Nr. 107 entfiel ts-nch ouBti Sonn lag*, hm Siebener Anzeiger werden tm Wechlel mit bem BefRft«* tanbrolrt die Blebtner Kamillen- bläuet viermal tn der Woche beigelegL Rio ia non*druck m. Verlag der Brüh l 'Ichen UnnxtL-Dud)- u.6tetn* b rüdem (Aiellch Srben) •Ubaftton. »rpeötno* enb Druckerei: St nitrate 7. Übten« tüt Tepelcben: en»etger •tefcee. DertiiprrchanltluhAr 6L Zweites Blatt. 153. Jahrgang Freitag 8. Mai 1903 GietzenerAnzeiger u General-Anzeiger w '*s*7 Amis- und Anzeigeblatt für den Kreis Stehen Bezugspreis: monaih(b7bt'U viertel- jährlich Mt. 8.20; durch Abholo- u. Zweigstellen monatlich 65 Bl.; durch diePosl Mk.2.— oiertel- läbrl au*1d)L veNellg. Annahme von Anzeigen <ür die tageenummer bi* vormittag* 10 Uhr. Zeilenprer*. lokal 129tw auerodrtl 80 tilg, vetantwotllich tüt den poltt und allgem, Teil. A- Witiko tür , Stabt und xianb' und .Herrchttlaal': August Döy, tüi den Anzeigen «eil: Kans Beck. iPU yeuiige Dummer umfaßt 10 Setten. Z)er Zöahlausruf der deutsl-Konservativen Wartet lautet: „Die Neuwahlen stehen bevor Der zukünftige Reichstag wird sich in erster Linie mit der 9teuregeüing unserer Handelsbeziehungen ui bef duftigen haben. Dre Konservative Partei hat feit dem Absdüillse der geltenden Handelsverträge unablässig betont, daß diese Beiträge in ungerechter Weise die Landwirtschaft benachteiligen und die Äraft deS ganzen Staates durch Schwächung der landwirtschaftlichen Bevölter- ung beeinträchtigen. Wenn die Konservative Partei auch an sich nicht unbedingt gegen langfristige Handelsverträge ist, |o wird sie demgemäß doch nur solchen Verträgen ihre Zustimmung geben, welche der Landwirtschaft wesentlich bessere Existenzbedingungen bieten und ibr ermöglichen, neben der Industrie und dem Handel wirtschaftlich gleich- nuigig zu gedeihen. Die Konservative Partei hat ihrer Tradition folgend, die Erhaltung der vollen Wehrkraft unseres Volkes zu Lande und zu Wasser stets als ihre Ausgabe erachtet in dem Bewußtsein, daß Deutschlands Machtstellung und die Erhaltung einer friedlichen Entwicklung vornehmlich auf seiner Wehrhaftigkeit zu Lande und auch auf seiner Seemacht beruht. Daher wird die Konservative Partei auri) ferner für die Erhaltung unserer Armee in ihrer alten Bedeutung und Tüchtigkeit eintreten und wird auch die Entwicklung der Marine in einer unseren Handelsbeziehungen und unseren Finanzen entsprechenden Weise fördern. Eine sparsame Verwaltung der Finanzen des Reichs und der Einzelstaaten, eine pflegliche Behandlung der Einnahmequellen des Staates, sowie eine Beschränkung der Ausgaben auf das Notwendige und Zweckmäßige unter Vermeidung zedeS Luxus wird unsere Unterstützung finden. Wir wünschen die Finanzkraft des Reiches tunlidift auf die Grundlage selbständiger Einnahmequellen gestellt zu sehen, damit nidjt durch die fortdauernd gesteigerten Zuschüsse der Einzel- floaten deren eigene Steuer kraft und damit schließlich ihre politische Selbständigkeit, welche eine der Voraussetzungen des föderativen Charakters des Reiches ist, gefährdet werden. Getreu ihren Grundsätzen, zählt die Konservative Partei die Erweckung, Erhaltung und Kräftigung der christlichen LebenSamchauung zu ihren vornehmicen Ausgaben. Sie ist von der lleberzeugung durchdrungen, daß sich die wirlschaft- (idjen und sozialen Probleme nur auf dem Boden des wahren EhristelitumS unter einer kräftigen Monarchie lösen lassen. Sie wird deshalb auch für die Erhaltung und Stärkung der staatlichen Autorität nach wie vor eintreten und jede Beeinträchtigung der Prärogative der Krone be- kämpftn. Tie Konservative Partei hat die groß gedachte Sozialpolitik Kaiser Wilhelms L mit voller Ueberzeugung und mit Begeisterung unterstützt. Tie Hebung der wirtschaft- Hdjcn Lage der Arbeiterklassen ist mit Erfolg unter bedeutenden finanziellen Opfern der Arbeitgeber und des Staates in Angriff genommen worden und soll weiter fortgesuhrt werden. Die mißliche Lage der Mittelstände, der landwirtschaftlichen kleinen urid mittleren Besitzer, des Handlverker- und des Kleingewerbestandes, erheischt jedoch, daß eine richtige Sozialpolitik vor allem hier einsetzt und diesen schwer um die Existenz kämpfenden Klaffen wirksam beiftebt. Es müssen also auch Schutzwehren für Handwerk und Kleingewerbe gegen großkapitalistische Auswüchse und undeutsche Verletzung von Treu und Glauben im Geschäftsverkehr geschaffen werden. Diese allein richtige und segensreiche Sozialpolitik steht im grundsätzlichen Gegensatz zu den Tendenzen der Sozialdemolratie, welche die arbeitenden Klassen gegen alles Bestehende, gegen alle Grundlagen deö Staates aufhetzt, ohne ihre Lage zu verbessern. Daher ist auch der stampf gegen die Sozialdemokratie eine wichtige Ausgabe der Konservativen Partei, dte nach wie vor bereit ist, die Regierung in der Handhabung und Verstärkung staatlicher Niachtmittel gegen das gewerbsmäßige Untergraben göttlicher und weltllcher Autorität und des Friedens der Bevölkerung nach Kräften zu unterstützen. Die Konservative Partei wird deshalb chre Haltung gegenüber anderen Parteien wesentlich auch nach deren Verhalten gegenüber der Sozialdemokratie einrichten. Auch in den Einzelland- tagen mutz die fortschreitende Förderung der produktiven Arbeit in Landwirtschaft, Handwerk und Gewerbe, wie dies in der abgelaufenen Legislaturperiode mit Erfolg von der Konservativen Partei vertreten worden ist, so auch in Zukunft unausgesetzt im Auge behalten werden. Eine Neuordnung der gesetzlichen Bestimmungen über die Volksschul- unterhaltung auf gerechter und billiger Grundlage unter voller Wahrung des bestehenden christlichen konfessionellen Charakters der Volksschule ist, soweit solche — wie in Preußen — notwendig, eine'dringende Aufgabe der Gesetzgebung, an welcl)er unsere Partei mitzuarbellen hat." „Ein hervor ragendes MatzvonDürftigkeit" sagt nicht mit Unrecht die „Nat.-Ztg." diesem Elaborat nach, und die „Voss. Ztg." urteilt, er sei teils ziemlich belanglos, teils dehnbar. Uns [dieint der Zug einer gewissen Resignation durch das Nlanisest zu ziehen, und'zwar besonders da, wo von der „sozialdenwkratisd)cn Gefahr" die Rede ist. Kampfstimmung verrät der Aufruf jedenfalls nicht; wohl um ihn im Vergleich zu den anderen Auftufen nicht zu kurz ausfallen zu lassen, ist das Programm für die preutzi- schen Landtagswahlen mit einbezogen. Konnte aber der Aufruf schließlich markanter abgcfaßt werden? Es ist zu berüdsichiigen, daß die Konservativen es jetzt weder mit ber Regierung noch mit den Laiidbündlern verderben wollen. Bei dieser eigenartigen Sachlage war es nicht ungeschickt, dem Auftus im großen und ganzen die F-orm einer Umschreibung der Satze oes Parteiprogramm^ zu geben. Wird »radurch am Eybc auch nxiug gewonnen, so wird doch andererseits nichts verdorben — vom konservativen Standpunkt aus immerhin ein Erfolg. Politische Tagesschau. Richt amtsmüde! Man schreibt und aus Berlin, 7. Mai: Saum steht der Rücktritt des preutzi>cyen KriegSmi- nisters v. Gotzler fest, da wird auch der Staatsjekietar deS Marineamts v. Tirpitz als amtsmüde bezeichnet. Tie zweimalige Ablehnung des ein neues Tienstg^baude in ber Bellevucstraße fordernden Projektes soll aui Herrn von Tirpitz niederdrückend gewirkt haben. Tas Hingt wenig glaublich, und die mit dem Staatsekeetär dienstlich in Berührung kommenden Seeoffiziere stellen denn auch eine solche Wirkung in Abrede. Herr v. Tirpitz habe auch nicht entfernt eine Rücktrittabsicht zu erkennen gegeben, vielmehr gelegentlich darauf hingewiesen, daß er die Kreuzervorlage, den Schlußstein im Gebäude der Flottcnorgani- fation, mit weniger Schwierigkeiten unterzubringen hoffe, alb sie bei den beiden Flottengefetzen zu überwinden gewesen feien. Staatssekretär v. tirpitz hat fich in der Tat parlamentarisch sv eingearbeitet, dag ihm die Vertretung der Kreuzervorlage alatter von ber Hand g^hen dürfte, und die Frage des Weubaued für das Marineaull wird früher oder später gelöst werden müssen. Sehnsucht nach bem Zaren. Ans London wird uns geschrieben: Präsident Loubet tourte sich wohl mit gemischten Gefühlen zur Fahrt nach England rüsten, wüßte er, daß man dort das weitaus größte Interesse entgegenbringt einem Besuche des — Zaren. Es liegen für solchen »war noch keineswegs bestimmte Vereinbarungen vor; aber schon die Möglichkeit, den Herrscher aller Reußen in diesem Jahre an der Themse zu sehen, wirkt alarmierend auf die freien Engländer. Es heißt, daß König Eduard im Spätsommer die Einladung persönlick) in Petersburg abstatten werde. Auch soll Finanzminister Witte eine Englandfahrt deS Zaren als im russischen Staatsinteresse liegend erachten. Vielleicht hat Herr v. Wllte mehr noch das russische Finanz- interesse im Auge, ist er doch schon feit geraumer Zeit bestrebt, die politischen Beziehungen Rußlaiids zum „Erbfeind" England in ein freundlicheres Licht zu stellen. Bon der einst gepriesenen „glänzenden Vereinsamung" toill man jedenfalls in England nichts mehr wissen. Zorn Aerztekampf tu Gera. Bezüglich des GeraerStreites, in dem alle Aerzte mit Ausnahme eines Naturarztes, eines Homöopathen und eineS Augenarztes einig gegen die Textilbetriebskranlenkasse standen, tarn die Nachricht, der Streit sei beendet, indem es der Kasse gelungen sei, sieben Aerzte auf fünf Jahre zu verpflichten. Nach Informationen ist dauill aber, obgleich die Tat jache zutrifft, die Angelegenhell nicht erledigt, denn die Kassenmitglieder sind nicht nur mit dem jetzt eingeführten Arztsystem, sondern auch mit den ihnen auf- gezwungenen Letzten unzufrieden, und nur die zurzeit schlechte Geschäftslage der Textilindustrie hat verhindert, datz in der Generälveriammlung vom 25. April die wirkliche Stimmung der Kassenmitgtieder zum Ausdruck gelangte. Tie Mitteilungen über Beendigung des Strelles sollen offenbar auswärtige Aerzte a»locken; der Leipziger Verwand warnt aber mu Hinweis auf die tatsächliche Lage vor Zuzug nach Gera. — Tie Aerzte, die sich bereit finden ließen, ihren Kollegen in den Rücken zu fallen, werden kaum irgendwo Sympathien erwerben, nicht nur bei Aerzten, sondern gerade bei den Patienten und — den Kassenoorständen, die ja mit 8ted>t in solch willfährigen Arbeitnehmern Untergebene erblicken werden. Der Dereinsarzt der Kasse, Oberstabsarzt Tr. Hampe, ist übrigens infolge des Strelles nach 25kjel versetzt worden. In Müylhausen werden Bewerbern um die ausgeschriebenen kasseiiarztsiellen Verträge vorgelegt, die so adgefatzt sind, daß sie die Kasse nur scheinbar binden ; die Unterzeichner laufen daher Gefahr, jederzeit später wieder entlaßen zu werden. D»e löalfarvUnrutyen* Am 3. Mai sand bei dem Torfe Krapeschta, unterhalb Florina, im Vilajet Monaftir ein Zusa m menstoß mit Bulgaren statt. Ter Führer und sechs Mann touiben getötet Ter Rest flüchtete. Es verlautet, der Sultan appellierte aus Anlaß der Vorfaile in Saloniki per- sönlich an den Fürsten Ferdinand, im beiderseitigen Interesse noch ernster als bisher gegen die macei» nischen Komitees vorzugehen, deren Herd zweifellos sich in Bulgarien befinde, von wo aus bie Bewegung wach erhalten werde. Tie Pforte beabsichtigt, alles Material, das sich bei der Unter)uc^ung über die Anschläge in Saloniki als für Bulgarien belastend he raus stellt, den Großmächten mitzuteilen oder zu veröffentlichen. In Konstantinopel und in den europäischen Vilajets dauern die Verhaftungen von Bulgaren fort Viele Verhaftungen scheinen zioeifellos ungerechtfertigt. In Bulgaren kreisen wird behauptet, daß geld- bedürftige Poli^eideamte viele reiche Burger verhaften zum Zwecke von Gelderpressungen. Nach einer Belgrader Tepesche sandte die türkische Regierung an die buigarifdje angeblich der Vorkommnisse in Saloniti eine scharfe Note. Von Bulgarien wird die Schuld an den Vorgängen auf die anarchis^en Zusiäiioe in der türkischen Verwaltung geschoben. Tie „Köln. Ztg." meioei aus Konstantinopel: Tie Mitteilung Bulgariens an die Pforte, Bulgarien werde, falls die Pforte den Wortlaut chrer, rinem Ultimatum gleichenden Note nicht zuruckzirhe und durch eine andere, in der üblichen gorm gehaltene, ersetz«, ebenso schroff antworten, wird eine Äenderung oer türtischen Note nicht herbeiführen. Es ist demnach eine Verschärfung des Zwistes zu erwarten. Teiinoch halten unterrichtete Kreise den AuSdruch offener Feindselig!, iten für unwahrscheinlich, da der Sultan schioer zu solchen Entsd)lüssen au bestimmen sei, wenn nicht von den Mächten ellistimmig Bürgschaft geleistet werde, wofür jedoch keine Anzeichen Dorliegcn. Tie militärischen Rlaßnahmen auf breiterer Grundlage iverden fortgesetzt. Aus Saloniki berichtet man, daß in dem Brunnen der Passage orientale, wi> ,ich ipao österreichische Postamt be- finbet, alle Vorbereitungen eines Nicht zur AuSsühruna gelangten Anschlages des bulgarischen Komitees aittedtt worden find. Die Stadt Saloniki ist gaitz ruhig. Fürst Ferdinand soll in Paris geäußert haben, er habe die Zuversicht, die Mächte würden den Sultan von Bulgariens Loyalität überzeugen und der Kriegspartei iu Konstantiiiopel wirksam entgegenarbeiten. Von anderer Seite wird berfidxri, der fraitzösische Botschafter EonstanS werde am Samstag vom Sultan empfangen werden und ihm zur Mäßigung raten. Eine offizielle Depesche meldet, daß General Zont» schew in einem Gefechte in der Nahe von Saloniki getötet worden ist. Zontfchew war eines der Hauptmll- glieöer des bulgarisch-mac^donischen Komitees und gehörte zu denen, welche bei der Auslösung des Komitees verhaftet wurden. Noch vor iy8 RLonaten war General Zontfchew interniert, es scheint nun aber, daß er mittlerweile freigelassen worden oder entwischt ist. Sein Tod dürfte übrigen- von keinem großen Einfluß auf die weitere Entwicklung der Tinge in Makedonien fein. In Saloniki erschien am 6. d. M. vor dem Krllg-- geridji derUrheberdesTynamitanschlagsgegeu den Tampf er „Gnadalquiviri'. Er antwortete mll der Ablehnung des Gerichtshofes und forderte, vor ein französisches Gericht gestellt au werden, da er des Anschlags gegen ein franzosisck)es Schift angeklagt sei. Ter Gerichtshof vertagte das Urteil Tie Bevölkerung befürchtet noch immer die Explosion von Minen. Aus dem Innern kommen beunruhigende Nachrichten über verschiedene Zusammenstöße. Bei SDlonaftir wurde das Torf Banitza nacht Hard- nädigem Kampfe gegen eine starke Bande von türkiicherv Truppen in Brand gesteckt. i MaffaLrcs in Klschincw. Die Mutigen Ausschrellungen gegen die jüdische Bevölkerung in Kischinew am 20. und 21. April füllen die Spalten russischer und auh ausländischer Blätter. Die angesehensten russischen Zeitungen verurtellen die Fahr- lässigkell der Pvlizeiorgane während dieser Iudenhetze. Das Mcoslauer Pvofessorenblutt „Rujjk.ja Wjedomosti" veröffentlicht einen Bericht seines Spezial ko rrespondenten, der schaudererregend ist. Nach diesem Bericht waren die Judenexzesse die Folge eines sell lan gevorbereiteten Anschlages, der von Banden zu je 20 bis 25 Man« tn der barbarischsten Weise ausgeführt wurde. Nachstehend geben toll einer der Wiener „Zell"' auS Kischinew zugekommenen Schilderung eines Augenzeugen der dortigen Vorgänge Raum: Bisher waren die sogenannten Judenkrawalle nur mll Zerstörung und Raub verbunden, aber ohne Mord und Blutvergießen. Tie letzten Unruhen in Kischinew übersteigen jedoch alle früheren Ausschreitungen. Es^ift unmöglich, zu schlldem, was hier boraing: Kinder hat man bei den Beinen in zwei Teile zerrissen; Zungen und andere Glieder tourben abgehauen und ab ge- schnitten. Ter Gouverneur hatte versichert, daß er alles, was in feinen Kräften stünde, gegen diese Grausamkeiten antoenben werde. Die Polizei jedoch gestattete den Juden nicht, sich zu sammeln und zu verteidigen. In Kischinew stehen gegenwärtig 10 000 Mann Militär, welche angeblich die Juden schützen sollten; während der Unruhen Kogen wohl Militärabteilungen durch die Stadl, aber sie raubten selbst und stahlen, was sie konnten. Mivt- woch wurden die ersten 40 Opfer begraben: der Staatsanwalt von Odessa hatte diesem Begräbnisse beigetvohwt und konnte sich der Tränen nicht enthalten. Ueberall, in Klosets und Kellern, findet man Erschlagene; Synagogen wurden zerscort, die Bibel gesd)ändet und zercissen, Frauen uno Mädchen in den jüdischen Gotteshäusern vergewaltigt und dann ermordet. Jetzt weiß man noch gar nicht, wie viele ^llnschenopfer es giebt. Tie Vercuitwortung für diese Greneltaten trifft die hiesige Presse. In kischinew erscheint ein Blatt Namens „Bessarabiz", dessen Redakteur ein gewisser Aruschewan ist; er schreibt immer gegen die Juden. Vor einem Monat wurde in dem Städtchen Tubossary bekanntlich ein 16 jähr, christlicher Jüngling ermordet auf gefunden; da es gerade vor den jübifdjen Ost em war, tauchte sofort das Blut- märcheu auf. Zwar wurde der Ermordete ziveimal seziert, und der Richter stellte einen gewöbnlichen Mord fe)t, wobei überdies der Verdacht, den Moro begangen zu haben, auf die Verwandten fiel, die mit dem Ermordeten wegen Erbschaft im Prozeß lagen. Schon damals hatte man Unruhen befurchtet. Tie Juden in Tubossary versammelten sich, gingen jum Bezirkshauptmann uno drohten angeblich, wenn es zu Plünderungen tarne, die Häuser der christlichen Bewohner in Brand zu stecken. Ter Beziilts- Hauptmann und oer Geistliche sollen diese Unterredung den christlichen Bewohnern miigeteilt haben, was bie bekannte furchtbare Wirkung zur Folge hatte. Auch in kischinew wußte man schon vorher, daß Ausschreitungen oorbereitet werden. Ter Rabbiner ging zum Metropoliten und bat ihn, er möge sein einflußreiches Wort zum Schutz der Juden entlegen. jber der Metropolit erwiderte, er wisse nicht, inwiefern Die von der Bevölkerung gegen die Juden erhobenen BeschulOigungen wahr oder erdichtet seien. Jetzt bemüht sich die Polizei, bie Judm zu überreden, nicht die ganze Verantwortung der Vorgänge ans sie zu schieben Wer weiß, wie weit dies der mächtigen Polizei gelingen wird! Wahr ist, daß der reiche Kaufmann Perlmutter, der die Polizei gut bezcchlt hatte, verschont blieb. Aber solche Glücksmenschen werden zu Gunsten der Polizei aussagen. Der Zar weiß von alledem sicher nichts, denn in Mißland gilt das Sprichwort: „Der Himmel ist hoch, uivd der Zar ist weit." Keine Depesche durfte abgeschickt werden; Leute, die wegfahren wollten, wurden zurück^ehalten. Die Staatsanwälte von Charkow und Odessa sind letzt in Kischinew und führen angeblich eine strenge Untersuchung. Der Adelsmarschall und der Bürgermeister von Kischinew sind über die Vorgänge empört; ersterer spendete für arme Juden 10000 RubeL Deutsches Reich. Berlin, 7. Mai. In Donaueschingen ist der Kaiser heute abend eingetroffen. Zum Empfange auf dem Bahnhöfe waren der Fürst zu Fürstenberg und die Spitzen der städtischen Behörden erschienen. Die Stadt ist festlich beflaggt. Der Kaiser hrrb am nächsten Montag abeno in Straßburg eintreffen, Dienstag die Hohköniasburg besuchen, Mittwoch eine große Parade über die Straßburger Garnison abnehmen und Donnerstag nach Bitsch fahren. — Die nächste Folge des Besuches des Kaisers im Vatikan dürfte, wie das „Bett. Tagebl." aus Rom erfährt, eine bedeutende Entwicklung des deutschen MisfionswesensinChinaundAfrika sein. Bischof Ancer soll abberufen werden, da er zu alt ist und nicht mehr auf der Höhe seiner Aufgabe steht. An seine Stelle wird eine jüngere energische fttaft treten. Bezüglich des Protektorats in Palästina dürfte vorläufig alles beim alten bleiben. Dagegen ist angeblich der Vatikan damit einverstanden, daß in Ostasien Deutfchland über seine Missionen das Protektorat ausübt. Der Kaiser sandte seinen Holl- mann-Drief mit einer eigenhändigen Widmung an den Kardinal Agliardi. — Der Kronprinz und Prinz Eitel Friedrich sind heute nachmittag mit dem fahrplanmäßigen Schnellzuge in Lugano eingetrvffen und abgestiegen, um eine photographische Aufnahme zu machen. — Wie aus Kiel gemeldet wird, hat das erste Geschwader unter dem Befehl des Prinzen Heinrich heute früh seine Uebungsreise nach dem atlantischen Ozean durch den Kaiser Wilhelm-Kanal an getreten Auf der Rückreise wird Prinz Heinrich mit der französischen Küste in Verbindung treten. Rach einer Pariser Meldung kündigt der „Gaulois" an, daß das Geschwader Anfang nächsten Monats auf der Rückfahrt von Lissabon im Kanal manövrieren werde und den Kreuzer „Blitz" erwarte, der beauftragt sei, in Brest Briese und Pakete abzuholen. — Der Antrag auf Wiederaufnahme des Verfahrens gegen den Prinzen Prosper Arenberg stützt sich u. a. auf das Gutachten eines ehemaligen Schutztruppen- Arztes, der den Nachweis erbringen will, daß der Verurteilte schon bei Begehung des Mordes an einem Eingeborenen sich in einem unzurechnungsfähigen Zu- tande befunden habe. Weiter wird aus Hannover berichtet, xrß das dortige Amtsgericht den Prinzen wegen Geistes- törung entmündigt hat. Seine Uebersührung in eine Heilanstalt steht bevor. — Kriegsminister v. G o ß l e r tritt am 15. d. M. einen dreimonatlichen Urlaub an, welcher der Vorbote seines Rücktrittes sein dürfte. Wie die „Preuß. Korresp." hervorbebt, waren für den Rücktritt lediglich gesundheitliche Rücksichten maßgebend. — Minister Budde begab sich zur Beseitigung von Hämmorrhoidalbeschwerden in klinische Behandlung und unterzog sich heute einer Operation, die glücklich verlaufen ist. — In der heutigen Sitzung des Bundesrates wurden die Resolutionen des Reichstages zu den Gesetzentwürfen betreffend die Feststellung des Reichshaushaltsetats und des Haushaltsetats für die Schutzgebiete auf das Rechnungsjahr 1903 teils dem Reichskanzler, teils den zuständigen Ausschüssen überwiesen. — Für eine neue Militärvorlage, so wird der „Magdeb. Ztg." aus Berlin telegraphiert, sind bereits jetzt mannigfache Vorbereitungen im Gange. Es dürfte sich wesentlich um die Bildung der dritten Bataillone bei den Regimentern handeln, die gegenwärtig nur zwei haben. — Nach den Andeutungen in der Nudgetkommission sollte nur die Errichtung eines dritten Bataillons für einige in den Grenzbezirken dislozierte Regimenter in Frage kommen. Wenn alle Infanterie-Regimenter, die jetzt nur zwei Bataillone haben, ein drittes Bataillon erhalten, so würde das einer Verstärkung des Heeres um 4 3 Bataillone oder eine Erhöhung der Friedenspräsenzstärke um 3 0 000 Mann aleichrommen. Die Regimenter mit zwei Bataillonen sind bekanntlich 1897 gebildet worden dadurch, datz man die 1893 geschaffenen 173 Halbbataillone zu 86 Votlbataillonen und 43 Regimenter zusammenlegte. — Der Cafstierkongretz nahm heute folgende Resolution an: „Ter erste deutsche Cafstierkongreß identifiziert sich mit dem Vorgehen der Gastwirte Deutschlands gegen die aus den Anträgen Douglas hervorgegangene Resolution des preußischen Abgeordnetenhauses und die darin vorgeschlagenen Maßregeln gegen die Existenzmög- lichkeit der Gastwirte und weist entrüstet die Vorwürfe zurück, daß der Stand der Gastwirte ein Interesse am Mißbrauch geistiger Getränke habe, oder sogar Förderer der Trunksucht sei. Nicht durch äußerliche polizeiliche Maß- nahmen, sondern durch erziehliche und soziale Förderung der Volksivohlfahrt-Jnteressen kann in ethischer Beziehung dem Allgemeinwohl gedient werden." W folgte ein Dor- trag, in welchem die Bundesratsverordnuna betreffend die AnMlimg der Angestellten in Gast- und Schankwirtschaften kritisiert und als abänderunasbedürftig bezeichnet wurde. Direktor Dr. Wallbcrg (Berlin) sprach danach über das Biersteuerprojekt der Regierung. Der Redner wandte sich mit großer Entschiedenheit gegen die beabsichtigte Steuererhöhuna, die dem deutschen Volke drohe. Deshalb sei es Pflicht der Gastivirte, Cafstiers ic., bei den bevorstehenden schien nur Kandidaten ihre Stimme zu geben, von denen sie die Versicherung haben, daß sie für Handelsverträge und gegen jede Erhöhung der Biersteuer stimmen werden. Mitteilungen über die Organisation des Stellen- vermittclungswesens schlossen den Kongreß. Eisenach, 7. Mai. Der hiesige Gemeinderat beschloß, beim Ministerium die A m t s e n t s e tz u n g des Oberbürgermeisters Dr. v. Fewson ni beantragen. Leipzig, 7. Mai. v. -rreischke, kommandierender General des 19. Armeekorps, erklärte einer Deputation von Brauerei- und Saalbesitzern, daß, nachdem die Sozialdemokratie die Hcrgabc von Sälen au Versammlungen zur Machtfrage gemacht, ein dauerndes Militärverbot alle GtLwlisfementS bei auch mir einmaliger hergabe der treffen werde. Die Saalbesitzer beschlossen unter solchen Umständen von einer Einwirkung auf die Mitglieder zur Hergabe ihrer Säle abzusehen. Dresden, 7. Mai. Heute brachten die Studenten der Technischen Hochschule in Dresden, der Bergakademie in Freiberg und der Forstakademie in Tharandt dem König vor dem Opernhause in Form eines Fackelzuges eine Huldigung dar. Auf eine Rede des Vorsitzenden dankte der König in bewegten Worten für die ausgesprochene königS- treue Gesinnung. Die Huldigung schloß mit dem Gesang „Gaudeamus igitur". Stuttgart, 7. Mai. Regierungsbaumeister Blaich aus Reutlingen hat vom Rei^marineamt eine Berufung nach Kiautschou erhalten. Heer und Flotte. — Wie gerüchtweise verlautet, soll der Erbprinz von Meiningen die 2. Armee-Inspektion erhalten, die seit der Thronbesteigung des Königs von Sachen frei ist. Von anderer Seite war bekanntlich Graf Haeseler für den Posten genannt. Breslau, 7. Mai. Wie der r$. G -A.* erfährt, ist an Stelle des Generals der Infanterie Stölzer, der zum Nachfolger des Grafev Haeseler bestimmt ist, der bisherige Kommandeur der 17. Division, Frhr. v. Egloffstein, für den Metzer Gouoerneurposten in Aussicht genommen. Wahl-Bewegung. — Die Hebungen der Reservistsn sind neuerlich vielfach hinter den Wahltag, 16. Juni, gelegt worden, aber man hat nicht berücksichtigt, daß in der Mehrzahl der Wahlkreise Stichwahlen stattfinden in den letzten Tagen des Juni, und daß gerade diese Stichwahlen für die Entscheidung des WahlergebnisieS diesmal ganz besonders in daS Gewicht fallen werden. Ausland. Londvn, 7. Mai. Die Prinzeffin Margarete von Großbritannien, die 1882 geborene Tochter des Herzogs von Connaugcht und seiner Gemahlin, Prinzessin Luise Margarete von Preußen, soll sich demnächst mit dem russischen Großfürsten-Thrvnfvlger verloben. (Angesichts der vielen Gerüchte über Verlobungen in den Kreisen der europäischen Herrscherfamilien, die sich nachher nicht bestätigten — die Prinzessin Margarete ist ja auch schon als künftige Braut des deutschen Kronprinzen genann/t worden, — wird man auch dieser Meldung zunächst skeptisch gegenüb erst eben müssen.) — Wie das- Schatzamt nunmehr bekannt aiebt, belaufen sich die Kosten für den südafrikanischeu Krieg auf 211 Millionen Pfund Sterling. (Sie waren zuerst mit 6 Millionen veranschlagt!!) — (Unterhau s.) Gibson Bowles fragt an, ob ein authentischer Bericht über die Unterredungen zwischen König Eduard und den Königen von Italien und Portugal, dem Papst und dem Präsidenten Loubet bei den letzten Zusammenkünften vottiege. Lord Balfour erwidert, private und freundschaftliche Unterhaltungen ver lieren den privaten Charakter, wenn ein amtlicher Bericht darüber ausgenommen wird. (Gelächter.) — Das Oberhaus nahm die dritte Lesung der Vorlage betreffend Erhöhung des MannschaftsvestandeS der Flottenreserve an. — Die Transvaalanleihe von 30 Mill. Pfund verzinsbar zu 3 Pv^., wird zu pari emittiert. Die Anleihe ist 1953 rüchahlbar mittels Amortisationsfonds von 1 Prvz Tie Regierung garantiert sowohl Kapital wie Zinsen. Ob- gleich die Regierung zur Emission von 35 Millionen Pfund ermächtigt ist, werden gegenwärtig erst 30 Millionen emittiert. Madrid, 7. Mai. Aus Melilla eingegangenen Nachrichten zufolge fand in der Nähe von Fez ein blutiger zehn- tündiger Kampf zwischen Auf stürmischen und Sultanstruppen statt. Tie Ausständischen bemächtigten ich der Stellungen der kaiserlichen Truppen welche zahlreiche Tote und Verwundete zurückließen. Auch die Aufständischen erlitten große Verluste und verlangten vom Prätendenten Verstärkungen. Rom, 7. Mai. Mehrere Blätter, die kaum ihre Genug hnrna darüber verhehlen können, daß in den letzten Doastev Kaiser Wilhelms und Viktor Emanuels Oester reich unerwähnt blieb, bringen scharfe Artikel geger ein Wiener Blatt, das die Römer wegen ihres Jubels für verrückt erklärt hatte. Wie der „Resto del Carlino" mitteilt bestand Viktor Emanuel auf der Nichterwähnung, um den Kaiser Franz Josef zu! zeigen, wie sein Fortbleiben von Rom mit dem Dreibund unvereinbar sei. Infolge dieser Haltung )es Königs soll man am Mener Hofe eine Reise des Kai sers Franz Joseph nach Rom planen. Nach oberitalienischen Blättern ist auch die Reise des Präsidenten Loubet nach Rom für den Herbst gesichert, aber ohne Besuch des Papstes. — Ter Papst hat dem Grafen Bülow ein kostbares Mosaikbild zum Geschenk gemacht. Ter Papst empfing den Pater Jean Baptiste, welcher vom Erzbischof von Baltimore, Kardinal Gibbons, beauftragt war, dem Papste anläßlich des Pontifikats-Jubiläums die Glückwünsche des Präsidenten Roosevelt zu übermitteln und eine aus zehn Bänden bestehende Sammlung von Botschaftern und offiziellen Schreiben der Präsidenten der Vereinigten Staaten von 1789 bis 1897 zu überreichen. Tie Sammlung trägt eine eigenhändige Widmung des Präsidenten Rovse- velt. Wien, 7. Mai. Im Zollausschuß hob bei der fortgesetzten Beratung der Getreidezölle der Berichterstatter Marchet hervor, daß gegen österreichische Gerste in Deutsch- land ein Feldzug mit teilweise illoyalen Mitteln geführt werde. Er beantragte Rückstellung der Position für Gerste und Malz. Tie agrarischen Vertreter traten für den Schuh der Landwirtschaft durch erhöhte Getreidezölle ein, nament- lich um den Gerstenbau konkurrenzfähig zu erhalten, wäh- rend die industtiellen Vertreter auf die Notwendigkeit eines Entgegenkommens der Landwirtschaft gegenüber der Jn- !>uftrie hinwiesen. Ter Ackerbauminister erklärte, die Land- Dirtfcfiaft sei unzweifelhaft notleidend. Tie geltenden Zoll- ätze genügten nicht, um der ausländischen Konkurrenz zu begegnen. Ta Oesterreich-Ungarn seinen Konsum durch eigene Produktion zu decken vermöchte, sei nicht anzunehmen, dag die inländischen Getreidepreise stark steigen würden. -Llc Einfuhr Oesterreich-Ungarns betrage nur 1 Prozent der Produktion, während Deutschland 85.4 Prozent der MaiS- rroduktton und 10.13 Prozent der Rogqenproduknon ein- uh^k. Tie Zolle sollten nur eine Ueberiluruna durch ausländisches Getreide verhüten. — Die Verlobung der Erzherzogin Maria Henriette, Tochter des Erzherzogs Friedrich, mit dem Prinzen Ludwig von Bourbon, Grafen von ltu, steht bevor. Aus Stadt und Land. Gießen, am 8. Mai 1903. * * Personalien. Se. Kgl. H. der Großherzog haben dem Landesgeologen bei der Geologischen LanbeS- anstalt, Dr. Alexauder Steuer, den Charakter als Bergrat verliehen. — Mit Ermächtigung Sr. K. H. des Großherzogs wurde der Geheime Oberfinanzrat Gustav Weigel auf sein Nachsuchen von der Stelle eines Mitgliedes der Prüfungskommission für das Finanz- und technische Fach enthoben. * * Wahl zum Beigeordneten. Die Stadtverordneten wählten gestern in nichtöffentlicher Sitzung den seitherigen MagistratSaffeffor Curschmann zum besoldeten Beigeordneten der Stadt Gießen. * * Silberne Hochzeit. Heute feierte Heinrich Geng» nagel und dessen Ehefrau daS Fest der silbernen Hochzeit. " Die studentische Reformverbindung „Adel- phia" veranstaltet am 9. d. M. im oberen Saale de« Cafs Ebel einen FestkommerS auS Anlaß der Feier ihres 33- jährigen Stiftungsfestes. ** Hofmann-Medaille. Der hundertste Geburtstag des größten hessischen Gelehrten, des Chemikers JustuS von Liebig, steht für die nächsten Tage bevor. Aber noch ein anderer Gedenktag fiel in diese Zeit. Vor 85 Jahren, am 8. April 1818, wurde hier zu Gießen ein zweiter bedeutender Chemiker, ein Schüler Liebigs, Aug. Wilh. v. Hofmann, geboren, der vor genau 60 Jahren in LiebigS £a- boratorium seine ersten Untersuchungen über daS Anilin machte. Er starb am 5. Mai 1892. Die auS Anlaß feines 70. GeburtS- tags irn Jahre 1888 gestiftete und zur Verleihung an AuS- länder bestimmte goldene Hofinann-Medallle wurde an dem diesjährigen Todestage HofmannS zum ersten Male von der deutschen chemischen Gesellschaft verliehen und zwar an Henri Moisson in Paris und William Ramsay in London. Moissan erhielt die Auszeichnung für .ausgezeichnete Leistungen auf dem Gebiete der organischen Chemie, im besonderen ffir die Entdeckung des FluorS und die Verwendung deS elektrischen DfenS*, Ramsay für ausgezeichnete Arbeiten auf dem Gebiete der allgemeinen Chemie, im besonderen für die Entdeckung neuer Bestandteile der Luft«. Da die beiden Forscher voraussichtlich an dem Anfang Juni in Berlin tagenden 5. Jntemattonalen Kongresse für angewandte Chemie teilnehmen, so wird ihnen bei dieser Gelegenheit die Medaille durch den Vorstand der Deutschen chemischen Gesellschaft über- reicht werden. Die Medaille — von Prof F. Schaper ent* warfen — zeigt auf dem Revers ein Reliefbild HofmannS und trägt auf dem Revers die Aufschrift: .Hofmann-PreiS, verliehen von der Deutschen chemischen Gesellschaft^. ** Aus dem Theaterbureau. Morgen, SamStag, findet noch eine volkstümliche Vorstellung statt und zwar wird die beliebte Operette .Vogelhändler^ gegeben. __ Am Sonntag verabschiedet sich unser so schnell beliebt gewordenes Operettenensemble. Die Direktion hat für diesen Abend die Premiöre der großen AuSstattungSposse „Eine tolle Nacht" angesagt. Dazu hat der Komponist EinödS- Hofer eine prickelnde Musik geschrieben. Zuerst fuhren uns die Verfasser nach Berlin unter die Linden, eS schneit, eine volle Kompagnie Soldaten in Uniform, voran ein Trommler- »nd Pfeiferkorps sowie die RegimentSmusik zieht auf Wache. TaS zweite Bild bringt uns in den „ZickuS Renz" und endet mit einem grandiösen Schlußeffekt, in dem der Insekten- oulversabrikant Pieper (Herr Bruck) auS einer Kanone in die Lust geschossen wird. Der dritte Akt spielt in den „Cbambres <6par6ea" und im vierten werden wir in die Geheimnisse der Polizeiwachtstube eingeweiht, während der letzte einen großen Wintergartenball bringt. (Scheiden tut weh. WaS werden die Gießener bei diesem Abschied machen? Statt daS Publikum in Trauerspielstimmung zu erhalten, wird da gepfiffen, getrommelt und gar mit Kanonen geschossen! Tränen der Trauer werden sich mit Lachtränen mischen. Hoffentlich tut sich niemand ein Leids an. D. Red.) ** Brieftauben -Sport. Auf der UebungStour nach Rom begriffen, treffen die Tauben der Köln-Aachener Reise- Vereinigung, ca. 6—7000 Stück, Sonntag, den 10. Mai, auf dem hiesigen Bahnhofe ein. Die Tiere werden hier in Frei- heit gesetzt, damit sie nach ihrem heimatlichen Schlage zurück- stiegen. Dasselbe geschieht dann in 8—14 Tagen in Büdingen, Würzburg, AnSbach, Ingolstadt, Mühldorf, Berchtesgaden, Bologna, bis die Endtour Rom erreicht ift Die ganze Strecke Rom-Köln hat eine Länge von 1100 Kilometer Luftlinie, tiefem Fluge ab Rom wird in Züchterkreisen mit großer Spannung entgegengesehen, da man eS früher überhaupt nicht für möglich hielt, daß eine Taube den Weg über die Alpen findet. Schon bei dem vorjährigen Fluge ab Rom erreichten 15 pCt. der dort aufgelaffenen Tiere ihre Heimat. Der hiesige Anflug dürste voraussichtlich nicht vor 8 Uhr stattfinden. ** Besitzwechsel. Bauunternehmer Abermann erwarb in der Plockstraße von Kaufmann Bach zwei neben Cafö Skalitzky liegenden Bauplätze zum Preise von 50 Mk. pro Clubratmeter. Die Bauplätze haben eine ziemliche Tiefe, da sie bis zum Gebiet der Brauerei Friedel u. ASprion heran- reichen. Vom DünSberg. Wenn man unseren über 500 m hohen DünSberg erstiegen hat, um in der Schutzhütte dott Atem schöpfend das darin aufliegende Fremdenbuch studiert, dann begegnet einem mindestens auf jeder dritten Seite die immer wiederkehrende Klage der Bergsteiger, daß man nach mühevollem Ausstieg auf der Höhe kein bierspendendes Wesen antreffe. Hierin will der Tünsberg-Verein, wie wir erfahren, teilweise Wandel schaffen. Es besteht die Absicht, jeden ersten Sonntag im Monat, wenigstens während der besseren Jahreszeit und gut Wetter vorausgesetzt, einen Wirt zu veranlassen, oben auf dem Gipfel des Tunsberqs einen Ausschank zu etablieren. Man roirb auch versuchen, den Witt zu verpflichten, oben zur Stelle zu sein, unb Getränke zu verabfolgen, rvenn an anberen Tagen bei genügenber Beteiligung Vereine nach bem DünSberg einen AuSflug unternehmen unb fich vorher mit bem betrcffenben Witt in Verbinbunq setzen. "DereinhessischerLehrerrnnenzurGrün- dung eines Heims. Man schreibt und: Vor mehreren erwarb her du öduti Haus m der Lies- Anfangs- u. Schlußkurse. 212,25 212,00 fest. Schluß-Tendenz: ziemlich 3702 Geschäften. UhübertrGffen! 211,10 140,75 184,10 183^0 . 103.07 . 5145 . 32.04 . 3109 . 129.06 44.09 108.00 92.02 102.06 92.06 101.25 101.02 103.35 Die Marke VORWERK" führt jedes bessere Geschäft! . 210,10 . 140,60 . 184,10 . 183,25 37«% 8°/u 8V,% 8°/o 871% 4% haben. Rente . . , 4'/, % Portugiesen . . , 3°/. Portugiesen, . . . C. Türken . . . Türkenlose..... 4% ü riech. Monopol.-AnL 47,% äussere Argentiner Beichsanleihe do. Konsole . do . . Bestien 37,% Oberhessen . 4% Oesterr. Goldrente Engros-Lager: Gluftab 3. Kahn, 7'ederhdlq., Bahnhoisir 63. |1358 3-. Abend st er n, 7. Mai. Frau Duill Witwe hat ihr Anwesen abermals um einen Neubau vergrößert. Die für die Sommerwirtschaft benützte Halle ist vom Erdboden verschwunden und an ihrer Stelle ein massiver Neubau entstanden. + Orte n b er g, 6. Mai. Dem hiesigen Krieg er - oerein, der bereits voriges Jahr sein 30jähr. Stiftungsfest gefeiert hat, ist nachträglich von dem Kaiser eine Fahnen- schleife verliehen worden. Sie soll nächsten Sonntag, den 10. Mai, nachm. 2 Uhr von einem Vertreter des Großh. KreiSamtS Büdingen überreicht werden. Der Verein hat sämtliche Vorstände der BezirkSoereine eingeladen und will bei der Ueberreichung eine kleine Feier veranstalten. -tr. Bad Stau heim, 8. Mai. Im Symphoniekonzert oer Kurkapelle am Sonntag, 10. Mai (8—9l/j ilhr abenbB) kommen zur Aufführung: Richard Wagner, Tannhäuser- ouverture; VieuxtempS Ballade und Polonaise für Violine mit Orchester; Franz LiSzt Taffo (symphonische Dichtung), sowie im zweiten Teil Beethovens VII. Symphonie (A-dur). 0 Idstein, 7. Mau Der Schützenoerein, der mit den übrigen kleineren Vereinen bestrebt ist, baS im Taunus noch ziemlich bamieberüegenbe Schützenwesen zu heben, hat sich ein neues schmuckes Heim im Stile eines Schwarzwälder Bauernhauses gebaut. Dieses soll mit fünf neuen, der Jetztzeit entsprechenden Scheibenständen, unter denen sich ein Jagdstand befindet, am 7., 8., 11. und 14. Juni in feier- llcher Weise eingeweiht werden. Zu dem mit dieser Feier verbundenen Preisschießen sind bereits von Vereinen und Privaten Ehrengaben in sichere Aussicht gestellt. Es ist mit Bestimmthell anzunehmen, daß das Fest einen glänzenden Verlauf nehmen wird. Im Interesse deS Schützenwesens wäre eS sehr erfreulich, wenn nicht nur die Schützenvereine in nächster Nähe, sondern auch diejenigen m der Ferne den rührigen Verein in seinen Bestrebungen durch Beteiligung an her Festfeier unterstützen wollten. Limburg, 7. Mai. Bei der Sitzung der Lahn- kanalisations-Kommission wurde beschloßen, Sonntag, 17. Mai, nachmlltagS 21/, Uhr, im Saale zur /Alten Poff eine allgemeine Versammlung zu berufen, in welcher sowohl die technischen als auch die wirtschaftlichen Vorteile des KanalisationS-ProjekteS beleuchtet werden sollen. Die erst vor einigen Jahren gebildete Kommission, deren Vorsitzender Generaldirektor Kaiser-Wetzlar ist, hat bis jetzt keine Mühe und Kosten gescheut, umfassende Schriften und Projekte auszuarbeiten, welche die Notwendigkell und die großen Vorteile einer Lahnkanalisation eingehend beleuchten. So kostete die Ausarbeitung eines technischen Projektes zur Kanalisation allein 15 000 Mk. Außer bedeutenden fteiwilligcn Beiträgen haben die an der Lahn interessierten Städte größere Beiträge gestiftet. Sämtliche Arbeiten und Entwürfe sind bereits dem Ministerium für öffentliche Arbeiten unterbreitet worden. Ta nun bei der Aufstellung des Projektes zu dem Mittellandkanal auch eine Kanalisation der Mosel und Saar beabsichtigt wirb, dagegen von einer Kanalisation der Lahn keine Rede ist, so scheint gerade die jetzige Zeit sehr geeignet, mit großem Eifer die Lahnkanalisation zu betreiben. In der Versammlung werden Regierungsbaumeister Holzappel-Berlin über die technische Seite und Generaldirektor Kaiser über die wirtschaftliche Bedeutung der Lahnkanalisation referieren. Zur Unter- stützung des Projekts soll nach dem Vorbild des Mosel-Kanal- DereinS ein Lahn-Kanal-Verein gegründet werden. (R. K. g Marburg, 7. Mai. In hiesigen studentischen Kreisen trägt man sich mll dem Gedanken, em periodisch erscheinendes Semesterwerk ins Leben zu rufen. Es soll dadurch den gesamten llleranschen Bestrebungen der Mar- kurzer Studentenschaft ein gemeinsamer Ausdruck gegeben werden. Zur Beurteilung der einlaufenden Beiträge, wie Gedichte, Skizzen, Erzählungen, Zeichnungen rc. wird demnächst ein Komitee zusammcnrreten. — Tas Komitee für die Fortführung der Bahn M a rbu r g — Drei h auf en beschloß, sowohl die Verbindung nach Nor d e ck — Lond orf— Grünberg in erster Linie, wie auch den Anschluß über Schweinsberg nach Alsfeld zu empfehlen. Ljing und praktisch™ k UeheraHerhältlich- m Neueste Meldungen. Originaldrahtmeldungen des Gießener Anzeigers. Wiesbaden, 8. 9Jlai. Wie verlautet, ist als Nachfolger von Josef Laufs der Schriftsteller Axel Delmar für die Stelle eines Dramaturgen des Hoftheaters in Aussicht genommen. Berlin, 8. Mai. Im Lessing-Theater ist mit gutem Erfolge zum ersten Male in öffentlicher Ausführung das fünfatrige Drama „Dämmerung" von Ernst Rosmer gegeben worden. Vom zweiten Akt ab sand das Stück lebhaften Beisall. Es interessierte durchweg und einige Szenen sowie der ganze vierte Akt waren ersichtlich von eindringlicher Wirkung. Kiel, 8. Mai. Tie Kieler Woche scheint sich diesmal besonders glänzend zu gestalten. Tie amerikanischen Botschafter in Berlin, Wien und Rom haben ihre Beteiligung an der Kieler Woche zugesagt. London, 8. Mai. Wie aus Montreal berichtet wird, entgleiste bei Textor em Zug und stürzte in den Abgrund. Die 'Wagen fingen Feuer, wodurch zwöl Reisende verbrannten. Acht wurden schwer verletz: au» den Trümmern yervorgezoaen. — „wnnng iseaoer* meldet aus Antwerpen - Enthüllungen deS Amerikaners Morrison über die angeblichen Greueltaten der belgi- chen Agenten am Gongo hätten hier einte große Aufregung hv'rvvrgerufen. Man fei der Einsicht, daß, falls die Greueltaten sich bestätigen sollten, die Kongo-Regierung das ihr zugestandene Monopol nicht länger haben dürfe. Paris, 8. Bllri. In Choronne trat plötzlich ein Evklon auf, welcher besonders die Ortsck>aft Gumay schwer heimsuchte. Bäume wurden entwurzelt, Gebäude abgcdeckt, jedoch find Menschenopfer nickst zu bcHagcn. Paris, 8. Mai. Tie offiziöse französische Seit» graphen-Agentur verbreitet eine Tepesche aus Rom, wonach die prunkvolle ostentative Art des kaiserlichen Besuches beim Papst in offiziellen italienischen Kreisen einen peinlichen Eindruck gemacht habe, der immer mehr zunehme. Infolgedessen sei die politische Wirkung der Reise des Kaisers, soweit die italienische Regierung in Frage komme, gleich Rull. Auch der Umstand, daß der Kaiser sich von preußischen Kürassieren begleiten ließ, habe verletzt. N i z z a, 8. Mai. M a x R e a i s, der Bürgermeister von Algier, der während seines Aufenthaltes in Italien einen Wortwechsel mit einem deutschen Offizier Halle, duellierte sich mit diesem in der Rahe von Mentone. Es and ein zweimaliger Kugelwechsel statt, jedoch ohne Resultat, worauf der Kampf nut Säbeln fortgesetzt wurde. Ter deutsche Offizier soll hierbei angeblich schwer verwundet worden sein. Wien, 8. Mai. Tie bekannte Schaufpielerin Helene Odilo u bcaosichligt sich im Herbst mit dem Sportsaiiari Fritz Flesch gtu verheiraten. Es ist ihre dritte Ehe. Belgrad, 8. Mai. Tic bulgarifu/c Regierung soll dir Rote der Pforte, in welcher diese in energischem Tone die bulgarische Regierung für die Ereignisse in Macedonien verantwortlich macht, einfach z u r ü ck g e w i e s e n und scharf erklärt haben, 9toten, rocldje in solchem Tone gehalten seien, nehme sie überhaupt nicht an. In Skigiab werden die möglick-en Folgen dieser diplomatischen Aftwn lebhaft erörtert. Für jeden Fall hat das lürlische Kriegsministeriuni eine außerordentliche Bestellung von 200 000 Kgr. Zwieback gemacht, die im Laufe dieses Monats geliefert weroen müssen. Diehrere Transportschiffe sind nut Munition und Patronen beladen worden. An die Verwaltungen vieler Mili tärdezirke sind Befehle ergangen, auf dem Requisitionswege Pferde anzukaufen. Das Marineministerium erhielt Befehl, Kriegsschiffe für den Truppentransport in Bereitschaft zu etzen. Die Lage wird als ernst angesehen. — In Monastir versuchten am Mittwoch bulgarische Attentäter, einen Pulverturm in die Lu f t zu sprengen, wurden aber von türkischem Militär daran verhindert. Aus diefem Anlaß kam es zu Straßen kämpfen, wobei es Tote unö Verwundete gab. — Fürst Ferdinand wird auf feiner Rückreise von Paris nach Sofia von Kaiser Franz Josef empfangen werden. Bon einer Einwirkung des Kaisers auf den Fürsten erwartet man, daß die bulgarische Regierung nunmehr ernsthafte Maßregeln gegen die Dyna- mitarden ergreifen werde. Konftantinopel, 7. Mai. ^Wiener Korr.-Bur.) Tii Pforte stellt bie ihr von Blättern ^geschriebenen tr ieger- ischen Absichten in Abrede. Eisenbahn Zeitung. Berlin, 7. Mai. Tie Union-Elektrizitätsgesellschaft veran- taltete in der Nacht von AtUtwoch zu Tonnerstag auf der Vor- orl-Linie der königlich-preußischen Staatsbahn B c r l i n—G roß - Lichterfelde-Ost unter Teilnahme deS Geh. Baurat Bork von der Eisenbahn-Ditektion Berlin die erste Probefahrt mit einem elektris chen Vollbahnzuge. Ter Zug bestand aus drei oierachsigen Wagen, welche in der Breslauer Waggon- Fabrik vorm. Lmke gebaut sind. Die Probefahrt verlief ohne jeben Zwischenfall zu völliger Zufriedenheit, sodaß der für die Eröffnung des ausschließlichen elektrischen Betriebes für diese Strecke für Mitte Juli angesetzte Termin voraussichtlich innegehalten werden kann, nachdem von der ge- nannten Waggonfabrik weitere fünf Züge geliefert worden sind. Aanöel und Verkehr. Dolkswirlschasl. Verliner Börse vom 7. Mai 1903. (Mltgetellt von der Bant für Handel und Industrie, Gießen.) Kirchliche Nachrichten. Kantate, Sonntag, den 10. Mai. Gottesdienst In der Stadtkirche. vormittags 97, Uhr: Professor U. Stamm. Vormittags 11 Uhr: Kind erkirch e derMatthäuS- gemeinde. ' Pfarrassistent V o g L Slächsten Sonntag den 17. Mai, am Sonntag Rogate, beginnt tue Christenlehre für die Neukonfirmierten aus der Aiatthäus- gemeinde und zwar im Frühgottesdienst vormittags 8 Uhr. In der IohauneSkirche. Vormittags 9*, Uhr: Pfarrer Dr. Naumann. Vormlltags 11 Uhr: Kindergottesdienst für die Johannes- gemeinde. Pfarrer Dr. Naumann. Nächstfolgendm Sonntag, ben 17. Mai, beginnen die Früh- gottesdicnstc nwrgens um 8 Uhr. An demselben Tage: Christenlehre für die Neutonfirmie rten aus der Johannes- gemeinde. Katholische Gemeinde. Samstag, den 9. 2)1 a i 1903. Nachmittags um 5 Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheit zur hl. BeichL Sonntag, den 10. Mai. 4. Sonntag nach Ostern. Vormittags von 6 7, Uhr an: Gelegenheit zur hell. Beicht. , um 7 Uhr: Tie erste heiL Aleffe, vor und in derselbm Austeilung der hell. Kommunion. „ um 8 Uhr: Tie »welle hell. Meffe. Militärgottes- dienst mll Predigt. , um 9 7, Uhr: Hochamt m. Predigt Nachmittags um 2 7. Uhr: Christenlehre, darauf Andacht. Dienstag und Freitag abend 67, Uhr ist Mai'AndachL Gottesdienst in der Synagoge, tziidanlage. Zkrartitische Keligionsgewrinde. Samstag, den 9. Dtai 1903. Vorabend 7.30 Uhr. Morgens 8JJ0 Uhr. Nachmittags 4 Uhr. Predigt. Sabbathausgang 8.45 Uhr. Ä Im Verlag v. -l. Berg» strätzerS Hosbuchhdlg. tu Darmstadt tft erfdjienen und durch jede Buchhandlung *u beziehen: [8798 Ans km Briefwechsel von Jnslns Liebig mit Sem Minifltt Rcinhnrb Arhrn. oon Awigk. Preis Mk. 1.— Anfang präzis y$5 Uhr. Eintritt 35 Pfg. Giessener Aktien-Bier, per Glas 12 Pfg. Münchener Bier, per Glas 15 Pfg. 3802 Mainzlar, den 7. Mai 1903. 02288 Die Beerdigung findet Samstag den S. d. MtS., nachmittags 31/, Uhr, statt. Statt jeder besonderen Anzeige. Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, unseren lieben Vater, Schwieger vater, Großvater, Schwager und Onkel Hm» Heinrich Becker VI. nach langem, schwerem Leiden zu fich zu rufen. Um stille Teilnahme bittet Im Name« btt trauernden Hinterbliebenen: Familie Becker. Zum neuen Saalbau früher Steine Garten. Zur Eröffnung der Sommer-Saison Sonntag den 10. Mai I903i Grosses Konzert Militär-Musik ausgeführt von der Kapelle des Inf&nterle-BegU. „Kaiser Wilhelm“ (2. Grossh. Hess.) Mr. 116 unter persönlicher Leitung dee Grossh. Musikdirektors Herrn C. Krausse. Gestern abend 71/, Uhr entschlief sanft nach kurzem, schweren Leiden unser lieber Gatte, Pater, Schwiegervater und Großvater 02299 Kamtlie Schumann. 3808 zu haben bei 3215 Wir suchen als |8722 Kodes li'lll ÄW gejucht sowie cm Wrkenhol'z echter vilbeler Doppelkümmel (eigenes Destillat) Die Beerdigung findet Samstag den 9. Mai, nachmittags 5 Uhr, vom Sterbehause, Sonnenstr. 13, aus statt. 8740s 2 (lerne möbl. Zimmer mit oder ohne Pension zu vermieten Slemstraße 38. uno gebe kostenlos näh. Auskunft. Andre», Braunschweig, Bultcmveg 60, WF Heute -RPH fristze hMv-ischeLlhellW per Pfund 20 Pfg. [3810 J. M. Schulhof. 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