Donnerstag H. April 1903 153. Jahrgang Erstes Blatt. Nr. 84 Erscheint tSgllch autzer Sonnlags. Dem (Siebener Anzeiger werden im Wechsel mit dem kesflsch-, landwsrt die ftltfotner Lamlllen blätter viermal in der Woche txifleUgL Kotanonsdruck il Verlag der Brühl 'lchen Univerl.-Bucb-u.Siem- brudem (Bietsch Erden) Redaktion, Ervebmoa und Druckerei: Schalßrabe 7. Rdresse tüt Depeschen: Anzeiger ©irfern. sternIprechanlchtubNt bl. /7SDS0F Ak O m p na il ich 7b'bL, viertel- Pfi . Ehrlich Mk. t.2O; durch GietzenerAiiMgerM General-Anzeiger ** v den polu. und allgem. Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen MUZ ren- /CUt- bm deutschen Kaiser für feine (£rnennung lommobore der deutschen Flotte zu banlen. Dessau, 8. tüzriL Eine Vorlage über die Aufbesserung der Lehrergehälter ist dem Landtag des Herzogtums zugegangen. Danach ist baJ Anfangs- gchalt der Bolköschullehrer bei der Anstellung auf 1200 Mark, der Kantoren auf 1400 Mark und der Mittelschulberaten worden. Köln, 8. April. Die heutige Hauptversammlung der Bereinigung zur Wahrung der Interessen der Halbzeug- Verbraucher beschloß, wie die „Köln. Bolksztg." meldet, einstimmig die Verlängerung der Vereinigung mit festem Zusammenschlüsse bis zum 30. Juni 1904. Koblenz, 8. April. Nach den eingehenden Besprechungen der Vertreter der Staatsregierung über die Wunsche der bischöflichen Behörde, die hier und in Trier flattge- sunden haben, soll, wie an zuständiger Stelle verlautet, der Trierer Schul st reit in kürzester Zeit zu aller Zufriedenheit erledigt werden. Tie Entscheidung liege beim Minister; bis dayin ist strengste Geheimhaltung der Besprechungen vorgesehen. $)2arl, der Kantoren auf 1400 Mark und . . lehrer auf 1500 Mark festgesetzt. Das Höchtgehalt der ersteren soll 3000 Mark, der Kantoren 3200 Mark und der letzteren 3500 Mark betragen und nach 27 Tienstjahren gewährt werden. Durch die Ausbesserung wird ein Mehr- kostenaustvand von 174 620 Start verursacht. — Tie Vorlage ist in erster Lesung bereits in wohlwollenbem Sinne Aus §lai)l und Land. Gießen, am 9. April 1903. ♦* Personalien. S. K. H. der Großherzog haben dem Geh. Lberrechnungsrat Tr. Siebert aus Anlaß seines 50 jährigen Tienstjubiläums bas Komturkreuz 2. Klasse des Derbrenstordens Philipps bes Großmütigen verliehen. — Tem Tienstknecht Georg Dechert zu Lißberg, in Diensten bes Landwirts Augu.t Mann daselbst rouroe das Allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift „Für treue Ar- beit" verliehen. — In den Ruhestand wurde versetzt der Kanzleidiener in der Hessisch-Preußischen Eisenbahngemeinschaft Adolf Zotz zu Darmstadt. ♦* Die gestrige geheime etabtöerorbne- tensitzun g beganbeite, wie wir heute früh hören, nur Personalangelegenheiten, die für die Oesfentlichkeit kein Interesse haben. Kanalisation und Omnibusverkehr. Tie Ausland. Kopenhagen, 8. April. Anläßlich seines 85. Ge- burtstageS empfing der König heute vormittag die Glück- roün(d>e der Königin von Englanb, der Kaiserin-Witwe von Rußland und der übrigen Mitglieder der königlichen Familie. Mittags empfing der König die Minister, Spitzen der Behörden, den Hofstaat und das Diplomatiscl)e Korps zur Gratulation. Auf dem Schloßplatz hatte sich eine große Menge angesammelt. Als der König auf den Balkon trat, begrüßte ihn lauter Jubel. Der König dankte für die dargebrachten Huldigungen, und brachte ein hoch auf das „alte Dänemark" aus, das mit begeisterten Hurrarufen ausgenommen wurde. Am Abend nahm der König mit der Königin von England und der Kaiserin-Witwe von Rußland sowie den übrigen Familienmitgliedern ein Diner beim Kronprinzen ein. Ter König verlieh dem Minister- vräsidenten Deuntzer das Großkreuz des Dvnneborgordens. Justizminister Alberti, Kultusminister Christensen, Lanb- wirtschaftsminister Hansen und der Minister des Innern Soerensen erhielten höhere Klassen des Tanneborgordens. — Prinz Waldemar reist nächstens nach Berlin, um scheö Reich.) Paris, 8. April. Der Marineminister Pelletan erklärte gestern in einer Versammlung, die Regierung werde in ihrer bisherigen Politik fortfahren, um die politische Macht der Kirche und der Kongregationen zu brechen; sie werde sogar noch weitergehen als bisher. Tie Armee müsse von republikanischem Geiste beseelt sein. Gibraltar, 8. April. Der K ö n i g von England ist heute hier geLanbet und vom Gouverneur und den Behörden empfangen worden. Unter lebhaften Kundgebungen der Bevölkerung begab sich der König in das Palais des Gouverneurs, wo er auf eine von den Vertretern der Handelskammer an ihn gerichtete Ansprache antwortete. Konstantinopel, 8. April. Nach dem gestrigen Galadiner machte der Sultan dem deutschen Kronprinzen und dem Prinzen Eitel Friedrich zwei kostbare Revolver zum Geschenk und überreichte ihnen einen für den Kaiser bestim mten kunstvoll gearbeiteten Säbel. Der deutsche Kronprinz und Prinz Eitel Friedrich besuchten heute den großen Bazar und nahmen das Frühstück an Bord der ,^Loreley" ein. hieraus unternahmen sie bei schönstem Wetter einen Ritt um die Mauer, heute abend sand im Pildiz ein Tiner im kleinsten Kreise statt, dem sich eine mufitalihbe Unterhaltung anschloß. Tie hiesige Tagespresse widmet den Prinzen sympathisch und liebenswürdig gehaltene Begrüßungsartikel. Das Befinden des Professors (Siemen, welcher infolge des in Milet erlittenen hiisschlapes im hiesigen deutschen Hospital behandelt wird, ist befriedigend. Caphaitien,8. April. In Cotuy bei Santo Domingo ist ein von der dominikanischen Regierung entsandter Bote eingetroffen, welcher meldet, vor den Zaren der Hauptstadt ständen 3v00 Regierungstruppen; die Vorstadt San Carlos sei den Aufständischen bereits abgenommen, der Angriff auf die Hauptstadt werde oorbereitet Drei Generale der Aufständische n seien bereits gefallen. Die B-wohner der Bezirke Montechusti und San Lorenzo de Guayubu hätten sich der Revolutionspartei angeschlossen. durch die Kanalisation bedingte zeitweise Sperrung der Bahnhofstraße hat den Vorstand der Omnibusgesellschast veranlaßt, im Lninibusverkchr zwischen Bahnl-os und Grün- bergerstraße (Linie B) insofern eine Aenderung eintreten zu lassen, als die Wagen vorläufig und versuchsweise von nu> rgen, den 10. A p r il, ab, Franksurtersiraße-S ü d- anlage-Grünbcrgerstraße und unigekehrt fahren. Nach Freigabe der oberen Bahnhof,naße, die alsbald erfolgen Dürfte, werden die Wagen Bahnhosstraße-Westanlage-Süd- anlage-Grülibergerstraße und zurück verkehren. ** Geländeverkauf. Ter Kaufmann Ehr. Bieker veräußerte feine beiden an der Plockstraße Ede, der Verlängerung der Johannesstraße gelegenen Bauplätze, und zwar den Eckbauplatz für 19 000 Mk. an den Tachdecker- meister Heinrich irarle und das daneben liegende Baugelände für 24uOO Mk. an den Bauunternehmer Heinrich Winn. "* Besitzwechsel. Das Hotel zum Rappen in der Walitvrstraße, welches feit einigen Tagen geschlossen war, ging bura; Käuf für 67 000 Mk. in den Besitz von I. Ructstuhl und A. Fröhlich über. — Tas Hotel Seipp wurde für 74 00O Mk. an den seither in Creuzthal wohnhaft gewesenen Hotelier Karl Buschmann verkauft. *♦ Eine Mond sinster nis findet in der Nacht vom 11. zum 12. April statt. Sie ist in ganz Europa, ferner im größten Teile Asiens, in Afrika, im Indischen Ozean und in vimerifa sichtbar. Für den Anblick mit bloßem Auge tritt der Schatten der Erde auf die 'Mondscheibe am südöstlichen Raiide der letzteren ein, und zwar abenoS 11 Uhr 34,4 Minuten MEZ. Die Mitte der Fuisternis findet statt am 12. April früh 1 Uhr 13 Minuten, das Ende um 2 Uhr 31,6 Minuten MEZ. Der Schatten der Erde verläßt die Mondscheibe am oßsüdöstlichen 'Jianbe der letzteren. Diese Mondfinsternis ist dadurch intere,fant, daß sich nicht aanz genau vorausbestimmen läßt, ob um die Zeit der Mitte der 'Mond völlig verfinstert sein wird oder ob bann am nördlichen Rande noch ein kleiner Teil von der Sonne beleuchtet bleibt. Der Rechnung nach soll um diese Zett noch 0,03 des Monddurchmessers schattensrei bleiben; ob dies der Fall sein wird, hängt aber sehr von dem Bewölk- ungszustande der Erdattnosphäre ab, und es könnte vttl- leicht der Fall eintreten, daß die ganze Mondscheibe verfinstert würde. Jedenfalls wird die oer,infterte Mondscheibe durch ihre Färbung einen merkwürdigen Anblick baroieten. 7 Mainz, 8. April. In bem Agenturgebäude ber Köln- Düsseldorfer Tamp,sa)isfahr.sge,ett,a)aft zertrümmerten verflogene Nacht Ttebe von der Acheinserte die Fenster des Gebäudes und drangen auf diesem Wege in das Innere. Alle Pulte, Schrötike und fonstige Behältnisse wurden gewaltsam erbrochen und durchwühlt. Ta daS Geld von dem Kassierer abends mit in seine Wohnung genommen wirb, gingen die Einbrecher leer aus, zertrümmerten aber für ihr erfolgloses Bemühen gewaltsam bie ganze innere Einrichtung. Ter Inhalt ber Schränke und Putte würbe herauS- geworsen, bie Bckletenbehckller zertrümmert unb entleert unb alle schriftlich Sack)en unb Geschäftsbücher umher* geworfen Selbst bie Telepbonanlage wurde gewaltsam zerstört. Das einzige, was den Einbreck)em an Geld in die Hande fiel, war ber nicht bebeutenbe Inhalt eines Telcphoirautomaten, ber nur allwöchentlich einmal geleert wirb. — Der 20jährige Husar Lubwig Gessert, aus gutfituierter Familie von Oppenheim ftammenb, ber als Freiwilliger bei ber britten Schwadron bes hiesigen Husarenregiments bient, versuchte gestern abenb sich in seiner Kaserne zu erschießen Tas Geschoß zerschmetterte ben Untertiefer vollständig unb verletzte auch ben Kehlkopf. Obwohl bie Verletzung sehr schwer ist, trat ber Tob nicht sofort ein Was ben in guten Verhältnissen lebenben jungen 'Kann zu ber Verzweiflungstat getrieben hat, ist noch Nicht aufgeklärt. Kastel, 8. April. Am hiesigen Bahnhof wurde bie 10jährige Blanka Cb ft felber von hier von einer elegant gefleibeten älteren Dame entführt. Die Frembe, offenbar eine Kupplerin, lockte bas hübsche Kind an sich, machte es burch Liebkosungen zutraulich unb fuhr bann mit ihm in einem Zuge in ber Richtung nach Wiesbaden ab. Sponsheim bei Bingen. Tiefer Tage kursierte hier daS Gerücht, der Mörder des Fräulein Steimer sei in Lberwcsel verhaftet worden. Es war allerdings dort ein junger Mensch verhaftet worden, den man aber nach einigen Stunden wieder auf freien Fuß setzte, nandern festgestellt worden war, daß der Inhaftierte nicht der Gefugte war. Wie nun feststeht, hat letzterer sich in Langenlonsheim bei Bingerbrück eine Fahrkarte nach Mett gelöst, und ist auch am Tage nach bem Korbe nach dort abgereift. )( Fr an kfurt a. M., 8. April. Zum FallTschäm- pel wirb uns noch mitgeteilt: Er war ein Kann in ben glänzenbsten Derhältniisen, knüpfte nach zehnjähriger Ehe cm Liebesverhältnis mit einer Jübin, ber Henriette Wagner aus Gcmünben an. Dem Verhältnis entsprang cm Kind vor etwa IV2 Zähren stellte Tschampel bas Ansinnen an feine Frau, sich von ihm scheiben zu lassen. AlS diese sich weigerte, hatte Tschampel, der in fortgesetztem Ehebruch lebte, bie Stirn, sie auf Ehescheibung zu verklagen, mit der Begründung, daß sie ihm die eheliche Gemeinschaft durch 5-u, impfe.eien und Beleidigungen unmcg.mj gemacht habe. Tie Frau entschuldigte fiü) dem 0>eria/i gegenüber damit, daß man ihr unmöglich zu- muten könne, ihren Kann „Eiigel" zu nennen, wenn er von der „Anderen" kam. Dor ca. ein Jahr trennte sich 2]g,ampei von seiner Frau, ber er einen Teil ber Möbel ließ, und lebte fortan mit ber Wagner zusammen. Der ti^efü;tioungdp»ooc3 schuppte sich u.^erdeß langsam dahin. Es handelte fia* zuletzt hauptsächlich noch um bie Ali- mcntierung ber Frau nach ber Scheidung. Um sich von ♦♦♦♦♦♦♦♦ DaS teuungen -ufassen. täts-Marke Automobile Bjötnson für den PaagenvavirmvS. ,Bcrl. lagebl.' veröffentlicht einen Bries befl nor- Politifdje Tagesschau. A 2 bei Zesviteogesktzel. Die die „Bad. Presse^' „von unterrichteter Seite"' erfährt, ist die Meldung, daß biebadischeRegierung fid für Aufhebung des 8 2 beS Jesuitengefetzes erklärt habe, völlig aus ber Luft gegriffen. Die „Kreuzztg." bagegen weiß auch heute genau das Gegenteil davon zu oericksten. Wie wir bereits mitteilten, nimmt man in BundeS- cha'ls-Anzuge iiijclne öo|en. e «er Fabrikate, Steifen abgeb . Ito intiieilif1 acht di incl)t- ur ,jtun? \° rharenteA L' bereL Vie Versuch Iß KSZI wegischen Dichters Björnsterne sbjömfon. Der Brief ist über- schrliben „PangermanlSmuS^. In demselben heißt eS: .Alle redjiicbafjenen Mittels bie dahin tühren tonnen, daß bie voller von germanischer Avltammung sich einander mit Verständnis und Sympathie nähern tonnen, müssen und kostbar sein. Em Bündins zwischen diesen Volkern muß daS höchste Ziel der fju|]enbiiüuine in Englanb wie in Teutschlanb, in Amerika wie in Celieireid), ber Schweiz, ben Niederlanden unb Skanbmavien sein, Träume, beren Verwirklichung ber nächste große Staatsmann germanischer Abstammung sich zur Lebensausgade machen nmb*. Welter sührt Biornson aus: .Wenn maii nur entgegenhält, baß dies Phantasleiet lei, so erwidere ich: ,WaS ist natürlicher, bie Jnfunlt durch immer größere StoatSschulben, durch eine immer wachsende Steuerlast zu sichern.^ V. sie durch einen Bund ber be- fieunbeten Volker zu sichern, einen >8unb, ber burch seine bloße Existenz ben Weltsr»eben bringen würbe. Am Schlüsse wendet sich der Dichter gegen die Verfolgungen, bie deutscherseits gegen bie Dänen in NordschleSwig geübt werden. Es falle diesen Dänen, welche deutsche Untertanen geworden seien, nicht ein, wieder dänisch zu werden, unb wenn eS ihnen ein fiele, so würden ihre StammeSver- wandlen nichts davon wissen wollen. Mit Rücksicht darauf feien diese Verfolgungen unnötige Quälerei. Deutsches Deich. Berlin, 8. April. Nach einer Londoner Depescke wirb ber „Daily Mail" auS Kopenhagen gemeldet, Kaiser Wilhelm habe vor seiner Abreise bie P r i n z e s s i n W a l b e m a r aufgeforbert, ihren Gemahl bei seinem ocm- nächstigen Besuch in Berlin zu begleiten. Die Prinzessin habe bie Einlabung ausgeschlagen mit der Motivierung, baß sie nach Paris gehe, um ihren Later, ben Herzog von Chartres zu desuck-en. Der Kaiser habe erwidert, er werbe sie bann wohl in Paris sehen. (??) Das genannte Blatt bemerkt bazu, ber Kaiser fei zu einer Reise nach Paris burch ben unerwarteten, überaus freundlichen Empfang fettens der dänischen Bevölkerung ermutigt worden. — Der Kaiser bcfichtiate heute Kartons deS Malers Oettgen zu Mosaiks für die Wartburg und hörte die vor- träge des Chefs des Zivilkabinetts v. Lucanus und des Kricgsministers v. Goßler. — Nach einer Meldung aus Eisenach wird der Kaiser vom 20. bis 23. d. M. zur Jagd auf der Wartburg -verweilen. , — Die Kaiserin unternahm gestern nachmittag eine Spazierfahrt nad) dem Schlosse Bellevue. — Dem „Magdeb. Gen.-Anz." zufolge zirkuliert das bisher unbestätigte Gerücht, König Alfons von Spanien werde demnächst dem Berliner Hofe einen Besuch abstatten und bei dieser Gelegenhett in Begleitung des Kaisers eine Besichtigung des 26. Infanterie-Regiments in Magdeburg, dessen Chef er ist, vornehmen. — Der Reichskanzler saiidte aus Sorrent ein Lelleidstelegramm an die Gattin des verstorbenen Ches- redakteurs Koebner. ...... 18 — Am 30. d. M wird der hundertjährige Geburtstag des F^ldmarschaNs Grasen Roon von der Armee festlich begangen werden. Äne große Feier findet in Gumbinnen im Füsilierregiment Graf Roon (Ostpr.) Nr. 33, ,latL__ Mehrere deutsche Beamte, bie mit Polinnen verheiratet sind, unb zwar hauptsächlich Eisenbahnbeamte, werben, nach bem ,^annoo._ Kvur." spätestens bis zum 1. Juli aus Oppeln nach Westfalen Der setzt werden. _L Den Bauern ins Stammbuch schreibt Karl KautSky, der maßgebende soziardemolrat sche PaneigeOhne, in 9tr. 22 bet „Neuen Zeu'': „Bit butjen ebenso we> nig Dauern schütz wie 2 u n k er ich utz tr e i v en, dürfen in das Verhältnis zwilchen beiden Betriebsarten weder zu Gunsten der einen, noch der anderenein greisen". Im selben Attikel bezeichnet Kaulsky bie Auigabe bet tioiialbemokaten aus bem Lande als keine solche, „bie geeignet ist, bie rein imuetliche Bevölkerung für uns zu begeistern." im M 1)26. chrs-^iion in WM .roßen Auswahl uszwang. Iiwung ä meines lSe- Men zuver- ■;/ iglänscnbiJen u. Llll'kkcä. JTju eatskreisen an, btt Entscheidung über die Aushebung beS 8 2 bes JesuttengejctzeS werbe einsnvetten ausgesetzt bleiben, lieber btt Stellung ber einzelnen Buiidesrcgier- ungen zur Frage ber Aushebung bes § 2 werden, wie man sieht, unaufhörlich widersprechende Nachrichten ver- breitet Dem ,^>amb. Storr." wurde geschrieben, nach guten Informationen sei eS „nicht wahrscheinlich daß bie hessischen Stimmen im Bundesräte, bie zur Herstellung einer auch nur schwachen Mehrheit nötig wären, für bie Aushebung des § 2 des JesuttengesetzeS abgegeben werden. Das glauben auch wir. Ta aber anicheinend bie Frage bem Bunbesrate noch nicht zur Entscheidung vorgelegt ist, haben die einzelnen Bundesreaierungen noch keine Deranlastung gehabt sich amtlich über ihre Stellungnahme zu äußern. Man wirb also gut tun, alle Mitbar über vorläufig als bloße Vermutungen aus- 1903. Landet und Verkehr. Volkswirtschaft. u. Telephonischer Kursbericht, Vormittag? um von 92.45 LLibnir 'Waffeln 131.60 44.90 Oest. Kredit. . Deutsche Bank Darmstädter Bank Bochumer Guß . Harpener Bergbau Schsußkurse. 211,87 211,00 140,25 191,10 185,25 der Uhr. Areditaklien . . . DißKonto-Kommandit. Darmstädter Bank Ureaduner Bank . . Bor incr Haodeiagee. Uesterr. btaaUbann . Lombarden . . , Uuttuarabahn . . , Laaraii Otte . . . . Bochum .... 37«% 8% 3V.% 8% 8*/«% Roiohaanleihe do. Konsole . do . . Hessen . . 210,70 . . 140,50 . . 191,00 . 184,75 Märkte. Kirchliche Nachrichten. Katholische Gemeinde. Freitag, den 10. April. Karfreitag. 7 V, Uhr wird das Ällerheiligftc nach dem sog. hl. Grabe übertragen u. dort bi5 zur Abendandacht aufbcwahrl. 7 */, Uhr an sind stille Anbetungsstunden bis zur Abendandacht. Harpener...... 1 enden«: feerer. , den besten Eindruck zu hierdurch der Beweis geliefert werde, daß " ^icn Frankreich und England sich' politisches Zusammcn- — auch ein Beitrag zum Kapitel des menschlichen Wahnsinns^ Anfangs- 211,75 löB.uü 147.90 1430 190.70 2 30 185.00 Neueste Ntetduilgen. Originaldrahtmeldungen des Gießener Anzeigers. Limburg, 9. April. Wie der „Nass. Bote" meldet, sind die Bauarbeiter von. Limburg und Umgegend heute morgen in den Ausstand getreten. Sic verlangen statt seither 22 Pfg. Stundenlohn 28 Pfg. Tie Unternehmer wollen 24 Pfg. geben, lehnen aber ab, sich vertragsmäßig zu binden. 101 30 100.20 104.15 101.20 102.90 10X20 50.30 31.40 . 25.95 . 93.05 . 97.00 . 97 45 - 212.10 . 190.50 . 14020 . 148.40 iTnuklun m. u.. 9. April i»u3 . 102.90 i S'/u Mexikaner . 92.40,4*/« /l Chinesen ZSucherprozeß fünfer. Berlin, 8. April. Ein Wucherer-Prozeß, der schon seit sieben Jahren in der Schwebe ist, begann am. 3. d. M. vor dem Landgericht L und endete heute erst. Es ist der Prozeß gegen den des Wuchers beschuldigten Heinrich Pariser. Im Jahre 1896 fand der erste Termin in der Sache statt; Pariser war damals zusammen mit dem Weinhändler Richard Meyer, dem Hypothekenmaller Karl Herrmann und dem Kaufmann R. Riederich angeklagt Der erste Termin wurde vertagt, bei dem späteren Termin schied Pariser vorläufig aus, weil er infolge von Kranl'heit nicht verhandlungsfähig war. Das gegen die drei übrigen Angeklagten fortgesetzte Verfahren schloß mit der Freisprechung der Angeklagten Meyer und Herrmann, wahrend Riederich, der inzwischen verstorben ist, in Geisteskrancheit verfiel. Diesmal sind etwa 25 Zeugen erschienen; andere Zeugen, darunter Träger bekannter adliger Namen, sind durch ärztliche Wieste entschuldigt oder schon kommissarisch vernommen. Die Fortsetzung des Prozesses, dem mit großer Spannung entgegengesehen wurde, brachte wenig Interessantes, abgesehen von der Ueberrasch- ung, daß sich plötzlich der Ingenieur Baumort meldete, der nach den Angaben des Pariser verschollen sein sollte und von dessen .Verfolgung als Hochstapler der Angeklagte zu berichten wußte. Der Zeuge rechtfertigt sich, indem er eingehend erzählt, wie der Besitzer der „Blumensäle", der Weinhälidler Meyer, ihn, als er zur Fruktifizierung verschiedener Erfindungen größeres Kapital brauchte, den Wuchererhänden Parisers überliefert habe, dessen Agent Meyer war. Baumort beschuldigt den Pariser des gemeinsten Wuchers, wahrend sich dieser dem Zeugen gegenüber damit verteidigt, daß er „nur" 12 Prozent Zinsen und l1^ Prozent Provision genommen habe. Baumort erklärt sämtliche Angaben Parisers als Lügen. Baumort, der übrigens als Erfinder aus großem Fuße lebte, sich Equipage hielt und in seinem Zimmer ein preisgekröntes Buffet für 10000 Mk. stehen hatte, erzählt noch unter großer Heiterkeit des Auditoriums, wie einer der Agenten Parisers Namens Herrmann mit seinem Chef umging, als ihm dieser die Provision verkürzen wollte. Herrmann habe den Pariser damals so verhauen, daß er sich mehrere Monate lang nicht öffentlich zeigen konnte. .Von den weiteren Opfern, die dem Wucherer in die Hände fielen, ist der Fall des Rittmeisters von Arnim von den Pasewalker Kürassieren zu nennen, der u. a. für ein Accept von 3300 Mark auf 14 Tage 3000 Mk. bar erhielt, sodaß der Abzug einem Zinssatz von 236 Prozent gteichkommt Herr v. Amim wird als Zeuge oenwmmen, stellt aber in Abrede, daß er sich in einer ytotlage befunden habe, da junge Offizier-' nicht so genau auss Geld sehen und er sich nur aus Bequemlichkeit an Pariser gewandt habe, um nicht erst nach Hause schreiben zu müssen. Bei dem Fall des Leutnants Grafen Eick st edt, der von Pariser gleichfalls genossen wurde, wird dem Pariser voni Vorsitzenden vorgehalten, daß er gesagt habe: ,^Lenn dem Herrn Leutnant meine Abzüge nicht passen, braucht er das Geld ja nicht zu nehmen." Ter Angeklagte erwidert: „Das habe ich nicht gesagt. So etwas widerspricht meiner Erziehung." (Heiterkeit im Publikum.) Reichsgraf Otto von Schwerin zahlte pro Quartal 10 bis 15 Prozent Zinsen an Pariser. Heute beantragte der Staatsamvalt gegen den Angeklagten zwei Jahre Gefängnis, 15000 Mk. Geldstrafe uni) fünf Jahre Ehrverlust. Das Urteil lautete auf zwei Jahre Gefängnis und 10 000 Mk. Geldstrafe event. ein weiteres Jahr Gefängnis, und auf fünf Jahre Ehrverlust. Außerdem wurde die sofortige Verhaftung an- geordnet. Sabbathfeier am 11. April 1903. Freitagabend 6.40 Uhr. Samstag Bormittag 6 Uhr. Nachmittags 3.30 Uhr. Sonntag, d e n 12. u n d M o n n t a g, den 13. A p r i l 1903. Pasiahfcft. 1. Tag. Vorabend 8 Uhr. Morgens 8 Uhr. Nachmittag 3.30 Uhr. 2. Tag. Vorabend 8 Uhr. Morgens 8 Uhr. Nachmittag 3.30 Uhr. Fcstesausgang 8 Uhr. Morgens 6.30 Uhr, abenbS 6.30 Uhr. 8l/i% Oberbesaon . . 4% Oearerr. Goidreote . 4* e% Oesterr. öilberrento 4% Ungar. Uoldrente . 4°/ Italien. Rente . , 4’,% Portugiesen . . ,0/ Portugiesen, . . . 1% C. Tßraen . . . Türkenioae ..... 4°/q Uneoh. Monopol.-Anl. 4' äussere Argentiner Gottesdienst in der Synagoge, Züdanlllge. Israelitische Peliaionsgrmeinde. Samstag, den 11. April 1903. Vorabend 7 Uhr. Morgens 9 Uhr. Nachmittags 3.30 Uhr. o n n t a g, den 12. und Montag, den 13. A p r i l Pasiahfest. 1. Tag. Vorabend 8 Uhr. Morgens 8.30 Uhr. Predigt. Nachmittags 4 Uhr. Vormittags um 8 Uhr: Die zweite heil. Messe. MilitLrgotteS^ dienst m. Predigt. , 9' , Uhr: Hochamt mit Predigt. Nachmittags um 2 1, Uhr: Fest-Andacht mit Legen. , um 5 Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheit zur heil. Beicht. M o n t a g, den 13. April. Ostermontag. Vormittags von 6 Uhr an: Gelegenheit zur heil. Leicht. , um 7 Uhr: Tie erste heil. Messe, vor und m derselben Austeilung der hetl. Kommunion. , um 8 Uhr: Tie zweite heil. Messe. MilitärgotteSdienst , um 9 V, Uhr: Hochamt. Nachmittags um 2 7, Uhr: Fest-Andacht. Nniverstlüts-Nachrichten. — Ein Unioersuälsdozent in Neuenburg in der Schweiz kündigte für den Sommer ein Kolleg über Hermann Sudermann an. In Berlin Prioatdozent Tr. Menzer in einer einstündigen Vorlesung publice »Aeslhelische Richtungen und Fragen der Gegenwart." Prof. 9L M. Meyer kündigt eine zweistündige Prwat- vorlesnng über .Nietzsche's Leben und Werke" an. In Fr et- burg L B. finden wir ein vierstündiges Pnoat-Kolleg von Prof. Wen er angekündigt, das die »Entwickelung des deutfchen Dramas im 19. Jahrhundert von Heinrich von Kleist bis aus Gerhart Hauptmann zum Gegenstaube hat. In Königsberg wird Gerhart Hauptmanns Armer Heinrich* tm Vergleich zu Hartmanns von Aue gleichnamigen Epos zum Gegenstand der Arbeiten des deutschen Seminars unter Pros. Tr. Schade gemacht. In Heidelberg sind zu erwähnen: Tes Theologen a.-o. Pros. Grützmacher für Hörer aller Fakultäten bestimmtes Kolleg ,Tie moderne deutsche Dichtung, ihre Welt- und Lcbensanjchauung* (1 St.) und das zweistündige Publikum des Prof. A. Koch .Geschichte, Wesen und Bedeutung der öffentlichen Meinung, der Presse und des Journalismus tn Deutschland* und desselben Dozenten zweistündiges Privatissimum .PrakiischeUebungen zur Einführung in d i e I o u r n a l i st i k.* v um 9 Uhr beginnt die sog. .verstörte Messe*. AbendS um 5 */, Uhr ist Predigt, daraus PassionSandacht. SamStag, den 11. April. Karsamstag. Vormittags um 7 Uhr beginnen die heil. Weihen. r. um 8 '/, Uhr: Hochamt Nachmittags um 5 Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheit zur hl. Beicht. Sonntag, den 12. April. Ostersonntag. Vormittage v.n 6 Uhr an: Gelegenheit zur heil. Leicht. • um 7 Uhr: Die erste heil. Messe, vor und m derselben Austeilung bet h«l. Korn- munisn. Insterburg, 9. April Ter Chefredakteur der „Ostdeutschen Volksztg." Kattentldi erklärt heute an der Spitze seines Blattes, zugleich im Auftrage des angeschuldigien Verlegers Otto Mahnte und des Zireiskassenrendanten W. Schöning, daß sich die Behauptung, ein Kanonier von der 6. fahrenden Batterie des Feldartillerieregiments Prinz August sei in der Nacht vom 7.-8. August 1902 durch Kamera den getötet worden, nach dem Ergebnis der gerichtlichen Untersuchung als unrichtig erwiesen habe. Die gegen die Angehörigen des Feldartillerieregiments aus- gesprochenen Beleidigungen werden daher ausdrücklich alS ungerechtfertigt zurückgenommen. Kopenhagen, 9. April. Ter Zar hat dem König Christian zum 85. Geburtstage einen Kirschbaum mit reifen Früchten und ciiA.i Magnolienbaum, die Kai Berliner Börse vom 8. April 1903. (Mttgeteilt von der I serin-Witwe eine Uhr aus Lapislazuli nebst verschiedenen Bank für Handel und Industrie, Gießen.) Auf Die allgemein I Malachitsachen überreichen lassen verstimmenden politischen Nachrichten setzte die Börse zu niedrigen! Kopenhagen, 9. April. 'Wie nachträglich bekannt Kursen em; bald jedoch erholte sich die Tendenz, und zwar war I «ürd bat Kaiser W i l h e l n, di-> r i n i p f i i n ffi? « ri * die feste Meldung für englische Konsols der eigentliche Grund des ™ Ä ’ r A1 1 s f 11a r 1 e Tendenzumschwunges. Für Serien-Türken, welche eberifalls mau ?.on O^r le an-, die Gemahlin des Prinzen Waldemar, eröffneten, trat Paris als Käufer auf, so daß dieselben einen ßtoBcu I onber£ indem er ihr eine kostbare Tasche n- Teil der jüngst erlittenen Kurseinbußen einholen konnten. Spanier I u9r 8 um Geschenk machte. neuerdings abgeschwächl auf Pariser Abgaben. Bankaktien lagen London, 9. April. „Daily Expreß" will aus aller- bei geringen Umsätzen gut behauptet. Montanroerte nach schwacher bester Quelle erfahren haben, Präsident Loubet werde Eröffnung sehr gefragt, besonders Kohlenwerte auf die günstigen l den Besuch des Königs Eduard noch in dieser Nachnchlen des Kohlensyndikalö betr. der Umlage. Am Kassa Saison erwidern. Tas Blatt fügt hinzu, der Besuch markte herrschte vorwiegend mattere Lttmmung; von1 elektrischen §es Präsidenten sei dazu angetan ‘ ' Werten waren wiederum die Aktien der Allgemeinen Gleftriiitäts- inQrfitn ba hicrhnrrb Amn,', Gesellschaft angeboten, während die sonstigen elektrischen Werte nur ^e BeLiebunnl'n geringe Kursrückgänge zu verzeichnen haben. ?1L 'öc»1€l)un(Kn Mischen ^-ranfre Privat-Diskont 2'/, Prozent. | dauernd gebessert haben und ein Ein Lied Luise von Toscana s. Du saßest neben m.c im trauten Raume, Wie festgebannt hielt mich Tein Blick, Und wenn Tu sprachst, als wie im Traume, Klang durch die Seele mir: „Hier ist Tem Glück." Du schlangst den Arm in zärtlichem Verlangen Mir um die Schultern Dann und sahst mich an, Vor Deiner Augen Alacht schwand all mein Bangen, Fest schmiegt ich mich an Dich, geliebter Mann, Noch fühle ich den Kuß, den Du gegeben, Noch bebt mein Herz in banger Seligkeit, Da wacht ich auf vorn Traum zum oben Leben, Das mir kein Glück beschecrt, nur bittres Leid. (Frauen-Rundschau.) der Mimentierung zu drücken, hatte sich Tsckampel sc^ieß- lich zu Manipulatronen hinreißen lassen, die ihn unter Umständen mit dem Strafrichter in Konflikt bringen konnten. Die Erkenntnis dieser ihm drohenden Gefahr mag ihn in den Tod getrieben haben. Heute vormittag wurde er mit den von ihm hingemordeten Kindern in einem Grabe beerdigt. Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. Nachdem das Urteil der Neuwieder Strafkammer gegen den früheren Generaldirektor der Sabrik feuerfester und säurefester Produkte Vallendar L. . Boeing durch Verwerfung der Revision rechtskräftig geworden ist, hat Boeing feine vie rj ä h r i g e G e fä n g- nisstrafe an getreten. Ta im hiesigen Kanton-Ge- tängnis nur kurze Strafen verbüßt werden können, wurde B. in das Gefängnis Preungesheim bei Frankfurt a. M. transportiert. B. ist ein vollständig gebrochener Mann. Wie es heißt, arbeitet er noch an einem Antrag 'auf Wiederaufnahme des Verfahrens. — Aus Anlaß des von uns erwähnten "25 jährigen Dienstjubiläums wurde dem seitherigen Kammerkafsier G. Tomm in Lauterbachvon den Freiherren Riedesel zu Eisenbach außer einer namhaften Oeldgratifikation der Titel „Rentmeister^" verliehen. Kunst und Wistcnschust. Barmen, 8. April. Hier wütet manchmal eine nichtamtliche Sittenzensur in den musikalischen Textbüchern. Ter Zensor änderte in der Sopran-Arie Nr. 12 Der Matthäus-Passion Die ihm anstößige Stelle: Ach, ein Kind, das du erzogen, Das an deiner Brust gesogen, Droht den Pfleger zu ermorden — folgendermaßen um: Ach, ein Kind, das du erzogen, Dem du inniglich geivogen u. s. w. Sinngemäßer hätte der Zensor, dem Die Erwähnung der natürlichen Säuglingseritährung bedenklich erschien, vielleicht verfahren, wenn er statt dessen Die in sittlicher Beziehung durchaus einwandfreie Aufziehung mit dem Fläschchen angeführt hätte, die ja von vielen wohlanständigen Muttern tatsächlich bevorzugt wird; er konnte dann die ebenso sittsame wie dichterisch schoite Aenderung vornehmen: Ach, ein Kind, das du erzogen, Tas am Fläschchen fromm gesogen, Droht den Pfleger zu ermorben und hatte damit die fürchterliche Entartung des Säuglings „och packender zum Ausdruck gebracht. Leider verfiel er nicht auf diesen | guten Gedanken und so wurde denn das Textbuch für das verschämte Wuppertal in obiger Verbesserung gedruckt. Eine Sängerin aus Köln aber, Fräulein Karola Huber, rettete den echten Text und sang ihre Sopran-Arie so, rote der Dichter gewollt hat, ohne dabei zu erröten oder vor falscher Scham in den Boden zu sinken. 102.85 Electric, bei ackert 92.45 Nordd Llojd . . 2. Tag. Vorabend 8 Uhr. Morgens 8.80 Uhr. Nachmittags 4 Uhr. Abends 8 Uhr. SB. Während der Sommermonate beginnt Morgengottesdienst am Sabbath um 87, 1 Gottesdienst der israelitischen Aeligionsgesellschast. Vrrnlischles. Thorn, 8. April. Der sechsjährige Sohn des Ansiedlers Schulz in Neuwaldau wurde von einem Hütejungen, der mit einem Gewehr spielte, erschossen. Nürnberg, 8. April. Die 76jährige Händlerin Bock wurde im Bleiwerhof erschlagen ausgefunden. Die Leiche war furchtbar verstümmelt. Das Sparkassenbuch war geraubt. Vom Täter fehlt jede Spur. * Prag, 8. April. Die „Narodnv Lisch" wollen erfahren haben, die Prinzessin Luise von Toskana werde ihre Entbindung in Schloß Brandeis an- der Elbe erwarten. Das Kind werde ihr nach der Geburt abgenommen. Tie Prinzessin werde in das adlige Damen st ist am Hradschin eintreten. * Newy 0 rk, 8. April. AuS Kolumbien trifft hier die Nachricht ein, daß am 22. März da- unweit des HafenS Galera de Zamba gelegene Dors Tiojo durch einen Vulkanausbruch zerstört worden ist, wobei über 60 M e n - schen ßetötet oder verletzt wurden. * Eine Selbstenth auptung. Zuweilen kommen mnz merkwürdige Fälle van Selbstmord vor. Schon von früher her war ein Fall bekannt, daß ein Mann sich mittels einer erfindungsreich erdachten Guillotine selbst vom Lcben zum Tode gebracht hatte. Unlängst hat sich etwas Aehn- lichcs in der französischen Stadt RheimS ereignet Ein Mann verschaffte sich einen Spaten, schärfte ihn an einem Nande und befestigte das Gerät mir der Schneide nach unten am Ende einer Holzplatte, die er mit Gewichten bescluverte. Dann legte er einen Holzblock unter dasselbe Ende der Platte, sodaß er leicht entfernt werden konnte, und dann die Platte fallen ließ. Nachdem diese Vorbereitungen beendet waren, legte der Mann sich auf die Erde, den Kopf auf ein starkes Holzstück direkt unter den Spaten, schob den llützenden Holzblock fort, und seine Absicht wurde so voll- kommeu erreicht, daß die Enthauptung vollzogen wurde gehen beider Nationen gesichert sei. Amsterdam, 8. April. Tie Arbeiter der städtischen Dien st zweige beschlossen, in oen A u s st a n d zu treten. Eine Anzahl derselben wird jedoch weiterarbeiten. Eine Verstärkung der Amsterdamer Garnison wird als bc- vorsteheird angesehen, da die vorhmtdenen 4500 Mann un- aim6.,rrt n h p R 91nrif , izureichend sind. In der Stadt ist alles ruhig. schnittsprcije pr. Malter. Roter Weizen 13.94 Mk., Weißer SBciicn "9< am 18. Mai. Meldungen sind zu richten an Fr. Schreiner, r n f f i f p s? n n i i i « mt . r « 1 : ■ L Seltersroeg 65. Ter Schliefplatz befinde: sich bekanntlich auf der £Ln p rf>n /n Ao n| ul in 2)1 itro fei feinen Schönen Aussicht. puiwcn tiitgcii. ------- _ lleskueb, V. April. Einem Gerücht zufolge soll Sarafow verwundet und gefangen genommen unö nach Monastir gebracht worden sein. Arbeitsnachweis der Stadt Gießen •artenftrafce 1 (®ÜTgrrmeeii Hal die Aula ad«, -wischen Arbettgebern und Vrbeimehmern («rbdten jeglicher Art, Dienstboten nab Lehrlingen) unentgeltlich Arbeit zu vermitteln. An den Verklagen von 8 btl 1 Uhr und von 8 bis 6 Uhr geöffnet. «4 können eingestellt werden: 26 Dienstmädchen für sofort und später (hier und ans« wär,«- bet hohem Lohn, 2 Kindermädchen, 2 Hausmädchen, 1 Kucyenmödchen, 2 Schreiner lauSwärtS), 1 Maschinenschlosser, einige Tapezierer für dauernde Arbeit bei hohem Lohn nach auswärts, 2 Sreuchaner lauswärtS), 1 Anstreicher iauswänS), 4 Schneider (hier), 2 Schneider lauSivärtS), 5 landwirtschaftliche Knechte, 1 landwiNschastl. Arbeiter, 1 Kutscher, 1 Pferdeknecht, 7 Hausburschen, 1 Weißzeugnäherin, 2 KSchinnen, 4 Laussrauen bezw. Putzfrauen, 8 landwiNschastl. Mägde. Lehrlinge: 1 Gärtner, 1 Spengler, 8 Schmiede (1 hier, 2 auswärts), 1 Wagner, 1 Rufer, 5 Schlosser, 2 Schreiner (1 hier, 1 auswänS), 1 Stellmacher und Wagenbauer (auSwänS), 8 Buchbinder, 6 Bäcker (8 hier, 2 auswärts), 2 Schuhmacher, 2 Schneider, 2 Blaser, 1 Weißbinder, 2 Kaufleute. (io suchen Arbeit: 8 Bau- und Maschinenschlosser, 1 Sattler und Polsterer, 6 Schreiner, 1 Lackierer, 1 Bäcker, 1 Blaser, 1 Dachdecker, 1 Heizer, 1 Herrschaslsgärtner, 2 Büreaugehilsen oder Aufseher, 1 Burean- diener, 1 Aushilfskellner, 9 Knechte, 3 Taglöhner, 2 Ganen- arbeiier, 1 Kutscher, 5 Hausburfcben, 1 Weißzeugnäherin, 1 Ber- räufenn, 2 Dienstmädchen, 1 Kindermädchen, 2 Haushälterinnen, 1 Krankenpflegerin, 8 Laussrauen, 1 Wasch- und Putzfrau. Lehrlinge: 1 Schreiner, 1 Schlosser, 1 Weißbinder, I Kaufmann, 8 Schreiber Bekanntmachung. Mit der (iröfiiumg de» FriedbosS am Rodtberg werden als gewerbsmäßige Le,chenwärler und Leichensrauen nur von mir hierzu bestellte Personen zugelassen werden. Beiverber um diese Stellen wollen sich unter Angabe ihrer persönlichen Berhältnisse schriftlich bis zum L 9)lai L IS. bet mir melden. «ießen, 8. April 1903. 8052 Ter Oberbürgermeister. Diecum. Bilanz Dom Rechauagsjahr 1902 des Landwirtsch. Konsumvereins zu Harbenteich Eingetragene Genosienschast mit unbeschränkter Haftpflicht. Aktiva. idC ej Passiva. xAL £ Kaffenbestand 370.89 Kreditoren 2686.50 Ausstände 1174.15 Stammanteile 550.— Inventar 4272.12 Betriebsrucklage 647.98 Mobtltenwert 58.27 Reservefonds 864.30 Reingewinn 1126.65 5875.43 5875.43 Die Zahl der Mitglieder betrug Ende 1901 109 Während 1902 gingen zu...... 3 8032 112 , , ab...... 2_ Daher Stand der Mitglieder Ende 1902 . 110 Der Vorstand. I. Briegel, F. Stumpf. H. Wehrum, Direktor. Rendant. Holz-Versteigerung. Dienstag den 14. d. MtS. wird in dem hiesigen De- meindewald folgendes Holz versteigert: 16 Kiefernstämme von 18 bis 45 Ctm. Durchm. und 6 bis 14 Mtr. Länge — 9,28 Fstm., 3 Fichtenstämme von 28 bis 27 Ctm. Turchm. und 14 bis 19 Mtr. Länge ----- 2,41 Fslm., 17 Raummeter Radelknüppcl, 22 , Nadelstöcke, 500 Nadel-Wellen. Tie Zusammenkunft ist mittag? 1 Uhr auf der Thal- schneise im Distrikt See. Großen-Linden, den 9. April 1903. Großh. Bürgermeisterei Großen-Linden. Leun. 8054 Ca. 350 (Str. alter Röhren, und Mafchinenguß u., „ 150 „ alte Roststäbe, Lfengutz re., „ 200 „ altes Lchmicdeeiseu und Psannenblech rc. „ V* „ altes Zink, „ 30 „ altes Messing, „ 5 „ alte» Kupfer sollen verkauft werden. Die Bedingungen liegen auf unserem Amtszimmer während der Dienststunden zur Einsicht offen. Angebote sind längstens bis zum 20. d. Mts., vormittags 11 Uhr, verschlossen und mit der Aufschrift ,Angebot auf Metall" bei unS einzureichen. — Zujchlagsfrist 14 Tage. Bad-Nauheim, den 8. April 1903. 3037 Grosthcrzogliche Salineuverwaltung. Kunstverein. Nou ausgestellt il a.: Kollektion dcS Schweden Bruno Liljefors. Die Ausstellung ist am Karfreitag von 11—3 Uhr ununterbrochen geöffnet. 3040 Kaffee wöchentlich frisch gebrannt, in vorzüglichen Qualitäten, per Pid. 100, 120, 140, 160,180 H, empfiehlt 2452 Kotiert Stehl Neustadt 23. ussboden Anstrich- Lackfarben mit Hochglanz rasch und hart rroefnenö, 2088 lÄT Fußbovcnölc, “Mkk Oelfarbcu, Lacke, Pinsel, Parkett- und Linoleum - Wichse, Ltahlspäue enipsiehlt Viktoria-Drogerie Adolf Bieler, Marltstraße 5. 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Kreuzplatz S. Ich empfehle meine garantiert reinschmeckenden, selbstgebrannten Kaffee’s Mehrere billige u. bcficre Partien Cigarre« zu herabgefehten Preisen, 100 Ltück von .* 1.90 bis X 20.— haben abzugeben 12883 Gebrüder Adami Miäuebnrg 14. zu Mk. 2.—, 1.80, 1.60, 1.40, 1.20, 1.—, 0.85, sowie eine große AuLwahl rohen Kaffee in verschiedenen Preislagen Spezialität: Kaffee.3044 Achtung! Zu den Feiertagen trifft eine große Sendung ÄnimW, spinal, Eurkcn uni) »oDiiilut sowie sonstige Gemüse ein; alles wird billig verkauft. Außerdem empfehle ich 01668 fein he Blutorangen 10 Stück 95 Psg., f ein fte iVi ef f ina L Sorte 10 St. 65 Psg. 2. , 10 , 55 , 8. , 10 , 45 , Achtungsvoll I. Klingelhöser, Wettergaffe 5. 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