Montag 8. Juni t 903 Ne. 131 153. Jahrgang Erstes Blatt. Volilische Wochenschau. des prächtige Einzug in Frankfurt sicher aus dem Hintergrund der echten Freude über die Anwesenheit des Kaisers bei dem populären deutschen Gesangswettstreit, an dem deutsche Der in Iranö/uri n Wiesbaden (133 Sänger, Dir. kgl. Musikdirektor Oertling), die Konkordia m Essen a. b. Ruhr mit 181 Sängern unter Leitung von R. Geyr, der Straßburger Gesangverein (182 Sänger, Dir. Trodl) und zum Schlüsse der Deutsche Sängerkreis m Elberfeld mu 169 Sängern unter Direktion von Gustav Pielken. Unter den selbstgewählten Chören waren als Komponist Hegar (2 mal) Brambach, Bruch, Hutter und Schwartz vertreten. Mittags um 12 Uhr hatten wir den Preischor zum 34. male gehört! Der Kaiser äußerte sich nicht günstig über die Komposition und bemerkte, daß ihr Schöpfer, der gestern anwe,ende Artillerieleutnant Meßner, eigentlich zur Straf- b-n Ci.bor ebenso oft zu hören bekommen I°llte. W-ü-r -ou-be berichtet, baß der Kager nach bem gestrigen groben Erfolge des Berliner LehrergesangoeremS geäußert hat: ,>o was habe ,ch den Berlinern gar nicht zugetraut!- Tas Interesse an diesem «ormutag war etwas erlahmt, denn der Pre,schor ist doch recht ichwachtich. Alier- bingS muß anerkannt werben, daß der Schlug von der stelle peratur, umgeben von Staub und Ranch, gearbeitet haben, in der Lage gerne)en sind, durch eifriges Studium und selbstlose Hingabe an die Arbeit so schwere Ausgaben zu übernehmen, wie wir sie hier gehört haben. Ich möchte aber glauben, daß in der Beziehung vielleicht die Dirigenten zum Teil selbst gefühlt haben, daß in der Wahl der Chöre das Aeußerste erreicht ist, was wir von Dkännergesangvereinen verlangen tonnen. Ich möchte dringend davor warnen, daß Sie nicht etwa auf den Weg treten, es philharmonischen Chören gleichzutun. Meine Ansicht ist, der Männergesangveretn ist dazu nicht da, er soll das Volkslied pflegen. Von den Kompositionen, die unserem Herzen nabe- stehen, ist merkwürdig wenig gesungen worden: sechs- bis siebenmal Hegar, achtmal Brambach. Ich kann Ihnen offen gestehen, wenn man diesen Meister öfters hintereinander hört, dann würde man jeden Verein mit Dank und Jubel begrüßen, der nur einmal „Wer hat dich, du schöner Wald" oder ,^Jch halt' einen Kameraden" oder „Es zogen drei Bursche" gesungen hätte. Diese Kompositionen sind außerordentlich wertvoll für die Ausbildung der Technik, es ist, als ob ein besonderes hohes Sprunggestell aufgestellt würde. Aber es mangelt Hegar und Brambach zu sehr an Melodik. Zudem komponieren die Herren Texte, die etwas lang sind. Ich bin im allgemeinen sehr dankbar, daß so patriotische und schöne Texte gewählt wurden, die von alten Kaisersagen und großer Vorzeit handeln. Ich glaube aber, tarifen würden die Trusts kommen und das Ende werde der nationale Serfall sein. Trotz dieser scharf oppositionellen Haltung gegenüber Chamberlain kann auf die Dauer Deutschland in seiner Passivität nicht verharren, so wenig als ein Chamberlain von heute auf morgen seine Pläne aufgibt und so wenig Kanada nach der ganzen Sachlage guttoiüig Nachreden wird, lieber kurz ober lang müssen wir uns zu G^enmaßregeln entschließen, damit unser Ansehen im Ausland für künftige Zollverhandlungen nicht Schaden leidet. Sie werden erschwert, wenn das AuÄand sieht, wie geduldig wir Nackenschlägen still halten. Den Schaden haben dann deutsche Produttion und deutscher Handel in gleicher Weife. Darum schon besser, wir handeln bald, da nun doch einmal gehandelt werden muß. Blutige Ereignisse stehen in dem schon seit Monaten vom Bürgerkriege verwüsreten M a r o k l o bevor. Diesmal bandelt eS sich aber nicht um die Kämpfe zwischen Atarok- kanem unter sich. Es regt sich im Südosten Diarokkos. Tie benachbarten Franzosen möchten gar zu gern Vor- teil aus den marokkanischen Wirren ziehen, und so kam ihnen denn ein seltsames Räubergeschichtchen sehr gelegen. Sie erzählen, daß marokkanische Banden den Gouverneur der französischen Kolonie Algier bei seinem Ritt auf die Oase Figig überfallen und mit seiner Begleitung beinahe hingemordet hätten. Dieses „beinahe" ist sehr bedeutsam und vieldeutig! 9?un will Frankreich mit der Miene der gekränkten Leberwurst in diesem unsicheren Winkel einmal gründlich Aus kehr halten, fürchtet sich auch, gar nicht vor der wilden Begeisterung dieser Wüsienstämme für den „hell ligen Krieg". Die leider aus so vielen Deutschen bestehende algerische „Fremdenlegion" wird hier in kriegerische Aktion treten, vielleicht mandjer Deutsche unter kolonialen Grausamkeiten sein Leben lassen. England, Spanien und Marokko schauen interessiert zu. Frankreich erklärt mit unschuldigster Lleinmädchenmiene: wir wollen nur rOdnung Herstellen, nichts weiter; wer uns Annektionsplüne unterschiebt, verleiundet uns. — 9tun, so hieß es schon oft/ z. B. vor dem südafrikanischen und vor dem spanisch- amerikanischen Kriege. Es tarn dann immer ganz anders. Wir Deutsche haben Handelsinteressen in Marokko, sind also sehr zufrieden, wenn dort so oder so Ordnung geschaffen wird. In kolonialen Dingen kollidieren unsere Jnreressen ja überhaupt nickt mit denen Frankreichs. Hier sind wir seine geborenen Bundesgenos-e:: bisher auch Utber mir immer in der Theorie! England tonnte sonst beleidigt werden, d as sich so wie so jetzt noch immer vergeblich bemüht, König Eduards Besuch in Paris politisch auszu- schlachten, während französische Behörden sich, in liebenswürdigster Weise beeilen,gerade dem deutschen Kreuzer „Amazone", der im Hasen von Brest wegen Loyen- mangelS auf einen Felsen aufgelaufen war, alle erdenkliche Hilfe zu leisten, und beide Telle die Gelegenheit benutzen, warme Freundschastsbezeugungen aussUta^schen, die mit einem in der französischen Lcarinepräfektur dem deutschen Kontreadmiral Siegel gegebenen Tiner endeten. Im Dnttschen Reiche freut man sich seines Lebens auch nach den Psingstfeiertagen noch, feiert Feste und toastet in Vereinen und Kongressen. Ter Pflege des deutschen MLnnergesangeS hat der Kaiser die herrlichen Festtage von Frankfurt a. SUL geweiht. Wie dankbar sind die deutschen Männergesangvereine dem tfaifer dafür, daß er selbst dem edlen Wettstrell unter ihnen den kaiserlichen Glanz verlieh! Während manche Huldigungen gedankenlos der Situation im allgemeinen gelten, erwuchs der In Gegenwart des Ministers Studt und des Chefs __Zivilkadinetts v. Lucanus hielt der Kaiser in der Preisrichterloge an die Dirigenten der 34 Vereine und an die Preisrichter folgende Ansprache: Meine Herren! Ich habe Sie zusammenberufen, um Ihnen zunächst meine Freude auszusprechen, daß so viele Vereine der Aufforderung des Rundschreibens gefolgt sind und sich an dem Wettgesang beteiligt haben. Es ist das ein Beweis für die Arbeitsfreudigkeit und Sangesfreudigkeit unter Ihnen und zu gleicher Zeit ein Beweis dafür, wie rege das Interesse an der Pflege des Gesanges unter den Vereinen blüht. Ich will hierbei dock) Gelegenheit nehmen, die Herren auf Einiges aufmerksam zu machen, das auch für Sie vielleicht von Interesse fein kann, da es nicht nur der Ausfluß meiner eigenen Anschauung, sondern fast aller Zuhörer ist. Ich muß auf die Wahl Ihrer Stücke einen Augenblick eingehen. Die Absicht, die bei diesem GesangswettstreiL Vorgelegen hat, war die, daß durch ihn der BolkS- gesang, die Pflege des Volksliedes gehoben und gestärkt und in weite Kreise verbreitet werden soll. Nun haben die Herren Kompositionen gewählt, die von unferm alten deutschen bekannten guten Volkslied und Volkston wesentlich entfernt lagen. Sie haben Ihren Chören kolossale Aufgaben gestellt; sie sind zum Tell geradezu bewundernswürdig gelöst worden, und ich mutz sagen, es hat, uns alle fn Erstaunen gesetzt und ergriffen, daß hier Hunderte von Männern, die vielleicht am Tage 8 bis 12 Stunden in schtverer Arbeit, in ungünstiger Tem- _______ _ Yk-UftSvre»». fgar ▼ py ■ ▼ jährlich Mk. 2 JO; durch Sichener Anzeiger General-Anzeiger v •S~s“ts v den poltt und äuge Ni. Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen MW Tie Pfingstwoche, die allzu schön, allzu heiß begann, sodaß man anfangs befürchten mußte, daß auch die opferfreudigsten politischen Idealisten die Lust verlieren würden, mit der bevorstehenden R e ich st a g s w a h l sich zu beschäftigen, brachte bald einen vollen Umschlag, einen sehr erheblichen Temperatursturz, und so kam es berat, daß es am letzten Donnerstag nicht einen Exodus aus der Stadt hinaus in die nahen Wälder gab, sondern einen allgemeinen Aufmarsch der Liberalen von Gießen und .'mgegeud zum Neuen Saalbau, und der Ausgang jener imposanten Versammlung brachte dem größten Telle der rschienenen die Heb erzen gang, daß tue Aussichten der Kandidatur Heyligenftaedt keineswegs, tote hier und da verzagte Gemüter meinen, aussichtslos ist, im Gegen- teil! Und auch die Gegner der Kmtdidatur Heyligenstaedt, die nur in sehr kleiner Anzahl sich eingefunben zu haben schienen, müssen, wenn sie gerecht sinb, zugeben, baß der Wahlkampf von Seiten der Liberalen unsere- Wahl- kreiseS sachlich, vornehm und verständig geführt wird. Das Zentrum hat sich, wie auch früher, in der vergangenen Woche auch noch überflüssigerweise euie ©onbertanbibatur geleistet, obwohl es hier 1808 nur 79 Stimmen erhielt Es muß immer einen kleinen Sonderspaß haben. Zu Zentrums Leide halb, halb zu seiner Freude, hat man übrigens in der vergangenen Woche erfahren, baß bie Jesuitenfrage besinitiv, wahrscheinlich auf absehbare Zeit, ein- gesargt ist Deutsche Killholllen aber, die Lrbensbrüder werben und doch zugleich patriotische deutsche Staatsbürger bleiben wollen, sie werden sich nunmehr künftig einem andern der in Deutschland zugelassenen katholischen Qrden zuwenden, um im deutschen Vaterland wtrken zu können. Es gibt ja deren genug. Das Zentrum aber wird mit einem Auge trauern, nut dem andern lachen, denn es ist chm der schöne Agitationsstoff noch weiter erhalten geblieben. Graf Bülolo, der die 5e|uitenfrage ausdrücklich im Reichstage aufwarf, verzichtet also ganz daraus, sich offiziell bie verneinende Antwort im Bundesräte zu holen. Vielleicht hat er sich in der am Samstag beendeten Einsamkeit des Pfingstnrlaubs darauf besonnen, daß Machte im Deutschen Reiche vorhanden sllrd auch außer dem Zentrum, mit denen man sehr ernsthaft rechnen muß. Ein Mann, der es wissen kann der Sohn des dritten Reichs- tanzlers von Hohenlohe, Bezirkspräsident von Oberelsaß, hat es ja mcch vor kurzem verkündet: Graf Bülow nwd)te nach links, aber er kann nicht. 9hm, auch rechts kann er nicht alles, wie die Jesullenftage ihm gezeigt hab Vielleicht wird sie ein Warnmigszeichen, den Schwerpunkt nach den Wahlen mehr nach den Liittelparteien zu verlegen. Ein Lob wurde dem deutschen Kanzler in vergangener Woche aus — englischem Munde zu teil. „Tinies" mid „Dally News'' ergehen sick in Freudenartikeln über die ruhige Haltung, bie bie beutsch? Regierung und die beutsche Presft fn ber kanabischen Zoll f r a g e an den Tag gelegt haben. Graf Bülow hat nämlich keineswegs auf Kanadas Zollerhöhungen geantwortet — sondeim nur nut einem Zeitungsartikel in der „Nordd. »llg- &Q- r historisch-theoretisch den Kanadieru beweisen soll, daß sie im Unrecht sind. Die liberalen Bieter Englcuchs sind entzückt über diese korrekte Haltung Dchllschlands und in ihrer Bestürzung über febamberlauL» revolutionmce Pläne sogar eine Bekehrung chrcs ^ldgeworbenen" ^lonicll- mmisterS von dieser überzeugenden.Darlegung. In einer Ansprache, die er in einer liberalen ln Perch hielt, sagte Campbell DannermE, togUuib habe Bcr°äs A bU Kwcfletü'eife bü'hef im' fc'anhmexiet- uni Arbeilersuuii Rnunf-nkÄ^s ^d°s äh-n-. hiueu, teünahmen. _ --------- . b ” ‘ V Vu ,'Än nTu H t J Wdl fruitcn. RolfStjaufen Gliche verengt. t gknieinschast- Ifßhousen ver- chmittcn (Attis Gehöftfperre undFreien- ssperre ange- i08 würben in 1 Paar wciße len Gegenstände end zu machen. goldene fialS- c Damengürtel 1. -ßUhr.) irrte le BetienBn9' preise-^. i®*.} ' hmterlegen- ZemittellMgA an Todteim'art- 5 Uhr, 455b tände SdlQ) oinissär .7°uf V, Bo. 1 ^nnin nicht .nuf Berüljsich. Jsheim >ngen ist bie ^h^stsperre an* Während die Halle sich langsam leerte, erschollen draußen auf's Neue Hoch- und Jubelrufe, die draußen aufgestellte Kapelle spielte die Nationalhymne — das Kaiserpaar war abgefahren. Durch die Straßen wälzten sich die lebhaften Zurufe fort bis zum Bahnhof, von wo die kaiserlichen Gäste um 6,15 Uhr nach Wiesbaden zurückfuhren. Vorher hatte der Kaiser noch einmal dem Oberbürgermeister Adickes seinen Dank für den festlichen und herzlichen Empfang ausgesprochen und ihn ersucht, diesen Dank der Bürgerschaft zu übermitteln. Die letzen Besucher hatten die Festhalle noch nicht ver- lassen, als Kommandorufc ertönten; durch alle Eingänge marschierten Soldaten hinein und begannen mit militärischer Geschwindigkeit die Stuhlreihen hinaus und Tische hinein zu schaffen. Um 9 Uhr begann dann als Abschluß der Fest- lichkeiten der Kommers, zu dem sich Tausende von Sangesbrüdern emgefunden hallen. Auf dem Podium bemerkte man tu A. Oberbürgermeister Adickes, den Stadtkommandanten Generalleutnant v. Stülpnagel, den Tivisions- general v. Hagen, den Sladtverordnetenvorsteher Justizrat Dr. Humser, den Präsidenten der Handelskammer, Kommerzienrat I. Andreae, viele Preisrichter, bie Vorsitzenden und Mitglieder der einzelnen Auöschüsie. Ten erfien Trinkspruch brachte Oberbürgermeister Adickes auf den Kaiser, den Förderer der deutschen Sangeskunst und begeisterten Verehrer des deutschen Volksliedes aus, während der Vorsitzende der Frank- ftirter Liedertafel, Herr v. Kramer, auf die Sänger des 2 Gesangwettstrelles zu Frankfurt toastete. Im Namen der Sänger erwiderte der 2. Vorsitzende des berliner ^ehrergesangocreinS, Lehrer Scholz, der den Kaiserpreis, die goldene Kette, trug, mit einem Lrinkspruch auf die Stadt Frankfurt und ihre Obrigkeit. Der Präsident der Petersburger Liedertafel, russischer Staatsrat Dr. Emil Schmidt, als Vertreter der ausivärtigen Sängerschaft, feierte in beredten Worten das deutsche Lied, während Dr. Lauer die Damen hochleben ließ. Gesangsvorträge der Frankfurter Gesangvereine wechselten in bunter Reihenfolge mit den Texten und Muslkpiötzen, ausgeführt von der Kapelle des hiesigen Infanterieregiments ab. Ersl in später Abendstunde trat die Fidelitas m ihre Rechte. Längst schon war der junge Tag heraufgezogen — heraufgezogen un Zeichen einer Stimmung, die man mit dem Namen eines bekannten männlichen Haustieres belegt hat __ und immer noch saßen die jungen und alten Deutschen da draußen zusammen und sangen noch eins und — tranken immer noch eins! Wirst man noch einen Rückblick auf den Verlauf der versloffenen Tage, so kann man nicht umhin, der kolossalen Arbeitsleistung de§ HauptausschuffeS und der Einzelausschüffe vollne Anerkennung 511 zollen. Bis in die kleinsten Emzel- beiten hinein arbeitete die weitverzweigte Organisation peinlich korrekt, sodaß auch nicht ^die kleinste Stockung emtrat. Unb so sinb hoffentlich Sanger, wie Gäste geschieben mit sreunblichem Andenken an die jüngsten Kaisertage in der alten Kalserstabt Frankfurt! Liberale Wahlversammlungen in Kuugeu und in Lich. ' • < - Gießen, 8. Juni. Die vereinigten Liberalen haben tüchtig mit der Wahlarbeit eingesetzt. Kommerzienrat Heyligenstaedt kann elbstverstänblich in der kurzen Zeit nicht alle Orte auf- uchen, in denen liberale Wahlversammlungen stattsinden ollen. Sein Programm ist ja bekannt uno wird da, wo es nötig ist, immer wieder von neuem dargelegt und erörtert Am gestrigen Sonntag haben einige Herren vom hiesigen Wahlkomitee, u. a. Kommerzienrat Emmelius, Regierungsrat Dr. Metzler, Oberlehrer Altendorf, Bauunternehmer Winn, einen Ausflug nach Hungen unternommen, um dort in einer Versammlung für die Wahl Heyligenstaedts zu wirken. Nachmittags 3 Uhr fand sich dazu im Gasthaus zur Traube eine verhältnismäßig sehr große Zahl von Wählern ein. Beigeordneter Jokel aus Hungen führte den Vorsitz, begrüßte kurz die Anwesenden und erteilte danach dem Ober am törichter Dr. Fuhr aus Ortenberg das Wort zu einer längeren Rede, die die Hauptpunkte des Programms >es liberalen Kandidaten vortrefflich zusammenfaßte und den ganzen Beifall der Erschienenen sand. Er erwähnte, )aß er nicht zum erstenmal in Hungen spreche, sondern in früheren Wahljahren öfter die Ehre gehabt habe, in der dortigen Gegend zu reden. Dann betonte er nachdrücklich, das Programm des ausgestellten Kandidaten sei ja in aller Besitz, aber man müsse Kommerzienrat Heyligenstaedt darum wählen, weil er einMunn der Tat und nicht des Wortes sei. Durch Energie, Fleiß und Umsicht habe er sich zum Fabrikbesitzer mit hunderten von Ar- DiegelmanN vom Schauspielhaus auf bie Mitte be8 Po. biumS unb ücrfünbctc unter lautloser Spannung ber Versammlung bas Ergebnis: Der Berliner Lehrergesang, verein hatte ben bisher ben Kölnern gehörenben Kaiserwanberpreis errungen, was einen Sturm bes Beifalls entfesselte. Vorstanb, Lehrer Emil Heilmann unb Dirigent, Professor Felix Schmibt, begaben sich in bie Kaiserloge, wo ber Kaiser beibe begrüßte unb bie Kaiserin dem Vorstand eigenhänbig bie Kette um ben Hals legte. Beim Herabschreiten würben beibe, wie auch jebesrnal, burch bie Vorstänbe ber übrigen 11 Vereine lebhaft begrüßt. Die Verteilung ber Ehrenpreise erfolgte in brei Gruppen unb zwar in ber Reihenfolge: I. Köln, Offenbach, Berlin-Lieber- tafel; Il.PotSbam, Aachen, Bremen, Crefelb; III. München- Glabbach unb bie brei Essener Vereine. Dieses letztere Gruppen- ergebnis erwirkte nicht bie gleiche Uebereinstunmung im Saale wie bie Zuerkennung bes Sieges an bie Berliner, bie wir übrigens in unserem ersten Berichte als gefährliche Kon- kurrenten ber Kölner bezeichnet hatten. Namentlich verwun- berte man sich über bie Zurückstellung ber Bremer, rote an- bererfeits über bie hohe Nummer von Potsbam. Nunmehr trat Oberbürgermeister Abickes an bie Brüstung ber Kaiserloge unb brachte ein Hoch auf ben Kaiser aus. Stehend sangen alle Anwesenben bie Nationalhymne, bie auch das Kaiserpaar stehend anhörte; kaum aber war ber letzte Ton verklungen, als aufs Neue Hochrufe bie weite Halle burchbranileu. eine ipotane Kunbgebung, für welche bas Kaiserpaar sich ivieberholt nach allen Setten oemeigenb dankte. I beitem emporgearbeitet. Dieser Mann mache nicht große : Versprechungen, sondern er verweise seine Wähler auf seine Werke: betrachtet sie, glaubt meinem Wort und ihr werdet wissen, was ihr au mir habt, wenn ihr mich wählt! Man kann den Bauern nicht hohe Zölle versprechen und dem I Arbeiter billiges Brot und hohe Lohne und einem dritten Stand ähnliche hohe Zugeständnisse machen, sonst wird : man eben gewissenlos und untteu. Darum ist das Pro- : gramm Heyligenstaedts schlicht und einfach, und es wird etwas erst, wenn ein Mann wie Heyligenstaedt dahinter- 1 steht. Und er hat nicht allein in seinem Privatleben, sondern auch im öffentlichen Leben bekanntlich etwas Tüchtiges seither geleistet. — Ter Redner fuhr dann fort: Es sei nicht angebracht, ausführlich alle Punkte des Programms zu besprechen. Er wolle nur dartun, warum man die andern Kandidaten nicht wählen solle. Dabei betonte er, daß die Ideale aus dem politischen Leben geschwunden seien, daß vielfach bloße Jnteressenkämpfe heute in der Politik ausschlaggebend seien. Man sollte aber die Stände nicht gegeneinander ausspielen und keine Kluft errichten zwischen den Schichten des Volkes. In diesem Sinne Iprach der Redner dann über die Zollfrage;. Wir haben oft bewiesen, daß wir die Landwirtschaft unterstützen wollen. Ich für meine Person habe von jeher den Bauernstand hochgeschätzt und kann dies auch von Kommerzienrat Heyligenstaedt sagen. Aber die Notwendigkeit des Ab- schlusies von Handelsverträgen müsse ganz naturgemäß bei Behandlung der Zollfrage auch in Erwägung gezogen werden. Man brauche zu Handelsverträgen aber das Ausland. Man kann sich nicht hinter chinesische Mauern zurückziehen, sonst geht unsere Kultur zuruck. Darum sprach der Redner für nicht allzu hohe Zölle. Industrie und Handel bedürfen der Handelsverträge nicht im Interesse der Schlotbarone allein, sondern auch besonders in dem des großen Arbeiterheeres in den Fabriken. Und auch die Landwirtschaft hat ein sehr wesentliches Interesse an langfristigen Handelsverträgen. Der ist kein Freund des deutschen Volkes, der darum keine Handelsverträge will, weil die äußersten Zölle nicht bewilligt werden. Das ist der Fehler des Bundes der Landwirte. Der Redner weist dann nach, daß auch der Kleinbauer interessiert ist an der Industrie. Der seitherige Abg. Kohler hat den Kredit des Bauernstandes herabgesetzt. Schon deshalb darf man ihn nicht wählen, weil er sein Amt nicht ausübt. Er tritt das Wahlrecht mit Füßen, weil er keinen Gebrauch davon macht. — Der andere in unserem Wahlkreis aufgestellte Kandidat ist dagegen ein Mann, der sich seines Amtes wohl annehmen würde, aber er ist Sozialdemokrat! Auch ber liebenswürdigste Mann kann kein Kandidat für uns sein, wenn er Sozialdemokrat ist und als solcher keinen Sinn und kein Herz für das deutsche Volk hat, den Namen des Deutschen und für Kaiser und Reich! Ter Redner unterzieht die beständigen Verunglimpfungen unserer Zustände und unserer Voltssrände durch die Sozialdemokratie einer scharfen Krittk. Schließlich kommt er auf unsere Wehreinrichtungen zu sprechen und betont des Kaisers Friedensliebe. Allein wie man die Dächer der Wohnhäuser nicht abreißen, könne, weil gerade einmal ein schöner bnniger Tag sei, so sei es auch unzulässig, den Schutz des Heeres abzuschaffen. Mit entschiedenen Worten ging Oberamtsrichter Dr. Fuhr auch vor gegen die Ausmalung des Zukunftsstaates, wie chn die Sozialdemokratie in Aussicht stelle. Mr müßten eine Unzahl von Prüfungs- und Schätzungskommissionen haben, die Freiheit des Individuums ginge ganz verloren und wir würden in der Tat in einer Art von Zuchthausstaat leben. Und endlich: wo- rin habe sich im praktischen politischen Leben die Arbeiter- freundlichkeit der Sozialdemokraten gezeigt? Nie hätten sie was Posittves geleistet. Aber die Arbeiterschaft, die einen Heyligenstaedt wählt, kann versichert sein, daß er etwas für sie tue. Dieser Mann habe ein Herz für die Arbeiter Und vor allem, weil wir vaterländisch sind können wir einem Sozialdemokraten nicht unsere Stimme geben. Wge jeder am Tag der Wahl an die Urne treten unb fernen Zettel für Heyligenstaedt abgeben! Nachdem reicher Beifall auf diese Ausführungen sich nuibgegeben hatte, sprach der Vorsitzende, Beig. Jokel das Schlußwort. Mit einem Hoch aus das Vaterland ging die Versammlung auseinander.' Abends war die Versammlung der liberalen Wähler m Lich noch imposanter, wohl wegen der günstiger gelegenen Zeit. Nach 7 Uhr war der geräumige Saal im „holländischen Hof" bis auf den letzten Platz besetzt. Ter Erektor der Präparandenanstalt in Lich, Wagner, übernahm den Vorsitz in ber Versammlung. Er begrüßte be- onders auch die Gießener Herren und wies mit markigen Worten auf bie Bedeutung des. Wahltages hin, von bem das Wohl und Wehe das Vaterlandes abhinge. Danach nahm Oberamtsrichter Tr. Fuhr das Wort und hielt eine lange fefielnbc und überzeugende Ansprache. Er ama auf bie Licher Verhältnisse ein und legte dar, wie hier nur liberale und sozialdemokratische Stimmen einander gegenüber daß zum Teil die Komponisten den Texten nicht gerecht werden. Es soll meines Erachtens ein Chor aus schönen Männerstimmen nicht durch Komponisten dahin gebracht werden, daß er Tonmalerei treibt und eine orchester- mäßige Instrumentation nachmacht. Tonmalerei des Orchesters ist schon nicht immer angenehm, mit Männerstimmen noch bedenklicher. Die Länge ermüdet, weil die Tonlage eines Männerchores immerhin beschränkt ist und auf die Dauer zu gleichmäßig wirkt. Ich warne auch davor, nicht zu lyrisch zu werden. Ich glaube, daß auch im Preischor die Lyrik zu sehr vor- ro öltet Tie Herren werden gemerkt haben, daß die Chöre, die etwas mehr Energisches und Männliches zeigten, beim Publikum mehr Beifall gefunden haben. Die Sentimentalität, die in jeder deutschen Seele ruht, soll in poetischen Schöpfungen auch zum Ausdruck kommen, aber da, wo es sich um Balladen und Mannestaten handelt, muß der Männerchor energisch zur Geltung kommen, am besten in einfachen Kompositionen. Es wird vielleicht den Herren interessant sein, daß fast zwei Drittel aller Vereine zu hoch eingesetzt unb zum Teil um einen halben, dreiviertel, einer sogar um einen fünf» viertel Ton zu hoch geschlossen haben. Deshalb haben chnen die gewählten Ausgaben zum Teil selber geschadet. Es war eine Freude, wenn einmal ein Verein so tief einsetzte, daß man das Gefühl hatte, er hat noch Äieserve übrig. Die Wahl ber Chöre werde ich in Zukunft dadurch entsprechender zu gestalten versuchen, daß ich eine Sammlung veranstalten werde sämtlicher Volkslieder, die in Deutschland, Oesterreich und der Schweiz geschrieben, gesungen und bekannt sind, gleich- giltig, ob der Komponist bekannt ist oder nicht. Sie wird katalogisiert werden, unb ich werde dafür Sorge tragen, daß sie allen Vereinen billig und einfach zugänglich fein kann, bann werden wir in der Lage fein, aus diesem Kreise Lieder zu suchen, die wir brauchen. Wir sind hier am Rhein, und nicht ein einziger Verein hat die „Drei Burschen" gesungen oder Joachim Hans von Zielen" unb „Fridericus Rex"'. Wir sind hier in Frankfurt und fein einziger hat Kalliwoda gewählt. Wir haben Mendelssohn, Beethoven, Abt, von ihnen ist nichts erklungen. Hiermit ist nun wohl der modernen Zwrnpostticm genug getan. Sie haben sich Aufgaben gestellt — ich nehme auch das Preislied nicht aus, ich selbst hatte es au einzelnen Stellen für' viel zu schwer — ich glaube, daß wir sie in vieler Beziehung vereinfachen können. Ich habe Gelegenheit genommen, mit den Preisrichtern darüber zu sprechen, die Herren haben ihren Gedankenaustausch in einem Promernoria zu Papier gebracht, das den Vereinen zugänglich gemacht werden wird. Mein Kabinetts- rat v. Lukanus wird es den Herren vorlesen. Nach der Verlesung des Promernoria fuhr der Kaiser fort: Meine Herren! Ich erwarte von Ihnen, daß Sie möglichst dieser Ansicht und diesen meinen Ratschlägen entsprechen werden. Ich bin fest davon überzeugt, daß bann auch ldie Sänger selber noch mehr Freude an der Einübung haben. Ich glaube, daß da, wo bie Noten erst eingeübt werden mußten, ein*e geradezu physische Anstrengung nötig gewesen ist, um das zu erreichen, was Sie erreicht haben, zumal bei den Mitgliedern, die in Fabriken arbeiten. Ich habe die Liften durchge- sehen, es ist erfreulich, wie viele vom Hammer und Ambos, von der Schmiede hergekommen find, um hier zu fingen, aber es muß schlaflose Nächte gekostet haben. Wenn wir auf einfachen Gesang kommen, bann sind Sie in der Lage, mit den rein künstlerischen Vereinen zu konkurrieren, deren Mitglieder tagsüber in einer Atmosphäre lebens bie besser unb staubfreier ist, was doch auf die Stimmorgane sehr einwirkt. Sonst kann ich nur sagen, daß wir zum Teil geradezu ganz hervorragendes Material gehört haben, auch abgesehen von den Vereinen, die auch unter Ihnen als hervorragend anerkannt sind, instrumental glorfeuaitige Effekte! Unzweifelhaft ist, daß ein hoher Grad von musikalischer Begabung in ber Bevölkerung steckt, ber aber in einfachen klangreichen Harmonien sich zu zeigen Gelegenheit haben muß. Wenn Sie diese einfachen schönen Chöre, wie sie bas Volkslied unb bie Komposition barbieten, . die ich genannt habe, singen, so werden Sie selber Freude i haben unb weniger Schwierigkeiten, und gleichzeitig werben Sie das Pichlikurn, das 3um Teil aus Fremden besteht, besser mit unserem Volkslied bekannt machen. Sie werden mit dem Volkslied ben Patriotismus stärken, und damit das allgemeine Band, bas alle um» । schließen soll. Ich danke Ihnen! Tas von Geheimrat v. Lucanus verlesene Prome- । moria des Preisrichter-Kollegiums lautet folgendermaßen: i Ter Eindruck, den das Wettsingen des ersten Tages i auf das Preisrichter-Kollegium aus übte, war derart, daß 1 es für notwendig erachtet wurde, bestimmte Stellung zu der Art der Komposition zu nehmen, die heute au bem Gebiet des Männergesangs als die herrschende gilt. Fast sämtliche von den Vereinen norgetrageuen frei gewählten Chöre Leigten eine Art des technischen Baues, die ben A-capella->Lttl des Männergesangs vollständig verkennt, indem sie den Stimmen Intervallen, Lagen unb harmonische Kombinatton rein inurumentaler Naiur zumutet Schlimmer noch ist bas vollständige Mißverhältnis zwischen dem darzustellenden Vorwurf unb ben aufgeroanbten Mitteln. Tie enge Begrenzung der Stimmen, die ungestraft ihre Grenze nicht überschretten darf, die beschränkte Farbenpalette, machen den Männerchor von selbst zum Träger edler, schlichter Stimmung lyrischer Art und selbst einfacher Balladen. Tie gesuchte und gekünstelte Art, wie sie in einer Reche der gehörten Chöre sich zeigte, bie Manie, jede noch so unbedeutende Gelegenheit zu Tonmalerei auszunutzen, bas Haschen nach außergewöhnlicher Harmonie, erschien uns geradezu als eine krankhafte essekthascherifche Art der Komposition, die infolge dieser Anlage an Stelle großzügiger Einheit ein Mosaik von oft interessantem fast nie aber schönem Detail bildet. Ein solches, die Hauptbedingungen des Kunstwerks verachtendes Gebaren aber bildet eine ernste Gefahr für die Zukunft dieses so bedeutsamen Kunstzweigs, tzälse dagegen ist nur möglich burch Zurückkehren z«u, natürlicher Einfachheit, zu gesundem Empfinden und Erkennen ber wahren Zwecke dieser Kunst, von einem Ab weichen von aller Unnatur und Künstelei. Wir wollen durchaus nicht damit etwa sagen, daß nur das Volkslied bem Männerchor entspreche. Wir erkennen neben dem Volkslied ein sogenanntes Kunstlied auch im Männerchor an, aber nur wenn es ben genannten Bedingungen entspricht. Es wird notwendig sein, daß in Zukunft vor allem auch als Preischor nur ein solches Stück gewählt werde, welches infolge Beobachtung dieser einfachen ästhett- schen Grundregeln als Kunstwerk anerkannt werden kann. Wir halten es für unsere Pflicht, Se. Mas. zu bitten, diese Bestrebungen durch sein Allergnädigstes Wohlwollen zu unterstützen und die Dirigenten bezw. Vorsitzenden ber Vereine zu ermahnen, durch Erkennensuchen und Stteben nach künstlerischer Wahrhett vor allem unserer Kunst wirksam zu dienen. Wir tun das umsomehr, als wir uns in diesen Ansichten mit Sr. Maj. in vollkommener Ueberein- ftimmung wissen. Tiefen Worten des Kaisers wird man sich im großen und ganzen anschließen können. Es war erstaunlich, was geleistet wurde im Hinblick auf die Verschiedenartigkett der Sangeskräfte. Aber erfreulich war es vielfach nicht. Vor allem sollten Chöre gesungen werden, die für menschliche Kehlen, nicht aber für Instrumente im Orchester geschrieben erscheinen. Die Sängerwettstteite sind wohl im staube, erzieherisch zu wirken, wenn man mehr auf edlen Vortrag, chönen unb reichen Ausdruck, kraftvollen Rhytmus bedacht st, als technische Ferttgkeiten in den Vordergrund zu chieben. Tann werden echte Kunstfteudigkett unb mit ihr Hebung der Sitten und des Geschmacks immer weiter in alle Kreise unseres deutschen Volkes bringen unb danach laßt u»ns Wetter stteben, brüderlich mit Herz und 5>and! —— -* £_ _ Hierüber schreibt Herr Dr. med. v. 3L Jr Ti6ll- .Bei einem langandauernden Ekzem 1. 4. Mobilien Gewinn- und Verlustrechnung. Ausgaben. Jft $ 620.— 12020.09 12733.37 Watzenborn, am 1. Juni 1903. Hirz. Schaefer. Telephon 235. Philipp. Louucustraße 6. *507 Mecu m. Anny, geb. Balbach. 4574 •5’ASBl 4509 Zozelsgaffe 9. 2*92 haben in allen Nestauratioueu sJSrBF v und Cafes. 8 10988.53 291.06 2. 3. 688.53 24.75 Zinsen von ausgelieh. Kapitalien Nachlässe von Güterkaufgeldern Sonstige Einnahmen Kapitalien Kastenoorrat Ausstände »AC £ Schwägerin. Tas Unglück geschah dadurch, daß während der Fahrt in dem von 6 Personen besetzten Boote die Plätze gewechselt wurden, sodaß das Boot umkippte. Die übrigen drei Personen konnten gerettet werden. Verwaltungskosten Zinsen von aufge- nomm. Kapitalien Sonstige Ausgaben Abschreiben von Mobilien Reingewinn X HOUBEN S 'GASHEIZÖFEN nommen. . Gießen, 4. Ium 1903. Der Oberbürgermeister. Mecum. Die glückliche Geburt eines gefunden, prächtigen g Mädels erlauben sich anzuzeigen B Hans Carl Fiesser und Fran, I Verdacht gegen einen Kanonier vom 56. Feldartillerieregiment. Es finden in dieser Affäre umfangreiche Vernehmungen statt. ♦ Starnberg, 6. Juni. Gestern ertranken im Starnberger See bei Ammerland drei Personen, ein - seine Tochter und seine Wilanz am 31. Dezember 1902 öcr LM-Leihkch Watzeiibm-Ltciiiberg, MieW'M. Aktiva. 1. Ausgcliehene 5^* Uebernahme kompletter Wohnungs-Einrichtungen. 2. 3. 4. 8ilz-£imetta Ve»es alkoholfreies ßlfrilchnugs-Hetränk. Empfohlen von ersten Autoritäten Deutschlands. Keneral-Iertreter: Conrad Roth, Kießen, Einnahmen. JL & iG.HOUßEN SOHN CARL,MCHENX FVospecte Qrahs-Verh,eker än fast' allen Plätzen**^ Trinkt Apfelölümchen Flasche 30 Pfg- Feinstes Medizinal, und Tafelgeträuk. Reiner Apfclsaft ohne Alkohol. Bestes Erfrischuugs. Getränk der Neuzeit. Lrergestellt von der Liökuer Mauzantlls.Hef. empfiehlt in frischester Füllung 4440 J. Weisel pv5seldorH902 - Gold.f7edftiile<^ z v.silbeme ötaatsroedaille Aachener I Badeöfen vbev 75,000 lm Gebravcb Versteigerung. Minwoch den 10. Jnui, nachmittags 2‘/2 Uhr, werden in dem Hause Wallthorstraße 71 nachverzeichnete Gegenstände gegen Barzahlung versteigert: 1 fast neue Schuhmacher - Nähmaschine, 1 englischer Rcitsattel mit Schadracke und Kopfgestell, verschiedene Liaus- und Zimmerthuren mit Rahinen, Fensterladen, K-ll-rs-nst--. Warcusiandsäffer, L eisern- Waper- R°se«a.rS (ic 100 Äter hakend). ' B.erichaker, 1 Glasoerschlag für Karndor, 1«lerne Wpchraubpumpe mit Röhren, 2 große, gut erhaltene Jung iche <5utt- öfen 5 aerschließbare Soffer, 2 kleine kreppen, 1 epeme 4576 stelle. 1 Kinderwagen ufw. Kinder, deren Zurückstellung von der Jmpsung wegen Krank- lichkeil beansprucht wird, können gleichfalls dem Jmpsarzle m den öffentlichen xernuncn vorgeslellt werden. Tie Impflinge müficn mit reiner Wasche und rem geivaschenem görper zur Impfung gebracht werden. Es wlrd nur au einem Arme mit Lymphe aus dem Landesimpsmfluut geimpfu Kinder aus Familien, in denen anfleckende Krankheuen oerrfchen, dürfen nicht in die Termine gebracht werden. Gießen, den 5. Juni 1903. Ter Oberbürgermeister. Krankenhauses starb gestern nachmittag unter peslver- dächt.gen Erscheinungen «n junger 21 ® p j,6 cht GB. K^nem"ngm,drn^^Ek.em Dr. Sachs, der seit einiger Zett bem, hiesigen Jnflitul___«.Flechte), gegen welches die oerschie- iLiv -----7--, ' " ' - denslen 'Ulittcl erfolglos angewandt wurden; habe mit Obcrmeyer'S beschäftigte. Es wurden die umfassendsten Ntasinahmen ge- perba-oeife vollständige Heüung erzielt". Z. h. m all. Apotheken, 13.14 820.64 12733.37 4572 Bekanntmachung. Die diesjährige öffentliche Impfung in der oiabt Gießen wird, beginnend mit Mittwoch dcu 10. Juni, im Jmv'lokale — Schulgebäude Nenstadt 61 — für die nächsten 5—6 Wochen jeden Mittwoch, nachmittags 5 bis 6 Uhr, ab- aehalten werden. Jmpfpslichng im laufenden Kalenderjahr sind die im vorigeii Jahre geborenen Kinder, sowie d»e Rückständigen aus früheren Jah^ hiesigen Einwohner, welche impspflichsige Kjnder haben, zur Benutzung dieser öffentlichen Termine mii dem Bemerken ein daß alle in denielben Doigenommenen Jmvfimgen unentgeltlich sind Wer die Termine nicht benutzen will, mutz die Jrnpmng fernes pflichtigen Kmdes bis zum Jahresschlüsse au, ferne Kosten bewerkstelligen lassen, ivldr»gen,alls ihm im Januar nächsten Jahres eme vicrwochcmliche Frist zur Nachholung der Impfung unter Strafandrohung gefetzt ivird. , ■ Außer den Pflichtigen werden auch Kinder, welche im lauicndcn Jahre geboren sind, aui Wunsch ihrer Berireter geimpft. Alle in einem Termine geimpften Kmder muffen m dem 8 Tage später abgehaltenen Termine zur Nachschau nochmals Dekorationen Betten H $ Möbel mühsam aufrecht halten und habe in schlaflosen Nächten solche Sorgen, die sein Arbeiter nicht ahne, der nach der Arbeit ruhig leben könne. Trotzdem habe man den Unter-! nehmern immer wieder das Wort „Brotwucher"" entgegengeschleudert. Ter sei aber kein Arbeiterfreund,! derihmbilligesBrotversch affe,sondernder der ihm Arbeit gebe. Ties wies der Redner ausführlich und überzeugend nach. Tann kam er auf die Ar-I beiterversicherung zu sprechen, die doch so wesentlich für das Wohl des Arbeiters sei. lind was Halle aber denn dagegen die Sozialdemokratie getan? Tie habe nur immer gesagte es ist uns nicht genug! Es sei aber doch ein Unsinn und ein Verrat an der guten Sache, wenn man für einen guten Zweck 100 Ml. zu stiften wünsche und, da man nur 20 Ml. dafür bereit stellen tonne, nun auch die 20 Mk. nicht geben | würde! (Sehr richtig.) Heyligenstaedt hat für seine Leute! mehr getan, als er nach dem Gesetz nötig hatte. (Beifall.) Heyligenstaedt kenne die Arbeiter durch eigene Erfahrung Wir wollen nicht i>cn Fimmel auf Erden versprechen, weil das niemand aussühren kann. Wir wollen das Erreichbare. Und der Kampf ums Dasein ist das, was von jeher das Beste geschaffen hat. Was sind die Menschen in den Ländern im Süden. Sie haben den Ucber- fluß der Natur und leben, weil sie sich nicht zu mühen haben, wie die wilden Tiere. Auch will der deutsche Arbeiter nicht in einem Zuchthausstaat leben, sondern seine persönliche Freiheit bewahren. (Lebh. Bravo.) Wir wollen uns die Freude am Reich nicht trüben kaffen. So lange es. - der Verfamnttung den 2,'am W -;iI?"" UßelL (Sehr richtig.) — Wir müssen auch eine Monarchie | unb werben möge für den ^nbidaten ber^ und ein stehendes Heer haben. ~ ~ -r-‘— •* den Republiken ungerecht „ ... wird l Strebertum, Vettertu m herrscht dort Soolbad und Luftkurort Sal^aujat 2 Grotzh. Hess. Kurhaus Dependancen Herrliche, absolut ruhige unb geschützte ^age mmittcn bet ^nflen Pattanlagen unb ui unmittelbarer Nahe des Grabierhauses und * der Quellen, eoolbaber im Hause. 4M9 Anerkannt vorzügliche preiswerte Verpflegung. Pension M. 3ö0. Pros pelle und Austunfl durch den Inhaber 1. l^unlke. ständen, da SSHler bei der letzten Wahl es nur zu wenig, Stimmen gebracht habe. Auch in dieser Versammlung roicß Utü> ‘q?? der Redner wieder darauf hin, daß die Berufsstände nicht ln ihren Jdel nebeneinander, sondern für- und miteinanber lebten. Alle | nicht^nenschtic ind auf einander otngewiesen. Vielfach werden aber im rolitischen Leben bic Erwerbsstände gegen einander ausye- pielt, damit man für sich vom Racker von Staat so viel wie möglich bekomme. Eindrinalich wies der Redner darauf Hili, daß die Arbeiter sich auch darum bekümmern sollten, wie es dem Arbeitgeber gehe. Ter müsse sich oft recht 267087.04 6650.21 23235.49 118.26 297091.— BMäntmachimg. SÄ« für Bestellung der Särge der BerrnNllung des städtischen Be- aribmiorntti b=6ien=n tonnen. Taö Segrabntimnt roitb ferne Stiqe qtocbmäpig an alle h-esigen Lchremee unb «arghanbier, d.e durch -AnLeibmL den Wuufch zu «tarnen geben be. dreien Bestellungen berü»id)tigt zu werden, omcü^. 4ne -^bungm werden in der Bürgermeisterei, Zimmer Nr. 13, entgegenge- Passiva. 3 Aufgenommene Kapitalien 287507.67 Stammguthaben 6250.— Reservcfonb 2512.69 Reingewinn 820.64 297091.— an das wird aber nur eine unheilvolle Trennung erzeugt. I betrachtet werben kann. Die Obduktion der Leiche ergab Unb schließlich, wenn die Angegriffenen so häufig ungerecht Lung en pest. Es fanden Konferenzen im 40 z P 1 " ..alen angegriffen werden, wäre es schließlich I „^d im Kultusministerium statt, in denen die ei griffen „M..MWlid), wenn sie einmal sagten: Hol Euch doch muh Maßnahmen gebilligt unb nach verschiedenen Richtungen erbte Teufel! — Neid und Gegensätze können nie aus der wurden. Ueber die sofort nach dem Ableben Sachs Welt geschafft werben, aber bas Vaterland sollte uns cranRcncn Maßnahmen berichten btc Blätter: Seine Woh- sammenholten. Wnm Sre das auch wollet, ,o wirken Ste rourbe desinfiziert, die Familie, bei der er wohnte, m mit für unseren Kandidaten ^yligenstaedt. • n.hrnfht unb ... ^aiacken isoliert. Ebenso würben Tw Red. batte großen Etndruek gemacht, ».e man aus d« Qgan e '^“tbclun. fow.e d.e den «-.fallSkundgebungen entnehmen tonnte Allgem-mdn-tazteund M). zufammenarbettete, tfo- s-eig-rt- sich dann aber die frstche und begemerte ot.mmung - ^te^mll denbu -ach- JM i zusammen, im Saal, als Direktor Wagner, der Vorsitzende, nachdem '-rt. ^ue Personen, mnoemu “J- J •> sich niemand sonst zum Won gemeldet hatte, noch einmal ui tarn, ,n)“töcn MUizarmee verteidigt werden. Auch das ist, wie der Zw- kunstsstaat, eine Utopie. Tie Sozialdemotratie lebt von bet Unzusriedenheit- Wenn es einem Cinzeliien einmal schlecht geht, was kann bas Reich basur'? (Bravo.) Oft l ^-U^ons-Krankheiten sich mit bakteriologischen Arbeiten 1^011611 abec gerie te ^r|mi 14)0^^16^ beschäftigte. Es wurden die umfassendsten Nlaßnahmen ge-. yerDa-»eue »ouuai itzetterlett u.tt> Söei^U D^q s t-aff-n, fodaß -M- V-rbr-ttung der tt-ankh-tt als °usg-fchl°N°n l L>qg°r.°n u. Patt. 'l'fo USBODEWEUACKfARBt fRflUENIoßS / M- II Die htick Letr.: Feldbev Lamstag, findet im Semei der Wünsche Ix ung statt. Tie Wünsö gen - ewzumc zu legenden Pa tümer unterschri Wünsche, vorgebracht me tigung. Friedbe Der 6 Wegen Dor versorgungsanlao durchfahrt Lor Verkehr gcsper tonnt gegeben, o Ctitn der Nabe ot!d)d unterbro» Hrohm-Buseck et Sießen, d Gros Ä'"5 •i£"" rSs &B. 5« ng-gjüS M bt‘" '« n i, 91N fr bajtoe bit„Weißt %t Lettuug des fcq Beisein des Kais vortrefflich. Ta zu Ende bei und moraen 7 Uhr Eitel Friedrich in die Waldun eine Ausfahrt v Um 8.25 Uhr fu furt a. um öobnen. 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