Donnerstag v. April 1903 153. Jahrgang Zweites Blatt. Z)ie heutige Hiummer umfaßt 12 Seiten Nr. 84 • r|*det täglich auüet Sonntag». Tfm tSietzener Anzeiger werden im Wecdiel mit dem hesßiche, tanlwirt die •icfjtner SemUlri- blätter viermal in der 'hlodx txifleleflL IRoianonibrud u. Verlag der Brüh l 'ichen Uriiverl.-Buch- u.6iftn- b rüdem (tiiedd) Urbtn) Redaktion, Lrvedino, und Druckerei: Echalftraße 7. Ibrefte für Deoelchen: Anzeiger Wieben. f$ern1prr dächtnis daran haben die Eltern dies K^euz geftistet. Es bedeutet aber mehr, als nur ein Denkmal für das |o iah aus dem Leben gerissene Menschenkind: es i|t em ergreifen- des Reuanis, bau es einen Troü und eine Hoffnung giebt, bie härter finb, als das furchtbarste Leid, baß es einen Halt'gllbt für das Menschenherz, der sich bewährt auch in den schwersten Stürmen, einen Schlu,iel auch sur die dunkelsten Raisel des Lebens, einen heilten «um deS Gebens auch in aller Verworrenheit der Ledens,ch.ckfale: das Kreuz Christi. ES mag sein, daß Friedrich Naumann recht hat wenn er in fernen „Briefen über Religion" m der iuife" schreibt, daß das einem Geschlecht, das nicht mehr in den ©eDanten der Bibel lebt, schwer in klaren Worten JPUFKy O © inc'naiiich75'VUmetteI* /■yy ▼ ö ▼ _ . iäbrhct) 'PK. SJO; but* GlchenerAMgerW General-Anzeiger v ** den poltt und allflem. Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen HMß V *r ' getQentftl: Hans Beck. deutlich -u machen ifL Aber auch bie« Geschlecht kommt von dem Kreuz und dem Gekreuzigten nicht loS. Noch keiner, her eS versucht hat, hat dem ödjnen und Verlangen der Seelen, mit sich und den Forderungen be» Lebens in Einklang zu vom men, einen anderen, besseren Weg der Erlösung, der inneren Befreiung, der Versöhnung und deS Frieden- genhefen. Dor der Majestät des Kreuzes wird alle MenschenweiSheit so klein, und vor der Glut der Liebe gegenüber, die dort lodert, wird alles so matt und kalt. Gewinnen heute die Trümmer von Babylon wieder Leben und Spracl>e — man wird auch einmal wieder deutlicher die Sprache de- Kreuzes verstehen: Urne» epe» — Die einzige Hoffnung I Gründonnerstag! Die Erstlinge des Frühling» tehen -um Verkauf, die ersten grünen Kräuter zur Supve, >er erste Staudensalat, die ersten Radieschen! Am Gruw, Donnerstag, Der bekanntlich dem Gedächtnis der Einsetzung des helligen Abendmahls gewei ' ist, pflegte besonders die Sitte der Fustwaschung und S^ci,ung von zwölf Armen üblich zu fein, in Rom bekanntlich vom Papste selber an , iuolf Greifen vorgenommen. Aber auch in Wien ist diese Zeremonie der Fugwaschung immer sehr feierlich gewesen. Nachdem zwölf Lllinner im Ritters aale der Hofburg olanzend bewirtet worden, kniet der Kaiser vor ihnen nieder, um ihnen die Füße zu waschen. Die Kaiserin verrichtet das Gleiche an zwölf alten Frauen. Alsdann werden die so Geehrten, noch reichlich beschenkt, entlassen. In England pflegten früher ttämg und Königin fo viele Arme zu bewirten, als |ie zusammen Jahre zählten. Bei den Sveiien zeigte sich besondere Vorliebe für daS Grüne, z. B für SajnittlQud) und grüne Kerbelsuppe. Der Gründonnerstag ist der „Tag der Grünen", b. h. der öffentlichen Büßer, die nach der während der Fastenzeit vollbrachten Buße von ihren Vergehungen und Kirchen,traten losgesprochen und als Sündeiilose wieder in die Gemeinschaft der Chriften aufgenommen wurden, um zur helligen Adendmahlsseier zugelassen zu werden. Jene Lossprechung war in der früheren Kirche eine Haupt Handlung am Donnerstag vor Ostern. - Allgemeiner Verein für Armen- und Krankenpflege. Der heutigen Nummer liegt der Jahresbericht des Vereins bei. Wir empfehlen seinen Inhalt der Beachtung unserer Leser, besonders denen, die noch nicht Mck- glieber des Vereins finb. Der Verein hat sich Aufgaben gegellt, zu deren Erfüllung sowohl eine Vermehrung der Mitgliederzahl wie der Beiträge und sonstiger Zuwendungen nötig ist. •* Die Gemälde-Ausstellung am Brand ist morgen, am Rarfreitag, von 11 bis S Uhr mittags ununterbrochen geöffnet Die Kollektion von Bruno LiljesorS bleibt nur bis zum 27. d. MtS. ausgestellt. Alle übrigen ausgestellten Gemälde bleiben voraussichtlich nur bis zum tfteuag der kommenden Woche in der Ausstellung, da vorn 19. d. NllS. biS 8. Mai eine Ausstellung der Karlsruher Kunstgenossenschaft (69 Gemälde) veranstaltet wird. ES sei daher der baldige Besuch der gegenwärtigen, reichhaltigen unb interessanten Ausstellung empfohlen. ** Aenderungen im Sommerfahrplan auf der Strecke Frankfurt- Raffet Der Schnellzug 43 Frankfurt-Berlin und der Schnellzug 44 Berlin-Frankfurt werden zwischen Frankfurt und Sangerhausen getrennt gefahren. Die neuen Züge tragen die Nummern 101 und 104 und fahren ab Sangerhausen nach Halle und zurück. — Schnellzug 43 hält auch in Butzbach, wofür das Anhalten in Fried- berg w eg fällt; der Verkehr von Friedberg wird durch den neuen Zug 101 vermittelt. — Personenzug 808a Friedberg ab 12.52, Bad-Nauheim an 12.69. — Personenzug 810 Marburg ab 8.58 3L, an Gießen 9.47 N., ab Gießen 10.04 N., Frankfurt an 12.05 N. (In der Richtung Frankfurt-Homburg und umgekehrt kommen vom 1. SDlai nicht weniger als je sechs Schnellzüge und 18 Personenzüge zur Beförderung.) — Personenzug 774 kommt um 9.47 V., also 9 Minuten früher in Gießen an und erhält dadurch Anschluß an Personenzug 406 nach Koblenz. — Schnellzug 72 erhält in Niederwalgern Aufenthalt und bekommt hierdurch Anschluß nach und von Herborn. — Die D-Züge 75 und 76 werden in Schnellzüge mit 1.—3. Klasse umgewandelt. — Schnellzug 79 Frankfurt ab 6.00 (bisher 6.05), Raffel an 9.33 (bisher 9.50) erhält in Kassel Anschluß an den neuen Schnellzug 182 nach Emden, Norden u. s. w. »* Die Wahlen zur handwerkskamm er. Wir lesen in der „Mitteid. Fleische r-Ztg.": Das Material für Die Ersatzwahlen zur Handwerkskammer ist nunmehr vom Grvßh. Ministerium an die wahlberechtigten Korporationen abgegeben worden, mit dem Anfügen, daß das Ergebnis der Wahl biS zum 15. April dem in den Stimmzetteln bezeichneien Wahlkommissär einzureichen ist, andernfalls die Stimmzettel nicht berücl tätigt werden. Dte für die Wahl Aut Verfügung steheiide Zeit ist sonach ,chon |ehr kurz bemessen und weiterhin kommt in L rächt, dwß die Feiertage für die Abhaltung der Versammlungen nicht günstig siiw Tie notwendige Verständigung über die in den einzelnen Lahlkörpern und Wahlbezirken zu wählenden Handwerksmeister dürfte so in etwas erschwert sein, trotzdem wird es s hr wünschenswert erscheinen, wenn eine Einigung vorher erfolgt, schon um Stlmmenzersplitterung zu ber- meiDen. Wer seither die Tätigkeit der Handwerkskammer verfolgte, konnte mit Genugtuung feststellen, daß die Mit- glieoer der Kammer mit voller Einmütigkeit an die ihr gefülltem nicht lei. ten Aufgaben herangingen, Daß ste alle Das Hanowerl b.tr J ’enien „ragen in befriedigender Wei|e zu. lösen suchten. Ein wichtiger Faktor zur Ermöglichung Auf Deutschlands Kosten. Aus Berlin, 8. Aprll, wird uns geschrieben: Der Besuch des ü ön i g i von Eng land in Li [f a - bon, bie geräuidmollcn Feste, die begeisterten Ehrungen, bu- gerührten Ansprachen und Trcueversicherungen, das alle» ist im Ganzen mehr wie ein politisches Jbyll, als ein politisches Ereignis aufgesaßt worben. Man hat sich eit den nicht gerade ritterlichen Diensten, die Portugal im fübafritauifajen Kriege England für Geld und gute Worte leistete, an dies eigenartige Bündnis deS Kleinen mit dem Großen gewöhnt und man fühlt sich nicht beunruhigt durch bie selbstbewußten Worte, wodurch bie Allianz in bengalische Beleuchtung gerückt worden ist. Tie munteren Portugiesen bedürfen bei solcher Gelegenheit der llederschwanglichteit, um sich vollkommen befriedigt zu fühlen, und König Eduard hat den Ansprüchen deS Südens denn auch reich.üt-e Rechnung getragen. Ader der König von Englaiid, bejahrt und Bequemlichkeit liebend, zudem gesundheitlich nicht der Festeste, unierzicht sich nicht den Beschwerden einer solchen Fahrt, um den Lisiabonern eine Freude zu machen. Ein Londoner Blatt, die „Times", hat es ausgeplauoert, daß England uno Portugal mit vereinten Kräften speziell in Afrika Vorgehen wollen, daß Eisenbahnbauten großen Stlles und andere Unternehmungen und Vereinbarungen im Plane liegen und daß dadurch der härteste Schlag gegen die Ausbreitung des deutschetl Handels in Südafrika geführt werden soll. Ein portugiesischer Staatsmann hat die Güte gehabt, den Schleier zu lüsten und so den Engländern zu bciueijeii, wie wertvoll der Anschluß an Portugal ist. Die unniutetbare Bestätigung dieser schönen Absichten ist in der Antwort König Eduards auf die Adresse der portugiesischen handclSocreinigungen enthalten. Der König spricht von der Eiiiinutigkcit der Handelspolitik, zur Ausdehnuiig deS Handels in beiden Ländern uird deren Kolonien. Der Toa|i Eduards aus König EarloS äußert den Wunsch „die Kolonien, die wir besitzen, zu bewahren". Auch das giebt ben Gerüchten von hanoeispolit.scheu Abmachungen Nahrung: von einem Zollverllc^ unter Bevorzugung^-Bedingungen zwischen Trairsvaal »And den portugiesiscy-vsiafrila- ni]ü)en Besitzungen. Sarnau; hatte also Deutschland die Kosten der 93er- brüderungs,este in Lissabon zu bezahlen. In aller Gemütsruhe Haden unsere werten Vettern sich angeschickt, einen neuen Beiveis der „ungetrübten Beziehungen" zwischen London und Berlin zu geben. Das ist nun der xanl dom Hause England für Die tonfequent durchgeführte Politik der Nichteinmischung unserer Regierung in den süDasrikanischen Krieg: erstens die kürzlich erfolgte süd- afiitaiiisa-e Zollkonvention, zweitens die englisch-pvrtugie- si|chen Vereii.baiungen mit Dem offen einge|tanDenen Ziel, dem Deutschen Handel in Südafrika den Garaus zu machen! WaS steht nun noch bevor ? König Eduard wird in Paris erwartet. Ta ist denn wieder eine Gelegenheit für Mr. Ehamberlains diplornatisa-e Kunst, etwas gegen Deuisck)- lanD auszuhecken, ist es nicht auf politischem, dann aus handeispoillisaiem Gebiet. Ter gute König Eduard — das wird man gern glauben — fuhrt persönlich nichts Boses im Schilde ander Deutschland. Der Regis,eur des Schau- fpieis, der Berfas,er des Stückes ist u.yamberUrin, von Dem sicher nut unrecht vermutet wird, er fei von der Abneigung gegen Teut,chlanD zurückgekommen, weil er feit längerem nicht mehr „auf Granit gebissen" hat. Die fran- zo,i|chen Staat-smänner find ja fo banfbar für jede An- nayurung von englischer Selle, well fie dabei auf eine ungleich respektablere Bchaiidlung hoffen dürfen, als sic ihnen von der Derben ruf fachen Diplomatie zu teil wird. g;un ist abzuwarten, in welcher Weise deutscherseits der Gegenschlag ge,uhrt wird gegen tue zugedachten freund- witligen Aufmerksamkeiten. Tle Auösiaude in Holland uud Italien. Tas Schutzkomitee im Haag erklärte ben Ausstand tm Baugewerbe. 2ie christlichen Syndikate bemühen sich für Die Fortsetzung der Arbeit. Das Schutzkomitee verspricht Das Cnoe des Ausstandes für den Fall der Ablehnung des Gesetzes gegen bie Ausstände. Wie bie Teilung „Het Boll" meldet, hat das Schutzkomitee be- mküilLii, heute Den allgtmeincn Ausstand für alle Ge- werbe im ganzen Sande öu verkünden. Die Zwelle niederländische Kammer nahm mll 80 gegen 6 Stimmen Art. 1 Der Die Anspande betreffenden Vorlage an. Dagegen stimmten nur Die Sozialisten. Achtzig Prozent des holländischen Eifenbahnpersonals erklärten sich bereit dreArbeit wieder aufzunehmen, i^s schien nur noch bie Rangierer und Weichensteller zur vollstän- diaen Luicberaufnayme des Dienstes. Ter Eisenbahnverkehr Nimmt ailinahlich wieder ben regelmäßigen Gang an. Tie Metailatbeller haben beschlossen, im Ausstand zu Derbarten Tie Fuhrleute feiern nicht. Im Baugewerbe und unter den Aus.aoern herrscht teilnxifer Ausstand. Im Haag wie in Amiietdam ist der Bäck er aus st and für den Auaendlick als gescheitert anzuiehen. , Tie Backereien arbeiten unter mallarischem Schutze, ^amtliche Am,ter- Damer Höxter mit Ausnahme Der demotrat.ichen sprechen ihre tiefiie EntiU.iUng über Die ireveihasten Vorgänge aus, denn es hanDeie sich nicht mehr um eine Wifrage, sonders man swh-EM wohl »«bereiten Staats- '“‘An 3?umn^ec£^te am Nachmittag des 8. d M. -iLerOil Ruhe. Eine gruppe Ausständiger luchte nach der Peterstirche zu ziehen, wurde aber mit Seichtigkell zer- ftteut Zugänge zu der Peterskirche werden nunmehr von Truppen besetzt gehalten; in der Umgebung streifen Kadalleriepatrouillen. Alle Gerüchte, daß Personen verwundet wurden, entbehren durck)auS der Begründung. Die Zeitungen sind gestern früh noch erschienen. In ver- chiedenen Stadtteilen, auf Dem Colonnaplatze, Venedig- rlatze, dem Corso Vittorio Emanuele und an der Garibaldi- brütfe fanden Ansammlungen Ausständiger statt. Die wider- tanbSlos zerstreut wurden. Arn Mittwoch morgen wollten die Ausständigen eine Versammlung abhalten, |auben aber DaS Lokal von der Polizei gesperrt, welche die Ausständigen vertrieb, wobei eine Anzahl Verhaftungen vorgenommen wurden. Die Läden, Kaffees unb Wlltsck)asten waren gestern noch geöffnet. Auster den Buchdruckern st r e i l e n noch die F i a k e r k u 11 ch e r und die Ungefüllten der Straßenbahn, bie 9)1 a u r e r und einige andere Arbeitergruppen. Die Kutscher, bie zwischen ben Bahn- Höfen unb der Stabt verkehrenden Fiaker, sowie die Hotel- later tun wie gewöhnlich ihren Dienst. Auch einige Wagen der Straßenbahn sind ui Betrieb. Die Händler für Die nollvendigsten Lebensmittel werden in einer Bekannt» machung des Bürgermeisters an^ehalten, ihre Höben offen zu halten. Der Vorrat im städtiichen Schlaa-thous beläuft ,ich auf 670 Stück Rindvieh. Eine Bekanntmachung der Arbeitskammer mahnt die Ausständigen zur Ruhe. Wahl-Bewegung. Tie Kandidatur des Grafen B a 11 e ft r e m in feinem heimischen Wahlkreise L u b 1 i n i tz - G l e i w i tz wird nicht nur Don den radikalen, sondern auch von den zeillrums- sreundlichen Polen entschieden bekämpft. Ter Zentrumsleitung scheint man auch nahe gelegt zu haben, Den Grafen in einem andern Kreise aufju|iellun, um feint Wiederwahl nicht zu gefährden. Dieser Vorschlag wird mbeffen vom Zentrum schroff zurückgewiesen: es sei eine Ehrenpflicht des Wahlkreises, den Reich-stagspiäfidenten auch für die nächste Session dem Hause zu präsentieren. — An Stelle des verstorbenen Abg. Frhrn. von Heereman stellle das Zentrum den Landrat Schmedding zu Münster i. W. als Kandidaten auf. ttolouialpost. Ter Etat des 0,1 afrikanischen Schutzgebietes. Tie enbgilrige Uebersicht der Einnahmen und Ausgaben des ostafrik^nischen Schutzgebietes für 1900 ist im Reichstage ausgegeben worden. Tie Einnahmen betrugen 9159V 181.9b Ml. (EtaiÄOiisatz 9 708 660 ML), die fortdauernden Ausgaben bmejeu sich auf 6 946 528.21 Mk. Etatsansotz 6 764 460 ML.), die einmaligen auf 3 595 554.48 Mark (Etatsansatz 2 931 000 Mk.), der Rcservefonds zu unvorhergesehenen Ausgaben bei 1 fierte sich auf 21047.76 Ml. (Etatsansatz 132 000 ML.). Aus dieser Uebersicht ergiebt sich, paß bei den Einnahmen der Etatsansatz 1900 um 300 OVO Mark ungesähr zu hoch angesetzt war und daß die Ausgaben bedeutend zu niedrig geschätzt worden siiid. Tie Etatsüberschreitungen betragen bei den fortdauernden Ausgaben 375 945.85 ML, bei den einmaligen Ausgaben ö92 197.44 Mk. nach Verrechnung der verbliebenen Reste aus Den Vorjahren, mithin belaufen sich die Uebeischreitungen auf 1268 143.39 Mk. Die Ausgaben verteilen sich wie folgt- 3195 550 Mk. für Eivilverwaltung (Ueberschrellung 143 387 Mk.), 2 222 136 Mk. für Milllärverivaitung (Ueber- schreitung 84 802 Mk.), 821366 Mk. für Flotille (Ucber- chreitung 133 413 ML), Eisenbahn 97 184 Mk. (Ueberschreit- uug 14 342 9JIL), Unterstützungen 10 290.47 Mk. (Etatsansatz 12 uOO ML., also 1700 Mk. gespart). Oberleutnant Doniinik ist aus Kamerun ui Berlin eingetroffen und hat in der Rolonialabtetlung mündlichen Bericht erstattet. Er schied un Juni 1901 aus bem brandenburgischen Infanterie-Regiment 64 aus und wurde der Schutztruppe in Kamerun von neuem zugetellt. Er bekam den Auftrag, mit einer Expedition nach Norden vorzugehen und eine Station am Benue bei Ganta zu bauen Arn 12. Oktober rückte er von Rnbian der Batangakuste ab über Jaunde, To ko und Bani-o unb langte am 6. Januar 1902 zu öarua an, wohm schon der Hanptnmnn Cramer van Mana- brach gekommen war und lliimpfe bestanden ^attk. Sk>n da kehrte er nach öama juriii Mö aber Oberst Pao. Tiloa besedt hatte, berief er den Obcrlcntnant Dommtk dahin unü^ setzte chn jum Ches bei H°nz-n Äebwws Mm ©enue bis zum Tjck)ads-e eur. Er hat das «eb.e nach vielen Richtungen hin genau kennen gelernt und hat Mele Berichte von dort eingesandt. Q(b NbV—■ 0kM c Lage 4 «'S eines *** ’* nnb Ne,. irbe n ®b|olut ttUSnMAfAn mit Preis??los>en. Planten um '$bcAIDon Spedition h oj, ^622 ztlich empfohlen Vagen durch Plakate .mufflet-v. Ki?- 1 sucht l Vermög- O-'r 's tz yoit der -rjlflUlCm MkWs tgeu-, frM" Wie ß urie«ttuu- ;| ElnlnN 11 »ehr-1 lien- ***a(,iucier 1 bildE'Lnleu. es l2w2| iluSfnnfl nullen t finit In Üntwetptn, Iler im »HaulhauS jui nnne" in Gietztn, so stein in Ünngibotf. fruchtbarer Arbeit war aber, das; die Mitglieder im Laufe der vergangenen drei Jahre sich vollständig in den zu be- handelnoen Stoff einarbeitcten und allen Fragen mit vollem Verständnis gegenübertraten. Es wird deshalb die Sache des Handwerks nur fördern können, wenn bei den Ersatzwahlen auf die Tatsache Rücksicht genommen und in allen Wahlbezirken darnach gestrebt wird, die seither wohl bewährten Männer, die sich in uneigennütziger Weise in den Dienst des Ganzen gestellt haben, wiederzuwählen zum Wohle des Hessischen Handwerkerstandes. -g- Reiskirchen, 9.April. Gestern abend brachte der Gesangverein ,Harmonie" seinem Dirigenten einen Fackelzug mit Ständchen, um ihm zum 43. Geburtstage zu gratulieren. Der Präsident Jünger drückte ihm in einer Ansprache das Vertrauen und die Dankbarkeit des Gesangvereins, sowie der Gemeinde aus, und ernannte den Lehrer Bürst le in zum Ehrenmitglied. An die Feier schloß sich eine gemütliche Zusammenkunft in der Wirtschaft von Ferd. Guntrum. g. Friedberg, 8. April. Die Gründung einer höheren Töchterschule ist zurzeit in unserer Stad-t die wichtigste Tagesfrage. Nachdem eine öffentliche Bürgerversammlung den Stadtvorstand einstimmig um Errichtung einer solchen gebeten hat, überwies der Stadtvorstand die Angelegenheit einer Kommission. — An der Obstbau - schule findet der diesjährige Lbstbaukursus für Geistliche, Lehrer und sonstige Freunde des Obstbaues vom 27. April bis 2. Mai statt. — Tie Großh. Taubstummenanstalt hielt am 3. d. M. unter Leitung des Direktors Wodäge eine öffentliche Schlußprüfung ab. Die Anstalt zählt gegen 60 Zöglinge, im Schuljahr 1901/02 54 Zöglinge und 8 Lehr- iräste. — Die Mathildensti stung Friedberg-Butzbach hat vom 1. Juli ab den Zinsfuß für Spareinlagen auf 3i/s, für Darlehen auf Hypotheken aus 4 und für Schuldscheine auf 41/2 Prozent festgesetzt. - i- Darmstadt, 8. April. Im ersten Quartal d. I. wurden in die Ernst-Ludwig-Heilstätte (Lungenheilstätte der Jnvalidenversicherungs-iAnstalt Gr. Hessen) 114 Pfleglinge neu ausgenommen und 100 Pfleglinge im gleichen Zeitraum wieder entlassen. Am 31. v. M. befanden sich noch 89 Kranke in der Heilstätte. Wegen der ftarEen Belegung der Heilstätte mußte die Anstalt in Eberbach bei Reichelsheim i. O. wieder in Betrieb gesetzt und chr vom 1. März ab 7 Pfleglinge zugeteilt werden. Bingen, 9. April. Ein frecher Einbruch wurde in die Bierzehnnothelser-Kapelle auf dem Jakobsbecge bei Ockenheim verübt. Die Monstranz in der Sakristei wurde zertrümmert, ein Reliquienkreuz herausgerissen, Leuchter, Bilder und Statuen zerbrochen und zertrümmert. Opferbüchsen wurden ausgebrochen und das darin enthaltene Geld gestohlen. Frankfurt a. M., 8. April. Die Stadtverordneten haben mit allen gegen eine Stimme dem Gesetzentwurf über die Bebauung ehemaliger Frankfurter Wallgrund- stücke zugestimmt und den Magistrat ersuch!, diesen Beschluß zur Kenntnis des Landtags zu bringen. Frankfurt a. M., 8. April. Heute verschied hier Dr. Emil Ferdinand Speyer, Generalpostdirektions-Sekretär a. D., im Alter von 83 Jahren. Der Verstorbene war wohl einer der letzten Beamten, der noch der ehemaligen Fürstlich Thurn und Taxis'schen Postverwaltung angehörte. Rach dem Jahre 1866 trat er in die ReichS-Postverwaltung ein, wo er als juristisches Mitglied der Oberpostdirektion bis zu seiner vor wenigen Jahren erfolgten Pensionierung tätig war. Bis in die letzten Tage hatte er sich die volle Frische seines Geistes gewahrt. Vermischtes. ♦ Berlin, 8. April. Ter 20jährige Leutnant beim 4. Garde-Regiment zu Fuß, v. Cranach, der dem Regiment erst seit einem Jahre als Offizier angehört, hat am Montagaberid aus seinem Zimmer ui der Kaserne feine Geliebte, eine 19jähcige Arbeiterin aus Frankfurt a. O., durch einen Revolverschuß schwer verletz t und sich bann selbst erschossen. * Saalfeld, 8. April. Tie hiesige Maschinenfabrik von August Reißmann ist in der vergangenen Nacht vollständig niedergebrannt. Der Schaden ist bebeutenb, 120 Arbeiter sind brotlos. ♦ Orsowa, 8. April. In hiesiger Gegend entluden sich in den letzten Tagen mehrfach, heftige Gewitter mit starken Schneefällen unö Blitzschlägen. * lieber den Kindersegen der Berliner Familienmütter geben die nüchternen Zifsernr.ihen einer Tabelle interessante Aufschlüsse, die das Statistische Amt der Stadt Berlin über die Geburten im Jahre 1901 veröffentlicht. Darnach hat den Rekord an Kinderreichtum eine Mama, die im Alter von 45 Jahren stand, mit dem 28. — schreibe: achtundzwanzig st en — Kinde erreicht. Ihr am nächsten stand eine Familienmutter, die mit 41 Jahren bereits 23 Kinder der Welt geschenkt hatte; drei andere beglückten im Alter von 40 bezw. 43 und 46 Jahren ihre Gatten mit dem 21. Kinde. Mehr als ein Dutzend Kinder (13 bis 20) konnten im genannten Jahre 246 Berliner Frauen ihr eigen nennen, falls nicht der Tod die Zahl gelichtet halte; gerade ein dutzendmal hatte sich der Storch bei 169 Müttern eingestellt. In 4355 Ehen mürbe das 4. Kind geboren, in 1926 das 6., in 804 das 8. und in 399 das 10. Kind. Dell jugendlichsten Müttern, Damen im Alter von 16 Jahren, von denen 11 ihres ersten, eine ihres zweiten Kindes sich erfreuten, standen zwei Damen im Alter von über 50 Jahren gegenüber, von denen die eine ihr Erstgeborenes, die andere
rück. Kunst und Mscnschast. In Halver sladt bewilligte die Stadtverordnetenversammlung für den Bau eines Stadttheaters 45 000 Mk. Halberstadt zählt ca. 45 000 Einwohner. • * Richard Wagner-Festspiele zu München. Die Nachfrage nach Eintrittsbillelen für die heurigen Richard Wagner- Festspiele im Prinzregenten-Theater, welche vorn 8. August bis 14. September statlsinden werden, ist bereits, wie man uns aus München schreibt, außerordentlich rege. Besonderes Interesse erweckt der Ring des Nibelungen. Mit 28 eingehenden Studienproben ist die Walküre tm Vortrage rote szenisch fertiggestellt und es beginnt nunmehr die Einstudierung des Siegfried. Alle Hauptrollen sind doppelt besetzt. Tie Oberleitung der allwöchentlich dreimal ftattfinbenben Proben liegt in den Händen des Intendanten von Possart. Der Großherzog von Baden ernannte den Maler Professor Wilhelm Trüoner in Frankfurt a. M. zum Professor an der Meisterabteilung der Akademie der bildenden Künste in Karlsruhe. Petersburg, 8. April. Ter deutschen Abteilung der internationalen K 0 stüma u 8 stelluna wurden von der Jury zehn große unb zehn kleine goldene Medaillen, neun silberne, eine broncene Medaille und ein Anerkennungsschreiben zuerkannt. Die Verwaltung des Berliner Zeughauses erhielt eine goldene Medaille. Dem preußischen Handelsmimster Möller wurde von der Jury der Kostümausstellung für besondere Mühewaltung bei der Organisation der Ausstellung die goldene Medaille zuerkannt. Universiläls-Aachrichlen. — An Stelle des nach Gießen berufenen Professors Dr. Mittermaier ist der Kammerschreiber am Berner Obergericht, Dr. Th. T h 0 r m a n n, xum außerordentlichen Professor für Strafrecht und Strafprozeß an der Universität Bafel ernannt. — Der Lektor der englischen Sprache an der Universität Straßburg, Professor Dr. I. G. R 0 b e r t f 0 n, hat einen Ruf an die Universität London als ordentlicher Professor der deutschen Philologie erhalten und wird demselben Folge leisten. — In Lüttich wurde der 5. Kongreß der Jnternatioi»alen Bereinigung für Anatomie eröffnet. Aus Deutschland sind u. a. Waldeyer (Berlin), Edinger und Weigert (Frankfurt) anwesend. Gerichlssaal. Magdeburg, 8. April. Ter im Jahre 1883 fahnenflüchtig gewordene jetzige Schmiedemeister Ludewig wurde vom Kriegsgericht zu 1 Jahr Gefänanls verurteilt. Er hatte 17 Jahre unter feinem Namen in der Altmark gearbeitet, ehe er entdeckt wurde. Die Notwendigkeit eines Erlasses gegen die Soldatenrnißhandlunaen, rote ihn soeben bekanntlich der Erbprinz Bernhard von Sachs en-M einig en als Kommandeur des 6. (schlesischen) Armeekorps gegeben hat, zeigt folgender Kriegsgerichtsfall, der sich in Breslau abgespielt hat. In eben jenem Bereich, von dem der prinzliche Erlaß berührt roird, vor dem Breslauer Kriegsgericht der elften Division, standen angeklagt der Musketier Koy vom Infanterieregiment 156 in Brieg des Beharrens im Ungehorsam und tätlichen Angriffs gegeit einen Vorgesetzten in zwei Fällen, die Unteroffiziere Bleul und Sergeant Fischer, beide von demselben Regiment, der Mißhandlung dieses Untergebenen. Am 12. März fehlte der Angeklagte Koy beim Einteilen der Kompagnie. Der Unteroffizier Bleul befahl dem Mann, auf den Korridor zur Jnstruknen zu gehen. Des Weges kommende Mannfchafien haben nun gesehen, daß der Unteroffizier Bleul den Mann inS Gesicht geschlagen und der Sergeant Fischer habe ihn auch mißhandelt, daß der Musketier blutete. Ter Geschlagene, der vom Fegen kam, roill mm der Schläge roegen den Besenstiel vorgehalten haben, die angeklagten Unteroffiziere aber behaupten, der Mann habe tätlichen Angriff verübt. Als dieser Akt vorüber roar, begab sich der Musketier auf die Stube, das Blut abzuwaschen. Unteroffizier Bleul, der ihm befohlen, zur Instruktion zu gehen, roard böse, warf den Mann ztir Erde, stieß ihn mehrere male mit dem Fuß. AlS der Musketier aufstehen wollte, roarf ihn der Unteroffizier wieder hin mit den Worten: „Dir werd' ich es auSreben, zu oergreifen/ Der als Zeuge vernommene Hauptmann v. Schlieren bekundet, daß bei Bcrncbmung des Angeklagten Koy dieser ihm Augegeben, er habe den Unteroffizier mit der Hand gestoßen beim Abwehren. Der Vertreter der Anklage, Knegsgerichtsrcu Willcke, beantragt Freisprechung des Musketiers und rügt die unschöne Art der Handelsweise deS Unteroffiziers Bleul, deffen Vorgehen gegen den Mann er roh und nicht zu rechtfertigen nennt, ferner Verurteilung des Unteroffiziers Bleul zu drei Monaten Gefängnis und Degradation, da er sich unwürdig gezeigt, weiter Vorgesetzter zu sein, und deS Sergeanten Fischer zu drei Wochen Minelarrest. Rechtsanwalt Bick als Offizialverteidiger des Musketiers bezeichnet die Angaben der Unteroffiziere als bewußte Unwahrheit und beantragt mit dem Anklagevertreter Freisprechung. Ta» Kriegsgericht erkannte gegen den Musketier auf sechs Monate Gefängnis, gegen Unteroffizier Bleul zro er Monate Gefängnis, gegen Sergeant Fischer auf Freisprechung. Das Gericht hat eergeant Fischer Glauben geschenkt. Koy ist em schwer zu behandelnder Untergebener, der schon tu militärischen Strafen Anlaß bot, und dem die Tat zilzurrauen ist. Es war ihm aber der Schutz des § 98 zugebilligt, da er durch Mißhandlung gereizt. Dem Angeklagten Bleul fei kein Glauben geschenkt, da et fich in Widerspräche verwickelt. Koy ward sofort üerbaiteL Arbeiterbewegung. Bromberg, 8. Avril. In der Angelegenheit bet Cramberger BauarbeiterauSstandes sanden Einigungsoerhandlungen vor dem Geroerbegericht statt. Tie Arbeitgeber lehnten jedes Zugeständnis ab Tie Arbeitnehmer erflärten fich zur Aufnahme der Arbeit zu den früheren Bedingungen bereit Die Arbeitgeber bereiten sich die Entscheidung vor. Basel, 8. April. Nachdem die Verhandlungen des Einigung^. amteS resullatlos verlaufen sind, beschloß eine von 3000 Maurern besuchte Versammlung die Fonsetzung des Streiks. Luzern, 8. April. Nachdem die gestrigen Verhandlungen zwischen der Direktion der Gotthardt-Bahn und der Lohnkommiffion des Personals zu keiner Einigung führten, sah sich btt Verbands- Behörde deS Verbandes des Personals schweizerischer Transpon- Anstalten veranlaßt, angesichts des Ernstes der Situation vermittelnd einzugreifen. Dieselbe unterbreitete der Direktion gestern nacht einen Vermittelungsoorschlaa, der in der Konferenz von heute Mittag von der Gesellschaft in vollem Umfange acceptiert worden ist. Durch die in letzter Stunde gemachten Zuaeständniffe etfolgt« sodann die Beilegung des nun beinahe 5 Monate andauernden Lohnkampfes. Madrid, 8. April. Auch gestern dauerten in vielen Provinzstädten die Kundgebungen fort In Saragossa, BurgoS und Cadix fanden neue Tumulte statt. In Gijon ist heute em Generalstreik zum Zeichen des Protestes ausgebrochen. Budapest, 8. April. Ta die Forderungen der Angestellten der Straßenbahn nicht erfüllt wurden, ist im Laufe des heutigen Vorniittags der größte Teil der Angestellten in den Streit eingetreten. Tie Gesellschaft wird den Verkehr mit den treu gebliebenen Angestellten und Ersatzleuten aufrecht erhalten. Zandcl und Verkehr. Volkswirtschaft. Eisenwerke Hirzenhain und Lollar, Aki.-Ges. Lollar. Die Bilanz für 1902 ergiebt, wie uns mitgeteüt wird, einen Bruttogewinn von 400 620 Mk. li. V. 769 998 Mk.j. Die Abschreibungen erfordern 210 898 Mk. (275008 Mk.j. Tie Reserve erhalt 8939 Mk. [12 090 Mk.j. Tie Tantiemen betragen 14 530 Mk« [28 519 Mk.j, als Gratifikation werden 7500 Alk. [8410 Mk.j verteilt und die Prioritätsaktien erhalten 6 pEt. [w. i. V.j Dividende, 53 752 Mk. [10 930 Mk.j werden vorgetragen [i. V. erhielten außerdem die Stammaktien 4 pEt.j. Gleichzeitig genehmigte der Aufsichtsrat den Verkauf des Hirzenhainer Werkes zum Buchpreise von 1840 000 Mk. Die Zahlung erfolgt mit 190 000 Mk. bar und 1150 000 Mk. in Stammaktien. Ter Generalversammlung wird vorgeschlagen, das Aktienkapital um insgesamt 1890 000 Mk« Stammaktien zu reduzieren und die restlichen 86ü 000 fUtt. Stammaktien den Prioritätsaktien gleichzustellen. TaS Aktienkapital wird alsdann 2 110 000 Alk. in gleichberechtigten Aktien betragen. Turch diese Transaktion werden 240 000 Alk. buchmäßiger Gewinn erzielt, die zu Abschreibungen rc. verwandt werden sollen. Weiter wurde beschloffen, die derzeit bestehende Anleihe von ursprünglich 1250 000 Mk. zur Rückzahlung aus den 10. Oktober d. I. zu kündigen. Dagegen hat die Gesellschaft eine neue 4,5prozenNge Anleihe von 1100 000 Mk. ausgenommen, die an erster Stelle aisiden Besitz der Gesellschaft in Lollar hypothekarisch sicher gestellt wird. Tie Anleihe ist innerhalb 27 Jahren ab 1904 zu 102 pEt. rückzahlbar. Tie Anleihe wurde von einem Konsortium, bestehend au» den Bankhäusern Sal. Oppenheim jr. u. Co. in Köln und Baß u. Herz ^n Frankfurt a. SDL und der Deutschen Genossenschaftsbank vou Soergel, ParrisiuS u. Co. in Frankfurt a. M. fest übernommen. Die Gesellschaft wird, nachdem das Hirzenhamer Werk adgesloßen ist, in Zukunft die Firma (iifenuyte Dollar, Aktien-Gesellschan. annehmen. " Eingesandt. (Für Form und Inhalt aller unter Dieter Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Wie unS anS Nr. 82 des .Gieß. Anz/ bekannt ist, tft für die Spaziergänger des Philosophenivaldes betreffs der Musik der Re- gimentsspielleute Sorge getragen worden, aber für die Anwohner der Wetzsteingasse bis jetzt noch nickt. Tenn der riesige Schmutz liegt noch im vollsten Maße da. Es wäre deshalb sehr wünschenswert, wenn die Besengarde auch einmal an die Stelle gesetzt würde, wo eS am nötigsten ist. Wenn auch die Anwohner arm sind, Heben sie doch die Reinlichkeit. Mögen diese Zeilen zur Reinigung der Wehsteingasse beitragen. Mehrere Steuerzahler. Krieskasten der Redaktion. (Anonyme Anfragen bleiben unberücksichtigt.) 3- G. Erschöpfende Auskunft über alle Ihre Fragen erhalten Sie von hiesigem Großh. KreisgefundheitSarnt. Eine Broschüre, wie Sie sie sich wünschen, von ganz geringem Umfange bat der hiesige Universitätsprofessor Dr. H. Walther im Verlage von Staube in Berlin erscheinen lassen, die Sie durch jede Buchhandlung beziehen können. Familien Nachrichten. Gestorben: Fanny Fabricius, geb. Conradi, 52 Jahre alt, in Wöllstein in Rheinh. Meteorologische Beobachtungen ööchste Temperatur am 7.-8. April + 8,1° 0. Niedrigste , , 7.—8. , + 2,3" C. 8. 2“ H Wetter 6,5 5,4 4,9 738,8 741,4 743,7 85 81 82 -e z ea WSW. NW. WNW. April 1903. + 7,5 + 5,2 + 3,7 v der Station Gießen Regen Bed. Himmel Regen -S-S Dr. W. Knecht’s Magenbitter „SÄNTIS“ erstklassiges Hilfsmittel bei mangelhaftem Stoffwechsel, ärztlich anerkannt und empfohlen. Grosse Flasche Mk. 2.50. Probeflasche Mk. 1.—. Ueberall erhältlich. Beerenweine. — Tiidwcine. Mit höchsten Preisen ausgezeichnet. 2584 Fr. Leo Nachfolger (C. Herber), LcltcrSweg »S. Bekanntmachung. Vrtr.: Die Umwandlung des Leigen AnlehenS der Hanpt- unb Ncsidcuzstadt Darmstadt Lit. H. von 1891 in ein 3l/,%igf« Anlehen und Kündigung der nicht umgewandelten Obligationen. A. Umwandlung. Gemäß Beschluß der Stadtoerordneten-Versammlung vom 12./26. März d. IS. wird den Besitzern der oben genannten Schuldverschreibungen hiermit die Herabsetzung dcS Zinsfußes auf 3*/j e/o durch Abstempelung angeboten. Die Vorlegung der Obligationen behufs Absiemvelung hat bei Vermeidung de» Aubschluffc» bis spätesten» 30. April 1903 bei folgenden Stellen zu erfolgen: in Berlin bei der Deutschen Genossenschafts-Bank von Soergel, ParrijiuS L Lomp^ Kommandügesellschaft auf Aktien. in Frankfurt a. M. bei der Deutschen GenosienschaftS- Bank von Soergel, ParrisiuS L Comp., Kommanditgesellschaft auf Aktien, in Hannover bei den Herren Ephraim Meyer L Sohn, in Oldenburg bei der OldenburgischenSpar- und Leihbank, in Darmstadt bei der Stadtkasie, bei der Darmstädter Volksbank e. G. m. b. H>, bei der Landwirtschaftlichen Genossenschafts- Bank, bei Herrn Ed. G. Gersl, bei den Herren Nauheim & Comp., vormals H. Neustadt, bei Herrn Ferd. Sander, Hofbankier, bei Herrn C. Schade. Die Besitzer der zur Abstempelung gelangenden Schuldverschreibungen verbleiben ,m Genuß der 4%ißen Zinsen bis 1. August 1903. Die Schuldverschreibungen sind deshalb emschlieulich Coupons Nr. 24 p. 1. Februar 1904 und folgende oorzulegen. Sie werden sofort mit dem Umwandlungsstempel versehen und nebst den gleichfalls abgestempelten TalonS den Einreichern ohne Verzug zurückgegcben. Nur die Coupons Nr. 24 bis Nr. 28 bleiben in Händen der Ab- stempelungSstcllen. Fehlende Coupons sind denselben bar zu ersetzen. Gegen die abgestempelten Talons werden nach demnächst zu erfolgender Bekanntmachung neue 31/, %tge ZinS- scheme, deren erster am 1. Februar 1904 fällig ist, quS- gegeden. Die Notierung der umgewandelten Anleihe an der Frankfurter Börse wird beantragt werden. B. Kündigung. Diejenigen Schuldverschreibungen, die innerhalb der festgesetzten Frist bis 30. April 1903 nicht zur Abstempelung gelangen, werden hiermit zur Rückzahlung zum Nennwert auf den 1. August 1903 gekündigt. Mit diesem Termin hört ihre Verzinsung auf. Tie demgemäß gekündigten Schuldverschreibungen sind einschließlich der nicht fälligen ZinS- scheine und TalonS vom 1. August 1903 ab bei folgenden Stellen gegen Zahlung deö Nennwertes einzureichen: in Darmstadt bei der Stadtkasie, in Berlin bei der Deutschen GenosienschaftS - Bank pon Soergel, ParrisiuS & Comp., Kommanditgesellschaft auf Aktien, m Frankfurt a. M. bei der Deutschen GenosienschaftS-Bank von Soergel, ParrisiuS & Comp., Kommanditgesellschaft auf Aktien, in Hannover bei den Herren Ephraim Meyer & Sohn, in Oldenburg bei der Oldenburgischen Spar- und Leihbank. Fehlende ZinSscheine werden am Nennwert gekürzt. Darmstadt, den 8. April 1903. Großherzogliche Bürgermeisterei Darmstadt. Morneweg. 3039 Hotels, Restaurants und Private taufen in der H^* Charwoche wie immer am besien in der Gießener Fifchbörse Marktplatz 5. Telephon 50. Marktplatz 5. AuS irischer Zufuhr empfehle: Fst. Soll. A^cl-LchcllMc Feinst. 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Unser hauptsächliches Bestreben wird darauf gerichtet sein, unsere werten Gäste durch eine ganz vorzügliche Küche und hervorragende Getränke in jeder Weise zufrieden zu stellen. Auch empfehlen wir uns für Festlichkeiten jeder Art in und äusser dem Hause, wobei wir für tadellose Lieferungen garantieren. Indem wir um geneigten Zuspruch bitten, empfehlen wir uns an die Herren Trescher & Schrödel aus Frankfurt a. M. käuflich abgetreten habe. Für das mir bewiesene Wohlwollen sage ich meinen besten Dank und bitte gleichzeitig, dasselbe auch auf meine Nachfolger Über- Anschliessend an vorstehende Mitteilung beehren wir uns hierdurch ergeben st anzuzeigen, dass wir das oben erwähnte Hotel-Restaurant mit dem 1. April 1903 käuflich übernommen haben und dasselbe verbunden mit VßrQrÖSSCrtOr TägCS-RCStäUTätiOIl unter dem Namen GeffenUiches Lusschreiöen. Die Arbeiten zum Neubau eines AnstaltS-GebLudeS sollen In zwei Losen vergeben werden. LoS 1: rund 3800 cbm Mauerwerk; Los 2: die Lieferung von rund 140,000 kg Trägern. Bedingungen und Zeichnungen liegen vom 14.—18. April im Verwaltungshause der Anstalt zur Einsicht offen. Offerten sind bis zum 22. April, mittags 12 Uhr, ein- zureichen. Zuschlagsfrist 8 Wochen. Submissionsformulare sind gegen Einsendung von 4 Mk. /zu beziehen. Treysa, Bez. Eassel, den 4. April 1903. (2948 [In [Jorßünb drs hkMen KrüdkrhauslS. sind ferllggestellt und empfehlen solche ebenfalls sehr preiswert. 2837 Casseler Schirmfabrik Giessen Selteröweg 9. GelterSweg 9. Wegen Verlegung unseres Haupt-Geschäftes und Fabrik Ausverkauf von Sonnen- und Regenschirmen mit 10 bi* 20 Prozent Rabatt welche nur bei Bareinkäuien an der Kasse in Abzug kommen. Die letzten Frühjahr» - Sreuheiteu 1908 in Die Hauptagentur einer der ältesten, angesehensten und bestens emgeführlen deutschen Lebensversicherungs- Gesellschaften ist für den Platz Gießen mit Uebcr- weisung des gesamten Inkassos neu zu besetzen. Gefl. 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