Zweites Blatt. Dienstag 8. September 1903 153. Jahrgang Nr. 210 Erscheint täglich außer Sonntags. Dem Gießener Anzeiger werden tin Wechsel mit dem besuchen Landwirt die Gietzener Familien» blätter viermal in der Woche beigelegt. Rotationsdruck u. Verlag der Brüh l'sehen Univers.-Buch-«.Stein- drucke rei (Pietsch Erdens Redaktion. Erpedttton und Druckerei: Schnlstraße 7. Adreste für Depeschenr Anzeiger Gießen. Fernsprechanschluß Nr. 51. Ä Bezugöpretör O Ä. ’rf @ monatlich75Ps., viertel. GletzenerAnzeigers ” General-Anzeiger " SS v den poltt. und atigern. Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen MWZ “ *** • vkJ zetgentetl: Han« Beck. Z>ie heutige Mmmer umfaßt 8 Seite». Bekanntmachung. Betr.: Maßregeln zur Abwehr der Maul- und Klauenseuche. Zufolge Verfügung des Großh. Ministeriums des Innern oom 5. l. Mts. werden mit Rücksicht auf das stärkere Auftreten der Maul- und Klauenseuche in den Regierungsbezirken Koblenz und Wiesbaden folgende Maßregeln für den Kreis Gießen angeordnet: 1. Wiederkäuer und Schweine, welche aus den Regierungsbezirken Koblenz und Wiesbaden eingeführt oder auf Viehmärkten, insbesondere auf Schlachtviehmärkten, angekauft wurden und nicht zum Zwecke sofortiger Schlachtung unmittelbar in ein öffentliches oder Privatschlachthaus übergeführt werden, müssen an demjenigen Standorte, an dem sie nach ihrer Einführung in das zu schützende Gebiet oder nach ihrer Wegbringung von dem Viehmarkte zuerst eingestellt werden, mindestens sieben Tage verbleiben und dürfen denselben innerhalb der nächsten 14 Tage (nach Ablauf der siebentägigen Quarantäne) nur verlassen, wenn sie innerhalb jener Kontumazzeit nach dem Zeugnis des Großh. Kreisveterinäramtes keine seuchenverdächtrgen Erscheinungen gezeigt haben. Alle Tiere der genannten Arten, welche mit den der Kontumaz unterstehenden während deren Dauer zusammen in einem Gehöfte untergebracht sind, werden denselben Vorschriften unterworfen. Die vorstehende Anordnung bezieht sich nicht auf solche unverdächtige Tiere, welche an der vom 10.—13. l. Mts. in Gießen stattfindendeu landwirtschaftlichen Ausstellung teilnehmen, jedoch nur unter der Voraussetzung, daß den in den Ausftellungs- bedingungeu enthaltemu, im veterinärpolizeilichen Jutereffe gemachten Vorschriften aufs genaueste entsprochen ist. 2. Alle Tiere, welche den unter 1. enthaltenen Maßnahmen unterworfen sind, müssen unverzüglich der Ortspolizeibehörde und von dieser dem Großh. Kreisoeterinäramt angemeldet werden. Seitens der letztgenannten Behörde wird eine Liste über diese Anmeldungen geführt. 3. Wird zur Ausführung eines der Quarantäne unterworfenen Tieres ein kreisveterinärärztliches Zeugnis verlangt, so hat die Requisition des Großh. Kreisveterinäramtes durch die Ortspolizeibehörde zu erfolgen. 4. Der Handel mit Klauenvieh im Umherziehen wird — vorerst bis zum 1. Dezember l. I. — allgemein untersagt. Dieser Maßregel sind ausnahmslos alte umherziehenden Händler unterworfen; sie ist nicht etwa auf die Herkünfte aus den obengenannten beiden preußischen Regierungsbezirken beschränkt. 5. Bei sämtliche« BLehmärkten innerhalb des Kreises Gießen ist das aufzutreibende Vieh schon vor dem Austrieb auf den Markt einer Besichtigung durch den überwachenden Tierarzt zu unterziehen. Dabei sind seuchenverdächttg befundene Tiere bis zur genaueren Feststellung ihres Zustandes vom Auftrieb auszuschließen und zu separieren. Für geeignete Einrichtungen zum Zweck der vor dem Auftrieb vorzunehmenden Besichtigungen, sowie für Räumlichketten zum Separieren verdächtiger Tiere und für das etwa nötige Aus- sichtsperfonal hat der Unternehmer Sorge zu tragen. Bei Viehmärkten, bei welchen die voraussichtlich aufgetriebene Viehzahl über 500 Stück Großvieh beträgt, ist zur Ueber- wachung des Marktes ein weiterer beamteter Tierarzt oder, falls ein solcher nicht zur Verfügung steht, ein für dieses Geschäft besonders zu verpflichtender praktischer Tierarzt zuzuziehen. Gießen, den 7. September 1903. Großyerzoglia.)es ^creisamr Gießen. I. V.: Dr. Kranzbühler. Gießen, den 7. September 1903. Betr.: Wie oben. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen an sämtliche Ortspolizeibehörden des Kreises. Wir beauftragen Sie, den Befolg der in vorstehender Bekanntmachung enthaltenen Anordnungen zu überwachen und Zuwiderhandlungen zur Anzeige zu bringen. I. B.: Dr. Kranzbühler. Kiu Konflikt lm sozlalvemokratischen Lager. Die Reichsia! s-V.zepräsidentenfrage hat, wie wir schon gestern mitte ilcrT tonnten, im sozialdemokratischen Lager zu einem offenen Konflikt zwischen dem Abg. Bebel und dem „Vo rwärts"->em Zentralorgan der Partei, geführt, der den bevorstehenden Parteitag ausgiebig beschäftigen wird. Bebel hatte in einer Zuschrift an den „Vorwärts" gegen eine von den Genossen in Fürstenwalde gefaßte Resmution polemisiert, in der die Frage der Besetzung der Bizepräfidentenstelle im Reichstag als eine unbedeutende Angelegenheit bezeichnet wurde. Die Angegriffenen verteidigten sich in einer Gegenerklärung, die ebenfalls vom „Vorwärts" veröffentlicht wurde, und in der es an einigen persönlichen Spitzen gegen Bebel nicht fehlte. Zu gleiche'. Zeit druckte das Blatt eine Zuschrift des Abg. Steine ab, u der oie Stellungnahme Bebels zu der Präsidenienwu^ kritisiert wurde. Run beklagte sich Bebel darüber, daß der „Vorwärts" zwei Zuschriften von ihn:, in denen er die Polemik gegen die Fürstenwalder Genossen sortsetzeu und dem Abg. Heine entgegentreten wollte, mit Zustimmung der Vorstandsmitglieder Auer und Gerisch zurückgewiesen hat. Er bezeichnet dies Verhalten seiner Vorstandskollegen als Unglaublich" und führt in dem Leipziger Parteiorgan, wo er seine beiden Erklärungen veröffentlichen läßt, insbesondere gegen Auer folgendes aus: „Das Verhalten Auers tritt in diesem Bevor- mundungsverfahren, das den vollständigen Todjeder Meinungsfreiheitbedeutete, wenn es in der Partei maßgebend werden sollte, noch besonders merkwürdig hervor. Auer hat sich in der letzten Rümmer der Sozial. Monatsh. zum Kritiker über seine Kollegen im Parteivorstand aufgeworfen, die die Resolution, betreffend die Mitarbetterschast an der bürgerlichen Presse, beschlossen hatten, nachdem sie die Frage in zwei Sitzungen eingehend beraten und einstimmig Beschluß gefaßt hatten. Auer selbst war wegen Krankheit damals abwesend. Und derselbe Auer, der sich im Namen der Meinungsfreiheit gegen diese Resolution seiner^ Kolleg er: im Vorstande erklärte, saßt jetzt den Entschluß, seinem Kollegen Bebel den Abdruck zweier Erklärungen im Vorwärts zu verweigern, zu denen Bebel provoziert worden war, natürlich im Parteiinteresse. Unglücklicherweise bekommt diese Motivierung einen etwas eigentümlichen Beigeschmack dadurch^, daß Auer selbst in diesen Einsendungen Bebels sich als Revisionist persönlich getroffen fühlen kann." Bebel beschwert sich sodann in heftigen Ausdrücken über den ihm widerfahrenen „Gewaltakt, für den er auf dem Dresdener Parteitage volle Genugtuung fordern werde. Ausfällig ist die bei dem temperamentvollen alten Herrn in Preßdebatten sonst doch nie wahrzunehmende Gereiztheit des Tones. Selbst die offiziöse „Rordd. Allg. Ztg." hält diesen Konflikt für wichtig genug, um ihn ausführlich, mit allen Einzelheiten, zu schildern, ohne allerdings zur Sache Stellung zu nehmen. Die „Voss. Ztg." schreibt: August Bebel vor den verschlossenen Türen des Parteitempels — das ist ein Bild, von dem wohl niemand außerhalb wie innerhalb der Sozialdemokratte geglaubt hätte, daß es die Zeitgeschichte zeichnen würde. — Die „Voss. Ztg." meint, die r e v i s i o n i st i s ch e Bewegung in der Partei sei so stark geworden, daß sie es wagen durfte, sich gegen die Macht des Parteipapstes aufzulehnen. Mir sind nicht d er Ansicht, daß Bebels Einfluß erschüttert ist. Im Gegentell, ,es konnte nichts mehr der Befestigung des Ansehens Bebels dienen, als dieser überaus ungeschickte Versuch des Vorwärts, Erklärungen des Führers der Öffentlichkeit vorzuenthalten. Jeder, der die zähe Energie uno das heißblütige Temperament Bebels auch nur einigermaßen kennt, mußte sich sagen, daß der Abgewiesene seine Offenherzigkeiten gegen Bernstein und Heine unter allen Umständen publizieren werde, und daß ihm Parteiblätter genug dafür zur Verfügung stehen würden. Herr Heine, so erzählt nämlich Bebel noch, habe in einer Versammlung geäußert: „Bebel sitzt in Küßnacht und schläft und weiß von nichts, um dann plötzlich zu erwachen und loszuschlagen. . ." Dazu bemerkt Bebel: „Hat Heine diese Aeußerung getan, dann erwidere ich ihm, daß, wenn er in den zwer Monaten, seitdem ich hier srtze, auch nur annähernd so viel gearbeitet hat wie ich, er sich für einen sehr fleißigen Mann halten darf. Ich gehe nicht hierher, um auf der Bärenhaut zu liegen, sondern um neben der mir so notwendigen Erholung Arbeiten auszuführen, für die ich in Berlin nicht die nötige Ruhe finden würde." In der am Sonntag abgehaltenen sozialdemokratischen Parteikonferenz für Berlin und die Provinz Brandenburg unterstützte Abg. Stadthagen die Beschwerden Bebels. Ihm trat das Vorstandsmitglied Abg. Gerisch mit folgenden Bemerkungen entgegen: Der Darstellung Stadthagens fehle jeder Schimmer einer Unterlage. In der Marburger Angelegenheit (Unterstützung des Nationalsozialen v. G e r l a ch in der Stichwahl gegen den agrarisch-anttsemitischen Herrn v. Pappenheim) sei der Vorwärts vollständig gerechtferttgt, da er im Einklänge mit einem Beschlüsse des gesamten Parteivorstandes, mit Einschluß Bebels, handelte. Für Stadthagen hatte diese Angelegenheit von dem Augenblick an einen Beigeschmack, als Heine in sie eingriff. (Heiterkeit.) Auch bezüglich des Ausschlusses der Beb-elschen Erllärungen urteilte Stadthagen nicht objektiv. Es sei nicht wahr, wenn behauptet wird, Auer habe die Aufnahme der Bebelschen Erllärungen im Vorwärts hintertrieben. Die erste Bebelsche Angelegenheit, die sich aus die Fürstenwalder Resolution bezogen hat, sei von der Vorwärtsredaktion allein erledigt. Im zweiten Falle habe der Vorwärtsredakteur Eißner die Ansicht von ihm, Gerisch, und Auer eingeholt. Der Redakteur war der Ansicht, daß 'das streittge Thema (Vizepräsident) der alleinigen Beurteilung des Dresdener Parteitages Vorbehalten werden müsse. Die Veröffentlichung der Erklärung in vorliegender Form diene nicht dem Parteiinteresse. Dieser Ansicht hatten Auer und er zugestimmt. Es wäre schlimm, wenn die sozialdemokratischen Redakteure bedingungslos alles aufnehmen müßten, was von einzelnen Genossen geschrieben würde. (Also ein schönes Zeichen von der viel gerühmten Parteidisziplin — der Führer der Partei wird hier mtt jedem xbeliebigen „Genossen" :n einen schmutzigen Tops geworfen!) Ablehnungen seien schon Hunderten wider- sa^en. Bebel selbst habe ost dazu beigettagen, daß einzelne Schriftsätze zurückgewiesen wurden. Er hätte, falls er sich zurückgesetzt fühlte, den Weg zur Preßkommission einschlagen sollen, der jedem Genossen ofsen stehe. Die Redaktion habe lediglich im Interesse der Gesamtpartei gehandelt. Aus dem Dresdener Parteitage werde noch manches zur Sprache kommen, was die Angelegenheit im richtigen Lichte erscheinen lassen werde. Also nun weiß es glücklicherweise die Welt: man will in Dresden wieder mal mancherlei von der eigenen schmutzigen Wäsche waschen vor den Augen der schämigen Menschheit ohne Rücksicht auf die Person und die Sache. Nur immer tapfer voran, wie wilde Auer ochsen! — Schließlich protestirte doch die Konferenz „entschieden dagegen, daß dem Genossen Bebel die Spalten unseres Zenttal- organs verschlossen worden f:n£/'. Es scheint aber, daß Bebel außer diesen Beschwerden noch manches andere aus dem Herzen hat; es heißt, er fühle sich auch sonst zurückgesetzt und sei Machenschaften auf die Spur gekommen, die er schonungslos vor den: Parteitag enthüllen werde. Darnach dürfte eine mehrstündige Anklagerede Bebels in Dresden bevorstehen gegen das vertuschen und Komödie spielen." Die Frage der Bewerbung um das Vizepräsidium im Reichstag tritt gegen diesen persönlichen Rieinungsaustausch in den Hintergrund. Die konservative „Kreuz- ztg." hält Bebel mit seinen eigenen Waffen geschlagen. Dieses Bevormundungsverfahren )ei ja in der Sozialdemokratie längst maßgebend, Bebel selbst habe es ost angewendet. Nun habe ihn das ttagikomische Schicksal bettoffen, daß er in seiner Meinungsfreiheit von Parte: wegen beschränkt worden ist. An einem Bruch glaubt aber weder die „Kreuz- ztg." noch die „Nationalztg." Das sprichwörtliche Glück der Sozialdemokratte werde, so bemerkt die „Rattonalztg.", leider schon dafür sorgen, daß „im letzten Augenblick irgend ein großes Ungeschick aus dem bürgerlichen Lager oder aus behördlichen Kreisen das Zurückdrängen der Gegensätze erleichtert." Deutsches Keich. Berlin, 7. Sept. In der Gegend von Merseburg haben heute die Ka i s e r m a növ e r des 4., 11., 12. und 19. Armeekorps begonnen. Die beiden Armeeabteilungen Rot und Blau trafen in der Gegend von Weißenfels zusammen. Die westliche, rote Armee wurde zurückgeschlagen, während die Ostarmee Blau die Offensive sortzetzt. Der Kaiser hielt mit der Manöverleitung auf dem Posenberg. Er verblieb im Manövergelände in Gosek, westlich von Weißenfels. — Durch das persönliche Eingreifen des Kaisers wurde, wie heute aus Leipzig gemeldet wird, gelegentlich der Rückkehr der Truppen zum Paradefelde bei Lindenthal eine Katastrophe verhütet, die zweifellos schwere Folgen hätte nach sich ziehen müssen. Als der Kaiser mit dem König Georg nach Beendigung der Parade an der Spitze der Truppen vom Exerzierplätze abritt, hatte sich längs des Weges eine vieltausendköpfige Menge ausgestellt, welche beide Monarchen mit Tücherschwenken und Hochrufen begrüßte. Hierdurch wurden einige Pferde einer spalierbildenden Ulanenabteilung unruhig. Da der Kaiser und die übrigen Fürstlichkeiten inzwischen nahe bei der gefährdeten Stelle angelangt waren, so drängten die Ulanen ihre Rosse in die dichten Reihen der dahinterstehenden, sich nach vorn schiebenden Zuschauer. Durch dieses gewaltsame Rückwärtsdrängen wurden die Tiere aber nur noch aufgeregter, sie bäumten sich zum großen Schreck der Nächststehenden hoch auf und schlugen aus. Der Kaffer, der die dem Publikum drohende schwere Gefahr erkannt hatte, hielt einen Moment an und befahl den betreffenden Ulanen, sich nnverzügttch ihm anzuschließen und mit ihm abzureiten. Nachdem dies geschehen, setzte der Monarch an der Spitze des Zuges seinen Ritt zur Stadt fort. — Die Kaiserin empfing heute mittag im Ober- präsidial-Gebäude zu Magdeburg die Damen des land- ständischen Adels und des höheren Beamtentums. Später besuchte sie die Anstalt Vogelsang. — Der „Reichsanz." veröffentlicht die Verleihung des Großkreuzes des Roten Adlerordens an den Luxemburgischen Staatsminister E y s ch e n. — Der neue Marineetat-Voranschlag hält sich entgegen anders lautenden Meldungen mit seiner Gesamtforderung innerhalb der gesetzlich fest gelegten Jahres quote. — Das endgiltige Resultat der Reichstagsersatz wähl in Dessau-Zerbst ist nach der amtlichen Feststellung wie folgt: Schrader (Fr. Vg.) 11083, Schirmer (Kons.) 3494, Kappler findet am nächsten Freitag start. — Ein Verband polnischer kauf m ä n n i scher Vereine in Preußen ist in der Bildung begriffen. Der Verband bezweckt gegenseitige Unterstützung polnischer Kaufleute, die Vermittlung polnischer Angestellter und die Bevorzugung nationaler Einkaufsquellen. Keer und Klotte. Kuxhaven, 7. Sept. Das zweite Geschwader der Manöverflotte auf dem Marsch von Norwegen nach Kiel landete gestern bei Kuxhaven zwei durch eine Sturzsee schwer verletzteMatrosen; zwei andere Personen wurden am Samstag bei Stavanger von einer Sturzsee über Bord gespült und ertranken. — Wirkungen der Hitze im Heer und Mißhandlungen. Auf den Märschen und bei den Manövern haben sich in den letzten heißen Tagen so viele Unfälle ereignet, daß der preuß. Kriegsminister den Korpsbefehlshabern die Weisung erteilt hat, alle Märsche und Manöver einzustellen, wenn Fälle von Sonnenstich zu gewärtigen sind, die Märsche m den frühen Morgenstunden ausführen und die Truppen nicht über sechs Stunden täglich üben zu lasten. Verschiedene Todesfälle sind vorgekommen. Bei der Manöverübung bei Ortelsburg in Ostpreußen sind ein Jäger und ein Ulan an Hitz schlag gestorben, ein Jäger und dre; Manen schwer erkrankt. Außerdem sind eine Anzahl Soldaten in ärztliche Behandlung gegeben morden. Gleichzeitig mehren sich auch die Meldungen über an bete leidige Vorkommnisse, hier Mißhandlung von Soldaten und dort Mangel an Sorgfalt von Seiten der Militärärzte gegenüber kranken Leuten. In der französischen Stadt Lille ging baß so weit, daß ein Unteroffizier sich erschoß, weil der Militärarzt, den er wegen eines Fußleidens bat, chm ein paar Tage Ruhe zu verschreiben, ihn mit der N^e entließ: „Konsultation ohne Strafe!" Das will heißen, daß der Kranke das nächste mal eine Disziplinarstrafe zu gewärtigen hätte, wenn er wieder ohne genügenden Grund ärztliche Hilfe in Anspruch nehme. Politische Tagesschau. Zum Luthertoast des Kaisers. Der Kaiser hatte bekanntlich im Ständehanse zu Merse- bnrg von Luther als ,>em größten deutschen Manne" gesprochen, ,^er in Wittenberg für die ganze Welt die größte befreiende Tat geitan hat und die Schläge seines Hauuners aufweckend über die deutschen Gefilde schalten ließ". Dazu schreibt die klerikale „Köln. VolksM.": Der Kaiser hat durch seine Rooe in Merseburg den protestantischen Theologen gezeigt, daß man den Dr. Luther und die Reformation in der schwungvollsten Weise preisen kann, ohne die Empfindungen der Katholiken zu verletzen. Bisher wurde das immer bestritten; die Herren suchten alles Ernstes nachzuweisen, ohne Beschimpfung der katholischen Kircl)e lasse sich Luthers Lob nicht fingen. Wenn sie in der Weise des Kaisers die Reformation feiern, so wird kein Katholik etwas dagegen zu erinnern haben. Die Verschiedenheit der Auffassungen nruß als etwas Gegebenes hingenommen werden; von beiden Seiten haben wir mit der Tatsache zu rechnen, daß man dort in Luther den Mann sieht, der seinen Anhängern den Weg der Wahrheit gezeigt habe, während man hier der Ansicht ist, daß er sie in die Irre geführt. Wir werden es wohl nicht erleben, daß einer der beiden Teile seine Ansicht aufgiebt; aber wir möchten es erleben, daß die Vertretung der eigenen Anschauung hinfort ohne Beschimpfung des Gegenparts geschehe. Wo dagegen — ganz vereinzelt — von katholischen Seite gesündigt ist, haben wir es stets gerügt, aber wir möchten hoffen, daß man auch auf der anbern Seite endlich lernt, sich duldsamer auszudrücten. Der Kaiser hat gezeigt, dag man, ohne von der protestantischen Auffassung ein Tüttelchen preiszugeben, in der Beurteilung der Reformation doch eine Beleidigung der Katholiken vermeiden kann- Diese Mildernd Versöhnlichkeit des großen rheinischen Zentrumsblattes ist außerordentlich charakteristisch für das Verhalten der „führenden" Partei gegenüber dem neuesten Kurse. Da die Reichsregierung Pas Zentrum jetzt mit so überaus zarten Sammetpfötchen anfaßt und mit Aengsb- lichkeit darauf sieht, daß dem Zentrum ja kein weißes Kieselsteinchen auf den schwarzen Weg gelegt werde, erweist si ch' nun das Zentrum dankbar dafür und geht mit jungfräulicher Sanftmut über die neueste überraschende Stegreif- rede dü Kaisers hinweg. Hoffentlich ist diese zarte Sanftheit von Dauer uub hält in arideren Zeiten anderen Worten gegenüber gleichen Stand. Ausland. London, 7. Sept. Wie es heißt, beabsichtigt der Kriegsmini st pr infolge des Ergebnisses der Untersuchung über den Transvaalkrieg seine Demission zu geben. Ebenso sollen einige andere Kabinetts- mitglieder entschlossen jein, gleichfalls von chren Posten zurückzutreten, weil sie, wie zahlreiche industrielle Vereinigungen, die Zollpläne Chamberlains nicht zu billigen vermögen. Amsterdam, 7. Sept Panglima Polim und Razzia Keumala haben süh der niederländischen Regierung unterworfen. Damit ist der Atchin-Krieg beendet. Brüssel, 7. Sept König Leopold hat in der Angelegenheit des Kongo st aates in Paris nicht den erwünschten Beistand gesunden. Es heißt, Frankreich werde zwar keine Feindseligkeiten gegen den Kongo dulden, aber auch nicht gegen die von mehreren Mächten geplante Enquete über Mißhandlungen Eingeborener und Verletzung der Handelsfreiheit opponieren. Einer Antwerpener Vield- ung zufolge soll die Kongoregierung beschlossen haben, die Ostgrenze des Kongostaates befestigen und zu diesem Zweck bereits bei Krupp Panzertürme unb schwere Artillerie bestellt haben. Rom, 7. Sept Der Zar wird den P a p st b e s u ch von .der russischen Botschaft aus antreten. (Also nicht wie König Eduard, sondern wie Kaiser Wilhelnt) Aon der neuen serbischen Hsstztersverschwörung liegen heute folgende Meldungen vor, die ein recht verworrenes Bild von den Zuständen im Lande des einst „roten" Königs Peter entrollen: Tie Häupter der Verschwörung vom 11. Juni halten täglich Beratungen ab, die mit den Minister-Konferenzen parallel laufen und auf diese einen verhängnisvollen Einfluß ausüben. Von einigen Kabinetts-Mitgliedern, die von der Ermordung des Königs Alexander wußten, werden sie offenkundig unterstützt. Die übrigen Minister stehen unter chrem Terrorismus. König Peter wagt es gleichfalls nicht, gegen sre energisch auszutreten. Es steht fest, daß sich von den 1300 serbischen Offtzieren über 900 der Aktion gegen die ^rschwörer angeschlossen haben. Die ehemaligen Verschwörer fordern die Verhaftung des Generals Magdale- nitsch, der in der Armee großen Einfluß besitzt und des früheren Krregsministers Wastitsch. Tie E n t h e b u n g des verdächtigen Divisionskommandeurs in Nisch, Generals 2 a n k o w i t s ch, der sich bisher weigerte, sein Kommando abzugeben, wurde beschlossen und wird, wenn nötig, mit Gewalt durchgeführt werden. An seine Stelle soll General Tjuknitsch treten, der cm der Verschwörung vom 11 Juni beteiligt ist. ö Tie Gerüchte von einem Attentat, das gegen den König Peter versucht sein soll, werden offiziös als vollkommen unbegründet bezeichnet. Aber der Minister des Innern erhielt die Mitteilung, die Verschwörer hätten General Ma gd alenitsch, Oberst Wasitsch Chefdes Preßburcaus nnd zwei Jo urnaHft^ zum Tove verurteilt. Tie Lage sei kritisch Der König erhalte, so wird pdbcu gemeldet, täglich Trob - triefe. Cr äußerte, er befinoe sich in emer s u r ch t b a r e n Situation. Das Komplott der Lssiziere ,oll sieb orrekt gegen den König gerichtet haben, dies werde ledoch ängstlich geheim gehalten. Amtlich wird erklärt daß der Divisionskommandeur General Jankowitsch auf eigenes Ansuchen pensioniert sei. In Nisch sind wieder mehrere jüngere Offiziere verhaftet worden. Iayressest des Kesstschen Zweigs der Südwest- deutschen Konferenz für Innere Mission. (Original-Bericht des „Gieß. Anz.") Pm. Darmstadt, 7. Sept. Das Fest begann gestern abend mit einem Festgottesdienst in der Stadtkirche, der durch die Mitwirkung des Posaunenchors der hiesigen christlichen Vereine junger Männer und des K'irchengesangvereins der Martinsgemeinde geschmückt war. Die Festpredigt hielt Stadtpfarrer Mühlhäuser aus Karlsruhe über Mre. 6, 34—44 und zeigte „Christus mitten unter der Masse des Volkes", wie er auch heute noch von seinen Jüngern verlangt, daß sie unter das Volk gehen und arbeiten. 1. Er drückt ihnen den Stachel ins Herz: Gebt ihr ihnen zu essen. 2. Er füllt ihnen die Hände. Ein sehr zahlreich besuchter Farnilienabeud versammelte die Festgenossen im „Kaisersaal", wobei Pfarrer Wahl-Langen einen sehr anregenden Vortrag über „Stadt mrd Land in kulturgeschichtlicher und sozialer Beziehung" hielt. Heute morgen tagte die Versammlung im Gemeindehause der Martinsgemeinde. Um 9 Uhr fand zuerst eine Sitzung des Vorstandes mit den Shnodaivertreteru und Agenten statt, wobei besonders über Volkslektüre und Volksbibliotheken verhandelt wurde. Die Jahresversammlung wurde durch eine von Herrn: Prälat D. Walz gehaltene Morgenandacht eröffnet. Alsdann erstattete der Vorsitzende, Professor Weimer, den Jahresbericht, aus dem wir u. a. entnehmen, daß die drei in den letzten Jahren begründeten Anstalten zur Erziehung der verwahrlosten konfirmierten Jugend gut gedeihen. Tie landwirtschaftliche Anstalt Aumühle bei Darmstadt zählt 60 Zöglinge, darunter 23 aus Hessen, das Lehrlingshecm in Dillenburg 80 Zöglinge, darunter 16 Hessen, das Fraueuheim Eiten heim zu Frankfurt 60 Zöglinge, darunter 28 aus Hessen. Die Epileptischenanstalt in Nieder-Ramstadt ist nun ausgebaut und beherbergt an 80 Zöglinge. Tas geplante Halten von Vorträgen in Stadt und Land ist für ben Winter vorgesehen. Tw Gesamteinnahmen betrugen 10 966,04 Mk., die Ausgaben 10 434,69 Mk. Den Mittelpunkt bildete der Vortrag des Pfarrers Kops er mann ans Dreckenheim über „Die Arbeit an der Jugend auf dem Land e". Die Arbeit an der Jugend auf dem Lande, so führte er aus, ist ebenso nötig, wie die an der städtischen Jugend. Sitte und Tracht sind in Verbindung mit dem Dialekt Bollwerk gewesen, die den Bauer als ein eigenartiges Stück unseres Volkstums vor dem Eindringen übler Einflüsse bewahrten. Jetzt flutet mit Macht städtisches Wesen oder vielmehr Unwesen ein. Auch die Erwerbsverhältnisse haben sich gewaltig verändert, schon die schulentlassene Jugend hilft zum Unterhalt beitragen, und nimmt sich dafür das Recht heraus, die Autorität der Eltern zu ignorieren. Das Familienleben fehlt überhaupt vielfach. Dafür hat die Gesellschaft umso gewaltigeren Einfluß. Wenn auch vielleicht die ländliche Jugend mehr naiv roh, nicht so raffiniert ist, wie die städtische; es ist bitter not, daß an ihr gearbeitet wird. Aber es ist auch ganz besonders schwer, daß an ihr gearbeitet wird. Einmal fehlt es an den Personen, die arbeiten können. Gewiß ist es des Pfarrers Pflicht, zu tun, was er kann. Aber zumal Sonntags ist er besonders in Anspruch genommen und nicht jeder taugt für die Arbeit, für die es in der Stadt auch mancherlei Helfer gibt, die auf dem Lande Raritäten sind. Es fehlt aber auch an den Personen, die an sich arbeiten lassen. Die Kreise in der Stadt sind größer, der Einzelne verschwindet mehr, ist auch von Jugend auf an eine gewisse Selbständigkeit gewohnt. Auf dem Lande ist die Jugend eine geschlossene Masse, von der den Einzelnen loszulösen fast ein Ding der Unmöglichkeit ist. Es scheut sich jeder, gegen den Strom zu schwimmen. Schließlich fehlt es an Lokalen. Es sollten auch auf dem Lande Gemeindehäuser gebaut werden, wie es hier und da geschehen ist. Hier könnte, ein Mittelpunkt für alle Werke der inneren Misiion geschaffen werden. Trotzdem muß man mit allen Mitteln darnach streben, irgend eine Art der Beeinflussung der Jugend zu ermöglichen. Sehr zu warnen ist dabei vor bloßer Uebertragung der in der Stadt bewährten Formen der Arbeit. Nicht überall werden sich Jünglings- und Jungfrauenvereine gründen und erhalten lassen, noch weniger der „Jugendbund für entschiedenes Christentum", eher schon die jetzt rasch sich verbreitenden „Jugendklubs". Tas Beste ist wohl, zunächst eine kleine Zahl von Konfirmierten ohne feste Form zu sammeln und daraus allmählich auch von unten auf den „Verein" re. wachsen zu lassen. Die Mittel, die gesammelte Jugend zusammen zu halten, sind im großen und ganzen dieselben, wie m der Stadt. Auf dem Lande ist vor allem nötig die Gewinnung des Vertrauens der Eltern und der Kinder, auch Aufklärung über die Erziehungsarbeit. Trotz aller Schwierigkeiten muß die Arbeit getan werden. In der sich anschließenden Diskussion wurden die Schwierigkeiten, die Ausgaben und Mittel der Jugendfürsorge von verschiedenen Seiten eingehend besprochen. Namentlich wurde auch auf die Möglichkeit hingewiesen, an die männliche Jugend durch die Männer heranzukommen. Neben manchen entmutigenden Erfahrungen konnte doch auch von recht schönen Erfolgen berichtet werden. Schließlich wurde folgender Antrag von Pfarrer Widmann einstimmig angenommen: Der zu Darmstadt versammelte hessische Zweig der süd- westdeutschen Konferenz für innere Mission richtet an Großh. Ministerium des Innern die Bitte, die Arbeit der Jugend- sürsorge zu unterstützen durch nachdrückliche Empfehlung derselben bei den Großh. Kreisämtern und Gemeindevorständen in Stadt und Land, insbesondere den letzteren die Bereitstellung von Geldmitteln und Ueberlassung geeigneter Lokale zur Pflicht zu machen. Aus Studl und Kund. Gießen, den 8. September 1903. Nachrichten über bemerkenswerte Vorkommnisse in Stadt und Land werden stets gern entgegengenommen und angemessen honoriert! ** S. K. H. der Großherzog haben am 5. September d. Js. der am 13. August 1903 durch die Stadtverordnetenversammlung zu Offenbach erfolgten Wahl des Stadtrats Karl Hermann David Zopfs zu Aue zum zweiten besoldeten Beigeordneten der Stadt Offenbach die Bestätigung erteilt. L. U. Am 21. September d. Js. beginnen in Berlin die Beratungen oes Internationalen Statistischen Instituts und dauern brs zum Ende der vierten Septemberwoche. An der Tagung nimmt als Vertreter der Hessischen Landesuniversität auf besondere Einladung der Reichsregierung Herr Professor Dr. M. Biermer teil. L. U. Nach einer kürzlich eingelaufenen Mitteilung des Reichskanzlers wird sich das Deutsche Reich auf der Weltausstellung in St. Louis im Jahre 1904 durch em groß angelegtes Werk über das deutsche Unterrichtswesen, das namentlich auch die Universitätsverhältnisse zur Darstellung bringt, beteiligen. Die Oberleitung für die Abfassung dieser Monographie ist dem Preußischen Kultusministerium übertragen worden. Die Universität Gießen bearbeitet der hiesige Nationalökonom Herr Professor Dr. M. Biermer. * * Von der landwirtschaftlichen Ausstellung. Die Feuer-, Unfall- und Haftpflicht-Versicherungen für die Ausstellung wurden vom Versicherungs-Ausschuß mit der Thuringia in Erfurt abgeschlossen, welche übrigens am 19. d. Mts. die Feier ihres 50jährigen Bestehens begeht. Der Abschluß erfolgte durch den hiesigen General-Agent Otto Pickert. — Die offizielle Festpostkarte, die im Verlage von Ernst Balser erschienen und uns heute vorgelegt worden ist, wird sicherlich allgemeines Lob finden, da sie sehr geschmackvoll ausgeführt und durchaus keine sogenannte „Kerwekarte" ist. Eine ' hübsche Ansicht von der Stadt, em nicht minder nettes Bild einiger Bäuerinnen in der oberhessischen Tracht sowie die Abbildungen etlicher landwirtschaftlicher Tiere sind darauf recht wirkungsvoll gruppiert. — Von morgen ab wird, wie der geschäftsführende Ausschuß heute bekannt macht, der Ausstellungsplatz allen denen, die dort keine Geschäfte zu erledigen haben, verschlossen sein. Am Sonntag, den 13. d. M. beträgt der Eintrittspreis zum Platz von 6 Uhr abends ab 20 Pfennige. * * Das 24. Dragoner-Regiment aus Darmstadt ist auf seinem Manöverzug heute früh durch unsere Stadt gekommen und in einige umliegende Ortschaften einquartterl worben. * * Sänger-Ehrenpreis. Die Rheinische Bierbrauern Mainz übersandte dem Maschinenbauer-Gesangverein gestern einen sehr wertvollen Kunstgegenstand als Ehrenpreis zu dem im kommenden Jahre zu Pfingsten stattfindenden nationalen Gesangs-Wettstreit. — Buchdruckereibesitzer Nitschkowsky übersandte ebenfalls einen sehr wertvollen Ehrenpreis. Beide Ehrengaben sollen demnächst ausgestellt werden. * * Die theoreti sche Meisterprüfungen für die Provinz Oberhessen nahmen am 7. September ihren Anfang und dauern bis zum 23. d. M., ausgeschlossen jeder Sonntag. Beteiligt sind hierbei 17 Schreiner, 3 Glaser, 9 Metzger, 3 Bäcker, 3 Schuhmacher, 3 Schornsteinfeger, 15 Maurer, 7 Zimmerleute, 6 Wagner, 7 Weißbinder, 3 Steinmetzen, 2 Dachdecker, 2 Schlosser, 3 Spengler, 1 Kupferschmied, 1 Mechaniker, 1 Drechsler, 1 Schneider, 1 Pflästerer, 2 Sattler und 1 Imker. Interessenten steht es frei, den Prüfungen beizuwohnen. Die Prüfungen dauern- von morgens 9—12 und von 2—6 Uhr. n. Groß-Felda, 7. Sept. Gestern abend fand in der Weiffenbachschen Wirtschaft hier zu Ehren des nach Pohl- göns versetzten Dekans Wörißhosfer ein Abschiedsessen statt, das bei sehr starker Beteiligung aus dem ganzen Kirchspiel einen überaus schönen und erhebenden Verlauf nahm. Apotheker Gerber begrüßte die Festversammlung und brachte ein von echt patriotischem Geiste getragenes Hoch auf Kaiser und Großherzog aus. Im Namen des Kirchspiels Groß-Felda-Windhausen hielt hierauf Lehrer Neeb eine längere Ansprache an den Gefeierten, worin er dessen 24jährige segensreiche Wirksamkeit am hiesigen Orte in warmen Worten der Anerkennung und des Dankes schilderte. Landwirt H. Neeb von hier erfreute die Versammlung durch eine poetische Gabe, worin er der treuen Liebe der Gemeinden einen sinnig-schönen Ausdruck verlieh. Hierauf brachte ein ehemaliger Schüler des Herrn Dekans, stud. phil. Rühl, in schwungvollen Worten einen mit großer Begeisterung aufgenommenen Trinkspruch auf die Familie des Gefeierten aus. In bewegten, oft von Humor durchwehten Worten dankte Dekan Wörißhosfer allen Teilnehmern und Rednern des festlichen Abends und schloß mit einem Hoch auf die gemeinsame Heimat. Noch mancher Trinkspruch in Ernst und Scherz wurde vernommen und auf eine Anregung des Herrn Haberkorn-Windhausen für die Wasserbeschädigten in Schlesien eine Tellersammlung veranstaltet, die ein ansehnliches Ergebnis hatte. Spät erst trennten sich die Teilnehmer des so schön und würdig verlaufenen Festes. Frankfurt, 7. Sept. Die vier Leichen, die Samstag aus dem Main geländet worden sind, wurden als der Arbeiter Kefer aus Eckenheim, dessen Frau und Kinder rekognosziert. Die Frau war wegen Mißhandlung der Kinder zu einer längeren Gefängnisstrafe verurteilt worden und hatte vor kurzer Zeit wegen desselben Vergehens eine neue Vorladung erhalten. Die Furcht vor neuer Strafe dürfte der Grund gewesen sein, daß die Familie den gemeinsamen Tod in den Fluten suchte. — Am 25. und 26. Oktober findet hier der 1. Vat erländische Arbeiterkongreß statt. — Aus dem Rückweg von einem Automobil-Ausflug nach der Saalburg, welchen der Teilhaber der Motoren- und Maschinen-Agentur A. Bollin, Heinrich Bollin, nut feinem Sohne und einem Neffen gestern unternommen hatte, verlor der Führer die Herrschaft über das Gefährt, der Wagen schlug um und die Insassen wurden herausgeschleudert. Bollin erlitt einen Arm- und Beinbruch, ein Knabe eine Gehirnerschütterung, auch der Führer trug Verletzungen davon, während der andere Knabe mit dem Schrecken davonkam. Dermischlrs. e Dortmund, 7. Sept. In Königsbor,, verhaftete die Polizei drei Kurgäste, in deren Zimmer man m einem verschlossenen Behälter eine vollständig in Verwesung übergegangene Kindesleiche fand. ' Acichen, 8. Sept. Der Bursche eines hiesigen Majors legte beim Gewehrceinigcn die Waffe auf ein Dienstmädchen an, m dein Glauben, das Gewehr sei nicht geladen und schoß. Das Mädchen stürzte t o t zu Boden. ‘ Magdeburg, 7. Sept. Aus Licbesgram war»f sich heute nachmittag die 19jährige Tochter des Sekretärs Werner auf der Strecke Alagdebürg—Sudenburg vor einen Personenzug und wurde gräßlich verstümmelt Die Auflösung ihres Verlöbnisses mit einem Schlosser soll die Veranlassung zum Selbstmorde sein. * Danzig, 7. Sept. Hier erregt die Verhaftung des Gerichtsaktuars Schulz vom Landgericht großes Aufsehen. Mit ihm zugleich wurde ein Buch bind er - meister, der bisher die Aktenheftung beim Landgericht besorgte, in Untersuchungshaft genommen. Die Verhafteten werden der Unterschlagung von Akten eines in Werder wohnenden Restaurateurs beschuldigt. ♦ Schwere Gewitter haben im Westen und Norden Deutschlands großes Unheil angerichtet. Im Wuppertal sind die Verwüstungen besonders groß. Sehr heftige Gewitter gingen über Lübeck, Holstein, Mecklenburg und Lauenburg nieder. * Der Streit um die Montblanc-Bahn. Die ,Basler Ztg." meldet: Zwischen den beiden oberen Arvegemeinden St. Gervais und Chamounix besteht eine Rivalität, die sich natürlich auch in der Eisenbahnpolitik bemerkbar macht. Gegenwärtig streitet man sich um die Eisenbahn auf den Montblanc. Da eine solche von Chamounix aus schlechterdings nicht geführt werden kann, so wollen die Bewohner von Chamounix die Gemeinde Les Houches zum Ausgangs» punkt wählen. Für die Einwohner von Gervais besteht indes dieser Grund nicht, und so schlugen sie eine direkte Linie zur Aiguille du Goutes und der Montblancspitze vor. Darob großer Zorn in Chamounix, das nunmehr einen Verein zur Wahrung seiner Interessen gegründet und bereits einen geharnischten Einspruch gegen das Projekt von St. Gervais ab- gesaßt hat. Kunst und Wissenschaft. R. B. Darmstadt, 7. Sept. Unser Hoftheater hat nach dem Beispiel der großen Berliner Bühnen die Gepflogenheit angenommen, die neue Saison nicht mit einem sogenannten Schlager zu eröffnen, sondern, wie der Geschäftsmann, einfach das zu bieten, was „gerade am Lager" ist. So bekam man gestern zur Eröffnung Verdis „A'ida" zu hören und zwar, mit einer Ausnahme, in der alten Besetzung. Die Partie der Ammaries wurde zum ersten mal von Frau Tollt gesungen. Die Künstlerin hatte im Anfang einige Schwierigkeit, in den tieferen Lagen dem Orchester gegenüber Stand zu halten, aber allmählich kam Kraft und Feuer in das wohllautende Organ und m der großen Szene mit Aida im vierten Akte zeigte es sich sieghaft in seiner vollen Schönheit. Den Rhadamar sang diesmal Herr Speemann, deffen große, prächtige Stimmmittel die Partie sehr gut beherrschten. Auch Frau Kaschowska (Aida) und die Herren Weber (Amanasro) und Riechmann (Ober- priester) lösten ihre Ausgabe in bester Weise. Das Publikum schien von der Auswahl der ersten Oper in der neuen Spielzeit nicht sonderlich entzückt zu sein, wie das nur spärlich besetzte Haus und der ziemlich matte Beifall erkennen ließen. HanSel und Verkehr. Volkswirtschaft. Berliner Börse vom 7. September 1903. (Mitgeteilt von der Bank für Handel und Privat-Diskont 3% Prozent. Anfangs- Oest. Kredit.... 203.10 Deutsche Bank . . . 211.60 Darmstädter Bank . . 136.30 Bochumer Guß . . . 186.25 Harpener Bergbau . . 180.90 Schluß-Tendenz: fest. Märkte. Industrie, Gießen.) u. Schlußkurse. 203.50 211.60 136.50 187.50 181.00 Gießen, 7. Sept. Bei dem am 1. und 2. September ab- gehaltenen B i e h m a r k t waren aufgetrieben 1391 Stück Rindvieh. — Der nächste Rindviehmarkt ftndet nicht am 14., 15. und 16. September, sondern am 29. «nd 30. September, und zwar auf dem Vrehmarktplah an der Rodheimerstraße statt. — Am 14. September ftndet auf dem Trieb nur Pferdemarkt statt. Gießen, 8. S^pt. Marktbericht. Auf heuttg em Wo eben markt kosteten: Butter pr. Pfd. 1,10—1,20 Ml., Hühnereier 1 St. 7—0 Pfg., 2 Stck. 00—00 Pfg., Gänseeier 12—13 Pfg., Enteneier 8—0 Pfg., Käse vr.Stck.5-^Pf^Käsematte2Stck.b—6Pfg., Erbsen pr. Liter 21 Pfg., Lmsen pr. Liter 32 Pfg., Tauben pr.Paar 0,70—1,00Mk^ Hübner pr. St. 1,30—1,80 ölt, Hähne pr. Stück 0,70—1,50 All., Enten pr. Stück 1,80—2,40 9JIL, Gänse pr. Pfd. 00-00 Pfg., Ochsenfleisch pr. Pfund 68—78 Pfg., Kuh- und Rindfleisch pr. Pfund 60—66 Pfg., Schweinefleisch pr. Psturd 66—76 Pfg^ Schweinefleisch, gesalzen, pr. Pfund 80 Pfg. Kalbfleisch pr. Pfd. 68—74 Pfg., Hammelfleisch pr. Pfund 56—74 Pfg., Kartoffeln pr. 100 Kgr. 5,50—7,50 Mk., Weißkraut per Stück 00—00 Pfg., Zwiebeln pr. Zentrier 5,50—6,50 Alk., Milch per Ltter 18 Pfg. Kirschen per Pfd. 3g—40 Pfg., Aepfel per Pfd. 0-00 Pfg., m Korben 00-00 Pfg. Trauben 00—00 Pfg. Meteorologische Beobachtungen der Station Gießen. 7. .9 <55 • to 93 W. Wetter 93 WNW. 77 i NW. Bed. Himmel Bed. Himmel Bed. Himmel 12,2 11,6 9,2 750,6 753,4 754,0 18,6 14,7 11,2 9“ § Xv J5 CD K CD September 1903. Höchste Temperatur am 6.-7. Sept. 19,5° C. Niedrigste „ , 6. „ 7. , 14,4" C. Verlauf der Witterung von Sonntag bis Montag. Das am Samstag nördlich Irland lagernde Tief ist abgezogen, während ihm ein neues folgt. Dasselbe verursachte gestern, Sormtag, vorübergehend Bewölkung, in den nördlichsten Gebietsteilen Gewitter. Heute, Montag, liegt wieder ein Teiltief über unserm Gebiet und verursacht kräftige Bewölkung. Das im Osten lagernde Hoch ist etwas geschwächt, doch hat sich im Südwesten ein starkes Hoch ausgebildet, so daß bald wieder heileres ivarmes Wetter eintreten dürfte. A. Pepp ler. Neueste Melouuueu. Origirraldrahtrneldrurgen des Gießener Anzeigers. Berlin, 8. Sept. Die Pr e ß k o m m is s i o n des Vorwärts veröffentlicht in diesem eine Erklärung, in welcher sie das Verhalten der Redaktion in der bekannten Bebelschen Angelegenheit mißbilligt. Wenn Bebel die bestehenden Instanzen angerusen hätte, wäre eine Verständigung herbeigeführt worden. — Im Anschluß hieran erklärt die für die Angelegenheit verantwortliche Redaktion, daß sie diesen Beschluß der Preßkommission schon deshalb nicht acceptieren könne, weil die Zuschrift Bebels über die Fürstenwalder Resolution gar nicht abgelehnt, sondern dieser nur um eine Abänderung ersuche worden sei. Berlin, 8. Sept. Am 10. und 11. Oktober wird ini Berlin die General-Versammlung des Wahlvereins der Liberalen zusammentreten, um die organisatorischen Konsequenzen, die sich aus dem Anschluß der National sozialen an die frei sinn ige Vereinigung ergeben, zu ziehen. Außerdem wird auf diesem Parteitage zur Erörterung kommen, welche grundsätzliche Haltung zu der Frage deA Zusammenwirkens mit der Soziat- demokratie bei den preußischen Landtagswahlen eingenommen werden soll. Ilmenau, 8. Sept. In dem Schwarzburg^Sonders- hausen'scheu Dorfe Pennewitz-Gehren brach gestern nachmittag Feuer aus, das bei dem herrschenden Sturm so schnell um sich griff, daß im Verlauf einer Stunde 30 Wohnhäuser in Flammen standen. Bei den Löscharbeiten fehlte Wasser. Bis 8 Uhr abends, da das Feuer auf seinen Herd beschränkt war, waren 44 Wohnhäuser und 44 Nebengebäude vp llig niedergebrannt. Menschen sind nicht umgekommen. 60 Familien sind obdachlos. Das Feuer soll durch Kinder veranlaßt worden sein, die mit Streichhölzern spielten. Paris, 8. Sept. Im Seebade Trouville ist die durch ihre Schönheit bekannte Tochter des Sportsmann Hal- bronn im Seebade ertrunken. Ein Bademeister, der sie retten wollte, wurde als Leiche an Land gebracht. — Unter dem Verdacht des Gatten- und Schwe st ermord es wurde in Paris eine 24jahrige Frau Galtier verhaftet. Es handelt sich dabei um die Enthebung einer sehr beträchtlichen Versicherungssumme. Belgrad, 8. Sept. Ter erste Offizier der Belgrader Garnison, OberleutnantLontkiewitsch, ehemaliger Ordonnanz-Offizier des Königs Alexander, wurde verhaftet. Der MinisterdesJnnern, Kaljewitsch, welcher auf Üdv Freilassung der verhafteten Offiziere besteht, beharrt auf der Demission. Der Rücktritt des Gesamtministeriums und dessen Ersetzung durch ein rein radikales galt als bevorstehend. Sofia, 8. Sept. Nach hier eingetroffenen Meldungen ist Boris Sarasow, der Führer der Aufstandsbewegung in Macedonien, in der Nähe von Monastir infolge Verrates ermordet worden. — Die Neuwahlen für die So brause sind auf den 18. Oktober anberaumt. Ain-Sefra, 8. Sept. Es wird bestätigt, day ver Kampf bei Elm Ungar sehr heftig gewesen ist. Er sand am 2. September statt und dauerte von 8y2 Uhr vormittags bis 4 Uhr nachmittags. Die den Zug beglettende Eskorte bestand aus einer Abteilung Fremdenlegion und einer kleinen Abteilung Spahis unter Hauptmann Vauchez und den Leutnants Tanois und Selchhausen. Dieselbe wurde durch eme starke Abteilung Eingeborener heftig angegriffen, Offiziere und Unteroffiziere nacheinander kampfunfähig gemacht. Ter Furier leistete indessen Widerstand bis zum äußersten, ohne sich zurückzuziehen, bis Hilfe kam. Es steht fest, daß von 120 Franzosen, 37 getötet und 47 verwundet sind. Die Toten wurden auf dem Schlacht- selde begraben. Hauptmann Vauchez starb am nächsten Tag. Unter den schwer Verwundeten befindet sich Leutnant Selchhausen und ein Kavallerieunteroffizier. General O'Bonor ist von Oran nach dem äußersten Süden auf gebrochen. Johannesburg, 8. Sept. In der Mine Premier wurde em Diamant gefunden, welcher ein Gewicht von 280 Karat besitzt. Telephonischer Kursbericht* Frankfurt a. ju, 8. September ia03. 378% Reichsanleihe , . 101.65 3u/q Mexikaner ... 26H0 3% do. ... 89.40 37,% Konsole .... 101.70 3% do. ..... 89.60 37g% Hessen .... 99.90 3% 96 Oberhessen . . . 99.20 496 Oesterr. Goldrente . . 102.40 4x(6% Oesterr. Silberrente 100.60 4-6 Ungar. Goldrente . . 100J0 4ü/j Italien. Rente . . . 102.50 47,56 Portugiesen . . . 50.40 ü°/ Portugiesen.....31.00 1% 0. Türken .... 34 00 Türkenlose......127.00 4% Grieoh. Monopol.-Anl. 43.80 47,26 äussere Argentiner 42.05 4%% Chinesen . . . . 92.30 Electric. tiohuckert . . . 97.40 Nordd. Lloyd . . . . 101.80 Kreditaktien ..... 202.00 Diskonto-Kommandit. . . 187.30 Darmstädter Bank . . . 136.60 Dresdener Bank .... 146.50 Berliner Handelsges. . . 153.10 Oesterr. Staatsbahn . . . 140.00 Lombarden . . . . . 16.70 Gotthardbahn , ... 189.00 Laurahütte ...... 220.00 Bochum ....... 188.00 Harpener......180.90 Tendenz: ungleichmässig. Tnurmgriscnea Technikum Ilmenau Ingenieure, -Techniker __ und -Werkmeister. — Staatskommissar. Mittwoch hm 9. Keptmbrr nachmittags 2 Uhr, werden im Pfandlokat, Seltersweg Nr. 11, gegen Barzahlung versteigert: 3 Waden, 1 Vertikow, Kommode Schränke, Sophas, Uhren, Tische 1 Nähmaschine, Spiegel, eine Bartie Schwämme u. a. m. ießen, 31. Aug. 1903. 6527 Johann, Gr. Pfandmeister. Vergebung trott Pflasterarbeiteu. Donnerstag, den 10. l. Mts., nachmittags 2 Uhr, sollen in dem Gemeindehause zu Staufenberg Pflasterarbeiten, veranschlagt zu 547,50 Mk. öffentlich vergeben werden. Gießen, den 5. Sept. 1903. Senss elder [6689 Kreisstraßenmeister. Stöbt. Schlachthaus. Freibank. Heute und morgen: 6381 GMWriich 5ö M. Znmbklkucheo teden Montag, Mittwoch und Frettag von 7,9 Uhr ab bei [5837 K. Willi. Gengnagel, _________Neustadt 45.__________ la. weißleuchtende Gas-Lhren u. Kronen « « * Gas-Lüsters u. Ampeln * * Gas-Glocken u. Cy lind er » » Gas-Koch- u. Bade-Apparate Gas-Le ituugeu u.NeParatnren Bade-Klofetts u. Heizanlagen Wasserleitungen u. Armaturen Auch Reparaturen billigst. Graf, 6739 Kirchenplatz 11, Schloßgasse. 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Gartenant. per gleich oder spater zu uernu 13322 Zest-Programm für die Lttndwivtsehastllche Provinzial mü Uervands Ausstellung auf dem Trieb zu Gießen von» 10. bis 15. September 1905. jy Um 14. September: Herbst-Pferde- und Zuchivichmarkt. Donnerstag den 10. September. Mittags 12 Uhr: Leierffche Cröfftnrig der Ausstellung auf dem Ausstellungsplatze in Anwesenheit Sr. Kgl. Hoheit des Großherzogs. Bon 12 Uhr mittags an: Arbeiten der Preisrichter. Nachmittags 2 Uhr: Festessen m der Festhalle. Abends: Konzert aus dem Festplatze und Volksbelustigung und Tanz aus dem Vergnügungsplatze. Areitag den 11. September. Morgens 8 Uhr: Eröffnung der Ausstellung. Bormittags 10'/, Uhr: Wanderoerjammlung des Oberhessischen Bienenzüchtervereins in der Restauration „Zur Liebigshöhe". Bon 8 Uhr vormittags an: Arbeiten der Preisrichter. Bon nachmittags 4 Uhr an: Konzert. Abends: Volksbelustigung, Konzert und geselliges Zusammensein aus dem Festplatze. j Samstag den 12. September. Bormittags 8 Uhr: Eröffnung der Ausstellung. Bormittags 11 Uhr. Preisverteilung mit Vorführung der prämiierten Rinder, Pserde und Ziegen im großen Ring vor der Festhalle. Nachmittags 1 Uhr: Festessen zu Ehren der Preisrichter in der Festhalle. Nachmittags 4 Uhr: Generalversammlung des Verbands der Herdbuchgesellschaftcn für das Vogelsberger Rind. Bon nachmittags 4 Uhr an: Konzert. Abends: Gejangsvorträge des Bauer'schen Gesangvereins. Sonntag den 13. September. Bormittags 8 Uhr: Eröffnung der Ausstellung. Vormittags 10 Uhr: Vorführung der prämiierten Rinder, Pferde und Ziegen. Vormittags 11 Uhr: Gemeinsamer Frühschoppen in der Festhalle. Von nachmittags 4 Uhr ab: Konzert, Volksbelustigung und Tanz. Nach Eintritt der Dunkelheit: Bengalische Beleuchtung des Ausstellungsplatzes und Feuerwerk. | Montag den 14. September. Vormittags Sy2 Uhr: Prämiierung der Pferde: a) für Händler, b) für Züchter. (Auf der landw. Ailsstellung prämiierte Pferde sind ausgeschlossen.) Mittags 1 Uhr: Gemeinsames Mittagessen. Nachmittags 3 Uhr: Vorführung der prämiierten Pferde. Konzert (bei freiem Eintritt). Dienstag den 15. September. Verlosung auf Sem Festplatze Zur Verlosung gelangen Gewinne im Werte von 35 000 bis 40 000 Mark. Lose ä 1 Mark sind in allen größeren Geschäften Ober- | Hessens und der benachbarten preußischen Kreise zu haben. Eintrittspreises Dauerkarten für alle 4 Tage 2.50 Mk. Tageskarten am ersten und zweiten Tage ä, 1— Mk. Tageskarten am dritten und vierten Tage ä 50 Pfg* schulpflichtige Kinder haben in Begleitung von Eltern oder ihren Vormündern freien Zutritt. Landwirtschaftliche Ausstellung. Zur Besichtigung meiner Ausstellung in Rud. 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