Nr. 237 Srschelst tSgttch außer Sonntags. Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem hessischen Landwirt die Gießener Familien» blätter viermal in der Woche deigelegt. ÄotattonSbrud u. Vertag der Brüh lachen Untver^Buch- u.Stem- brudevet (Mersch Erben) Äeöaftton, Expedttroa und DruckereO Gchnlstratze ?• llbrefle für Depeschenr Anzeiger Gieße». tzrrnsprechanfchluß Nr. 6L tBSHHHMBSMKffl™ Erstes Blatt. 1,53. Jahrgang Freitag L-. Oktober 1903 GietzenerAnzeiger General-Anzeiger w Amts- und Anzeigeblatt für den Ureis Gießen VezngSpretSr monallich75M^otertet- iährltch Mk. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch diePoft Mk. 2.-—viertel- jährl. auLschl. Bestellg. Annahme von Anzeigen für die TageSnununer bis vormittag» 10 Uhr. ZetlenpreiS: total 12 U awBtodrt» 20 Mg. Beravtrvortiich für den poltt and aflgenu Teil, v. ötHto: für , Stabt und 8anb* und .GerichtesaalAugust Götz; für den An- -eiqentetl: Hand Beck. Bekanntmachung. Das Proviantamt in Hanau kauft gegen Barzahlung Roggen in Waggonladungen von 200 Zentnern, Hafer in großen und kleinen Posten, Pferdeheu vom 1. Schnitt nach vorheriger Anfrage, weil die Unterbringungsräume zur Zeit knapp sind, Roggen st roh, mit dem Flegel, wie mit der Maschine gedroschen. Die Lieferungen haben frei Magazinhof Hanau auf Gefahr des Verkäufers zu erfolgen. Die Getreidearten muffen gesund, trocken, ohne Staub oder Sand, möglichst frei von Beisatz und gründlich gereinigt sein. Zur Beurteilung der Brauchbarkeit der Körnerfrucht ist die Einsendung von un- geschmeichelten Proben von reichlich x/4 Liter erforderlich. Wenn bei großer Entfernung die Lieferung mittelst Fuhre unmöglich ist, dann empfiehlt es sich, daß mehrere Landwirte sich zu einer gemeinsamen Lieferung per Waggon vereinigen und aus ihrer Mitte einen Vertrauensmann (Bevollmächtigten) wählen, der dann mit dem Proviantamt in Verhandlung tritt. Es ist vorteilhaft, wenn die Herren Bürgermeister selbst die Sache in die Hand nehmen und sich der kleinen Mühe im Interesse ihrer Landwirte unterziehen. Den Produzenten wird in jeder dienstlich zulässigen Weise entgegen gekommen; auf Wunsch werden Magazinsäcke zur Verfügung gestellt. Bei Bahnsendungen wird die Bahnftacht verauslagt, sowie die Abfuhr von der Bahn für Rechnung der Verkäufer übernommen; letztere kostet 6 Pfg. pro Zentner Körner und 15 Pfg. pro Zentner Heu oder Stroh. Die Adresse für den Frachtbrief ist: Hanau Nord. Auch hat der Ankauf von Hülsenfrüchten und Zwiebeln seitens der Konservenfabrik in Mainz begonnen. Etwaige Angebote sind an die genannte Fabrik oder an das Proviantamt Hanau zu richten. Geschäftsleute wollen ihre Adresse bei dem Proviantamt niederlegen, damit dieses direkte Aufforderungen übersenden kann. Jede weitere Auskunft wird bereitwilligst von dem genannten Amte mündlich wie schriftlich erteilt. Werden besondere Preisabmachungen nicht getroffen, dann gilt als Vergütung der jedesmalige Tagespreis des Proviantamts. Gießen, den 8. Oktober 1903. Großherzogliches Kreis amt Gießen- Dr. Breidert. UoMische Tagrs schau. Em Gesetzentwurf über Entschädigung unschuldig Verhafteter. Die Forderung der Entschädigung unschuldig Verhafteter ist unzählig oft in den Parlamenten zur Sprache gebracht worden. Daß die Verhängung der Untersuchungshaft die zu Unrecht davon betroffenen Personen nickst nur in gesellschaftlicher Hinsicht schädigt, sonoern auch empfindliche materielle Nachteile zur Folge haben kann, das ist üne zu alltägliche Erscheinung, als daß sie zu bestreiten n>äre. Bisher wurde aber immer die leidige Geldftage als das hauptsächlichste Hindernis einer solchen Reform ins Feld geführt. Das ist ein durchaus unzulänglicher Einwand. Die gesetzlichen Bestimmungen über die Haftpflicht eines Privatmannes für den Schaden, der einem andern auch nur durch ein fahrlässiges Verschulden erwächst, sind sehr streng, und es wird keineswegs darauf Rücksicht genommen, ob dem Ersatzpflichtigen die Erstattung schwer fällt. Das kostbarste Gut des Bürgers ist die Freiheit. Es ist in der Ordnung, daß der Staat, toemt er aus irrtümlichen Voraussetzungen dies Gut einem Bürger für kürzere oder längere Zeit nimmt, ersatzpflichtig gemacht wird. Das kann nach Lage der Dinge zunächst in einer angemessenen Entschädigung geschehen; aber es läßt sich weiter noch daran denken, daß eine amtliche Erklärung in der meistgelesensten Zeitung des Ortes den Makel von dem Verhafteten nimmt, dessen volle Unschuld sich heraus- gestellt hat, ein Makel, der jetzt in vielen Fällen die bedauernswerten Opfer eines Rechtsirrtums Jahre hindurch verfolgt. Daß „etwas hängen bleibt", dafür sorgen ja nur zu geschäftig Böswilligkeit, Klatschsucht oder Neid. Die hessische Regierung' nun erwirbt sich das hoch zu veranschlag ende Verdienst, den Anstoß zu der Inangriffnahme der R e s o rm zu g e b en. Die hessische Regierung soll bereits, wie man uns schreit, einen entsprechenden Gesetzentwurf imBundesrat e i n g e b r a ch r haben, und voraussichtlich werde der Bundesrat in allernächster Zeit dazu Stellung nehmen. Es ist dringend zu wünschen, daß der Entwurf die Mehrheit im Bundesrat findet! Denn auch das kommt nicht zuletzt in Betracht, daß die Einführung der Entschädigung un- schuldig Verhafteter geeignet ist, ein sicherlich sehr wirksames Vorbeugungsmittel gegen gewisse übereilte und unzureichend begründete Anordnungen zu bilden, wie sie zu wiederholten Malen die Oessentlichkeit und das Parlament beschäftigt haben. Die Prüfung der Frage, ob eine Ver- haslung vorzunehmen ist, wird im Hinblick auf die Ent- schädigungspflicht des Staates zweifellos mit verdoppelter Vorsicht und doppelt sorgfältiger Würdigung aller Umstände erfolgen. Damit ist ebenso der Rechtspflege wie der Freiheit des Bürgers gedient. Ein Attentat russischer Revolutionäre 7 Ein Eiserrbahnunfall ucy russischen Ministers des Inner^ v. Plehwe, den dieser auf der Fahrt von Ufa nach Tscheljabinsk erlitt, wird von dem geheimen Organ der südrus fischen Revolutionspartei „Iskra" („der Funre") als ein Werk der Ufa-Revolutionäre bezeichnet, die den Minister für die Grausanrkeiten bestrafen wollten, die er anläßlich der vorjährigen Unruhen in Ufa an zahlreiche Päffonen verüben ließ. Anfänglich bestand die Absicht, den Zug, mit dem der Minister reiste, durchs das Aufreißen der Schienen zum Entgleisen zu bringen. Ein Mitglied des Revolutionskomitees machte sich! jedoch erbötig. Die Entgleisung des Zuges sicherer und unauffälliger dadurch bewerkstelligen zu lassen, daß unmittelbar vor chm eine Viehherde über das Geleise getrieben werde. Der Vorschlag wgrde angenommen und durchgeführt. Die „Iskra" behauptet, der Minister des Jmrern sei zwar mit dem Leben davon gekommen, habe jedoch schwere Kontusionen erhalten; auch mehrere Passagiere und fast alle Mitglieder des Zugpersonals hätten Verletzungen erlitten. Deutsches Keich. Berlin, 8. Okt. Die Stadtverordnetenversammlung beriet den sozialdemokratischen Antrag, den Magistrat um Auskunft zu ersuchen, ob und welche rechtlichen Vorschriften bestehen, nach denen der Polizeipräsident von Berlin in der Lage sei, den städtischen Schwulen An- toeijungen über den Ausfall des Unterrichts zu erteilen. Oberbürgermeister Kirschner führte aus, daß die Schließ- ungderSchulen amParaoetag vomKaiserbe- fohlen worden sei. Der Polizeipräsident griff nicht aus eigenem Recht in den Schulbetrieb ein, er wurde nur vom Kultusminister mit/ Uebermittlung des allerhöchsten Befehls an die Schulen beauftragt. — Auf dem jüngst in Bonn abgehaltenen Deutschen landwirtschaftlichen Genossenschaftstag hat unser größter deutscher landwirtschaftlicher Genossenschafts- verbano, der über 10 200 Genossenschaften zählende Allgemeine Verband der deutschen landwirtschaftlichen Genossenschaften in Darmstadt eine Aenderung seines Namens borgeiwntmen. Um einmal Verwechslungen mit dem ähnlich lautenden, städtischen, von Schultze-Delitzsch begründeten Genossenschastsverbande zu vermeiden, dann weiter der Wrmsch, eine kurze, prägnante, die Ausdehnung auf das gesamte Reichsgebiet bezeichnende Firma zu führen, haben ihn bestimmt, die von ihm geführte Bezeichnung abzuändern. Er hat demgemäß die neue Bezeichnung: „Reichsverband der deutschen landwirtschaftlichen Genossenschaften" gewählt. ,— Der Bun desrat überwies in seiner heutigen Sitzung den Antrag Bremens wegen Abänderung der Aus- führungs'bestimmungen zu dem Gesetz betr. die Schlachtvieh- und Fleischbeschau vom 3. Juni 1900 und die Fleischbeschau-Zollordnung dem zuständigen Ausschüsse, ebenso den Antrag Preußens auf späteres Inkrafttreten von Vorschriften des Gesetzes betr. weitere Abänderungen des Krankenversicherungsgefetzes vom 25. Mai 1903 für die preuß. Knappschaftskassen den zuständigen Ausschüssen. Ferner wurde denselben überwiesen: die allgemeine Rechnung über den Landeshaushalt für Elsaß- Lothringen sür das Rechnungsjahr 1898, der Entwurf von Ausführungsbestimmungen zu dem Gesetze betr. Bekämpfung gemeingefährlicher Krankheiten vom 30. Juni 1900 und der Entwurf betr. Ausprägung von 20 Mill. Mark in Kronen. — Die Breslauer So^ialdemokra ten verurteilten bei den Debatten über den Dresdener Parteitag den Revisionismus als den Interessen der sozialdemokratischen Partei zuwiderlaufend, erklärten aber, daß keine Ursache vorliege, dem Reichstagsabg. für Breslau, Eduard Bernstein, das Vertrauen zu entziehen, nachdem dieser die Dresdener Beschlüsse öffentlich als bindend anerkannt hat. Dresden, 8. Okt. Soweit bisher zu übersehen ist, setzt sich voraussichtlich der künftige Landtag aus 54 Konservativen, 22 Nationalliberalen, 2 Reformern, 2 Wilden, 1 Freisinnigen, 1 Sozialdemokraten zusammen. Die Konservativen verlieren Dresden I, den zweiten städtischen Wahlkreis Bautzen, den 24. ländlichen Kreis, Dresden-Neustadt, Land und den 40. ländlichen Kreis Zwickau. Sie gewinnen dagegen voraussichtlich Leipzig I, den 12. ländlichen Kreis (Umgegend von Pirna). Die vckckionalliberalen verlieren den 23. städtischen Wahlkreis Plauen und Leipzig I, sie gewinnen Dresden I, den 24. ländlichen Kreis und den zweiten städtischen Kreis. Die Reformer gewinnen 2 Kreise, die Freisinnigen einen Kreis (Plauen), die Sozialdemokraten einen Kreis (Zwickau-Land). München, 8. Okt. (Kammer der Abgeordneten.) In Beantwortung der Interpellation über die Feuersicherheit der Warenhäuser erklärt Minister Freiherr von Feilitzsch, daß in den nächsten Tagen neue feuerpolizeiliche Anordnungen erscheinen würden, um eine möglichst große Feuersichjerheit der Warenhäuser zu ermöglichen. Beim Neubau von Warenhäusern und großen Geschäftshäusern sei ein ausreicherrder Abstand von anderen Gebäuden einzuhalten. Bei Neuanlage von Warenhäusern sei die Einrichtung von Wohnungen, Werkstätten usw. über den Geschäftsräumen unzulässig, bei den bestehenden dürften nur solche Wohnungen belassen werden, für die feuer» sichere Trennung und eigene Treppen vorhanden seien. Weiter werde gefordert feuersicherer Mschluß der Verkaufsräume, feuersichere Trennung der Kellergeschosse, feuer- und rauchsichere Anlage der Treppen und Ausgänge, eine ebensolche Trennung der Lager-, Maschinen- und heizräume. Weitere Anweisungen beträfen die Heiz- und Beleuchtungsanlagen. Bei Neuanlagen werde unbedingt Zentralheizung gefordert, Petroleum- und Spiritusbeleuchr- ung würden nicht zu gelassen. Die Anordnungen enthielten auch Vorschriften über die Revision der Warenhäuser zwecks Aufrechterhaltung der Feuersicherheit Keer und Alotte. — Die „Voss. Ztg." hört, der neue Marine-Etatsvoranschlag enthalte bei den Forderungen von großen Schiffsbauten, Linienschiffen und Panzerkreuzern keine Titel für Ersatzbauten, sondern nur solche für Vermehrungsbauten. Dagegen seien bei den Forderungen von kleinen Kreuzern zwei Ersatzbauten in Anrechnung gebracht worden. Ausland. London, 8. Okt. Die Bereinigung der Bergarbeiter Großbritanniens nahm in einer, in Glasgow abgehaltenen Versammlung mit 89 gegen 5 Stimmen einen Schlußantrag an, der sich, gegen die Ch amb erlainsche Politik richtet. Die Delegierten vertraten 347 000 Bergarbeiter. Nach hierher gelangten Meldungen steht man dem Programm Chamberlains am Kap im allgemeinen günstig gegenüber. Nachrichten aus Kanada besagen gleichfalls, daß das Programm dort gute Ausnahme fand, obwohl die kanadischen Industriellen nicht geneigt scheinen, weitere Ermäßigung auf die Zölle für Manufakturwaren als Konzession an Großbritannien zum Dank für die Vorzugsbehandlung eintreten zu lassen, lieber die Aufnahme des Chamberlainschen Programms in Australien ist noch nichts bekannt. Leeds, 8. Okt. In einer Rede, die Handelsminister Gerald Balfour hielt, führte er aus, die vorzugsweise Behandlung der Kolonien sei aus dem offiziellen Programm fortgelassen worden, weil sie eine Besteuerung der Rohma terial ien und Lebensmittel mit sich bringen würde, die das Land nicht dulden würde. Die Erwähnung des Rohmaterials in dieser Beziehung ist bezeichnend im Hinblick auf die Ansicht Chamberlains, daß es möglich sei, den Kolonien annehmbare Vorteile zu gewähren, ohne das Rohmaterial M besteuern. Balfour erklärte ferner, obgleich der Schutzzoll keinen Teil des Re-- gierungsproMamm.es bilde, würde sich die Lage möglicherweise ändern, wenn Chamberlain die Bestrebungen seiner Mission, die er so glänzend begonnen habe, vollendet habe. Die Regierung sei aber verpflichtet, keine finanzielle Ref orm einzuführen, bevor sie sich an das Land gewendet habe. Sofia, 9. Okt. Das ministerielle Blatt „Dnevnik" meldete gestern abend, die türkische und b ulg arische Regierung hätten sich in der Frage der Abrüstung verständigt. Bulgarien werde 20000, die Türkei 40 000 Mann entlassen. Nach Durchführung des Abkommens werde Bulgarien alle kürzlich zu den Fahnen gerufenen Reservisten wieder entlassen. Konstantinopel, 8. Okt. Nach einer amtlichen Meldung sandte der griechische Erzbischof von Castoria dem ökumenischen Patriarchat einen Bericht ein, nach dem der Bandenfüyrer Tschacalarow mit seinen Genossen im Distrikte Castoria an der griechischen Bevölkerung Mordtaten und andere Missetaten begangen hat. Tschakällirow' steckte mehrere, Griechen gehörige Häuser in Brand und entführte drei Frauen und drei Männer. Ferner wurden die verstümmelten Leichen einer Frau und eines Mannes im Gebirge aufgefunden. Tschakalarow ermordete außerdem eine Frau und einen Griechen, nach?- dem er dieselben grausam verstümmelt hatte. — Auf der Pforte sind aus Sofia vertrauliche Nachrichten eingegangen, wonach die Zentralleitung des maeedo- nischen Komitees ein Manifest vorbereitet, worin sie erklärt, daß das Komitee in der Erwartung, daß die Pforte die Unterdrückung der bulgarischen Macedonier und die Ausschreitungen gegen dieselben einschränken werde, beschlossen habe, die Bandenbewegung und die Dynamit- Attentate bis zum Frühjahr zu sistieren und zu toarten, ob die Pforte die Reform-Viaßregeln bud^r führen wird. Orscha (Gouvernement Mohilew), 7. Okt. Als heute verhaftete Juden durch berittene Wachtmannschaften aus dem Gefän^gnis zur Eisenbahn eskortiert wurden, versuchten ihre Glaubensgenossen, die sich zu Tausenden zusammengerottet hatten, die Verhafteten zu befreien, wurden aber mit der blanken Waffe zurückgeschlagen. Zw- nächst wurden zehn Verhaftungen vorgenommen.______ Aus MM und Land. Gießen, den 9. Oktober 1903. ** Glückwunschdepesche des Provinzialtages. Auf die von dem Provinzialtag der Provinz Oberheffen im Namen der Provinz gestern nach Darmstadt gesandte Glückwunschdepesche erhielt Provinzialdirektor Dr. Breidert heute folgendes Telegramm: Wir danken von Herzen dem Provinzialtag für seine so freundlichen Glückwünsche. Prinz und Prinzessin Ludwig von Battenberg. ** Fly und Slade. Wunder und Geisterspuck sind in unserer aufgeklärten Zeit erkannt als Dinge, die nicht ernst zu nehnien sind. Aber welche geheimnisvolle Anziehung üben diese Begriffe doch auf uns aus! Wir nehmen sie mit aus den Tagen, da wir noch an sie glaubten und wünschen im stillen, es möge ihnen noch einmal jene geheimnisvolle Kraft werden, diese starre, gesetz- und ordnungsmäßige Welt zu durchbrechen. Die gestrige Abendvorstellung des Künstlerpaares Fly und Slade, das auf seinen Reisen schon viel Aussehen erregt hat und im Neuen Saalbau seine Vorstellungen eröffnete, war darum außerordentlich gut besucht. Frau Slade zeigte sich zunächst im Gedankenlesen als eine merkwürdige Zauberin. Sie wurde mehrere male von zwei Herrn aus dem Publikum mit verbundenen Augen aus dem Saale ge- führt, und in dieser Zeit leqte jemand auf die Aufforderung des Herrn Fly einen beliebigen Gegenstand m cm bereit» gehaltenes Kästchen. Frau Slade, die wieder heremgeführt wurde und weder mit Fly noch dem Kästchen, das dieser m der Hand hielt, in Berührung kam, trat hinter den Herrn, der den Gegenstand in den Kasten gelegt hatte, forderte ihn auf, an den Gegenstand zu denken, betastete ihm hierauf Stirn und Schläfen und nannte in allen Fällen prompt Zigarren, Taschenmesser, Chokolabe u. s. w. Niemand konnte da§ Kunststück erklären, das Frau Slade mit einem vom Publikum vorher genau geprüften schwarzen Tuch vor den Augen ausführte. Frau Slade erriet mit erstaunlicher Schnelligkeit die Vornamen und Geburtstage von Damen und Herrn aus dem Publikum, die diese vorher Herrn Fly ins Ohr geflüstert litten. Da das Künstlerpaar beim Beginn der Vorstellung bekannt hatte, sie machten weder Anspruch darauf, daß ihre Kunststücke nut übernatürlichen noch mit natürlichen Dingen zugingen, sondern die Erklärung dem Scharfsinn des Publikums überließen, kann man nur eben scharfsinnig feststellen, daß das Erraten der Gegenstände und Namen nur durch Vermittlung des Herrn Fly vor sich gegangen sein kann. Wie das geschehen sei, darüber konnte man sich vergeblich den Kopf zerbrechen. 'Ein Studiosus bewegte sich auf die Einladung des Künstlers mit viel Formen und Interesse für die Sache auf das Podium und wählte sich bereitwillig eines der 6 Messer aus, mit dem er eine beliebige Dame ober einen Herrn aus dem Publikum »im Geiste töten sollte". Er wählte dann als Angriffsstelle für das blitzende Mordinstrument das Herz eines anwesenden Mannes in der fünften Reihe. Frau Slade betrat dann wieder mit verbundenen Augen den Saal, ergriff den Herrn Studiosus an der Hand und fand den seinem Schicksal geweihten Herrn und sein bedrohtes Herz und darauf auch das Messer mit unheimlicher Sicherheit. Aber auch Herr Fly leistete wunderbare Geschichten. Er verteilte eine große Anzahl längerer Papierstreifen, deren jeder mit einer Merkzahl und darunter einer endlosen Reihe von Zahlen versehen war, unter das Publikum, ließ sich darauf die Merkzahlen nacheinander nennen und sagte mit grauenhafter Geschwindigkeit all die vielen Zahlenreihen richtig auf. Wir wollen von den Darbietungen nicht zu viel verraten. Die spiritistische Sitzung, in der Frau Slade, auf einen Stuhl gebunden sitzend, die unglaublichsten Leistungen vollbrachte, alles unter strengster Bewachung eines Komitees aus dem Publikum, erregte das meiste Staunen. Fly und Slade werden bei ihren Vorstellungen im Neuen Saalbau, der gestern abend bis auf wenig Plätze voll besetzt war, noch viel Menschen Kopfzerbrechen und Wnndergläubigen erbauliche Unterhaltung machen. ** Personalien. In den Ruhestand wurde versetzt der Bahnwärter in der Hess. Preuß. Eisenbahngemeinschaft Heinrich Sänger zu Angersbach auf sein Nachsuchen. ** Der Abg. Kohler hat eine Anftage betr. das Gesetz über den Urkunden stempel vom 12. August 1899 an die zweite Kammer gerichtet. Er führt darin aus: „Den Bürgermeistereien sind während dieses Sommers Rundschreiben der Kreisämter zugegangen, mit dem Zweck, denjenigen Wirten, die seit 1900 bei Scheibenschießen, Holzversteigerung u. dgl. Angelegenheiten Wirtschaften im Walde usw. abgehalten und dazu keine verstempelte Genehmigung eingeholt haben, eine Nachter st euer uug von einigen Mark, aufzulegen. ... Es ist infolgedessen vielerorts nicht mehr möglich, einen Wirt zum Hinausziehen zum Scheibenschießen, zu einer Holzversteigerung usw. zu bewegen, es sei denn, daß irgend eine Korporation für den Mindeststempel von 3 Mk. (so wie es in hiesiger Gegend nun während dieses Sommers geschah) austommt. Vollends unmöglich wird es werden, einem Waldarbeiter (tvie es oft geschieht) während der Gemeinde- Holzversteigerungen den Verkauf von Kaffee, Wecken, Zigarren, Bier und Schnaps zu übertragen, der an solchem Kram ost nicht die Hälfte des Stempelbetrags verdient. Man ersieht hieraus, daß, so berechtigt die Einziehung von Stempelgeldern sonst bei städtischen großen Festlichkeiten sein mag, bei denen Tausende einkommen, Hunderte und Tausende mitunter rein verdient werden, so unberechtigt ist, hier in Bezug der Dorfwirte und ihres armseligen kleinen Geschäfts .... Aus diesem Grunde richte uh an die Großh. Regierung die Anftage: 1. Ist es chr b ekannt geworden, daß nunmehr die unteren Behörden sich anMcken, nun auch die kleinen und kleinsten Dorfwirtschaften bei Waldausflügen von Krieger-, Gesang-, Turn- usw. Vereinen, Scheibenschießen und im Auftrag von diesen Wirtschaft im Walde haltende Waldarbeiter der Stempelpflicht zu unterwerfen? 2. ob sie gewillt seh diesem üblen Beginnen Einhalt zu gebieten? und 3. ob sie es nicht auch endlich an der Zeit halte, das Stempelgesetz überhaupt einer gründlichen Revision zu unterziehen?" ** Die Gemälde-Ausstellung in Lonys Bierkeller, in welcher gestern eine Versteigerung der Gemälde sich vollzog, hat einen sehr günstigen Erfolg gehabt; es wurden, wie wir hören, 64 Gemälde vertäust. Von den wertvollen Bildern wurde nur ein Gabriel Max • verkauft, während die übrigen Bilder Preise von 100 bis 500 Mark erreichten. Die noch vorhandenen Bilder bleiben noch bis incl. Sonntag zum Verkaufe ausgestellt. Alles nähere ist im heutigen Inserate zu ersehen. Nauheim, 8. Okt. Die in der Villa Saxonia überfallene Dame ist eine Frau Dr. Stroschein, die mit ihrer Nichte seit Jahren in Nauheim zur Kur weilt. Sie ist, nach der ,Srkf. Ztg.", die Gattin eines Augenarztes in Dresden, der ein Bruder des Besitzers der Chemischen Fabrik Stroschein in Berlin, des Gründers des Flottenvereins, ist. Die Nichte hat mit einem eisernen Stiefelknecht einen Schlag auf die Schläfe erhalten und ist betäubt gewesen. Frau Dr. Stroschein hat acht Schläge auf den Kopf erhalten. Der Arzt Dr. Bauer hat die Nichte verbunden und nachi Gießen bringen lassen. Der Einbruch ist morgens gegen 6 Uhr geschehen. Frau Dr. Stroschein hat geklingelt, der Täter ist daran durch das Fenster gesprungen. Uhr, Kette und Brillanten hat er liegen lassen. — Gestern abend kurz nach 7 Uhr wurde der verdächtige 25 Jahre alte Koch Karl Schutt in einer Wirtschaft auf dem Großen Hirschgraben in Frankfurt von der Kriminalpolizei festgenommen. Schutt gab zu, daß er der gesuchte Koch Schutt sei, bestritt aber, irgendwie an dem Nauheimer Einbruch beteiligt zu sein. )( Friedberg, 8. Okt. Das Anwesen des Stadtverordneten Bus old ging in den Besitz des Gastwirts Ihl für 30 500 Mark über. )( Grünberg, 8. Okt. Von einem harten Schlag wurde die Familie des hiesigen Gastwirts und Metzgermeisters H. betroffen. H. war gestern wegen einer geringfügigen Sache von dem hiesigen Schöffengericht zu 20 Mark Geldstrafe verurteilt worden, und das scheint der Bedauernswerte sich so sehr zu Herzen genommen zu haben, daß er den Tod suchte. Heute ftüh wurde die Leiche nn Merlauer Weiher aus gefunden. Das Mitleid mit der so chwer betroffenen, allgemein geachteten Familie ist groß. () Ruppertusburg, 7. Okt. Der böse Volksmund ägt einem der auf der Strecke Laub ach — Hungen verkehrenden Zuge nach, daß dieser abends nur bis in den Rupperlusburger Wald kam und ihn dann die Kräfte verließen. Wegen Wassermangels mußte das Zügle mit seinem einzigen Passagier wieder nach Laubach zurück- kehren und erst sich speisen lassen, um dann mit etwa einer Stunde Verspätung doch noch in Hungen einzulaufen. (—) Mücke, 8. Okt. Nicht geringes Auffehen erregten zwei heute morgen hier vorgekommene Selbstmorde. Ein Anfangs der 20er Jahre stehender junger Manu, der Gehilfe bei' dem hiesigen Geometer Philippi war, schoß sich heute morgen mit einem Revolver eine Kugel in die Schläfe, die durch den Kopf drang. Die Wunde war nicht sofort tätlich, erst in den heutigen Nachmittagsstunden starb der Lebensmüde, lieber die Beweggründe verlautet nichts icheres, doch vermutet man solche in Liebesgeschichten. — In dem Teiche beim benachbarten Kammerwalde fand man ebenfalls heute morgen die Leiche eines jungen Mannes, der sicherem Vernehmen nach ein Grünberger Bürger sein öll. Zu dieser traurigen Tat sucht man die Gründe in einer Strafe, die ihm schöffengerichtlich wegen einer begangenen Mißhandlung zuerkannt worden war. Einige Tage vorher hatte gleichfalls ein Grünberger Einwohner in hohem Alter den Tod im Wasser gesucht und gefunden. Er hatte sich infolge geistiger Störung in die sogenannte „Hösentränke" gestürzt. R. B. Darmstadt, 9. Okt. (Eigener Drahtbericht.) Für die am 15. Oktober bevorstehenden Landtagsersatzwahl en haben jetzt die Parteien schon Vorbereitungen getroffen. Die n a t i o n a l l i b e r a l e Partei stellte gestern in einer Vertrauensmännerversammlung den Landgerichtsrat Buff und den Stadtbaubeamten Architekten Heinr. Müller aus. Die Sozialdemokraten haben sich jetzt definitiv auf die Kandidaten Sparr und Friedrichs vereinigt. — &ie Galaaufführung im Hoftheater „Aida" von Verdi hatte äußerlich ein etwas andersartiges Gewand, da die Herren in Zivilkleidung erschienen. Sämtliche hier weilenden Fürstlichkeiten wohnten der Vorstellung bei. Fr. Kaschowska und Frau Tolli, die Hauptdarstellerinnen, wurden mit großen Lorbeerkränzen geehrt. d. Mainz, 9. Okt. Die 23jährige Marie Koch von hier war längere Zeit in einem Restaurant der Bahnhofstraße als Bufsetdame tätig. Sie unterhielt mit einem jungen Mann ein Verhältnis, das nicht ohne Folgen blieb. Der Betreffende zog nach Frankftrt und heiratete dort ein anderes Mädchen. Die betrogene Kock) nahm sich die Sache so zu Herzen, daß sie sich mit V i t r i o l v e r g i f t e n wollte. Gestern morgen wurde das unglückliche Mädchen von einem Schützen hinter der Anlage im Felde bewußtlos aufgeftm- ben. Sie wurde ins Rochushospital verbracht; man zweifelt an ihrem Aufkommen. -o. Bieber, 7. Okt. In unferm Dörfchen herrschte in den letzten Wochen eine fieberhafte Tätigkeit. Zwei große Zigarrenfabrikeu sollten auf einmal entstehen. Der Bau der Firma Rinn u. Cloos in Heuchelheim ist denn auch schon bis zur Vollendung des Keller- und des Erdgeschosses gediehen, während an dem der Firma Gail in Gießen bis jetzt nur die Fundamente gelegt sind. In Bieter freute man sich in der Aussicht auf reiche Arbeitsgelegenheit und dankte es besonders der Firma Rinn u. Cloos, die den Anstoß zu dieser segensreich erscheinenden Entwickelung unseres Dorfes gegeben hatte. Die Firma Rinn u. Cloos hat ihre zur Hälfte fertige Fabrik samt den dazu erworbenen Ländereien an die Firma Gail verkauft, und der Bau der Gailschen Fabrik wird eingestellt und unterbleibt Diese Wendung der Dinge ist im Interesse unseres Dorfes sehr zu bedauern. Denn die Preise für Baugelände sind nun sehr in die Höhe getrieben worben, aber der Arbeitsverdienst geht wahrscheinlich zurück. Die Firma Rinn u. Cloos hat bereits vor einigen Jahren in Fellingshausen die Eröffnung einer Fabrik in Angriff genommen, dann aber plötzlich aufgegeben. Kassel, 8. Okt. Die hiesige Stadtsynode beschäftigte sich heute mit dem Vortrage des Professors Laden bürg über: „Weltanschauung" aus der Versammlung der Naturforscher und jAerzte. Sie faßte folgende Resolution: Die Stadtsynode spricht ihr tiefstes Bedauern über die Art und Weise aus, in der nach bisher unwidersprochenen Berichten der Tagesblätter auf der 75. Jahresversammlung des Vereins deutscher Naturforscher und Aerzte zu Kassel durch den Eröffnungsvortrag des! Geheimrats Ladenburg aus naturwissenschaftlichen Voraussetzungen unberechtigte, das Gebiet dieser Wissenschaft überschreitende Folgerungen gezogen wurden, welche gegen die christliche Weltanschauung Sturm läuten und jedes religiöse Empfinden verletzt. Die Die Synode bekennt sich aufs neue freudig zu der durch keine Wissenschaft zu erschütternden Wahrheit des Evangeliums. Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. Wie man uns heute mitteilt, ist der Rendant Seipp aus Dir stein durch ein schweres Leiden, das infolge eines Brandes zum Ausbruch kam, zu der gemeldeten unseligen Tat veranlaßt worden. — Die Krone zum Komturkreuz zweiter Klasse des Großh. Hess. Verdienstordens Philipps des Großmütigen ist dem Präsidenten der Eisenbahndirektion in Köln (ftüher in Mainz) Breitenbach; das Ritterkreuz erster Klasse desselben Ordens dem Regierungs- unb Baurat Bremer, Mitglied der Eisenbahndirektion in Königsberg i Pr; das Großh. Hess. Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift: „Für treue Arbeit" dem Straßenwärter Mohr zu Vetzberg verliehen worden. — Der bekannte fteis. Abg. Dr. Ernst Müller-Meiningen, Landgerichtsrat in Aschaffenbur g, hat sich mit Frl. Frida Steinhard in Frankfurt a. M. verlobt — In Eltville wurde der Obertelegraphen-Assistent Kepper aus W i e s b a d e n, der die Telegraphenleitungen einer Revision unterzog, als er einem Güterzuge ausweichen wollte, von dem D-Zuge 51 überfahren und sofort getötet. Die Ausschußsthung des l’anöw. Aereins Mr die Iroviuz Höerycffen. hat am 8. d. M. hier im Hotel Prinz Karl stattgefundem Man berichtet uns darüber folgendes: Durch die landw. Ausstellung des Provinzialvereins war die Ausschußsitzung diesmal weit hinausgeschoben worden. Der Vorsitzende eröffnete sie, indem er die zahlreich Erschienenen begrüßte, insbesondere den Vertreter der Regierung, Landesökonomierat Dr. Müller und den Vertreter des hessischen Landwirtschaftsrates Pfreimbörer Se. Durchlaucht der Fürst Solms-Hohensolmss- Lich war in seiner Eigenschaft als Mitglied des Ausschusses zum ersten Male anwesend und wurde vom Vorsitzenden und gleichfalls namens des Ausschusses begrüßt. — Bor kurzem schieden aus diesem Leben die Mitglieder Ruppe l- Kloppenheim und Oberverwalter Beil st ein-Laubach. Ihrer wurde in anerkennenden Worten gedacht und die Versammelten ehrten die Verstorbenen in der üblichen Weise. Rund 50 neue Mitglieder wurden alsdann aufgenommen, die Wahl der Referenten in den Ausschuß vollzogen, welche eine Wiederwahl der bisherigen Referenten ergab. — Die Austrittserklärung des Professor Dr. A l b e r t infolge seiner Berufung nach Königsberg i. Pr. nahm der Ausschuß mit Bedauern entgegen. Der Vorsitzende versprach, dem Prof. Albert in einem Antwortschreiben diesem Bedauern Ausdruck zu geben und ihm die besten Wünsche des Vereins zu übermitteln. Ter Punkt 3 der Tagesordnung beschäftigt sich mit der Revision des Reichsgesetzes betr. die Abwehr und Hut er» drückun g von Viehseuchen. Der Hess. Landwirt- chastsrat hatte eine Anzahl Abänderungsvorschläge gemacht, die in dem Referat des Kreisveterinärarztes Schmidt- Gießen befürwortet wurden. Abwehrmaßregeln gegen die Einschleppung von Seuchen aus dem Auslande sind geboten. Um die Maul-und Klauenseuche und die Tuber - kulose einzudämmen, ist es notwendig, unsere Molkereien zu z w i n g e n, die Abfallprodukte: entrahmte Milch usw., derartig durch geeignete Maßnahmen unschädlich! zu machen, daß eine Verbreitung jener Seuchen durch die Molkereien ausgeschlossen ist. Erhitzung der Abfallprodukte der Molkereien auf 850 ist nach den Ermittelungen des Reichsgesundheitsamtes ausreichend. Ter Handel mit Klauen Vieh soll bei Seuchengefahr nicht allein eingeschränkt, sondern verboten werden können. — Tie Viehverladestellen an den Bahnhöfen sollen so hergerichtet werden, daß sie undurchlässig sind und so leicht desinfiziert werden können. Ebenso sollen Stallungen, in denen Handelsvieh vor den Märkten eingestellt wird, so eingerichtet fein, daß eine gründliche Reinigung und Desinfektion möglich ist. — Die Händler sollen gehalten sein, Handelsregister zu sichren, um es zu ermöglichen, festzustellen bei Ausbruch einer Seuche, von wo die Seuche eingeschleppt wurde. Tauschhandel und Ueberlaffung von Vieh seitens der Händler an Landwirte re. ist gleich zu achten dem Verkauf. Es darf nicht zulässig sein, daß von feiten der Händler der Schein erweckt wird, es handle sich nicht um den Verkauf des Viehes, sondern nur um ein Eintauschen oder Abgeben von Vieh an Interessenten. Bei eintretender Seuchengefahr mutz auch ein solcher Vertrieb von Klauenvieh verhindert werden. — Schutzimpfungen gegen Raus ch- brand oder Milzbrand soll die Regierung anordnen können, ebenso Schutzimpfungen gegen Schweine- seuche. Die Verhandlungen über diese Punkte führten zu lebhaften Auseinandersetzungen. Einstimmig war man der Ansicht der Regierung das Recht einzuräumen, aufs Schärffte gegen die Ausbreitung von Viehseuchen auch, im Jnlande vorzugehen. Sie Sorge des Lmwwirts, daß seine mit großen Opfern herangezüchteten Viehbestände einer leichtfertig eingeschleppten Seuche zum Opfer fallen, sollte tunlichst von ihm genommen werden. Ter Hess. Landwirtschaftsrat wendet sich um Beschaffung von Mitteln an die Provinzialvereine, um seine Aufgaben fort führen zu können. Ter Vorsitzende und mit ihm der Ausschuß, erkennen an, daß das unter den obwaltenden Umständen notwendig ist und versprechen Abhilfe. Der Ausschuß billigt nachträglich die Ausgabe von 100 Mk. zur 100jährigen Liebigsfeier, ebenso die Stiftung von sechs Stipendien für die Studienreise nach Rheinland und Belgien von feiten hessischer Landwirte. Die Anträge des Auffichtsrates der Molkereischule Lauterbach und des Auffichtsrates der tzaushaltungsschule Lindheim auf Genehmigung des Voranschlages pro 1903 werden gutgeheitzen. — Tie Wiederwahl der Mitglieder des Kuratoriums der landw. Versuchsstation Darmstadt wird vorgenommen. Herr Gg. Bichl er a. d. Hardt wird in den Ausschuß des Landespferdezuchtvereins gewählt und Herr Klein, Hofgut Alb ach, in die Aufsichtstommission für die Zuchthöfe von Vogelsberger Vieh. Hieran anschließend kamen die Anklagen des Altbürgermeisters Feldmann in Lauter zur Besprechung, die derselbe gegen den Inhaber des Zuchtvieh Hofes für Vogelsberger Vieh I. Zimmer auf der Bingmühle bei Lauter gerichtet hatte. Feldmann hatte Zimmer beschuldigt, betrügerische Handlungen vor genommen zu haben und so den Provinzialverein wie auch die Abnehmer des Zuchtviehes schwer geschädigt UU haben. Die eingeleitete gerichtliche Verhandlung ergab die vollständige Unhaltbarkeit der Feldmannschen Beschuldigungen. Nur dadurch, daß das Schöffengericht in Grünberg annahm, daß der Altbürgermeister Feldmann als Mitglied des landw. Vereins in Wahrung berechtigter Interessen gehandelt habe,^ schützte Feldmann vor einer empfindlichen Strafe. Auf Vorschlag des Vorsitzenden übernahm der Provinzialverein sämtliche Gerichtskosten, zu denen der unschuldig angegriffene Zuchtviehhofinhaber I. Zimmer unter den Umständen verurteilt worden war. Damit wollte der Provinzialverein anerkennen, daß er gleichfalls von der vollständigen 'Lchuldlosi^ keit Zimmers überzeugt sei und ihn nicht auch noch pekuniär leiden lassen wollte unter einer falschen Anklage, trotz des Urteilsspruches, in dem es hieß, daß die Gerichtsverhandlung auch nicht den Schratten» eines Verdachtes gegen Zimmer ergeben habe. Der Provinzialverein erkannte noch den Kreisziegerr- zuchtverein Friedberg an, weiter den Ortszuchtverein Ulrich- stein, Unter-Seibertenrod, Feldkrücken und den Ortszucht- veroin Stumpertenrod. .. _ . , , ,, _ Darauf schloß der Vorsitzende bte Provrnzralausschuß- sitzunq unter Worten des Dankes für bte Erledigung einer Tagesordnung, die 12 Skummern umfaßte._______________ ~öcrmÜctyte». * Kiel, 8. Okt. Die von ihrem Ehemann getrennt lebende Frau Jöhnk würbe durch Beilhiebe ermordet im Bette aufgefunden. Ihr Stiefbruder, Schlosser Behrend, lag daneben mit burchfchniite n er Kehle. Das Gericht nimmt an, Behrenb tötete bie Frau unb sich. * Breslau, 8. Okt. In bie Stabtkirche bes österreichischen Grenzortes Oberberg brangen nachts Diebe ein, bie im Gotteshaus alles, was sie erreichen konnten, vernichteten. Der verursachte Schaben beläuft sich auf etwa 20 000 Gulben. * Dresben, 8. Okt. Die Stabtverorbneten-Nersamm- lung beschloß, bie Konsum vereine st äbtischer Arbeiter zu verbieten. ♦ Leipzig, 8. Oft Heute früh erschoß in Left^rg- Eutritzsch der Zeichner Seifert, der wegen eines Nerven- leidens früher in einer Irrenanstalt war, seineMutter und Schwester und dann sich selbst Der Schuß /ruf einen herbeigeeilten Nuchibar ging fehl. * Paris, 8. Okt. Gestern abend er schoß in der Nähe der Oper Frau Scheidecker ihren Gatten, einen bekannten Zeichner. Die Frau wollte sich von chrenr Manne scheiden lassen, weil er sie mißhandelte. * Parisi, 8. Okt Der Mord in Aix les Bains hat jetzt zu einer Aufsehen erregenden Hausdurchsuchung Anlaß gegeben. Diese wurde auf Antrag der Polizei von Chambery im Pariser Terminus-Hotel bei dem russischen Untertanen Nurok, dem Schwager des ebenfalls m Paris weilenden russischen Ministerpräsidenten Witte, vorgenommen. Nurok hat sich zwar im vorigen Monat in Aix-les-Bains ausgehalten, war aber vier Tage vor der Ermordung der Fougere von dort abgereist. Er protestierte daher gegen die Hausdurchsuchung. -Montevideo, 8. Okt Auf dem Kanonenboot Uruguays „General Rivera" explodierte die Pulverkammer. Der Kommandant und ein großer Teü der Besatzung wurden getötet Das Schiff ist gesunken. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinde. 18. Son ntag nach Trinitatis, den 11. Oktober. Erntedankfest Kollekte für die Armen. Gottesdienst In der Stadtkirche. Vormittags 91/« Uhr: Pfarrer Schlosser. Im Anschluß an den Hauptgottesdienst findet die feierliche Eröffnung des Konsirmandenunterrrchts der Matthäusgemeinde statt, wozu besonders die Eltern und Angehörigen der Konfirmanden eingeladen werden. Vormittags 11V. Uhr: Kinderkirche Mr die Matthäusgemeinde. Pfarrer Schlosser. Die Vorbereitung zur Kinderkirche findet Samstag, den K). Oktober, nachmittags 3 Uhr, im oberen Konfirrnandensaal statt. Nachmittags 5 Uhr: Pfarrajsiftent Gaul. Die Vereinigung der konfirmierten Mädchen der Matthäusgemeinde findet stall Montag, den 12. Oktober, abends 8 Uhr, die der konfirmierten männlichen Jugend Sonntag, den 18. Oktober, abends 8 Uhr, im oberen Konfirmandeusaat Die Mitglieder werden dazu herzlich eingeladen. Irr der Johannes kirche. Vormittags y/t Uhr: Pfarrer Dr. Naumann. Die Kircheu-Rechttttttgen für 1902/03: der Gesamt- Gemeinde (Pfarrhaus an der Südanlage), der Matthäus- gemeinde (Pharrhaus hinter der Kirche), der Markusgemeinde (Pfarrhaus cm der Südanlage), der Lukasgemeinde (Pfarrwohnung Alicestraße 13) und der Johannesgemeinde (Pfarrhaus an der Südanlage) liegen acht Tage lang zu Jedermanns Einsicht an den vorbezeichneten Stellen öffentlich auf. Gießen, den 9. Oktober 1903. 7605 Der Gesamt-Kirchenoorstand und die Kirchenvorstände der vier Einzelgemeinden. Dr. Naumann. Schlosser. Euler. Bekanntmachung» Betreffend: Feldbereinigung in der Gemarkung Gießen, rechts der Lahn. Montag bett 12. Oktober l. I., vormittags 10Vt Uhr, findet in der Wirtschaft von Ehristian Haubach an der Lahnbrücke zu Gießen die zweite ttttb letzte Versteigerung der Massegrmtdstncke in den Fluren 32 und 33, sowie Teilen der Fluren 28, 29 und 30 statt. Friedberg, den 8. Oktober 1903. Der Großherzogl. Feldbereinigungskommissär: Spam er, Kreisamtmann. 7607 Betr.: Die Erbauung einer Quellwasserleitung zu Ulrichstein. Verdingung. Die zur Erbauung einer Quellwasserleitung zu Ulrichstein ersorderlichen Arbeiten und Lieferungen sollen im Wege des schriftlichen Angebots verdungen werden und sind Angebote portofrei, verschlossen und mit entsprechender Aufschrift versehen bis Montag ben 26. Oktober b. I., vormittags 10 Uhr, bei Großh. Bürgermeisterei Ulrichstein, woselbst Pläne, Arbeitsbeschreibung und Bedingungen zu Einsicht aufliegen, einzureichen. Die Verdingungsunterlagen sind gegen Erstattung der Selbstkosten von Großh. Bürgermeisterei Ulrichstein erhältlich. Die Eröffnung der Angebote findet in Gegenwart etwa erschienener Bieter statt. Zuschlagsfrist 14 Tage. Ulrichstein, den 5. Oktober 1903. Großh. Bürgermeisterei Ulrichstein. Rühl. 7556 liiiäw. Ausstellung Giessen. Nächsten Montag den 12. d. Mts., vormittags 9 Uhr, wird auf dem Ausstellungsplatz der Rest des von dem Abbruch der Hallen gewonnenen 7606 Rundholzes sowie eine Partie alter Fenster gegen soforllge Bezahlung meist- bietend versteigert. Der Bau- uud Platzausschutz. Kalk- nl Mmamrke, Iamchiegelei Aag. Gabriel jr., Gießen. Massen Fabrikation. Bahnanschlüsse. Werke: Abendstern. Die frag welche die Schuhe öfters mll Krebs- Fett behandelt, wird die Erfahrung machen, daß dieselben viel länger hallen, als wenn solche immer nur gewichst werden. 1358 Gernchtssaal. ke. Frankfurt a. 2)1, 8. Okt. Von der Strafkammer in Gießen s. Zt. zu 3 Jahren Zuchthaus wegen Sittlichkeitsverbrechens verurteilt darauf, vor zwei Jahren, in Frankfurt a. M. wegen desselben Delikts mll 1 Jahr 3 Monaten Zuchthaus bestraft, verging sich der Schuhmacher Ehristian Gold ha mm er aus Gunzenhausen wiederum an einem acht Jahre alten Kinde. 3 Jahre Zuchthaus werden dem Wüstling zudlltiert. K o t t b u s, 8. Okt. Das Schwurgericht verhandelte heute gegen den Holzarbeiter Jaegel. welcher am 22. Mai bei Drebkau eine Schwelle auf die Schiene gelegt und dadurch eine Z u g - e n t g l e i s u n g verursacht hatte, durch die eine Person getötet und 'mehrere schwer verletzt wurden. Jaegel wurde wegen vorsätzlicher Gefährdung eines Eisenbahnzuges, wodurch der Tod eines Menschen herbeigefüyrt ist (Strafgesetzbuch § 315, 2), zu vierzehn Jahren Zuchthaus und zehn Jahren Ehrverlust verurteilt. Der Staatsanwalt Halle lebenslängliche Zuchthausstrafe beantragt. Im Anschluß an den Gottesdienst Aufnahme der Konfirmanden aus der Johannesgemeinde. Die Eltern und Angehörigen der Konfirmanden werden hierzu besonders eingeladen. Nachmittags 2 Uhr: Kindergollesdienst für die Johannesgemeinde. Pfarrer Dr. Naumann. Abends 5 Uhr: Pfarrer Euler. Im Anschluß an den Gottesdienst Aufnahme der Konfirmanden aus der Lukas- und Militärgemeinde. Die Eltern und Angehörigen der Konfirmanden werden hierzu besonders eingeladen. Die 4 Chorbilder der Johanneskirche sind vollendet, das Gerüst ist aus der Kirche entfernt, die Hülle vor den Bildern gefallen. Am nächsten Sonntag, Ernte-Dankfest, wird der Gemeinde ün Gottesdienst das ganze neu hergerichtete Chor nebst den Bildern zum ersten mal unverhüllt vor die Augen treten. Nach der an den Vormittags- und Nachmittagsgottesdienst unmittelbar sich anschließenden feierlichen Aufiiahme der Konfirmanden wird den Kirchenbesuchern Gelegenheit geboten sein, auch in der Nähe, durch Herantreten an den Altar, die schönen biblischen Bilder zu betrachten. t , Sonntag abend 8 Uhr: Versammlung und Bibelbcsprechung im Konfirmandensaale der Johanneskirche. Katholische Gemeinbe. Samstag, den 10. Oktober 1903. Nachmittags um b Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheit zur hl. Beichte. Sonntag, den 11. Oktober. 19. Sonntag nach Pfingsten. Vormittags von 6 7a Uhr an: Gelegenhell zur heil. Beicht. um 7 Uhr: Die erste heil. Messe, vor und in derselben Austeilung der heil. Kommunion. , um 8 Uhr: Die zweite heil. Messe. , um 9 7, Uhr: Hochamt mit Predigt. Nachmlltags um 27, Uhr: Christenlehre; darauf Rosenkranz- Andacht mll Segen. An den Werktagen ist abends um 6 7, Uhr Rosenkranzandacht mit Segen. Submission. Für die Großh. neuen Kliniken in Gießen soll die Lieferung nachbenannter Ver- zehrungsgegenstände auf dem öffentlichen Submissionswege vergeben werden: 20 Ctr. Aepsel 600 , gute Speisekartoffeln 15 „ gelbe Mäuschenkartoffeln 10 w untererdige Kohlrabi 2 , obererdige Kohlrabi 10 „ Zwiebeln 2 , Roterüben 2 , Meerrettig 10 , Gelberüben 35 „ Weißkraut 150 Stück Rotkraut 400 , Wirsing 200 , Lauch 7224 350 , Sellerie. Die Lieferungsbedingungen können aus dem Verwaltungsbureau an den Wochentagen nachmittags von 3—6 Uhr eingesehen werden. Offerten unter Beischluß von Mustern sind verschlossen, mit entsprechender Aufschrift versehen, bis zumEröffnungstermin Dienstag, 20. Okt. 1903, mittags 12 Uhr, auf dem oben erwähnten Bureau einzureichen. Zuschlagsfrist bis zum 24. Oktober 1903. Gießen, 25. Sept. 1903. Großh. Verwaltungs-Direktion der neuen Kliniken. Samstag den 10. Oktbr. 1903, nachmittags 3 Uhr, werden auf hiesigem Ortsgericht die vor dem Namen von Louis Labroifse stehenden Grundstücke alt 32/73a, neu 15/102 = 900 qm Wiese am Heegstrauch bei der Müllerwiese und alt 32/79, neu 15/107 = 1075 qm Wiese am Heegstrauch bei dem Scheidgestriesch einer einmaligen öffentlichen freiwilligen Versteigerung ausgesetzt Bei Erreichung der Taxationssumme wird der Zuschlag alsbald erteill werden. Gießen, 5. Oktober 1903. Großh. Ortsgericht Gießen. Gros. 7524 Ein heller Telegramm! § Bringe Samstag in der Schulstraße Rhein. Weintrauben, frische Nüsse u. Tomaten z. Bert. Anton Schneider, RhelluObsthändl. verwendet stets Dr. (Backpulver < Vanillin-Zucker Oetker S[Pudding-Pulver ä 10 Pf. Millionenfach bewährte Rezepte gratis von den besten Geschäften. ff. Teespitzen per Pfund Mk. 1.50. [7529 Gebr. Berdux. 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Die Beweisaufnahme habe ergeben, daß der Pastor mit seiner Hausdame intimen Ver> kehr unterhalten habe. Bayreuth, 9. Okt. In dem Prozeß gegen der» Hauslehrer Dippold sagte der Arzt, welcher kurz nach dem Tode des Heinz Koch gerufen wurde, aus, er hübe die Ueberzeugung gewonnen, daß der Knabe zu Tode geprügelt worden sei. Joachim Koch bekundete, Dippold habe ihn und seinen Bruder mehrfach unzüchtig berührt Die medizinischen Sachverständigen bezeichneten Dippold als hochmütig und gefühlsroh, als einen idealen Schurken und Sadisten, der ber seinen grausamen Mißhandlungen seine Wollust befriedigte. Alle Sachverständigen hielten Dippold für geistig zurechnungsfähig. Sraßburg, 9. Okt. Der Reichstagsabg. Professor Frhr. v. Hertling hielt auf der Generalversammlung der Görres-Gesellschaft eine Aufsehen erregende Rede über das V er h ä l t u i s v o n Wi s s e u un d,G l au - ben. Hertling wandte sich mit Schärfe gegen die viel besprochene Rede, die Professor Ladenburg in Kussel h-ielt. Der Chemiker Laden-burg habe das Dasein eines persönlichen Gottes, Unsterblichkeit und Christentum geleugnet. Es sei unglaublich, daß Männer, die auf Bildung Anspruch machten, die jeder tieferen Sachkenntnis entbehrenden Behauptungen mit Beifall begleiteten. Genf, 9. Okt. Beim Besteigen des Mont Blane sind zwei Touristen mit ihren beiden Führern, Geilet und Blanc, von einem schrecklichen Unwetter überrascht worden. Dem Führer Blanc gelang es, sich am nächsten Tage mit erfrorener Nase und erfrorenen Ohren ins Tal zu retten, während die drei übrigen verunglückt sind. Hochfeine, echte Kllnksvrttt Würstlhe« und neue Linsen empfiehlt 6995 ChristianWallenfels 17 Marktplatz 17 am Kriegerdenkmal. Telephon 262. Gegründet 1826. Bienenhonig 5409 neuen empfiehlt Döll, Wieseck. Fe-kMkißkl Schott’s Weinstube. |7466] Heute abend 6 Uhr ab: HHwtent Me J. 1. 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Oktober 1®®3: Konzert ausgeführt von der Kapelle des Inf-Regis. Kaiser Wilhelm (2. Gr. Hess.) Nr. 116 unter Leitung 7609 des Grossh. Musikdirektors Herrn C. Krausse. Spielplan. 1. Hail to the Spirit of Liberty! Marsch. Sousa. 2. Ouvert. z. Op. Die Felsen- toühle. Reissiger. 3. Romanze für Cello. Goltermann. 4. Finale a. Aida Verdi. 5. Ouvert. Elisabeth. Rossini. 6. La belle Victoria! Solo für Xylophon. Saale. 7. Mein Traum! Walzer. Waldteufel. 8. Fantasie a. Lohengrin. Wagner. 9. Griechischer Piratenmarsch. Alvars. 10. Herbstblumen! Mazurka. Krausse. 11. Aus meinem Album! Potpourri. Latann. 12. Kriegsabeuteuer. Galopp. Strauss. Anfang x/25 Uhr. Eintritt 35 Pfg. Bank für Handel und Industrie Deposiienkasse Giessen (Darmstädter Bank) gegründet 1853. Telephon Nr. 120 Oi©SS©il Johannesstrase I Kapital: Reserven: 132 Millionen Mark. 22l/4 Millionen Mark. 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