bruderet (Pietsch Gruben) Nie Heutige Kummer umfaßt 10 Seite». teuer um Schnlstrabe ?• Adresse für Depeschenr A«-etger Vietze«. Kerniprechanschluß Nr. 51, geschrieben wird, einen derartige Vertrag, daß sie den Sozialdemokraten Brömel wählten, wenn die Sozialdemokraten m Pyritz den Pfarrer Krösell wählten, nicht geschloffen. Daß Stargarder Juden den Antisemiten gewählt hätten, soll nicht z« beweisen sein. Die Juden zu Pyritz sollen für den Gegenkandidaten des Antisemiten eingetreten sein. Die Zuschrift an uns fährt dann wörtlich fort: ,Es mag wohl bei uns hier und da ein verärgerter und urteilsloser Antisemit sich bei der Stichwahl so weit verirrt haben, daß er seiner vaterländischen Gesinnung zum Trotz sozialdemokratisch wählte; der Partei als solcher darf dieser Vorwurf nicht gemacht werden. In Alsfeld und Lauterbach haben notorisch die Sozialdemokraten Mann für Mann den Nationalliberalen gewählt. Sollten wir da nun von einem Wahlbündnis reden? Solches ohne Beweis zu tun, wäre eine Verleumdung \ render deutscher Berichte aus Ostasien ist also noch kein Beweis, daß ein Grund zur Beunruhigung nicht vorhanden ist. Und was hat es vor allem mit den Pekinger Mitteib- ungen einer russischen Gouvernementszeitung auf sich, wonach die Gesandtschaften in Peking abermals Vorbereitungen für etwaige Zwischenfalle treffen, die Gesandtschaften beinahe armierten Festungen gleichen? Ist auch hierüber in .unserem Auswärtigen Amte nichts eingegangen? Ist etwas bek, * c ' 1 " - * DMische Tagesschau. Der Stand und Beruf der Neichstagsmitglieder. Die von uns in Nr. 252 gegebene Uebersicht über Stand «nd Beruf der neuen Abgeordneten sei noch in einigen Punkten ergänzt: Don einem Wahlkuhhandel. Am 30. Ium brachten wir die Berliner Blättern entlehnte Nachricht, daß der antisemitische Pfarrer Krösell in Pyritz in der Stichwahl mit Hülfe der Sozialdemokraten gewählt worden und daß die Stargarder Juden für ihn gestimmt hätten. Jetzt teilt man unß auf Grund , genauer Erkundigungen" mit, daß diese Nachricht falsch gewesen sei. Die Sozialdemokraten des Pyritzer Wahlkreises sollen aus Stettin die Parole erhalten haben, nicht für Pfarrer Krösell e'mzutreten.; dies soll am Abend vor der Stichwahl in Stargard von einem sozialdemokratischen Führer unter Vorzeigen deS betr. Schreibens aus Stettin konstatiert worden sein. Pfarrer Kr. versichert, daß er keinerlei Verbindung mit irgend einem Sozialdemokraten oder dessen Partei hat. Die Stettiner Ortsgruppe des deutschen Volksbundes habe, wie uns weiter Gießens zukünftige Theaterverhältnifse. L Gießen, den 8. Juli 1903. Der Theaterverein hielt gestern abend im Gesell» schaftshause seine Generalversammlung ab. Sie war, * nahmsweise, verhältnismäßig stark besucht, waren doch von ' den 301 Mitgliedern, die der Verein hat (entgegen 236 im ' Vorjahre), 14 Mitglieder erschienen! Sonst pflegten sich näm- ' lich die Generalversammlungen innerhalb des allerengsten Vorstandes abzuspielen. Diesmal aber hatte ein Punkt der Tagesordnung, die Frage derErrichtung eines Theaters, doch einige Zugkraft befeffem Prof. Dr. Fromme, der Vorsitzende, gab einen Rückblick auf das verfloffene Vereinsjahr und einen Ausblick ins kommende, der recht erfreulich ist. Der mit dem 1. Oktober hier antretende neue Direktor Steingötter hat, wie ja bekannt, vorläufig auf ein Jahr lautende Verträge mit den Städten und den Theatervereinen Gießen und Marburg abgeschloffen, denen zufolge er hier in jeder Woche im Winter drei, in Marburg zwei Vorstellungen geben wird. Im Sommer wird er das Kurtheater in Bad Nauheim leiten; dort lautet sein Vertrag aus 5 Jahre. Er wird dort laut Abmachung zwischen dem 15. Juni und 15. August auch Operettenvorstellungen geben und etwa 6 mal während dieser Zeit auch Gastvorstellungen hier veranstalten. Die Theatervereine hier und in Marburg zahlen ihnr pro Jahr je 3000 Mk. Dafür haben wir wie bisher wieder sechs sog. Theatervereinsvorstellungen, Marburg deren fünf. Die Spieltage in Gießen sind in der Woche Dienstag und Freitag. Am Sonntag wird alle drei Wochen in Marburg gespielt, sonst in Gießen. Ferner finden hier im Laufe der' Spielzeit 12, in Marburg 6 Volksvorstellungen statt. Die' Höchstzahl der jährlichen Vorstellungen hier ist 90, von denen auch je 6 für Kinder und zu halben Preisen stattfinden und 48 Abonnementsvorstellungen sind. Eß wird außerdem ein Tagesabonnement eröffnet werden, sodaß man sich z. A. auf die Dienstags- oder Freitags- oder Sonntagsvorstellungen abonnieren kann. Auch sog. »Dutzend"-BilletS werden zur Ausgabe gelangen, b. h. 20 Vorstellungen umfassende Abonnements, bei denen sich der Sperrsitzplatz auf 1,60 Mk. stellen wird. DaS Tagesabonnement für einen Sperrsitzplatz wird 20 Mk. kosten, d. h. 1,25 Mk. für die Vorstellung. Wer gelegentlich verhindert ist, zu seinem festen Theaterabend zn erscheinen, kann durch Lösung eines Bons von 25 Pfg. auch an einem anderen Theaterabend erscheinen. Die Mitglieder des Theater-Vereins erhalten aus das Tagesabonnement einen Nachlaß von 8 pCt., sodaß sich also für sie der Preis eines Sperrsitzes auf ca. 1,15 Mk. stellt. Der Direktor hat bi« Verpflichtung, 24 Mitglieder zu engagieren und zwar 14 Herren und 10 Damen. Es ist anzunehmen, daß namentlich angesichts des Jahresengagements wir ein recht tüchtiges Künstlerensemble erhalten werden. Der Theaterverein hat im verfloffenen Jahre für manche Verbesserungen in unserem alten Theatersaale Sorge getragen, die ja allgemein bekannt und anerkannt find. Nun hat man bereits vor mehreren Wochen erfahren, daß der Pächter des TheatersaaleS, Noll, von der staatlichen Polizei aus Gründen der öffdntlichen Sicherheit den Aufttag erhalten hat, eine Reihe von sehr wesentlichen Aenderungen in dem Theatersaale auszuführen. Es ist ihm u» A. aufgegeben worden, statt der bisherigen festen Sitze Klappsitze einzurichten, die Beleuchtung anders zu gestalten, NotauSgänge herzustellen, in den Raumen hinter der Bühne mannigfache Sicherheitsmaßregeln zu treffen re. Herr Noll wie Herr Schwan, der Besitzer des Theatersaales, haben, was ja bereits allgemein bekannt ist, sich dahin geäußert, daß sie gänzlich außer lande sind, diese Aenderungen sämtlich vorzunehmen. So weit es ihm möglich, wolle Herr Schwan allerdings für Umbauten Sorge tragen, diese könnten sich aber nur auf einen Teil der aufgegebenen Maßregeln ersttecken. Es ist nun die Frage, ob die nächste Theatersaison, wenn die Polizei einerseits und die Herren Schwan und Noll andererseits auf ihrem Standpunkte beharren, überhaupt zu Stande kommen kann. Es ist weiterhin bekannt geworden, daß Herr Noll gegen die polizeiliche Anordnung bereits Rekurs eingelegt hat, und es wurde gestern auch die Kompetenzfrage erörtert. Der Vorsitzende aber wurde beauftragt, an zuständiger Stelle eine Einschränkung bc^ Anordnungen nachzusuchen. Die Ausschußwahl ging glatt von statten. Auf Vorschlag von Dr. Heuser wurde der bisherige Ausschuß, bestehend aus den Herren Prof. Dr. F r o m m e, Kommerzienräten Heichelheim und Gail, Challier, Haubach, Kirch und Balser, wiedergewählt. Er hat aus sich heraus _ ym- attonalliberalen und der den Vorstand zu wählen (Vorsitzenden, Kassierer und Schriftführer) und sich durch mindestens weitere vier Mitglieder 31t ergänzen. Vorher war von Herrn Challier der Kassenbericht er» stattet worden, aus dem wir morgen noch einige Zahlen mitteilen werden. Dem Rechner wurde Entlastung erteilt. Zum Schlüsse wurde die Theaterbausrage eingehend besprochen, durch mannigfache Anregungen nicht unwesentlich russischen Quelle, die amerikanische Nffandtschaft ___ Hülse nach Washington gewandt und die Forderung durch sehr gewichtige Gründe unterstützt habe? Es ist zu wünschen, daß unser Auswärtiges Antt möglichst bald die Sachlage klarstellt auf Grund von unmittelbar bei der deutschen Gesandtschaft in Peking eingezogenen Erkundigungen. Leicht zu nehmen wäre jedenfalls ein Wiederaufleben der ftemden- feindlichen Bewegung in China nicht. Die chinesische Regierung ist erfahrungsgemäß ziemlich machtlos gegen solche Volksbewegung, wenn sie rächt gar diese im Stillen unterstützt, ein Verdacht, der nach den Lehren der Vergaugenhett nicht ohne weiteres von der Hand gewiesen werden kann. Es trifft sich gut, daß heute einer der besten Chinakenner, General von Han necken, langjähriger deutscher Instrukteur der chinesischen Armee, aus Tientsin hier angekommen ist. Auch von diesem zuverlässigen Gewährsmann werden unsere amtlichen Stellen Information über die Lage im fernen Osten erhalten haben. Nach der „Times" befindet sich die russische Regierung in unbehaglicher Stimmung infolge der Berichte aus Ostasien, und wenn der amerikanische Flottenchef in Ostasien, Evans, in einem langen Bericht den Ernst der inneren Lage in China schildert, so ist dies ebenfalls ein nicht unterschätzendes An-eichen. Nr. 157 trfftetttt täglich außer Sonntags. Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem Hessischen Landwirt die Siebener Kamillen' blätter viermal in der Woche beigelegt. Rotationsdruck a. ©ergriffe. In einem neuen nach Berlin, Petersburg, Wien und Paris gerichteten Rundschreiben giebt die Pforte an, wer für den gegenwärtigen Zustand verantwortlich ist und bestreitet, daß Bulgarien friedlich gesinnt sei. Während Kunst und Wissenschaft im neuenReichstage /o gut wie gar nicht vertreten lern werden, gehören fünf seiner Mitglieder dem Stande der Schullehrer an. Je ein Gym- nasialorofefsor ist in den Reihen der Nationalliberalen und freisinnigen Volkspartei, letztere tzähtt auch einen Gemeindeschulrektor zu ihren Mitgliedern, im Zentrum sitzen noch ein Reallehrer (Dr. Heim) und ein Volksschullehrer (Sittart). Stattlich vertreten sind dagegen I n d u st r i e und Handel. Sieben Kommerzicn- räte in der narionalliberalen Partei, die überhaupt in dieser Hinsicht die stärkste Vertretung aufweist, repräsentieren verschiedene Zweige der Großindustrie und des Großhandels. Außerdem sind in dieser Partei 1 Fabrikdirektor, ein Kupferwerksbesitzer, 1 Fabrikant, 1 Weingroßhändler, 2 Kaufleute, zusammen 13. Die weitaus stärkste Vertretung des Kleinhandels und der Kleinindustrie zeigt dagegen die sozialdemokratische Partei. Unter ihren Mitgliedern finden wir 6 Zigarrenfabrikanten, 1 Fabrikanten, 2 Kaufleute, 1 Buchhändler, 2 Geschäftsführer, 1 Kassierer und 1 Buchhalter, zusammen 14. Im Zentrum sitzen 1 Brauereibesitzer, 1 Ziegeleibesitzer, 1 Mühlenbesitzer und 2 Kaufleute, zusammen 5. Die freisinnige V 0 l k s p a r t e i zählt 2 Fabrikanten und 1 Kaufmann, zusammen 3. Die Elsäsier 2 Fabrikbesitzer und 1 Brauereibesitzer, zusammen 3. Tie Reichspatte: 1 Fabrikanten; die Polen 1 Fabrik» oirektor; die Deutsche Volkspartei und die Antisemiten je 1 Kaufmann, die letztere auch 1 Apotheker. Endlich finden wir noch in der freisinnigen Bereinigung je 1 Bankdirektor. Brauereidirektor und Fabrikanten Im ganzen Reichstag sind demnach 46 Vertreter von Handel und Industrie, gegen 58 im bisherigen Reichstage. Krieg i« Hstastrn? Der Londoner „Standard" meß)et ans Tientsin, t»«i dortigen russischen Kreisen herrsche die Meinung, dah der Ausbruch von Feindseligkeiten irn fernen Osten unvermeidlich wäre. Es lägen MeLungen vor, daß Japan mobil mache. Demgegenüber erfährt man aus Berlin, daß nach dort an gut unterrichteter Stelle ein- Sigenen Jnfomrationeu amtliche Meldungen über eine pi.tzmtg der Verhälttnsse im Osten nicht eingegangen seien. Es würde dies unbedingt geschehen feüt, wenn die Lage sich so gestaltet hätte, wie die englische Meldung besagt. Trotz dieser inspirierten Beschwichttgungsnvte kann doch etwas Wahres au der Sache sein. Man wird sich erinnern, daß vor dem Ausbruchs der Wirren in China und während des Verlaufs desselben gerade die amttiche deutsche Berichterstattung wenig prompt funktionierte. Damals eüte die englische Presse mit allen Hiobsposten voraus, die sich leider nur zu sehr bestätigten. Vollends versagte der Dienst der mit großen Kosten ins Leben gerufenen ^.Nachrichten- expedition" des Flottenvereins. Das Ausbleiben alarmie- Kine Aede des Kardinals Aischer. Köln, 7. Infi. Bei dem Festmahl das dem Kardinal-Erzbischof Dr. Fischer zn Ehren heute nachmittag von der Bürgerschaft gegeben wurde, antwortete dieser auf eine Ansprache des Abg. Roer en mit einer Rede, die mit einem Hoch auf den Papst und den Kaiser schloß. Nach der,Mlln. Volksztg." hatte sie folgenden Wvrttaut: „Wenn ich heute das Wort ergreife, so tue ich dies mit sehr gemischten Gefühlen. Liegt doch eine von den Majestäten, der das erste Hoch gelten soll, von einer gefährlichen Krankhett schwer getroffen darnieder. Die ganze gesittete Welt nimmt Antell an diesem Geschick des Heiligen Vaters, unseres Oberhirten, und gewiß als einer der ersten unter allen Monarchen des Erdreiches unser erhabener Kaiser und König, der in einem innigen Verhältnis zu unserem Heiligen Vater steht. Aus dem Munde des Kaisers selb^ habe ich es vernommen, wie sehr er den Heiligen Vater schätzt, und der Hellige Vater hat mir verschiedene Male gesagt, daß er unfern Kaiser hoch ehre, ja bewundere. Er sagte mir noch vor Einigen Tagen: „Qe vous prie d'exprimer ma f.incere v6n6ration, traut Prosond sentiment et mon amitie vers votre empereur." Wie schbn, wie erbebend war das untrügliche Zusammenwirken zwischen Papst und Kaiser! Wie schön war das Zusammentteffen dieser beiden Herrscher vor einigen Wochen. ES war ein weltgeschichtlicher Moment. Wenn der Papst und der Kaiser auch in mancher Beziehung verschieden sind, so müssen wir bei diesen doch die Kon geniaiität anerkennen, in der sie in ihrem Schaffenseifer auf allen Gebieten des Lebens zusammenwirken. Dieses Zusammenwirken der beiden größten Herrscher der Zetztzett auf den Gebieten des Geistes und der Macht ist um so wichttger, als der Geist der Verneinung, der Zerstörung und des llmsttrrzes auch in unsrem Vaterlande weitere Verbreitung gefunden hat. Da ut es not, daß alle staatserhattenden Kräfte sich ^xv ammenschließen, und daß diejenigen, die berufen sind, cm der Spitze zn stehen, die Geister zu leiten und das Schwert zu führen, zusammen arbeiten zum Wohle des Bater- andes und zum Schutze der Gerechtigkeit. Da ist es nötig, >aß beide Gewalten sich begegnen, wie wir es jüngst ge- ehen haben bei der Zusammenkunft zwischen Papst und iniser .Möge Gottes Borsehurcg das Leben und Schaffen der beiden Herrscher noch lange erhallen. Ich spreche aus >em Herzen und aus der Gesinnung unseres Kaisers, wenn ich heute namenttich den Wunsch äußere, daß Gott den Heiliger: Vater trotz seines hohen Alters noch lange erhallen möge in der bisherigen geistigen Frische und Schaffenskraft, nicht nur zum Wohle der katholischen Kirche, sondern auch zum Wohle der ge) amten Menschheit. Papst und Kaiser leben hoch!" Kirche und Schnle. Köln, 6. Juli. Die jüngste fJtunrmet des „Kirchl. Anz. für die Erzdiözese Köln" enthält einen Erlaß des Erzbischofs Dr. Fischer, in dem den Pfarrern sowie den llirchenvorständen der Erzdiözese die Einfachheit und 'das Mahhaltcn bei kirchlichen Baute:: ans Herz gelegt wird. Ausland. Wien, 7. Juli. Der Kaiser richtete an den Ministerpräsidenten v. Körber ein Haildschreiben, in dem er sagt, daß er nach eingehender Prüfung der Gründe des G^samt- mmisterimns De:nission anzunehmen nicht vermag, trotz der Schw^rigketten, die die Lage beherrschen. Gr bedürfe vielmehr seiner überaus wertvollen Dienste cn:ch fernerhin, gedenkt seiner vielfachen bisherigen Verdienste mit Dank und Anerkennung und zählt auf seinen erprobten Patriotismus und versicherte ihn seines fortdauernden vollen Vertrauens. Minister Nezek aber erklärte, daß er auf seiner Demission verharre. Konstantinopel, 7. Juli. Für die bulgarischen Bestellungen in Westeuropa auf Konserven, Munition und Uniformtra^ ist als Lieferungs-Termin der 15. Juli alten Stils (28. Juli n. St.) und Sie Lieferung selbst im Hafen Varna oder Burgas via Rußland abgemacht. — Einer Belgrader Depesche zufolge bezeichllen Meldungen aus Mt- Seibien und Mazedonien die dortige Lage als sehr ernst und zwar wegen der großen Anfregrlng, die unter den an- gesammelten türkischen Truppen herrscht. I:: Mt-Serbien find an 150 000 Soldaten versamn^lt, tvährend in allen Kasernen und sonstigen Lagen: hu besten Falle für 8 Bataillone Raum vorhanden ist. Auf der Pforte verlaittet, Bulgarien bereite ein Ultimatum vor. Die Vertreter der Grvßnnich'te, die nunmehr sehen, daß nach Einführung der sog. Reformen der Zustand in Mazedonien schlechter ist als früher, begnügen sich mit Erteilung von Ratschlägen und Uenncibcn hier lme dort energische Mn- Zweites Blatt. 153. Jahrgang Mittwoch 8. Juli, »og Gießener Anzeiger Amts- und Anzeigeblatt fiir den Kreis Eiehen ZWZ I .... ।,■ ■ ,, im ,u-;-ri,r . ............................................ zeiqentetll Han« Deck. • Magdeburg, 7. Juli. Vom hiesigen Fußartillerie bewacht. «Budapest, 7. Juli. Der durch das Schaustück „Leeping tbe leep“ bekannte Amerrkaner Brems verunglückte im Zirkus Sideli und dürste kaum den Morgen erleben. • Budapest, 7. Juli. Zwischen den Redakteuren Fenyoe und Dr. Ballayi hat nachmittags ein Säbelduell slattgefunden. Fenyoe wurde schwer verwundet. * In dem Seebade Heringsdorf ist im dortigen Warmbade Feuer ausgebrochen, das infolge von Kurzschluß entstanden war. Der Dachstuhl stand bald in Hellen Flammen. Im Innern der Badeanstalt explodierte ein Behälter mit Kohlensäure. (58 gelang bald, des Feuers Herr zu werden; der Badebetrieb ist nicht unterbrochen. fördert und brr Beschluß gefaßt, außer dem Theater- Verein den Saaldau- und den Konzert-Verein zu einer gemeinsamen Mitglieder - General -Versammlung ans einen Tag der nächsten Woche, vielleicht den Donnerstag, einzuladen zur weiteren Besprechung dieser Angelegenheit. Man vertrat, wie vor zwei Jahren, einstimmig die Ansicht, daß die Notwendigkeit zur Errichtung emeS Theater- und Konzerthauses vorliegt, daß jetzt der richttge Zeitpunkt ist zum Beginn der Vor- arteiten, die zunächst in der öffentlichen Ausschreibung eines Wettbewerbes zu bestehen hätten, und daß die genügenden Mittel zur Ausführung dieser Vorarbeiten überreichlich vorhanden sind. Oberbürgermeister Mecum führte u. a. ouß, daß der Tiefstand der wirtschaftlichen Depression wohl im großen und ganzen überwunden sei. Der zu erwartende Aufschwung würde sich freilich mt nächsten städtischen Budget noch nicht bemerkbar machen, aber für 1905 sei er wohl zu erwarten, und angesichts des 1907 zu fciernben UniversitätS- fubiläumS könnte dann vielleicht nach zwei Jahren der Bau in Angriff genommen werden. Man veranschlagt seine Kosten aus etwa 700- bis 800 000 Mt. Eme interessante Mitteilung machte im Lause der Debatte der Herr Oberbürgermeister. Ihm sind kürzlich von einem hiesigen Herrn 30000 Mk. zur Verfügung gestellt worden zur inneren Ausschmückung deß alten Schlosses, und er erlangte gleichzeitig von diesem Herrn die Zusicherung, daß durch diesen Betrag seine pekuniäre Unter- stützung deS Theaterbaueß keineswegs beeinträchtigt würde. Aus Einzelheiten kommen wir noch in einem zwecken Artikel zurück. Aus und Land. Gießen, 8. Juli 1903. ♦♦ Provinzialausschuß. Wie alljährlich, so be- giniten auch in diesem Jahre die Ferien des Provinhtctt- ausschusses der Provinz Oberhessen am 15. Juli und endigen am L September. ** Omnibusverkehr. Don morgen ab verkehren die Wagen wieder durch Walltorstraße, Bahnhofstraße und "Wien, 7. Juli. Aus Kroatien werden neue Unruhen gemeldet. An der hölzernen Eisenbahnbrücke bei Zlatar-Bistria wurden die Balken durch Bauern durchgesägt. Telephonstangen wurden umgeworsen. Der Frevel wurde rechtzeitig entdeckt und Militär entsandt. In Zlatar werden die öffentlichen Gebäude tags und nachts militärisch Es wäre wünschenswert, wenn die Ortsgewerbe- und ähnliche Vereine sich diesem Verbände anschließen würden. Bei der Wahl des Ortes für die nächstjährige Hauptversammlung wurde Gießen bezw. F r i e d b e r g in Aussicht genommen und der Vertreter ptes Kaufnr. Vereins Gießen, der auch zugleich dem Ausschüsse kooptiert wurde, gebeten, mit den zunächst yt Betracht kommenden Vereinen in Gießen und Umgegend in Unterhandlung zu treten und in einer im Herbst dieses Jahres stattsindenden Ausschußsitzung Berich» zu erstatten. — Das durch den Verband an geschaffte Skiopti- ton wurde am Schlüsse der Versammlung durch Llektrotech- niler Fr Koch aus Griesheim vorgeführt. Der Apparat, der leicht zu bedienen ist, wird den Vereinen gratis zur Verfügung gestellt. Gin Festmahl, während dessen manch schöne Rede gehalten wurde, hielt die Iosttellnehmer noch längere Zett zusammen. Worms, 6. Juli. Der Großherzog hat, einer Einladung des hiesigen Altertumsvereins Folge leistend, seinen Besuch am ersten Tage des AnthroPologen- Kongresses in Aussicht gestellt, um der Eröffnungssitzung und den Ausgrabungen römischer und fränkischer Gräber beizuwohnen. Marburg, 7. Juli. Das Korps Na s so via veranstaltete heute morgen einen komischen Aufzug durch verschiedene Straßen der Stadt. Ein Korpsbruder war zu Karzer verurteilt worden, und so gab ihm das Korps auf jcinem schweren Gange „nach Canossa" das Geleite. Aus । einem von zweck Kühen bespannten Wägelchen stand ein riesiges mit Eichenlaub bekränztes Jauchefaß, auf dem der „Delinquent" thronte. Aus einem Leiterwagen folgten die Korpsmitglieder, die chn barhaupt und weinend die Treppenstufen des Universitütsgebäudes hinan begleiteten. Der Gedanke an das Beileid der Kommilitonen wird dem Ver- Gerichlssual. Gießen, 7. Juli. Strafkammer. Die Frau Sattler- meister K. E. aus Grünberg stand heute vor der Strafkammer weaen Verleitung zum TI eine ib angeklagt. Sie sollte vor dreivlertel Jahren auf öffentlicher Straße in Gegenwart mehrerer Personen den Versuch gemacht haben, einen jungen Mann zu bestimmen, in einem Alnnentationsprozeß, der im Interesse des Kindes ihrer Stieftochter schwebte, zum Nachteil des Beklagten etwas zu verschweigen. Der Gerichtshof sprach nach Anhörung einer langen Reihe von Zeugen die Angekagte a nt Antrag des Staatsa walts frei und legte selbst die entstandenen Kosten für den Verteidiger der Angeklagten der Staatskasse zur Last. Das Urteil wurde damit begründet, daß nicht nur der Zeuge, mit dem die Anklage stehen oder fallen mußte, einen schlechten Eindruck auf das Gericht machte, sondern weil dieser in zwei Punkten seinerAussage durch das übereinstimmende Zeugnis zweier anderer Zeugen überführt sei, die Unwahrheit _ gesagt zu haben und weil es außerdem nach Ansicht des Gerichts nicht gut denkbar ist, daß Jemand eine Verleitung zum Meineid auf offener Straße in Gegenwart von Personen vorzunehmen wagen wird, da die Zeugen ja jedes Wort, welches zu diesem Zwecke gesprochen wird, hören müffen. Mainz, 7. Juli. In der B e l e i d i g u n g s k l a g e gegen den Pfarrer S ch ö n h e r r von Sprendlingen ick vor der Strafkammer das Urteil verkündet worden. Ter Angeklagte wurde chuldia befimdeli der wörtlichen Beleidigung (§ 185), der Be- i leldiaung durch Benutzung der Presse (§ 186), begangen am b. Oktober 1899, 5. Januar 1900, 11. Januar 1902 und 29. Januar 1902. Wegen des letzten Falls wurde auf eine Geldstrafe von 100 Mk., eventuell zu 20 Tagen Gefängnis, wegen der drei anderen Fälle aus drei Geldstrafen oon je 50 Mk. oder je 10 Tagen Gefängnis erkannt. Außerdem hat der Verurteilte die Kosten des Verfallens nnb der Urteils Veröffentlichung, sowie die dem Steven- klüger, Bürgermeister Hoffmann in Sprendlingen, erwachsenden Ausgaben zu tragen. r . .. ,. m m . ' Dassel, 7. Juli. (Prozeß Schmidt.) Ber Begmn der heutigen Verhandlung wurden von dem Vorsitzenden die freit Ge- | sthworenen vorliegenden Schuttffragen ausgestellt entsprechend den dem Brandplatz zurück. Der Schaden ist ganz enorm, doch ist nur einer der Abgebrannten nicht versichert. Auch zahlreiches Kleinvieh ist mckverbrannt. Die Aufregung im Ort über die Katastrophe ist groß. Befriedigung herrscht nur darüber, daß fern Schaden an Leib und Leben der Mitbürger zu beklagen ist. (F. S. A.) Mainz, 7. Juli. Durch euren unglücklichen Zufall leerte sich gestern auf dem Castelhun'schen Kohlenlager am Zollhafen der Kasten an dem Krahnen, der mehrere Zentner trug, und der ganze Inhalt stürzte auf den unten arbeitenden verheirateten Tatzlöhner Engelbert Steinhäuser von hier, der bewustlos zusammenbrach. Der Verunglückte, der eine gefährliche Verletzung am Kopfe und einen Schenkelbruch erlitt, kam ins Rochushospttal. — Gestern abend glitt die 15 Jahre alte Tochter des ^apezrers Jakob Leicht, welche sich in der Begleitung ihrer Mutter befand, aiTf dem Rand des Trottoirs so unglücklich aus, daß sie schwer mtt der Stirn auf der Steinkante ausschlug und bewußtlos in ein benachbartes Haus getragen werden mußte. Die Aerzte veranlaßten die Ueberführung der Schwerverletzten in das Rochusspital. Die Erregung jocc Mutter war so furchtbar, daß sie einen Schlaganfall erlitt, der den sofortigen Tod herberführte. (M.Tgbl.) v. Großgerau,6. Julr Gestern fand hier die Hauptversammlung des Verbandes Mittelrhein. Volksbildungsvereine auf Einladung des Ortsgewerbe- Vereins Großgerau unter zahlreicher Beteiligung statt. Der Kaufmännische Verein Gießen, als Mttglied des erwähnten Verbandes, hatte ebenfalls einen Vertreter entsandt, was fettens des Verbandsvorsitzenden Dr. Mutter aus Wiesbaden besonders begrüßt wurde, da Oberhessen bis jetzt noch nie einen Delegierten zur Teilnahme an den Verhandlungen entsandt hat. Der Verband besteht znrzett aus 31 Vereinen, die mit wenig Ausnahmen auch vertreten waren. Um 11 Uhr eröffnete der Vorsitzende dre | .hauptversarnmlung und gab der Freude Ausdruck, daß die! Äersammlung so zahlreich besucht sei nrrd erne besondere Würdigung durch die Anwesenheit des Herrn Taess, Generalsekretär der Gesellschaft zur Verbreitung von Volksbildung in Berlin, erhalte. Aus den recht rntcressanten Verhandlungen sei hier nur hervorgehoben, daß, dem Aus- schußantrage entsprechend, von der Versammlung beschlossen wurde, der „Rickert-Stiftung" zur Begründung von Volks- bibliotheken in wenig bemittelten Gemeinden einen Beitrag von ]«<) Mk. zu überweifen. Weiter wurde beschlossen, .üi An sch af jung und möglichste Verbreitung der Mes- V .. UCr Volksbücher AU sorgen und dieselben den Volks- reinen wenig bemittelter Gemeinden durch sog. Wanderbibliotheken zugänglich zu machen. Es ist dies ein Bostrcbcn, das jeder Ge-itdrte mtt Fre-nden begrüben mnh. s. Leihgestern, 6. Juli. Wie wir schon kurz mit* geteilt haben, sind am 1. Juli 25 Jahre verflossen, seit das Rittergut Neuhof von dem jetzigen Besitzer Karl Müller angekauft und in Selbstbewirrfa-aftung genommen wurde, und der vergangenen Samstag aus diesem Anlaß eine Gedenkfeier veranstattete. Wir erhalten darüber noch folgende Mittettung: Am Samstag, nachdem das von der Gutsherrschaft gespendete Mittagsmahl eingenommen war und die Jestteilnehmer sich in der Festhalle erquickt halten, begaben sie sich in den angrenzenden Eichenwald, wo photographische Aufnahmen gemacht wurden und Jugendspiele stattfanden. Alwnds nach 6 Uhr bewegte sich der aus ca. 80 Personen bestehende Festzug unter Vorantrttt eines ■ Musikkorps, wobei die vier Mttjubilare des Herrn Müller, Verwaller Schuchard, Brennmeister Winter L, Herrschasts- ttrtscher Schneider und Hofmeister Winter und dann das übrige Personal und in dessen Mitte der Jubilar mit Fa» mitte folgten, nach der Festhalle. Hier ergriff Gartner Werner das Wort und in kerniger Ansprache hob er die Verdienste des Jubilars nach verschiedenen Seiten hervor, wobei er u. v. a. erwähnte, wie er durch Erbauen gesunder Wohnungen, alle mit schönen Garten versehen, und durch Gründung einer Arbeiterkolonie sich das Wohl seiner Untergebenen angelegen sein läßt. Wett über Hessens Grerize hinaus seien auch die selbstgezüchteten edlen Reitpferde des Jubilars bekannt. Mit einem Hoch auf den Jubilar endete der Redner. Nachdem durch Frl. Ottttie Schuchard eine von dem Personal gestiftete Gedenktafel überreicht worden war, ergriff Verwalter Schuchard das Wort und gedachte in warmen Dorten der Eltern, der Gemahlin und der beiden Töchter des Jubilars. Hieraus dankte Herr Müller hocherfreut und hob in launiger Rede die Verdienste der Mit- jubilare und des übrigen Personals hervor. Bald entwickelte sich eine fröhliche Stimmung, wo kurz darauf der Tanz folgte. Nach dessen Beendigung überreichte der Jubilar jedem Einzelnen ein Geschenk und knüpfte zugleich daran die Mittettung, daß dieselbe Höhe des erhaltenen Betrags den Mitgliedern auch in die Alterszulagekasse eingelegt werde, bezw. das im Herbst austtetende Personal denselben bar erhalte. — Die Gemeinde Leihgestern ehrte den Jubttar ebenfalls. Sonntag aegen halb 4 Uhr begaben sich die Gesangvereine Eintracht und Liederkranz, der Krieger- und Turnverein, Dekan Strack, sowie die Mitglieder des Orts-, Kirchen- und Schulvorstandes und des Gemeinderats vor seine Wohnung. Dekan Strack gedachte hier in warmen Worten der großen Verdienste des Herrn Müller, welche er sich um das Wohl der Gemeinde Leigestern erworben habe. Der Bürgermeister teilte dem Jubilar die Ernennung zum Ehrenbürger der Gemeinde Leihgestern mit Herr Faber überreichte ein vom Gesangverein Eintracht und dem Turnverein gestiftetes Ehrendiplom, Frll Strack überreichte einen Blumenstrauß. Dann folgten verschiedene Liedervorträge der beiden Gesangvereine. Herr Müller dankte tief gerührt Zum Schluß begaben sich alle Anwesenden nach der Jest- challe, von wo sie nach erfolgter Erquickung in derselben Ordnung wie sie gekommen waren, den Mckweg antraten. Jedem Teilnehmer wird die schön verlaufene Feier lange in Erinnerung bleiben. ^.Bermuthshain, b. Juli. Als am 2. Juli ein Obiger Mann aus Bermutsham Heu einfahren und seinen leeren Wagen besteigen wollte, gingen die Kühe durch, wodurch er im Leitseil hängen blieb und eine Strecke geschleift wurde. Er zog sich solche Verletzungen zu, daß der Arzt zugezogen werden mußte. R B. Darmstadt, 7. Jult Obwohl die Neuwahl für die beiden Darmstädter Landtagssitze noch in ziemlich weiter Ferne liegt — die Regierung beabttchtrgt, den Wahltermin wegen der jetzigen ungünstigen Jahreszett erst für den September anzuberaumen — beginnen dre So^ialdemokrateu bereits, sich ^wieder kräftig zu rühren Wie in der heutigen Kammer,itzung erzählt und von mehreren Abgeordneten auch bestätigt wurde, hat der sozialdemokratische Parteivor stand ben hie- Lm Freisinnigen ixm Vorschlag z C. Türken . Türkenlose ..... 4% Grieoh. Monopol.-Anl. 47.56 äussere Argentiner Frankfurt a. M., 8. Juli 1903. . 102.20 . 91.40 . 102.20 . 91.35 . 10100 . 100.00 . 102.90 100.35 . 100.80 . 103.40 . 49.75 . 31.30 . 33.90 . 130.40 44.50 3% Mexikaner .... 26.75 4%% Chinesen .... 92.85 Electric. Schnckert . . . 92.40 Nordd. Lloyd . . .. 99.35 Kreditaktien..... 208.60 Diskonto-Kommandit. . . 186.40 Darmstädter Bank . . . 136.70 Dresdener Bank .... 147.50 Berliner Handelsges. . . 154.00 Oeeterr. 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