Nr. 158 tSgttch außer Sonntags. Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem Kesfischen Landwirt die Gießener Kamilien- blütter viermal in der Woche beigelegt KotattonSdruck u. Verlag bet Brüh lachen Untverh-Buch- u. Stein* brnckeret (Pietsch Srdech «rdattto^ tzpeditta« etb vtuomtu Gchnlstraße L Adresse für Depeschenr Anzeiger Gieße«. Ferusprechcmschluß Nr. 5L Zweites Blatt. 153. Jahrgang Donnerstag N. Juli 4 808 Giehener Anzeiger w General-Anzeiger w ** Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen Dettr P. Witiko: für ,6tobt und ßonb* und .Gerichtssaal-r August Götz; für den Anzeigenteil: Hans Beck. Be-«gSprei-r monatUch7dVf., viertel» sährlich Mt. SL0; durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 60 Pf.; durch die Post Mk.2.—viertel- jährl-, ausschl. Bestellg. Annahme von Anzeigen für bte Tagesnummer bti$ vormittags 10 Uhr. ZetlenpreiS: lokal 12Pf^ auSwärtS 20 Pfg. 3>U heutige Hlummer umfaßt 8 KNte«. KeKanntmachung. Die am 19. Mai L angeordnete Sperre der Bahn- hosstraße zwischen Lüwengaffe und Marktstraße wird hiermit aufgehoben. Gießen, den 8. Juki 1903. Großherzogttches Polizeiamt Gießen. I. V.: Roth. Neue Auslandskreuzer. Man schreibt «ns aus Berlin von besonderer Seite: Die unlängst von der ,Moss. Ztg." gebrachte Mitteilung, daß .die Vermehrurrgsbauten des u ä ch st en Marine- et a ts sich nur auf die Masse der Linienschiffe und Panzer- kreuzer erstrecken werden, während ein großer Kreuzer als Ersatzbau, zum erstenmal sei drei Jahren, nicht in Betracht kommen soll, ist mehrfach in dem Sinne aufgefaßt worden, daß die Marineverwaltung die Forderung neuer Auslandskreuzer einstweilen vertagt. Das trifft nicht zu, wie sich auch aus der Tatsache entnehmen laßt, daß soeben erst durch kaiserliche Ordre eine Neuorganisation des M a s ch i n e n p e r s o n als bei den Werftdivisionen bewirkt worden ist, dergestalt, daß die in der Ableistung der gesetzlichen Dienstpflicht begriffenen Mannschaften des Maschinenpersonals von setzt ab eine Spezialabteilung bilden, die wieder in drei Kompagnien gegliedert ist: die Linienschifss- kompagnie, die Kreuzer!ompagnie und die Landkompagnie. Es handelt sich bei dieser Gliederung augenscheinlich um dre Heranbildung von Maschinen-Stamm- Mannschaften für die einzelnen Schiffsklassen, und diese Maßregel dürste mit dem gesetzlich festzulegenden Ausbau der Meuzerftotille in innerem Zusammenhang stehen. Ist die Neuorganisation nach der personalen Seite hin in die Wege geleitet, dann wird die entsprechende Umbildung nach der materiellen Seite hin, die Kr e u z e r v or l a g e, schwerlich auf sich warten lassen. S&m anderer Seite wird uns geschrieben: Bereits gestern hat die „Nordd. Allg. Ztg." ein gewisses Befremden Remitier ausgedrückt, daß der englische Premierminister Lord Balfour in seiner jüngsten Parla- mentsrede einzig und allein der englischen Flotte den Zweck der Verteidigung zugesprochen, also alle anderen Flotten als zum Angriff bestimmt charakterisiert hatte. Das offiziöse Organ wollte jedoch zunächst den Wortlaut der betreffenden Aeußerung abwarten. Aus dem Wortlaut nun, den die „9t. A. Ztg." im englischen Original mitteill, geht unzweideutig hervor, daß Balfour in der Tat die Eigenschaft der Friedensliebe auf der Well, soweit die Flolle rn Betracht kommt, ausschließlich England zuertennt. Hierzu bemerkt die „N. A. Ztg.", ürdem sie zweifellos die Auffassurig an leitender Stelle wiedergibt, die Meinung Balfours werde außerhalb Englands schwerlich Zustimmung finden- „Um naheliegende Zeugnisse aus der jüngsten Vergangenhell anzuführen, sei nur auf die wiederholten Erklärungen des Präsidenten Roosevelt hingewiesen, daß -ine * rke amerikanische Kriegsflotte die beste Friedens- ßu -ft bilden würde. Aehnliche Kundgebungen sind schon .oei verschiedenen Anlässen von den Regierungen ander Mächte ausgegangen." Auch von der deutschen Regierung, ist zu ergänzen, was Lord Balfour füglich wissen könnte. Aus der im diplomatischen Verkehr üblichen Höflichkeit -wird das nicht hinzugesetzt. Aber es ist ein Schluß zu de^ kleinen Note an die ,befreundete brllische Regierung"', der recht nahe liegt. Bei der Gelegenhell läßt sich mit Befti'edigung konstatieren, daß in neuerer Zell die Leitung '.üserer auswärtigen Politik häufiger und energischer als dies ftüher geschah, zu den Reden von Staatsmännern im Auslande durch offiziöse Kundgebungen Stellung nimmt, sobald es sich um Urteile handelt, welche die deutsche Politik in eine falsche Beleuchtung zu rücken geeignet sind. Die Nichtbeachtung solcher Unfreundlichkeit, oder mitunter auch Unwissenheit, mag vornehm sein; sie hat aber schon den Gegnern Deutschlands den willkommenen Anlaß geliefert, von einem ,cheschämten Schweigen" zu sprechen. VoMische Tagesschau. Zum Urteil zweiter Instanz gegen den Fähnrich Hüssener schreibt die in Essen erscheinende „Rh.-W Ztg.": Ein ganz anderer Mud weht heute in Kiel, als in den letzten Tagen des Mai, statt der scharfen Brise ein freundliches Lüftchen. Gewiß ist es nicht mehr als gerecht, daß auch zu Gunsten des Angeklagten Hüssener angeführt wird, in der Verhandlung, was anzuführen ist. So hat sich in verstärktem Maße ergeben, daß deu unzureichenden, militärischen Instruktionen ein großer Teil Schuld bei der Bluttat zuzuweiseu ist. Aber es fällt demgegenüber auf, wie wenig inan auf das subjektive Moment Wert gelegt hat, wie wenig man sich bemüht hat, Hüsseners Tat zu verstehen aus dem Zusammenhänge seines Charakterbildes, seines Vorlebens. Die Vorgänge im Essener Hof vor Jahresfrist sind viel zu wenig beachtet. Mv kornmen deshalb noch einmal darauf zurück. Der Fall lag ganz parallel. Als Hüssener von dem Leiter des Kruppschen Hotels wegen ungebührlichen Benehmens zurechtgewiesen war, ging er hinaus un^.-schnallte seine Dolchkoppel um. Er betrat dann wieder- das Zimmer, sich an den Hotelier wendend mit ben o reist en Worten: „Bremer, kommen Sie einmal her." Hätte nicht der genannte Herr seine Ruhe vollkommeil gewahrt, ivcr iveiß, ob nicht damals schon der Dolch von jäher Hand geführt ivüre, ob nicht jenem Herrn das Schicksal Hartmanns zu teil wurde. Die darausfolgenden Vorgänge in Hüsseners Wohnung beweisen genug. Mrm hat sich also unseres Erachtens in der zweiteu Verhandlung um Hüsseners Persönlichkeit zu wenig bekümmert. Außer den äußeren Umständen bei der Tat werden zur Entschuldigung angeführt Hüsseners Jugend und die Schwierig- kett der Ätuation. Das Gericht stelll damll selbst fest, daß es schwierig ist, die richtige Ausführung der mllllärtschen Instruktionen im Augenblick zu übersehen. Daraus ergiebt sich, daß diese Jnstrullionen unzureichend und einer Revision dringend bedürftig sind. Mr sagten, die Justruk- tionen sind nicht schuldig, aber mitschuldig. Das erste llr- ttil sagt: die Instruktionen sind ganz unschuldig. Das zweite Urteil sagt: sie find schuldig. Der Zeuge Kapitäuleutnant Küsel hat ausgesagt, die Fähnriche seien nur aus den Kriegs- artikelu über den Wafsengebrauch instruiert worden, bestimmte Fälle seien nicht an gezogen worden. Ja, weshalb sind denn solche Fälle nicht angezogen worden? Darin liegt ja gerade der schwere Fehler, daß den jungen unreifen Leuten nicht mll aller Bestimmtheit gesagt wurde, in den und den Fallen habt chr euch so und so zu verhalten, daß man ihnen an der Hand von drastischen Beispielen, wie sie in den Jnstruktionsbüchern der gewöhnlichen Leute verzeichnet sind, nicht llipp und klar sagt, wie sie sich zu verhallen haben. Gerade die als Entschuldigungsgrund angeführte Jugend und Unreife des Fähnrichs, die Gefährlichkeit der Waffe hätte den Vorgesetzten in erhöhtem Maße die Pflicht auserlegt, hier nicht durch die bekannte „militärische Blume", sondern deutlich und allgemein verständlich zu sprechen. Wenn sich jetzt aus der Revisionsverhandluug ergcebt, daß Hüssener nicht einmal wegen Ungehorsams gegen einen Dienstbefehl zu bestrafen war, daß er in wellgehendem Maße durch zum großen Teil mißverstandene militärische Instruktionen gedeckt war, dann trifft die Marine erneut ein schwerer Vorwurf, dann ergrebt sich, daß die Jnstrulliou schwer mitschuldig ist an der blutigen Tat. — Eine durchgreifende Aenderung der militärischen Instruktionen über den Wafsengebrauch ist daher unbedingt und schnell erforderlich. Wie aus Kiel gemeldet wird, hat sich der Fähnrich zur See, Hüssener, bei dem Urteil des Oberkriegsgerichts beruhigt und aus die Einlegung der Revision verzichtet. Deutsches Reich. Berlin, 8. Juli. Der Kaiser ist Dienstag nach- mlltag auf der ,Hohenzollern", die Kaiserin mit chren Sühnen August Wilhelm und Oskar abends aus der ,Lduna" vor Saßnitz eingetroffen. Nach einem Telegramm aus Saßnitz verbleibt der Kaiser heute vor Saßnitz. Der Kaiser machte einen Spaziergang nach StubbenLunmer. Das Wetter ist schön, an Boro ist alles wohl. — Me in Kiel die Besatzung der amerikanischen Kriegsschiffe, so hatten sich, wie die „Nat.Ztg." schreibt, während der darauffolgenden Travemünder Regattatage auch die Besitzer der dort anwesenden amerikanischen Jachten ganz besonderer Aufmerksamkeit und liebenswürdigen Entgegenkommens von fetten des Kaisers zu erfreuen. Hatte eine amerikanische Jacht einen Sieg errungen, so stieg ihr zu Ehren sofort die be- tteffende Flagge der Jacht aus dem „Meteor" empor, und an ;edem der Travemünder Tage erschien der Kaiser auf einer der prächtigen, aufs luxuriöseste eingerichteten ame- rikanischen Jachten. Wie das Kaiserpaar nach Schluß der großen, sich infolge des lauen Wirtdes überaus lang ausdehnenden Wettfahrt, auf der Lübecker Bucht Mrs. Goelett auf chrer Jacht „Nahma" besuchte, so wellte es verschiedentlich auch auf der fürstlich eingerichteten Jacht Vanoerbills „North Star". Auf dieser fand am Samstag, als dem Erinnerungstag der amerikanischen Unabhängigkellserklär- ung, ein Festessen statt, an dem gleichfalls der Kaiser, sowie Prinz Heinrich teilnahmen. Die ,^ohenzollern" feuerte mittags 1 Uhr — dem Zeitpunkte, an dem das Festessen begann — einen Salut von 21 Schüssen ab. Zu dem Feste hatte Vcnrderbill die Travemünder Kurkapelle engagiert, die il a. neben klassischen, sowie amerikanischen Komposi- ttonen den „Sang an Aegi^, die bekannte Kornpositton des Kaisers, auf Wunsch Vanderbilts spielen mußte. — Aus privater amerikanischer Quelle verlautet, der Kaiser habe sich bei einem kürzlichen Luncheon an Bord der zur Meler Woche erschienenen Jacht Vanderbilts seinem Gastgeber anläßlich einer Unterhaltung über den Ausfall der Reichstagswahlen dahin ausgesprochen, daß er n i ch t daran denke, den Reichstagauf- zulösen, selbst dann nicht, wenn die neuen Militärforderungen nicht dnrchgehen sollten, was kaum zu befürchten wäre. Er, der Kaiser, habe das Anwachsen der sozialdemokratischen Stimmen vorausgesehen, hege aber dieserhalb keineBesorg- nis für die parlamentarische oder Weltmachtsstellung Deutschlmrds. Was ihm bei gewissen, der sozialdemokrati- chen Partei angehörigen Leute unsympathisch sei, wären )ie gehässigen Angriffe auf hervorragende Männer Deutschlands, die besseres um ihr Larrd verdient hätten." Im 23er- lause der Unterhaltung soll der Kaiser dann noch auf die Tatsache zu sprechen gekommen sein, daß die Sozialdemokratie in den Vereinigten Staaten fast gar keine Fortschritte mache, obgleich man ihm geiagt habe, daß die soziale Lage der Arbeiterklassen auch in Amerika viel zu wünschen übrig lasse. — Kaiser Wi l h^e lm erhielt die Nachricht von der schweren Erkrankung des Papstes Sonntag morgen an Bord der ,^ohed^ern". $ci dem Schiffsgottesdienst spra ch hierauf der Kaiser ein Gebet für den Papst. Der Kaiser sagte: Depeschen aus Rom enthalten schlechte Nachrichten. „Der Papst, den ich kenne, liebe und verehre, ist in Gefahr. Beten wir für ihn." Der Kaiser sprach sodann einfach und eindrucksvoll ein Gebet für Leo XIII Der Schlußsatz des frei gesprochenen Gebets, das auf die Anwesenden tiefe Wirkung ausübte, lautete: „Die Welt braucht große, gute Männer, möge der allmächttge Gott dem heiligen Vater noch viele Jahre schenken." — Wie eine hiesige Lokalkorrespoudenz wissen will, hat der Kaiser den Anttitt seiner Nordlandreise aus unbestimmte Zett verschoben. Sie erfolgt erst, wenn der Papst außer aller Gefahr ist. Sollte während der Ab- wesenhett des Kaisers der Tod des Papstes erfolgen, jo wttd der Monarch die Reise sofort unterbrechen und nach Kiel zurückkehren, um sich von dort aus nach Italien zu begeben, umderBeisetzungder Leiche des katholischen Oberhauptes persönlich beizuwohnen. — Der König von Sachsen hat auf die Ansprache des Bürgermeisters von Zwickau, der über die trüben Zetten in Sachsen sprach, unter anderem erwidert:. „Den Mut wollen wtt nicht sinken lassen, wenn auch die Zeit ernst ist, gerade da heißt es Mut zeigen uckd aushalten, es wird schon besser werden." — In Würzburg fand in Gegenwart des Prinzen Leopold von Bahern unter großen Kstlichkeiten bte ®nt- hüllung des &tanbb i 1e^ des Prinzre genten Luitpold statt. — Als ältester Reichstagswähler wurde zuerst der 98jährige Jakob Westen in Lüttinghausen namhaft gemacht. Er wurde aber überholt durch den 100jährigen Medizinalrat Dr. Wittth, ällesten Korpsstudenten des Deup- jchen Reiches zu Freiburg i. 23r. Dann wurde der 102jährige Holsteiner Grünwald entdeckt. Nunmehr hat aber die eben genannten Vorgänger und hochbetagten Mitbürger überflügelt der 110jährige G. Becht in Delkenheim. Er soll, wie das „23olk" meldet, in großer Rüstigkeit am 16. Juni seiner Wahlpflicht genügt haben. Damtt dürfte nun doch wohl der älteste deutsche Reichstagswähler endgüllig festgestellt sein, wenn nicht mtt dem Eintreten der Hundstage noch ältere zum 23orschein kommen sollten. — Der deutsche Katholikentag, der im Laufe des August in Köln stattfinden soll, wird durch das Hinscheiden des Papstes eine Vertagung erfahren. - Der erste Kongreß polnisch-katholischer A r pe c t e r v e r e i n - Deutschlands soll im Herbst in Berim stattfinden. Hauptsächlich ist die Errichtung eines Generalsekretariats der polnischen Arbeiterbewegung mtt Ausschluß der sozialdemokratischen 23ereine, sowie eine gemeinsame Regelung des Unterstützungswesens in Aussicht genommen. Die Zahl der Berliner Polen-23ereiue wttd sich demnächst wieder um zwei vermehren. Ein Verein der polnischen Schuhmacher sowie eine polnische Vereinigung im Süden Berlins sind in der Entstehung begriffen. — Nach einer Meldung des „Schles. Vollsztg." schärfte bte Regierung zu Oppeln sämtlichen Kreisschulinspettoren die Goßlersche 23ersüguug ein, die den Lehrern die Teilnahme an polnisch en Vereinen, welchen Namen diese auch führen mögen, untersa gt und trägt diesen arch sofort geeignete 'Schritte zu tun, um die Lehrer AU veranlassen, aus den betteffeuden Vereinen auszuscheioen. — Me sich 'die „jpamb. Nachr." melden lassen, darf es als sicher angesehen werden, daß in den zuständigen Regierungskreisen jetzt die ersten Vorbereitungen für den Abschluß neuer Handelsverträge mit drei Auslandstaaten zu Ende geführt sind. Man wird demnächst an die gleichen Vorbereitungen für die Erneuerung der Verträge mtt anderen Staaten herantreten. Breslau, 8. Juli. Die „23resl. 23olkswach^ erzähtt folgenden 23orfall: Der Sohn des Geh. Justizrats Freund in ätteslau, Vorsitzenden der Breslauer Anwaltskammer und Vorstehers der Stadtverordnetenversammlung, kam kürzlich als Assessor nach Oels. Als er dort im Wirtshause am u r i st e n t i s ch e" Platz nehmen wollte, bedeutete chm ein höherer 23eamter des Gerichts, daß Juden an diesem Tische nicht Platz nehm en dürften. Austtnö. L o n d 0 n, 8. Juli. Heute nacht herrschte im S ch l 0 j s e von Windsor allgemeine Aufregung. Es erschien dort ein Frcnrder, der trotz der ungewöhnlichen Stunde den Rentmeister des Königs zu sprechen verlangte. Man nahm den Mann fest, erkannte aber bald, daß er geistesgestört war. Er verfiel in Tobsucht und mußtt in die Irrenanstalt gebracht werden. Der Unglückliche heißt Klingen st ein und ftammt aus Frankfurt a. Vi. — Die Meldung von einem Attentat auf Loub et wird dementiert. Brüssel, 8. Juli. In der heitte stattgehabten Konferenz nahmen die Vertreter der Zuckerindustrie Deutschlands, Oesterreichs, Rußlands, Frankreichs, Belgiens und Hollands mehrere Beschlnßanttäge an. Um eine Ueber- schwemmung des englischen Marktes zu verhindern, sollen Ausfuhren aus den Durchschnitt der letzten Jahre beschränkt werden. Von jedem der beteiligten Länder soll ein Kon^ tingent ausgestellt werden, die Dauer der Konventton soll dieselbe sein, wie die der Brüsseler internationalen Konvention. Durch dieses Kartell, welches der Zustimmung der interessierten Mächte bedarf, hoffen die Zuckerfabrikanten den gegenwärtigen Preis in Europa anfrechtznerhalten und den Preis in England um 1 oder 2 Frs. zu steigern. Athen, 8. Juli. Die Nachrichten ans der Provinz lauten Hochernst. In Elis haben bewaffnete Bauern ver schiedene Eisenbahnzüge angehalten, um nach Athen zu gelangen und daselbst wegen des Gesetzentwurfs betreffend das Korinthenmon o po l zu manifestieren. Nachdem sie daran verhindert wurden, z e r st örte n sie die Eisenbahnlinie an mehreren Punkten. In Pyrgos bauern die Kundgebungen fort. In Gargaliani wurde der Stmtts anmalt gezwungen, sich an die Spitze der Starrtfeftonten zur auch aus diesem (Gebiete der Kunst immer nur das Beste Lu bieten, abgegangen ist. In Fräulein Tilly Hinken aus Dortmund lernten wir eine Sängerin kennen, die mit ihrem herrlichen glockenreinen Sopran, dessen Wohllaut sie durch verständnisvollen Vortrag und deutliche Aussprache des Textes wirksam unterstützte, einen großen Erfolg erzielte. Namentlich waren eö bie Arie: „Welche Ladung für 5ic Sinne" und die Cavatine ,^Licht und Leben sind geschwächet", mit deren Vortrag sie das Publikum besonders entzückte und reichlichen herzlichen Beifall Hilfe nötig zu haben". " Wahlhumor. In Lich wurde gelegentlich bet Hauptwahl ein Stimmmzetiel mit folgendem Reim abgegeben: „Wer mahlt Köhler, der macht en Fehler, wer wählt Krunim, erscheint mir sehr dumm; wer wählt Heyligen- st ä dt, der kriecht sein Fett. § Vom Oberwalde, 8. Juli. Erne Erinnerung an die jüngste Reichstagswahl enthält der Oberwald. . Dort steht auf kahler, einsamer Hochebene, hart am Wege, ein verlassener Motor, der jedenfalls der dort vor Jahren ln Angriff genommenen Torfausstecherei gedient. Aus dem geschwärzten Motor steht mit kräftiger Kreideschrift bie Mahnung: wählt Binbewald. a. Friedberg, 9. Juli. Mit dieser Woche begannen am hiesigen Großh. Lehrerseminar die vierwöchentlichen S o mm er f er ien und zugleich hat bie erste Seminarklasse eine größere Ferienreise angetreten. An derselben beteiligen sich nahezu alle Zöglinge in Begleitung dreier Seminarlehrer. Sie fuhren am Montag morgen nach Eisenach, von wo der Wartburg ein Besuch abgestattet wurde, sodann ging eö durch das Marien- unb Annatal über bie hohe Sonne imch Ruhla, wo das erste Nachtlager genommen wurde. Der nächste SHorgen führte sie nach Halle, wo nach Berichtigung der Jranckeschen Stiftungen die Weiterreise nach Berlin an- getreten wurde. Der dritte Reisetag war für die wichtigsten I Sehenswürdigkeiten in Berlin bestimmt. Am heutigen Donnerstag geht die Reise weiter nach Stettin, von wo sie die größte und schönste deutsche Insel mit Stubbenkammer und Seebad Lohnen besuchen werden. Von Saßnitz wird bie Rückreise angetreten, wo abermals ein Tag (13. Juli) verweilt wird. Am 13. Juli fahren sie über Magdeburg nach Xl)ale, von wo es per Fuß über den Hexentanzplatz und Treseburg nach Alten-Brak geht. Der nächste Morgen führt sie nach Rübeland, Baumann- oder Hermann-Höhle, drei Annen über den Brocken. Nachdem sie in Wernigerode das letzte Nachtquarttcr genommen, führt sie der letzte Reise- tag über Heudeber, Gofflar, Seesen, Kassel, Elchen nach Zeitlina" * Blinder Hab und der Fanatismus des Klassenkampses haben dafür gesorgt, daß die. in Wort und Schritt an die Anhänger der Sozialdemotratie ergangene Mahnung, das hiesige jdleuiburgertuin d,e Rache der Parte, für den Wahlausgang ,uhlen zu lassen, nicht ohne Wirkung geblieben ist. Durch offene und flille B o n k o t ts hat man, zuni Teil leider mit Erfolg, versucht, be- ,anders die kteinen Geschäftsleute zu f ch adig e n, mdemman nut Drohungen und Versprechungen bie Arbinterkundschaft von allen Verdächtigen fernzuhalten sucht, Wir können allen bemcmgeii, die nun dasür gezüchtigt und geschädigt werben sollen, weil sie nach ihrer ehrlichen Meinung von ihrem gesetzlich verbürgten Stnnni- recht zu Gunsten unseres jetzigen Abgeordneten Gebrauch machten, bie beruhigende Versicherung geben, baß sich unverzüglich aus angesehenen hiesigen Rntbürgem ein Komitee bilden wird, bas es lich zur Aufgabe macht, benGeschabigten ober -Bebra l)t en chiii Rat unb Tat an die H an d z u g eh c 11, vor allem ba- Sa«. Fa > ■ nvn 'Anil iiniaror i'H Al 1CV- erntete.. ,,, , , I ferner war in Gießen noch nicht bekannt der Tenorist I Herr Wolf von ber Oper in Darmstadt. Auch dieser begabte Künstler verstand es, sein schönes Organ in vorteil-1 o----.--------------» ~ . r • Ä-, - , haftefter Weise zur Geltung zu bringen. Er brachte gestern sorge zu teU werben ließen. Sem Hoch galt ber Regierung ben ^wcis, baß er nicht nur ein guter Operntenor ist, —k ^ rmif r>rfinfi firfi I ‘ br auch auf bem Gebiete bes Oratoriums sich mit großem Geschick zu bewegen weiß. Als seine beste Leistung, die ihm ben größten Applaus einbrachte, möchten wir die Arie: „Hier steht der Wandrer nun", bezeichnen. Eine an musikalischen Schönheiten reiche Etisemblenummer war bas Duett bes Lukas unb der Hanne: „Ihr Schönen aus ber Stabt", bas gleichfalls lebhafte Anerkennung sand. Der britte Solist, bet seinen Partnern in keiner Weise nachstand unb gestern gleichfalls große Beifallsstürme zu entfesseln verstaub, war ber in Gießen längst vorteilhaft bekannte Herr Adolph Müller, der mit seiner herrlichen Baß- timme in seinen verschiedenen Solopartien, in «einem Duett | mit Herrn Wolf, unb in ben verschiedenen Terzetten mit Herrn Wolf unb Fräulein Hinken, seine große Sangeskunst wieber im vorteilhaftesten Lichte erscheinen ließ. Daß Chor unb Orchester Vorzügliches geleistet haben, ist bereits erwähnt. Einzelheiten anzuführen halten wir bei ber tadellosen Wiedergabe aller Chöre und der Orchesterpartie nid)t für nötig. Die Zeit für bas Konzert war jedenfalls nicht günstig gewählt; sowett wir uns erinnern, finb diese Konzerte des akademischen Gesangvereins früher im ALai abgehalten worben. Jebensalls haben ddie Flucher be^ gestrigen Konzerts einen genußreichen Abend gehabt unb sicherlich hat jeder Freund guter Musik die T-unv^attebe* friedigt verlassen. —r*’— *• Besitzwechsel. Dachbeckermeister Carlo kaufte das neben dem .Löwen' gelegene, Herrn Christian Schul- mcijcr gehörige HauS Neuenweg 30 zum Preise von 12 500 Mk. ** Die „Kracheburg" wirb, wie wir erfahren, nunmehr enblich von der Bilbfläche verschwinden. Die Eigen- türiier, Gebe. Weber-Offenbach, haben bei der Bürgermeisterei einen Plan zu einem Neubau an ber Stelle des alten nieberzulegenben Hauses an ben Neuen Bäuen eingereicht, nach welchem in bem Stock zu ebener Erbe Läden geplant finb. Mit dem greulichen alten Kasten verschwindet wieber ein Stück Alt-Gießen, bem freilich niemanb eine Träne nachweinen wirb. Das alte Haus bot besonbers in hygienischer Beziehung sowohl ivie auch beim Ausbruch eines Feuers eine eminente Gefahr. *• Deutsche Stuben ten auf bem Montblanc. Gin civis acadeiaicus Ludovicianae bat bie Güte, aus einem Briefe seines Freundes stub. jur. E. v. d. Leyen, einer ber sieben deutschen Studenten in Genf, die den bekannten Aufstieg auf die höchste Bergspitze Europas unternahmen, uns einiges mitzuteilen. Danach ist jene Hochgebirgstour lange nicht so schlimm verlaufen, wie man es in alle Welt hmanstele- graphierte. „Mitten in unserer sonst so schönen Tour", heißt es in dem Berichte, „sahen wir uns plötzlich gezwungen, für einige Zeit Schutz gegen ein herannahendes Gewitter in einer Hätte zu suchen, wo allerdings fünf von uns durch einen Blitzschlag leicht verlegt wurden; es geht uns aber allen wie'der ausgezeichnet. Natürlich traten wir darauf hin bald unseren Rückmarsch an, jedoch ohne eine fremde Friedberg. . t , , . , Büdingen, 8. Juli. Der Gememderat hat fast ein* stimmig dir Errichtung eines Elektrizitätswerkes beschlossen. — Für den Schul hausneu bau sind 5303 Cuaöratnieter Fläche nötig. Die bett. Grundstücke enthalten 7398 Quadratmeter. Die 48 Besitzer sollen ersucht werden, ihre Anteile der Stadt zu verkaufen. Wird mit den Grundbesitzern ein Uebcreinfonunen nicht erzielt, soll alSbalb Lnt- eignungsverfahren folgen. Der Vorschlag des Bürgermeisters, bie Kanalisierung stückweise auszuführen unb mit Schloßgasse, Neustadt unb Küchenbach zu beginnen, resp. 100—150 I Tausenb Mark im nächsten Voranschlag dafür vorzusehen, findet in ber Stabt wenig Anklang. So ift beim bie Kanalisationsfrage wieber vertagt worden. Offenbach, 8. Juli. Der neugewählte Reichstagsabg. Dr. Becker hat erklärt, keinerPartel beitreten zu wollen, sondern sich als „wild" einzutragen. Ferner erklärt er für langfristige Handelsverträge und Ausbau der Sozialpolitik einzutreten. — Eine Folge ber jüngsten Wahlbewegung ist bie Gründung von Vereinen ber bürgerlichen Parteien, Neu-Isenburg ist bereits mit einem berartigen Beispiel vorausgegangen, inbem eine Versammlung einen dahinzielenden Beschluß faßte und eine Kommission nieder- fetde, die sich mit den nötigen einleitenden Schritten befaßte. In Sachen der elektrischen Bahnen im Kreise erklärte sich der Finanzminister Dr.Gnaut h einer Deputation der Stadtverwaltung gegenüber bereit, die Konzession der Stadt zu erteilen. Die Stadt hat sich dagegen längstens bis zum 1. April 1904 zu erklären, ob sie bis zum 1. April 1906 die Strecke Langen-Sprendlingen-Jsenburg-Offenbach im Bau ausführen und in Betrieb setzen will. Offenbach, 8. Juli. Wir lesen in ber „Offenbacher denkbar beste Aufnahme. ES gab ein vorzügliches Abendessen. Darnach mürbe eS bis in die 'Nacht hinein unter ben Abgeordneten sehr gemütlich. Daß die Politik nicht g a n z schweigen konnte, kann man sich leicht denken. Aber Worte von weittragender Bedeutung würben nicht gesprochen. Abg. Pennrich wurde einmal humoristisch als ,Tll)tteriedirek- tor" gefeiert. Ganz besondere Ehrungen erfuhr der greise Senior der Abgeordneten, M ö l l i n g e r, ber es sich nicht hatte nehmen lassen, auch mit auf den Hoherodslöpf sich zu begeben. Bezirkskassier Haas von Grebenhain hob hervor, wie gern und freudig bie Vogelsberger die Abgeordneten willkonimen hießen. Er bedauere nur, daß sie nicht vollzählig hier geblieben seien. Mehr und mehr trat dann Fidclitas in ihr Reck)!. Morgen um halb 9 Uhr scheiden mir von bem gastlichen Ort. Weiter gehts dann nitt Wagen zunächst nach Crattiseld uiid Harttnannshain. Die Abgeordneten, die in den beiden anderen Orten nächtigen, merbem sich morgen früh dazu hier mieber versammeln. Möchte bann bas Wetter etwas günstiger fein. und der zweiten Kammer. — Darauf erhob sich Geh. Re-1 gierungsrat Haas, um ber Stabt Schotten freundliche Worte zu widmen. Während alsdann der 2lbg. Weidner sich anschickte, des Landesfürsten zu gedenken, wurde ein amüsantes Getuschel ber sozialdemokratischen Abgeordneten laut, bie sich um eine Einigung über ihr Verhalten in dieser Sache bemühten. Schließlich blieben sie, als bie Tischgesellschaft begeistert in das Hoch aus den Großherzog einstimmte, allein sihen. Der Abg. Ulrich äußerte sich sehr unwillig unb gereizt über biesen Vorgang zu seiner 9cachbarsck)aft, bie sich ein Vergnügen daraus machte, chm ihre patriotische Gesinnung recht ein- Ucber ben Aufenthalt in Salzhausen wirb uns von anberer Seite noch geschrieben: Zunächst würbe ber ausgedehnte Park in Augenschein genommen, über ben nur eine Stimme ber Anerkennung unb Bewunderung laut wurde. Insbesondere sanden auch die von Geh. Obersorstrat Walther ins Werk gesetzten Reu^ schöpsungen und (Srmeiterungeii der Parkanlagen auf dem Rabenstein u. xl O. vielen Beifall. Zwar fmü die Neuanlagen noch im Werden, aber der Kundige ahnt bereits, „was aus dem Kindlein werden wird". Die eingehende Besichtigung der verschiedenen Quellen, die sich hieraii anschloß, bringt uns hofsenttich die Ersüllung langsam gehegter Wünsche: die zeitgemäße Fassung und Ucberdachung der Trinkquellen. Bei dem Frühstück wirkten erheiternd die Aeußerungen einiger Abgeorditeten, die uns zeigten, mic unbekannt unser Bad nebst allen seinen Vorzügen selbst in ben maßgebenden Kreisen unseres Landes ist, und wie sehr es an ocr Zett ift, daß hierin Wandel geschaffen werde. „Hier ist's aber ganz schön, — jo der erste, — ,chas hätte ich metn Lebtag nicht acqliiubt; ich dachte, Salzhausen das sei jo ein Winkel". dringlich auseinanberzusetzen. Es war 31/2 Uhr, als sämtliche Teilnehmer (außer Fi- uanzminister Dr. Gnauth und Ministerialrat Wilbrandt, die von Bad Salzhausen ans zurückgereist waren und einem Abgeordneten, bem in Schotten das Wetter zu schlecht wurde) zu Wagen sich aus ben Weg nach bem Hoherods- kops machten. 12 Wagen bewegten sich in ber Richtung nach Ulrichstein aus die Höhe, von ber man allerdings keine hübsche Fernsicht genoß. Ein kleiner Imbiß wurde auf bem Hoherodskops genommen, wobei Geh. Regierungsrat Haas bedauerte, batz die Witterung so schlecht sei und die 5-ofs- nuna aussprach, baß es morgen besser werben möchte. Besondere Worte des Dankes richtete der Geh. Regierungsrat Haas an Geh. Regierungsrat Schönfeld, ber die Reisegesellschaft trotz der Ungunst der Wttterung au; die Höhe begleitet img i einen ««dar! Ul Dffenbad) decke.-«. Es wird auch ein Land» ■' aebilbel werden, um zu verhüten, datz durch blmb mutende Rach sucht eine Anzahl schwächerer Existenzen vernichtet oder dauenn aus MüM uni» Kanö. Gießen, Juli 1903. ** Die Gemälde-Ausstellung, welche bekanntlich gegenwärtig mit einer kunstgewerblichen Ausstellung verbunden ist, ist nur noch bis zum 19. ds. Mts. geöffnet Ferner können wir noch mitteUcn, daß der Vorstand des Äunstverems beschlossen hat, den Besuch der gegenmarUgeu mt1 ^rad« der Ät” Letinnfmi-«“»öircv Ausstelliing auch einmal ohne Erhebung von Eintrittsgcld - ■ ic.^ ......x n.» ctnnb« gestatten, unb ift dieselbe tommenben Sonntag, den 12. d. zum allgemeinen Besuch unentgeldlich geöffnet. ^a£e'_jUj bem Wege nach Erebenh-rin konnte natürlich wegen des Ziegenwetters von Bejichrigungen nicht,die Rede sein. Abends gegen 8 Uhrttas die ganze Gesell, chchtrn vir eben- harn ein, von wo ein Teil nach Lia n t e r b ach, ern anderer ch-ch Lrain,eld abzweiare, um dort. zu udernachten da in der jLiorte" in Grcbenyarn nicht alle lluterkunsl finden tonnren" Tic „agrarischen Äbgcordncten" blieben, wie spater jiM. Löhler-^ngsvorf sich -uSdruckte, w ber ftrone, b« den Boaelsbergcr dauern. Ber it a r l s t r au ch, dem rrcssllchen Lrrt der Leone, fanden die „Grebenhainer" dre —z. Grebenhain, 8. Juli. Trotz deS schlechttn Wetters, diuö unglücklicherweise gerade heute hereingebrock)en war, herrscht heute abend im Kreise der Zlbgeorbneten, die bie Reise in das entlegene! Gebttge gemadg haben, eine Munterkeit und Frische, die davon Zeugnis ablegte, daß das Ergebnis des 'Tag^s allen Zufriedenheit gereicht. Als heute morgen um 7.55 Uhr von Darmstadt der Extrazug mtt den Teilnehinem des Ausflugs abfuhr, war der Hunmel zwar bewölkt, ließ aber Schlimmes nichts erwarten. Man fuhr programmgemäß zunächst bis Bad-Salz- baufen, wo der Zug um 10.16 Uhr einlicf. Bon der Großh. Regierung hatten sich angeschlofsen: Mnanyninifter Exz. Dr. Gn auty, dte Mimsterralräte Braun unb Wilbrandt, Geh. Obersorstrat Walter und Baurctt Schm ick. Folgende Ätttglieder der zweiten Kammer waren beteiligt: Ter 1. Präsident Geh. Regierungs- cat Haas, der 2. Präsident Dr. Schmitt, Schill, Diehl, Joutz, Euler, Ulrich, Cramer, Berthold, Orb, Sensfelder, Lang, Br ei m er, Häusel, Seelinger, Brauer, Erck, Braun, Pennrich, Möllinger, Rüppe r, Schönberaer, v_.r Leun,Hauck, Bähr, Hirschel, Köhler, Molth an,l"^^efällt mir hier alles "jo gut, daß ich daran deute,! Dr. Frenay, Schlenger, Horn, Schmalbach, ^stes Jahr selbst zur Kur herzugehen" — der zweite. Weidner, Korell, Roack; mitgefahren waren ferner Uni) j0 |ü.ßtc ein dritter der Herren hinzu, — „werde zwei Vertreter des Bureaus des Landtages. hweh dieses Jahr mit meiner Frau zum Kurgebrauch hierher Der Ausenthatt in Bad Salzhausen war zwar ^mmen." Wir geben uns der zuversichtlichen Hoffnung hm, ^f)r kurz, aber er genügte, um die Herren mit ben Schön- cicu ^ie Zusicherung eines ber Laudtagsabgeordneteu hetten unb Sehenswürdigketten des idyllisck-en von allem erfüllen werde: „Glauben Sie nur, unser Hiersein wird nicht Geräusch verschonten Badeortes bekannt zu mad)en. Unter | üeracb(id) sein, es wird für Salzhausen Früchte tragen." Führung von Geh. Oberforstrat Walter und Oberförster . ------- L ---- unb Badedttettor Cellarius wurde das Bad mit allen seinen Akademischer Hejangverem Einrichtungen, das Kurhaus, die Cuellen, das neue Bohr- Gießen, 9. Juli. h)d) u. a. genau besichtigt. Darauf wurde in der Halle im ou bebemenbftcn Tondichtungen Haydns werden turgarten, die aus diesem Anlaß festlich geschmückt mar, erster Linie seine beiden großen Chor- und Orchester- :in von der Großh. Regierung gespendetes üppiges Früh- werke, die „Sck)öpsuug" und die „Jahreszeiten" ge- stück eingenommen. Finanzminister Gnauth toajtete dabei ^ie Schöpfung hat vor einigen Jaheen in Steins aus Bad Salzhausen, das ,Lieblings-, mitunter auch ^^n eine musterhafte Ausführung erlebt, unb gestern, Schmerzeuskinb ber Regierung". Geh. Regierungsrat g gu(iz erfreute Herr Musikdirektor £$ aut mann Haas erwiderte mit einem Hoch auf die Regierung unb alle, un|cr [ c^cr allzu zal)lreich erschienenes — musi- bie für bas herrliche Bad etwas übrig haben. Um Publikum durch eine Anfiührung der Jahreszeiten, erfolgte die Abfahrt nack) Schotten, wo der Ertrazug umL^1 ber ec ^ufs neue ben Beweis erbrackste, daß er nicht 12.23 ankam unb unterwegs bie Verwunderung ber biederen ben akademischen Gesangverein vortrefflich geschult Vogelsberger erregte. Am Bahnhof Schotten hatten fühl hat, jonbern auch mit bem durch auswärtige Künstler ver- zum Empfang eingefunben Kreisrat Geh. Regierungsrat Märkten Orchester unseres Regiments vorzügliche Lestlungen Schoenfeld, Bürgermeister Kromm von Schotten unb anbere h^ten weiß. Haydns Jahreszeiten jmd ein "Werk, das Vertreter ber Behörden. Da heute gerade auch Ausmuster- |einein gI0^cll Reichtum ber versehiebenartigsten Entp- ung in Schotten stattfand, jo waren auch viele bünberge-Minbun.cn nlit überall sich zeigenben Älang- schnrückte Burschen am Bahnhof und — das Auge des L'dwnliciten in ber Zusammenwirkung von Solisten, Ehor setzes, nämlich zwei Gendarmen, was von einem sozial-Orchester jeden begabten Dirigenten, wenn auch nicht demokrattjchen Abgeordneten beinahe falsch gebeutet_roor- öor einc ^hx schwierige, aber äußerst bankbare Aufgabe ben wäre. Nach ber An tuns t besichtigte man zunächst das Was Herr Musikdirektor Trautmann in bem ßeftrigen sehr sehenswerte alte Rathaus. Tann begaben sich bie ert geleistet hat, ist höchsten Lobes wert. Nicht nur Herren vor die Kirche, wo, mtt dem Hintergrund des alter- .-^uden Chor unb Orchester unter seiner bewährten Leit- tümlichen Rathauses, eine photographische Aufnahme ge- u,m aus ber Höhe künstlerischer Vollendung, auch in ber macht wurde, die sicher lebensvoll und stimmungskräftig der Solisten hat es sich aufs neue gezeigt, baß ausgefallen ist unb ben Teilnehmern, wenn sie im Besitze unrer Dirigent bis heute noch nicht von seinem Grunbsatze, des Bildes sind, sicherlich ein nettes Andenken jein toirb. - - - - - ' - ------ -- Nach der Besichttgung ber Kirche ging man in das altrenommierte Gasthaus zur Post, wo in ben RÄtmen bes oberen Stockwerkes der Wirt Cellarius bas vorzügliche Fest-! mahl hergerichtet hatte. Tie Tafel war sehr geschmackvoll geschmückt, unb bas Menü äußerst reichhallig und gut: Französische Suppe, Forellen mit Butter, Tampfkraut unb Solberfleisch, Bohnen unb Zunge, Cervelatwurst, Gansbraten, Salat, Kompot unb Obst. Der Wein fanb auch allgemeine Anerkennung. Bürgermeister Kromm erhob sich zuerst zu herzlichen Begrüßungsworten, mit benen er der Freude darüber Ausdruck gab, daß die Abgeordneten sämtlicher Provinzen nach Ober Hessen gekommen feien unb damit bekundet hätten, daß die Regierung und die Kammer gemeinsam bem entlegenen Vogelsberg warmherzige Für- Ui MTni. Der Ministerpräsident Thoot-okiS erklärte dem datz er nur unter nnmenbung em ft er Maßregeln die Ruhe miede rh erstell en kimnte. In der Depittiertenkammelr teilte Thevtokis mit daß das Kab i n e t t die Demission eingereid)t habe und diese vom )bi>nig angenommen {er Theowkis greift heftig die Opposition an, die er beschuldigt. den gegenwärtigen Aufruhr veranlaßt zu Hoden. Der Präsident der Kammer hebt alsbald die Sitzung auf, worauf ein heftigeren m ult sich erhebt. Die ganze Opposttion protefriert, schreit und schlägt aus die Pillt- deckel. Einige Depiitterte werden handgemein. Ans den Tribünen nnrb geschrieen und gepfiffen. Rolles wurde mit der neuen Kabinettsbildung betraut Ausflug der 2. SläudeUummer in deu Wogelsverg. (priginalattilel des „Gieß. Anz.") L geschädigt werde. Wir bitten also diejenigen, die unter der Gehässigkeit der Gegner um ihrer polittschen Ueberzeugung willen zu leiden haben, ihre Adresse (wenn gewünscht, wird Diskretion zugesichert) an die Redaktton gelangen zu lassen, und uns ferner mit Darlegung der Verhältnisse und sachgemäßen Vorschlägen zu unterstützen". Frankfurt, 9. Juli. (Eigener Drahtbericht.) Der Großherzog von Luxemburg ist mit Gefolge hier eingetroffen. Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Rachbarstaaten. Das Fest der goldenen Hochzeit feierten Rendant i. P. Weigel und seine Ehefrau in Friedberg. Weigel steht im 80. Lebensjahr. — Aus Mainz schreibt man: Vor kurzem erhielten die älteren Subalternbeamten der Post besondere Auszeichnungen und zwar goldne Schnüre je nach dem Dienstalter. Die Freude über diese Auszeichnung wurde dieser Tage dadurch getrübt, daß jedem der Ausgezeichneten eine Gebühr von Mk. 2.30 für die Verleihung der Schnüre in Anrechnung gebracht wurde. — Der aus Grund des neuen Weingesetzes von der hessischen jRegierung ernannte Kellerkontrolleur Oekonomierat jweiler-Da rmstadt hat sein Amt niedergel egt. Vermischtes. • Berlin, 8. Juli. Der Buchhalter Roehr einer Holz- /handlung flüchtete nach erheblichen Unterschlagungen. • Heidelberg, 8. Juli. Einem amerikanischen Touristen wurden 15 000 Mark gestohlen. Der Dieb wurde ver- > hastet. * Graz, 8.Juli. Neuer Schnee bedeckt die Kärntner Alpen. • Bruch einer Talsperre in Pennsylvanien. Bei Oalfordpark brach am Abend des 5. Juli der Damm der dortigen Talsperre. Etwa 150 Personen sollen dabei umgekommen und nahezu 200 mehr oder weniger schwer verletzt sein. Der Dammbruch war die Folge eines Wolkenbruches. Durch die Bruchstelle ergoß sich ein Strom von zwanzig Fuß Tiefe auf sechs kleine Dörfer, die vollständig zerstört wurden.________________________________________________ Sport. * * Gießen, 9. Juli. Am Sonntag hatte sich die I. Mannschaft des „Gießener Fußballklubs 1900" nach Siegen begeben, um gegen die L Mannschaft des „Siegener Fußballklubs" das Retourspiel auszusechten. Gießen spielte nut Ersatz, während Siegen seine vollständige L Team ins Feld stellen konnte. Trotz- dem, und obwohl die kleinen Dimensionen des Siegener Platzes für die ein größeres Spielfeld gewohnte Gießener Mannschaft sich ziemlich uachtettig bemerkbar machten, gelang es Gießen, nach scharfem, aber fairem und flottem Spiel mit 2:0 Goal zu siegen. Die hiesrge Mannschaft verdankt ihren Erfolg in erster Linie dem guten und schnellen Zusammenspiel der Stürmerreihe und der pals-Backs, während andererseits die Backs und der recht vielversprechende Gralmann die Siegener Stürmer nicht auftommen ließen. Dieses Wettspiel hat gezeigt, daß die Gießener Mannschaft bei fleißiger Uebung einen nicht zu überschätzenden Gegner abgeben dürfte. Es sei auf die am 12. Juli, 4 Uhr nachmittags, auf dem Trieb ftattfindenden Lauf- und Springkorikurrenzen hingewiesen, an die anschließend im Schützenhaus ein Kommers stattftndet, zu dem alle Freunde und Gönner des Klubs willkommen sind. Hannover, 8. Juli. Als Festort für das n ä ch st e im Jahre 1906 stattfindende Bundesschießen wurde in der heute mittag abgehattenen Sitzung des gesamten Hauptausschusses M ü n ch e n gewählt. Einladungen waren außer von München noch von Hamburg und Düsseldorf ergangen. Kunst und Wissenschaft. Berlin, 9. Juli. Professor Kossel vom Reichsgesundheitsamt berichtete gestern abend in der Berliner medizinischen Gesellschaft über die Arbeiten der im Anschluß an die Koch-Schütz'schen Versuche eingesetzten Tuberkulose-Kommission. Kossel faßte die Ergebnisse der Versuchsreihe so zusammen: Die Menschen - Tuberkulose kann aus das Rind übertragen werd en und umgekehrt. Unentschieden bleibt noch die praktische Frage, welche Uebertragung die häufigere und wie groß die Gefahr der Uebertragung ist. Gerichtssaal. Braunschweig, 8. Juli. Die L Zivilkammer des Landgerichts verkündigte die Entscheidung in der seü dreißig Jahren schwebenden Alimentenklage, welche die Erben der verstorbenen Gräfin Civry, einer natürlichen Tochter des Herzogs Karl von Braunschweig, gegen den König von Sachsen und den Herzog von Cumberland als Erben des Herzogs Wilhelm und gegen die Stadt Genf als Universalerbin des Herzogs Karl angestrengt hatten. Die Klage forderte 300 000 Mk. als Alimente. Die Zivilkammer erkannte auf Abweisung. Chemnitz, 8. Juli. Vor dem hiesigen Schwurgericht wurde heute der 25 Jahre alte Schweizer Kamprath wegen Doppelraubmordes, begangen am 1L Juni am Gutsbesitzer Müller und dessen Wirtschafterin, zweimal zum Tode verurteilt. Kirchliche Nachrichten. Hottrsdrrnst drr israelitischen Keligioasgesellschafi. Sabbathfeier am 11. Juli 19 03. Freitagabend 8 Uhr. Samstag Vormittag 8 Uhr. Nachmittag 4 Uhr. Sabbathausgang 9.20 Uhr. Wochengottesdienst: Morgens 6 Uhr, abends 8 Uhr.________ Neueste Meldungen. Originaldrahtmeldungen des Gießener Anzeigers. Berlin, 9. Juli. Die „Nat.-Atg." wiederholt heute ihre Forderung vom 25. v. M., daß die im Prozeß gegen die Pommerbank wiederholt genannte Geheimliste der Angeklagten Schulz und Romeick mit den wirklichen Namen der bestochenen Elemente zur Veröffentlichung gelangt. Das Blatt hält die Erfüllung dieser Forderung durch den Gerichtshof für einen Akt der Loyalttät gegenüber der Berliner Journalistik, welche ein Recht darauf habe, eine Verdächtigung abzuwehren, die, solange sie sozusagen in Bausch und Bogen erfolgt, das Ansehen des Gesamtstandes zu schädigen geeignet sei. Essen, 9. Juli. Der jüngst gewählte Zentrums-Abg. Stützet ist von einem Schlaganfalle betroffen worden. London, 9. Juli. Nach dem Besuche beim Minister Lansdowne begab sich Präsident Loub et gestern abend nach dem Buckinghampalast, wo das Königspaar chm zu Ehren einen Ball gab. Am Eingang empfing der König den Präsidenten, welcher der Königin den Arm bot und mit ihr an der Spitze des sich ordnenden Zuges die Festräume durchschritt. Der Präsident, der sich nicht am Tanze beteiligte, kehrte um 1 Uhr morgens nach dem Saint Jamespalaste zurück. — Der Erste Lord der Admiralität, Lord Selborne, gab gestern den Offizieren des amerikanischen Geschwaders, welches augenblicklich vor Portsmouth liegt, ein Festmahl. Darauf wohnten die Offiziere dem zu Ehren des Präsidenten Loubet veranstalteten Ball bei, wo sie König Eduard vorgestellt wurden. In Portsmouth wurden 500 amerikanische und 1300 englische Seeleute vom Bürgermeister bewirtet. Die Krankheit des Papstes. München, 9. Juli. Die päpstliche Nunttatur erhielt heute ein Telegramm von Kardinal Rampolla aus Rom, demzufolge der Puls des Papstes schwächer geht, das Allgemeinbefinden und die Stimmung sich aber etwas gehoben haben. Rom, 9. Juli. Der „Voce della verita" zufolge hat der Papst die Nacht ruhig verbracht. Die große Schwäche hält an. Rom, 9. Juli. Beim Papst ist eine Harnstoff- Vergiftung infolge des Versagens der Nierentätigkett eingetreten. Die Nieren-Funktion hat sich indeß plötzlich wieder eingestellt. Als die Aerzte 8en Kranken wieder untersuchen wollten, bat dieser flehentlich, ihn ruhen zu lassen. Er sei so müde und sehne sich nach Ruhe. Professor Eardarelli von der Universität Florenz, den die behandelnden Aerzte wegen der bedenklichen Symptome der Nierenlähmung zuziehen wollten, hat den Rus an das Krankenlager Leos dankend abgelehnt. — Das gesamte Personal des Vatikans ist infolge der bestehenden Alarm-Gerüchte und Nachtwachen total erschöpft. Der major domus Eagiano liegt schwerkrank darnieder. Mons. Volpini, der als Sekretär des Eouclave fungieren sollte, erlitt im Vorzimmer des Papstes einen Schlaganfall und hat bereits die Sterbesakramente erhalten. — Die französische Regierung hat hinsichtlich der Pariser Reise des Königs geantwortet, daß sie sich den Erwägungen betreffend Aufschub der Reise anschließe. König Viktor dürste daher, wenn der Papst stirbt, erst Ende Juli nach Paris reisen. Bei den Erörterungen über den Auffchub der Reise des Königs im Ministerrat wollte die Mehrheit der Minister von dem Auffchub nichts wissen. Der Aufschub der Reise um des Papstes willen hieße so.viel, wie Italien in eine Abhängigkeit vom Vatikan zu versetzen. Berlin, 9. Juli. Die Nachricht, daß der Kaiser wegen des Ablebens des Papstes seine Nordlandreise verschieben werde, fft nicht richtig. Der Kaiser und die Kaiserin werden des außergewöhnlich guten Wetters wegen noch einige Tage in den Gewässern der Insel Rügen segeln. Dann wird der Kaiser die Nordlandreffe programmmäßig antretcn. Rom, 9. Juli. Dec Papst schlief diese Nacht ruhig. Das Allgemeinbefinden ist ziemlich gut. Der Zusland des Kardinals Volpini ist sehr gefährlich. Die ganze linke Sette ist gelähmt. Telephonischer Kursbericht. 3V«o/o Reichsanleihe . . 3% do. . . . 3V8% Konsole . . . . 8°/o do...... 3*/2°/n Hessen . . . . 3*4% Oberhessen . , . 4% Oesterr. Goldrente . . 4lj6% Oesterr. Silberrente 4% Ungar. Goldrente, . . 4°/j Italien. Rente . . . 4%% Portugiesen . . . 3°/ Portugiesen. .... 1% C. Türken . . . . Türkenlose...... 4% Grieoh. Monopol.-AnL 4Vf% äussere Argentiner Frankfurt a. JA., 9. Juli 1903. 102.20 9L30 102.25 91.30 101.00 100.00 102.90 105.40 101.80 103.30 49.70 31.20 33.90 3% Mexikaner .... 26.75 fVgVü Chinesen .... 92.60 Electric. Sohuckert ... 92.25 Nordd. Lloyd . . , . 99.20 Kreditaktien..... 207.60 Diskonto-Kommandit. . . 186.10 Darmstädter Bank . . . 136.60 Dresdener Bank .... 147.00 Berliner Handelsges. . . 153BO Oesterr. Staatsbahn . . . 143.30 Lombarden.....18.00 Gotthardbahn.....191.70 Laurahütte ...... 214.00 130.20 Bochum ....... 173.00 44J)0 Harpener......177.75 —.— Tendenz: schwächer. Die allseitig als äußerst reichhaltige und kunstvoll arrangierte Deutsch-Koloniale Jagd-Ausstellung wurde, um vielfachen Wünschen zu entsprechen, vom 15. Juli brs 10. August ausgedehnt. Hierdurch wird die mit dieser Ausstellung verbundene Lotterie, welche nach Schluß derselben vorzunchmen ist, erst am 1L August er. in Karlsruhe gezogen. Bet dieser Lotterie werden 2328 Gewinne mit 40 000 Mk., wovon der Hauptgewinn 10 000 ML, 3 i 1000 Mk., 4 ä 500 Mk., 20 ä 100 Mk. rc. bar ohne Abzug zur Verlosung kommen. — Lose zu 1 ML, Porto und Liste 25 Pfg. find, so lange Vorrat, vom Generalagent I. Stürmer, Straßburg L E-, und allen inserierten Losverkaufsstellen zu beziehen. Das Nähere ist aus den Inseraten rc. zu ersehen. Zu vermieten Schöne 4-Zimmer-Wohuung im 2. Stock, mit Küche, Keller, Bodenkamer, Trockenboden rc. ver L Oktober zu vermieten. (5380 I. H. Fuhr, Sonnenstraße 25. Neubau Hofmanustratze 8 1. Etage, 6 schöne, geräumige Zimmer nebst Zubehör, der Neuzeit entsprechend eingerichtet, per sofort zu vermieten. 5382 _____Näheres bei H. Winu. Hammftr. 1Ä 3-Zrmmerwohnung mtt Zubehör zu vermieten. (5383 Näheres Lahustraße 11. 03279] Schöne Vier-Zimmer- wohnung, 1. 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