153. Jahrgang Nr. 288 Zweites Blatt. Eeneral-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen: Ile Heutige Yummer umfaßt 10 Seiten« Tie ruf Die Feldzngsbriese des Generals von Kretfchman, werde." Erschein, täglich mit Ausnahme de§ Sonntags. D „Gietzc tu Zamilienblätter" werden dem „Anzeige^ viermal wöchentlich beigelegt. Der „hessische Landwirt" erscheint monatlich einmal. Dienstag 8. Dezember 1903 Verantwortlich für den allgemeinen Teil: P. Wittko; für den Anzeigenteil: H. Beck. f Jl Rotationsdruck und Verlag der Brühl 'scheu y Umversüätsdruckeret (Pietsch Erben), Gießen. Deutsches Reich. Berlin, 7. Dez. Gegettüber den in der ausländischen Presse verbreiteten veunruhigenden Meldungen über das Befinden des Kaisers erfährt die „Frks. Ztg." aus unanfechtbarer Quelle, daß die Heilung der Overativns- wunde in durchaus normaler Weise verlaufen ist. Es besteht volle Sicherheit dafür, daß der Kaiser politische Tagesschau. Russische Absichten Rach einer Depesche des „B. T." aus London dauern die Reibungen zwischen den J a p a n e r n und sjl ussen fort. Tie Japaner haben als Pfmrd für das von den Russen in den Grund gebohrte spanische Schiff „Jakaimuru" durch das r u s s r s che Bo o t ar eß" das letztere mit Beschlag belegt. Tre Russen drohen mit Repressalien gegen die japanischen Schiffe m Wladiwostock, weil der Zujamnrenstoß auf hoher Ccc nor- tarn uni) die japanischen Gerichte weder für bte Beschlag nähme noch für die Verurteilung der russischen Reeder ru 15 000 Pfund Schadenersaß konrpetent seren. 8 ^Anzwischen betrat Rußland mit (Eifer den Ausbau Uarteianträge im Reichstag. Unser Berliner parlamentarischer Mitarbeiter schreibt nnterm 7. Dezember: Es ift kaum noch zu registrieren, was alles an Parteianträgen im Reichstag eingegangen ist! Soviel gesetzgeberischer Fleiß ward noch nicht beobachtet. Sieht man jedoch genauer hin, so stellt sich Lei der großen Mehrheit der gewünschten Reformen heraus, daß man „alte Bekannte" vor sich hat. Entweder die Parteivertretungen denken „Steter Tropfen höhlt den Stein", oder diese Anregungen — um nicht viel mehr handelt es sich bei manchem Antrag — werden eingebracht, um die Gesamtwirkung zu steigern, den Besserungseifer in günstigere Beleuchtung vor den Wählern zu rücken. Das Meiste füllt ja doch unter den Tisch. Würde eö nicht zweckmäßiger im Interesse der Sache sein, es fände, statt dieser Ueberschüttung mit Material, eine Beratung unter den Parteiführern statt über solche Anträge, die ein besonderes dringliches Jntresse haben und von vornherein die Unterstützung der Mehrheit haben? So, wie es jetzt gehandhabt wird, geht das Gute und Beachte nswerte unter der Spreu vom Uebersl üssigen verloren. Der Oeffentlich,- keit vollends wird die Lust benommen, mit diesem ungesichteten Material sich näher zu beschäftigen. Oder es werden in einzelnen Kreisen Hoffnungen geweckt, deren Verwirklichung in langer Zeit nicht zu erwarten ist. Zum Beispiel, die Konservativen können nicht int Zweifel sein, daß der Antrag auf Einführung des Befähigungsnachweises im tz an d w er k bei der Regierung auf ein rckudes Nein stößt. Gleiches gilt von mehreren sozial- polttifchen Anträgen des Zentrums. Die u. a. geforderte Beschränkung der Beschäftigung verheirateter Frauen in Fabriken auf höchstens neun Stunden täglich, der Befähigungsnachweis im Baugewerbe, die Erweiterung des Gesetzes über den unlauteren Wettbewerb sind, nach den gelegentlichen halbamtlichen Mitteilungen zu schloßen, altes noch nicht spruchreife Fragen. Was nützt es aber, der Regierung Winke und Weisungen zu geben, so lange die Regierung den Zeitpunkt nicht für gekommen hält, diesen Rechnung zu tragen? Ebenso steht es mit dem von sozialdemokratischer Seite wieder eingebrachten Antrag auf Aufhebung der Majestätsbeleidigungsparagraphen , als deren Gegner, in der Theorie wenigstens, sich kürzlich int Prozeß gegen den „Vorwärts" (Kaiserin sei) der Berliner Oberstaatsanwalt Dr. Jsenbiel bekannt bat Wir glauben auch nicht, daß die Regierung geneigt ist die „Klinke der Gesetzgebung zu ergreifen" tm Stnne des reichsparteilichen Antrags, der eine Bersch ä r f u n g des Strafgesetzbuchs gegen Wahlmißbräuche vorsieht Man muß anerkennen, daß sowohl die Nation al- liberal en wie die Freisinnigen Selb stbe- schränkung bei ihren Anträgen geübt haben. Die Einbeziehung der Gehilfen der Rechtsanwälte usw. in die Schutzvorschriften des Hatidelsgesetzbuches und der Ge- werbeorvnung, die einheitliche Regelung t^s Verein s - u n d Ver s ammlungsrechts in den Bundes- fiaaien, die Sicherung der Ba u f o r der u n g e n, die Herbeiführung wirksamerer Verhinderung von Soldaten Mißhandlungen — das sind durchweg Forderungen von allgemeinem Interesse. Für einen Antrag wird wohl der Reichstag sorgen, daß er bald auf bte Tagesordnung gelangt: für den gemeinsamen Antrag des Zentrums und der Nationalliberalen auf Bewilligung von Anwesen heitsgeldern an die Reichstags m i t - g l i e d e r Dieser Gesetzentwurf wird auch diesmal wieder eine große Mehrheit erlangen. 2lber es scheint, daß trotz der persönlichen Synthie des Grafen Bulow mit den Zielen des Antrags die Schwierigkeiten fortbestehen. Wenigstens ist von einer veränderten Auffassung an einer sehr maßgebenden Stelle bisher nichts bekannt geworden. in etwa 14 Tagen bis 3 Wochen wieder im u^gehinderten Besitz seiner Stimme sein wird, ^er Zeitpunkt hänge davon ab, wie die von Dr. Spieß vor zu- nehmenden Uebungerl fortschreiten. Es unterliege nicht dem geringsten Zweifel, daß der Kaiser in der Lage sein wird, den preuß. Landtagpersön 1 i ch zu e r ö f s n e n Ebenf o sei der gutartige Charakter der Erkrankung mit aller w issenschast lichen Sicherheit sest- g e stellt worden. Der entfernte Polyp war zum Zwecke dieser Untersuchung in 73 Schnitte zerlegt worden, ^er gutartige Charalter der Wucherung erhelle übrigens auch daraus, 'daß die Operation nach der Feststellung des Polypen noch zwei Monate bis nach dem Zarenbesuch hmaus- geschoben werden konnte. — Der „Tägl. Rundsch.au" wird aus Kiel gemeldet: Die „H o h enzo ller n", die gegenwärtig auf der Werft unter Schutzdach im Winterlager liegt, hat Befehl erhalten, dem- nächst seeklar zu machen. Das Schiff soll an einem Tage, der noch nicht bestimmt ist, die Fahrt nach dem Mittelmeer antreten, um dort dem Kaiser bei seinem etwaigen Winteraufenthalt in südlicher Gegend zur Verfügung zu stehen. Der Komniandant der „Hohen- zoIlern", Flügeladjutant Kapitän zur See v. Usedom wurde- dieser Tage vom Kaiser empfangen, was mit der Reise in Verbindung gebracht wird. — Wie das „B. T." aus Kopenhagen berichtet, wird sich demnächst der Gr o h h er z o g v o n Mecklenburg- Schwerin mit einer Tochter des Herzogs von Der Gesamtverband der e van g el is che n Ar b eit er- D er ei ne Deutschlands hat Ende November und Anfang Dezember drei Petitionen an den Reichstag gerrchtet: t wegen Ar b eits kammer n, 2. wegen Paritätif eher Arbeitsnachweise, 3. wegen weiterer Auvgestalt" ii n a d e r G e w e r b e g e r i ch t e. Mit der ^Fertigstellung eines Gesetzes über Erwerb und Verlust der deutschen Staatsangehorig- keit ist vorerst nicht zu rechnen unfeine onftprechende Vorlage kann in der gegenwärtigen L-eucon des Reicysrag^s jedenfalls nicht zur Beratung gelangen. Lte ÄlMierig- teiten bestehen hauptsächlich in der Regelung der Sicher- stellung der Wehrpflicht der st-eueschen im Aus lande. Ueber diese an und für ich sehr schwierige Materie konnte bis jetzt eine Übereinstimmung zwischen Reichsjustizamt, Reichsamt des Jnnerii einer-und denKriegs- ntinifterien und Reichsmarineamt anderer, eits nicht erzwli werden. Zu diesem Kapitel des Gesetzes wurde u. a auch die Behandlung F a h n e n f l ü cy 11 g er gehören, die aus dem Ausland nach längerer Zeit wieder in die deutsche Heimat zurückkehren. seiner Kriegsflotte. Tie russischen Handelsinteressen haben damit nichts zu tun. Das zeigt sich daran, daß der Anteil der russischen Flagge am Seehandel in den chinesischen Gewässern im vergangenen Jahrzehnt zwar eine Steigerung erfahren hat, aber auch heute nicht mehr als iy3 Prozent anSmacht. Deutschland dagegen ist zurzeit mit rund 14 Prozent an diesem Handel beteiligt. An Kriegsschiffen andererseits unterhält Rußland in den chinesischen Gewässern nicht ineniger als 54 erstklassige, während Deutschlands ostasiatische Station im ganzen nur ein Dutzend zählt. Zischen Seeinteressen werden in absehbarer Zeit her- uide Bedeutung im fernen Osten nickst erlangen, wie die von feiner Tochter, Frau Dr. Lily Braun, heraus- 1 gegeben worden sind, werden vielfach von der sozial- ' demokratischen Presse abgedruckt, weil sie teilweise recht ungünstige Bemerkungen über unsere Soldaten und imfeie Kriegsführung enthalten. So hatte das Mainzer sozialdemokratische Blatt kürzticd folgenden Bries abgedruckt: „Ader am 15. November, schreibt er aus Theil: Ob wir morgen hier bleiben, ist noch unbestimmt. Sens, ein Ort von 11000 Einwohnern, ist schon von den Steffen total ansgeplündert worden. Da wollen wir nicht hrn- gehen. Und Tags darauf doch ans Sens: Diesen Ort baden die hessischen Bundesbrüder in einer unglaublichen Meise mitgenommen. Ein Zivilist reitet auf der Straße, zwei Offiziere nötigen ihn vom Pferde, der eine nimmt dies, der andere den Sattel. Ein Stabsoffizier will einen Schrank öffnen, der Wirt gibt vor, keinen Schlüssel zu ljaben, und als sein Gast den Schrank erbrechen und er es verhindern will, da schießt der Stabsoffizier den Wirt tot. Solche Dinge können einem den Krieg' wirklich verleiden." Tas Organ der hessischen militärischen Vereine war der Sache nachgegangen und veröffentlicht nun folgende Erklärung, die die völlige Haltlosigkeit der Behauptungen des Briefes erweist: „Auf dem Vormarjwe an die Loire im November marschierte die hessische Division über Fontainebleau, gar nicht über Sens. Dieser Ort wurde vom 12. auf den 13. November besetzt gehalten von einem Seitendetachement, bestehend aus 2 Eskadvons Ulanen- Regiments Nr. 12 unter Major Freiherr v. Eglosfstein und der 2. Kompagnie des 1. Hess. (Garde-) Jäger-Bataillons (jetzt 10. Kompagnie des Infanterie-Regiments Nr. 115) unter Hauptmann Balser. Bei der Kompagnie, die damals nur 170 Mann stark war, befand stch noch ein Offizier, Leutnant Mickel. Also ein hessischer Stabsoffizier war gar nicht dort. Tie andere Epifode konnte sich also auch nur mit den beiden genannten Herren, abgespielt haben. Beide Herren sind noch am Leben, und der damalige Kompagniechef, heutige Oberstleutnant a. T. Balser fühlt sich und seinen Leutnant durch jene Verleumdung schwer gekränkt. Walache ist: Tas Detachement rückte am 12. Mvember, mittags 1 Uhr, in Sens ein, die eine Eskadron wurde weiter geschickt, die Ätannschaften wurden, was nicht auf Wache kam, im Priesterseminar untergebracht, die Offiziere im Hotel de Viren. Die Verpflegung wurde von der Stadt geliefert. Tas Detachement verließ seinen exponierten Posten am 13. November, vormittags 10y2 Uhr wo es von einer preußischen Kompagnie vermutlich vom Jäger-Bataillon Nr. 9, abgelöst wurde. In der Zeit von 1 Uhr mittags am 12. bis IO1/2 Uhr morgens am 13. kam in Sens nichts vor, was die Oesfentlichkeit zu scheuen hätte. Die Bevölkerung war fteundlich, die Stadt lieferte alles, und das schwache Detack)>ement in einer Jndustriestadr von 12 000 Einwohnern hätte gewiß alle Ursache gehabt, leinen Unwillen in der Bevölkerung wachzurufen. Außerdem wollen wir hier bemerken, daß Herr Überftleutnant Balser in der Lage ist, Briefe au feine Tsrau nachzuweisen, die in Sens und unmittelbar nach Sens geschrieben find, und jedenfalls die Sachiage dort aus eigener Anschauung schildern und anders lauten, als die des Herrn v. Kretschman. Andere hessische Truppen waren im November nicht in Sens. Die je Angaben können voii sämtlichen noch lebenden damaligen Angehörigen der Mmpagnie, gerade wie von deren damaligem Ehef, Leutnant und Feldwebel, eid lich b e kr äf- tigt werden." vorragende Bedeutung im fernen L';ten niaerlangen, wie denn überhaupt die russiscke H.andelsschiffahrt aus eigener Kraft ficb nicht aufzufchwuigen vermag. Es wird deshalb jetzt die Staatshilfe mobil gemacht und zwar in doppelter Beziehung. Einmal i'st die Errichtung einer M usterwerft in Petersburg beab,ichtigt, auf der nur Handelsschiffe gebaut werden sollen. Angeregt ist diese Idee durch den früheren Finanzminister Witte, und sie zielt ab auf eine technische Vervollkommnung, der Fal>r- zenge. Zu den Kosten der Anlage zahlt die Regierung 11/2 Millionen Rubel. Weiterhin hegt die Gründung eines Kreditinstituts, das Seeschiffe beleihen soll, im Plane. Tie Regierung will al,p d.e Handeis^reife zum Schiffbau ermutigen, indem sie einen Teil der Baukosten vorstreckt, gewissermaßen Gelder auf schwimmende Hypothek ausleiht. Mögen die Bedingungen, zu denen dies geschieht, auch so wenig drückend wie möglich sein, ein gewißenhafler Kaufmann Durfte es sich reicylich überlegen, ehe er eine Schuldverpflichtung eingeht, deren Risilo ihm die Regierung. nicht zum kleinsten Teil abnimmt. Durch solche Mittel wird die Lage der russischen Handelsschiffahrt schwerlich durchgreifend gebessert werden. Tie Haupifache, an der es fehlt, ausreichende Beschäftigungs-und Verdienstgelegenheit, kann auch die Regierung den Handelsfahrzeugen auf diesem Wege nicht scharfem Cumberland verloben. — Als dritter Schriftführer des Reichstags ging der Abg. Carl Bl eil von der frei) innigen Volkspartei aus der Wahl hervor. c c — Wie der „Frkf. Ztg." berichtet wird, ist der Reichs- tagsabg. v. Vollmar seit längerer Zeit an Influenza erkrankt unb Mar ist der Verlauf Der Krankheit fern gutartiger. Der Patient Dürfte in dieser Session feine Mandate nicht ausüben können. , — Der ftühere Ooerpräsident der Provinz Sachsen, v. Pommer Esche, ist gestern abend hier im Alter von 67 Jahren gestorben. — In der heutigen Sitzung des Ausschus;e§ öes deutschen H a n d e 1 s t a g e s, die sich mit der Binnenschiffahrt^, frage beschäftigen sollte, teilte Geheimrat Frentzel mit, daß auch ihm auf Erkundigung bei dem Minister amtlich erklärt worden fei, daß die preußische Regierung nicht beab- ichtige, eine Vorlage über Erhebung von Schisfahrts - ab gab en auf den» freien Strömen einzubringen. Der Llusschuß beschloß deshalb, in eine sachliche Erörterung der Frage nicht einzutreten, beauftragt aber das Präsidium, en nebelte zu bleiben, um eventuell sofort gegen Schiff- ahtsabgabeu Stellung zu nehmen. — Der deutsche Ze n t r a l v e r e in für Jugendfürsorge hielt seine Generalversammlung im ReichstabZ- lebäube ab. Den Bericht über die Tätigkeit des Vereins erstattete der Generalsekretär des Vereins Rektor Pagel- Verlin. Außer dem Köiiig und der Königin von Sachsen, sowie der Königin von Württeniberg haben ihre Anerkennung und Zustimmung ausgesprochen unb tatkräftige Unterstützung in Aussicht gestellt Der Kronprinz bes Deutschen Reiches, Prinz 2llbrecht von Preußen, Priliz-Regent Luitpold von Bayern, Groß Herzog voll Hessen, Erbgroßherzog voll Baden, Großherzog von Sachsen, Herzog von Meinmgen, Fürst zu Waldeck, Fürst Reuß usw. Ko bürg, 7. Dez. Prinzessin Beatrice von Koburg- Gotha, welche anläßlich des Todes der Prinzessin Elisabeth von Hessen ihre Besuchsreise in England unterbrochen hatte, begibt sich in den nächsten Tagen wieder von hier nach der Insel Wight zum Besuch ihrer Tante, der Prinzessin Heinrich von Battenberg, Schwester des Königs von England, und wird mit dieser und deren Kindern eine Reise nach Aegypten unternehmen. Der Llufenthält in 2lfrika soll ca. ein halbes Jahr dauern Stuttgart, 7. Dez. Die Landesversammlung des Bundes Der Landwirte in Württemberg sprach die bestimmte Hosfnullg ans, daß die württembergische Staatsregierung, sowie die Reichsregierung beim Abschluß neuer Handelsverträge die Lebensinteressen der deutjchen Landwirtschaft, insbesondere auch Der Viehzu cht, bes Wein-, Hopsen- unb Gartenbaues nachdrücklichst wahren Keer und Alotte. — Wie die „Wg. Ztg. des Judentums" seststellt, befindet sich in der Linie der bayrischen Armee feit Jahren kein einziger jübischer Ofsizier mehr. Ki e l, 7. Dez. Die in Reserve liegenden großen Kreuzer , Kaiser" und„Teutschland" sollen mit einem Kostenaufwand von je 700 000 Mark um gebaut und der Klasse der Küstenpanzer eingereiht werden. — Heber einen sozialdemokratischen Vize-» felbwebel als Reichstagskandidaten geht der „Kreuzzeitung" von einem Abgeordneten eine Zu'.chrift zu, der wir folgendes entnehmen: In einem Wahlkreise der Provinz Sachsen wurde am Vorabend der Reichstagsstichwahl der sozialdemokratiscye Kandidat in den Lokalblättern mit folgendem Aufruf empfohlen: „Tas Vaterland ist nicht in Gefahr, wenn N. N. gewählt wird, denn dieser ist ein viel besserer Deutscher als die anderen Schreier! Am 26. Juni macht N. N. als Vizefeldwebel eine 21 tägige Hebung. N. N. ist fähig, zu jeder Zeit, wenn das Vaterland ruft, eine Kompagnie oder ein Bataillon gegen den Feind zu führen." Ter patriotische Wähler, der dies las, war mit seinem Urteil bald fertig; „Plumper Wcchlschwin- bel von dieser verlogenen Gesellschaft. Sozialdemokratischer Kandidat und Vizefeldwebel, fn^ar zur Hebung eingezogen, ganz undenkbar!" Um die Wahrheit zu erfahren, bat ich bas beireffenbe Bezirksöommando um Auskunft und erhielr zu meinem größten Erstaunen die Antwort, daß N. N. in der Tat Vizefeldwebel unb zu einer Hebung ein- berufen sei. Er habe sich während seiner militärischen Dienstzeit vorzüglich geführt, erst uad) seiner Beförderung politisch Farbe bekannt, unb eine Entfernung von seinem Dienstgrade sei nach den jetzt bestehenden Bestimmungen nicht möglich, trotzdem er weH-^; W.ai.estätsbeleidig- at. 9009 Ug 7. chen chn zahlreiche lerkci.nunaen von ckös trchM onhons i /0 Raffinade, rächend', achteln ä 1M. W bei |8407 -b, Drogerie. Um Moi. Serlioz, Nachfolger) 3 -u haben.’ OOOOO IM avdel« Z 0 Pig-, gl Inußkerue 5 Pig-, ch-Chokolade 's H, a, tzorrnihru .aulnett 140 Pig. an. bäuser, Keuenbäue 17. >00000 ^«mischuhe. rar 4.— Älk. 5 , 3.- , ° 2JX) onnenltr. 20/22. kN Ateliz. Messer -ZV slthll [oclistätter -- chen- her »y6 11 Letei"*" \»>n ier Auswahl z» Irenen , -• * Birg Durch Die Presse (W. N. ist Redakteur) mit neun Monaten Gefängnis bestraft sei. Ausland. London, 7. Dez. Der Staatssekretär des Innern Mers Douglas hielt deute abcub in Shoreditch eine Rede, in der er aussührte, verbrecherische Ausländer sollten seiner Ansicht nach aus dem Lande a u s g e w i e , e n «werden Ter König ichrn Komm.ssckn für die ander ung von Ausländern sei es gelungen, diese sehr schwierige Frage zu lösen. — TieAusgaben s ü r H e e r e s z lv e ck e gedenkt die englische Negierung stark h e r a b z u s e tz e n. Es sei ziemlich sicher, daß das Kriegs Ministerium gerade die Kosten für Feldmanöver uui) Sche.bm.ch.eßen geringer zu gejialieu beabsichtige. Die Kosten für die militüri,a)e Ausbildung waren von militärischer Seite für das Jahr 19(>4/05 auf ein Minimum von 400 000 Lstrl. berechnet worden. Tas Kriegsmiltisterium soll jedocy der Ansicht sein, daß 120000 fifirl., also noch nicht ein Drittel der van den Militärs für nioiruenbig erachteten Summe, genügen. Für die Ausbildung des irischen Militärs, einschließlich der Miliz, verlangten die nii.üärischen Sachverständigen 80ü(L Lstrl., wahrend das Kriegsministerium die Sumine aus 25 000 Lstrl. herunterdrückte. Für das 4. Korps, dessen Hauptquartier London ist, und dem neben Regulären auch Milizen uiid Botunteers in großer Anzahl zug.tviisen wurden, lvill das Ministerium nicht mehr als 15 000 Lstrl. bewilligen statt der verlangten 40 000. — Aach dem Handelsausweis betrugen die E.nnahmen im November 48 723 591 Pfund Sterling. Tas bedeutet eine Zunahme von 3605535 Pfund Sterling gegen Nuaenibct 1902. Tie Ausfuhr betrug 23 037 793 Pfund Sterling, d. L eine Abnahme gegen November 1LÖ2 von 1610 44u Pfund Sterling. — T.r Abschluß eines englisch-amerikanischen Schiedsgerichtsvertrages nach dem Muster des englisch-französischen, wird von hervorragenden Staatsmännern besünvortet. — Tie „Tally DNail" erhielt aus Peking die Nachricht, es herrsche dorr große Erregung in Regierungskceijen über die britische Expedition n a ch T i b e t, da man an- uahm, daß sie sicher zu einer d a u e r n d e n Be s e ß u i» g dieses Gebietes durch England auf gleicher Grundlage wie die russische Okkupation der Maird>churei fuhren werde. Nach einem Telegramm aus Peking bi.chloß China im .Falce eines rusji',ch-japaniichen Krieges 100 oou a n n zu mobilisieren, um die Provinz Tschili zu schützen. Ter chinesische Gesandte in Petersburg telegraphierte an seine Negierung, Rußland sei genecht, eine friedliche Politik zu verfolgen. Konstantinopel, 6. Tez. Tie türkische Negierung hat beschlossen, die bisher zwanzigJahredauernde militari, che Tienftzeit in folgender Weise zu verteilen: 9 Jahre Nijam, davon gesetzlich 4 Jahre unter der Jahne, 9 Jcu-re Rebif und 2 Jahre Mustahfcs. Somit besteht für die Nijam- und Nedtjbacaillone die gleiche Anzahl Jahrgange, was den Lcdürjnt,,en dieser beiden entjpricht. Tie EinfuhrungSbestimmungen zu dieser Ätaßregel sind noch nicht erlassen. Warschau, 7. Tez. Polnische Matter melden: Die Heber,uhrung der Zaren von Stiernewice nach Zarskvje- Selo er,olgte unter Anwendung bepiiüeier Bo rjieq cs maßregeln unter Begleitung dreier Aerzte mrd zweier Pflege- rinnen. NemYork, 7. Tez. Die heutige B o t sch a f t R o o s e - belts i,l für die bevorscehenoe Prä.WenrjchaflSknmpagne zugejchUitten, weshalb sie wenige poiirive Bo^fustc.ge enthält außer dem Bermngen wellerer Fonds für Bekämpfung derTrusts jowee für die K r a j t i g u n g 8er Wla» Tine. Ter Schluß der Botjchaft enlhäli eine staatsrecht- liuje Begrntid. ccg der Hu.tung Amerikas in der P a n a m a ■^1 faire. ^iui,ü)en den Bereinigten Staaten und den separaiiven Elementen in Panama hätten ehemals geheime Abmachungen nienials bestanden._______________ Aus Stadl uui) Saiid. (Sie üen, 8. Dezember 1903. •* Kreisausschuß. Montag den 14. Dezember 4. Js., vormittags 10 Uhr, findet im Sitzungssäle des Negierungsgebäudes hier, Bcandplatz Dir. 9, eine öffentliche Sitzung des KreiSauLfchuffeS statt. Tie Tagesordnung,' i,t ifolgenoe: 1. Rekurs der Georg Weber Erben gegen einen Polizeibefehl der Großh. Bürgermeisterei Gießen, betreffend die Diiedertegung des Hauses Dieuenbaue 20 in Gießen. 2. OrlSbürgernutzen zu Riamzlar. — Hieran schließt sich eine Nichtöffentliche Sitzung. Pr.ooinzialausschnß. Samstag den 12. Dezember l. Js., vormittags 9 Uhr, findet im Sitzungssaale des Negierungsgebäudes hier, Brandplatz Dir. 9, eine öffentliche Sitzung des Provinzialausschusses nut folgender Tagesordnung statt: 1. Den Leichenbefchauer in der Gemeinde Atzenhain. 2. Verteilung des Vermögens oer Hohcn- mark-Foritlasse; hier: Urteilsverkündigung. 3. Klage des Ortsarmenverbandes Franlsurt a. DJi. gegen den Ortsarmen- verband Friedberg wegen Berpflegiing der Äiargarethe Niäser aus Gelnhaar. 4. Die Unterhaltung der Durchlässe der Ortsdurchfahrt Diicder-Gemündcn. 5. Gesuch des Georg Deiidel zu Rüddlngsham um Erlaubnis zum Betrieb einer Gastwirtschaft. 6. Gesuch des W. R. Schneider zu Ober-Mörlen um Erlaubnis für Errichtung eines Ringofens m der Gemarkung Diieder-Niörlcn. DaS Großh. Regierungsblatt, Beilage Nr. 28, enthält u. a.: Oeffentliche Anerkennung einer edlen Tat, Bekanntmachung, Vermessungen und Vorarbeiten für eine elektrische Nebenbahn von Darmstadt über Nieder-Ramstadt nach Ober- Namsladt betreffend. Bekanntmachung, Vorarbeiten für eine Nebenbahn von Lich na ch Grü n b e cg betreffend. Zulassung zur Rechtsanwaltschaft. Dienstnachrichlen. ^Personalien. (Wiederholt.) Lurch Entschließung des Großh. Ministeriums der Justiz wurde LandgerlchtSrat Dr. Buff zum Vorsitzenden der Kammer für Handels,achen mit dem Sitz in Darmstadt, Landgerichtsrat Dr. Zimmermann zulu Stellvertreter des Vorsitzenden dieser Kammer, LandgerichlSrat Dr. Schäfer zum Vorsitzenden der Kammer für Handelssachen mit dem Sitz in Gießen, Landgerichtsrat We hner zum Stellvertreter des Vorsitzenden dieser Kammer, Landgerichtsrat Fabricius zum Vorsitzenden der Kammer für Handelsjachen mit dem Sitz in Mainz, Landgerichtsrat Pfannmü Iler zum ersten, Landgerichtsrat Nees zum zweiten Stellvertreter des Vorsitzenden dieser Kammer für die Geschäftsjahre 1904, 1905 und 1906 bestellt. • • Hessisch.Thüringische Staatslotterie. Am heutigen ersten Ziehungstage der 2. Klasse fiel ein Gewinn von 25 000 Mk. auf Nr. 90551, ein Gewinn von 10 000 Mk. (uif 9tr. 12272, drei Gewinne von je 1000 Mk. auf Dir. 32273 37829 62452. (Ohne Gewähr.) * * /Verein ehemaliger Jäger und Schützen Gießen und Umgebung^ Der neugegründete Verein erläßt an alle ehemaligen Jäger und Schützen die tämerad- jchafiliche Aufforderung, sich ihm anzuschließen, dessen Hauptaufgabe es sein soll, die Bande der Zujammengehörigkeit, die die Beteiligten während ihrer aktiven Dienstzeit vereinigt hatte, cuicl) fernerhin zu erhalten und zil festigen, die Liebe und Treiie zii Kaiser und Reich, Landesfürst und Vaterland zii pflegen und zu stärken und die militärische Kameradschaft auch un bürgerlichen Leben zu betätigen. — Tie Zusammenkünfte finden jeden Samstag Llbeud 9 llhr im Hotel-Restaurant Buschmann statt, wohin auch sämtliche Nachrichten und Anmeldungen zu richten sind. * * Aus dem Bureau des Stadttheaters. Nochmals sei auf die morgige Schülervorstellung der »Geschwister" und »Wallensteins Lager" hingewiesen, die zu besonders ermäßigten Preisen stattfindet. Freitag, öei. 11. Dez. findet vielseitiger Anregung zufolge eine Wiederholung von Philippis „Wohltäter der Menschheit" statt Die erste Aufführung des Werkes Hai bekanntlich all- gemein angesprochen. c/H Groß-Karben, 7. Tez. Im Sommer wurde mit dem Bau einer Kreisstraße von hier nach Kaichen begonnen. Die Kosten find auf 88 000 Mark veranschlagt. Der auf die Gemarkung Groß-Karben entfallende Teilbetrag beläuft sich aus 38 000 'Mark. Durch diesen Slraßenncubau wird einem dringenden Bedürfnis abgeholfen. -i- Londorf, 7. Dez. Am 5. d. Nils, sprach im hiesigen Gewerbeverein Landesivohnungsinspeklor Gretzschel aus Darmstadt über „die W ohn ungsgesetz g e bung im Großherzogtum Hessen". Der Redner schilderte in fast einstündlgem Vortrag die verschiedenen in Bezug auf eine Verbesserung des Wohnungswesens in Hessen erlassenen Gesetze und kam auf das vom August 1902 datierte hessische Wohnungsfürsorgegesetz zu sprechen und zeigte, wie an Hand dieses Gesetzes durch Gründung gemeinnütziger Baugenossenschaften dem minderbemittelten Bürger und Arbeiter zu einem eigenen Heun zu helfen sei, welches den Anforderungen, die man in Bezug auf Gesundheit und Sittlichkeit an eine Wohnung stellen müsse, genüge. Sei nun, so führte Herr Gretzschel weiter aus, nach dem, was er hier bereits gehört, anzunehmen, daß em Mangel an Wohnungen existiert, so würde er sich freuen, wenn sich auch hier eine gemeinnützige Baugenossenschaft bildete, um diesem Nkangel abzuhelfen. 9!ach weiteren Besprechungen dieses Themas von verschiedenen Herren wurde ein Komitee gewählt, um die Gründung einer gemeinnützigen Baugenossenschaft für Londorf m die Wege zu leiten. Alsdann dankte die Versammlung dem Vortragenden für seinen lehrreichen Vortrag, von welchem zu hoffen ist, daß er sich als sehr nützlich für das hiesige Wohnungswesen erweisen wird. )( Grün berg, 7. Dez. Im Gasthaus zum Hirsch versammelten sich hcuie nachmittag die Bürgermeister und Ge- melnderäte von Riunster, Ettingshausen und Ober-Bessingen, um mit dem gleichfalls erschienenen Provinzialdirektor Dr. Breidert über eine gemeinsame Wasserte itung vorgenannter Ortschaften zu beraten. — Em auswärtiger Fabrikant beabsichtigt, hier an der Bahnlinie eine größere Fabrik, zur Herstellung von E is enb a hn kupp et un gen u. s. w. zu errichten. Verhandlungen wegen Gebäudeerwerbes sind bereits eingeleitet. sc. Fri edberg, 7. Dez. Zur Gründung eines Re- visiousverbaudes hallen sich heure vormitlag im „Hvttl Trupp" dahier 4 0 Vertreter h e f f i scher B a u v e r - eine versammelt und zwar aus den Städten und Dörfern: Gießen, Friedberg, Butzbachi, Alsseld, Lich, Nidda, Ost-- heim, Darmstadt, Offenbach, Bensyeim, Groß-Steinheim, Mainz, Wornis und Nüsselsheim. Kirchenrat Meyer-Friedberg führte in der Versammlung den Vorsitze Der Bor- itzeude oes Friedberger Bauverems „Eigener Herd", Langs oorf, erörterte Zweck und Ziele des Verbandes. Seiner Aufforderung, dem Verbände beizutreten, entsprachen sofort die sämtlichen anwesenden Verlreler namens ihrer Bauvereine, mit Ausnahme derjenigen von Butzbach,, Alsfeld, Nidda, Beusheim und Rüsfetsheiin, die erst nottji mit den Vorständen ihrer Vereine Rücksprache nehmen wollen. Rendant Döring-Gießen sprach dann in tangeren Aus- ührungen über die Entwickeluirg der Baugenossenschaft des evangelischen Arbeitervereins m Gießen, wobei er be- onders auf die SllZoierigkeit der Beschasiung der Mittel hinwies. In den Vor)taub des Nevisioiisoerbandes wurden gewählt: Landiswohuungsinsp.k^r Gretzschel-Darmstadt, Rendant Döriiig-Gießen und Direktor ^ochgesand- Worms. Ter Vorstand soll die Statuten ausaobeiten. Es wurde daraus aufmerksam gemacht, in die Stauten die Be- stiuunung auf^uuehmen, daß die Wohnungen auch an Ajter- mieter abgegeben werden können und dem Besitzer des Hauses das Nechtt ein geräumt wird, das Haus zu verkaufen. An die Versammlung schloß sich eine Besichtigung der vom Friedberger Bauverein „Eigener Herd" ausg.'führten, aber teilweife noch nicht ferttggestell- ten einstöu.igen Arbeitshäuser in der SclMidt- und Mittel- siraße. Aus Friedberg wird geschrieben: „Goethe in der Musik" waren zwei Abende gewidmet, durch deren würdige Veranstaltiing im Fcstsaal des Gymnasiums Dr. K. Schmidt sich den Dank derer erworben hat, die Jung und Alt für die Kunst besser erzogen wissen wollen. Nach lyrischen Liedern und Balladen, un 18. und 19. Jahrhundert komponiert, bildeten „Prometheus", „Ganymed" (nach Reichardt, Schubert, Wolf), „Grenzen der Alenschheit" (Schubert-Wolf) den Schluß. Dec GesangSpart war bei Frau 9latorp- "Mülheun a. Ruhr und den Herren F. Waßmuth und H Appunn-Hanau gut aufgehoben. 4- Ulrichstein, 6. Tez. Unser Städtchen plant den Bau einer Wasserleitung; die Arbeiten wurden dieser Tage zu rund 35 000 Mark vergeben, die Quellen liegen 5 600 Meter entfernt in der 9tühe von Rebgcshain und Enqclrod. — Auch die benachbarte Gemeinde Seibertcn- cod beabsichtigt die Anlage einer Wasserleitung. — Die Gemeinden Engelrod, Hör genau und Hopfmannsfeld wollen nächstes Frühjahr eine gemeinsame Wasserleitung erbauen. R.-B Darmstadt, 7. Dez. Se. Kgl. Hoheit der Großherzog begab sich heute vormitlag mit einer größeren Gesellschaft von Herren nach den Waldungen zwischen Ein- siedel und Ntessel, um auf Sauwild zu jagen. Die Herrschaften kehrten erst nachmittags gegen 4 Uhr von der Jagd wieder nach Darmstadt zurück. r. Ätainz, 7. Dez. Wegen der diesseitigen Anlagen für die neuen Bahnlinien Mainz—Wiesbaden und Mainz— Bischofsheim hoben eine Reihe von Grundbesitzern von Ntom- buch jetzt Besitzstörungsklagen gegen die Eisenbahn- verwaltüng ongeiirengt. Sie behaupten, insofern in ihrem Besitz gestört worden zu sein, daß ihnen durch die hohen Dammanlagen der Zugang zu ihrem von der Bahn nicht erworbenen Gelände sehr erschwert und teilweise sogar ganz unmöglich gemacht worden sei. Die Grundeigentümer verlangen, daß die Bahnoerwaltiing entweder ihr übriges Terrain auch noch erwerbe oder bessere Zilfuhrwege Herstellen lasse, wobei sie behaupten, daß bei dem Offenlicgen der Baupläne sich der dermalige Zustand nicht hätte erkennen lassen und nachträglich noch viele Aenderungen vorgenommen worden feien. Oppenheim, 7. Dez. Der Führer eines Motor» wagens aus Koblenz wollte m der Hinteren Landstraße Benzin auffüllen, als cs Feuer fing, so daß der tDiann plötzlich in hellen Flam m e n stand. Er wäre sicherlich verbrannt, wenn mcht sogleich einige Arbeiter, die sich m der Nähe befanden, ihm geholfen hätten. Er trug aber dennoch schwere Brandwunden an den beiden Armen davon. Frankfurt, 7. Tez. Die am 23. Oktober bei Rümpen» heim geländcte Leiche ist inzwischen als die des 1885 geborenen, zuletzt in Kreuznach wohnhaft gewesenen KaufmannZ Otto Jung erkannt worden. 'Jung hat sich am 4. Oktober nachmittags per Rad von Kreuznach wegbegcben, um eine Tour zu machen. Ailßerdnu sühru' er nut sich: einen goldenen Ring mit rotem Stein, ein Breitling, ches Perlmutter-Tajchen- uiessec, ein schwarzbiaunkederneö Portemonnaie nut dem Namen Otto Jung, eine silberne Remontoiruhr mit Kette. Da diese Gegenstände bei der Leiche nicht vorgefunden wurden, befteht der Verdacht, daß entweder die Leiche beraubt ober daß Jung noch bei Lebzelten ferner Wertsachen beraubt und dann in de n Ntain ge w o rsen wurde. Spuren eines stattgehabten Kampfes waren allerdings an der Leiche nicht zu konstatieren. Franksurt, 8. Dez. (Eigener Drahtbericht). In dem Betrieb der Firma Simon u. Co. in der Weserstraße fand heute vormittag eine Dampfkesfelexplosion statt, bei welcher der Heizer Fleischer schwer verletzt wurde. Er wurde in das städtische Krankenhaus gebracht. Kleine sJJi i 11 e 11 u n q c n aus S? e 11 e n und den Nachbarstaaten. Man meldet au3 Limburg a. d. L.: Am 7. d. Nis. entgleiste bei der abschüssigen Einfahrtitelle m Den Bahnhof Zollhaus ein Güterzug der Kleinbahn Nastätten-Zollhaus. Vier Wagen wurden vollständig zer- trümmert. Personen sind nicht zu Schaden gekommen. Vermiete*« • Nom, 7. Dez. Auf der Ueberfahrt des Dampfers Singapore von Alexandria nach Niessina stürzte sich eine deuliche Frau Propper ins 21)1 eer. * Wien, 7. Tez. Aus der Gemsjagd am Hochschwab sind drei Personen im lockeren S ch n ee abgestürzt. Emer wurde getötet, die anderen wurden schwer verletzt. — Aus der ganzen Aionarchie laufen Hiobspolten über Wetterkatastrophen ein. In Mähren überschwemmten Regengüsse weile Felder; es traten Bahndammrutschungen ein. In Krain ist infolge starken Schneefalls der Verkehr vielfach unterbrochen. Bei Abbazia wurde durch den Sirokko em ganzer Wald lueggcriffen. * UeberStudenten-Unruhenin Kiew, die immer noch andauern, wird von dort telegraphiert: Die Polizei verhaftete auf der Straße 82 Personen, darunter 8 0 Studenten. Der dritte Teil der Verhafteten sind Juden. Bel der Verhaftung erhielt ein Student eine tiefe Kopfwunde. Ein Feftgenommencr warf einen geladenen Revolver fort. Vor der Universität steht jetzt eine Polizeiwache. Seit dem frühen sJ)lorgen wurden in verschiedenen Räumen des Polytechnikums Ausrufe zur Veranstaltung einer Versammlung angeschlagen. Mittags sand im großen Hörsaale des Hauptgebäudes eine Versammlung von Studenten der Ableitung für Mechanik statt. Von den 330 Hörern der Abteilung waren 217 an* locienb, außerdem 200 Studenten zweier anderer Abteilungen, jedoch ohne Anteil zu nehmen. Die Versammlung erhob Einspruch gegen den Beschluß des Profefforenrats, den Dekan Der Abteilung für Mechanik Professor Sworykin um Zurücknahme seines Abschiedsgesuches zu bitten und ihm das Vertrauen des Professorenrates anszusprechen. Um 4 Uhr ging die Versammlung auseinander. Auf Atontag ist eine solche aller Polytechniker emberufen zur Beratung über die llebergabe der Studenten an das Universitätsgericht. Täglich werden im Lcsesaal und den Hörräumen neue Aufruse veröffentlicht. — Wie aus Petersburg berichtet wird, brachen auch dort am Freitag nachmittag Unruhen aus. Die Studenten versammelten sich ohne Erlaubnis des Rektors in der Universität, um Protest dagegen zu erheben, daß die Polizei sie mit Knuten schlage. Die Aufforderung des Rektors zum Auseinandergeyen wurde mit Pfeifen und Geschrei beantwortet, so daß der Saal von der Polizei geräumt werden mußte. Die Universität ist noch nicht geschtossen, doch be- sürchtet man em weiteres Umsichgreifen der Unruhen, weil die Stiidenten auf Gewährung ihrer Forderungen bestehen. Gerlchtsßiai. R. B. Darmstadt, 7. Dez. Eine Anklage wegen vorsätzlicher B r a n ö ft i \ t u n g beschcistigle heute die hiesige Slraikammer. Angetlagl war die am 6. Juli 1889 geborene, also e r st 14 Jahre alte At a r i e Di. a u m a n n aus Mörielden, die Hosraste des Konduors Kuno Faltensiem m Groß-Gerau m B rand g e |l e cf t zu haben. Das Aiadchen fland bei Faltensiem in Dienst, sie war aber nachlässig und halle keine Lust zur Arbeit. Aiis Heimweh und in der Absicht, recht bald wieder zu ihren Ellern zurückkehren zu können, beschloß sie, emiacl) das ganze Anwesen durch Feuer zu zerstören. Um das zu erreichen, züiidele sie auf dem Raum über der Backstube Kisten mib sonst leichl brennbare Stoße an. Tas Feuer wurde aber bald entdeckt und gelöscht, so dasz nur ein Schaben von etwa 300 Mk. ensland, der durch Versicherung gedeckt ist. Die jugendliche Mißeiaterm war sehr reumütig und gesländig. In Rücksicht daraus beantragte der Staatsanwalt auf Gründ des § 306 Str.-G.-B. eine Strafe von 1 Jahr 1 Monat Gefängnis, der Gerichtshof erkannte auf die niedrigste zulässige Strafe,' 1 Jahr Gefängnis. ä. Ai a i n z, 7. Dez. Vor dein Schwurgericht ist heute der 25jährige Schlosser Hermann Valentin Fischer aus Darmstadt, hier ivohnhait, des Totschlags uni) Tolschlagsveriuchs angeklagt. Tie Verhandlung fand unter Ausschluß der Öesjentlich- kett stall, atlch die Vertreter der Presse waren nicht zugelasjen. Die Frau des Angeklagien ivlirde bet ben Ellern ihres Mannes erzogen. Er heiratete sie, als sie kaum 18 Jahre alt war. Tte Ehe war Nicht glücklich, die Frau, die m Fabriken gearbeitet hatte, versla»td poii Haushalt nicht viel und verbrauchte mehr Geld, als sie von ihrem Aigune erhielt. Auch der Angeklagte fand in seiller Ehe keine Befriedigung, er brachte seine Zeil viel im Wirtshauje zu und es entstand dadurch viel Streit und Hader in der Familie. Im Frühjahr verließ die Frau mit ihrem älteren Knaben ihren Alaun und begab sich zu dessen verheirateten Schwester tm Gartenfeld. Auf Bitten des Angeklagten kehrte sie mit ihrem inzwischen geborenen Sohn Ludwig zurück. Rach einigen Wochen verließ sie mit ihrem jüngsten Kinde ivieder ihren Alaun und begab sich zu dessen Schivester, wo sie Wohnung nahm. Dort soll sie nun mit zwei Fuhrleuten Wirtschaften 2C. besucht haben. Tas erboste den Angeklagten und er forderte je nie Frau auf, wieder zu ihm zurück- zukehreu. Ain Abend des 3. September begab er sich in die Wohnung seiner Schivester und nahm seili jüngstes Kind. Alit deii beiden Kindern, seinem älteren Sohu Heriuaun imb dem jüngsten, Ludwig, segle er sich vor die Hauslüre und eiklärte, er werde nicht eher sorlgeheu, bis seine Frau nut ihm nach Hause ginge. Es kamen inzwischen die beiden Fuhrleute Werum und Dietzel, die auf den Tasilzelideu eingeschlagen haben sollen. Weinend riei Fischer ihnen zu: „Tas habt ihr nur nicht innsoust getan", packle ferne Kinder auf und lief 311111 Rhein. Am Zollhafen stürzte er sich mit den Kindern die Kamiauer hinab tu den Rhein. Ter kleine Ludivlg verjchwaiid m den Wellen, während der Angeklagte und sein älterer Knabe aus den Wellen ausiauchten und um Hilfe schrieen. Schiffern und Hafenarbeitern gelang es, die beibcn zu retten; das jüngste Kitid ivar ertrunken. So weit der Sachverhalt!. Tie Geschworenen verneinten die ausgestellten Schuld! ragen, woraus der Augellagte s r e l g e s p r 0 ch e u unb aus der Haft enl- lasseii ivurde. Dresden, 8. Dez. Vor dem Schwurgericht hatte sich der Frauenarzt Tr. Paul Planer wegen Ateinetdes zii ver- antworten. Er hatte im vergangeiien Jahre in emtm Prozeß gegen den Handelsmann Vöuhardt lvegeil Erpressimg umer feinem Eide bestritten, nut denen Ehesrau in intimen Verkehr gestanden zu haben. Bouhardt ivurde daraufhin zu 2 Jahren Geiängms verurteilt, brachte aber m der Folgezeit so viel Velastungs - Alaterial gegen den Arzt bei, datz gegen diesen em Verfahren wegen Atem- eides elngeteltet ivlirde. Tr. Planer, der verheiratet uni) Vater von vier Kindern in, wurde s r e l g e j p r 0 ch e n. WivoisttätsGachi fristen. Halle, 7. Dez. Der Professor der Geschichte an der hiesigen Universität, Lllbert Ludwig Ewald, ist g e st 0 r b e n. Gisciilnilin-Zeitmig. Don der Handelskammer zu Frankfurt a. Ak. ist den Aeltesten der Berliner Kaufmannschaft eine an den Aiinister der öffentlichen Arbeiten gerichtete Eingabe wegen Verbesserung d e r R a ch t- S ch n e l l z u g 0 e r b i ii d it n g B e r l t n - F r a n k s u r t a. Ak. zugegangeii. Die 9lelteftcn haben beschlossen, den Antrag aus das w a rmiie zu unreif lüge u. Kandel und ycrkcljr. ValliLwiitschasl. Berliner Börse vom 7. Dezember 1903. (Mtgeteili von der Bank für Handel und Industrie, Gießen.) Tie neue Woche eröfsnele auf aller,i Gcbteteli in äußerst fester Haltung. Für Eisenwerte traten ivieder gilt rheinische Käufer auf, so daß man ivohl anuchmen darf, daß die Aiissichlen aus Zustandekommen des Slahlwerksverbandes günstige sind. Bankaktien lagen ebenfalls recht fest, obgleich zieinlich stark realisiert tvoiden ist. Oeslerreichische Kreditaklien ivurden anhaltend für Wiener Rechnung gekauft, ebenso Franzosen, während Lombarden vernachlässigt wurden Von sonstigen Bahnen sind Priuce Henry auf die guten Einnahmen hm als besser zu erwähnen und Akeridionaux auf das Gerücht, daß die Kontrakte mit dem Staate aus längere Zett verlängert wurden. In Schissahrtsaktien fanden grobe Umsätze bei stark anziehenden Kursen statt; die günstige Entwickelung unserer Schiffahrtsgesellschaften veranlaßt täglich gute Kreise ziiin Kans der Aktleii. Tie Ttvidendenlaxe von 6 pEt. für Packetsahrts-Altien wirkte sehr animierend. Auf dem Kassaindustriemarkt erfreuten sich besonders Zemenliverte großer Beliebtheit und Elektrizitätsaktien infolge der weiteren Fusioiisnachrichlen.__ Privat-Diskont 38/6 Prozent. Anfangs- u. Schlußkurse. Ceft. Kredit. 218.10 216.80 Deutsche Bank . . . 225.50 225.62 Darmstädter Bank . . 148.30 148.U0 Bochumer Guß . . . 190.25 190.62 Harpener Bergbau ♦ . 204.20 204.30 Tendenz: fest. Japan und Korea. Von Zeil zu Zeit kann man in den Börseliberichlen lesen, daß die Börse infolge des Konflikts, der zwischen Japan und Rußland besteht, verstimmt ist. Geivöhnlich hat aber die Börse schon andern Tags die Verstimmung oder wenigstens die Ursache derselben ganz vergessen. Es darf dies wohl als ein Zeichen dafür angesehen weiden, daß die Gegensätze nicht derart sind, um zu kriegerischen Verwicklungen zu führen. ES ivird zivar gemeldet, daß cm Vertrag zur Regelung der ostasiatischen Frage zustande gekommen sei, wonach Rußland die früher zwischen Japan und Korea getroffenen Vereinbarungen anerkeiilit, währeiid Japan den zlvtschen Rußland und Ehina wegen der Alandschurei abgeschlosseiien Vertrag gtilheißl. Andererseits hört man jedoch auch, dag die öffentliche Meinung ui Japan die Räumung der Mandschurei seitens der Rußen und die Erössiiung der Haupihäien wrdert. Dies wäre allerdings der Krieg, bei dem aber Deutschland kaum direkt in Alitletdenschast gezogen würde; im Gegenteil, es könnte eher daraus für Haiidel und Industrie stützen ziehen. Märkte. Gießen, 8. Dez. Marktbericht. Auf heutigem Wochenmarkt kosteten: Butler pr. Psd. 1,20—1.25 Alk., Hühnereier 1 St. 8—10 Vfg., 2 et cf. 00-00 Psg., GänseelerOO—00 Pig., Enteneier 8—0 Pfg., Käse vr.Stck. 6—8 Ps., Käsematte2 Sick. 5—6Psg., Erbsen pr.Liter 21 Psg., Linsen pr. Liter 32 Pfg., Taubeti pr.Paar o,7o—09,oAlk., Hühiter pr. St. 1,30—1,80 Alk^ Hähne pr. Stück 0,70—1,50 Alk., Emen pr. Stück 1,70—2,20 Alk., Gänse pr. Psd. 50—60 Pig., Lchsensleisch pr. Pfulid 68—78 Pfg., Kuh- und Rindfleisch pr. Pfund 62—66 Pfg., Schweinefleisch pr. Pfund 66—76 Psg., Schweinefleisch, gesalzen, pr. Pfund 80 Pfg., Kalbfleisch pr. Psd. 70—76 Psg., Hammelfleisch pr. Pfund 65—74 Pig., Kartosfeln pr. 100 Kgr. 5,00—5,50 Alk., Weißkraut per Stück 5—7 Pfg., per Zentner 1.3Ö—1.60 Alk., Zwiebeln pr. Zentner 4,50—5,00 Aich Aiilch per Liter 18 Pfg., Aepsel per Zentner 16 bis 02 Alk., in Körben 00—00 Pig. Nüsse 100 St. 35—40 Psg. Spielplan der vereinigten Frankfurter Sladttheater. Opernhaus. Mittwoch den 9. Dezember geschlossen. Donnerstag den 10. Dezember*): „Violetta." Freitag den 11. Tezember: Zu Berltoz' 100.Geburtstage: Zilin erneii AlaleP„Fausts Verdammung". Dramatische Legende in 4Abteilungen sürSoli, Ehor und Orchester non Hector Berltoz. Samstag ben 12. Dezember: „Ter Postillon von Loujumeau." Sonntag den 13. Dezember, nachmittags halb 4 Uhr: „Aiartha" oder „Ter Alarkt zu Richmond." Abends 7 Uhr: „Oberon." Atoiltag den 14. Dezember geschlossen. Schauspielhaus. Mittwoch den 9. Tezember, nachmittags 2 Uhr: Schüler- Vorstellilng: „Wilhelm Teil." Abends 7 Uhr: „Tas große Geheirn- nis." Tonnerstag den 10. Dezember*): „Zapfenstreich." Freitag den 11. Dezember: „Tie Jungfrau von Orleans." Samstag deii 12. Dezember: „Freund Fritz." Sonntag deii 13. Dezember, nachmittags halb 4 Uhr: „Tas Glück im Winkel." Abends 7 Uhr: „Ter blinde Passagier." Aiontag beu 14. Tezember: „Das große Geheimnis." *) Anfang, wenn nicht anders bemerkt, abends um 7 Uhr. •Linie |ie lilfluiuujni. Originaldrah tmeldungcn des Gießener Anzeigers. R. B. Darmstadt, 8. Dez. In der heutigen Sitz- ung der 2. Kammer gab Präsident Haas den Gefühlen innigster Teilnahme zum TodederPrtnzessinElisa- beth Ausdruck und verlas die Vot.fu.Mit des Großherzvgs. Das Haus hatte sich von den Sitzen erhoben; cs beschloß eine Adresse an den Großherzog. Dann beg lück- w ü n s ch t e die Kammer die Alchg. Reinhard und Schönberger zu ihren Jubiläen und den Abg. Möllinger zu seinem 80. GeburtSiage, woraus die Vereidigung der drer neuen Mgg. Tr. Buff Müller und Adelung erfolgte. Dantl wurde aber den Gesetzentwurf bete, das K on- d 0 m i n a t K ü r n b a ch beraten. Ueber den Antrag der Abgg. Baer und Ulrich- die Sache noch einmal an die Kommis sion zurü.ckzuverweisen, wurde die Sitzung bis morgen früh- 9 Uhr vertagt. _____________ Berlin, 8. Dez. Wie der ,Zokal-Anz." erfährt, iff die Verzögerung in der Einbringung- der Novelle zum- Bür senge setz im Reichstage auf den Umstand zurück" zuführen, daß die Fertigstellung der Begründung längere Zeit in Anspruch genommen Hut, als von vorneherein in Aussicht genommen war. S t 0 a h 0 l m, 8. Tezc Bertha v. Suttner erhält den Nobelpreis. Wien, 8. Dez. Hier verlautet, daß Manlicher, der Erfinder des.gegenwärtigen österreichischen Armee-Gewehrs, in Berlin wegen Einführung seines neu erfundenen automatischen Repetiergewehres für die deutsche Armee unterhandelt. . 1 J < Oran, 8. Dez. Infolge der an der algerischen Küste herrschenden Stürme treffen die fälligen Schiffe mit großen Verspätungen ein. Einzelne können die E.nfahrt in den Hafen nicht gewinnen, andere nicht auslausen. — An der Küste beim Fort Tenes ist ein englisches Frachtschiff gescheitert. Die Besatzung wuroe gerettet. New yor k, 8. Dez. Tie Bo tf a)a ft des Präsidenten Roosevelt, mit der der Kongreß der Vereinigten' Staaten eröffnet wurde und welches die dritte Jahresbot- jchaft des Präsidenten ist, unter,cheidet sich von den früheren durch Kürze und Wegfall des 5^inweifes auf die blühenden Jinanzverhältnisje Amerikas. Im Gegen, teil kündigt die Botschaft ein Defizit an uno empfiehlt in der Theorie Sparjamkeit, praktisch fordert sie bo« gegen Budget-Erhöhungen durch Vermehrung der M a r i n e urrd Subventionen für die Handelsflotte. Ferner emvsiehlt die Botschaft Eintreten gegen die sich mehrende Korruption, wie sie in der jüngsten Zen stärler denn je hervocgetreten sei. Schließ lia, rechtfertigt die Botschaft die amerikanische 5:andlungswei,e gelegentlich des Panama-Coups. Telephonischer Kursbericht* l'ranklurt a. 3Va% Reichsanleihe . . 102.20 3f,/;i do. ... 91.55 3x/9% K<*nb018 .... 102.45 3% do.....91.40 Jl/e°/> Hessen .... 101 40 ^1,% OberhessPn . . . 100.00 4% Oesterr. Go.drente . . 102.95 4\6% Oesterr. bilberrente 101.15 496 Ungar, tioldrente . . 100.50 4°/ Italien. Rente , . . 103.60 4*2% Portugieser » . . 64.15 °/ Portugiesen 32.70 1% C. Türaen .... 37.50 l'ürkenlose 144 00 4% Uriech. Monopol.-Anl. 44.95 41 % äussere Argentiner 42 95 14.. 8. Dezemoer 1903. 3u/0 Mexikaner .... 2615 4»/27o Chinesen .... 91.80 Electric, öcluckert . . . 113.50 Nordd Lloyd . . , . 105 70 Kreditaktien .... 217.00 Diskonto-Kommandit. . . 198.00 Darmstädter Bank . t . 148.40 Dresdener Bank .... 159.80 Ber iner Handelsges, . . 166 20 Oesterr. Staate bahn . . . 145.75 Lombarden .... 17.40 Gottharabahn 189.50 Laurailütte ..... 240.70 Bochum ...... 190.00 Harpener 205.60 Tendenz: fest. Alle Frauen sind entzückt davon. Mit Myrrholin Seife und Myrrholm Glycerin war ich sehr zufrieden. Aieiue Frau empfiehlt sie besonders noch als Kinderselse, da ihre gute Wirkung sich gleich bei den ersten Proben geltend macht. Ebenso auch das neu eingeführte Myrrholin Glycerin als gutes Alittel zur Hautpflege. Die Seife benütze ich jetzt schon über em Jahr und kann ich dieselbe jedermann bestens empfehlen. Bürstadt (Hessen). Ph. Fettel, Schlosser. Alan kann nur allen mit empfindlicher Haut, insbesondere auch den Kindern, die Anwendung der Alyrrholin-Präparate (Seife, Glycerin, Puder) besleiis empfehlen. Erhältlich in Apotheken, Drogen- und Seifengeschästen. lieber das Welter soll man nicht reden, jßv aber wenn's gar nicht besser werden will und die Influenza förmlich in der Luft liegt, da ist em Gespräch vom Wetter - doch das Natürlichste. Alle Welt ist erkältet und einer bietet dem andern launig seinen Katarrh an, ohne daß er ” Abnehmer fände. Aber schließlich ist ein Katarrh noch nicht das Schlimmste, eine Schachtel von Fay'S ächte« Sodeuer Miucralpastillen genügt zumeist, auch den stärksten Katarrh zu beseitigen unö der ganze Spaß kostet nur 85 Pig. 6911 Zu prsküschen Weihnachts-Geschenken empfehlen lürzen Kinder- Eäßger-Schürzen von 45 Pfg. bis 3 Mk. Weisse Kinder-Schürzen von 70 Pfg. bis 3.25 Mk. Beform- Einder-Schiirzea Damen- Tändei Schürzen von 25 Pfg. bis 2.80 Alk. Damen-Kleider-Schürzen von 1.85 Bi Wirtschafts- Schürzen mit und ohne Träger von 65 Pfg. bis 4 31k. Servier-Schürzen von 1 Lik. bis 3.20 Lik. Schwarze Damen-Schtirzen von 75 Pfg. bis 6.50 Lik. Reform- Damen-Schürzen Llk. bis 4 — Lik. Seidene, schwarze Damen-Schürzen. Selterswog 20. A. Holterlio^ Sölisae. Seltersweg 20. Versteigerung. Donnerstag den 10. d. Mts., nachmittags 2 Uhr, versteigere ich Al a r k l p 1 a tz 20 1. eine silberne Taschenuhr mit gold. Kette, eine goldene Taschenuhr (Darueir- uhr) mit gold. 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