«Ech-tn.?«^» ^Etes Blatt. 153. Jahrgang Samstag 8.August 1903 EÄSÄ /T X M Ck A A4 A A* . . aa! A A AA »»Ä dem yesfischen Landwirt M MM M jWV« MI «^k Xk 4t A AA Ab»°le- ». Zw,,,,stMen i&ffi |ll| izl*lz II lz ■ /■ niizl ri ßr sÄte» 0i°.a.^-dİ^V°r- V/ llC, |||l l I V l । । wlC- । MM IC ft an’‘'8e" W General-Anzeiger « ** «g ^ultr- und Anzeigeblatt für den Kreis Giehen N8Z iTc.i;rjwmq*< --Muster portofrei. ■ ■ > — v; Fertige seidene Kostüm -Röcke, Jupons, Blusen, hatbfert. Roben. Ä Deutschlands grösstes Spezial-Seiden-Geschäft m wife Seidenbaus Michels & vL, Berlin SW. 19 I 43 Leipziger Strasse 43 Ecke Markgrafen-Strasse. fj Mechanische Seldenstoffweberoi in Krefeld Wiaudereten aus der Kaiserstadt. (Nachdruck verboten.) Verregnete Sommerfeste. — Herbst in der Mark. — Nowawes und Neuendorf, die feindlichen Nachbarn. Nachdem sich die unzufriedenen Berliner über die asphaltausweichenoe Hitze der Juniwochen weidlich ausge- jchimpst hatten, dauert ihnen nun die damals ersehnte Abkühlung doch ein bißchen zu lange. Kein Tag vergeht ohne Regen. Der §immel ist wie eure riesige Gießkanne, die immer frisch nachgefüllt wird, und alle Sommerfeste, die des zu mietenden Lokals wegen oft monatelang vorher festgelegt werden müssen, verregnen mit eineir unerbittlichen Konsequenz. Aber mit ebenso unerbittlich guter Laune fahren oder „jonoeln", wie der Berliner sagt, die verschiedenen Vereinsbrüder in ihren Memseru trotz aller Berieselung am festgesetzten Tage hinaus in die jchöne Welt, die sich „Umgegend der Reichshauptstadt" nennt, und feiern ihr Sommerfest in Grünau oder Finkenkrug. Und wenn sie bei der Ankunft auch sofort in dem etwas stickigen großen Saale verschwinden und ein scharfes Zechen beginnen, das von etlichen Walzern und Pollas, aus denen die Vereins- schweftern nun einmal bestehen, hier und da unterbrochen wird: ein Sommerfest war es dochi, und mitunter schöner, als wenn die Sonne dazu geschienen hätte. Freilich, wenn man Theater im Freien spielen will, wie das auch vor- kommt, so ist man schon aufs „Weiße Rößl" angewiesen, in dem bekanntlich ein waschechter Platzregen auf die Bühne mederzurieseln hat. Die „Neue Gemeinschaft" hatte bei Schlachtensee unlängst so etwas arrangiert: Szenen von Peter Hille, einem seltsamen Wildling unter den Berliner Poeten. Ader es war gut, daß es regnete unb die weniger Begeisterten dadurch entweder gar nicht kamen oder den: etwas zu feuchten 'Naturtheater zeitig oeu Rucken kehrten. Denn dieses Naturtheater hatte etwas von jener Theater- nffltur, die keine Polizei zu verbieten nötig hat: es war nämlich langweilig! Und so nahmen wir von diesem feuchten aber nicht fröhlichen Schauplatz Abschied und fuhren gen Potsdam, der Einladung eines Gastfreundes folgend, der eine regendichte Trinklaube hat mit rosa und anders gefärbten Scheiben in den Fenstern, allwo man sich graue Sommertage nach Storms fröhlichem Rezept flink zu vergolden vermag. Unterwegs aber sah ich, daß es mit den Sommertagen nun auch schon zu Ende geht. Die märkischen Birken mit den schlanken weißen Stämmen, die den melancholischen Föhrenwald so anmutig zu beleben wissen, haben ihr grünes Wipfeltleid schon bedenklich ins Bronzegelb verschießen lassen, und ein tückischer Windstoß läßt Tausende der welkenden Blätter aus den mageren Waldbodcn her- niederslattern. In den Bahnwärtergärten blüht der aufdringlichste aller Herbstherolde, die lang aufgeschossene Sommerrose, hier und dort auch eine Aster und Georgine; in den Stoppelfeldern schwirren verängstete Rebhüyner- ketten auf — und unter der Veranda eines am Bahnstrang liegenden Landhäuschens sehe ich im Vorüberfliegen, wie ein riesiges Drachengestell beklebt wird. Es wird wirk lich schon Herbst! Aus meinen melancholischen Betrachtungen weckt mich eine Stimme im Nebeukoupö. Wir fahren nämlich an Station Nowawes-Neueudorf vorüber und ein Wißbegieriger hat gefragt, ob man N o wawes oder Nowawes oder Nowawes zu sprechen habe, und was der Name eigentlich bedeute. Der Erklärer ist ein landkundiger Mann, der von der letzteren Station vor Potsdam manches berichten weiß. Es heißt natürlich Nowawes. Man sagt immer „natürlich", wenn man etwas verkündet, was durchaus nicht so natürlich ist. Nowawes bedeutet ungefähr dasselbe wie Neuendorf, der Name des Schwesterortes. Während aber Neuendorf schon im Jahre 137J im Land buch Karls IV. als Nygendorff Erwähnung findet und alteingesessene Bauernfaulilieu aufweist, die Lehnsleute der allen Kurfürsten gewesen sind, ist Nowawes eine Gründung wie etwa das schlesische Zillertal. Friedrich der Große, der rührige Kolonisator, legte es vor 150 Jahren für evangelische Böhmen am, die die heimische Tätigkeit des Webens auch in Nowawes fortsetzten und dadurch den Grund zu den heute florierenden Baumwoll- und Wollwebereien in Nowawes legten. Anstatt aber die Nowaweser mit den Nenendorfern von Anfang an zu einem Gemeinwesen zu verbinden, da Nowaives ja vollständig in der Gemarkung Neuendorfs liegt, existieren sie noch heute als zwei Gemeinden mit durchaus selbständigen Verwaltungen. Straßen, von denen die eine Seite zu Nowawes, die andere zu Neuendorf geihört, gibt es verschiedentlich, sogar die beiden Rathäuser liegen in einer solchen Straße, und zwar ziemlich nahe beisammen. Natürlich setzt es da Streitigkeiten und Prozesse. Keiner will pflastern lassen. Die Anwohner wenden sich beschwerde- führend au den Landrat, der entscheiden soll. Er verfügt, aber man ilagt dagegen — und die holden Pfützen und unergründlichen Wege bleiben, bis die Mlage durch alle Instanzen gegangen ist! Nicht minder lustig ist der Krieg um die Hausnummern. Jeder Ort numeriert für sich, und eine Straße, die an jedem Ende mit dir. 1 beginnt, beweist allen, die ein Interesse daran haben, daß die liebe deutsche Einigkeit trotz aller Errungenschaften der letzten Jahrzehnte noch immer eine theoretisch betriebene Geschichte ist! Und damit auch die Jugend in den eigeukrämerischen Gedanken der Alten aufwächp, laufen die ^teuendorfer Schüler tagtäglich hübsch dura) "Nowawes, an der dortigen Schule vorüber, um in die eigene zu gelangen. Auch, die Post hat ihren Kummer wegen der feindlichen Nachbarn, die ihre Straßen manchmal mit gleichen Namen belegen, obgleich sie zusammen nur ein Postamt haben! Ties und jenes ist in letzter Zeit nach langem Kampfe schon geändert worden. An anderem wird hartnäckig sestgehalten. Wer merkt es im Vorüberfahren, wenn er die beiden Namen friedlich nebeneinander auf dem Stationsschilde stehen sieht, was für schlechte Nachbarn die beiden sind? Gott sei Dank, daß in 1:1 in Poch oam v Hessen kann, was dieses <_ aiions- schild für triste Gesch, !at aufgew.rbelt hat! . . . A.R. Jergeöung von Aauaröeilen. N-ür den Neubau der Universitäts-Bibliothek in Gießen werden auf Grund des Erlasses Großh. Mmistenums der Finanzen vom 16. Juni 1892 folgende Arbeiten bezw. Lieser- ungen öffentlich ausgeschrieben: A. Glaserarbciten. Los I: 18 qm Elchenholzfenster, , II: 130 „ „ 111: 165 „ * , IV: 38 , B. 366 qm fchmiedeiserne Fenster. C. Cementarbciteu. 57 qm Betondecken, 1580 „ Ausgleich-Beton mit Estrich. 1). Linoleumarbeiten. Los 1: 1170 qm Los II: 2070 qm Angebotsunterlagen können auf unserem Ziveigbüreau, Stevüanstraße 18, eingesehen, Angebotsformulare (teilte Zeichnungen) dorther gegen Selbstkostenpreis, soweit der Vorrat reicht, bezogen werden. . Offerten mit bezeichnender Aufschrift sind auf genanntem Biircau bis Donnerstag den 20. August, vormittags 11 Uhr, dem Eröffnungstermine, einzureichen. Gießen, den 24. Juli 1903. 5790 Großh. Baubehörde für die Universitäts-Neubauten. Becker._______________________ Vergebung von Kauurbeiten. Die zur teilweisen Umdeckung des Daches des neuen Universitätsgebäudes zu Gießen erforderliche Pachdcckeraröeil soll auf dem Wege des schriftlichen Angebots vergeben werden. Die bezüglichen Unterlagen liegen in unserem Amtslokal zur Einsicht offen. Angebote sind bis längstens Freitag den 14. August d. I., vormittags 10 Uhr, mit entsprechender Aufschrift versehen portofrei an uns einzusenden. Zuschlagsfrist 14 Tage. Gießen, den 5. August 1903. Großh. Hochbauamt. Neuling. 6035 Iagdverpachtung. Drcnstag den 11. August d. Fs., nachmittags 4 Uhr, soll die der Gemeinde Michel- MW Fcucr-VckWrllngs-ckscWast (iolonia Gegründet 1839. Garantiemtttel Mark 21078 254.—. HttbstWldkMlKt pi Sich». Am Montag dem 14. September 1903 findet im Anschluß an die landwirtschaftliche Ausstellung auf dem Trieb an der Grun- berqerstraße Pferdemarkt statt. Die für die Ausstellung errichteten Stallungen stehen auch für den Pferdemarkt zur Verfügung. Auskunft hierüber erteilt Herr Hoflohnkulscher Huhu, über sonstige Marktangelegenheiten Herr Weinhandler August Schwan dahier. Mit dem Pferdemarkt ist ein Zuchtviehmarkt, sowie emc Prämiierung verbunden: a) für Pferde von Händlern, . b) für Pferde von Landwirten, die auf der Ausstellung nicht bereits Prämien erhalten haben. Ter Pränuierungsplan ist von Herrn Oekonomierat Schleuke- Hardthof bei Gießen zu beziehen. .. . . Nachmittags 3 Uhr pndet Konzert, Pranuenverteilung und Vorführung der prämiierten Pferde statt. Gießen, den 25. Juli 1903. o909 Die städtische Pferdemarkl-Kommission. Jean Kirch, Stadtverordneter. 5 000.— Mk. 10 000. Kouvonpolieen über: für Haushaltungen im Werte von: Mk. 10000.— 20000.— Tie Gesellfchast übernimmt außer Feuerversicherungen unter liberalen Bedingungen und zu billigen Prämien auch Brrsicyerungen gegen Einbruch-Diebstahl. kosten jährlich Prämie: Alk. 5.- „ 10.- '' 15 000*- , 30000.- „ 15.- iju '.netterer Auskunft und zum Abschluß von Versicherungen halte ich mich bestens empfohlen. 4708 Jo F scher, Agentur der Colonia, Alicestr. 19. Urdeitspferde-Markt zu Frankfurt a. M. Am Mittwoch dem 12. August d. IS. findet auf dem Platze des Landwirtschaftlichen Vereins, Ostendstr. 30, em IW“ Markt für Arbeitspferde statt. Derselbe beginnt morgens 6 Uhr und endet abends 6 Uhr. Nähere Auskunft erteilt das Sekretariat des Landwirtschaftlichen Vereins, Ostendstr. 30, daselbst sind Anmeldeformulare, sowie die Scheine für die Aufstellung der Pferde auf dem Marktplatz zu haben. Der Borstand °91' des Frankfurter Landrürschaftlichen Vereins. bach, Kreis Marburg, zu- stehende Feld- und Waldjagd auf 6 Jahre in der Grosch- schen Wirtschaft verpachtet werden. Das Jagdgebiet um- faßt 220 ha Wald und 455 ha Feld und ist von der Bahnstation Sterzhausen (Marburg- Cölbe-Creuzthaler Bahn) bequem in 5 Alin., sowie von Marburg in s/4 Std. zu erreichen. 5786 Der Bürgermeister: Gim b el. jeder Preislage, in m solider Ausführung Onter Garantie. — Franko Lieferung:. — Keine lange Kochzeit mit MAGGI8 empfehlende N ■v1-.:- ■■■■ MARKEN Z5TERN Ich beehre mich, meiner werten Kundschaft mitzuteilen, daß ich jeM Neustadt \2, Ecke Lobershof In wenigen Minuten nur mit Wasser herstellbar. Bestens empfohlen von Gebe. 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