G1/^ Uhr, in der Stadtkirche gehalten wird. Da er durch den Gesang des Kirchengesangvereins und der Knabenchorschule geschmückt sein wird und Herr Professor D. Drews predigen wird, so wird er, wie wir hoffen, dem Feste die rechte Weihe geben. **DerEisenbahnverein hielt am Samstagabend eine Generalversammlung ab, welch« sehr schwach besucht war. Der Vorsitzende, Eisenbahn-Bau- unoBetriebsinspektor Schmidt, eröffnete die Versammlung um 9y< Uhr. Auf der Tagesordnung stand der einzige Punkt: „Anschluß des Eisenbahnvereins Gießen an den Verband der Staats-Eisenbahnvereine im Direktionsbezirk Frankfurt a. M., welcher einstimmig angenommen wurde. Die von dem Verbands- Vereine bereits gegründete Zeitschrift ,/Verbands-Zeitschvist der Staatseisenbahnvereine", welche einmal im Monat erscheint, erhält jedes Mitglied von den Dienststellen-Vor- stehern unentgeltlich zugestellt. Es werden darin wichtige Fragen von allgemeiner Bedeutung erörtert, Einrichtungen im Interesse der Beamten und Arbeiter besprochen. Ferner sollen Nachrichten aus dem Vereinsleben, Berichte über Festlichkeiten und Ausflüge aufgenommen und Todesfälle von Mttgliedern bekannt gemacht werden. Erörterungen über dienstliche Angelegenheiten, sowie politische und konfessionelle Fragen sind in der Zeitschrift ausgeschlossen. Nach Schluß der Versammlung hielt ein Vertreter der Gesellschaft „Maggis Suppenwürze" einen Vortrag über den Nutzen und die Verwendung von Maggis Suppenwürze, wobei an jedes erschienene Mitglied eine Probe, die aus einer Tasse Bouillon und einem Teller Erbsensuppe bestand, abgegeben, was ganz vortrefflich, mundete. Die Versammelten unterhielten sich, noch einige Zeit gut zusammen. — Auchi in diesem Jahre wird der Eisenbahnverem den Geburtstag Sr. Kgl. Hoheit des Großherzogs festlich begehen. Am Samstag, den 28. November, abenos 8 Uhr, wäden sich die Vereinsmitglieder mit ihren Damen bei Eingesandt. (Für Form und Jnhau amu umei dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Ihrem Herrn Mitarbeiter wäre also eine revidierte Faust-Ueberarbeitung lieb; da muß ich! doch schon bitten, mich unverfälscht und unver-bessert(?) zu nehmen, wie ich bin! Gerade die Ausführungen Ihres Mttarbetters rn Nr. 258 zeigen doch, wie schön noch alles stimmt, was ich in meinem Faust geschrieben: denn wie trefflich paffen nicht da meine Zeilen als Motto, wie passend liegt in ihnen der Kern seiner Ausführung^! Oder sagt er nicht )asselbe wie ich mit den Versen:, „Der Geist der Medizin rst lerchi zu fassen; Ihr durchstudiert die groß' und kleine Welt, Um es am Ende gehn zu lassen, Wie's Gott gefällt." Freilich legte ich diese Worte dem Teufel in den Münd; doch, läse er die Ausführungen Ihres Schülers — Verzeihung! — Mitarbeiters, so müßte er doch zweifellos an diese alten Worte erinnert werden. Der gute Eckermann war auch, so ein Schüler — Doch! nun einmal ernstlich zur Sache! Sehn Sie, schpn 1831 habe ich gelegentlich an Jacobi geschrieben: „Die Menschen werden durch Gesinnungen geeinigt, durch Meinungen getrennt Die Freundschaften der Jugend gründen sich aus's Erste, an den Spaltungen des Alters haben die Letzteren schuld. Würde man dies früher gewahr, so würde man viel verträglicher fein und würde das durch Gesinnung wieder zu sammeln fudjien, was die Meinung zersplittert bat" Ihr Herr Mitarbeiter hat offenbar eine vortrefflich«? Gesinnung, er möge sie mir auch zugestehen und fine ira et studio ausnehmen, was ich ihm hier zu erwidern habe. Im Streit um die Wahrheit! — Zunächst einmal freut es mich zu bemerken, daß wir im Gru n d e ziem- lich einig sind: Die Natur heilt, der Arzt hat nur dafür zu sorgen, daß diese Heilung unterstützt, daß aus dem Weg geräumt werde, was sie hindert Tie Verhältnisse sind fast bei jedem Kranken verschieden: „wir können eben ntd)t die Krankheit, sondern müssen den Kranken behandeln!" Sehr richtig! Nur liegt, bäucht mich, ein Keiner Widerspruch darin, wenn gleichwo^ Schönthan und Koppel-Ellfeld, in Szene mit den Damen Hohl, Hellberg imd Fischer sowie den Herren Direktor Steingoetter,Haag, Teleky, Tamke in Hauptrollen. Der Jndendant des Groß. Hostheaters Oldenburg, Exzellenz von Radetzky-Mikulicz, wird der Vorstellung beiwohnen, da er eins unserer ersten Mitglieder zu ehen wünscht. — Die „Don Carlos" Vorstellung, die zur Erinnerung an Schillers Geburtstag auf Dienstag den 10. Nov. geplant war, ist im Interesse einer sorgfältigen Vorbereitung auf den nächsten hiesigen Spieltag, aus Freitag den 13. Nov. verschoben worden, und zwar gelangt Schillers Werk als 3. Volksvorstellung zur Aufführung. Langgöns, 7. Nov. Verhaftet wurde hier heute vormittag der steckbrieflich verfolgte Agent Josef Schreiber aus Sindlingen, zuletzt in Frankfurt wohnhaft. Schreiber war am 23. Oktober vom Amtsgericht Laubach zu einem esängnis verurteilt worden, brach jedoch am 25. Ok- I dem Gefängnis zu Laubach aus. Trotz eifriger Ver- — Die „Nordd. Allgem Ztg." schreibt: Die jüngsten Begegnungen der Kaiser Wilhelm und Nikolaus unter Teiln^chme des ReiclOkanzlers Grafen Bülow und des Grasen Lamsdorff haben einen sehr herzlichen Verlauf genommen und auf beiden Serien höchst be friedig end e Eindrücke hinterlassen. Sie boten Gelegenheit zu vertrauensvollem Gedankenaustausch über politische Fragen. Der Wert dieser Aussprache ist ohne Deutelei darin zu erblicken, daß sie die Bürgschaften für die Erhaltung des Weltfriedens vermehrt hat In dem Verhältnis zwischen Deutschland und Rußland bekräftigen die Wiesbadener und Darnistädter Tage abermals, daß die Beziehungen von Dlonarch zu Monarch von Regierung zu Regierung so ungetrübt gut sind, wie es die persönliche Zuneiguug der Herrsckrer, die wechselseitige Wertschätzung der Staatsmänner und nicht zuletzt das Fehlen aller und jeder politischen Streitpunkte zwischen beiden befreundeten Nachhavreichen möglich machen. — Den Morgend lättern zufolge wird im Reichs Po flamt wie früher wahrscheinlich noch im November eine Konferenz stattsind en, in der einzelne Fragen aus dem Gebiet des Post- und Telegraphenwesens mit den Vertretern der Handels- und Jndustriekreise besprochen werden sollen. — Ter wegen seiner Kritik eines als Zeugen von dem Breslauer Sck-ösfengericht ausgetretenen Gendarmen von seinen richterlichen Funktionen suspendierte Gerichts-Assessor Simon erklärt in einer Zuschrift an das „B. T.", daß er sich in einer Broschüre gegen alle Angriffe verteidigen lverde, sobald er sein bereits ein gereichtes Entlassungsgesuch bewilligt und seine Zulassung als Anwalt erhalten habe. , München, 7. 91ov. In der heutigen Sitzung^ der 2. Kammer erklärte Kriegsminister FTHr. v. Asch, die Soldat e n mi ß h a n d l nn g e n hätten sich wenigllens in Bayern nicht vermehrt, leider aber sei auch keine Abnahme zu konstatieren. Alle seine Anstellungen und Bestrebungen, sie einzuschränken, seien nicht aus fruchtbaren Boden gefallen. Er werde mit aller Kraft dahin wirken, Mißhandlungen hintanzuhalten. Ter Minister hebt hervor, daß aus den Kasernen unter allen Umständen parteipolitische Umtriebe, von welcher Partei auch immer sie kommen mögen, ferngebalten werden niüßten. Bemerkenswert i)t auch das Urteil des Ministers über die viel bemängelten Recker- attacken. Im künftig en Kriege würden, führt er ans, besonders zu Anfang große Kavalleriekörper aufeinander stoßen, und man müsse die Kavallerie daraus vorbereiten. Die s 0 z ia Idemokratische Fraktion wird folgenden Antrag zum Militäretat einbringen: Die Kammer wolle beschließen, das Kriegs Ministerium zu ersuchen, dahin zu wirken, daß Offiziere und Unteroffiziere, deren Mitschuld, sei es durch aktive Beteiligung, |ei es durch Mangel an pflichtgemäßer Aufsicht an systematischen Soldatenmihhandlitngen nachgewiesen ist, u n n a ch s i ch t - lich aus dem Heere entfernt werden. Konzert, Theateraufführung, Gesangs- und deklamatorischen s a m m l u n g Vorträgen im neuen Saalbau versammeln. zur Wrhru„ , . , - . . ** Der evangelische Arbeiterverein hatte y^te, wurde nach einem Referat des Stadtr. Nessel folgende gestern für den diesjährigen Winter seinen ersten Vortrags- Resolution einstimmig angenommen: im Swdt- abenb !m Vereinssaal bei Sauer veranstaltet. Es spracht , 1-----r---- vor gefülltem Saale Privatdozent Dr. K'oeppe über ba£ Verhallen bei Erkrankungen bis zur Ankunft des Arztes. Die Ausführungen brachten eine Fülle des Interessanten und Nützlichen aus einem für jedermann wichtigen Gebiet. Der Vortragende erläuterte u. a. an Beispielen ans der Praxis, wie oft leicht vermeidbare Unzuträglichkeiten entstehen durch die Art, wie der Arzt gerufen wird, durch ungenügend informierte Voten, durch leicht übertriebene Eile, welche den Tagesplan des Arztes zerreißt, den Arzt ablenkt von anderen, wirklich dringenden Fällen und durch Sondergang des Arztes erhöhte Kosten verursacht. Der Vortragende sprach dann über ben Punkt: Wie sind Erkrankungen zu erkennen, namentlich bei Kindern und speziell bei Säuglingen, welch letztere eine besondere Aufmerksamkeit der Mutter erfordern. Da die verfchiedeniten Krankheiten mit gawzf ähnlichen Symptomen austreten, so ist nur dem ge,chulten, erfahrenen Fachmann möglich, durch weitere Nachforschungen eine richtige Diagnose zu finden, nach welcher eine zweckmäßige Behandlung einzusetzen hat. Bei stürmisch eintretenden Erkrankungen beschränke sich der Laie darauf, die Symptome, Fieber, Krampf, Schmerzgefühl zu lindern, bis der Arzt eingetrossen ist. Nach dem Vortrage erhielten aus dem Zuhörerkreise geftellte Einzelfragen sachkundige Erläuterungen. Es zeigt sich auch hier die Neigung des Laien, ans austretenden einzelnen Symptomen sofort auf eine bestimmte Krankheit zu schließen, die er unter ähnlichen Erscheinungen bei sich oder anderen auftreten sah, um dann freigibig mit Ratschlagen und Anwendungen zu sein, die in bester Meinung geschehen, doch leicht gegenteilige Folgen herbeiführen. Der geschulte Fachmann sucht vor allem die richtige Diagnose unb handelt bann aus bestimmten Gründen. In fesselnder, an Beispielen leicht verständlicher Weise legte dies der Vortragende dar und erntete am Schluß lebhaften Beifall der Zuhörer. cs fällte heute die 3. Eioilkammer das Urteil, welches auf Telephonischer Kursbericht Tendenz: schwächer. . 26.60 . 91.60 3% Mexikaner . . 4,?2,7q Chinesen . * Electric, bchuckert . Nordd. Lloyd . . Kreditaktien . Dißkonto-Kommandrt, Darmstädter Bank . Dresdener Bank . . Beniner Handelsges. Oesterr. Staatebahn . Lombarden • • • Gotthard bahn . . . Lanra nütte . • . ♦ Bochum . . , » . Harpener . . . . 103.70 52.70 32.25 37J5 145 00 43.70 4150 3Ya% 3n/0 3V,»/o 3% 3W/o | HOUBEN’S _ 'GASHEIZOFEN Herr Oberstabsarzt Br. med. B. in B. schreibt: Bei Ausschlägen am Körper und an beiden Beinen habe Obermeyer's Herba-Seife verwandt rmd war über die rasche Heilung erstaunt. Herba-Seife z. h. Apoth., Trog. Pars. . 105.00 . 211.30 . 195.00 . 143.75 . 154.20 . 163.00 . 143.30 . 17.90 . 190.50 . 237.75 . 186.00 . 20L20 4-6 Ungar. Goldrente . 4°/ Italien. Rente . . 4\\% Portugiesen . . , S®/, Portugiesen. . . . 1% C. Türken . . . Türkenlose..... 4% O riech. Monopol.-Anl. 4l',% äussere Argontiner btmbelf wiewobl wir vber 75*000 iin Gebraych Sport. Paris, 8. Nov. Bei drr B e r g w e t t f a h r t d e r M o t or- wagen, welche heule bei Gaillon im Departement Seine et Oise latlsand, wurden zwei Fahrer, Tanjan und Lambart, deren Wagen in den Straßengraben geschleudert wurden, getötet; außerdem wurde em Fahrer lebensgesährlich und einer schwer verwund en_______ ____. Gerichtssaal. Wiesbaden, 7. Wov. ju den: Prozeß der französischen Chautpagn".rstrma Nioet u. Ehandon gegen die Firma Söhnlein u. Go. tn Schlerstein auf Schadeners atz von 1 Million Neueste Mewaugen. Köln a. Rh., 9. Nov. In der vergangenen Nacht kam es in der Poststraße zwischen einer Anzahl Burschen zu einer Schlägerei, in deren Verlauf zwei Burschen im Alter von 18 Jahren durch Messerstiche getötet wurden. Andere erlitten leichtere Stichwunden. Brieg, 9. Nov. Die Strafkammer verurteilte den 26- jährigen Lehrer Baumert aus Thomaskirch wegen SütlichkettS-Verbrechen an Schulkindern in zahlreichen Fällen zu 5 Jahren Zuchthaus und 10 Jahrm Ehrverlust. Paris, 9. Nov. Der 40 Kilometer-Wettlauf in der Umgebung von Paris endete unter 1000 Teilnehmern mit dem Siege von Härtet, der die Strecke in 2 Stunden 5 8 Min. zurücklegte. — Aus der Pnnzenpark-Bahn trugen die Modistinnen eine Wettlaus-Meisterschaft über 300 Meter aus. Siegerin wurde Mademoiselle Irene Bor- donni, die die 300 Meter in 43 Sekunden durcheitte. Sie erhielt ein Luxus-Fahrrad sowie 200 Francs. 400 Modistinnen waren am Start erschienen. — Bei dem Radrennen auf der Prinzenpark-Bahn gewann Piard das Hauptfahren vor Mathieu und Millo. Wien, 9. Novbr. In der zweiten österreichischen Frauen-Konserenz der sozialdemokratischen Partei, an welcher über 30 Organisationen aus Wien, 19 Delegierten aus der Provinz, sowie mehrere Gäste aus dem Auslande teilnahmen, wurde eine Resolution beschlossen, die Regierung sei aufzufordern, die Einführung des Achtstund en- Arbeitstages für Frauen auf gesetzlichem Wege festzulegen. Ferner sei der Ausbau von Konsumvereinen vorzunehmen, damit die Bestrebungen der gewerkschaftlichen und politischen Organisationen die wirtschaftliche Befreiung des Proletariats unterstütze. Reichsanleihe . . 102.20 do. ... 90.95 Konsole «... 101.90 do.....90.90 Hessen .... 100.25 Oberhessen . . . 100.00 gehandelt habe, sondern im guten Glauben berechtigt gewesen sei, anzunebmen, daß tatsächlich Rheingold-Sekt bei der Taufe der Rasier Pacht Meteor verwendet worden sei. Hierin fer oic chrma noch besonders durch das seinerzeitige Telegramm d^ damaltgen deusichen Botschafters in Washington, von Holleben, bestärkt wor- 4% Oesterr, Goldrente . 102.45 verra! Auch ich habe es ja längst einmal gesagt, als ich noch mit dem wackeren Schiller korrespondierte: „Die Welt will nicht so schnell vorwärts!" nnd so werden wir uns noch gedulden müssen. Hier erlauben Sie mir noch einige Morte über die sogen. Krankheitserreger! Ich will dabei zunächst ganz außer acht lassen, daß viele Umstände dafür sprechen, daß man hier überhaupt Ursache und Folge verwechselt, daß man es mit Urzellwesen vielleicht zu tun hat, die sich sehr verschieden entwickeln, je nachdem auf welchen Nährboden sie geraten; ich will nur einmal gmiz einfach diese Annahme vom Standpunkt der Logik betrachten. Pettenkofer hat bekanntlich am eigenen Leibe bewiesen, daß er trotz massenhaften Trinkens von Cholerakulturen nicht erkrankte, und es ist eine bekannte Tatsache, daß der Lösflersche Diphtheriebazillus häufig im Munde ganz gesunder Personen gesunden wurde. Dergleichen Erscheinungen gibt es noch viele, und Ihr Herr Mitarbeiter gibt ja auch zu, daß es sehr viel aus die Umstände ankomme, die bei jedem Kranken verschieden sind. Wenn nun trotzdem bestimmte Bazillen alS bie Ursache zu bestimmten Krankheiten bezerchnet werden, so läßt man wieder außer acht, ,st>aß man tatsächlich zwei Fälle der gleichen Krankheit fast nie miternander ver- gleichen kann", und das liegt daran,, daß man auf der Seite der angeblichen Ursache falsch isoliert hat. Ein isoliertes Geschehen, z. B. also das Eindringen von einer Anzahl bestimmter Bazillen wird nur dann immer ein und dieietbe Wirkung haben, wenn auch das infizierte Subjekt in allen für diesen Kausalzusammenhang wesentlichen Be- Liehungen gleichermaßen bestimmt ist. Eben diese Bestimmtheit wird aber jalscherweije stets als gleichgiltig be- bet 9). rei* St Stadt. ■ St dar 'Se. iÄ >°se ftoru-S iS“ Wch-N m C ' ‘rieten As uaa) dem vm, »hiL ’2r'"fe „ einen Lcheu “niS^n8® der •*" hei zu be- lauIin, am ÄlM. " 7 Sritidten tma '^I'chtMng herq^ U1 »” der UnglÜLs- wh Von dort aus •n ichreiot dem „K. Niü-e^sqein- -c und in iveißem i oorl viel von sich lnjien Hintergrund, un, das mit einem hsl heiraten wollte, rutigams und seine es in plötzlicher i Ellern eullies und i herumllieb, 1vobei mit der Axi aus den Mjs HWe er- iste fassen und ihren M sie sich jetzt be- nb früher bei ben yiatnon m unserem esmai gerade das gesinnten Landrai trat sind Bünnni- lalxonÄtiaU Ge- Sckrelcrr des Bundes mzetzentzestelll. Füi Lg 3-4 Lersamin« jten abhält, ist nun icke eingetrosten, hmittag zerjlöck ein >ren Pulvemagnzins, Scheune und W* Binnen kurzem stand nur mit aller Mhe überliegenden ^aseme oas "in»1“««»*? t: der Glaube an, wenn auch nur wenige spezifische ' Mittel aufreck)terhalten wird, und wenn exempli gratia ! von der Lungenentzündung gesagt wird: ,chaß diese Krank- . heit neun Tage dauertt"--Denn: beides setzt voraus, 1 daß doch, die Krankheit ohne Ansehen der Person sozusagen : behandelt werde, im letzteren Falle riMiger gesagt: „es gehn zu lassen, wie s Gott gefällt!" Trotz oer nun als „sympto- : malisch" bezeichneten Behandlung int letzteren Falle, liegt > doch, ein gewisser Nihilismus in dieser Anschauung, die Ihr Mitarbeiter da verteidigt, wenn er sagt: „daß in dieser Zett eine wesentliche Besserung nickst zu erwarten ist". — Es gibt ja noch heute eine große Menge Aerzte, die bei Maseru, Scharlach usw. sich darauf beschränken, anzu- ordnen, der Patient müsse so und so lange &u Bett, ja womöglich noch offene Fenster, Bäder oder Ausschläge, ja sogar Wassertrinken verbieten! Ja, man hat es ja auf der Universität nicht besser gelernt, da dort die retn physikalisch-diätetischenH^ttuteihoden trotz Prießnitz, Wiuternitz, Schweninger, Lahmann usw. fein Heimatrecht erhalten haben, und ich darf Ihnen versichern: es ist viel schwerer, den Geist dieser Heilmethode zu fassen, als den der Allopathie! Letztere behandelt eben doch ohne Ansehn des Kranken seine diagnostisch festgestellte Krankhett oder Symptome, indem sie ein oder das andere Medikament dagegen verschreibt, höchstens in der Dosierung auf individuelle Umsiäüde Rücksicht nimmt; dagegen können insbesondere Wasseramvendungen und Diät nur in aller- strengster Individualisierung richtig angewandt werden, dazu gehört aber eine reiche Ersahrurtg, die bei den heute noch, an den Universitäten herrschenden Verhältnissen der studierte Arzt nur in den sellensten Fällen besitzt. Jene symptomatische Behandlung, von der Ihr Herr Mttarbetter spricht, sticht eben von der anzustrebenden individuellen, sagen wir: hygienischen Behandlung doch noch gar sehr ab, wie ja schon daraus hervorgeht, daß letztere sich eben gegen die Umstände wendet, welche Ihr Herr Mitarbeiter in Gegensatz zum Arzt und seiner Kur stellt, nämlich: sonst gesunder oder bereits geschwächter Or- gantsmus des Kranken, Konstitution, Lebetrsweise, Beruf, soziale Lage rc. rc. Das ist in der Tat ganz etwas anderes, als wenn Ihr Mitarbeiter schreibt: verbts „Die Symptome — werden — bekämpft rc.", das ist viel mehr und ich hoffe, Ihr Herr Mttarbetter wird dereinst noch sehen, daß man doch, ein gut Teil mehr erreichen kann, als er heute zugeben mag. Und einer der Grundsteine für solche hygienische Behandlung ist die Ivgienische Aufklärung derer, die es in erster Linie angeht, o. i. aller Menschen! __ Nicht als ob jedermann durchaus sein eigener Arzt werden sollte oder auch nur könnte: Aber so gut wie ^ntt erwarten, daß jedermann genügend aufgeklärt den kann, um keine strafwürdigen Vergehen zu begehen, so gut sollte es doch wohl zu erreichen sein, daß jedermann einigermaßen gesund zu leben weiß! In dieser Hinsicht ist ja durch Generationen hindurch wenig oder nichts geschehen und wtt stecken noch in den Kinderschuhen, was hygienischen Jugendunterricht angeht. Das ist nun unter den obwaltenden Umständen sogar als ein Segen arizusehen; denn die wahre Erleuchtung beginnt eben erst leise anfzudämmern und zum Ausklären gehören vor allem aufgeklärte Lehrer! Wo hätte man die hernehmen sollen? Der moderne MediHinaverglaube säße noch fester in den Köpfen, als er leider sowieso schon drm sitzt. Und das hat alles so natürliche Gründe! Die ganze Weltgeschichte zeigt es uns ja: überall haftet man jo lange am Alten, Hergebrachten, bis es damtt durchaus nicht mehr geht. Memand.befrett sich leicht von alten eingewurzelten Gewohnhetten, und da hört sich die Botschatt so schön an, daß dies auch gar nicht von noeen sei, es gehe mit den liebgewordenen Gewohnheiten, ein Pülverchen oder bergt, das helfe schon! Und gar je tzt, wo man spezifische Krankheitserreger, die als heimtückische Feinde der Aienschhejtt betrachtet werden, mit fpeziftia)KM Mttteln zu verjotgen trachtet, wo man die wahre Hygiene gering schätzt, wo ein Behring verkündet, in Zukunft würden Lungenheilstätten usw. entbehrlich sein, werl eine Schutzimpfung alle anderen Maßnahmen entbehrlich machen werde, — mtt dieser hygienischen Aufklärung würden wtt schön in den Sump^ geraten! Nein, was wtt wünschen müssen, das ist prac- tische Hygiene im Sinne Stickers (). Gesundheit und Erziehung), also Reinlichkeit, Mäßigkeit, Ab- stinenz, Keuschheit, gesunde Wohnungen und Lu st, Licht rc. rc. Die Anfänge srnd da, unterstützen wir sie, weisen wir immer wieder auf die Sck>äden, deren Abstellung möglich ist und vertrauen wir, daß damit noch unendlich viel zu erreichen ist, ja daß es da kaum eine Grenze geben durfte! Was durch Vegetarismus, d. t eine der menschlichen Natur gemäße Lebensweise zu bessern ist, entzieht sich ja zur^ett noch der Beurteilung, da wir dann! noch in den ersten Anfängen stecken. Vielleicht kennt Ihr Herr Mitarbeiter wenigstens das Buch von Albu über den Wert der vegetarischen Diät für Krankenbehandlung; es ist ja ein Privatdozent der Medizin, und nicht einer bex vielgeschmähten Laien, der das geschrieben hat, übrigens ohne der vegetarischen Diät prinzipielle Berechtigung zuzuerkennen. Mr wollen ja alle nur die Wahrhett: Qur vivra iviaitte. fc. Frankfurt a. M., 9. Nov. (Orig.-Telegr. des „Gießen Am.") AmUlche Notierungen der heutigen Fruchtmarktpreise. Weizen Nck. 16.25—Oo.OO, Kurhejssicher Mk. 16.50—00.00, La Plata Mk. 17.00—18.00, Kansas Mk. 17.00—18.00, Roggen (hiesiger) Mark 13.25—00.00, Gerste (Wetterauer) Mk. 15.25—15.50, Franken- ielder Nck. 16,00—16,25, Hafer Mk. 13.00—13.75, Mais DU. 12.50—12.75, Weizenmehl 0 NU. 25.7o—26.25, 2. Oualität NU. 23.75 bis NU. 24.25, 3. Qualität NU. 21.75—22.25, Roggenmehl 0 DU. 22.00—22.50,1. Qualität NU. 19.25—20.25, Weizenkleie NU. 8.75 bis Nik. 9.00, Roqaenkleie NU. 9.75—10.25, Maiskeime NU. 10.25 bis NU. 9.00, Franken, Pfälzer, Ried NU. 00.00—000.0. Alles per 100 Kg. ab hier. _ , ic. Frankfurt a. M., 9. Nov. (Telegr. Ong.-Bericht deh Gieß. AnzU). Amtliche Slotierungen der heutigen Viehmarktpreise. Zum Verkaufe standen: 432 Ochsen, 188 aus Oestreich, 51 Lullen, 5 aus Oestreich, 714 Kühe, Fersen, Stiere und Rinder, 0 aus Oestreich, 206 Kälber, 483 Schafe und Hämmel, 1385 Schweine, 0 Ziegen, 0 Ziegen-, 0 Schaflämmer. Bezahlt wurde für 100 Pfund Schlachtgewicht: Ochsen 1. Qualität 73—75 NU^ 2. Qual. 68—70 NU., 3. Qual. 63—65Nlt.; Bullen 1. Qual. 65 bis 67 NU 2. Qual. 63—64 NU.; Kühe 1. Qual. 65—67 Nck^ 2.Qual. 61—63 DU., 3. Qual. 51—53 NU, 4. Qual. 48—50 NU., 5. Qual. 00—00 NU. Kälber: 1. Qualität83—85 Pfg., Lebendgewicht 52—54 Pf., 2. Qual. 75—80 Pfg., Lebendgewicht 45—47 Pfg., Schlacht- qewicht 61-64 Pfg., Schafe: 1. Qual. Schlachtgewicht 66—68 Pfg., 2. Qual. 56—58 Pfg., 3. Qual. 00—00 Pfg«; Schweine L Qual. 56—00 Pfa., Lebendgew. 44 Pfg., 2. Qual. 54—55 Pfg., Lebendgewicht 43—00 Pfg., 3. Qual. 40—48 Pfg., Lebendgewicht 00—00 Pfg. — Hornvieh gut, Ueberstand unbederäend; Kleinvieh kein Ueberstand. alles getan ist! Sott ich Ihnen solche Einflüsse noch besonders anf- zählen, so ist vor allem auf den Alkoholismns, den Tabak, Warcottca aller Art: Kaffee, Tee rc., scharfe Gewürze, Fleischgifte, schlechte Luft, llnreinlichkett, mangelnde Hautpflege, zu langsamer Stoffwechsel, brachliegende Verdauung aus sehr vielen Gründen hinzuweisen, ein Feld von fast unübersehbarer Größe. Die ganze soziale Frage tut sich manchmal vor mir aus, wenn ich das alles Überdenke. Mtt Pattiativrn ittelchen a la Allopathie ist da auf die Dauer mkd gründlich überhaupt nicht zu Helsen. Stt sehen, sehr geehrter Herr Redalleur, daß ich mich hier oben in meinen Mußestunden auch manchesmal mit diesen Dingen beschafllgt habe und keineswegs um 75 Jahre hinter der Zett zurückgeblieben bim Ihr Herr ärzllicher Mttarbetter möge nur zusehen, daß er die Heilkunde der Zukunft recht bald erkenne, und da mag er beachten, daß es kein Gebiet gegeben hat, das nicht von Außensetten befruchtet worden wäre, urid zwar gerade da, wo man so recht aus den Abweg zu kommen drohte! Zum Schluß erlauben Sie mir noch meinen Bruder in Apoll, Nietzsche, zu rufen und mtt ihm zu bekeitnen: „Wenn ich bie Wahrheit habe, so muß der Sieg unvermeidllch mir zusallen; andernfalls werde ich nicht weniger unvermeidlich unterliegen. Und da ich nur eines will, nämlich den Triumph der Wahrheit, so werde ich mich meiner Niederlage ebenso freuen, wie meiner Siege." Wtt wollen alle die Wahrheit, das sei unsere Gesinnung! Unsere Ansichten mögen noch so sehr gegeneinanderstehen, in diesem Ziele werden sie sich schließlich einen, und so weit im Fernen unser Ziel auch immer noch liege, wir wollen ihm vertrauen, anderersetts uns nicht verleiten lassen, es pberellt erreichen zu wollen; da kämen wtt am Ende nur auf neue Holzwege! Ihr Ergebener. Vermischlls. * Mörfelden, 7. Nov. Der hier angestellte S t a * tionsausseher Konrad Karl ist wegen Schwindeieren flüchtig geworden. Er hatte durch Fälschung des Datums auf Rückfahrkarten, die er bann wieder verkaufte, 800 'Mark unterjchlagem * Berlin, 8. Nov. Der Prozeß gegen die Gräfin Kioilecki wird das Schwurgericht vorausjichtllch noch zwei Wochen beschäftigen. Brs zum letzten Verhandlungstage am F-reitag waren insgesamt 112 Zeugen vernommen mordendes sollen nun noch etwa 100 Zeugen gehört werden. Man hofft, !d«aß die Beweisaufnahme, falls keine unvor- l^ergesehenen Zlvisch^nsälle eintveten, am Ende der nächsten Woche ihren Abschluß sinden wird. * Essen (Ruhr), 8. 9Lov. Heute nacht 12 Uhr wurde in der Borbefterstraße der Kutscher August Berger von einem 17jährigen Dachdeckergejellen Namens Thürten ermordet. Der Mörder floh auf die Dächer der in der Borbeckerstraße gelegenen Häuser mrd mußte von der alarmierten Feuerwehr heruntergeholt werden. Berger hatte Thürken und zwei Mitschulbige wegen eines an ihm begangenen schweren Diebstahls, weswegen einer der beiden Genossen Thürtens zu sieben Monaten Gefängnis vemrtellt worden war, angezeigt. Die beiden Geiwssen Thürtens wurden ebenfalls verhaftet. Die Untersuchung muß ergeben, ob ein Komplott vor liegt. Dem (Srmoräeten wurde durch 16 Stiche, bei denen das Messer durchgezogen wurde, die ganze Brust zerfleischt. * Krefeld, 7. 2tov. Wegen Unterschlagung bedeutender städtischer Gelder wurde Stadtrentmeister Schulz verhaftet. Derselbe stellte sich selbst der Behörde. * Paris, 8. Nov. Die Lebedame Marguerite de Mehr an in ihrer Wohnung im Bezirke Batignottes erdrosselt aufgefunden. Ob Mord oder Selbstmord vorliegt, ist noch, zweifelhaft. Der Leichnam wurde erst sun Tage nach der Tat durch den in die Wohnung eindringenden Hausbesorger entdeckt. * Clermond ger raub, 8. Nov. Gestern entstand in der hiesigen Kathedrale während einer Trauung eine Panik. Man bemerkte nämlich in der Kirche ein Gesäß mit einer brennenden Lunte. Die angebliche Höllenmaschine wurde mit größter Vorsicht entfernt. Die Untersuchung ergab, daß dieselbe absolut ungefährlich und nur mtt etwas Pulver und Pupier gefüllt war. ben. _ , Mannheim, 7. Nov. In dem Prozesie wegen Zusammenbruchs der Akt-Ges. für chemische Jndustrre wurde das Urteil gefällt: Böhm wurde zu 2 Jahren 3 Monaten Ge- fängnts und 3000 NU. Geldstrafe oder 34 Wochen, Henninger zu 9 Monaleu Gefängnls und 150 NU. oder 10 Tage verurteilt« Bei beiden wird die Untersuchungshaft voll angerechrret. Holland und Kohlstock wtirden freigefprochen. Billige Strumpf-Tage Reinwoll. Damen-Strmnpfe, und Spitze verstärkt Lik. 1* Eigene mechanische Strumpffabrik. 8386 von Montag, 9. November bis Sonntag, 15. November. Herren-Socken, gestrickt, fn reiner Wolle » -HS bestrickte, wollene Damen-Strümpfe, englisch lang, 50 ptg. nnd 65 Pfg. Gestrickte Herren-Socken 20 Pfg. etc. Kinder-Strümpfe, gestrickt, in reiner wolle » -.20 bis Lik. 2.50 . „ 2.60 . » 1.90 A. Holterhofff Söhne- Giessen, Seltersweg 20. ->unge, unabl)äiiflige Krau oder V Mädchen auf soiort gestlcht. Bletchftraße 7. Wilhelm Meyer. 8387 Gießen, 9. November 1903 Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei unserem schweren Verluste faojt innigsten Dank Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: E * E. 05617 Gießen, den 9. November 1903. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei der Beerdigung unseres unvergeßlichen Gatten, Vaters, Großvaters und Schwiegervaters Kaspar BSandller sagen aufrichtigsten Dank Die trauernden Hinterbliebenen. Messest d. 66er j. Vereins s. innere Mission zur Feier seines 85 jährigen Bestehens am 10. und 11. November zu Gießen. Dienstag, den 10. Nov. im oberen Gemeindesaal, Kirchstraße 9; vorm. IO1/, Uhr: Versammlung des Verbandes der Oberhess. Erziehungsvereine; nachm. 37, Uhr: Oeffentliche Sitzung des Vorstandes und der Synodalvertreter (Behandlung der Inneren Mission tm Religions- u. Konfirmandenunterricht. Ref. Pfr. Lic. Dr. Dieckmann aus Rodheim v. d. H.) Festgottesdienst in der Stadtkirche, abends 67* Uhr: Prof. D. Drews. Abends 87, Uhr freie Veriammlung in Steins Garten: Prof. D. Stamm, Pfr. Schlosser und Pfr. Lic. Weber aus München-- Gladbach. Mittwoch, den 11. Nov. vorm. 10 Uhr im Konfirmandensaal der Johanneskirche: Morgenandacht, Dekan Wagner aus Grünberg. Jahresversammlung. (Wie können Autorität und Pietät in unserem Volksleben wieder hergestellt werden? Nef. Pfr. Lic. Weber aus München-Gladbach.) 8150 Der geschäftsführende Ausschuß: Dornseiff. D. Drews. Euler. E. Kauffmann. Schlosser. D. Stamm. Waas. G. Windecker. ßlousen ♦ <$• Kostüm-Röcke » « » Unterröcke in denkbar grösster Auswahl. Kuder & Sonneborn Marktstrasse 25. «02z Darmstädter jluz. Inh.: Karl Bez. 05615 Dienstag den 10. November: ^Eetzelsuppe Vormittags Wellfleisch mit Kraut. Oelg-emälde-Verkaui Durch besondere Kaufgelegenheit war es mir geboten, Meisterwerke der Oelmaierei jetzt lebender Künstler zu erwerben und kann diese zu erstauultch steigen Preisen verkaufen, darunter Gemälde von Prof. Leon Fantas in Stockholm, Prof. Zlonfart in Parts, Prof. I. Acrmatli tn Rom, Prof. K. Hantier, Ag. Hietz, Stojanow, A. ZkapulcheK in Men. — Bitte um aeneiate Besichtigung. Auüstctlungslokal im Haufe deS Herrn Dr. Caesar, frühere Hirsch-Apotheke, LlarLtplatz. Ergebensl' 7918 Carl Leib Sen., Maler und Kunsthändler. Inhaber des Ehrendiploms der Münchener Kunstausstellung 1886. Aeiü-lagnai-me- Mrfügung. In der Untersuchungssache gegen den Äekruten Wilhelm Weller vom Landwehrbezirk Gießen wegen Fahnenflucht wird auf Grund der §§ 69 ff. des Militärstrafgesetzbuchs sowie der §§ 356, 360 der Militärstrasgerichtsordnung der Beschuldigte hierdurch für ahnenflüchtig erklärt und sein im Deutschen Reiche befindliches Vermögen mit Beschlag belegt. Darmstadt, d. 6. Nov. 1903. Der Gerichtsherr. gez. Freiherr von Gall, Generalleutnant und Diviflons * Kommandeur. gez. Linck, 8381 Kriegsgerichtsrat. Versteigerung. Dienstag, d. 10. Novbr. d. I., nachm. 2 Uhr, versteigere ich Neustadt 55 dahier gegen Barzahlung: L Kleiderschrank, Kommode, Sofa,vollständig. Bett, Nachttisch u. getragene Herren- und Damenkleider. 2. 2 Ladenschränke, Bleifiguren, 2 Sofas, Vertikow, 6 Rohrstühle u. s. w. Die Versteigerung zu 1 findet bestimmt statt. 8359 Born, Gerichtsvollzieher. 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