Montag 8. Jnni 1903 153. Jahrgang Zweites Blatt. Ale heutige Kummer umfaßt 10 Seiten. Wahl-Bewegung. ed>nlflr*6t r. Ubrcfle für Level eben r «u-etgcr «letzen. ^trnh)rrd)an1d)lu6 Nr 5L -b- Burkhards, 6. Juni. Im Hamz'schen Saale hielt gestern abend KreiSrat Dr. Wal lau auS Lauterbach [ J eine Wählerversammlung ab, die, trotzdem die fieute - mit landwirtschaftlichen Arbeiten gegenwärtig sehr belastet ' Bürgermeister Klein eröffnete die Versammlung, worauf Dr. Wallau das Wort ergriff. In etwa zweistündiger Rede entwickelte er sein Programm und besprach u. a. den Caprivi'schen Zolltarif, und den neuen, gegen den Abg. Bindewald gestimmt und seine Wähler hinterS Licht geführt hat. Der Redner verbreitete sich sodann über daS Viehseuchegesetz, indem er strenge Handhabung von Sperrmaßregeln bei drohenden Seuchen empfahl. Bei Neuforderungen für Heer und Marine sieht er Sparsamkeit und gewiffenhafte Prüfung geboten. In der AlterS- und Invalidenversicherung findet er Mängel und er rügt die schlechte Versorgung der Kriegsveteranen. Aufmerksam lauschte man den Ausführungen und daS taktvolle Benehmen fiel gegen den seitherigen Abg. Bindewald ungemein auf. Lebhafter Beifall folgte der Rede des Referenten. Lehrer Dietz- ' Sichenhausen richtete warme Worte des Dankes an denselben, I betonte dabei, wie glücklich man sich schätzen könne, einen Mann auS der eigenen Gegend zu haben, der die Verhält- Nr. 131 •rietet täglich außer 6ormtag<. Dem Vietzener Anzeiger werden im Wechsel mH dem Hessische« Landwirt bie Siebener Familien- bUHlet viermal tn der Woche delgetegt. NolaNonSdruck a. vertag der V r ühl'sch« llnwert.'Buch' u_ Stein» brudttri (tluUd) 6rben| niffe bester kenne als ein ,Maler^ der Großstadt, und empfahl, Mann für Mann möge am 16. Juni für Dr. Wallau eintreten. Gin brausendes Hoch auf den Kandidaten folgte. Dr. Wallau toastete auf das deutsche Vaterland. Nachdem noch einige andere Herren gesprochen hatten, ohne daß sich ein Gegenredner meldete, schloß man die Vsrsammlung. — Im Wahlkreise WormS - Heppenheim» Wimpfen arbeiten die Sozialdemokraten eifrig für ihren Kandidaten Berthold (Darmstadt). An vielen Orten fanden sie aber nicht die gewünschte Aufnahme. In dem GebirgS- orte Oberlaudenbach bei Heppenheim a. d. B. z. B., wo sie am 1. Pfingsttage eine Versammlung abhalten wollten, war die Zahl der Erschienenen äußerst gering. An verschiedenen anderen Orten, z. B. Bürstadt und Pfeddersheim, konnten sie keinen Saal erhalten. Trotz alledem wird die Sozialdemokratie Stimmenzuwachs erhalten. Der Zentrumskandidat, Pfarrer Blum, hofft im Kreise Bensheim und Heppenheim Iauf Stimmenzuwachs und hält eine Stichwahl nicht für unwahrscheinlich. Die ,vereinigten liberalen-, Gegner der Kandidatur v. Heyl, arbeiten eifrig. Landgerichtsrat Kule- mann (Braunschweig) und Prof. Staudinger (Darmstadt) treten in Versammlungen mit Erfolg auf. — Der Vorstand des Vereins inaktiver Offiziere der deutschen Armee und Marine sendet uns mit der Bitte um Veröffentlichung folgenden Aufruf für die find. Betreffs dies« Zigarre« will d« Druff dar deutsche Ee» I Teilnehmer auf der Esplanade, wo Kränze an den Denk- schaff reguliere«, d. h. « will dl« r ' —" ........ v ct'~----c~u verkauft werden soll. Da tn de« besteht, so denkt er aarnicht daran, billigere einmal tm Anfang sein« Tätigkeit. Spater, yniitifdjc Tagesschau. Heber den amerikanischen Tabak- und Zigarreutrust wird dar „Voss. Ztg." von einem großen Berliner Zigarren- haut'c miigeteilr: Zuvörderst handelt es frch nur um importierte Havamia- ^igaSen, d. h. um solche Zigarren, die m Haoanua onaeiertiat In der zweiten Feftvorstellung wurde vorgestern abend! die W e i ß e D a m e" in Wiesbadener Neueinrichtung unter • Leitung Vcä Lu.pellmelstt.cS Professor Manustädt iutb im Beisein des Kaiserpaares aufgeführt Die Aufführung war vortrefflich. Tas Laiserpaar wohnte der Vorstellung bis Lu Ende bei und spendete wlederholl reichen Beifall, gestern morgen 7 Uhr unternahm der Kaiser mit dem Prinzen föitel Friedrich und Gefolge wiederum einen Spazierritt in die Waldungen von Wiesbaden, während die Kaisern eine Ausfahrt unternahm und verschiedene Einkäufe machte. Um 8 25 Uhr fuhr das Kaiserpaar mit Gefolge nach Frank- furt a. M., um dem Schluß des Gesangwett,treues betHw- wohnen. Am Abend kehrten die Majestäten urruck und wohnten mit den übrigen Ms-lichen elften S^tern abenb der dritten Fesworstellung von AleycrbeerS „Dre Asri- bei. Im Zwischenakt empfing daS Kaiserpaar wirkenden ^rau Leffler-Burckhardt sowie die _______. rikani - lichen Mehrzahl vorhanden sind. Dieses Ziel kann nur durch sch en G es.ch wo ders^w erden die nötigen Vorkehrungen ge» eine rege Beteiligung an den Wahlen erreicht werden. In troffen. Das Geschwader soll in unmittelbarer Nähe der dieser Erwägung glaubt daher der Verein inaktiver ^^iztere kaiserlichen Dacht Hohenzollern seinen Ankerplatz erhallen. der deutschen Armee und Marine alle vorerwähnten wahl- Metz 7 Juni. Heute fand die feierliche Enthüllung berechtigten Offiziere daran erinnern zu sollen, datz es letzt des Denkmals für die am 16. August 1870 Ge- unter allen Umständen für sie eine Pflicht sein muß, von rallenen des 4 thünngischen Infanterieregiments Nr. 72 ihrem Wahlrecht Gebrauch zu machen. Tie unZuningen tatt Gestern abend war ein Begrüßungskommers für die Verhältnisse im Reichstage sind, rote allgemein bekannt, mit ' heutinen ircier Ersch enenen veranstaltet. Oberst Bode, dadurch entstanden, daß sehr viele Wähler stch an den Wahlen der Kommandeur des 72. Regiments, brachte hierbei das Hoch nicht beteiligt haben. Es kommt daher auf jebe einzelne auf den Kaiser aus. Heute früh versammelten sich sämtliche > Stimme an. riniitrdioG Xlotth v. Stötzer, Regierungsrat Albrecht, der Kommandeur der yClllinjry 34. Division, Generalleutnant v. Hochwächter, der Kom- Berlin 7. Juni. Kaiser Wilhelm trifft am Mandant von Metz, DreSky, der Kommandeur der 68. Bri- 17. September in Wien ein und bleibt zwei Tage zum gäbe Generalmajor v. Schack, Generalmajor v. KunowSky, Besuche des Kaiser- Franz Josef. Darauf fährt der Kaiser sowie die Bürgermeister von Gorze, Nooeant, Graoelotte und mit dem Erzherzog Friedrich in dessen großes Jagdrevier Nezonoille. — Oberst Bode erhiett folgendes Telegramm Bellye am Zusammenfluß von Donau und Drau. IdeS Kaisers: — Reichskanzler Graf Bülow ist heute früh wieder .Wiesbaden. Ich freue mich, daß eß dem Regiment «tnöettoffew - - Newbork meldet 7'2 gelungen ist, den für Kaiser und Reich gefallenen nmr her^pu6H*/,^na'iKminiüer ftrbr. v.' R 11 c in ba b c n braven Kameraden em würdiges Denkmal auf blutgetränktem in Cleve land Gast des Senators Hanna. Gestern besichtigte Boden zu errichten und ich geleite im Geiste die heutige Feier er dort die Flottenkohlenstation und die Erzverladungs- mit der Zuversicht, daß das Regiment auch m Zukunft im anlagen. Am Abend gab Senator Hanna dem Minister Kriege seiner ruhmvollen Vergangenheit Ehre machen wird, und seinen Begleitern ein Festmahl, dann erfolgte die Meinen Gruß den Kameraden meines KönigS-Jnfanterie-Regi- Weiterreise nach Buffalo. . mentS. Wilhelm R.- — In DundesratSkrcisen verlautet, daß die Finanz-' Minister der Einzelstaaten in einer demnächst zusammentretenden gemeinsamen Konferenz sich darüber aussprechen werden, wie den Schwierigketten der Finanzlage im Reiche zu begegnen sei. m = — Der Unterausschuß zur Erreichung des Reichs- jversicherungszwanges für Invaliden-," terS-, Witwen- und Warsenpension der Pn batange ft eilten, der etwa 350 000 Handlungsgehilfen, sind, gut besucht war. Fabrikbeamte, Werkmeister, Techniker, Privallehrcr, land- wirtschastliche Beamte usw. vertrttt, hielt dieser Tage in Eisenach eine Sitzung ab, in der der von der Reichsregierung gewünschte, Ende September an die deutschen Privatangestellten zu versendende Fragebogen festgestcllt und ebenso der Begriff Privatangestellter nach dem An- stellungsverhältn^ es § 6?2 des D G.-B.,-8 59 des £>-<&*&, § 133 a der G.-O. und- § 88 des Berggesetzes regelt, definiert wurde. Auch die nicht pensionsberechtigten Angestellten im Staats- und Kommunaldienst sollen in den Zwang einbezogen werden. Die Bewegung für den Pen- jionsversicherungszwcmg macht in den beteiligten Kreisen große Fortschritte und es dürfte angebracht fein, daß sich die Rerchskandidaten zu der Frage des Zwangs und der Zuziehung der Prinzipale zu einem Teil der Kosten Preise vorschreiden, zu welchen \ mä(ern Kaiser Wilhelms L und des Prinzen Friednch Katt ;^arken keine nonkurren- I^dergelegt wurden. Von hier aus zogen die Festtellnehmer ' """ wmn n das GeschÄl nach Gorze, wo um 12 Uhr die Enthüllung erfolgte. Nach wa's"^fs^llch'niemms 7esLn w1i0,! Choralgesang hielt Oberst Bode die Festrede. Die Ehren- dann >nuß der Trust sogar bedeutend höhere Preise nehmen, denn fompagme präsentiette und unter Hurrarufen, sowie dem sonst kann der große dazu gchörige Apoarat nicht bestehen. Den . Nationalhymne fiel die Hülle. Pfarrer Harri- ÄÄ barauf bi. W« Zigarren auS dem gleichen Tabak ansertigen. der Feier: Der Bezirksprasident Graf Zeppelin, KreiSdirektor . ■ Graf VillerS-Grignoncoutt, der kommandierende General GietzennAnzeiger General-Anzeiger " Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen yez« qdpre»»: monailid)7&V1nDterte<- täbdid) Mk. B-90; durch Abbole- u. Zweigstellen monatlich 60 Pi.; durch diePost Alk. 2.— otertel- läbrL aueicbL Bestellg. Annahme von rlazetgea für die Tagesnummer btfi vormiUagS 10 Uhr. öetlenprttt: total 11'OU aut rod dl 8U Plg. eeceeiwortltdb tür den poltt and aUflem. Teil. P. ÖHtro tüt , Stadt und tianti* und .DenchtSsaal': August Dötz, tüi den An- gctaentetl: $>an< Veck. erkläven. Ofsenburg, 7. Juni. Die Stadt Offenburg dürfte die einzige Stadt im Deutschen Reiche sein, die Frauen aktiven Anteil an der Gemeindeverwaltung gewährt. Unter Zustimmung der großh. Regierung wur- kan er iu" bei. Im Ztoischenatt emprrng oas nuiierpu^.. neuerdings in die städtische Kommission für Armen- von den Mitwirkenden Frau Leffler-Burckhardt )otoie sieben Frauen berufen, die in gleichem Umfange Herren Lalisch umb Muller, denen es ihre Anerkennung bie Männer Sitz und Stimme haben. Bet der Aus- für die vorzüglichen Leistungen aussprach. — Heute morgen biefer Frauen wurden die polttischen und.brnfessw- beaaben sich die Majestäten zu Fuß über den "vchlobplatz ^lleu Verhältnisse der Stadt gleichmäßig berücksichtigt; ru der evanqelischen Hcruptkirche zum Militär-Gottesdienst. wurden die Frau des demokratischen Landtagsabgeord- Van-n empfing der Kaiser im Schlosse den Oberbürgermeister Muser, die Frau des bisherigen sozialdemokratischen > von ^bell den Generalindentanten von Hülsen, den Kur- Reichstags- und Landtagsabgeordneten Heck, ferner drei direktor von Ebmeier, sowie den Professor von Threr^ch- Frauen aus dem Kaufmanns stände und schließlich eine Süncben welchem der Neubau des hiesigen Kurhaus ^er- ^^leutnants- mid eine Landgerichtsratswttwe gewählt, irnnpn worden ist, und besprach mit demselben eingehend Auch fu ber städtischen Schulkommission nimmt eine Dame die Bläne für den Neubau des Kurhauses. Um 11V» Uhr Vertreterin der städtischen Hauptlehrerinnen eine fand die Parade des Füsilierregiments 80, der 2 Ab- ^ichberechtigte Stellung ein. In der ersten Sitzung wur- teiluna desnassäuischen Fußartillerieregiments Nr. 27 mid bie ad)t Frauen nach einer formellen, die Bedeutung der Unteroffttierschule Biebrich statt. Ter Kai,er, welcher bieser Wahl würdigenden Ansprache des Oberbürgermeisters Rierde in der Uniform der Garde du Corps war und das ^mvnn in ihr neues Amt eingesiihrt. E,nd des Schwarzen Wlerordens angelegt hatte, sowie die * München, 6. Juni. Der betannte Parlamentarier, hierin welche mit der Prinzessin Friedrich Karl von Hesten erblicher Reichsrat Graf Conrad Prey, in g, früher lange ku Waaen vorfuhr, und die Prinzessin ^ldolf zu Schaumburg- Mitglied des Reichstages, ist nach schwerer Sttant- 8ivve wurden von dem vieltausendköpsigen, ai^ dem ganzen ^it hier heute abend, 60 Jahre alt, gestorben. Rveinaau Zusammen geströmten Publikum begrüßt. ------ Prinzen wohnten der^Parade zu Fuß bei. ^rfolßte em ^cet und Flotte. riTh'9 « her'-^rabe $te6ben, 6. Juni. Entgegen den verschiedenllich auf. toifer btmWe «cliungcn aitgeBen, ^ielt fo- tau^enben Gerüchten, wonach der Kronprinz van ba™ SritiE^ab unb ritt Ml der Spih-der FahneuEompagwi- Sachsen an den Kaisermanövern nicht teilnehmen und aus S iimirf Gesundheitsrücksichten von seinem Posten zurücktreten werde, ------- ... tü lunofam sei mitgeteilt, daß die Schlaßwachebie N. 91/ von zuverlässiger Sette, daß der Reichstagswahl: In Anbettacht des stetigen AnwachenS den König v o n T an em ar k, als derselbe yir Er- ^nprinz unbedingt wahrend der Manöver sein Korps führen einer für die staatlichen Jntereffen höchst, ungünstigen par- widerung des Besuchs der kaiserlichen Lerbe> Auch der Erbprinz von Sachs en-MelNingen lamentanschen Vertretung im Reichstage ist es dringend ge- Fuß das Schloß betreten wollte, nich t ein lietz, wett das Kaiser-Manöoern einen heroorragenderi Anteil boten, daß alle patriotisch gesinnten Manner, und mit ihnen .Hauptportal kein Eingang für ^oUrstM sei. Ter Im Geaensatz zu früheren Jahren wird der Kaiser die inaktiven, sowie die dem Beurlaubtenstande an- begab sich zum Nebenportal, wo er erkannt und die Sache nehmen Im Gegensatz 8.^^ ^^ührung übernehmen, gehörenden Offiziere und Sanitätsoffiziere an den wE ^deraabe von Glucks „Ar mide" sondern nur die beiden preußischen Korps führen. Jedoch ist am 16 Ium stattfindenden Wahlen teilnehmen. Da , hie Sefteorftellungcn. Frau Löffler-Burckardt fang 'am [e3ien Tage ein großes Manöver m Aussicht genommen, der nachlte Reichstag über äuxerlt wichtige Fragen zu be- b ^Tttewarttt FE Äteßger^-roitzheim bie Furie teL„ roe^em °ge ciec Corps unter dem Befehl des Kaisers schließen haben wird, >o onnen n,rr dann Erfolge erwartet Bakkes Schwegler den Hidroat und Kaltsch^twn Rtnallr emen markietten Feind manöoerteren werdem Iwerden, wenn die staatserhaltenden^Parteien in der erfordere Ter Kaiser besichttgte am Nachmittag das Kiel,8. Juni. Zum Empfang des ame malbab auf dem Grundstück Engel-en Verkehr gesperrt. Es wird dies mit dem Bemerken bekannt gegeben, daß hierdurch der Durchgangsverkehr von den Otten der Rabenau über Londors nach Gießen und um- gekehrt unterbrochen ist und über Geüshausen—Beuern— j Großen-Buseck erfolgen muß. Gießen, den 8. Juni 1903. Großherzogliches KreiSamt Gieße«. Dr. Breidert Bekanntmachung. Betr.: Feldbereinigung in der Gemarkung Bettenhausen. SamStag, 13. Juni L I., vormittags 91/, Uhr findet im Gemeindehaus zu Bettenhausen die Entgegennahme der Wünsche bezüglich der Zuteilung der ganzen Gematt- ung statt. Die Wünsche sind schriftlich — mindestens auf Sogen — einzurelchen, müssen Flur und Stummer der zusammen zu legenden Parzellen enthalten und vom Grundstückseigentümer urtterschrieben sein. Wünsche, welche in dem obengenannten Termin nicht vorgebracht werden, haben keinen Anspruch auf Berücksichtigung. Friedberg, 30. Mai 1903. Der Grobherzogi. FeldbereinigungSkomiffär Spanier, KreiSamtmann. Fas Katjerpaar in Wiesbaden. Wiesb a den, 7. Juni. Ausland. London, 7. Juni. Anläßlich der jährlichen Sonntagskollekte in den Kirchen zu Gunsten der Hospitäler wohnten der König und die Königin, Prinz und Prinzessin von Wales, der Herzog von Cambridge, Herzog und Herzogin von Connaught mit ihren Töchtern und andere Mitglieder der königlichen Familie dem Nachmittaasgottesdienste in der St. Paulskatbedrale bei. Tie ^Majestäten fuhren mit der Prinzessin Viktoria in einem offenen Vierspänner und wurden von der Volksmenge begeistert begrüßt. Am Westportale der Kirche wurden sie von der Geistlichkeit, dern Lordmayor und den Stadträtcn empfangen. Ter Lordmayor schritt dem König mit dem Staatsschwerle voraus und führte ihn zu seinem Sitz, vor welchem ein Tisch stand, auf den der Lordmayor das Staatsschwert legte, bevor er sich aus feinen Platz zurückbegab. — Tie Budgeteinnahme n für das am 31.März ablaufende Etatsjahr belaufen sich auf 150511697 Lstr., weisen mithin eine Mehreinnahme von 33 Millionen Lstr. auf. Bei den Ausgaben figuriert die Marine mit 3117OOOU Lstr. und die Armee mit 69 440 000 Lstr. Paris, 7. Juni. Tie französischeSchiffahrts- gesellschaft „Compagnie de Messager des Maritimes" verlangt von der Türkei eine Entschädigung von drei Millionen Franks für die Zerstörung des Dampfers „Guadalquivir". Von dieser Summe sind U/a Millionen für das Fahrzeug, 1 Million als Entschädigung an die Passagiere und Rheder und Y2 Million für die Opfer bestimmt. Tas französische Botschafter wird diese Forderung bei der Pforte persönlich vertreten. — König Viktor Emanuel wird am 10. oder 11. November in Paris eintressen. Von hier begibt sich der König nach London, wo sein Empfang am 15. 9ioDember statt find en wird. Rom, 7. Juni. Ter Papst erließ ein Breve betreffend eine möglichst großartige Feier des nächstjährigen fünfzigsten Jahrestages des Togmas der unbe- sleckten Empfängnis Maria. In Rom findet ein großer, internationaler, marianischer Kongreß statt. Für den ganzen Erdkreis wird empfohlen, während des ganzen nächsten Jahres eigene Missionen und Pilgerfahrten zu Marienkirchen und besondere Wohltätigkeitsveranstaltungen zu Ehren Mariä. Bern, 7. Juni. Tie Sozialdemokraten beschlossen, der Vorlage der Bundesversammlung betr. die Neubewaffnung der Artillerie zuzustimmen, sie verlangen ober, daß das Referendum Vorbehalten werde. Wien, 7. Juni. Ter König von Italien gedenkt Kaiser Franz Josef in Ischl zu besuchen und dieser wird wohl den Besuch in einer mittelitalienischen Stadt, aber nicht in Rom erwidern. — Es steht fest, daß Zar Nikolaus im September nach Wien kommen wird. Aus Stadt und Kund. Gießen, 6. Juni 1903. LU. Promotionen. Im Monat Mai 1903 wurden an der Landes-Universität promoviert: Zum Dr. phil. honoris causa der Direktor Karl Pi stör in Flix (Spanien). Zum Dr. med.: Wilhelm Schiffer, approbierter Arzt aus Bedburg-Broich, Robert Bruder, approbierter Arzt aus Pekin (M-Amerika), Uzuhiko Mayeda, Arzt aus Nagoya (Japan), Helmuth Happe, approbier Arzt und Ajsistent am anatomischen Institut i)u Gießen, Max Schwienhorst, approbierter Arzt aus Telgte. Zum Dr. med. vet.: Heinrich Fauerbach, approbierter Tierarzt aus Offenbach a. 9JL, Max Müller, approbierter Tierarzt aus Straßburg i. E., Albert Ross le, approbierter Tierarzt aus Eßlingen. ZllNi Dr. phil.: Eduard St 0 hr, cand chem. aus Gießen. Ludwig Spilger, cand. rer, nat. aus Lallbach. " Empfang bei Hofe. S. K. H. der Großherzog empfingen am 6. Juni u. a. den Oberst v. Graevenitz, Kommandeur des Infanterie-Regiments Kaiser Wilhelm Nr. 116 und den Hauptmann Koettschau von demselben Regiment. • * Personalien. S. K.H. der Großherzog haben die Regierungsaffcfforen Ernst Pull mann aus Groß-Umstadt, Friedrich Kratz aus Laubach, Dr. Philipp Jost aus Allertshofen und Jakob Hofmann aus Groß-Rohrheim zu Steuerkontrolleuren ernannt. — Der Bezirkskassier in Zwingenberg Friedrich Bitsch wurde an die Bezirkskaffe in Schlitz, der Bezirkskassier in Alzey, Rendant Albert Scriba an die Bezirkskaffe Zwingenberg, der Bezirkskassier in Schlitz PHUipp Jakob Göbel an die Bezirkskaffe Alzey versetzt. — Der Hauptsteueramtsassistent bei dem Hauptsteueramt Mainz Richard Müller wurde in gleicher Diensteigenschaft an das Hauptsteueramt Darmstadt versetzt; die Finanzaspiranten August Wenzel aus Gießen, Hermann üeinberger aus Stuttgart und Karl Wilhelm Schneider aus Darmstadt zu HauplsteueranitSassistenten bei dem Hauptsteueramt Mainz ernannt. — Der Steuerkontrolleur Regierungsaffeffor Heinrich Schwarz zu Worms wurde zum Steuerkommiffariats- afsistenten in Worms ernannt. — In den Ruhestand wurde versetzt der Lademeister in der Hessisch-Preußischen Eisenbahn- gememschaft Jakob WernerSbach zu Darmstadt wegen geschwächter Gesundheit mit Wirkung vom 1. Juni 1993 an. Ernennung. Der frühere Lehrer an der hiesigen Gewerbeschule, Architekt Wilhelm Mühlberger, ist zum Direktor einer rheinischen Großmetall- und Ofenindustrie-Ge- sellschaft ernannt worden. * * Versetzung. An Stelle des verstorbenen Kaffen- Rendanten Helmers wird der frühere Stations-Einnehmer 2enz, jetzt Güteroomehcr in Wetzlar, zum 1. Juli als Kaffen-Rendant nach Gießen versetzt. — Rach dem neuen Saal bau hatten gestern zwei große Konzerte, ausgefühn vom Musikkorps des 2. Würtemb. Jnf.-Regt. aus Ulm, 44 Mann, unter Direktion des Stabs- Hoboisten G. Stork zahleiche Musikfreunde gelockt, die sich an dem Programm baß ergötzten. Es wurden zur Freude der lebhaft interessierten Anwesenden dieselben Kompositionen geboten, die am 5. Juni vor dem Kaiser bei dem Sängerwettstreit in Frankfurt von dieser ÄapeQc gespielt worden waren. * • Der Eisenbahn-Verein Gießen machts feine SommerauSflüge mit je zwei Sonderzügen am 14. und 21. Ium nach Dillenburg (Kurhaus), wozu den Vereins- miigliebem und deren Angehörigen freie Fahrt bewilligt wird. Die Dillenburger Stadtverwaltung wird den Teilnehmern die Besteigung des Wilhelmsturmes und Besichtigung der in ihm untergebrachten historischen Sammlungen gegen ein ermäßigtes Eintrittsgeld gestatten. Die Preise für Speisen und Getränke sind vom Veremsoorstand nach Vereinbarung festgesetzt worden. • • Der Wetterwitzbold Falb stellt für die nächste Zeit folgende überraschende Prognose: 9. bis 13. Juni: Die Trockenheit hält an. Der 10. ist ein kritischer Termin dritter Ordnung, der jedoch wegen der herrschenden Trockenheit nicht zur Geltung kommt. 14. bis 22. Juni: Es treten bedeutende Niederschläge ein. Im Süden ereignen sich Gewttter. Auf den Höhen fällt Schnee, namentlich in den ersten Tagen. — Es muß auch solche rtrocfenen* Prophetenkäuze geben 1 § Heuchelheim, 5. Juni. Eine Kleinkinderbewahranstalt wird hier in aller Kürze eröffnet werden. - e- Lollar, 8. Juni. Gestern fand hier die Gau- turnfahrt des Gaues Hessen, verbunden mit volkstümlichem Wett-Turnen statt. Zum Wettkampfe waren 198 Turner angemeldet, von denen 144 zum Turnen antraten. Bei den etwas ungünstig gewählten Lieblingen war es nur 15 Turnern vergönnt, Preise zu errii gen. Es erhält den 1. Preis Fr. Junge-Kirchhain, den 2. Preis Al. Münch- Wetzlar, den 3. Preis A. Nicolai-Usingen, den 4. Preis C. Schneider-Lollar, den 5. Preis L. Peppler-Gießen (T.-V.), den 6. Preis Er. Koch-Alsfeld, den 7. Preis I. Hof-Gießen (T.-V.) und G. Rösing-Marburg, den 8. Preis E. Richter-Marburg und L. Schmalz-Gießen (T.-V.), den 9. Preis Karl Möller-Lauterbach und Karl Burgmann-Wetzlar, den 10. Preis W. Schmidt- Launsdach, H. Rees-Butzbach und Bender-Alsfeld. Das Fest wurde unangenehm gestört durch den Wirbelwind, der sich gegen Abend erhob und die Halle der Brauerei Bichler umstieß. x. Fronhausen, 7. Juni. Das Kriegerverbands- f eft, welches heute hier stattfand, erfreute sich zahlreicher Beteiligung seitens der Vereine und vieler auswärtiger Gäste. Der Festzug, welcher gegen 2 Uhr nachmittags die Straßen des festlich geschmückten Ortes passierte, bot ein schönes Bild und wurde insbesondere verschönt dadurch, daß sich junge Mädchen in Hessentracht am Festzug beteiligten. 8 Butzbach, 7. Juni. Heute fand in der St. Wendels- kirche hier zur Erinnerung an die bis vor mehreren Jahren auch weltlich gefeierte Kirchweihe ein gut besuchter Nachmitags- gottesdienst statt, wobei der wertvolle Reliquien schrank des Sankt Wendel mit den goldenen Oechslein gezeigt wurde, welcher eine kunstvolle Schnitzarbeit aus dem Anfang des 16. Jahrhunderts ist und von nachstehender Sage umwoben wird: Sankt Wendelins Gebeine seien mit einem von Ochsen gezogenen Wagen bis in hiesige Gegend gefahren worden; plötzlich sei ein Rad gebrochen und dies wäre den beglettenden Mönchen ein Zeichen gewesen, daß der Heilige hier begraben fein wolle, worauf dessen Gebeine an diesem Orte der Erde anoertraut wurden. Diese Legende ist ist auf der einen Seite des Wendelinschreines durch Relief- siguren geschickt illustriert, während die anderen Seiten mit Szenen aus dem Leben des St. Wendel und sonstigen Bild^ Malereien geschmückt sind. (ff) Bürbach, 6. Juni. Tie Teilnehmer an dem hessisch - bayerischen archäologischen Anschauungskursus besuchten gestern die prähistorischen und römischen Anlagen der Umgegend, so aus dem Schrenzer, Kastell Hunnenburg, die Hatt)tattnieberlassungen und die Limesanlagen unter Führung des Ministerialrats Soldan- Tarmstadt. Heute vormittag wurde die Sammlung des Friedberger Geschichts- und Altertumsvereins beslchttgt, woran sich ein Besuch der Saalburg bei Homberg schloß. (!) Bad-Nauheim, 6.Juni. Auf dem Hofgut Haffel- heck zwischen hier und dem Winterstein ist die Schweinepest in verheerendster Weise auf getreten; es sind über 150 Schweine an der Seuche verendet. () Friedberg, 7. Juni. Tie Enthüllungs - und Einweihungsfeier des Kriegerdenkmals findet am 19. Juli, dem Gedenktag der Mobilmachung 1870, statt. Montag wird mit der Errichtung des Sockels begonnen. Tas Denkmal selbst wird anfangs Juli eintreffen und von den beiden Künstlern Qartig aus Aachen und Hammer- schmidt-Tüsseldorf aufgestellt. Es ftellt einen jungen Krieger oar, der den Gedenkstein der in 1870/71 gefallenen Kameraden schmückt. Tie Rücksette trägt die Namen der Gefallenen, die beiden Seiten die Reliefs Wilhelms I. und Ludwigs IV. Auf dem Gedenkstein thront ein nach Westen schauender Adler. Tie Kosten des Denkmals stellen sich auf ca. 15000 Mk. Mit der Enthüllungsfeier ist ein Ge- neralappell der vor 1870 hier garnifonierenben hessi- schen Jäger verbunden, deren letzte Zusammenkunft 1897 hier stattfand. Wie verlautet, wird auch der Großherzog zu der Feier ein geloben. )( Dortelweil i. d. W., 6. Juni. Gestern brach auf unaufgeklärte Weise in ber Scheune ber Frau Fauerbach Feuer aus. Tem Mieter ber Scheune, Karl Hensel, verbrannten mehrere landwirtschaftliche Maschinen, die nicht versichert sind. Ta anfangs empfindlicher Wassermangel herrschte, so griff baöjitemcnt rasch um sah; es brannten zwei Scheunen nebst Stallungen und Holzschuppen nieder. Ter Brand dauerte von 11 Uhr bis 5 Uhr abends. 8 Schotten, 6. Juni. In hiesigem Kreise greift die Schweinepest immer mehr um sich. Wie verlautet, wurde sie durch verseuchtes Vieh aus Oesterreich eingeschleppt. Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. In Heddernheim geriet der Bauer Vogl mit seinem Pferd, daL er in die Nied zur Schwemme geritten hatte, in eine Untiefe und ertrank. Auch das Pferd kam in den Fluten um. — In Frankfurt erhängte sich ein lljähriger Knabe in der elterlichen Wohnung aus Furcht vor Strafe, die ihm von seiner Stiefmutter angedroht war. Vermischtes. Magdeburgs. Ium. Ter Gerichtsvollzieher Haxt wurde heute mittag mit einer Schußwunde in der Zunge tot in einem Graben aufgefunben. Es liegt Selbstmord wegen zerrütteter Famitienverhältnisse vor. Er konnte die großen Ansprüche seiner Familie nicht befriedigen. — Wegen schlechten Geschäftsganges e r h a n g t e s i ch in seiner Backstube der Konditor Konrad. * Halle, 6. Juni. In Pruch ertranken ber ackttährige unb ber zehnjährige Waisenknabe Marschke im Gänseteich, als ber ältere Bruber ben jüngeren Bruber retten wollte. * Hamburg, 6. Juni. An Borb bes Dampfers „Coban", auf ber Fahrt von Sibney nach Montreal, würben durch eine Explosion 3 Mann getötet Das Schiff ist stark beschädigt , t t Rybinsk, 6. Juni. Tas Bahnhofs geb aube ber Mos- kau-Windau-Rybinsk Eisenbahn ist bis auf ben Grunb n ie- bergebrannt. Tas Feuer ist burch Explosion einer Kerosin lampe verursacht worben. * Breslau, 6. Juni. Ein Beamter der hiesigen großen Bankfirma E. Heimann hat Unterschlagungen in Höhe von 120 000 Mark begangen. Wahrend seiner Urlaubsreise wurden die Veruntreuungen entdeckt. *Straßburgi. E., 7. Junt Die Hagenaner Garnison wurde allarmicrt wegen eines Großfeuers in den Stallungen bes Dragonerregiments 15. Tas 60 Meter lange Futtergebäude ist völlig niebergebrannt Bei ben Löschungsarbeiten sinb 3Solbaten verunglückt unb ein Feuerwehrmann ab gestürzt Die Verletzungen, die sie erhalten haben, sinb nicht lebensgefährlich. Das Pferbematerial ist unversehrt. * Paris, 6. Juni. Em Degenduell fand zwischen dem nationalistischen Deputierten Guyot Villeneuve, einem ehemaligen Offizier, und dem radikalen Deputierten Betteaux im Börsensaal statt. Im siebenten Gange wurde Guyot am Vorderarme verwundet * Paris, 7. Juni. In St. Möen zerstörte eine Feuersbrunst diese Nacht die dortige Irrenanstalt Es gelang jedoch, alle Insassen zu retten. Ein Feuerwehrmann wurde verletzt. — In dem nahe gelegenen Vieguehies zerstörte diese Nacht eine Feuersbrunst die dortige große Wollkämmerei. Ter Schaden ist sehr bedeutend. Zirka 200 Arbeiter sind brotlos. * Dl a r) e i 11 e, 7. 5uni. Ter Dampfer „Insulari ber Gesellschaft Fraissinet stieß heute mit dem derselben Gesellschaft gehörenden Tampfer ,Libau" aus der Höhe der Insel Diairc zusammen unb brachte ben)eiben zum Sinken. Tie Passagiere des ,Liban" würben vom „Jn- sulair" ausgenommen und hierher gebracht. Nach weiteren Dlitteilungen sind zahlreiche Personen ums Leben gekommen. Bis heute nachmittag 5.30 Uhr wurden bereits 29 Leichen geborgen. „£ibau" ging von Marseille nach Bastia, „Jnsulaire" kam von Toulon und Nizza. Ter Zusammenstoß fand um 121/3 Uhr mittags statt. Der Lotsen^ dampser „Blechamp", welcher sich in der Nahe ber Unglücks- stätte befand, leistete mit einem anderen Lotsenboot und dem österreichischen Kanonenboot „Balkan" sofort Hülfe. „Libau" sannk in 17 Minuten nach dem Zusammenstoß. Acht Leichen, unter letzteren fünf Frauen, zwei Männer und ein Kind, wurden gleichfalls von ihm geborgen. Tie Zahl ber Reisenden auf dem ,Libau" betrug etwa 200. Die Hälfte wird als verloren angesehen. Tas Bureau ber Gesellschaft ist geschloffen, eine offizielle Liste noch unbekannt. Etwa 40 Reisenbe wurden vom „Bechamp" unb bem österreichischen Dampfer „Chasocsy" gerettet, 40 anberc unb 17 Matrosen vom „Balkan" ausgesammelt. Als bas erste Rettungsboot auf etwa 40 Meter an den „£ibau" herankam, neigte sich bieser plöklich settwärts. Die Masten schlugen auf iy> Meter vom Rettungsboot entfernt ins Wasser. Ter Dampfer versank mit ber Menge, bie sich an ben Lettern festklammerte. Ein herzzerreißenber Schrei würbe gehört, bem bald Totensttlle folgte. Tie Diaschinen explobierten unb verursachten ein Zischen bes Wassers, das fünf Minuten anhielt. * Newyork, 7. Juni. Em Wolken druck ist über Spartanburg (Sübkarolina) niedergegangen und überflutet bas Lanb. Baumwollmühlen sinb zerstört. Ein Torf ist fast vollstänbig zerstört. Es wird gefürchtet, baß viele Personen ertrunken sinb. * St. Louis, 7. Juni. Ter Mississippi steigt noch immer. Ter Personenverkehr auf den nach St. Louis gehenben Sttecken ist ernstlich gefährbet. Man nimmt an, baß bie Eisenbahneinnahmen in bieser Woche um fünfzig von hunbert zurückgegangen sinb. * Die Affäre bes Juristen Weber. Heber bie bereits kurz gemelbete Duell-Affäre in Innsbruck, bie für ben einen ber Beteiligten den Verlust bes Reserveoffiziers-Charkters nach sich zog, bringen bie „Neuen Tiroler Stimmen" eine ein- gehenbe Darstellung, ber wir folgendes entnehmen: ftub. jur. Weber, ber Senior ber sich nicht schlagenden katholischen Verbindung „Austria", hatte im vorigen Oktober ein Rekon tr e mit ftub. Joerg, Mitglieb ber akademischen Verbindung „Brixia", in dessen Verlauf letzterer von Weber einen Schlag erhielt. Die Folge dieses Renkonttes war, baß Joerg, welcher Kadett-Aspirant ist, ben Reserve- Kabetten Weber zum Duett forberte, bieser jedoch bie Herausforderung nicht annahm. Infolge dessen kam es zu einer dreifachen Klage: bei Gericht, beim akabemischen Senat unb vor bem militärischen Ehrenrat. Bei Gericht würbe Weber zu 10 Kronen, Joerg zu 20 Kronen Gelb strafe verurteilt. Der akabemische Senat verhängte über Weber bie Disziplinarstrafe ber Rüge burch ben Rektor vor bem versammelten Senat, welche Strafe auch vom Unterrichtsministerium beftatigt würbe. Langwieriger gestaltete sich bie Untersuchung vor dem militärischen Ehrengerichte. Dem Kadett-Aspiranten Joerg wurde die Würdigkeit zur Ernennung zum Reserve-Kadetten, beziehungsweise Reserve-Offizier unb zugleich ber Titel „Kadett-Aspirant" aberkannt. Er hatte als Reserve-Ober- jäger bei der ersten Ersaükompagnie zu verbleiben. Stub. jur. Weber hingegen wurde infolge des Urteiles des Mi- tttär-Ehrenrats, das vom Äriegdminifterium beschäftigt wurde, „gemäß ber §§ 31 unb 34 ber Vorschrift für bas ehrenrätliche Verfahren seiner Kabetten-Auszeichnung verlustig erflärt unb gleichzeitig als Reserve- Jäger zum 4. Regimente ber Tiroler Kaiserjäger transferiert." Ter Beschluß bes Ehrenrates hat nach bem oben zitierten Blatte folgenben Wortlaut: „Der bei ber k. unb k- achten Infanterie - Truppen - Division zusammengesetzte Ehrenrat für Lberoffiziere unb Kabetten hat über bie wiber ben Reserve-Kadett-Feldwebel Arthur Dlaria Weber des Jnfanter ie-Regiments Ernst Ludwig Großherzog vonHessen unbbei Rhein Nr. 14 erhobene Anschuldigung der tätlichen Mißhandlung eines Reserve-Kadett-Aspiranten unb Satisfak- nonSccriDCigcrung nach ber am 16. März 1903 stattgehab- icn ^cylußverhandlung erkannt: Ter Beschuldigte Reserve- jtab;.i-3-cibroebel Arthur Maria Weber des Jnfanterie- Reglments Ernst Ludwig Großherzog von Hessen unb bei Jifyein Nr. 14 hat bie Standesehre dadurch verletzt, daß er einen Reserve-Kabett-Aspiramcn öffentlich miMi) anb cltc, unb hierüber zur Satisfaktion aujgc- jarbeit, dieselbe auf Grund seiner nichtofriziers- mäßigen Anschauungen verweigerte." Häuser, hauen Widerklage erhobeti. luimen wurden der Beklagte P. cv< ___... ... ." mA (TO ♦ JAHhlt 1 1 1(1) bei 1 Sport. 1 1 208.75 209.40 136.30 172.90 1 1 1 1 KD 1 2(1) 1 1 2(D 1(1) 1(D 1 1 2(1) 1(1) 32.05 34.00 132.40 44.90 4% Grieoh. Monopol.-AnL 4%% äussere Argentiner . 100.60 . 102.80 100.50 . 101.75 . 103.70 . 50.80 208.25 208.60 136.25 172.75 179.50 Herxheim . 171.00 3-/o Mexikaner . 91.25 4*/2'7u Chinesen . . 101.60 Electric, öcm ackert . 91.40 ' Nordd. Lloyd . , . 101 25 i Kreditaktien Tuberkulose der Lungen Lungenentzündung Stimmritzenkrampf Tarmkatarrh Herzsehler Phlegmone . Hnochenmark- entzündung Gehirnhautenlzündg. Rü ckenmarkenlzündg. Krebs der Leber Zuckerkrankheit tlnbekannter Ursache • Eine mutige RettungStat vollbrachte während des Kongresses der deutschen KorpS in Kösen bex StudiosuS von Bötticher aus Halle a. S. Er unter- nahm mit dem Schriftsteller Wilhelm Uhde aus Posen eine Kahnfahrt auf der Saale. Durch einen unglücklichen Zufalls kenterte das Boot an einer gefährlichen, tiefen Stelle. Herr t Uhde, der nicht schwimmen kann, vermochte nur auf kurze Zeit sich an dem umgekchpten Boote emporzuarbeüen. Unter großen Anstrengungen und eigener Lebengefahr zog Herr von Bötticher den immer wieder Sinkenden mehrere male an die Oberfläche, bis ein in der Nähe befindlicher Schiffer die gefährliche Lage der beiden Herren bemerlte und mit einem Boote Hilfe brachte. Herr von Bötticher ist ein Sohn des Staatsministers und jetzigen Oberpräsidenten von Sachsen und studiert zur Zeit in Göttingen, wo er dem Horpe „Saxonia* angehört. — Ein Bruder des braven Lebensretters hat vor einigen Jahren bei einer Bootsfahrt in der Nähe von Rheinsberg den Tod m den Wellen gefunden. • Carnegie'S Schenkungen. Em Newporter Blatt hat alle Schenkungen Andrew Carnegie'S registriert mit dem Ergebnis, daß der Multimillionär annähernd 100 Millionen Dollars verschenkt hat: 68'/, Mill. in den Vereinigten Staaten, 17 713 000 Doll, in Schottland, 1 750 000 Doll, in Holland, 1 354000 Toll, in England und Wales mehr als eme Mill, in Kanada, sowie in Irland und Cuba je einige Hunderttausend. Meist sind es Bibliotheken, die Carnegie mit seinen überflüssigen Millionen ins Leben gerufen, dann eine Anzahl wissenschaftlicher Institute, wie das Carnegie-Institut in PittSburg, eine Carnegie-National- Universität in Washington, von denen das erstere nahezu acht, das letztere zehn Millionen Dollars erhält. 4‘ 6% Oesterr. Shberrento VA Ungar. Goldrente. . 40/? Italien. Rente . . 4*,,% Portugiesen . . SO/ Portugiesen. . . . 1A C. Türken . . . Türkenlose ...... 3V«% 8% 3V,% 3% Wie von brr Universität Leipzig auf die Technische Hochschule Karlsruhe übe: und gelangte so zum erstenmale nach Sud- deutschlond. — Eine gleichzeitig tagende Vertreterversammlung oer Verbände ehemaliger Freier Studenten beschloß einen Zusammenschluß dieser Vereine zu einem Bunde. Diskonto-Kommandit. Darmstädter Bank . Dresdener Bank . . Beniner Handeleges. Oesterr. Staatebahn . Lombarden . . . Goithardbahn . . . Laurauütle . . . Bochum .... . . 26.40 . . 9230 . . ' . . 98 00 . . 20830 . . 18430 . . 136.00 . . 146.80 . . 154.00 . . 145.75 . . 1725 . . 189.00 . . 215.00 . . 173.00 . . 179.20 Deft Kredit. . Deutsche Bank Darmstädter Bank Bochumer Guß . Summa: 14 (4) 8 (3) — 2 (1) Anm.: Tie in Klammern gesetzten Ziffern geben an, wie »trt der Todesfälle in der betreffenden Krankheit auf von auswärts nach 0)jenen gebrachie Kraute kommen. _ Reichs anleihe do. Konsole . do. . . Heesen Oberhessen Neueste Meinungen. Originaldraytmeldungeu des Gießener Anzeigers. Rom, 8. Juni. Die Ucberrcste Crispis sollten laut Parlamentsbcschluß in bei Kirch e -u <-onct Domenico in Palermo 'beigesetzt und daselbst em Grabmal errichtet werden. Ter Erzbischof von Palermo hat nun dagegen sein Veto eingelegt unter der Drohung, falls Crispi in der Kirche beige,etzt werde, das Interdikt über dieselbe zu verhängen. — Zur Reise Kaiser Wilhelms nach Wien bemerkt die offiziöse Tnbuna, es fei absurd, zu behaupten, Kaiser Wilhelm werde in Wien zwischen Oesterreich und Italien vermitteln. Tie Beziehungen der beiden Regierungen hätten niemals aufgehört, so herzlich zu sein, wie es Oie gemeinsamen Interessen verlangen. Höchstens könnte Kaiser Wllhelm die Aufmensamkeit Kaiser Aianj Josefs auf den Einfluß lenken. Den ine tatholiken- irreunDlidje innere Politik auf das italienische Vollgefühl ausüben müsse. — Tie Kunstgelc-.-cten Jacobsen und Ferri entdeckten im Archiv der Ussizien^Sallerie in Florenz 40 bisherunbekanntegroßartigeSkizzen Michel Angelos. w New y or k, 8. Juni. Zwei Webereien in Pan- celet (Süd-Äarolina> sind durch Sturm zerstört wor- den. Es waren Die bedeutendsten Fabriken Der Gegend. 3500 Ballen Baumwolle wurden vom Wa sser wegge- schwemmt. Eine andere Weberei in Clifford wurde schwer beschädigt. Tausende von Arbeitern sind obdachlos. Die Verluste sind ungeheuer. . New York, 8. Juni. Ter neue Leiter dos Metropolitan Opera House in Newyork, Direktor Heinrich Conried, der sich zurzeit in Italien aufhält, wird trotz aller Proteste aus Bayreuth Den Parsifal in Newyork zuv Aufführung bringen. San Francisco, 8. Juni. .Ltc bedeutende Getreide fir m a Hetzinger hat ihre Zahlungen ein- gestellt. Tie Verluste sollen sich aus mehrere Millwnen Dollar belaufen. Tie Firma war eine Der bedeutendsten ihrer Art und hatte zahlreiche Verbindungen mit eure» | putschen Exportfirmen.__ NnwerMs Nachrichten. Tie Gesamtzahl der Studierenden an bö Ted)» fischen Hochschule ;u Tarmstadt betragt nach, dem uns vorliegenden Verzeichnis für das laufende Sommersemester | 1871 gegen 1740 im Sommersemester 1902. 3nu^iMttrt| sind 1463 (1401, 128) Studierende, und zwar loch (128, 104) in der Abteilung für Architektur, 229 (218, 201) m der Abteilung für Jngenieurwesen, 458 (395, 358) m bei: äb* Leitung für Maschinenbau, 437 (489, 523) w bei Abteilung für Elektrotechnik, 156 (128, 136) in der Abteilung su Gliemie 30 (43, 34) in Der allgemeinen Abteilung. xa)u sBl (279, 199, WnUn und j M » nehmer an den emzelnen Vorlesungen, darunttr 19 (^ 15) Tarnen. Bon Den 1871 Hörern find 1396 ^eufiche Staatsangehörige (davon 385 Hessen, 663 Prenszen, 348 anderen deutschen Staaten und 475 Ausländer (darunter Landet und Verkehr. Volkswirtschaft Berliner Börse vom 6. Juni 1903. (Mitgeteilt von der Bank für Handel und Industrie, Gießen.) Nachdem mährend der ganzen verstoßenen Woche bie Tendenz bald nach oben bald nach unten schwankte, ohne daß irgend ein greifbarer Grund für die eine noch für die andere Seite vorlag, herrschte an heutiger Börfe eine direkte Verstimmung. Als Grund hierfür galt m erster Reihe die Erivartimg einer Erhöhung des Bankdiskonts für nächsten Montag, welche besonders deprimierend auf den Klirs der Reichsanleihe wirkte, andererseits jedoch ist eine große Angst vor Amerika nicht zu verleugnen. T»e hiesige Spekulation, soweit man von einer solchen z. Zt. reden kann, befürchtet weitere Ueberraschungen auS Newyork und realisierte die an und für sich schon kleinen Engagements. Da die an den Markt kommende Ware, nachdem die Kontremine verschiedentlich im Lause der Woche gedeckt hat, nur von Meinungskäufern ausgenommen werden konnte, ist es erklärlich, daß bei den geringen Umsätzen die Nurse einen entsprechend rückgängigen Stand einnahmen. Prwat-Diskont 81/* Prozent. Anfangs- u. Schlußkurse. Harpen er Tendenz: schwach. Kunst und Wissenschaft. Diesben, 6. Juni. Im großen Saale bes stadti- schen Ausstellungspalast cs begannen gestern bie Verhand- jungen ber Deutschen Bunbesgruppe ber Internationalen kriminalistischen Vereinigung. Unter- staatssekretär Prof. v. Akayr-München eröffnete bie Ver- sammlung. Ter sächsische Justizminister xr. Otto wirb rum Ehrenpräsibeiiten ernannt. Erster Gegenstand ist Die Kraue derReform berVoruntersuchung. Professor Zucher-Prag forbcrt bie vollständige Beselligung der gerichtlichen Untersuchung und bie lleberttagung ber Voruntersuchung an bie Staatsanwaltschaft. Prof. aJlittcr-l maier-Gi eßen spricht sich im wesentlichen im gleichen Sinne aus. Das Enbziel müsse sein bie möglichste Einschränkung ber Vorerhebungen burch Verselbstänbigung der Staatsanwaltschaft einerseits unb ber Verteidigung anderseits; bie Sammlung bes Prozeßmaterials müsse der Staatsanwaltschaft überlassen, anderseits müsse dem Beschuldigten die Aiöglichkeit der Sorge für bie Verteidigung voll gewährleistet werben. Der britte Referent, Land- gerichtsrat Kulemann (Braunschweig), ist gleichfalls der Meinung, baß die Stellung des Untersuchungsrichters widerspruchsvoll und unhaltbar sei und baß es sich empfehle, ben Staatsanwalt in Höherem Nlahe. als bisher rum Organ ber Strafverfolgung zu machen; uBer bie Frage der BeLehaltung ober Abschafsung ber Voruntersuchung könne aber erst bann eine Entscheidung getroffen werden, wenn feststehe, wie sie im einzelnen zu gestalten fei, und so weit fei man heute noch nicht. Ä^r seuie Person fordert Redner bie volle Öffentlichkeit und Mündlichkeit ber Voruntersuchung unb Die Entscheidung über die Eröffnung des Hauptverfahrens durch den Untersuchungsrichter Schließlich wurde ein materieller Beschluß nicht gefaßt, sondern eine Kommission zur Ausarbeitung eines bezüglichen Uetz- cntiDurfed eingesetzt. Für diese wurden die Professoren Mittermaier, Rosenfeld, v. Lilienthal, Land g e r i cht srät e Wein - gart und Hulemann, Staatsanwalt Rosenberg-Ltraßburg, Rechtsanwalt Heinemann gewählt. Die Bereinigung ver- flelangte dann noch heute die Reform ber Irren gese tz^ gebung. Ter bisherige Borftand wurde wiedergewohll unb bie Tagung geschlossen. ________ yitfratur. Den Zankapfel ber nächsten Zukunft für die hohe Politik, d. h. die Mandschurei, deren Besitz für den Einfluß, ja für die Oberherrschaft ün Ehmeiischen Reiche mavqebend fern wird, stellt die Karle: idi-1 stbirien und 'Mandschurei in Der 17. und 18. Lieferung vonStielers Hand-Atlas ^erscheuu in 50 Lieferungen, jebe mit 2 Karten, zu I je 60 Pfennig, oder m 10 Abteilungen, jede mir 10 Karren, zu ie 3 Atark) bat. Das von Herrn. Habenickst gezeichnete Blatt zeigt die durch die Vollendung der sibirischen und mandschurischen Eisenbahn I für den Weltverkehr erst erschlossenen Gebiete m einem größeren Maßslabe, in 1 : 7'/, Mill., vor als irgend em anderer Atlas bietet. Die Gelände Darstellung läßt erkennen, welche Schwierigkeilen der Bau der sibirischen Bahn oereitet hat, das Karteudild zeigt aber wie viel von Rußland noch für die Erforschung OstfibitienS getan werden muß, nameiulich im Olouoernement Jenisseisk, in der Provinz Jakutsk und der Ainur- unb Kusienproomz. Der zweite 'Jleuiti ch öiejer Lieferung bietet den südlichen Dell von Großbritannien in 1 : p/ Mill, von 0. Koffmahn, der die Schwierigkeit, welche die 1 Darstellung eines so dicht bevölkerten Landes bietet, geschickt zu über- । winden gewußt hat, denen trotz der zahlreichen Namengebung, trotz ber ins einzelne gehenden Berücksichtigung des Terains, welche namciuhd) von dem romantischen Wales cm von den gewohnten Darstellungen stark abweichendes Bild enthüllt, kann von Ueberfullung (eine Rede sein; bie Harte ist leicht lesbar. Die letzten Biotter. Oesterreich-Ungarn, Blatt 1 unb 2, sind aus bet früheren Ausgabe übernommen, aber einer eingeheiiden Berichtigung unterzogen wordenf. durch die Ausführung des TerramS in braun hat die Lesbarkei- der Harte gewonnen. Aber auch das Derrainbild i|t deutlich gewor den, weil von ber Schrift nicht mehr beeinträchtigt: die verfchiedenen Gruppen der Alpen unb ber Karpathen treten klar hervor, yür bie öorqfalt ber Redaktion fprichl, daß die Entscheidung, in dem sogen. Aleeraugenstrett zwischen Ungarn und Galizien Beruckiichtigunq I gesunden hat. Frankfurt. Erster Sieger: Drescher 3^4»^ ^n>elter DakM-r. Motor-Rennen, offen für bic «chrunnacher «n Hauptfahren. 10 000 Meter — 25 Rundeu. Es starteten: Drescher-^wni^ Moder unb Grä'-Frankfurt. Als erster Sieger ging lSräf mU 9/>0, alb zweiter Drescher mit 10,36 Minuten daraus bemor. -.re drr mußte durch baS Defektwerden seiner Alaschine während sechs Runden aussetzen, holte aber dann durch enormes oahren rwe» Runden wieder ein: er hätte also bei normalem Lauf erster nieaer werden können. Bei diesem Rennen fuhren die Maschiuea die Runde — 400 Meter m 21 Sekunden! Der Motor von KammSky- Höln mürbe bcun Transport befett unb konnte baher nicht mU- fahren. — Im großen und ganzen ist das Rennen gut verlauf und auch, wenigstens ivährcnd dem Fahren, von gutem Wetter begünstigt worden; der Besuch hatte jedoch beiicr sein können. Brussel, 7. Fum. Der belgische A u t o m o b i l i st e u- Klub hat bcichloijen, die sür den Sommer geplante W et tf ahrt- au« unbestimmte Zeit zu vertagen. Ten oNruiib für diesen tont- schluß bildete die gegen derartige Wettsahrten unternommene heftige Campagne. Ä t . Brüssel, 7. Juni. Gestern traf auS toeban ber französische Leutnant Baustl vom 28. Tragoner-Regt. ein. Derselbe hatte bie Wette gemacht, in 50 S t un d en von ocbanna A Brüssel unb zurück zu reiten. Tie strecke beträgt 400 Kilometer. Ter Leutnant, welcher wohlbehalten hier emtrai, ist abcnbs 11 Uhr roicber abgeritten. Baustil hat st Z. au dem t.»slanz- ritt Brüssel—Sstende teilgenommen. — Rad -Rennen a. d. Haardt. Das von der ungünstigen Zeu em wenig beeinträchtigte Saison-Eröffnungsfahreii aus dem Sportplatz war im übrigen ganz interessant. Tas um Flieger-KonkurrenK, Tauerfahren mit Motorführung und Motor-Rennen angekundigte Programm wickelte sich folgendermaßen ab: Erstfahren SV00 Meter--b Runden, offen für Herrensahrer, welche bet einem onenllichen Bahnrennen noch keinen ersten Preis errungen haben. Es starteten m den Borläufen Kaminsky-Köln, Reich-Eießen, Kaltwaffer-Giepen. Lauer- Äießen, Wagner-Jranknrrt, ZaLoby-Mainz, Witzel-Eteyen. Sieger im ersten Verlauf Kaminsky — 1,12 /j Thnute, fiauer — 1J8 Minute. Sieger im zweiten Verlaus Jacoby = 1,14 /. Minute Wagner 1,14 Minute. Entscheidungslaus Jacoby b^lv, Kaminsky 5,5»/„ Wagner 5F Minuten. - Eröffnungsfahr-n 20vo l Meter — bRennen, ogen für alle Herrensahrer. starteten m den Dorläufen Drescher-Mamz, Liirr-Frankfurt, Hartmann- Rüffelsheim, Wagner-Frankfurt, Jacoby-Mamz, Kaminsky-Holn, Backhaus-Gießen. Sieger im ersten Vorlaut Jacoby Lo2 „ Trescher L53 Minuten; un zweiten Vorlaus Lurz l^o Kaminsky 1,15»/, Minute. Entscheidungskanups: Drescher als erster m 3^0, Lurz 3,40-/5, Kaminsky 3,4o»/, Minuten. - ©ing ef^ o b en e§ Rennen für Fahrer und Umgebung, 2000 Meter— 5 Riinden. Es starteten Hesker-Gießen, Hamel-Gieven, Kallwasier- Gießen, Muhl-Gießen, Reich-Gießen, Lauer-Gießen. Erster Sieger Hamel, zweiter Reich, Dritter Lauer, izichrungs- I ureis: Hecker. Hauptfahren: 1000 Meter — Runden bei Planung einspuriger Schritimachermchchmeu. .J^et-en: Trefcher-Malnz. Schwarz-Mtinz, Lurz-oranksurt, Reich-Gießen, Backliaus-Gießen. Erster Sieger: Drescher 11,44, zweiter schwarz 19 09 Dritter üuri sechsmal überrundet. — Mehrsitzer ’ a hren, offen für SmnfÄ 2400 Meter = 6 Runden. Es ttartetgi: | Drescher-Mainz mit Lurz-Franksurt, Wagner-i^rantfurr nut -btesch- 37,% 4% ilesterr. Goldreute . 251 a“ Sei mar, 7. 3 uni- Som 5.-7. Juni fand der 4 Rreie Stube ntentag hier stall. Zum er,ienrnale nahmen auKcr Delegierten von Universitäten, Technischen, Ä“Äu!en, B-rgaladern^n -mch Vertreter von -rer- äntlidjen, Landwirts'chLs.lichen Hochschulen Demieu statt. Ter Verbandstag, der mit einem Bcgrußungs- !omm™l begann, wurde u. a.~bom Verlier ded ostre^ Vereins für Ferialkurse, Tr. i)-riedr. .>)ertz-Wien, vcgrutzt. Ten Bildungsbestrcvungen^dieses Vereins ^^ickMng^oon Hochschulvorlesungen in Salzburg) ^.urde l^haste Sympathie ausgedrückr. Tas Hauptlhema der ossenllichni Verhandlungen war die Tiskus'ion der Duell-uu d Eh * aerichtsfrage. Es wurden die sreistudenttschcn beringen vertteten. gemeinsamer Ehrens, sveisnwentische Ehrengerichte, Anerkennung eines leDen StonDpuntted (Genugtuung mit und ohne Waffe), parttattsche Ehrengerichte für^ Tuellanhänger, Ablehnung des Beleg, yftemsundder Bestimmungsmensuren, Anerkennung Der persönlichen (Ka- valier-)Wasfen, studentische Schiedsgerichte stur -^uellgegner, d?e tti irgend einer Form Genugtuung geben müssen, riÄtSia des Instituts eines Vertrauensmanns,, dem der Standpunkt des Klienten und ber Ehrengericktsstrage ver- ttaulich mitzuteilen ist. - Ter deutschen.Burschenschaft war anaeboten worden, die zwischen Osfizierkorps und ^tu-! deutensckast noch nicht mögliche Einigung m Der Ehren- aerVrage durch Hemmung der PistolLnduelle innerhalb der Studeittenschaft selbst ui angegebenem «inne zu versuchen Sie bat auch dieses Anerbieten nicht beatirmortett - Auf'dem nächsten BerbanLStage sollen, womöglich durch Vrofcssoren, Vorttäge über Hochschulpädagogit und ,,-Ltudent Volksbildung" gehalten werden. '~er Vorhand ging Gerichtssaal- Dingen, 7. Juni. Im 9iovember o. I. hatten Ctreitgkeiten um baS hiesige neue Hos p11al Staub aufgewiibelt. Im .'■ö.U. warf Damals ein .Euisenber' gewissenHreiscn unb bamit auch indirekt ber Mehrheit ber o t a b 1 v e r o r b n e t e u e r \ a m m l u n g .Begehrlichkeit nach Dem H o s p 11 a l v e r m o g e n, welches Vermögen samt Hospital laut unwiberlegbaien Beweisen ben Binger HathoUken gehört, vor. In ber nächsten «itzung ber Stabto.-Versaminlug bemühte man sich, biejen^ Vorwurf als unbegründet zurückziuveisen. Stablv. Anselm Limon sprach von .haben lojer Gemeinheit, Berheguna, Berlo aen- l) e i t“ u. A , schlug mit der Faust auf den Tisch und schlog seine Rede mit den Worten: .Wer steckt dahinter'?" Ter .Binger Anz.* wehrte sich gegen solche Behandlung. Alanche Ausdrucke in seinem Abwehrarttkel waren zweifellos beleidigend, aber hatte । ne Simon nicht hervorgerufen? Simon lies nun zum Habt unb bie Angelegenheit kam am Schöffengericht zum Austrag. Die beiden Beklagten, Redakteur Paul Tteffenbach und Verleger E. Steinhäuser, Hanen Widerklage erhoben. Nach mehrslundigei, Verhandlungen wurden der B e k l a g t e P. Tieffendach und ber Kl ager A. Limon zu je 80 Mk. Geldstrafe ucnirteüt. Der Verleger (L. Steinhäuser wurde mangels Beweis sreigesprochen. Ein salo> Sanbau (Psalz) tritt in Liquidation. AÄactte. Grünberg, 6. Juni. Fruchtmarkt. (Durchschnittspreis pro 100 Kilo.) Weizen 16.25 bis —Mk., Korn 14J>0, bi§ 00.00 Alk., Gerste 14.00 bis 00.00 Hafer 13.50 bis 14.50 Mk., Erbsen 18.00—00 Mk., Linsen 00.00 All., Lem 00.00 Rck., Wicken 00.00 Rtark, Samen 00^)0—00 All., Kartoffeln 7.00 bis 7.60 All. fc. Frankfurt a. M., 8. Juni. (Telegr. Orig.-Bericht des -Gieß. Anz."). Amtliche 9lotierungen der heutigen Viehmarktpreise. Zum Verkaufe standen: 123 Ochsen, 88 aus Lest-1 reich, 52 Bullen, 12 aus Oestreich, 666 Kühe, Fersen, Stiere unb Rinder, 1 aus Oestreich, 202 Halber, 91 Schase und Hammel, 1098 Schweine, 0 Ziegen, 0 Ziegen-, 0 Schaflämmer. Bezahlt i wurde für 100 Pfund Schlachtgewicht: Ochsen 1.Oualttat 67—69 Mk., 2. Qual. 62—64 Dck., 3. Qual. 54—61ML; Bullen L Cual. 62 bis 64 Mk., 2. Quoll 59—CO Alk.; Kühe L Qual. 62—64 Alk., 2. Qual. 60—61 Mk., 8. Qual. 52—54 AU, 4. Quoll 47—50 Mk., 5. Qual. 00—00 AU. Kälber: 1. Qualität82—85 Pfg., Lebendgewicht 50-52 Pf., 2. Qual. 47—48 Pfg., Lebendgewicht 46—48 Pfg^ Schlachtgewicht —Pfg., Schafe: 1. Quoll Schlachtgewicht 70—71 Pfg., 2. Quoll 66—68 Pfg., 3. Quoll 00—00 Pfg.; Schweine 1. Qual. 65—00 Pfa., Lebendgew. 45 Pfg., 2. Qual. 55- 00 Pfg., Lebendgewicht 41—00 Pfg., 3. Qual. 51—00 Pfg., Lebendgewicht 42—00 Pfg. — Geschäft: bei Hornvieh fchleppend, bet Kleinvieh gut, alles verkauft. Markt: Ueberftaub. . io. Frankfurt a. M., 8. Juni. (Ong.-Telegr. des „Gießen. । Anz.") Amtliche Notierungen der heutigen oruchtmarktpreise.! Wetzen Mk. 17.00—00.00, Hurhessischer Mk. 17.00—OOXK), La Plata 2)11. 17.50-18.50, Kansas Mk. 17.50-18ä0, Roggen (hiesiger) SDlarf 15.00—00.00, Gerste (Wetterauer) Mk. 00.00—00.00, »ranken- selber Alk. 00,00—00,00, Haser Alk. 14.00—15.00, AtaisjAtk. 12.00—00.00, I Weizenmehl 0 All. 25.75-26.25, 2. Qualität Mk. 23.25 bis Mk. 24u25, 8. Qualität Mk. 21.75-22.2o, Roagetunehl 0 Mk. 22.75—23.25, L Qualität Nck. 22.75—23^0, Weizenkleie Mk. 9.2o bis Mll 9.50, Roggenkleie Ntt. 925—9.75, iDlaisteime Mk. 9.7o bis M. 10.25, Franken, Pfälzer, Ried £011.10.25—10.50. Alles per 1100 Kg. ab hier. ______ Harpeuer Bergbau . . 179.80 Schluß-Tendenz: Besser. — Die Landauer Tabakniauufaktur Telephonischer Kursbericht, Franktari m. 8. Jatu i»u3. moiiisches Urteil! Ivöchküllichk zicberliitzi der iohcsjallt in ötr 5iaM 6ir 22. Woche. Vom 24. bis 30. Mai 1903. 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