DienstagN. Juni 1903 153. Jahrgang Erstes Blatt. u ParoxismuS hat die Gegner des alten Freisinnskämpen er- en läßt. ie also immer nstrecke Fried- Presse warnt. e, am 6. d. em ein Lo- bchörde, Gerichtsassessor Tr. Hetzel j daß der Angeklagte ans § 176 Abs. I gefehlt habe und dafür bestraft werden müffc. Situation sei ni<" '***" ~ nährers. R. B. Darmstadt, 8. Juni. Bei unserer städtischen Sparkasse besteht seit langem die sehr anerkennenswerte Sitte, einen Teil der Ueberschüsse zur Prämiierung an Dienstboten zu verwenden. So haben in den letzten Jahren im ganzen 449 Dienstboten, die eine Reihe von Jahren bei hiesigen Herrschaften zur Zufriedenheit tätig sind, zusammen .5000 Mart als Prämien erhalten und zwar 188 Persons mit 4—6 jähriger Dienstzeit je 7 Mark, 109. Personen mit 7—10 Jahren je 10 Mark, 94 Personen mit li - Jahren je 15 Mark, 48 Personen mit 21—L Zo re Mark - Personen mit 36—47 ! Jahren je 27 Mart und 2 Personen mit über 47 Jahren Dienstzeit je 28 Mark. Nr. 132 Urschet«! täglich außer Sonntag». Dem Greßener Anzeiger werden im Wechsel mit dem hessischen Landwirt die Gießener Familien- blätter viermal tn der Woche betgelcgL ätotattonibrud u. Ber- ßag der vrähl'sche« Unwers.-Buch- u.6tem- brucffret (Pietsch Erdens Redaktion. Orpebilton und Druckerei: Schulftraße 7. Cbrefle für Teoescherr: «nzeiger Gießen. Fervsprechanickluß Nr. 51. tzaiwurgericht. W Gic ßeu, 9. Juni- Politische Tagesschau. Der Kampf gegen den Abg. Richter. Aus Berlin, 8. Juni, wird uns geschrieben: Das äußerlich hervorslehendste Merkmal des Wahlkampfs ist der leidenschaftlich und so unparlamentarisch wie möglich' gefü hrte Kampf derSozial- demokraten gegen Eugen Richter. Lin wahrer Gestern vormittag eröffnete der Vorsitzende, Land- gerichtsrat Prätorius die erste Verhandlung des dies- komotivführer betroffen wurde. Der kurz nach 8 Uhr abends Friedberg in der Richtung nach Hanau verlassende Personenzug 836 hatte zwei Lokomotiven, die zweite bediente der Lokomotivführer Hilgenberg. Zwischen den Stationen Assenheim und Erbftadt beugte sich der Genannte etwas heraus, um nach dem Laufe der Maschine zu sehen. Im selben Augenblick kam nun auch auS entgegengesetzter Richtung der Hanau 7,45 Uhr verlassende Personenzug vorübergesaust und ein vorspringender Handgriff eines 4. Klassewagens zerschmetterte dem Lokomotivführer die Hirnschale. Jedenfalls war derselbe sofort tot Er stürzte aber auch noch herunter und wurde von den Rädern zermalmt. Eine Witwe und sieben Kinder im Alter von 1—11 Jahren betrauern den Tod ihres Er- iene Berdamnaunaen i uiuvuu. demnächst tn Angriff genommen wer- Ä tükbbchst-n W d-n. Er soll im untern Stodroer! zwei Schulsalr, im - • ö 'oberen die Wohnungen für die beiden Lehrer enthalten. Obgleich die Zahl der Schüler an der hiesigen jetzt noch einklassigen Schule noch nicht 90 beträgt, ist die Gemeinde doch gesonnen, ein zweiklassiges Schulhaus zu bauen und ' *--- *' " ~-r" zu errichten. tiflmu» zu sehr in der Vogelsberger Bevölkerung sich eingebürgert habe. Welcher Art nun dieser Antisemitismus ist, das beweist folgender charakteristische Vorfall, der sich tagtäglich überall wiederholt Ein Bauer zu U. im Meise Schotten, als eingefleischter Antisemit bekannt, hatte ein Statt zu verkaufen. Er rief einen vorbeigehenden Mischen Händler in den Stall und verkaufte ihm bas Stück Vieh für 85 Mt. Der Viehhändler setzte dasselbe Kalb in demselben Orte an demselben Tage mit 15 Mk. Verdienst an einen dortigen Bauern wieder ab. — Was beweist dieser Handel? Jeder unserer Bauern weiß, daß er die Händler unbe - g hat, wenn er seine Produkte absetzen und I, und zweitens weiß er auch, daß ein christ- 11 * * x wie ein Ter „Reichsanzeiger" meldet: Am 5. ds. starb hier I der österreichische Arzt Tr. Milan Sachs, 25 Jahre alt, auä Agram, welcher sich seit einigen Wochen im königlichen Institut für Infektionskrankheiten mit bakteriologischen Arbeiten über die Pest beschäftigte. Sachs war in der Nacht zum 3. Juni unter Erscheinungen von Lungenentzündung ertrantt. Der behandelnde Arzt schöpfte mit Rücksicht auf die Beschäftigung des Kranken und bei dem schweren Verlauf der Krankheit Verdacht und meldete den Fall der Polizeibehörde als pestverdächtig. Ter Kranke wurde daher alsbald im Krankenhaus abgesondert Es wurden alles Maßnahmen ergriffen, um eine Wetter Verbreitung der l Krankheit zu verhüten, falls es sich tatsächlich um Pest handeln sollte. Ter Verdacht wurde verstärkt durch das llinische Bild des Krankheitsverlaufs und die mikroskopischen Untersuchungen. Tie Diagnose ist außer Zweifel gestellt durch die mittels Kulturen und Tierversuchen ausgcfuhrte, heute zum Abschluß gelangte bakteriologische Untersuch- una. Tie durch Berührung mit dem Verstorbenen gefährdeten Personen sind unter ärztlicher Ueberwachung abgesondert worden. Die erforderlichen Desinfekttonen und übrigen Maßnahmen sind ausgeführt worden. Ter Todesfall hat nach dem D. B. Hd. noch eine Vorbeugungsmaßregel zur Folge gehabt. Sämtliche Charitt- Baracken in Berlin mit Ausnahme derjenigen, die mit Mollerten Aerztcn belegt sind, wurden geräumt, um vorsicksis- halber noch gründlich desinfiziert zu werden. T^e Patienten, die mit dem Pestfalle auch nicht unmittelbar etwas! zu tun haben, wurden je nach ihrem Gesundheitszustände in ihre Wohnungen entlassen ober in einer Station unter- gebracht. Tw Isolierten befinden sich wohl, mit Ausnahme eines Wärters. Bei diesem stellten sich leichte Fieber- erscheinungen ein. Ter Zustand des Wärters, der Dr. Sachs verpflegt hat, hat sich unterdessen verschlimmert. Eine sichere Deutung lassen die starken Fiebererscheinungen des Erkrankten zurzeit noch nicht zu Ter bellagenswerte Tod des jungen Forschers wird begreiflicherweise in wissenschaftlichen Kreisen lebhaft erörtert Gerüchte, das preußische Kultusministerium erwäge die Frage des Verbotes baktertologis cher Peststudien sind dem „B. D" Ntfolge unzutreffend. Ta« kann gar nicht anders sein. Deutschland darf die wis,en-i b'esG^un'b rechts des Rutschen Volkes,«doch gesonnen, ein zweittassiges^utyaus fchaftlichc Forschung n-ch dorn Pcstcrr-g-r <-ben,ow-nrg L^wWchtZ rinlreten werde. Tre W ° h l kann nach ^>en Pollendung dt-zwerte «chulllafb mben lassen, wie andere Staaten dres tun W wurde d-- schwierig sein und muß zu Frrcdberg, 8. Jun,. Auf der Bah., sonst gegen die in, Abkommen fcstgelegt- Berernbarung be, solcher cro tr?°tr Wal l au auds -> llen. berg.Yunau ereignete uh, den Bwttern zusolm handeln, die allen Staaten mioblassige Arbett in der rlMt- Gu ' Vernunftgründe versagen da, wo der anti-sM. em gräßlicher UngluckSf^all,^von d ung der Pestabwehr zur Pflicht macht. Der m Pqt-I Fanatismus m den Herzen wuchert. Im ansteckuiig gehört, wie die „Vos'. Ztg. mit Rech^ heroorbebt machen sich starke Nachwirkungen von der gleich Explosionen m chemischen Laboratorien zu den schwer ^^ag^vahl her gegen die Wahl des toeiSrate vermeidlichen Unglücksfällen.. Eine andere Frage ist, ob bemerkbar Könnte Kreisrat Dr. Wal lau sich die Untersuchung der Pefterreger zu i^ere^n^lä^t!öffentlich die unzweideutige Versicherung lichen Zweüen nicht nocy scharfer kontrollieren tovt N bn/^2ß er iu keiner Weise an de r Auf» Nach einer Meldung der „Köln. Ztg-.^stelluna des Bürgermeisters Stöpler m Lauterbach zum ist infolge Auftretens Ser Pest an der Wc'lku'te von Sud-1Altung ^s bisherigen Landtagsabgeord- amerila hier für Schiffe aus den dortigen Hasen Quaran-s Bürgermeister Zinßer in Schlitz mitbeteiligt täne angeorbnet worden. gewesen ist, so würde Kreisrat Dr. Wallau seine Aussichten -___ ’ 11 ' im Schlitzerland wahrscheinlich Wesentlichverb ess er n. GichenerAnWger Seneral-Anzeiger v Amts- und Anzeigeblati für den Kreis Gießen maligen Schwurgerichts. Als beisitzende Richter fungierten dir Landgerichtsräte Dr. Schäfer und Wehner. Die An- Nagebehörde wurde vom Gerichtsassessor Tr. Hetzel vertreten. Als Verteidiger war Rechtsanwalt Römheld tätig. Wad) Bildung der Gefchworenenbank wurde in die Verhandlung gegen den 29 Jahre alten bisher noch unbestraften verheirateten Fabrikarbeiter Johannes Sauer 111. von Altenburg, Kreis Alsfeld, wegen Versuchs eines Verbrechens widerdieSittlichkeit cingetrcten. Derselbe war geständig, sich an einer Frau vergangen zu haben. Tie Frau, die der Aiigeklagte im Keller attatiert hatte, konnte sich jedoch losmachen und floh. Tie Beweisausnahme ergab, daß der Angeklagte mit großer :)iohl)eit vorgegangen war. Ten Geschworenen wurden folgende Sehuldfragen vorgelegt: 11. Ist der Angeklagte schuldig des Versuchs des Verbrechen- Wider die Sittlichkeit aus § 176 Abs. I des Str.-G. Für den Fall der Bejahung der Frage 1 auf Antrag des Verteidigers: 2. Hat der Ange Nagte die Ausführung der beabsichtigten Handlung freiwillig auf gegeben (§ 46 d. Str.-G.). Für den Fall der Bejahung der Frage 1 und für ben Fall der Verneinung der Frage 2: Sttid mildernde Umstände vorhanden. Für den gall der Verneinung der Frage 1 auf Antrag des Anklägers: Fällt dem Angeklagten eine fahrlässige Körperverletzung zur Last. Ter Vertreter der Staatsbehörde, Gerichtsassessor Tr. Hetzel sprach sich dahin aus, daß der Angeklagte aus § 176 Abs. I des Strafgesetzbuchs gefehlt habe und dafür bestraft werden müsse. Ttc ganze Situation sei nicht dazu angetan, anzunehmen, daß toaucr die Ausführung der beabsichtigten Handlung freiwillig auf- gegeben habe. Ter Ankläger plädierte für Bejahung der Schuldfrage und überließ es den Geschworenen, mildernde | Umstände anzunehmen. Sollten aber die Geschworenen sich Wahl-Bewegung. Darmstadt, 8. Ium. ^zn einer freilinnigen ^sapwr- 9r = De; irk Alsfeld-Lauterbach- Versammlung gab Lehrer Jung rm Namen der Nativ n a l- p. Aus \ - virr^ man vor einiger ZettIsoöialen die Erllärung ao, daß die Anhänger dieser Schotten schreibt man uns. ato » fcute- Ljtei beschlossen haben, m her Wahl für den Kandidaten über die Verwahrlosung, unb : KZen Cf. 2c. Harn ack, einzutreten, tinber im Vogelsbe^m^^m m l^nutze^rt ^Breslau/ 8^ Ium. In sämllichen katholischen die davon äugten, daß di^Redner empört Krchm der TiHrie Breslau fft gestern ein Hirtenbrief des Dogelsbergc- v . unwahren Angaben, den AbgeordnetenI Kardinal-Fürstbischofs Tr. Kopp verlesen worden, tn ^e.r i l aler Biudewald in Wilmers-1 welchem er dringend vor der f oztaldem o fr ati- (v ।h"i i";rmlt er sict^ nicht zum Worte melde und scheu und oberschlesischeu natiotialpolnischen doch Oho^geruf n Wähler! - Gar off MLLi •sss«'Ä?t.*SiS$ «ezug-pre»»» monalnch7bPt, viertel» jährlich Mk. 8^0; burch Athole- il Zrvetgstea« monatlich 6o Pf.-, durch die Post 'DILK— viertel- fährt. auLfchl. Bestellg. Annahme von Anzeigen ür bie ’iagdnummet iß vormtitagl 10 Uhr. ^cUenprtlS: total 12 Pt. außrvdrtfl 90 Pig. Beranlrvortiich tüt den poltt und augem. Teil: P. Witiko: tür .Stadl und Uanö' und ,Gencht»faa1^. August Götz, für den An- zeiaentetl: pan« Beck. KMOMMi fafit liefet Vorgaug erregt auch m Regterung-kret en Jed^ns-rer Bauern weiß, dast er d i- Läudl-r un b- -1 ?.ach der llnstcht ewes hochstehenden Beamten nötig hat. wenn er seine Produkte absctzen und ftnL bie Soztaldenwkraten darau, au- den Abg. Ruhter » toU?, ^d zweitens weist er auch, daß ein chrlst- aus semcr Stellung als anerkannter,Führer der Lppostrwn ^ Landler chn Lenso sehr übers Ohr haut wie ein rm Parlament zu verdrängen. Drcser Feldzug ift in den wenn tt, der Äuer, -S sich gefallen läßt. Tagen der Iolltarijkanrpagne eingelertet worden und hier Antisemitismus heljen? Äie also immer ftnbei durch unerhörte Dtskredrticrung Rich- von einem »eiugcsleischten Antisemitismus" unserer ier’8 m der Wahlbewegung seinen Fortgang. Eme Lr- m«>olA,eraer Bevölkerung gesprochen werden kann, der doch reichuug des Zieles der Sozialdemokraten muß im In- ~^ll2l3- getrieben wird, ist uns unbegreiflich. Und «resse des Parlamentarismus auch seitens d« Sieger. , a»k,«emitiich-n »nkerlitzchen, n>ie Biudewald sie wieder ung bedauert werden. $eim ivenn auch Abg. Richter der ! L^uitoriipse benützt, er wolle der „A b st a m m u n g" d e S letzteren gar manchen Querstrich durch hoffnungsvoll aus- Erejzrats Dr. Wal lau nächstens einmal ge- gestellte Rechnungen gezogen, iljr herbe Kritik Nicht er- nachgehen, sind so albern, daß sie von Bet- ‘1 ‘-1"- k™ t Leuten nicht ernst genommen werden. - Auf ....... ^unft, ber in bem Wahlaufruf ber Anttsemiken am meisten ausgenutzt worben ift, können wir uns nicht ver- 1 _ . W r . • • r. ' Ä CTS* v-rx i T-S spart hat: seine ben Durchschnitt weit überragenbe ®«*|nünfHacn beutung, bie bei aller sachlichen Entschiebenheit vornehme Pm Form seiner Kritik maajen es ber Regierung -uff u ____... -----------------;-,- einerEhre, ihn zum Gegner zu haben, weshalb - hier noch etwas näher einzugehen. Dr. Wal lau wirb kann bie Regierung ebensowenig wie jeher ausrichtige i>er Abhängige Verwaltungsbeamte" Freunb bes Parlamentarismus bie Verdrängung Richters geschillert, ber hoch niemals ben Mut besitzen, würbe, durch bie Sozialbemokrotie wünschen. Segen eine Regierungsvorlage zu stimmen. Unb leider ------- zieht dies von ber Gegenpartei nach allen Tonarten aus- Der Pesifall in Berlin. gebeutete Mittel auch bei ber Bevölkerung. Aber wer den, ------ ... . . Kreisrat kennt, ber weiß, daß er bas nötige Rückgrat besitzt, nach btefer Richtung von ber Schutt des Angeklagten nicht gegen eine Regierungsvorlage zu stimmen, wenn es gegen für überzeugt halten, so mußten fic bie ^rage^teegai l^r- feine eigene Ueberjeugung geht ober gegen bie Interessen lässiger Körperverletzung unbebingt benahm. Der Ver- Liner Wähler. Es wäre doch wahrlich traurig, wenn unser leidiger Rechtsaiiwalt^R 0 m h e l b laut nach längeren AuS- Balerland nur solä-e Beamten besäße, bie zu allem nur sührungen zu bem ^chlutz, daß bie Jury die an sie ge- mit dem Kopse nickten unb niemals wagten, ihrer eigenen rechteten Scchittfragen oemeinen mußte, indem er daLuff Ansicht eiitschieben ^lusdruck zu geben. Und wem ist wohl hinwies, daß der Versuch einer -Straftat, toenn her Tater am meisten Gelegenheit geboten, zu erfahren, wo die Be- freiwillig davon zurückstehe, diesen nack) dem Stileii Oölferunn ber Schuh brückt, einem Kreisrat, ber stets m Gesetzes stranrei mache, und breser Fall hege, tote die Be- enafter Fühlung mit seinen Wählern steht, zu bem alle weisausnahrne ergeben habe, t)xex vor. Es fehle auch an Hilfesuchenben tommeiL ober einem Maler, ber fern bem nötigen Nachweis, baß fem Klient die angegriffene von seinem Wahlkreise wohnt unb sich nur bann Frau an ber Gesundheit beschädigt ober körperlich miß- roieber einmal zeigt, wenn roieber eine Reichstagswahl vor yaiidett habe. — Ter Obmann ber Geschworenen, ftauf- ber Tür fteht?6 Die richtige Antwort zu geben, ist gewiß mann Wehn-Gießen verkündete deren Wahrspruch, bem nicht schwer! Gebe sie ein jeber Wähler am 16. Juni mit zufolge der Angeklagte schuldig gesprochen wurde beö \m >dem Sllmmzettel in ber Land! zur Last gelegten versuchten Verbrechens wider bie Sittllch- i h Eine Zweite Zuschrift aus demselben Wahlkreise meint, leit, während aber werter bie Frage bejaht wurde, dag ber baft bie Aussichten ber Mndidatur Kreisrat Wal lau sich Angeklagte bie beabsichtigte Straftat freiwillig auf gegeben aünftia äu aeftalten scheinen, die Stimmung in ben Der- hat. Weiter aber auch verneinten bie Geschworsien bie an sammlungen ist hoffnungserweckenb. Auch in zu erwarten, ste gerichtete Schuttfrage, ob ber Angeklagte si^ ber fahr- baft einerseits die unliberale und unerquickliche lässigen Körperverletzung schattig gemacht hat. TemLifolge an der Wahrheit sich meist vorüberschlängelnbe Kampfes- mußte ber Gerichtshof ben Angeklagten von Strafe und weise, bie ber antisemitische Gegenkandidat Binde» Kosten freisprechen. Wald z. B in Grebenhain einschlug, unb andererseits die ■ «------ 1 ■■ ■■ ■ — Alls Stadt llllö Land. doch ja nicht ihre Säle * u herto eigern, damit (Biegen, 9. Juni 1903. als unwahr zu miberlegen, unb ber für bie höchsten Zoll-Iden. Er soll im forberungen Der agrarischen und reaktionären Herren vom Bund ber Landwirte ein tritt, die Garantie bietet, daß er ftubien, sind dem „ö. u«’“VwInicht schließlich auck) einmal mtt dieser agrarischen Reak» Tas kann ni^t ti * Jüt L-s Grundrechts d-s taiifäen « »Sc 3" S er S9 ©, (5) « JSc tX>Ä & ") « 2 p *0 ©c?.- ■•X r» Cr? SCO cc Co L 3< o 5 '" Ö'S’o ^2« D •* Sä rsx x 9" H^r 3 5 e «b ■:■ .5 P* c/dS 5 «- «T ■e=> ■ s-E © G 2. -- 3 ä P Sffi "3 IT -f-r » ro 3 S) w3 3 « ir. SU <0 P c O“ o- k>E C6 z ro n» " ö) w «4- 7« Vr <1 ® ro S « «u « 3. <5u Ö «srs a> CD •jCf?» ^©e ©<£ « D ■orixST © LS © LS LS SS c S< .© ö ^© s « = © L9^ ©ö JD © ST B ffi S S< S -S-8Z8 ro 5» C6® Soff s o to” s< » X o re © 3 © O' <Ä X LS es m s 6) s F (?) s M 3 ro S> ~a w o" p S (9 G S M S o « T (?) D D 3 s 2 ti s’Sä« ^ •• om 3- (3 2.^3 ZA-LZ -G, <0 -ti1 SZAZ a SU to 6) 2. — CT er ß) P ro ~ n * E>’ O'q u-3 »D 60. Z5^D' ®n- 2 0 s- o 6)S 3'§<,i ihn® i3^ 3 §- Z-® Vs __—< 2 ro ro ~ =PD -» - 2 L 3 3 3 3 SO 3 (?) ö) 3 © s p © se 3 er • er 2, (5)-3; 0 2 er _ 2 6) « 9 CT ~Ot S *"*" c 0 s’” S (5)3 S = D 3 CT -c 2. SB g' If ? S s* er -0 «0^2* 2. c —. 2. © ■0 r-t " er : S®' CT. 2 1 es^ 3 < ® s * §• r* • K?LS ’ 5 S 133 ° 3 S 05 p 0 E £ ’S _>E i D CT-St • « o- = <1 © s " r 0 5 6 \ 3 3 rr c « W G or 02 « -t s 3 2 LS •« Z O g< 2 n « ru S $ gelesen zur Seite legen. gölilrr in fiiiitisiiiirf 4612 0 2 ► * > > r k r k i Wohle von Kaiser und Reich. Gießen (Haardlhof), den 7. Juni 1903. Schiente, ©rhonomierut Mitglied des Bundes der Landwirte. redner der liberalen Parteien nicht irre machen lassen. Im kommenden Reichstage wird die Entscheidung fallen, ob für die folgenden zwölf Jahre die Landwirtschaft wieder hintenan stehen muß oder ob ihr beim Abschluß der Handelsverträge der Platz eingeräuml wird, der chr zukomml. Mich leitet bei meinen Darlegungen nur der eine Wunsch, daß die Landwirtschaft, der deutsche Bauernstand zu seinem Recht komme zum Besten des Vaterlandes und zum Ende der siebenziger Jahre gab e§ in hervortretenden konservativen Partei in Gießen eine andere größere politische Partei, die sich die nationale und liberale nannte. Schon der Name dieser Partei ließ vermuten, daß da etwas notdürftig zusammengepappt war, das nicht zusammen gehörte unb das beim ersten Sturm auseinanderfallen müsse in eine sehr links stehende und in WlllM wir iirn Mil _...... . Hniltzriißlirill nicht wiiljlrn ninllrn eine viel mehr rechts stehende Partei. Diese Anschauung bestätigte sich beim nächsten Wahlkampf. Da gab es unter der Führung unseres jetzigen Justizministers eine nationalliberale Partei und unter anderer Führung eine freisinnige Partei, die sich nach einigen Umtaufen heute, wenn id) nicht Wenn ich in meinen l , von meiner Person sprechen muß, so wolle der, bcnt bas nicht paßt, bas Blatt un- Noch steht der sozialdemokratischen Hochflut die Masse der deutschen Bauern als trotziger Schutzdamm gegenüber. Wir wollen diesen Damm erhalten und festigen, damit er jedem Anprall standhält. Wenn iDir dabei in Gegensatz kommen zu denen, die blindlings die Landwirtschaft als Aschenbrödel behandeln, so können wir das wohl bedauern, aber wir kämpfen dagegen an. Ter wirtschaftliche Kampf, der Kampf um die Existenz beherrscht heute auch den Wahlkampf. Möchte das unsere gesamte Landbevölkerung im Wahlkreise überall verstehen und sich durch die Wander- irre, freisinnige Volkspartei nennt. Die beiden Parteien schieden sich damals wie Feuer und Wasser. Noch klmgt es mir in den Ohren, wie die Nationalliberalen an offener Wirtstasel in Gießen die Nationalmiserabelen genannt wurden. Dieser Partei trat ich bei. Während die freisinnige Partei nichts wissen wollte von Bismarck und seiner Wirtschaftspolitik, folgte die nationalliberalc Partei damals den Fahnen Bismarcks. Sic widersprach lebhaft dem Rufe jener Partei: „Fort mit Bismarck". Die folgenden Wahlkämpfe übergehe ich. Immer noch schieden sich die beiden liberalen Parteien unb wenn leiber schon bamals, wie offen zugegeben wurde aus geschäftlichen Rücksichten, der eine ober andere die Meinung aussprach, man möge sich mit der freisinnigen Partei wieder in Verbindung setzen, bei den Wahlen gemeinsame Sache mit ihr machen, so erfuhr das jedesmal so energischen Widerspruch, daß dergleichen Wünsche wieder verstummten. Das ging so weiter bis zur^Reichstagsrvahl vor 5 Jahren. Die nationalliberale Partei hatte manchen ihrer alten Führer verloren, jüngere unerfahrenere Politiker waren an ihre Stelle getreten. Ta trat wieder bic Neigung mit der freisinnigen Partei ein Wahlbündnis zu schließen hervor. ~ x)d) warnte, id) protestierte in der Versammlung, in der beide Parteien zum Abschluß des Wahl- bündnisses zusammengetreten ivaren und in der der Vorsitzende der Freisinnigen m seinen Aussührungen unter anderem sagte, daß eine erhebliche Zahl ihrer Mitglieder demokratisch angehaucht seien In dieser Stunde schied ich aus der natwnalliberalen Partei aus. Das war kein politisches Ereignis. - Viele Mitglieder der natwnal- liberalen Partei standen schon damals in wirtschaftlichen Fragen nicht mehr aus den früher innegchaltenen Limen. Daß auch in politischen Fragen bei vielen eine Zuneigung zu der freisinnigen Partei stattgefunden haben mußte, gmg aus den Ver- briwerungsreden hervor, die in der Folge, wie.ich Mich bestimmt erinnere, besonders von einem Vorstandsmitgliede der nationalliberale» Parte, gehalten wurden und die nur ein sehr schwaches Echo bei den Freisinnigen sanden. Heute präsentiert uns einer der Führer der Frei,innigen em Mitglied der natwnal- liberalen Partei als Reichstagskandidaten: den Herrn Kommerzienrat Hepligenstaedt. Der Aufsaugungsprozeß der nationalliberalen Partei durch die Freisinnigen Siegens hat schon längst begonnen, wir sehen in diesem Vorgänge nur ein weiteres Merkmal 3 "'s 5 2 ' r> Z o Z ’ Ö» et . 2 ä? r* ’ ? cP rt • Wtrö pig tos S 'M» öS o m •r Z "So* z i Sa' . -Sn^ 'So kr> ra rt . rt «n i h- Z Z C L'K" hljsa ! co ® 7" ??*§£« >2 Z 5 co5> j-r einmal als richtig erkannt hat. Deshalb gebe jeber, der bic Interessen ber Lanbwirtschaft, bes Bauernstandes, des Handwerkes unb bes Kleingewerbes gewahrt wissen will, dem Bürgermeister Warum könne» wir nun den uns von den vereinigten liberalen Parteien vorgeschlagene» Herr» »eyligenfiaedt nicht wähle»? Er persönlich hat uns allen aewiß nichts getan und es wird niemand da fein, der einen Stern au, ihn zu Wersen hätte- «ber vertritt er nicht in erster Linie Handel und Industrie? Ist er so selbstlos und kann er aus seiner Haut heraus, daß er unbesangen auch der ^andww^ schäft geben wird, was chr von rechtswegen gehört? Das glaube ich nicht, well ich £ie Gesinnung durch gelegentliche mündliche Aussprachen zn kennen gl-nbe und weitt der Wahlaufruf des liberalen Wahlaiis,chustes, den Herr H°->ligen,taedt doch ennt.l meine Ansichten über die Denkungsweise des Herrn bestätigt. Unter 4 des Wahlaufrufes wird der Herr Kommerzienrat cintreten: für alle Maßregeln zur Erhaltung und Hebung des Mittelstandes in Stadt und Land, des Handwerkes und des Kleingewerbes. vor allem' auch für die Schonung der Steuerkrast dieser Stande und „für die «"glühst ncrinac Belastung notwendiger Lebensmittel". 6 »ns den fogen. Agrariern, wird nicht gerade selten nt Wort und Schaft «orwurf gemacht, wir förderten durch unsere Agitation den Riß zwischen Industrie unb Landwirtschaft, wir werben bic Nimmersatten, bic ^ehrlicheu L^nnt ^orwesetzl wirb ber Neib unb bic Mißgunst zu wecken gesucht zwischen Groß- seme stimme, genan . 6 9 bloßer Unkenntnis ber Verhältnisse jenseits ber «4. J:<»«>« JÄXS. «” hort nur 34 > 0 des Getreides bauen, wahren» d.e ostelbnchen Bauern «« d davon bauen. Daß es also dort neben den Junkern eine wett größere Anzahl getreidebauender Bauern giebt, die so treu zu uns hatten, wie ww zu chnem Werden unb, den Bauern die vbeugenann.en Borwürfe mit Recht gemacht. Rein mit vollem Recht müssen wir sie der Industrie zurückgeben Wir haben lang- friftiQe Handelsverträge. Während des Verlaufs derselben und unter der Wirkung der c^h^r^Me ist die Industrie während einer Reche von Jahren, man darf fagen enworaeblÄst - man denke nur an die Folgen des Rückschlages, «°»! ft* erinnern, »ah Eisen und Kohle» und andere Fuduftrieerzeugniffe “,,rS . ;flil unerschwingliche Preise hatte». Run sind Eisen und Kohlen u. s. T- lahrelang Lebensmittel". Aber da Jedermann viele dieser Dinge zwar keme »m , .-^^„^icken sie doch unter solchem schwindelhaftem Aufblühen der fast täglich i Preisen, die den Industriellen gefallen, die Lebenshaltung Industrie u i Handwerkes und des Kleingewerbes, die des Mittelstandes m Stadt und [5nn(e boj) nun mit $erV 1 ^frieden sein. Sind sie nun, die Vertreter des Handels und LÄ Ä Erfolgen die Zufriedenen? Nein, d.e Ersolge genüge» üdätig.= »co 1 2 .—— . * *2 Z & 2 < 5 o Z (5"‘ er 5 rt er /a Z o o v z ä » ^2? « er p £ 2 cp er t» 2 -5 -,= s«n i Z, z- r Cs er rt Z*Z O % ? ,» C ö* 9 £ & z d G Ausführungen etwas weit zurückgreife und hier und da auch Ichnen noch nicht, sie fordern wesentlich erhöhte Industrie,olle, sie sind ihr schon — : unb sollen in ben zuverlässig kommenden neuen Hanbelsvertragen zum Jufinua ge langen. Ist daS keine Begehrlichkeit, kein Nimmcrfattfein, ist das kein schlimmes in unserem Wahlkreise neben der seltener Beispiel für die noch immer gedruckte» Agrarier, vergrößert «au -tit solche» ungerechtfertigten übertriebenen Ansprüchen nicht den Riß zwischen Fndu»tr,e und Landwirtschaft? Geben wir ben Vorwurf, der den Vertretern der Lanbwirffd;ast unb ben beutschen Bauern gemacht wirb, nicht mit großem Recht zurück? Unter ben lanbwirtschaftlichen Zöllen hat ber Mittelstanb in Stabt und Land noch nicht gelitten, wohl aber unter ben Jnbustriezöllcn, bic nun auss Neue in die Höhe geschraubt werben sollen. Dagegen hat aber auch Herr Heriligenstaebt fein Wort. Herr Heyligenftacdt tritt nicht ei» für Herabsetzung Der Zudustriczölle, wohl aber für bas Hcrabdrückcn der landwirtschaftlichen Zölle nach Möglichkeit: Ja Bauer, das ist etwas anderes. Wähle mich und sei nicht dumm. Wenn dir s auch bei ben geringen Preisen deiner Produkte knapp geht, du bist ja daran gewöhnt. Wir, Handel und Industrie beherrschen die Welt. Was ba sonst noch herumläuft, brauchen wir höchstens bei ben Wahlen als gefällige Leute. Wir, bic Lanbwirte, bas Kleingewerbe, bic Hanbwcrkcr, bic mit uns auf bem Lanbe leben, wir bürfen in biesen Tagen, wo wir ivicbcr vor bem Abschluß langsristiger Hanbelsverträge stehen, bei. beiten bic Jnbustriezölle immer wieder erhöht werden sollen, keinen Vertreter ber Jnbustrie wählen. Ein Vertreter ber Jnbustrie und bes Hanbels wirb niemals in seiner Eigennützigkeit die Interessen der Lanbwirtschaft fördern wollen ! Ein solcher Vertreter ist für unseren vorherrschend ländlichen Wahlkreis ungeeignet und deshalb dürfen wir Herrn Hcyligcnstacdt, der für möglichste Niederhaltung der landwirtschaftlichen Zölle, der aber für die E-rhöhung der Preise für Industrie, artikel, die man zwar nicht csscu kann, aber doch auch täglich braucht, cintreten wird, nicht wählen! Nur die allerdümmsten Kälber wählen ihren Metzger selber. Wen sollen wir nun aber wählen? Ta ist der bekannte Köhler von LangS. Dorf von feiten der Landbevölkerung wieder ausgestellt. Man macht ihm allerdings mit Unrecht den Vorwurf, daß er während der letzten fünf Jahre wenig oder gar nicht im Reichstage gewesen sei. Und doch hat er, ehe er damals als Reichstags, abgeordncter gewählt wurde, feinen Wählern erklärt, daß er, fo lange keine Diäten gezahlt würden, den Reichstag nicht regelmäßig bcfuchcu könne. Trotz, dem wählte man ihn. In nur 5—7 Sitzungen war Köhler im Reichstage anwesend. Jetzt giebt der Bürgermeister Köhler die Erklär-ung ab, daß er im Falle seiner Wiederwahl den Reichstag so fleißig besuchen könne und wolle wie andere Reichstagsmitglieder auch. — Aber nod) andere Ausstellungen macht man an dem bisherigen Reichstagsabgeordneten: er habe grobe Manieren, erwische sich ungeschickter Weise in Dinge, von denen er nichts verstehe, und trete dabei Leute auf die empfindlichen Hühneraugen. Das mag alles bis zu einem gewissen Grade richtig fein. Ist er aber deshalb unbrauchbar als Abgeordneter? Köhler ist ein Bauer, der geradeaus und ehrlich seine Meinung sagt. Er kennt die lanbwirtschaftlichen Verhältnisse seines Heimatlandes gründlich, er weiß, daß die Landwirtschaft unter der übermäßigen Förderung von Handel und Industrie leidet, er weiß, baß bei diesem Uebcreifcr immer wieder die Landwirtschaft an die Wand gedrückt wird und daß ihr dies Schicksal in kurzer Zeit wieder droht. Er verspricht an seinem Teil dazu beizutragen, das zu verhindern. Wir dürfen seinem Worte vertrauen, denn was man ihm auch von f! gegnerischer Seite nachsagen mag: er hat einen klaren Kopf, einen ehrlichen sinn , unb die Beharrlichkeit, die not tut, um zu einem guten Ende zu bringen, was man Grosser Sämtliche Waren-Bestände zu bedeutend ermäßigten Preisen. X Preis nur Mk. platte, 1 Handtuchhalter; Obiges Zimmer ist im Schaufenster ausgestellt. B 8 bestehend auS: 2 Bettstellen, innen Eiche, 1 zweitür. Kleiderschrank mit Spiegel, 1 Waschkommode mit Marmor-Aufsatz, 1 Spiegel- Aufsatz mit Kacheln, 2 Nachtschränke mit Marmor- A 16 Schlafzimmer, t# &M&m. Jirka 50 eiserne und Kinder-Aellstellen von Wk. io.— öis Mk. so wesentlich unter seitherigem Preis. *^8® CrsßtAn will Zßlchimn lifiiriitcnli mitrt Preis unter Anderem: 200 Stück wollene Jacquard-Lotter Serie I Serie II Serie III Serie IV Serie V Mk. 5.75 Mk. 6,75 Mk. 8.— Mk. 10.— Mk. 11.— sehr vorteilhafter Posten. 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