Nr. 108 Erschein täglich außer EonnlagS. Lern (Bitfreier Anzeiger werden im Wechsel mit dem brsslschea Landwirt die ftlefretttt LawUten- blätter viermal in der Woche betgelegL Hotattontbrud il Ber- lag der Brühl 'schea Unu>ers.-Buch- u-Sien» druckerel (Pietsch ltrdech RedakNon, tptbinoe und Druckerei: echulßraße 7. Ridresse für Tepeschenr Anzeiger «lefrea. ^enifprrd)anld)tu6Ät.6L Erstes Blatt. 158. Jahrgang Samstag «.Mail 008 GietzenerAnzeiger General-Anzeiger v Amtz- und Anzeigeblatt für den Kreis Gietzen yezngdpreidr monatlich 7b Pl^ oierteU jährlich Mk. A20, durch Abhole- il Zweigstellen inonatltch 6o Pf.; durch diePost TtL 2.—viertel- jährt. audschl. Bestellg. Annahme von Anzeige» ■ür die Lagednummcr bil vormutags 10 Uhr. ^eUenprett: lokal 12Ps^ aueiDürte 20 Psg. Verantwortlich füt den pollt und allgem. Teil P. ötttto: für »Stadt und Uanö* und .GertchlSjaaC: August Götz, lür den Anzeigenteil: Kan« Beck. Politische Tagesschau. Tnmltllantif$e Informationsreisen. Ein Berliner Mitarbeiter schreibt uns: ßu der Informationsreise deS preußischen ssflnan^- Minister- Frhrn. v. Rheinbaben nach bat Vereinigten Staaten hat dem Vernehmen nach der Kaiser die Anordnung gegeben. (£6 soll dies bei einem der Hoffeste des vergangenen Winter- geschehen sein. Schon andere hervorragende Persönlichkeiten, in neuerer Zeit Frhr. v. Los, ein schlesischer Wortführer des „Bundes der Sanbttrtrte", joroie Graf Bernsdorfs, der Poli^eivräsident von Potsdam, haben aus Veranlassung deS Kaisers zu informatorischen Zwecken der Union Besuche abgestattet. Sie fuhren als „Kaijergäste", d. h auf Grund der vertragsgemäß dem Hofmarschallamt für bestimmte Zährten seitens der Hamburg-Amerika-Linie in beschränkter Zahl zur Verfügung gestellten SchiffsbllletS. Ter Kaiser pflegt diese Karten selbst zu verteilen, und zwar vorwiegend an Militärs oder an Persönlichkeiten vom di- vlomattschen und Verwaltungsdienst. Ter Kaiser wünscht, daß die betreffenden Herren durch solchen Anschauungsunterricht ihren Gesichtskreis erweitern. Frbr. v. Rheinbaben scheint allerdings nicht auf ein „Kaijerblllet" gereist zu sein, denn er stach auf einem Llohddampfer in See. Gegen Delcaffs. Lin anderer Berliner Dill ar beit er schreibt unterm 8. Mai: LS ist ein seltener Fall, daß sich ein Preßorgan des Reichskanzler-, wie die „Nordd. Allg. Ztg." es ist, in so scharfer Weise gegen die offiziöse „A g en c e H a v aS" wendet. Die Treibereien gegen Deutschland, die übrigens nicht neueren Ursprungs sind, rechtfertigen die Zurechd- Weisung. ES konnte nicht unwiderspiwchen bleiben, wenn die „Agence Havaö" verbreitete, die Art des Kais erbe fuchs beim Papst habe in offiziellen italienischen Kreisen „einen peinlichen Eindruck gemacht, der immer mehr zunehme." Indem die „Nordd. Allg. Ztg." auf das „eigenartige Gepräge" der französischen Ausstreuungen hinweist, da dte „Agence fywad" bekanntlich in der Pariser Publizistik eine besotidere Stellung einnehme, wird zu verstehen gegeben, Herr DelcassS, der französische Minister des Auswärtigen, könnte vielleicht her Tendenzmeldung nicht ganz sernstehcn. Es ist in der Tat nicht ausgeschloffen, daß man in Paris den Engländern eine Neine Aufmerksamkeit zuaedacht hat, indem man die politischen Ergebnisse des Kaiserbesuchö in Rom hämisch bestritt. Aus und Kund. Dießen, 9. Mai 1908. w Personalien. S. K. H. der Großherzog haben dem Fabrikarbeiter Adam Rinkenberger in EinartShausen, in Diensten der Eisengießerei FriedrichShütte bei Laubach, das Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift »Für treue Arbeit' verliehen. — Das Ehrenzeichen für Mitglieder freiwilliger Feuerwehren wurde verliehen den Mitgliedern der freiwilligen Feuerwehr zu Hechtsheim Wilhelm Schneider VL, Franz BeiSmanu III. und Heinrich Johann Wahl. — S. Maj. der Kaiser haben dem Eisenbahnbetriebskontrolleur a. D. Fischer zu Eberstadt bei Darmstadt den Roten Adler-Orden 4. Klasse verliehen. ** Taschen-Fa hrplan. Unsere geehrten Leser, denen wir im Laufe dieser Woche den Taschenfahrplan zustellen, wollen darin berichtigen, daß der abends 9,56 Uhr in der Richtung nach Kassel fahrende Schnellzug 1.—3. Klasse führt. Die Züge ab Gießen 8,2 Uhr vormittags und ab Frankfurt 8,45 Uhr abends sind nicht mehr D-Züge, sondern Schnellzüge mit L—8. Klasse. ** In der Gemälde-AuSstellung am Brand bat diese Woche wieder ein vollständiger Wechsel der Gemälde stattgefunden. An Stelle der Gemälde der Kunst- Genossenschaft Karlsruhe ist eine Kollektiv-Ausstellung von Robert Büchtg er-München gekommen, welche über hundert Gemälde ausweist. Weiter sind noch drei Gemälde von Prof. Eugen Br acht-Dresden neu ausgestellt. — Den Mitgliedern des Kunstoereins können wir nun mitteilen, daß das BereinSblatt, eine Radierung von Prof. P. Halm-München, ,Motiv bei Tarmsladt", in den ersten Tagen zur Verteilung gelangt. Neueintretende erhalten für ihren Jahresbeitrag (10 Mk.) neben freiem Zutritt zu den Ausstellungen für sich und ihre Angehörigen und der Teilnahmeberechtigung an der diesjährigen Verlosung von Kunstwerken ebenfalls noch ein Vereinsblatt ** Stad ttbeater. Am Freitag wurde die an ansprechenden Melodien reiche und deshalb seit den 25 Jahren ihres Daseins auch stets wieder gern gesehene Operette „Nanon" von Richard Genee gegeben. Da die Besetzung der wesentlichsten Rollen zulänglich und die Leitung bis auf ein paar kleine Unregelmäßigkeiten nicht viel zu wünschen ließ, so wurde die Aufführung von den ob de» fatalen RegenwetterS leider wieder recht spärlich erschienenen Besuchern mit lebhaftem Beifall ausgenommen. Als Nation, die Wirtin vom goldenen Lamm, dieses niedliche Urbild der Weißen Rößlwirtin der Herren Blumenthal und Kadelburg, wußte die Benefiziantin, Frl. Stöger, ihren liebenswürdigen Humor ebensowohl wie ihre klangvolle, schöne, umfangreiche und gut ausgebildete Stimme zur Geltung zu bringen. A.» ihrem Ehrenadend zeigte sie ihre erstaunlicl-e Beweglichkeit natürlich mit ganz besonderer Freude, und wie immer traf fie Ton und Art, Temperament und Wesenheit deS vom Librettisten mit verschwenderischer Laune köstlich ausgestotteten beherzten Fräuenzim- merchens überall S glücklich. Tas Ereignis des AbendS war die Ueüerreichung eines Bouketts an die graziöse Benefiziantin. Am Abend vorher, dem Benefiz des Frl. Barll, erinnerten wir uns des Goethe Wortes: „Wenn wir mit Menschen leben, die ein zartes Gefühl für das Schickliche haben, so wird es uns angst um ihretwlllen, wenn etwas Ungeschicktes begegnet." Tas Ungeschickte des Vorabends war also diesmal glücklich vermieden. Sonst machten sich noch verdient um den Erfolg des Abends die Damen Bartl, die freilich als Ninon de lEnclos sich nicht in ihrem kurzgeschürzten Elemente befand, und Schredt, die als Page recht niedlich aussah, sowie die Herren Sommer, Gehring, Nolte, Brück und Ganzer!. — Besihwechsel. Das Anwesen von Fräulein Julie Franz, Wetzsteingasse 6, ging tn vergangener Woche für den Preis von 7500 Mk. an den Kaufmann Heinrich Heyne über. — Rhein-Main-Gastwirte-Verband. Der Der- bandstag deS Rhein-Main-Gastwirte-VerbandS, dem bekanntlich alle Gastwirtvereine des ganzen GroßherzogtumS Hessen angehören, und welcher, wie erinnerlich, int vergangenen Jahre so glanzvoll in Gießen abgehalten wurde, findet in diesem Jahre am 19. und 20. Mai in Darmstadt statt. — Auch die diesjährige BnndeSvcrsammlung des Bundes deutscher Gastwirte wird in Hessen und zwar vom 20.—23. Juli in Mainz abgehalten. ** Der Deutsche Verband Kaufmännischer Vereine versendet seinen Jahresbericht für 1902/1903 gleichzeitig mit der Tagesordnung für die am 13. Juni d. I. in dwrnberg stattsindende Hauptversammlung. Dem Berichte entnehmen wir, dag der Verband zurzeit 106 Vereine mit 86 312 Mitgliedern umfaßt, davon 20591 Prinzipale, 61485 Gehülsen, 1885 Lehrlinge und 2851 Nichtkau stellte. In allen wichtigen Standesfragen hat der Verband stets mit in erster Linie gestanden zur Lösung derselben im Sinne modern sozialer Anschauungen und wir Hebung des Kaufmanns- und insbesondere des Gehülsenstatides. So sanden z. B in Sachen der Kaufmannsgerichte eine Reihe wichtiger Beratungen statt, sowohl im Verbatide selbst, als in Gemeinschaft mit anderen größeren kaufmännischen Vereinigungen, und es wurden Petitionen an den Bundesrat geridjitet behufs Gestaltung des Gesetzes nach den Wünschen und Forderungen der Kaufmannschaft. Die Tagesordnung der nächsten Hauptversammlung weist wieder eine Reihe hochwichtiger Punkte auf: Kauf man nsgerichte, Ermittlung der Arbeitszeiten in den Kontoren des Großhandels, Praktische Ausbildung der Lehrlinge, Jnvaliditäts- und Alters- jürforge für kaufmännische Angestellte, Urlaubsverhältnisse im Handelsgewerbe u. a. m. W. Bad Nauheim, 8. Mai. Trotz des ungewöhnlich rauhen und kalten Aprllwetters waren bis zum 1. Mai, dem Tage der Eröffnung des Bades, bereits 2036 Kurgäste eingetroffen und wurden 6774 Bäder verabreicht. Jetzt ist die augenblickliche Frequenzziffer der vorjährigen ziemlich gleich. Es ist charalteristifch, daß die vornehme Well des Auslandes, namentlich Englands und Amerikas, sich im Mai hier ein Rendezvous gibt, und so scheint es auch, in diesem Jahre wieder der Fall zu sein. Vermischtes. * Wiesbaden, 8. Mai. Der König von Dänemark trifft Mille Juni zu längerem Aufenthalt hier ein. Von hier begiebt sich der König zum Besuch der Ciunber- land'schen Familie nach Gmunden und erwidert aus der Rückreise nach Kopenhagen in Berlin den Besuch Kaiser Wilhelms ♦ Paris, 8. Mai. Gestern fand das endgillige Ber» Justus von Lieöig. (Qfeb. 12. Mai 1803 zu Darmstadt — gest 18. April 1873 zu München.) (Nachdruck verboten) Dem Manne der Wissenschaft und des Leberts — diese Worte könnte man als Aäotto den nachstehenden Zellen voransetzen, war doch I. v. Liebig gleich ausgezeichnet als Theoretiker wie alS Praktiker. Freilich hat er ein eigentltch klassisches Studium nicht durchgemacht, und das hat er später oft bitter beklagt, aber doch hat wohl niemand diesen Mangel in so glänzender Weise gut gemacht als gerade er. Cfcie je eine Stllübung gemacht zu haben, schuf er sich einen eigenen Stll, Qar, feurig, voll innerer lleberzeuguna von der Wahrheit feiner Satze. Die Unmittelbarkeit der Anschauung, dte scheinbare Hintansetzung der grammatischen Ordnung (z. B.: Der Sauerstoff, e r tffc der ewig nagende Zerstörer alles Lebenden) erregt in besonderem Maße die Auf- merffamkell des Lesers und erinnert ihn daran, daß hier etwas Bedeutendes ausgesprochen wird. Ter schlagende Erfolg seiner „Ehemischen Briese" i(ft ein beredtes Zeugnis, daß Liebig den rechten Weg gefunden hat, schwere wissenschaftliche Wahrhellen in populärer, allgemein verständlicher Weife, dar^ustellen; die Brieße wurden in alle lebenden Sprachen übersetzt und sind ein dauerndes Denkmal der geistigen Größe des Verfassers und ein Stolz unseres Volkes. Die chemischen Briefe waren von Liebig allerdings nicht als Populärschrift gedacht. Liebig war selbst schon lange Pwfessor, als ihm dar Professor der Chemie in Marburg, W u r z e r, eine alte hölzerne Tischschublade zeigte, welcbe von drei zu drei Dionaten Quecksilber zu erzeugen vermochte: derselbe Professor besaß einen Apparat, dessen Hauptbestandtell ein langer tönerner Pfeifenstiel war; damit verwandelte er Sauerstoff in Stickstoff. Wenn berartigeö heutzutage kein Bauer mehr glaubt, so verdanken wir das zum größten Teil der Unterrichtsreform Liebigs. Justus Liebig wurde zu T-armstadt geboren als der -sahn des kleinen i'uilerial- und Farbenwarenhändlers Geoäg Liebig. Seine Farben und Firnisse fabrizierte dieser selbst Jusms Mutter ersetzte ihre mangelnde Bildung — mit der Kunst des Schreibens soll sie wenig vertraut gewesen sein - durch angeborene Klughell. Wohl angeregt durch den Beruf seines Vaters, erwachte in ihm früh Interesse an chemischen Experimenten, ein Interesse, das sich tchr lebhaft auf Kosten seiner Schularbeiten betätigte. Große Freude muß der Leine Bursche seinen Ellern nicht bereitet haben, auch die Lehrer haben recht weidlich auf dem Zungen herumgeprügell, dessen ganzer Ehrgeiz darin zu bestehen schien, den letzten Platz in der Klaffe zu behaupten. Er teilte mit seinen Nachbaren auf der Schulbank, dem nachmals so berühmt gewordenen Geschichtsforscher Gevvinus und dem späteren Lapellmeister der Wiener Hofoper Reu- ling, das gar manchem auf dem Humanistiichen Gymnasium begegnende Unglück, für unbefähcgt zu gelten, well er dem Studium der diaturwissenschaften größeres Interesse abge- wann als den mageren Reizen der lateinischen Grammatik und des äolischen Tigammas, und erhielt samt den Genannten von seinem Klassenordinarius die llöstliche Versicherung: „Na, aus euch wird mal was Schönes werden." Wahrend er so mit den klassischen Sprachen in stetem Kampfe lag, beschäftigte er sich auf das eingehendste mit chemischen Versuchen. Ganz besonders interessierten ihn die explosiven Verbindungen, und es ist für die Anlagen eines vierzehnjährigen Knaben bezeichnend, daß er einem Jahrmarkts- lünstler die Herstellung^von Knallerbsen abguckte und seinen Vater dadurch in den Stand setzte, dieses vielbegehrte Präparat fortan selbständig zu fabrizieren. Kein chemisches Buch der Hofbibliothek seiner Vaterstadt gab es, das er nicht bis zu seinem vierzehnten Jahre aelejen Halle und das er sich nicht durch Experimente anschaulich zu machen gestrebt Halle. Immer bewegte er sich in dem kleinen Laboratorium seines Vaters, von wo er dem Seifensieder auf dem Nachbar grundstücke gern zu sah. Er Halle während der Schulzell immer andere Gedanken im Kopf, und was er gar in seinen Taschen alles mit herum steppte, war ein ganzes 'Museum. Als aus seinem Schulranzen während des Unterrichts eines Tages vlötzlich eine riesige Flamme emporloderte, Halle die Geduld seiner Lehrer em Ende, er mußte das Gymnasium verlassen. Sein Entschluß, Chemiker zu werden, wurde nun verwirklicht. Zwar in der Apotheke in Heppenheim, in die er mit 15 Jahren als Lehrling trat, hielt er nur 10 Monate aus. Seinem Prinzipal gefiel es sehr wenig, daß der Lehrlmg auf eigene Hand chemische Experimente machte, und als eines derselben, die Darstellung von Knallsllber, eine heftige Explosion zur Folge hatte, war es mll Liebigs Apothekerlaufbahn zu Ende. Er wurde aber doch nicht vom Glück verlassen. Ter Für prache des Hofbib^iochekars Heß, der den Knaben schon jeii Jahren mll chemischer oder überhaupt naiurwifsenschasllicher Lektüre versehen halle, verdanlle es Justus, daß Gro ßherzog Ludwig I., der an ihm Interesse nahm, ihm Mittel gab, in Bonn und Erlangen chemische Vorlesungen zu hören. Justus besaß noch sieben Geschwister, und der Vater hätte dieses teure Studium nicht ermöglichen können. Sein Lehrer m Bonn und Erlangen war Pros. Kastner. Er und der Gooßh Kabinettssekretär Schleiermacher verwendeten sich auch weiterhin beim Großherzog für den jungen Liebig. Denn auf den beiden genannten Hochschulen war für die Naturforschung nicht viel zu lernen, well dort jene naturpbllosophische Richtung herrschte, in welcher man glaubte, ohne genaue Kenntnis der Natur durch die eigene Größe des Geistes die Gesetze der Natur a priori ableiten zu können, fid^ anlehnend an die Ideen zur Philosophie der Natur von Schelling, welche neben der gröbsten Unwissenheit in Physik und Chemie die absurdesten Theorien entyielt Liebig hat später diesem Treiben in seiner „Agrikullurchernie" eine derbe Rüge erteilt. So entsandte ihn denn der Großherzog auf feine Kosten nach Paris. Dort begann eine neue Phase in Liebigs Schaffenskraft. Mll Alexander v. Humboldt trat er in Paris 11822) in Berührung iuib dieser hat es bewirkt, daß Liebig vald einen akademischen Lehrstuhl einnehmen konnte. Dafür ist dieser ihm stets dankbar geblieben, und in der Vorrede zur ^Agrikullurchernie" sagt Liebig u. a. „Diese Unterhaltung (mll A v. Humboldt) ist der Grundstein meiner Zukunft gewesen, ich halle den für meine wissenschaftlichen Zwecke mächtigsten und liebevollsten Freund und Gönner gewonnen." A o. Humboldt eröffnete Dem jungen Forscker das sonst sehr schwer zugängliche Privat-Laboratorium des vorttefslichen Gay-Lufiae, eines der bedeutendsten Experimentatoren seiner Zell. Gemeinschaftlich vollendeten sie die Arbeit über die Knallsäure, wodurch Gay-Lussac den wißbegierigen Gchüler ehrenvoll in die Wissenschaft einführte. Auch diesem Gönner bat Liebig Treue und Dankbarkell sein Leben hindurch bewahrt; so ist es interessant und bezeichnend zugleich daß er kurz nach dem deutsch-französischen Kriege in einer ausführlichen Rede vor der bayerischen Akademie alles hervorhob, was die gelösten Bande internationalen Verkehrs wieder anknüpfen konnte, und gerade da besonders betonte, wieviel wir Temsche überhaupt und er im speziellen von den Franzosen gelernt haben. In Gay- Lussacs Laboratorium mag ihm auch wohl der Gedaicke gekommen sein, e-> als eine Hauptaufgabe seines Lebens zu betrachten. Die Vorteile, Die er selbst genießend erkannte, seinen deutschen Landsleuten im eigenen Vaterlande zu schaffen: der Gedanke, das erste deutsche chemische Laboratorium zu gründen und damll aus der toten philosophischen hin: der Familie Humbert statt. Tic Voruntersuchung gilt sonach als abgeschlossen und die Hauptv er Handlung dürfte demnächst beginnen. * Paris, 8. Mai, In der letzten Nacht wurde auf einen Expreßzug zwischen Orleans und Etambes ein Attentat verübt. In der Nähe von Larby wurden große Steinblöcke Quer über die Schienen gelegt. Tie Lokomotive und einige Wagen entgleisten, m.hr.re R.is.nde wurden verletzt. Die Urheber des Attentats sind noch nicht bekannt. * Wien, 8. Mai. Tie seit mehreren Tagen in der hiesigen technischen Hochschule zwischen Deutsch-Nationalen und klerikalen Studenten stattgehabten Schlägereien haben heute vormittag größere Dimensionen angenommen, sodaß in der Aula, wohin sich die Schlägereien fortsetzten, ein starkes Wacht-Aufgebot ein- schreiten mußte und zahlreiche Verhaftunoen vorgenommen wurden. Laut Bekanntmachung des Rektors wurden die Vorlesungen und Hebungen an der technischen Hochschule bis auf weiteres sistiert. * Petersburg, 8. Mai. Ter Schnellzug Wir- öallen-Petersburg ist nach Mitternacht zwischen Laga und Gatschina entgleist. Tie Ursache ist eine Verlegung des Gleises durch Schwellen. Ter Lokomottvführer, beide Maschinisten und ein Passagier namens Turner sind leicht verle tzt, und in ein hiesiges Hospital gebracht worden. Tie Gleise sind gesverrt. * Das jüngste sächsische Prinzeßchen. Wie der „Münch. Ztg." aus Salzburg gemeldet wird, verlautet am dortigen Oberhofmeisteramt, daß das Befinden der neugeborenen Prinzessin noch immer besorgniserregend sei, da das Kind sehr schwächlich ist und nur sehr wenig Nahrung zu sich nimmt. Wegen des schwächlichen Zustandes des Kindes sei die Taufe noch am Tage der Geburt vorgenommen worden. * Die Amtsenthebung des ersten Bürgermeisters von Eisenach, Dr. v. Fews'on, hat, wie schon gemeldet, der Eisenacher Gemeinderat beim Ministerium zu beantragen beschlossen Zunächst wurde, als man zur Erledigung dieser Angelegenheit schritt, eine geheime Sitzung des Gemeinderates anberaumt. Als nach einiger Zett die Oeffentliehkeit wieder hergestellt worden war, setzte der Vorsitzende, Gech Justtzrat Tr. Wernick, den Gemeinderat davon in Kenntnis^ daß fettens des Gnoßh Staatsministeriums die einstweilige Amtsenthebung des ersten Bürgermeisters verfügt worden ist, bis das gegen ihn erkannte gerichtliche Urteil Rechtskraft erlangt hat. Tes wetteren gab er bekannt, daß auch der Finanzausschuß des Gemeinderats sich mit dieser Sache besaßt habe, und den Standpunkt einnehme, daß es gleichgtttig sei, ob v. Fewson später freigesprochen werde ober nicht. Habe er sich doch, wie aus dem Prozesse zu ersehen sei, so grobe Pflichtverletzungen zu schulden kommen lassen, wie 1. die laxe Behandlung der Polizeisachen, und 2. die Ausstellung eines äußerst günstigen Zeugnisses für den wegen Wurstdiebstahls bestraften Polizeiwachtmeister Rich? ter, daß diese Tatsachen vollauf genügen, das Ministerium zu ersucheii, Tr. v. Fewson seines Amtes als 1. Bürgermeisters der Stadt Eisenach zu entsetzen. Nach unwesentlicher Debatte wurde dieser Antrag fast einsttmmig angenommen. Bemerkenswert ist es, daß Tr. Wernick dein L Bürgermeister von dem Beschlüsse des Finanzausschusses schriftlich, Mitteilung machte, um diesen zu veranlassen, einem ungünstigen Gemeinderatsvotum durch den freiwilligen Rücktritt von seinem Posten zuvorzukommem Doch hat Tr. v. Fewson diesen 6d)ontt nicht getan, sondern erklärt, daß er die Entscheidung dem Gemeinderat anheimgebe. • Heitere Nachklänge zu den römischenKaiser- tagen. Daß die deutsche Sprache eine schwere Sprache ist und besonders schwer für die Romanen, dürfte allgemein bekannt sein. Allerlei Mißgeschick ist mit den hatten nordischen Worten vor und nach der abfälligen Kritik durch Riccaut de la Marlinißre in Lessings .Minna von Barnhelm" schon Hundetttausenden widerfahren. Man denke nur an den berühmten .General Stab" der Franzosen. Jetzt kamen die Italiener an die Reihe, denen in ihrer ehrlichen Begeisterung gelegentlich der Festlichkeit zu Ehren Kaiser Wilhelms in Rom auch manche spaßhafte Fehler beim Uebertragcn deutscher Worte und Begriffe untergelaufen sind. Der Münchener Allg. Ztg. wird hierüber geschtteben: Der Gesandte beim Vatikan v. Rotenhan hatte ganz unbekannte Herren zu dem Kaiserfrühstück eingeladen. Das Giornale d'Jtalia nennt wenigstens unter den Anwesenden auf dem Ehrenplatz neben Disziplin in Deutschland die Chemie zu einer lebendenNatur- wissenscl)aft umzuwandeln. Dadurch übernahm Deutschland die Leitung dieser Wissenschaft auf lange Jahre hinaus. Durch A. v. Humboldts Vermittelung erhielt I. v. Liebig 1824 die Professur der Chemie in Gießen. Achtzehn Jahre hat Liebig an unserer Landesuniversttät gewirkt mid hier hat er jene außerordentliche Tätigkeit entwickelt, aus der für die Wissenschaft und für das Wohl der Menschheit so große Erfolge hervorgehen sollten. Hier in Gießen war damals gerade die außerordentliche Professur für Chemie frei geworden. Alexander von Humboldt und Schleiermacher verstanden es durchzusetzen, daß das Doktordiplom der bayr. Universität Erlangen in Hessen anerkannt wurde, und nach einem Examen Dor der philosophischen Fakultät verzichtete man auch auf den Nachweis des bestandenen Abiturientcnexamend. So ward Liebig außerordentlicher Professor und 18 Monate später wurde er zum Ordinarius ernannt Me Professoren der Gießener Universität befürworteten seine Ernennung, nur der Professor des Hebräisck>en versagte seine Zustimmung. Nachdem Liebig auf dem Seltersberg (jefrt Liebig- straße), neben der alten Klinik, die vordem Kaserne unseres Regiments, vor seiner Uebersiedclung nach Osfenbach gewesen war, in vier nackten Wänden sein heute noch allen Gießenern wohlbekanntes Laboratorium eröffnet hatte, strömten bald von allen Seiten gelehttge Schüler herbei, um seinen Worten zu lauschcii und die Kunst des Analysierens von ihm zu erlernen. Tie Kurse hatte er im Jahre 1824 mit zwei Hörern begonnen. Allerdings verstand er nne wenige, seine Hörer an selbständiges Denken und Arbeiten zu gewöhnen; denn er war, wie Kolbe im ,Journal für praktische Chemie" sagt, ,»nicht Lehrer im gcmöljnlicben Sinne. In außerordentlichem Maße wissenschaftlich produktiv und reich an dientifetjert Gedanken, teilte er diese seinen reiferen Schülern mit, veranlaßte sie, seine Ideen experimentell zu prüfen und regte so allmählich zu eigenen Gedanken an. Er zeigte ihnen den Weg und lehrte die Methoden, wie chemische Fragen und Probleme an der Hand des Experimentes zu lösen sind." (Fortsetzung felgt) Rampolla einen Signore ReuShanzler. Man fragt sich zuerst, wie kommt der Herr dazu, bis man entdeckt, daß der „Herr Reichskanzler" gemeint ist Und das tfi noch nicht das Schlimmste. Nach dem Popolo Romano trank der Kaiser Graf Bülow zu, da gerade der Reichskanzler sein 50- jähriges Dienstjubiläum feierte. Da Graf Bülow 1849 geboren ist, muß sich das Giornale wohl geirrt haben. Deutsche Uniformen und Orden verursachten den ttalienischen Berichtetttattern auch viel Schmerzen. Bald hatte Graf Bülow Feldmarschallsumform an, bald Graf Waldersee die Uniform eines Ulanenmarschalls. Der römische Präfekt hat den Schwarzen Adlerorden mit dem Stern zum roten Adler bekommen und ein Stationschef gar den Schwarzen Adlerorden 4. Klasse. Universitüts-Nachrichtru. Ein Professor der Journalistit Professor Dr. Adolf Koch in Heidelberg hat unter außerordentlich starkem Andrange seine Vorlesung über das .Wesen und die Bedeutung der öffentlichen Meinung, der Preffe und des Journalismus in Deutschland^ begonnen. Es hatten sich so viele Hörer leingefunden, daß der in Aussicht genommene Hörsaal nicht genügte. Tie Zahl der Hörer düttte mit 100 — hier eine ungewöhnliche Stätte — nicht zu hoch gegriffen sein; auch eine Tarne war erschienen. Pros. Koch leitete mit der Bemerkung ein, daß er immer noch der einzige Lehrer aus deutschen Hochschulen fei, der es wage, über ein Thema dieser Att zu lesen; es würde ihn besonders freuen, wenn auch viele Juttsten anwesend waren. Vielleicht würden dann die Fälle seltener werden, in denen im Preßprozeffe Urteile gelallt werden, die mit den Forderungen des gesunden Menschenverstandes nicht mehr in Einklang zu bringen sind. Aus Heidelberg wird geschtteben: Musikdirektor Professor Wolfrum, der Komponist des bei uns in Gießen wohlbekannten .Weihnachts-Mysteriums', bat wahrend seines Aufenthaltes in Italien eine größere Komposition fertiggestellt, die bei dem bevorstehenden UniversitätS-Jubiläum ihre erste Aufführung erleben soll. — Zum o. Professor für indische Philologie an der Universität Halle ist der in Otocamund in Btttisch-Jndien wirkende Indologe Eugen H u 1 t s ch aus Dresden ernamu worden. ~ _ Der C. C., der Verband der sarbentragenden Sängerschaften, welcher sich auS 14 stud. Korporationen der verschiedensten deutschen Universitäten zusammensetzt, veranstattet, wie man uns schreibt, vorn 17.—IS. Ium in Wei mar ein großes Fest, das in einem großen Konzert im Hoftheater seinen Glanzpunkt finden wird. An diesem Konzert, das der bekannte Leipziger Prof. Zöllner dirigieren wird, und an dem sich ca. 450 Studenten beteiligen, wird der Großherwgliche Hof teilnehmen. Das vorläufig festgesetzte Programm sieht für den 17. Juni abends um halb 9 Uhr den Einzug der Studenden in Gestalt eines Fackelzuges vor. Am Marktplatz Begrüßung durch die städtischen Behörden. 11 Uhr Begrüßungsabend in den Raumen der Armbrustgesellschaft. Am 18. Juni halb 12 Uhr mittags Generalprobe im Hostheater, nachmittags o Uhr Festkonzert, abends 9 Uhr Festkommers im Brauhof. Am brüten Tage, den 19. Juni, vormittags um halb 12 Uhr Frühschoppen auf dem Marktplatz, 3 Uhr Wagenfahrt nach Schloß Ettersburg, Waldfest im Ettersburger Walde. 11 Uhr Schlußtrunk im Brauhof. Zu diesem Feste hat sich bereits ein Festausschuß gebildet, zusammengesetzt aus den Spitzen der Behörden. Den Vorsitz desselben hat der weimattsche Staatsminister Dr. Rothe übernommen. Ca. 1000—1500 Personen werden zu den Festtagen in Weimar erwartet. In die Reihe der Schtttte zur Gleichstellung der verschiedenen jüngeren Typen von Hochschulen mit den Universitäten, zu denen die Verleihung des Promotionsrechtes an die Technischen Hochschulen und die Verleihung des Titels .Rektor Magnisicus' an die Leiter der Technischen Hochschulen gehört, bart man auch bie jetzt aus Dresden bekannt werdenden Aende- rungen tn der Organisation der dortigen Tierärztlichen Hochschule rechnen. Der Leiter dieser Hochschule, der bisher den Titel Vorsitzender des Direktoriums führte, ist zum .Rektor' ernannt worden, und an Stelle des bisherigen ^Direktoriums' tritt der „Senat'. Zum Rektor und zwar auf bte Zeit vom 1. Mai 1903 bis dahin 1906, ist vom König der bishettge Vorsitzende des Direktoriums, Vorstand des physiologischen Instituts und der physiologisch-chemischen Versuchsstation, Geh. Medizinalrat Prof. Dr. med. h. o. et phit. Wilhelm Ellenberger ernannt. Kunst und Wissenschaft. .Sokrates der Sturmgesell', Hermann Sudermanns neues Bühnenwerk, wird als eine der ersten Novitäten der nächsten Spielzeit im Leffing-Theater zu Berlin zum ersten Male aufgeführt werden. Kandel und Verkehr. Volkswirtschaft. Berliner Börse vom 8. Mai 1908. (Mitgeteilt von der Bank für Handel und Industrie, Gießen.) Auf die schlechten politischen Nachttchten hin setzte die Börse bereits aus bedeutend matterem Kursnweau ein: matte Londoner und Pariser Kursmeldungen trugen im wetteren Verlause noch dazu bei, die allgemeine Tendenz zu verstauen. Der Verkehr war aus den meisten Märkten ein geringer und infolgedessen genügten kleine Abgaben, um bie Kurse zu brücken. Eine gewiße SBiberftanbd- sähigkeit hatten Tiskonto-Kommandit-Anteile zu verzeichnen, bie- felben würben von erster Sette in großen Posten aus bem Markt genommen; sonstige Banken ber Gesamttenbenz entsprechend matter. Auf bem Rentenmattt vollzogen sich ebenfalls im Einklang mit ben auslänbischen Börsenplätzen Kursabbröckelungen. Kaffaindustttewerte meistenteils niebriger. Privat-Diskont 3 Prozent. Anfangs- u. Schlußkurse. Oest. Krebit.... 211,40 211,00 Deutsche Bank . . . 210,60 209,87 Darmstädter Bank . . 140,40 140,00 Bochumer Guß . . . 182,75 181,50 Harpener Bergbau . . 183,90 183,50 Schluß-Tendenz: abwartend. Märkte. Gießen, 9. Mai. Bei bem am 5. und 6. Mai abgehaltenen Diehmarkt waren aufgetrieben 1709 Stück Rindvieh und 1677 Schweine. — Der nächste Mattt findet am 19. und 20. Mai statt; am letzteren Tage auch Krarnermattt. Arbeiterbewegung. Bremen, 8. Mai. In der heutigen Sitzung deS Arbeitgeber- Verbandes, welchem sämtliche Wersten und andere große Betriebe an ber Unlerroefer angehören, wurde beschlossen, gegen das Vorgehen ber Fachoereine gegen, bie Wersten Tecklenburg in Geeste- münbe und ben Bremer Vulkan in Vegesack energisch Front zu machen und die vereinigten Betriebe so lange zu schließen ober einulschranken, bis die Arbeiter bie von ben betreffenben Wersten geforderten Arbeitsbedingungen angenommen haben ober bie von ben verichiedenen sZachoereinen über bie genannten Wersten verhandle sperre anigehoben ist. Ai c l b o u r n e, 8. Mai. Nachbern ber Derbanb derStaatS- e i Je n b a h n arbeitet in einer Anzahl von 11 000 Mann bie Forderung der Regierung abgelebnt har, welche verlangte, baß er bte ^rbinbung mit bem unter dem Namen Trabes Hall bekannten Zeniial-Arbeilerverband lose, kündigte ber Verband der Lokomotiv- fuhrer für heute Mitternacht den Ausstand an. Sämtliche Lokomotivführer werden ihre Maschinen bann an dem Ort lassen, wo sie sich grabe bepuben Tie Regierung verspricht den Nichtaus- ftanbigen bopccüc Löhnung. Das Publikum ist entschieden auf Setten der Reglerung. 1 Gerichtssaal. D üss eld ors, 8. Mai. DaS Schwurgericht ©«urteilte heute den früheren Ulanenleutnant Frhrn. v. Loew wegen wissentlichen Meineids zu anderthalb Jahren Zuchthaus. Als strafmildernd wurde § 157 befl Strafgesetzbuchs berücksichtigt. Altona, 8. Mai. Graf 6 an8 v. Kalkreuth aus Wien wurde von dem hiesigen Schöffengericht wegen Diebstahls zu 6 Wochen Gefängnis verurteilt. Er hatte auf dem Bahnhofe einem Barbier das gesamte Reisegepäck gestohlen. Ter Graf, em zwanzigjähriger Mensch, ist schon einmal wegen Betrugs bestraft worden. Assfig im dn StMesimtsreziSmi in Strit Gitter. Aufgebote. Den 2. Mai. Friedrich Wilhelm Christian Bach, Dachdecker dahier mit Anna Margarethe Müller dahier. — Richard Wilhelm Christian Andreä, Lagerist dahier mit Albine Särve dahier. Den 4. Mai. Georg Eisenbrandt, Fabrikarbeiter dahier mit Anna Erling, gen. Schäfer dahier. Den 5. Mai. Wilhelm Meister, Tag- löhner m Frankfurt a. M. mit Marie Katharine Dietzler dahier. Den 6. Mai. Ludwig Henfz, Lokomotivheizer dahier mit Luise Wilhelmine Elifabethe Euler dahier. — Johann Heinrich Bolz, Sergeant dahier mit Anna Elisabeth Eurich dahier. Tr. Fritz Emft Karl Julius Cuttchmann, prakt. Arzt in Buchholz mü Charlotte Katharina Hedwig Emilie Theodore Mathilde Marie Martha Güngerich dahier. Ten 7. Mai. Johann Theodor Heinrich Karl Ferdinand Georg Bauer, Musiker und Justrumentenmacher dahier mit Marie Fischbach dahier. — Albert Loew, Kaufmann in Rrefelif mit Bertha Meyerhofs dahier. Den 8. Mai. Jakob Best, Wirt dahier mü Lina Elijabetha Musch in Stammheim. Eheschließungen. Den 8. Mai. Adam Nickel, Gärtner dahier mit Elisabeths Henriette Auguste Weiß. Geborene. Ten 29. April. Dem Sattlermstr. Christian Spieß ein Sohu. Den 1. Mai. Dem Hilfs Weichensteller Heinrich Bechtold ein Sohn, Wilhelm. — Dem Bäckermeister Johannes Müller eine Tochter, Luise Elifabethe. — Dem Gastwirt und Spezereihändler Johann Matter eine Tochter, Alma Frieda. Ten 3. Mai. Dem Dachdecker Hermann Meier ein Sohn, Theodor Friedrich Heinrich. — Dem Taglöhner Franz Rentmeister eine Tochter, Franziska Luise Anna Margarethe. — Dem Fuhrmann Heinrich Abel ein Sohn. Den 6. Mai. Dem Bäcker Karl Alexander Berg ein Sohn. — Dem Bahnwärter Wilhelm Nickel eine Tochter, Wilhelmina Anna Luise. Gestorbene. Den 2. Mai. Johann Georg Adami, 82 Jahre 6 Monate alt, Kaufmann dahier. Den 4. Mai. Heinrich Zahrt, 58 Jahre 9 Monate alt, Taglöhner dahier. Den 5. Mai. Georg Zindel, 41 Jahre 7 Monate alt, Taglöhner dahier. Den 6. Mar. Margarete Weiß, geb. Storch, 74 Jahre 2 Monate alt, Witwe des Schlossers Ferdinand Weig dahier. — Johann Adam, genant Georg Lesch, 7 1 Jahre 11 Monate alt, Bahnarbeiter dahier. imniluiiiliutjnüjtEn. Geboren: Herrn Oberbibliothekar Dr. Alfred Schulze in Marburg ein Sohn. Schiffsnachrichte n. Red Star Linie. Der Postdampser .Pennlanb" ber Red Star Line in Ant« roerpen ist laut Telegramm am 6. Mai wohlbehalten in Phila- belphia angekommen. Meteorologische Beobachtungen iebttgste Ü o 7.-8. cr- 2 3,0' C. Wetter 8. 8. Mai 1903. 738,7 739,2 740,5 2 “ 9" 16,5 11,5 10,4 7,7 9,7 8,9 56 97 95 Beb. Himmel Beb. H. Regen Beb. Himmel E, W. W. 5# 2 CD der Station Gießen --C s 5 c Temperatur am 7.—8. Mai 17,9U C, Das Kaiserliche Anssichtoamt für Privatverfichernng ist am 1. Januar 1902 in Wirksamkeit getreten. Abgesehen von ben öffentlichen Anstalten, ben Hülss-, UnterstützungS- unb Knappschafts- Kassen, unterstehen bem Amte nicht bie Transport- und Rückversicherungs-Gesellschaften, bie Versicherung gegen Coursverluste, sowie bie Gesellschaften, beren Geschäftsbetrieb sich auf einen Bundesstaat beschränkt. Die Kosten des Amtes tragt das Reich, jedoch werden von ben seiner Aufsicht unterstellten Unternehmungen alljährlich Gebühren erhoben, bie annäbemb die Hälfte der Kosten ausmachen sollen, sodaß also auf bas Reich und die Versicherungs- Gefellschaften je die Hälfte der Kosten entfällt Jetzt ist ben Gesellschaften zum ersten male die Rechnung präsentiert Die Gebühren für das Jahr 1902 sind berechnet nach den Prämieneinnahmen ber Gesellschaften im Jahre 1901 aus ben im Deutschen Reich laufenden Vettichcrungen abzüglich der zurückgewährten Gewinnanteile. Tie Kostenvertettung gibt einen sicheren Maßstab für bie absolute Größe der einzelnen vom Amte zu deauffichtigenden Gesellschaften, ohne Rücksicht auf die Art ber Dersicherungszweige. Tie gejamte gebührenpflichtige Prämieneinnahme aller beteiligten Unternehmungen beträgt Mk. 554 017 055, davon entfällt nach der Festsetzung des Amtes auf die Victoria Mk. 55 749 557, also mehr als der zehnte Teil. So beweist die Kostenverteilung wieder, was auch sonst hinlänglich betanni ist, daß z. Z. die Victoria die größte deutsche Verlicherungs-Gesellschaft ist. Die nächste Gesellschaft zahlt noch nicht die Hälfte, ist also noch nicht halb so groß, wie bie Victoria. 3821 Haematonon „Unzicker“. von mebizinischen Autoritäten, rumal Frauenärzten, warm empfohlen. Enthält baS Eisen^ in einer für ben Körper sehr ausnehmungSsähigen Form gelöst in Lüdwcinen, daneben Geschmackskomgemien und Appetit anregende Bestandtette. Erprobte» Mittel bei Bleichsucht, Blutarmut und deren Folgezuständeu. Sehr Appetit anregend neben kräfttger Eiseuwirknug. Besonders empsehlenswert für 3824 Rekonvaleszenten, ebenso für „Kinder", da sehr wohlschmeckerid. Zu haben in allen Apotheken, wo nicht, durch R. Unzicker, Apothtter, Gießen, Drezstraße 4. Ten Herren Aerzten, denen mein Ai Mel noch nicht bttannt, stehen jederzeit Probeflaichen liebst Angabe der Bestanbteile zur Verfügung. Preis pro Flasche Mk. 1.50. 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