Bezugsprers. Nr. 184 Erscheint täglich außer Sonntags. Dern Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem Krsfifchen Landwirt die Giehener Familien- blätter viermal in der Woche be,gelegt. Rotationsdruck u. Verlag der Brühl 'sehen Untvers.-Buch- u. Stein- bruderet (Pietsch (irben) Redaktton, Expeditton und Druckeret: Schulstratze 7. Adresse für Depeschenr Anzeiger Gießen. ffernlprcchanlchluß Nr. 51. Blatt. 153. Jahrgang - Samstag 8. August 1903 GletzenerAnzelger« ** eeneral.änjdg« ° S S Amts- uni» Anzeigebla« für den Kreis Sietzen 88 . ____________________________________________ jetqentetl: pan« Beck. Darmstädter ZLrief. R.B. Darmstadt, 7. August. Die hiesige Stadtverordneten-Versammlung hat gestern eine als dringlich eingebrachte Vorlage angenommen, nach welcher die gärtnerischen Anlagen am Alice-Denkmal vor dem Grobherzoglichen Palais eine völlige Umgestaltung erfahren sollen. Die Kaiserin von Rußland hat für Herstellung eines anderen Gartenschmuckes beim Denkmal ihrer Mutter tausend Rubel gespendet, nnb derselbe soll so schnell hergestellt werden, daß er schon Lei dem Besuch des Zarenpaares im nächsten Monat fertig ist. Auch aus diesem an sich belanglosen Beschluß geht hervor, daß die Hierherkunft des Kaisers und der Kaiserin von Rußland bestimmt in Aussicht steht; selbstverständlich ist auch, daß sie zur Zeit der Vermählungsfeier des Prinzen Andreas voll Griechenland mit der? Prinzessin Elise von Battenberg erfolgt. Die hessische Residenzstadt hat seit Jahren keine glänzenden Hofteste und Galatafeln mit hohen, ordenbesäten Würdenträgern mehr gesehen, der leptverflossene Winter brachte infolge der Jndienreisc des Großherzogs gar kein solches. Es wird deshalb auch in den weitesten Kreisen mit Freuden begrüßt, daß durch die auf speziellen Wunsch unseres Großherzogs hier stattfinden.de Vermählung wieder eine Veranlassung zu glänzendem Hofgepränge geboten wird. Ist doch unsere Stadt mit ihrem früheren langen Hofleben, den zahlreichen Schlössern und den prächtigen Fürst en sitzen in der Nähe gerade ganz besonders geeignet, für solche Feste alle nur erwünschten Vorbedingungen zu erfüllen! Bei den verwandtschaftlichen Beziehungen des fürstlichen Brautpaares konnte es von vornherein als ausgemacht gelten, daß sowohl der griechische, wie der russische Hof an der Vermählungsfeier Anteil nehmen würde. Wenn aber jetzt, wie man hier nicht wehr bezweifelt, neben dem Zarem- paare und dem griechischen Königspaare auch Kaiser Wilhelm als Hochzeitsgast erscheint, so wird man schon dre bloße Tatsache der Kais erb e g e gn un g als ein hocherfreuliches politisches Ereignis betrachten dürfen. Der weiteren, aus London kommenden Meldung gegenüber, daß auch König Eduard und der König von Dänemark zur Teilnahme an der Feier hierherkommen würden, tut man aber docy gut, sich etwas skeptisch zu verhalten. So uridankbar wäre es ja freilich, nicht, daß König Eduard nach dein Pomphasten Empfang des Präsidenten Loubet nun auch ein. kleines Verlangen fühlte, darnach auch den beiden Kaisern einmal wieder die Hand zu schütteln und mit ihnen persönlich seine Gedanken auszutauschen. Werin wir somit alle Anwartschaft darauf haben, unser Hessenland demnächst für kurze Zeit in den Mittelpunkt der europäischen Politik gerückt zu sehen, so können wir mit Genugtuung konstatieren, daß es auch im sozialpolitischen and wissenschaftlichen Leben seine Stellung in bester Weise behauptet. Der hundertjährigen Liebigfeier, die uns zahllose wissenschaftliche Autoritäten aus aller Herren Länder zuführte, folgte in Darmstadt der große evangelisch^soziale Kongreß, der Zahnärztetag und der deutsche Bühnentag, in Mainz der deutsche Gastwirtetag und der Handelskongreß; für Worms steht in diesen Tagen der deutsche Anthropologenkongreß bevor, für Mainz der deutsche Weinbaukongreß, der deutsche Photographen- und Graphikertag re. re., also Versammlungen mnd Kongresse genug, um das geistige Leben anzuregcn und es schneller pulsieren zu lassen. Tie hessische Politik schlummert zurzeit noch vollständig. Die zweite K a m me r, deren Ausschüsse auf dringenden Wunsch des Präsidiums schon in der ersten Hälfte des September mit ihren Beratungen beginnen, wird sich bei ihrem Wiederzusamnientritt im Herbst nochprals mit einer Wahlprüfung recht diffiziler Art zu befassen haben. Bekanntlich war im 16. Wahlkreis.der Provinz Starkenburg (Offenbach-Land- die Wahl des sozialdemokratischen Abg. Orb von der Kammer infolge verschiedener Unregelmäßigkeiten^ bei der Wahl in Bieber für ungiltig erklärt worden. Tie Wahlmänner wählten nun bei der in Gegenwart eines Negierungsvertreters stattgehabten Neuwahl den Abg. Orb wieder, aber gleich darauf ist auch aus Bieber wieder ein neuer Wahlprotest erfolgt; in welchem etwa 70 Personen namhaft gemacht wurden, die unberechtigter Weise an der Wahl teilgenontinen hätten, ferner 38 Personen, die widerrechtlich in die Listen eingetragen worden wären usw. Die ganze Sache läuft auf einen offenen Kanrpf zwischen der Sozialdemokratie und dem Zentrum hinaus, und die ersteren haben denn auch bekanntlich sofort einen Protest gegen den Protest an die Kammer gerichtet, worin sie den Nachweis der Legalität der Wahl zu führen sich bemühen. Wie die Entscheidung fallen wird, hängt jetzt lediglich davon ab, ob die Sozialdemokraten oder das Zentrum in der Kammer die Mehrheit für sich zu gewinnen verstehen. Das einzige Parlament, das sich bei uns noch immer /eine Ruhe .gönnt, ist die hiesige Stadtverordneten- Versammlung. Sie besitzt ein rechtes Schmerzenskind, das stärIsche Krankenhaus. Wie in der gestrigen Sitzung mitgeteilt wurde, ist jetzt ein neues Projekt ausgearbeitet, nach welchem aus dem alten Terrain des Krankenhauses zwei neue Pavillons für 850 000 Mk. errichtet und eine Anzahl Neueinrichtungen getroffen werden sollen, sodaß int ganzen eine Summe von 1300000 Mk. erforderlich wird. Dieser enormen Anforderung gegenüber wird nun von verschiedenen Seiten geltend gemacht, daß es besser wäre, die ganze Krankenhausanlage aus dem eng bevauten Stadt- v-iertel heraus vor die Stadt zu verlegen, denn mit dem jetzt vorgeschlagenen Erweiterungsbau werde doch höchstens dem Bedürfnis von etwa 20 Jahren Genüge geschehen können. Die Angelegenheit, die am nächsten Donnerstag zirr Debatte gestellt wird, dürfte den Stadtvätern noch inancherlei Gedanken bereiten. Zurzeit wird in Hessen die Frage der T o tenbestatt- ung durch Feuer wieder lebhafteren Erörterungen unterzogen. Mainz und Offenbach haben bekanntlich längst ihr Krematorium und es wird keine Klage darüber laut. Da man jetzt auch in Worms dabei ist, die Frage einer definitiven Lösung entgegenzusühren, so sei daran erinnert, daß auch in Darmstadt die Errichtung eines Krematoriums in nicht zu ferner Aussicht steht. Der hiesige Verein für Feuerbestattung hat bereits vor Jahren 35 000 Mk. für diesen Zweck zusammengebracht und die Stadtverwaltung, die der Sache sehr sympathisch gegenübersteht, erklärte sich auch bereits im Prinzip mit der Errichtung einverstanden. Es sind aber seitens des Stadtbauamts vor längerer Zeit Erhebungen darüber angestellt worden, die noch immer nicht zum Abschluß kommen wollen. Es ist auch die Frage, wer zu den 35 000 Mk. die noch etwa nötig werdenden 20 000 Mk. hinzulegen soll. Die Meinung geht nun vielfach dahin, daß dies letztere seitens der Stadt geschehen müsse und sie alsdann auch den Bau des älrematoriums direkt in die Hand nehmen möge. Jedenfalls ist für die Ausführung des Projektes auch in Darmstadt im allgemeinen eine sehr günstige Stimmung vorhanden! Rückgang der französischen Ztevanchevestreöungen? Tie „Münch. Allg. Ztg." erhält aus Paris einen interessanten Brief, dem wir das wesentliche entnehmen wollen. Immer deutlicher tritt in Kundgebungen von allen Seiten her die Tatsache zutage, daß die Franzosen im Begriff stehen, den ersten Teil der Revanchepartie, die sie in den 70er Jahren, sofort nach Abschluß des Frankfurter Friedens, mit uns zu spielen begonnen hatten, aufzugeben. Pochend auf .die unerwartet schnell geglückte Abtragung der'fünf Milliarden-Kriegsentschädigung und auf die verhältnismäßig rapide Ausheilung der Wunden, die der deutsch-französische Krieg dem nationalen Wohlstände geschlagen hatte, pochend ferner aus die großartige patriotische' Opferwilligkeit des Volkes und die anscheinende Unerschöpflichkeit der materiellen Hilfsquellen des Landes, hatten die Franzosen sich jahrzehntelang ein geredet, sie hätten nur nötig, ihre Rüstungen zu dem neuen Rachekriege bis ins Ungemessene zu steigern, um dadurch gewissermaßen zwei Fliegen mit einer Klappe zu schlagen, d. h. um uns entweder int gegebenen Moment, gestützt auf eine noch stärkere Armee als die preußisch-deutsche, Elsaß-Lorhringeu mit Waffengewalt wieder zu entreißen, oder aber um uns, die man für weniger patriotisch und vor allem für ärmer hielt, als man es selbst war, bevor es noch zum Kriege kommen konnte, durch das erwähnte immer weitere Hinaufschrauben der Rüstungen mürbe zu machen, und zu fteiwilligen Konzessionen in der sogenannten elsaß-lothringischen Frage zu zwingen. Hierbei hatten die Franzosen, wie sie seit Jahren schon einzusehen begonnen haben, jedoch mit zwei wichtigen Faktoren nicht gerechnet: mit dem auch in Deutschland nach dem Kriege 1870/71 erfolgten rapiden Anwachsen des nationalen Wohlstandes und mit dem, namentlich im Gegensatz zu dem, was in Frankreich geschah, noch rapideren Anwachsen der deutschen Bevölkerungsziffer. Ter Beginn der Erkenntnis der begangenen Fehler reicht hier bis in das Ende der 80 er Jahre, bezw. bis in den Anfang der 90 er Jahre zurück und fällt bezeichnenderweise zusammen mit dem Zeitpunkte, in dem der damalige Kriegsminister de Freycinet urbi et orbi verkünden zu können glaubte, jetzt sei die Reorganisation und Rekonstruktion der französischen Armee vollendet, jetzt sei Frankreich wieder die erste Militärmacht der Welt; es habe nicht nur nichts mehr zu fürchten, sondern es hänge nun ganz von seinem Willen ab, wann es sich sein ihm 1870/71 verkümmertes Recht an der Sonne wieder nehmen wolle. In Wirklichkeit war zu jener Zeit, trotz des unbestreitbaren relativen Aufsteigens der Abstieg der französischen Militärmacht von der einstigen, alle seine Nachbarn überragenden Höhe definitiv und unaufhaltsam geworden. Herr de Freycinet hat das inzwischen bei den jüngsten Verhandlungen über die Einführung der zweijährigen Dienstzeit im Senat implicite lelbst zugeben müssen. Nochmals in ein Duell mit dem deutschen Nachbarn einzutreten, fühlten sie sich bei aller von dem Chef der Armee proklamierten Stärke nicht stark genug; statt dessen suchten sie die glücklich durchgeführte Rekonstituierung des Heeres, das zu keiner Zeit der fran- zösischen Geschichte, auch zu der des ersten Napoleon nicht, so zahlreich, so gut bewaffnet, ausgerüstet und ausgebildet war, und dessen Selbstvertrauen und Vertrauen in seine Führer auch kaum noch etwas zu wünschen ließ, zu benutzen, um unter möglich-st günstigen Bedingungen einen Bundesgenossen zum Kampf gegen Deutschland zu werben. So kamen zunächst die französisch-russischen Militär- Eventual-Konvention und später bte französisch-russische Allianz zu stände. Daß dieje den Franzosen das, was sie ihnen bieten sollte und anfänglich unter Zar Alexander III. auch zu versprechen schien, nicht gehalten hat, ist bekannt. Tie ungeheuren Kriegsrüstungen jedoch dauertrd zu ertragen, zu Gunsten der allgemeinen politischen Machte stellung an der Seite des einerseits immer anspruchsvoller, andererseits, was den Rachezug gegen Deutschland anlangt, immer kühler und ablehnender werdenden russischen Bundesgenossen, waren selbst die opferwilligsten Patrioten nicht gewillt. " Gleichzeitig wurde immer unleugbarer, daß Frankreich bei dem Versuchs den deutschen Gegner durch den begonnenen Wettkampf zu ruinieren, sich selbst ruinierte. So kam die Reaktion, langsam zwar, aber unaufhaltsam. Erst sahen einzelne Staatsmänner ein, daß es wie bisher nicht weiterginge; dann folgten ganze Parteien nach. Sich ehrlich mit dem status quo in Europa zu ver- öhnen, sich mit uns zu vertragen, tonnte und kann man Ich noch nicht entschließen. Aber die Generation der Revanche stirbt immer mehr aus; neue Ideen kamen und kommen immer mehr zur Geltung. Die Politik der Rache, der Rückeroberung der Reichslande, trat und tritt mehr und mehr zurück hinter die gebieterischen Forderungen der Weltpolitik, der Kolonialpolitik und der Handelspolitik. Tie Abrüstungs- oder, richtiger gesagt, Rüstungseinschränkungsideen machen immer größere und einschneidendere Fortschritte. Aus ihnen sind die gesamten Andreschen Armeeresormen, einschließlich der Tienstzeitreform, entstanden, und sie kommen auch ziffernmäßig in den Militärbudgets der letzten Jahre zum Ausdruck. In dem Haushalt der Kriegsflotte sind von den verschiedenen Zivil- Marineministern, trotz großer Ausgaben für Schisssneu- bauten, nicht unwesentliche Ersparnisse gemacht' worden. Auch das Armeebudget wurde seit zehn Jahren wiederholt, teils durch die Kriegs- und Finanzminister, tells durch das Parlament erheblich herabgesetzt. Zwar steht Frankreich durch die Einführung der zweijährigen Dienstzeit eine -neuerliche Mehrbelastung bevor, aber inzwischen sind für das nächste Unanzjahr von der Regierung sowohl wie jetzt von der Budgetkommission des Abgeordnetenhauses Einschränkungen vorgenommen, die eine bei solchen Reduktionen kaum je dagewesene Höhe erreichen. Tenn 37 Millionen fordert für 1904 der Kriegsminister weniger und 3 Millionen hat die Kommission der Kammer noch abgestrichen. Außerdem ist der Kriegsminister, was auch bezeichnend für die ganze Stimmung gegenüber den Militärlasten ist, von der Budgetkommission ausgesordert worden, für das kommende Jahr nur ein Minimum von Reservisten und Landwehrleuten zur Tienstleistung bei der Fahne .einzuberufen. _____________________ DoMische Tagesschau. Deutschfeindschast im Auslände. Tie nachstehenden Ausführungen unseres Berliner Mitarbeiters klaren die Tatsache auf, wie es kommt, daß trotz des Rückgangs der franzöftschen Revancheidee — über den wir heute inr 1. Blatt einen Ausblick geben — gerade von Frankreich aus in neuer und neuester Zeit so viel deutschfeindliche Verhetzungen ausgehen. Tie Deutschfeinoscyaft im Auslande ist größtenteils englische Mache und wird in Paris auf den Markt gebracht. Paris ist der richtige Markt für das deutschfeindliche Brunnengift. Die Journalistik unserer „Erbfeinde" besitzt im allgemeinen von „deutscher Politik"« soviel Ahnung, wie ein Botokude vom Sanskrit. Die Pariser Blätter und Telegraphenagenturen sind hinsichtlich der Kapitalisierung n i ch t f r e m d e n r e i n. Der Nachrichtendienst aus der Fremde fehlt chnen entweder gänzlich oder wird telephonisch von den Viorgenblättern der englischen Opposition bezogen. Das verbreitetste und maßgebende Pariser Früh-blatt, der „Matin", erhält täglich 4 bis 5 Spalten Telephonat von der „Times". Zwei Spalten sind fast stets deutschfeindlich. Für diese Leistung zahlt der „Matin" nur 200000 Francs jährlich, während einzelne Depeschen aus Asien der „Times" auf mehrere tausend Francs zu stehen kommen. Im Venezuelastreit gingen die ärgsten Verdächtigungen gegen unser Vaterland von dem franko-englischen Korrespondenten in Caracas aus. Sie machten von Paris die Runde durch die Welt. In der ftanzösischen Hauptstadt konzentriert sich nicht nur der westeuropäische Dienst der kontinentalen Presse, sondern auch fast der gesamte Dienst der transatlantischen Zeitungen. Ein in Frankreich naturalisierter Brite richtete den ersten billigen Kabeldienst für die Presse via Paris ein und leitet ihn nach dort gegenwärtig unter der Deck- sirma eines Handelsnachrichtenbureaus. Die deutsche Berichterstattung via Emden hat daneben in der Weltpresse noch keine erhebliche Bedeutung. Zur Schließung des vor allem dreibundfeindlichen Ringes trägt die Kärtellverbind- ung bei, in der nicht nur die italienische Agence Stefani, sondern auch, leider, deutsche Agenturen mit den Pariser Telegraphenbureaus stehei:. Außerdem gibt es in den österreichischen Ländern, in der Schweiz, in Oberitalien eine von Wien aus geleitete Preßgrrlppe, die den slavischen Selbständigkeitsbestrebungen der Polen, Bulgaren, Mace- donier und damit französischen und englischen Zwecken dient. Diese Gruppe schlägt ihre Brücken nach Paris, wo sie ihre Nachrichten von Russen, Galiziern und von englijch angesteckten Deutschen empfängt. Die Pariser Korrespondenten der „Tinles" wissen ihre galizische Abkunft nur chlecht unter fremden Namen zu verbergen. Gordon Be- nett, der erste amerikanische Zeitungsbesitzer, der sich dem Imperialismus in die Arme warf, hat die,-es ganze deutschfeindliche Nest seinen Zwecken dienstbar gemacht, indem er die europäische Ausgabe des Newyorker Herald in Paris niedersetzte. Engländer, Amerikaner, Franzosen, vor allem die City-Politiker, die Deutschland den Stillen Ozean und Südamerika verleiden möchten, Slaven und Revolutionäre, denen die starke Militärmacht Deutschlands der Hauptfeind ist, erhalten hier Obdach, Nahrung und Bestellungen. Ker neue Rapst. Die Ausschmückung der Peterskirche für die Krönung ist, wie vom 7. d. M. gemeldet wird, nahezu beendet. Es sind Tribünen errichtet für das diplomalirche Korps, die Aristokratie und die Musik. Heute, Samstag, bleibt die Basilika geschlossen, damit Vorkehrungen zur Regelung des Eintritts der Menge getroffen werden können. Die zum Ordnungsdienst bestimmten italienischen Truppen beginnen Sonntag früh 5 Uhr den Dienst. Kardinal Gibbons bestimmte den Papp, sich 5 0 amerikanischen Touristen in den vatikanischen Gärten zu zeigen. Der Papst war vortrefflich gelaunt und umarmte Gibbons zum Zeichen seiner Liebe für das katholische Amerika. — Nach einem Deutsches Keich er V i v v viy, wnv vw habe die beste Gelegenheit inen — des Verurteilten Nachdem D. Reichsamt des Innern ausgearbeitete Entwürfe von Vorhatten noch nicht ermittelte Personen große Steine aus die Schienen gelegt, um einen Personenzug zur Entgleisung zu bringen. Der Lokomotivführer sah aber das Hindernis und brachte den Zug rechtzeitig zum Stehen. gebunden worden: »Im kommenden Frühjahr wird auf dem Wasser der Lahn am Bootplatz der Gießener Rudergescllschaft ein Motor- oder Dampfboot schwimmen." Muß denn immer so viel schwimmen? Unsere hiesigen Herren Berichterstatter sollten doch nicht so viel Enten schwiiumen lassen! - Direkte Personen- und Gepäckabfertigung Gießen-Kissingen. Die hiesige Großh. Handelskammer hat auf ihre Eingabe vom 25. v. Mts, bett. Einführung direkter Personen- und Gepäckabfertigung zwischen Gießen und Bad Bissingen, von der Königl. Eisenbahndirektion Frankfurt a. M. nachstehende Antwort erhalten: /Vom 10. b. Mts. wird — die von un§ erbetene Zustimmung der Generaldirektion München vorausgesetzt — die direkte Personen- und Gepäckabfertigung von Gießen nach Bad Bissingen ! über Frankfurt a. M. (oder Windecken)—Hanau—Aschaffenburg—Würzburg (oder Arnstein) aufgenonimen werden. Behufs Einführung der direkten Abfertigung von Bad Bissingen nach Gießen ist der Generaldirektion der Königl. Bayerischen Staatseisenbahnen in München von Ihrem Wunsche Kenntnis gegeben worden." •* Eine bemerkenswerte Strafe hat die Eisenbahnverwaltung eingeführt. Die Gepflogenheit mancher Fahrgäste, die beschlagenen Abteilfenster mit den daran angebrachten Vorhängen abzu wisch en, erachtet die Eisenbahnverwaltung als Beschädigung der Vorhänge, die in Zukunft init Zahlung von 6 Mark bestraft werden soll. 8. Steinbach, 7. Aug. Hier wurde am vergangenen! Sonntag ein „Radfahrerverein Steinbach" gegründet.| Er zählt jetzt 25 Mitglieder und beteiligt sich schon nächsten Sonntag an dem Radrennen in Garbenteich. Lich, 6. Aug. Die in diesem Jahre stattfindende Bürgerin eist erwähl ist auf Freitag den 14. August fest-, gesetzt. Es kandidieren der seitherige Bürgermeister Heller und der Ortsgenchtsvorsteher Karl Ludwig Vogt IV. R. Inheiden, 7. August. Gestern nachmittag ist hier ein trauriges Unglück vorgekommen. Die Eheleute Landwirt K. W. ließen, als sie im Feld beschäftigt waren, ein Waisenkind von 10 Jahren, das sie in Pflege haben, mit ihren beiden ein- und dreijährigen Kindern allein zu Hause. Das älteste Kind machte im Herd in der Küche Feuer an, wobei Ausland. London, 7. Aug. Unterhaus. Bei Verhandlung der Automobilbill bringt die Regierung einen Abänderungsantrag ein, durch den die Schnelligkeitsgrenze in einer Stunde auf 20 engliscye Meilen festgesetzt wird. Der Antrag wird einstimmig angenommen. — Ter Gouverneur von Bombay, Lord Northcote, wird im Dezember zum Generalgouverneur von Australien ernannt. Lorient, 7. Aug. Tie Nacht ist ruhig verlausen. Um J Uhr abends zog eine Gruppe von Kundgebern, revolutionäre Lieder singend, durch die Straßen. Es erfolgte ein Zusammenstoß mit den Gendarmen, welche mit blanker Masse vorgingen, als die Demonstranten die Straßenlaternen auslöschten. Später wurde die Ruhe nicht wieder gestört. In Hennebont ereigneten sich keine Zwischenfälle mehr. Für heute werden jedoch Unruhen erwartet, da die verhafteten Streikenden abgeurteilt werden er u. a. hervörhob, daß der Richter, der damals die Untersuchung geführt, gerichtsnotorisch ein hochachtbarer und sehr gewissenhafter Beamter sei. — Die wegen Betrugs, Diebstahls und Unterschlagung vorbestrafte Dienstmagd Marie E. aus Bartenstein (Württemberg) hat den Hotelbesitzer Bernhard Harras in Friedberg dadurch um Logiergeld betrogen, daß sie ein Zimmer zum Uebernachten urietate und am Morgen, ohne zu zahlen, verschwand. Es wird ihr ferner zur Last gelegt, in Bud-Nauheim, wo sie zuletzt tu Stellung war, verschiedenen Mitbediensteten eine Anzahl Wertgegenstände, Broche, Blusen, Unterrock usw. gestohlen zu haben. Das Gericht hielt die Angeklagte für schuldig eines Vergehens des Betrugs und zweier Vergehen des Diebstahls und verurteilte sie demgemäß zu einer Gesamtstrafe von sünf Monaten Gefängnis, während sie von b’eiu dritten ihr zur Last gelegten Diebstahl f r e i g e s p r o ch e n wurde. — Der Lehrer Nikolaus Sch- i zu Monns war atlgetlagt, daß er im März 1903 zu Ohmes als Beamter in Ausübung seines Amtes vorsätzlich und rechtswidrig den Voltsschüler Hugo Munch mittels gefäljr- Ilich,en Werkzeugs dadurch körperlich verletzt und an | bet Gesundheit beschädigt habe, daß er ihm wiederholte Aus Stadt und Land. Gießen, den 8. August 1903. lichen Schlosse Wohnung. — Für die am 6. Dezember vorigen Jahres abgebrann> Len Lauben häuf er in Marienburg sind jetzt dem dortigen Bürgermetster eigenhändige Zeichnungen des Kaisers zugegangen. Tre Zeichnungen tragen bie Unterschrift bes Monarchen, ber gleichzeitig bie vom Geheimen Baurat Steinbrecht ausgesührlen Entwürfe genehmigt unb sünf Zuschüsse von 1000—1500 Mark aus seinem Disposi- tions-Fonbs für die Neubauten bewilligt hat. Essen, 7. Aug. 28 Bergarbeiter-Versammlungen finden am Sonntag int Ruhrbezirk zur Besprechung der durch die Wurmkrantheit geschaffenen Lage, des Wagennullens und der Lohnverhältnisse statt. Flüchtlings fand man einen eleganten Leberkoffer, der Brechwerkzeuge ent hielt. w. Wetzlar, 7. Aug. Der hiesige Turnverem hielt gestern abend im Schützengarten seine Schlußsitzung über das vom 4.-6. Juli hier gefeierte Gauturnfest ab. Rach bas zu nahe dabei stehende dreijährige Kind von den Flammen erfaßt wurde, sodaß sämtliche Kleider brannten. Tas Kind lief in seiner Verzweiflung ins Freie und erlitt so schwere Brandwunden, daß es im Krankenhause in jungen, wohin man es brachte, unter gräßlichen Schmerzen verschied. R.B. Darmstadt, 7. Aug. Von dec Ministerialab- teilung für Landwirtschaft, Handel und Gewerbe waren am | 5. l. Mts. die sämtlichen Gewerbeaufsichtsbeamten des Großherzogtums zu einer Konferenz berufen worden, die außer zahlreichen anderen Angelegenheiten wesentlich der ^Ausführung des Reichsgesetzes über die Kinderarbeit in getverblichen Betrieben und der Frage der Aus- dehniing des Bauarbeiterschutzes galt. Der Beratung des erstgenannten Gegenstandes wohnte auch der Vorsitzende der Abteiliing für Schulangelegenheiten bei. In einer weiteren Beratung am gleichen Tage wurden mit den Gewerbeinspektoren der Aussichtsbezirke Gießen und Offenbach, sowie mit Vertretern der beteiligten Arbeiterkreise, zwei im sollen. Wien, 7. Aug. König'Eduard trifft am 1. Sept, als Gast des Kaisers in Wien ein, und verbleibt Hierselbst Bergen, 7. Aug. Ter Kaiser besichtrgte gestern /cm 11 Uhr vormittags daS morgens emgetrofsene Schulschiff „Stosch". Um 7 Uhr nachmittags stattete der Katser der Köntgtn-Witwe von Italien, welche auf der Facht „Jolanthe" einen Ausflug in dte nordischen Gewässer macht, einen h a l b st ü n d i g e n B e s u ch ab und überreichte hierbei der hohen Frau ein prachtvolles Blumenbukett. Später folgte die Königin einer Einladung zur Ab en d ta f el. Ter Kaiser holte sie selbst im Standartenboote der „Hoherizollern" ab. Tas Boot hatte bei der Rückfahrt die Standarte der Königin-Witwe gesetzt. Aus der,^ohenzollern" war zum Empfange eine Ehrenkompanie aufgestellt. Unter den Klängen der italienischen Nationalhymne bestieg die Königin das Schiff. Gegen y2ll Uhr geleitete der Kaiser die Königin Margherita wieder zu ihrer Jacht. Tie im Hafen liegenben deutschen Schiffe führten zu Ehren ber Königin bie italienische Flagge un Topp. —- Der Kaiser trifft nach neueren Bestimmungen am 11. August an Bord der „Hohenzollern" von seiner | Nordlandreise wieder in Swinemünde ein. Berlin, 7. Aug. Zum Besuch deS Kaisers in Dresden wird nunmehr gemeldet, daß der Kaiser am Vormittag des 1. September in Dresden eintrifst und im dortigen königlichen Schloß Wohnung nimmt. Nachmittags besucht der Kaiser die deutsche Srädte-Ausstellung. 3n per Kuppelhalle des Ausjtellungsgebäudes wird der Kaiser von den anläßlich des deutschen Städtetages in Dresden anwesenden Oberbürgermeistern und Bürgermeistern der deutschen Städte festlich entpfangen und begrüßt. Abends findet im Opernhause eine Gala-Vorstellung statt, spater auf dem Theaterplatz ein großer Zapfenstreich. Von Dresden aus gedenkt der Kaiser nach Merseburg zu reisen, wo die Ankunft am 2. September spät abends erfolgt. Auf der Fahrt dorthin trifft der Kaiser mit der Kaiserin zusammen. In Merseburg nimmt das Kaiserpaar im könig- herbeizusühren, indem er an gab, unschuldig zu sein. Gegen einen ablehnenden Beschluß verfolgte er sofortige Beschwerde ultd begründete dieselbe am Schlüsse u. a. damit, daß die über feine Angaben in der betreffenden Sache aufgenommenen Protokolle falsa), seien, er sei schwerhörig, und der damalige Untersuchungsrichter „h ' ' ' gehabt, im Wider;pruch. mit sei..... — Angaben seine Protokolle zu machen/ wegen fortgesetzter ähnlicher B e, ch u l d i g u n g e n g e g e n Beatnte, welche in seiner Sache wegen Brandpistung tätig gewesen waren, be;lrast worden war, wurde auch jene unter Anklage gestellt und bildete den Gegenstand der heutigen Verhandlung. Ta man Veranlassung genommen hatte, die ungeheuerlichen Anschuldigungen auf Defekte in der Geistesiäligkeit des Angerlaglen zurückzuführen, war derselbe vorher zur Untersuchung seines Geisteszustandes, auf sechs Wochen der hiesigen psychiatrischen Klinik überwiesen । worden. Die Sachverständigen, ein Arzt der Klinik und der Anstaltsarzt des Zellengefängnisses zu Butzbach, in welchem der Angeklagte vorher interniert war, haben ihr Gutachten dahin zusammengesaßt, daß D. zwar mindcrbcgabt und reizbar, nicht aber unzurechnungsjähig sei. Aua) wurde fep- gestellt, daß er nicht schwerhörig i|i. Der Angelalgte hielt in der heutigen Hauptverhandlung die Beschuloigung nicht voll ausrecht. Tas Gericht verurteilte ihn hierauf wegen Beleidigung zu sechs Wochen Gefängnis, indem Gerichts Iflfll. w. Gießen, 7. Aug. Die prinzipiell wichtige Frage, ob diejenigen Reisespescn, welche ein junger Kaufmann für seinen Lebensunterhalt unterwegs verbraucht, in Anrechnung zu kommen haben bei Berechnung des Einkommens in Ansehung der Krankenversicherungspflicht, wird jetzt im Jnstanzenzug und zwar in einer vor dem Schöffengericht schwebenden Anklage gegen einen hiesigen Kaufmann zum Austrag kommen. Der Ches des jungen Mannes und dieser selbst erklären, der Angestellte erhalte 1500 Mk. Gehalt und beziehe Vertrauensspesen und zwar bie Woche etwa 38—45 Mr., von benen er 20—25 Mk. für seinen Lebensunterhalt verbrauche. Tie Steuerbehörde habe ben Reisenewn trotz seiner Reklamation unb der Darlegung. daß er nur 1500 Mk. Gehalt beziehe, in Ansehung der Spesen, die gezahlt werden, mit 2000—2300 Mk. Einkommen zur Steuer herangezogen und da er — so be- ! hauptet der angerlagte Chef — nach Ausweis der Steuer mehr wie 2000 Mk. Einkommen versteuere, brauche fein junger Angestellter zur Krankenkasse nicht gemeldet zu werben. Es wurde zwar sestgestellt, daß die Bürgermeisterei entschieden hat, der Reisende sei krankenkassenversicherungs- pjlichtig, allein das Schö.fengericht beschloß, da es sich um eine prinzipielle Frage handelt, wegen der Sachlage rejp. der Hahe des Einkommens das Steuerkommissariat zu hören. Tie Verhandlung wurde daher vertagt. T Gießen, 7. Aug. (Strafkammer.) Der ledige Schuhmacher Johannes D., seinerzeit in Gießen an- sässig, war vor etwa drei Jahren vom hiesigen Schwurgerichte wegen Braudstiflung zu zweieinhalb Jahr Zuchthaus verurteilt worden. Nachdem die Sache auch das Reichsgericht beschäftigt hatte, versuchte der rechtskräftig Verurteilte wiederholt eine Wiederaufnahme des Verfahrens Äuistanv in Mazedonien. Der Minister des Aeuhern in Konstanttnostel, Tewsik fBai’dw, versicherte dem ds>erreichisch-ung-ar^chen Botschafter v Cäice und dem russischen Botschafter ^moroicm, oasj das vauLtauoeumerk der Pforte daraus.gcrrchtet sm, die erbitterte mohammedanrsch« Bevölkerung in dem durch das Bandenunwesen beunruhigten Gebiete an Ausschreitungen zu verhindern. ^.atsaMich erließ du. Pforte dahingehende Befehle an di« Militär- und Zivi - behörden. Verschiedene Anzeichen scheinen darauf hnizu- deuren, dah in der lehten Zeit eine Verftandigung zwifchen den armenisch,en und macedonlfchen Komitee» erfolgte und daß die kritische Lage in den kurdisch-armenischen ^rlafets benutzt wird, um Unruljeju schaffen. Auf btt lüngft ton russischer und englischer Seite, gemachten sreundichastlrch.n Vorstellungen antwortete die Pforte, daß dre Lage tmne»- weg» gefahrdrohend fei. Die Seachricht, dap 2000 (tzewchre an Kurden, welche nicht der Hamidiehreiterel ^P^vrcn, v^- teilt seien, sei falsch, ebenso unrichiig seren die Nachrrchten^ über größere Truppenbewegungen. Solvcit bie vor lieg en den । Nachrichten eine lieb erficht über bie seit -omnag neu an gefachte macebonische Bewegung gcjtmten, lagt «ich '-^stellen, dan kerne allgemeine Bewegung exrprerck und bag sich dre bisherigen Brrnbenangriffe au, orec Gruppen bes^chrankem erstens aus bie nordwestlichen GrenzkreiK oer «oilajete Utg iü.b nämlich Egri-Palanka, Kratova, Kotschana unb Pesch- tschvwo, zweitens auf bie nördlichen Kreise bev Brlajets Monastir, nämlich Perlepe, Kruschewo mrb Ket,a)ewo, drittens auf ben südlichen unb westlichen xcit der Umgebung von Monastir bis zur Station Ecschisu und bis zum Presba- see. Die Bewegung ist jedoch keineswegs über das ganze Gebiet dieser drei Gruppen ausgedei)nl. nalen Friedeuskomitees, Moneto, hat an den Alexander von Griechenland ist nunmehr aus den Papst die schriftliche Bitte gerichtet, an ben Bestrebungen 17. Oktober sestgelegt. Das russische Herrscherpaar zur Abschaf'Ung ber Kriege mitzuwirken. trifft schon anfangs Oktober hier ein. Peking, 7. Aug. Gestern würben hier fünf Anhänger ■ . ° 7 ä . ber chinesischen Ref 0rmpartei verhaftet; barunter . 7. Jug. Heute Nacht drang m emem unserer befindet sich ein Bruder des Bizekönigs von Wutschang. Die ersten Hotels cm Dieb, ber m dem Hotel Wohnung ge- Polizei hält alle Tore der Stadt besetzt, um ein Entweichen nommen hatte, in das Zimmer einer reichen Engländerin ein. von verdächtigen Personen zu verhindern. Die Dame erwachte rechtzeitig, worauf der Bursche die Flucht ----------- I ergriff unb den Gasthof verließ. In dem Zimmer des Münchener Telegrcmun des ,Lokalanz." erhielt die dortige Nuntiatur gestern, am Freitag vonKe rry del Val die offizielle Mitteilung, datz er vom Papst mrt iwr interimistischen Wahrnehmung der Geschäfte des Staats sekretaxia t s betraut worden seu bis September. IfcBriften zum Schttne der Zigarrenarbeiter er- Belgrad, 7. Aug. Ter ehemalige Mrntster, Advokat ' 1 0 1 J ö Welkowitsch ist von ben Schwestern ber Königin Draga örtert. . beauftragt worden, den gerichtlichen Nachlaß der Kö- ^armstadt, 8. Aug. (Originaltelegramm nigin Draga zu reklamieren. des Gieß. Anz.") Die Vermählugsfeier der Prtn- Rom, 7. Aug. Der Vorsitzende des in ter nativ- zessin Alice von Battenberg mit dem Prinzen - Rückreise. Se. Königl. Hoheit der Großherzog von Hessen sind gestern, den 7. August, nachmittags 4.45 Uhr. --- -c.,' S ^4 einzelnen Kommissionen ist das Fest mit Sonderzug von Zell-Romrod nach Gießen T ben Soff günstig verlaufen. Es wur- mit Sonderzug 46 nach Frankfurt, bezw. mit Sond rzug ftn-den X s0 < flte ttintttW««»«. » »aß8unb1”iOgn.baunrl? uSng SRabmen SieU, und der gesamte Festübei,chuß betrug d:e schöne Summe der Stiftung beabsichtigen die Lehrer Hessens eine Wüwen- von 2000 Mk Gestern nachmittag ist der Ma. pensionskasse inS Leben zu rasen; b« der Worms tagende Hauptversammlung wird über die Gründung t s ß s WnHrrhnm als er das Kind dieser dritten Kaffe beschlwsien. l80 Lehrer ,,lC » DÄ'" a?t e^H ° spitalgebäude an. Seltersweg, wollte infolge Umttppens des Gangbrettes $trt ben Rhem welches durch das Prooinzial-Siechenhaus se.ne Insassen los g-stürzt und ertrunken. Sie Leich des Matrosen ist geworden ist, ist teilweise für gewerbliche Zwecke vermietet «ttS bte bc» ftmbcS noch nicht. unb ben In einem Teil der Räume, im ganzen Hinterbau, hat dw ^lerne Mitteilungen aus H N » «RBÄ «SS ~ S88S Raunien Gebrauch machen zu muffen. . Raffelt wurde am 7. d Mts. das Deutsche Lolomotiv- - Das Ueberwenterungsgebaude un botanischen K-ssel wued ^7b JJa». ö- Garten unserer Landes-Unwersitat geht im Rohbau semer ^ge - Zn Zei sheim wurde beim Fruchteinfahren Vollendung entgegen und soll nut Beginn des Minters m J ge Zeit sh er. ^^n die Benutzung genommen werden. IBrust aetreten dah der Tod sofort eintrat. - In Kassel Ausflug. Der Ma sch in °nb°u°rg°s°n go-rein Bru t ge ° ttn d b ^e g 12Schwe.ne untermmmt morgen Sonntag emen Ausflug nach Kl.^mden, ! - Ein 12 jähriger Schüter m Kassel hatte - Uhr.n7ch^7t?g^ De? XI. ordentliche Verbandstag sich eine.n eisernen Haken °we Tueuvorrichtung zurecht- des Zentralverbandes der deutschen Uhrmacher, zu welchen, gemacht und ffch dann aneiner -ei,4'2 h -hll. i 9 statt. Die bereits vorliegende Tagesordnung verspricht hoch-1 semen-rod.— Aus der B ahn\t re . sch intereffante Verhandlungen. Zu gleicher Zeit findet tm Kasino-Hof eine Lehrlingsarbeiten-Ausstellung statt. An- meldungen zum Verbandstag sind zu richten an Uhrmacher Joh. Cenger in Mainz, Flachsmarktstraße 30. "Ein Bär ist von hier auswärtigen Blättern auf- schwere Schläge mit einem Stocke über den Rücken versetzte. Der ärztliche Fundbericht giebt grüne Verfärbungen an Arm und Rücken ansidie auf derbe, jedoch nicht übertriebene Züch-- tigung schließen lassen. Die Beweisaufnahme ergab auch, daß der ^gezüchtigte Junge ungehorsam und auslehnend war und die Schläge sehr wohl verdient hat, daß ferner der Lehrer ihn nicht absichtlich auf Arm und Rücken, sondern aus den Körperteil hat schlagen wollen, der hierzu vorzugsweise bestimmt ist. Auch hat der Lehrer das Maß seines Züchtigungsrechtes nicht überschritten. Die Kammer sprach ihn djaher von Strafe und Kosten frei. Ueberschwemmungen in Schlesien. Kultusminister Dr. Stud t ist in der vergangenen Nacht von seiner Ben.a)tigungL>reise aus Schlesien zu^ückgekehrt. Die eingehenoe Prüfung der sanitären Verhältnis fe der durch das Hochwaster geschädigten Ortschaften führte zu dem erfreulichen Ergebnis, oaß bie am 22. Jult getroffenen Anordnungen, welche die Instandsetzung der Wohnungen, die Desinfektion der Wohnstätten und Gehöfte, die Kontrolle des Gesundheitszustandes, die Unterbringung der obdachf- los gewordenen Personen usw. betrifft, durch die zuständigen Beamten tatkräftig und erfolgreich zur Durchführung gebracht worden sind. Nur in einem Falle hatte der Minister Veranlassung, die Entsendung eines besonderen Kam- missars in eine größere Ortschaft anzuordnen, um die wirksame Durchführung aller notwendigen Maßnahmen sicher zu stellen. Den nach den gefährdeten Stellen entsandten Offizieren und Mannschaften, welche bei den Rettungsarbeiten beteiligt waren, wurde die größte Anerkennung für ihre Tätigkeit gezollt. In einer Schluß-Konferenz, welche der Minister gestern nachmittag zu Oppeln abhielt, konnte er seiner Befriedigung über das Rettungs- und Sanierungswerk Ausdruck geben. Der „Nordd. Allg. Ztg." zufolge ist begründete Hoffnung vorhanden, daß die Provinz Schlesien vor weiteren traurigen Folgen der über sie hereingebrochenen schweren Heimsuchung bewährt bleiben wird. — In Breslau trat unter dem Vorsitz des Landwirtschaftsministers v. Podbielski gestern, Freitag, vormittag im Oberpräsidium eine Konferenz zusammen, die sich hauptsächlich mit wasserbautechnischen Fragen befaßte. Die Konferenz beriet außer einer Reihe anderer Fragen vornehmlich die Regulierung des Schwarzwassers, eines kleinen Nebenflusses der Oder, der bei der letzten Katastrophe ungeheuren Schaden anrichtete. Vermischtes. * Köln, 8. August. Mehrere Knaben spielten mit einer Dynamitpatrone, als diese explodierte. Zwei Kinder wurden schwer verletzt. Witten a. d. R., 7. Aug. In dem benachbarteu Annen wurde ein Wirt und ein Gemüsehändler wegen Falschmünzerei verhaftet. Sie hatten 2- und 5-Mark- ftücfe hergestellt und in den Verkehr gebracht. * Berlin, 8. August. In der Adalbertstraße jagte ein scheu gewordenes Pferd über den Fahrdamm und rannte derart gegen einen Straßenbahnwagen, daß die Scheerbaumstange einem auf dem Vorderperron des Straßenbahnwagens stehenden Mann in den Unterleib drang. Der Verwundete wurde in ein Krankenhaus geschafft. Sein Zustand ist bedenklich. * Magdeburg, 8. Aug. Ein Maurer, der mit einer Witwe ein Verhältnis unterhielt, versuchte diese zu ermorden. Er brachte ihr mit einem Sattlerpfriemen elf Stiche bei. Die Verwundete wurde in ein Krankenhaus gebracht. Der Täter ist verhaftet. * Göttingen, 7. Aug. Heute nachmittag fand in Münden die Einweihung des Lokomotivführerheims statt. An der Feier nahmen etwa 500 Lokomotivführer aus allen Teilen Deutschlands teil. Minister Budde entsandte als Vertreter den Ministerialdirektor Wehrmann. Anwesend waren ferner der Präsident der Eisenbahndirektion Kassel und Vertreter der Eisenbahndirektionen Hannover, Frankfurt, Magdeburg und Erfurt. * Braunschweig, 7. August. Die Meldungen über zahlreiche Typhus-Erkrankungen von Schulkindern sind stark übertrieben. Insbesondere handelt es sich überhaupt nicht um Typhus, sondern um leichte gastrische Erkrankungen, die sämtlich einen gutartigen Verlauf nahmen. Dritte Personen sind nicht angesteckt. Die Entstehungsursache wird hauptsächlich in dem ungünstigen Wetter erblickt. * München, 7. August. Einer dem Ministerium des Aeußern vorliegenden Denkschrift ist zu entnehmen, daß die 1. Wagenklasse in Bayern beibehalten, dagegen aber die 4. Wagenklasse nicht eingeführt werden soll. Eher empfehle sich, den Preis für die dritte Wagenklasse auf jenen der 4. zu ermäßigen. Weiter wird empfohlen, für Schnellzüge nur 1. und 2. Klassewagen einzustellen und die 3. Klasse lediglich auf die Eilzüge zu beschränken. * Antwerpen, 7. August. Im Dorfe Caap bei Tourn- hout an der holländischen Grenze sand ein vom Felde zurückkehrender Landwirt seine Frau im Bette ermordet vor. Kurz darauf entdeckte er im Brunnen die Leiche seiner Schwiegermutter. Von dem Täter fehlt bisher jede Spur. * Gastein, 7. August. Geheimrat Felix Dahn ist zum Kurgebrauch hier eingetroffen. '"Durand, 7. August. In Michigan auf der Trunk Eisenbahn stieß ein Teil des Zuges, der den Zirkus Wallaee Brothers beförderte, mit dem anderen Teil zusammen. 19 Personen, darunter der Zugführer, sind getötet, 30 verletzt. Kunst und Wissenschaft. R 0 s e g a e r s D a n k. Peter Rosegger in Krieglach erläßt m der „Frkf. Ztg." folgende Danksagung: In jungen Jahren habe ich mir gedacht, welch ein königliches Gefühl das sein müßte, auf dieser Welt mehr zu geben als zu empfangen, der Menschheit Schuldherr zu sein. Zeitweilig schien es, als wäre diese stolze Würde mir beschieden. Hub nun in meinen alten Tagen bin ich so lief in Schulden geraten. Das ivas ich jetzt empfangen, kami ich nimmermehr bezahlen. Bin doch viel aii Nachsichc unb Güte gewohnt worben, aber vor dieser Hochflut an Ehren und Liebe steh ich ratlos da. Fast verzagend. Ich weiß ja, daß es ein großer Tank ist und daß wahrer Tatst fernen Gegen- banf erwartet, aber in mir ist keine Ruhe, solange ich nicht jcbem, ber mich in irgenb einer Form zii meinem 60. Geburtstag begrüßt hat, gebankt habe. Uiib bas ist nicht möglich. — Es war ein grimmiges, herzfrohes Unwetter. Ein Rauschen in den Blattern wie Ätalensöhii unb Sommersturm, ein Gießen imb Strömen aus allen Weltgegenden, aus allen Tiefen unb Höhen — tagelang. Ich habe mich umsoiisl zu schützen gesucht unb bin mm naß bis auf bie Neueste MewmMtt. Originaldrahtmeldungen des Gießener Anzeigers. Berlin, 8. Aug. Der in der Presse im Borans viel besprochene E m p f a 11 g des deutschen Botschafters Freiherrn Speck vo n Sternburg hat einem New- Dorker Telegramm des „Lok.-Anz." zufolge gestern in Oysterbay stattgesunden. Der Botschafter traf um 11 Uhr in Oysterbay ein und fuhr bald darauf von einer Privat-Equipage des Präsidenten abgeholt nach dessen Villa auf Sugamore Hill, wo er durch den Staatssekretär Loomis vorgestellt wurde. Mit einer Ansprache, in welcher er die Versicherung ausdrückte, daß er sich bemühen werde, die langjährigen ohne Unterbrechung bestandenen freundschaftlichen Beziehungen zwischen Deutschland und Amerika zu pflegen und weiter zu entwickeln, überreichte der Botschafter sein Beglaubigungsschreiben. Präsident Roosevelt hob in seiner Erwiderung hervor, daß Freiherrn Speck von Sternbnrgs Vertrautsein mit dem Wesen der amerikanischen Regierung und des amerikanischen Volkes von besonderem Wert sei. Die amerikanische Regierung werde dell Botschaster in jeder Weise unterstützen. Auf Einladung des Präsidenten verblieb Freiherr von Sternburg auch die Nacht über in Sagamore Hill. B e r [ i 11, 8. Aug. Zur Reichstags-Ersatzwahl in Dessau-Zerbst meldet das „Berl. Tagebl.", daß die Sozialdemokraten entweder Dr. Leo Arons oder den Rechtsanwalt Liebknecht als Kandidaten aufstellen werden. Haut. Der Geburtstagsgruß ist ein brausendes Lied geworden. Wohl em Jahr lang werde ich zu lesen haben daran, was in diesen märchenhaften Tagen freundlich, liebreich und schön an und über mich geschrieben worden ist. — Anzengruber hat einmal seinen Geburtstagsgratulanten versprochen, er wolle fleißig dafür dichten. Sollte der Dank von unsereinem nicht besser darin bestehen, das Dichten endlich sein zu lassen? Ich kann nichts versprechen. Lasset Mich jetzt nur innig danken, von dieser Stelle aus nach allen Seiten hin, jeder Körperschaft und jedem Einzelnen danken für alle Grüße, für alle Spenden, für alle Ehrungen —für alle Liebe. Und bann lasset mich wieder zurückkehren zu mir selbst. Krieglach, 6. August 1903. Peter Rosegger. Wteratur. Die Gedächtnisrede zur Jahrhundertfeier des Geburtstags Liebigs hat Geh. Hofrat Professor Dr. A l e £. Naumann mit Einschaltungen im Druck erschenien lassen. Die Schrift, die im Verlag von Friedr. Vieweg in Braunschweig erschienen ist, ist mit einem sehr guten Bildnis Liebigs geschmückt. — Wer Freude an der Photographie haben will, sollte nicht versäumen, sich zuvor neben den nötigen Handgriffen eine gewisse Summe des photographischen ABE anzu- eignen, dann erst kann er zielbewußt feine Aufnahmen fertigen, entwickeln und kopieren. Wer dies erreichen will, greife zii Dr. E. Vogels Taschenbuch der Photographie, ivelches jetzt gerade in 11. Auflage im Verlage von G u st a v Schmidt, Berlin W. 35 neu bearbeitet und vervollständigt er- schienen ist. Es ist ein Leitfaden für Anfänger und Fortgeschrittene, in dem er alles silidet, was er braucht — gute Lehren, Ratschläge, Anweisungen, auch bildliche Anschauungen, Rezepte, Tabellen und vieles Andere. 89 Texlfiguren, 12 instruktive Tafeln und 20 Bildvorlagen schmücken den Band. Der Preis von Alk. 2,50 für das gebundene handliche Büchlein macht es für Jeden erschwinglich. Sandel und Verkehr. Volkswirtschaft. Berliner Börse vom 7. August 1903. (Mitgeteilt von der Bant für Handel und Industrie, Gießen.) Privat-Diskont 31/« Prozent. Anfangs- u. Schlußkurse. Oest. Kredit.... 208.20 208.25 Deutsche Bank . . . 213.00 212.80 Darmstädter Bank . . 136.80 137.00 Bochumer Guß ... 181.00 180.60 Harpener Bergbau . . 180.10 180.20 Schluß-Tendenz: ziemlich fest. Getreide. Der Weitzenmarkt verkehrte während der abgelaufenen Woche in fester Haltung. Die Abschlüsse waren in der ersten Wochenhälfte ziemlich belangreich, das alsdann eingetretene bessere Wetter veranlaßte aber unsere Mühlen zu größerer Zurückhaltung. Tas Angebot von Amerika ist klein und die verlangten Preise sind hier nicht zu erzielen. Rumänien offeriert ziemlich viel, hat aber die Forderungen um 1—2 Mk. per Tonne erhöht. Von Rußland liegen verhältnismäßig wenig Offerten vor; die Preise koniiten ebenfalls 1—2 Mk. gewinnen. Tie Muster der neuen russischen Weizen zeigen, daß dieQualitäten teilweise zu wünschen übrig lassen. Vom Rhein lagen in den letzten Tagen auch schon Offerten, in neuem Weizen vor und wurde Mehreres getauft. Roggen ist sehr fest und höher; der Ausfall der russischen Ernte soll nach über- emftimmenben Berichten hinter den Erwartungen zurückbleiben. Dagegen scheint Norddeutschland eine gute Ernte und namentlich vorzügliche Qualitäten zu haben. Futtergerste etwas höher gehalten., Braugerste. Die bisher vorgelegten Proben der neuen Pfälzer Gerste haben die Aussichten auf gute Qualitäten wesentlich herab- geftimmt. Es zeigte sich daher tm Wochenlaufe mehrfach Frage nach guter alter Gerste; auch in Ungargerste haben schon einige Abschlüsse stattgefunden. Hafer etwas fester bei kleinem Verkehr. Mais ebenfalls fester. Tie heutigen Notierungen sind: Weizen. Red Winter 2 Wik. 135,5, Kansas 2 Mk. 135,5, Ulkaweizen 127,5, Rumänischer 134. Roggen. Russischer 101. Gerste. Ruff. Futtergerste 89ch. Hafer, russischer 100. Mais mixed 105, Laplata r. t. 98. Per Tonne erf Rotterdam. Hopfen. Was soll man über den Stand der Anlagen sagen ? Gut oder schlecht, beides wäre sehr voreilig. Wohl haben die anhaltenden Regengüsse der letzten Wochen den Boden etwas stark durchfeuchtet, wieder aber sind viele Anlagen vorhanden, denen dasselbe sehr zugute kam. Die Hauptsache ist, daß sich inztvischen wieder wärmender Sonnenschein eingestellt hat, bei dessen Fortdauer und unter dessen Einfluß sich die Anlagen wohl sehr gut weiter entwickeln werden, so daß man in den nächsten 14 Tagen sich schon eher em Urteil erlauben kann. Am Markte in Nürnberg erscheint jetzt täglich zurückbehaltene Ware unb zwar sind die täglichen Zufuhren stets um ein bedeutendes höher als die Abgänge. Immerhin treten ständig noch Käufer auf, so daß die Vorräte bis zum Eintreffen der neuen Ernte geräumt sein dürften. Minimale Partien neuer Hopfen langten in Postsendungen an; man fordert per Pfund Mk. 2, wofür sich jedoch keine Abnehnier finben bürsten. — Die letzten Notierungen lauten für Marktware, prima Mk. 130 bis 135, mittel Mk. 122—128, gering Mk. 115—120, Württemberger, prima Mk. 135—14Q, mittel All. 128-132, Babenser, prima Alk. 135-140, mittel Mk. 128—132, Elsässer, prima Mk. 132—138, mittel 125—130. Märkte. Gießen, 8.August. Marktbericht. Aus heutigemWocbemnarkt kosteten: Butter pr. Pfb. 1,00—1,20 Mk., Hühnereier 1 St. 0—0 Pfg., 2 Stck. 13—15Pfa., Gäiiseeierl2—13 Pfg., Enteneier8—0 Psg., Käse vr.Stck. 5—8 Pf., Käsematte2Stck. 5—6Psg., Erbsen pr.Liter 21 Pfg., Linsen pr. Liter32 Pfg., Tauben pr.Paar 0,75—0,90Mk., Hühner pr. St. 1,20—1,80 Mk., Hähne pr. Stück 0,65—1,00 Mk., Enten pr. Stück 1,70—2,00 Mk., Gänse pr. Pfb. 54—60 Pfg., Ochs en fleisch pr. Pfund 68—78 Pfg., Kuh- unb Rindfleisch pr. Pfund 60—66 Psg., Schweinefleisch pr. Pfunb 66—76 Psg., Schweinefleisch, gesalzen, pr. Pfund 80 Pfg., Kalbfleisch pr. Psd. 68—74 Pfg., Hainmelfleisch pr. Pfund 56—74 Pfg., Kartoffeln pr. 100 Kgr. 10,00—10,50 Mk., Weißkraut per Stück 00-00 Pfg., Zwiebeln pr. Zentner 8,00—8,50 All., Milch per Liter 18 Pfg. Kirschen per Pfb. 3g—40 Pfg., Aepsel per Pfb. 0—00 Pfg., in Körben 00—00 Psg. Trauben 00-00 Pfg. Köln, 8. Aug. Von drei jungen Leuten, welche infolge einer Wette oberhalb der Stadt quer über ben Rhein s ch w immen wollten, wurde einer vermutlich von Krämpfen befallen und ertrank, bevor Rettung gebracht werden konnte. Pl au en, 8. Aug. In der vergangenen Nacht brannte das aus Holz gebaute Wohnhaus des Gutsbesitzers Neudel in Rentengrün bei Adorf nieder. Dabei verbrannten 6 Kinder, die auf dem Boden schliefen. Der Vater erlitt bei dem Versuch, die Kinder zu re tten, schwere Verletzungen. Heidelberg, 8. Aug. Zu dem Kommers ber Heidelberger Studentenschaft in ber Stadthalle hatten sich gestern abend etwa 1600 Teilnehmer eingesunden, während weitere tausend Personen, meist Damen, die Gallerien besetzt hatten. Um halb 10 Uhr trafen der Großherzog, der Erbgroßherzog, die Minister, Prorektor Eeerny, Oberbürgermeister Dr. Wilckens und andere Ehrengäste ein. Der Präside des Kommerses, Stud. Go ecke, erster Chargierter des Korps Suevia, teilte der Versammlung mit, daß der Großherzog den Ehrenvorsitz des Kommerses zu führen geruht habe. Nach bem ersten Gesäuge ergriff der Großherzog das Wort zu einem Hoch auf den deutschen Kaiser; Stud. G 0 e ck e brachte das Hoch auf ben Großherzog und auf das Großherzogliche Haus aus. Darauf toastete Prorektor Czerny auf die Ehrengäste, Stud. Trapp auf die Lehrer, Geheimrat Lewald auf die Ruperto-Carola und die deutschen Hochschulen. Stud. Haff en er brachte ein Hoch auf die Stadt Heidelberg aus; Bürgermeister Walz erwiderte mit einem Hoch auf die Studentenschaft. Nachdem in werteren Trinksprüchen der Armee und ber Damen gedacht war, schloß der offizielle Teil des-Kommerses um 113/4 Uhr. Kaiserslautern, 8. Aug. In Bad Herrenalb ist ber frühere langjährige Abgeordnete, jetzt noch Landtagsabgeordneter für den Wahltteis Neustadt-Landau i. b. Pf., Oberlandesgerichtsrat a. D. Theodor Brünings von Landau im Alter von 64 Jahren gestorben. London, 7. Aug. 12 Uhr nachts. Unterhaus. Fortsetzung. Die Verhandlung über das Automobilgesetz, die Mittags anfing, dauert noch an, da die Automobilfreunde sehr unbefriedigt sind über das Amendement, welches die Schnelligkettsgrenze auf 20 englische Meilen pro Stunde festsetzt, und die Vorlage heftig bekämpfen. Die Verhandlungen dauern wahrscheinlich noch mehrere Stunden. Barcelona, 7. Aug. Ein heftiges Feuer zerstörte die Wohnungen der Arbeiterkolonie Esparra- guera. Einige Arbeiter sind umgekommen, etwa 3000 Arbeiterfamilien sind obdachlos. Wien, 8. Aug. Nach Mitteilungen, welche der römische Korrespondent der „Neuen Freien Presse" von einer die Absichten des Papstes genau kennenden Persönlichkeit erhalten hat, wird der Lebenszweck des Papstes nicht die Lösung der römischen Frage in temporalem ©inne fein, sondern der Stur^ des liberalen Regiments und die allmähliche Unteroronung des Einheitsstaates unter den Willen des Papsttums. Der Papst werde nicht wie sein Vorgänger immer klagen und protestieren, dafür aber um so eifriger an der klerikalen Organisation arbeiten, um im gegebenen Moment die Gesetzgebung in klerikalem Sinne zu beeinflussen. Asch (Böhmen), 8. Aug. Im Dorfe Kit erkrankten nach dem Genuß giftiger Pilze 11 italienische Arbeiter. Sieben sind bereits gestorben, die übrigen schweben in Lebensgefahr. Agram, 8. Aua. In Esseg tötete sich aus unglücklicher Liebe der Schüler der 4. Gymnasialklasse Sabatos, der Sohn eines angesehenen Eisenbahnbeamten, durch einen Revolverschuß in die Schläfe. Budapest, 8. Aug. Graf Khuen wurde gestern in Ischl wieder vom Kaiser empfangen. Seine Demission ist vorläusig noch nicht angenommen worden. Belgrad, 8. Aug. Die Zeitung „Stampa" bringt die sensationelle Meldung, der serbische Mobilisier- ungsplan sei in Abwesenheit des Kommandanten des 7. Regiments, Oberstleutnant Alexander Dimitriewitsch aus dessen Schreibttsch gestohlen worden. Der Verdacht habe sich auf den Oberstleutnant Pawel Michailowitsch gelenkt, welcher verhaftet wurde. Die Sache erregt großes Aufsehen. Wchrntliche WnjiihtLrr TodksMe mderZtaKGießei?. 31. Woche. Vom 26. Juli bis 1. August 1903. (Einwohnerzahl: angenommen zu 26 900 sinkt 1600 Mann Militär) Sterblichkettsziffer: 27,06, nach Abzug von 6 Ortsfremden: 15,46 c/co. Kinder Es starben an: Zusammen: Erwachsene: im vom 1. Lebensjahr: 2.—15. Iah* Tuberkulose des Gehirns 1 1 Gehirukrankheit KD Kl) w» — Lungenentzündung 3(1) 3(1) — ■ Broitchitts 2(1) KD — 1 LUerenentzündung 1 1 «■* Jtn Wochenbett Kl) 1(1) Altersschwäche 1 1 — _ Lebensschwäche KD — 1(1) - Darmkatarrh 2 — 2 — Aiasern KD — 1 (1) - Summa: 14 (6) 9(4) 4(2) 1 Annt.: Die in Klammern gesetzten Ziffern geben an, wie viel der Todesfälle in der betreffenden Krankheit aut von auswärts nach Gießen gebrachte Kranke kommen. Telephonischer Kursbericht Jc'rmsikturi u. jÜ., 8. August lbu3. 3Vfl°/u Reichsanleihe . . 102.00 3% do. ... 90.90 3V»0/o Konsolb .... 101.80 3% do......90.00 SVs0/,) Hessen .... 101.10 3% Oberhessen . . . 100.20 4% Oesterr. Goldrente . . 102.90 4Oesterr. Silberrente 100.80 4% Ungar. Goldrente . . 101.10 4°/J Italien. Rente . . . 103.30 4Va% Portugiesen . . . —.— 3°/ Portugiesen.....31.20 1% C. Türken . ... 3490 Türkenlose ......131.00 4% Griech. Monopol.-AnL 44.20 4V»% äussere Argontiner 40.90 3% Mexikaner . . . 26.60 4,/2,)/o Chinesen . , . . 92.50 Electric, bchuckert . . . 98.00 Nordd. Lloyd . . . . 98.00 Kreditaktien .... 207.80 Diskonto-Koinmandit. . . 187.90 Darmstädter Bank . . . 136.95 Dresdener Bank .... 147.90 Beniner Handolsges. . . 154.50 Oesterr. Staatabahn . . . 143.10 Lombarden.....17.10 Gotthar-ibahn .... 191.00 Laurabütte...... 220.00 Bochum.......179.80 ilarp-ner .... 180.20 Tendenz: abgeschwächt. Rheinisches Technikum Bingen für Maschinenbau und Elektrotechnik.0245 am— Auf vielseitigen Wunsch nochmals 6073 6067 Wieseck, den 8. August 1903. Selterswef*. Billige Fahrräder Aciituog'Z Achtung 2 i i , 155.— Lehrliugc: 6064 billiger. 6090 1 Schreiner für auswärts *6 Gew.LW.lUO-800 |31000 5—100 1950 6081 schon für SS Pfennig. C. Röhr & Co 6063 Gießen, am 8. August 1903. Der Branddirektor: Traber. 6%. 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Es können eingestellt werden: 8 Pferdeknechte, 2 landwirtschaftliche Arbeiter, 1 Cementmüller, 1 Kunstschlosser, 1 Bauschlosser, 1 Schmied, 1 Tapezierer, 1 Modell- schremer, 3 Bau- unt) Möbelschreiner, 1 Drechsler, 2 Handlanger, 1 Glaser, 2 Spengler, 2 Kellner, 3 HauSburjchen, 1 Restauratlons- töchin (auswärts), 19 Dienstmädchen gegen hohen Lohn für hier und ausivärts, 1 besseres Kindermädchen, 1 Lausmädchen, 4 Lauf- jrouen, 1 Weißzeugnäherin, 1 Plätterin nach auswärts, 1 Büglerin ES suchen Arbeit: 6 Pferdeknechte, 2 landivirtschaftliche Arbeiter, 2 Kutscher, 1 Schmied, 1 Installateur oder Spengler, 1 Spengler, 1 Maschinist ober Heizer, 3 Buchbinder, 1 Packer oder Lagerarbester, 3 Schreiiier, 1 Bäcker, 1 Weißbinder, 1 Lackierer, 2 Glaser, 2 Erdarbeiter, 1 Küchenchef, 2 Hausburschen, 1 Schreibgehilie, 1 Maschinenschreiber, 2 Lauifrauen, 1 Laufmädchen, 2 Dienstmädchen, 1 Kindermädchen, 1 Stütze der Hausfrau, 1 Kinderfräulein, 4 Waschfrauen, 1 Büglerin, 1 Flickerin. 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