Freitag«. Mait »03 153. Jahrgang Erstes Blatt. Ubrefle für Depelchenr Anzeiger «ießeu. ^fntlprrdianld)lu6 Wr 51. nach der Raum sein, auf dem Herr Skalitzky seine Tische und Stühle aufstellen wird. Oberbgm. empfiehlt die Genehmigung des Gesuches, inbem) er darauf hinwnst, daß der Gesuchsteller versprochen habe, alle Unordnung und Störung des Verkehrs zu vermeiden. Der Zugang soll nach der Kopfseite, also neben den Eingang in daö Lokal, an die Ecke der JohanniSstraße, verlegt werden. Skalitzky plant, den Raum hübsch mit Epheu rc. abzugrenzen und der Anlage das beste Aussehen zu geben. Er ersucht um die Erlaubnis zur Benutzung des Trottoirs von Ende April an bis Ende Oktober. Die Bau- komnusfion fordert dafür eine Gebühr von 20 Mk. und erhebt weiter keinen Einwand. Sto. Krumm macht darauf aufmerksam, daß daö Gesuch früher schon der Stadtvcrordneten-Versamnüung vor- gelegen habe und abgelehnt worden sei, worauf Oberbgm. Mecum erwidert, daö sei 1894 und 1896 gewesen, und dieser ablehnende Beschluß sei mit Rücksicht auf den Verkehr und infHinsicht darauf,fdaß kein öffentliches Interesse daran habe ersehen werden können, erfolgt. Oberbgm. Dl ec um macht auch Mitteilung davon, daß auch Herr Hettler für sein Casö an der Südanlage die gleiche Erlaubnis bereits nachgesucht habe. Stadtv. Schaff stae dt war für das Gesuch von Ska- litzky mit Rücksicht darauf zu haben, daß er nur eine Breite von drei Meter verlange und den Verkehr nicht störe. Sto. Huhn verweist darauf, daß bei Skalitzky mehr Gründe für Genehmigung vorliegen als bei Hettler, und auch Oberbgm. Mecum bemerkt, daß an der Ecke Hettler der Verkehr größer sei. Stadtv. Kirch spricht für den Antrag der Baudeputation. Vor sieben Jahren habe die Sache anders gelegen als jetzt. Bei Hettlers Gesuch würde auch er Bedenken haben. Man möge auch berücksichtigen, daß an der Plock- straße durch die Anlage das Straßenbild gewinnen würde. Und die Vorbedingungen, daß keine Störungen um die Nachtzeit vorkommen, seien ja zu erfüllen. Stadtv. Hanau macht darauf geltend, daß man dieselbe Verschönerung des Straßenbildes danach auch bei Hettler ins Auge faffen könnte. (DaS scheint uns auch richtig zu sein. Gerade dieser Gesichtspunkt, den Herr Kirch hervorgehoben hat, sollte nicht zuletzt Maßgebend für die Entscheidung in solchen Fragen sein. Wir dächten, mit der Verkehrsstörung sei eS bei Hettler auch nicht so schlimm. Unzweifelhaft sieht man in großen, schönen Städten, die auf hübsche Straßenanlagen etwas halten, solche Vorgärten, in denen man sich niederlaffen kann, gerade auch an bevorzugten und veckehrSreichen Plätzen. D. Red.) Nach Genehmigung des Skalitzky'schen Gesuches wurde noch ein Baugesuch deS Wilh. Hamel für Bleichstr. 7, wobei eS sich um einen DiSpens handelt, ohne Debatte genehmigt. Dagegen wird das Gesuch der deutsch-amerikanischen Petroleumgesellschast zu Hamburg um Erlaubnis zur Aufführung eines Petroleumlagers in der Frankfurterstraße nach kurzer Debatte abgelehnt. Ein ähnliches Gesuch hat die Stadtverordneten schon einmal beschäftigt; damals war es bekanntlich auch abgelehnt worden. Die Baudepu- lation stellt diesmal keinen Antrag und überläßt die Entscheidung ganz den Stadtverordneten. Einer der Herren stellt einen ganz pessimistischen Gesichtspunkt in den Vordergrund, andere lehnen das Gesuch ab. Die Stadtv. Haubach und Kirch begründen das damit, daß eine solche Einrichtung nicht in die Nähe der Stadt gehöre. Die Frankfurterstraße Sitzung der Stadtverordneten. Gießen, 7. Mai 1903. Anwesend: Oberbürgermeister Mecum, die Beigeordneten Georgi und Heyligenstädt, Affeffor Curschmann und die Stadtverordneten in beschlußfähiger Zahl. Oberbgm. Mecum macht der Versammlung zunächst Mitteilung von einer Einladung zu der am 17. Mai m Limburg statt findenden Versammlung zur Förderung der Lahnkanalisation. Indem er einige gedruckte Exemplare der Einladung zirkulieren läßt, empfiehlt er den Stadtverordneten, der Einladung Folge zu leisten und verweist darauf, daß man nur die Zeit eines Nachmittags darauf zu verwenden brauche. Die Versammlung hat sich erfreulicherweise bei 93er- handlung des 1. Punktes der Tagesordnung damit einverstanden erklärt, daß der Besitzer des Wiener Lass, Herr S k a- litzky, auf dem Bürgersteig der Plockstraße während der Sommermonate seine Gäste auch hier im Freien bedienen wird. Skalitzky hat dem Herrn Oberbürgermeister ein Gesuch überreicht, das dieser den Herrn Stadtverordneten vorlaS. 3 Bieter breit, also etwa die Halste des Trottoirs, soll da- Nr. 107 • rfftelat täglich außer Sonntag-. Dein Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem kesstfchea Landwirt die Gießener Zamtliea- blärter viermal tn bet Woche beigelegL Nora non-druck u. Verlag der Brühl 'ichea Unioerl.-Buch- u.Stem- brudetei tAierlch Erden) Vledalnon, drpeömo« und Druckerei: befähigt. '.'iber ein anderer wesentlicher Punkt sollte heute nicht übersehen werden: Liebig hat sich auch in volkswirtschaftlicher Bcziehung die grüßten Verdienste erworben. Durch seine Arbeit über Pflanzenernähr- ung klärte er die Verhältnisse auf, die einem rationellen Ackerbau zur Grundlage dienen müssen; unermüdliche mit der ganzen Alacht seiner gewaltigen Persönlicbteit wies er darauf hin, daß man zur künstlichen Düngung greifen müßte, wenn man nicht sehr bald eines lvesentlichen Teiles des Nationalvermögens verlustig gehen wollte. Heute wissen wir, welchen unscyätz- barcn Dienst uns Liebig geleistet hat, als er immer wieder betonte, daß ein Raubbau, wie er seit langen Jahren üblich war, nur zur Verödung, zur Verarmung fuh'.cn könnte. So ist denn mit Recht Liebig auch als ein Wohltäter aller *) Wir werden in den nächsten Tagen einen längeren Aufsap über Liebig aus berufener Feder an dieser Stelle verojientlichen. Heute geben wir zur Einleitung diesen Aus,ab E der neuesten Plummer der „Disch. Eherniker- Zeitung". D. Red. des „Gieß. Anz." ! Völker und aller Zeiten zu bezeichnen, und der 12. Mai 1903 sollte nicht nur von Chemikern und Medizinern festlich begangen werden, sondern auch überall da, wo man große Männer, die sieb um die Volkswohlfcchrt verdient gemacht haben, zu feiern pflegt! Dies führt uns zum zweiten Teile unserer heutigen Betrachtung: Bie haben wir unseren Großen geehrt, bezw. wie können wir ihn nocb ehren? In mehreren Städten, in denen Liebig gelebt oder gewirkt hat, Darmstadt, Gießen, Münden, hat man ihm Denkmäler errichtet, in den Hör- säten, oder chemischen Laboratorien der meisten Hochschulen hängt sein Bild in Medaillon- oder anderer Form. Aber alles das genügt uns nicht; einem Manne wie Liebig, dessen Name in aller Munde ist und auch wohl für lange Zeiten bleiben wird, gebührt eine höhere Ehrung! Eine folckje wurde bereits im Jahre 1898 in der „Chemiker-Zeit- ung" angeregt, nämlich dieSchaffung einesLiebig- Museums in Gießen. Was damals erörtert wurde, gilt auch heute noch mit gleichem Rechte, und es ist uns unbegreifliche wie man diesem Vorschläge bislang so teil- namslos gegenüberstehen konnte, namentlich, da ja das ganze Projekt, wie seinerzeit Herr Pros. Sommer-Gießen ausführte, durchaus nicht mit allzu bedeutenden Kosten verbunden ift Leider haben auch die weiteren Bemühunben des Genannten zu einem entscheidenden Resultat noch nicht geführt. Die Rekonstruktion des alten Liebigschen Sabor atoriumfc, wie wir es auf dem der Hofmann - Biographie von Volhard und Fischer beigegebenen Bilde sehen, ist nach Mitteilungen von sachverständiger Seite sehr wobt möglich und müßte ' unbedingt durchgeführt werden. Wir richten daher hier öffentlich an die maßgebenden Stellen, das großherzogl. hessische Ministerium, die Universität und die Stadt Gießen, die dringende Bitte, was an chnen ist, zu tun, damit aus ' dem alten Liebig-Laboratorium in Gießen bald ein Liebig- : Museum entstehe, in dem sich die Geschichte der chemischen ' Wissenschaft darstellen könnte. Wer wis,en, daß wir in dieser Bitte wohl mit allen Chemikern und mit sehr vielen : Vertretern der Medizin eüis sind, daß wir dem Wunsche i Tausender hier Ausdruck geben. Und in Anbetracht der obigen Ausführungen hat dieser WunM vollste Berechtig- ■ ung: So ehren wir unfern großen Meister Liebig sicher ' am besten!__ , vk»ns-»re»»r Ä /U -w-tf O mc-nothcb75tn., merteU ÄiÄÜf ▼ M ▼ . . jährlich Mk. 3.L0. durch SiehenerAnzeiger^ W General-Anzeiger v ** «SH- Amis- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen MW • Zur cfltBigfrltt. •) In wenigen Tagen, am 12. Mai d. I., steht die 100- fahrige Wiederkehr des Geburtstages I u st u s v. Lie b i g s bevor. Die ganze chemische Welt rüstet sich, diesen Tag durch eine würdige Feier auszuzeichnen, wie sie der Bedeutung Liebigs entspricht. WaS Liebig für die Chemie geleistet hat, wie fruchtbringend sein Wirken auf den verschiedensten Gebieten chemischer Tätigkeit gewesen ist, das wird in diesen Tagen von mehr oder weniger beredten Zungen an zahlreichen Orten bei Erdkreises veaündet werden. In seiner in Gestalt der „Faraday Leclure" vor der ^h.m.cal Society am 18. März 1875 gehaltenen Gedächtnisrede auf Liebig sagt A. W. v. Hofmann: „Der vielseitige Geist des großen Entdeckers mit seinen fruchtbaren Aeußerungen verwirrt ganz meinen Sinn jur Ordnung und Auswabl, so daß ich nicht weiß, welchen Unterschied ich zwischen den mannigfaltigen Schätzen, die er uns hinterlassen hat, machen soll. . . Liebigs Name allein vermag neben dem von Faraday zu stehen als Vertreter unseres Jahrhunderts für kommende CKschLech- ter". Wahrlich, eine höhere Wertung kann niemand Liebig zu teil werden lassen, auch keiner von uns späteren Chemikern, die wir nach Hofmann weit eher in der Lage sind, Liebigs Größc ganz zu würdigen. „Wie derjenige, der in einer Bergkette wandert, die Höhe ihrer ragenden-Gipfel niäft so gut schätzen kann wie jener, der zu ihren schnee- jelionten Häuptern von unten aus der Ebene aufscl-aut, o können auch wir, die Zeitgenossen FaradayS und Liebigs, >ie ganze Große ihrer gebietenden Gestalten nicht so er- assen, wie sie ferneren, nachkommenden Geschlechtern erahnten werden". Wenn wir heute die Tätigkeit Liebigs nach den verschiedenen Richtungen hin, in die sie sich erstreckte, betrachten, so müssen wir sagen: Liebig war nicht nur ein höchst erfolgreicher Forscher auf den mannigfaltigsten Gebieten der wissensä-aftlichen Chemie, nicht nur Sä-öpfer einer Anzahl neuer Zweige der chemischen Industrie, er war nicht nur anregend und bahnbrechend in manchen (Srunbfragen der physiologischen Chemie, der Biologie und verwandter Disziplinen — er war vor allem der Begründer eines systematischen Chemie-Unterrichtes. Wenso sehr wie er unsere herrliche Wissenschaft durch seine eigenen zahlreichen Forschungen gefördert, hat er ihr genutzt dadurch» daß er es verstand, die Besten ihrer Zeit als Schüler um sich zu versammeln, ihnen seinen eigenen reichen, klaren Geist einzuhauchen und ihnen jene innige Liebe zur Wissenschaft ernzuflößen, die allein zu Großem Gützcnrr Stadtthcalcr. Der luftige Krieg. Von Johann Strauß. Vor einem Jahrzehnt noch ist der fröhliche und graziöse , lustige Kriegs gar oft mit großem Erfolge durchgekampft worden und hat damals seinem Urheber, Joh. -Strauß, manchen hübschen Sieg eingebracht. Seitdem hat er lange auf den Repertoires der meisten Operettenbühnen gefehlt. Als Jntnguenkomödie betrachtet, läßt er ja viel zu wunichen übrig. Die Listen und Schliche sind von halsbrecherischer Kühnheit, die Neben- und Schleichwege deS Jntriguenspieles führen zu plötzlich entdeckten Gangen unter der Erde und sonst allerlei Wetfroürbigcm. Doch die Tendenz, eine Parodie der Kriege, bei der auch das Orchester bisweilen parodistisch mitwirkt, ist auch heute wieder zeitgemäß, da man iw englischen Unterlaufe von Flottenabrüstung spricht und bie Parlamente in Italien und Frankreich diesen Gedanken ernsthaft umstreiten. Gegen einen Krieg, bei dem. täglich nur eine einzige Granate explodiert, würde auch Frau Bertha v. Suttner nichts einzuwenden haben. Und kann man sich mich nicht in allem, trotz einiger recht lustiger Szenen, mit den Strategen des Textbuches einverstanden erklären, die in der Harmlosig- feit des Sujets oft mehr zumuten, als ein normal veranlagter Zuschauer vertragen kann, so rettet dafür der Höchst- kornmandierende Joh. Strauß die gefährdeten Stellungen mit der Sicherheit eines Musik-Dewet. Durch alle Seiten der Partitur klingt und singt es nut Anmut und Liebenswürdigkeit in reichem Gusse und Flusse, mit gefälligen Solo- und Ensemblegesängen wechseln echt Strauß'sche Tanz- und Marsch- weifen, das Einzelne feffelt in gleichem Maße, wie das Ganze der musikalischen Illustration seine volle Schuldigkeft tut. Mehrere glückliche musikalische Inspirationen des Komponisten sind längst volkstümlich geworden, und wenn das Melodienalbum deS lustigen Krieges auf der Bühne wieder aufgeblättert wird, so kann man auf das dankbarste Publikum rechnen, und auch am Donnerstag kargte das leider nur recht mäßig besuchte Haus nicht mit seinem Beifall, ja es kam sogar — ein Unicum für Gießen — zu einem da capo. Die musikalische Gesamtwirkung war durch gute Vorbereitung gesichert, die Inszenierung war bunt und bewegt. Die Benesiziantln Frl. Bartl spielte das Tulpenzüchter. Weibchen Else und wurde vom Publikum sehr fteundlich aufgenommen. Ihre Naivetät hatte wieder die neckische Drollig, feit, die so ungemein sympathisch berührt. Das köstliche Duett von den Elternfreuden, diese Glanznummer der Operette, war das im Gießener Theater sonst unerhörte Da capo. Ihr flotter und frischer Vortrag und ihr munteres Spiel, daS uns vier Wochen lang entzückt hat, wird unS noch lange in ange- nehrner Erinnerung bleiben. Herr Bruck als Balthasar Groot war als jammernder Arrestant, als plumper Herzog von Limburg und m den Ehe- standsszenen gleich ergötzlich; die mehr hamburgische oder nordfriesische Tialektfärbung benutzte er dazu, seiner Darstellung manche komischen Lichter aufzusetzen. Die Rolle des Spinola, der zugleich Jntriguant und Liebhaber ist, erfordert einen gewandten Darsteller. Herr Nolte läßt ja in dieser Hinsicht noch manches zu wünschen übrig, während seine . cmerkenswerten stimmlichen Mittel sich wiederholt vortrefflich schätzen ließen. Gesanglich ist er immer sicher und rem in der Tongebung, seine Stimme hat Glanz und Frische. Ihm als Partnerin stand Frl. Stöger zur Seite, eine reizende Gräfin Violetta. Gesang und Spiel verdienen die gleiche unemgeschränkte Anerkennung. Namentlich Mi ersten Akte war sie von berückender Munterkeit, Zierlichkeit und Liebenswürdigkeit und sah dazu in ihrem kurzen Roccoccokleidchen ganz allerliebst aus. Herr Sommer hatte den schwatzhaften Marchese msi so viel Fleiß ausgestattet, daß dessen ergötzliche Einfalt vollen Anspruch auf reiche Anerkennung hatte und er fang daS populär gewordene Walzerlied von der Naturschwärmerin Melanie mit Bravour. Frau Schatz-Graf als kriegslustige Fürstin Artemisia kommandierte ihre Edeldamen in Uniform mit erheblichem Effekt. Im Allgemeinen ging die gestrige Aufführung sehr flott von statten. Doch der Dialog sollte von einzelnen Künstlern noch mehr herausgearbeitet werden; e§ macht den Eindruck, als ob er von einzelnen Darstellern als etwas GleichgiltigeS und Nebensächliches behandelt würde. Großen Wert kann man allerdings den Zwischenreden in Operetten ja selbstverständlich nicht beilegen; Operettenlibrettisten haben noch nie besonderes Genie bekundet. Doch der Dialog gtebt oft den Schlüssel der Handlung und der routinierte Darsteller wirb manchmal heroorheben, was der Librettist m seiner Ungeschick- lichkeit nur angebeutet hat. Der außergewöhnliche Beifall, der die gestrige Vorstellung begleitete, man darf sagen die ganze Stimmung des Abends konzentrierte sich auf die Benesiziantin. Frl. Bartl wurde bei ihrem Erscheinen sehr lebhaft begrüßt und nach dem zweiten Akte intensiv beklatscht. Aber offen gestanden, ich hatte Riesenlorbeerkränze und kostbare Blumengebinde erwartet. Nichts von alledem; man ist in Gießen selbst im Wonnemond mit den lieblichen Kindern der Flora sparsam. Doch trotzdem kann sich auch ohne solche Ehrungen, die ja nicht allein als Gradmesser der Anerkennung und Beliebtheit gelten dürfen, Frl. Bartl schmeicheln, perbona giatisbiira der Operettenbesucher Gießens zu sein. W. em* ^ort sei ein bevorzugtes Viertel, in dem noch Baulichkeiten entstehen würden, die die Nähe einer solchen Anlage nicht vertrügen. Herr Kirch nannte die Veterinäranstatt. Die Aü- ilimmung ergab Nichtgenehmigung. Beim Baugesuch der Firma Rosenthal u. Lo. in Wetzlar für den Hohl-Eichweg hier handelt es sich um ein Fel Hager. Es sollen da Felle getrocknet und zubereitet werden. Die Baudeputation befürwortete daS nicht aus verschiedenen Gründen. Einmal wegen deS Verkehrs nach Heuchelheim, dann ergebe sich aus dem Trocknen der Felle eine Belästigung deS Publikums und der Anwohner, und schließlich sei daS Gesuch im Interesse deS Schlachthofes unter jeder Bedingung zu verwerfen. Ein Sachverständiger habe nämlich erklärt, eS bestände die Gefahr, daß Insekten von den lagernden Fellen auf das Fleisch und die es genießenden Menschen übertragen würden. Bei wiederholtem Trocknen der Felle sei diese Gefahr um so größer. Die Stadtv. lehnen darauf das Gesuch ab. DaS Baugesuch des Karl Leib für Kirchstraße 2 wird genehmigt; ebenso das des W. Löb er jun. für die Walltorstraße, das des Joh. G g. Pfaff für den Schissenberger- weg und das deS I. Schreiner für die Dammstraße, angrenzend an die neue Mädchenschule. Indem 2 Punkte der Tagesordnung auSgeseht werden, genehmigt die Versammlung die beantragte Verpachtung der Gemeindejagd, die Uebertragung des Pachtverhältnisses von Karl Buderus auf Prof. Dr. Erich Jung. Bei derBesprechung derErsatzansprüche desA. Treppinger tu oer Wetzsteingasse wegen Schädigung seines Gewerbes durch die Kanalisationsarbeiten kam man zu einem ablehnenden Resultat. Oberbgm. Mecum ist dem Gesuchsteller früher entgegengekommen, als er klagte, er könne seinen Wagen nicht nuS- und einfahren, und hat ihm erlaubt, seinen Wagen im Spritzenschuppen an der Stadtkirche unterzubringen, womit sich Treppinger einstweilen zufrieden gab. Nach einiger Zest aber kam er wieder mit einem Entschädigungsantrag und machte am 13. Januar geltend, er sei mindestens um 200 Mark geschädigt worden. Oberbgm. Mecum antwortete ihm, aus grundsätzlichen Bedenken könne die Stadt, die recht- lich gar keine Verpflichtungen habe, nichts gewähren, worauf der Rechtsbeistand des Gesuchstellers schriftlich einen Antrag auf Entschädigung einreichte, worin der Hoffnung Ausdruck gegeben wurde, daß ein billiger Ausgleich zustande komnie, wenn man auch eine Entscheidung prinzipieller Art nicht herbeiführen wolle. Oberbgm. Mecum weist ans eine Bemerkung des Stadtv. Petri darauf hin, daß vorher bekannt gemacht worden war, daß die Straße gesperrt werden sollte. Stadtv. Hanau befürchtet weitere Anträge ähnlicher Art und ist für Ablehnung. Nachdem Oberbgm. Mecum vorgehalten hatte, in welche Lage man kommen würde, wenn man erst mit den Kanalisationsarbeiten in der Hauptgeschäftsgegend anfangen werde, wurde der Antragsteller ab sch täglich beschieden. die Reihengräber unentgeltlich abgegeben werden. Gegen diese Anträge machen sich bei den Stadtv. Bedenken geltend. Jann ist dafür, man solle für Reihengräber überhaupt nichts nehmen und den Friedhof nicht zu einer Steuerquelle machen. Oberbgm. Mecum erwidert, wer ein genügendes Einkommen habe, könne auch die geringen Gebühren zahlen. Würde man der Forderung des Stadtv. Jann Recht geben, so hätte der Stadtsäckel eine Laist von 6000 Mk. mehr. Stadtv. Haubach regt an, daß Verstorbene, die in einer Sterbekasse waren, ihr Vermögen auf andere vererben würden. Er schlägt vor, die städtische Sterbekasse ins Leben zu rufen. Wenn man Beerdigung und Gräber bezahlen lasse, könne man auch den Zutritt zur Sterbekasse verlangen. Er schlage auch vor, die Zahlungspflichtigen mit Einnahmen bis zu 900 Mk. (statt bis zu 1500 Mk.) von den Kosten für Reihengräber zu befreien. Verschiedene Stadtv. sind auch für Festsetzung bis 900 Mk. Kirch spricht sich dafür aus, will aber die Sterbekasse nicht mit der Gebührenordnung für Gräber verquicken. Auch Stadtv. Krumm will bei Einnahmen bis zu 900 Mk. die Gräber kostenlose zur Verfügung gestellt wissen. Beig. Georgi will die> Sterbekaffe nicht mit der Gebührenordnung verknüpfen. Stadtv. Haubach wendet sich dagegen und zieht seinen Wunsch nicht zurück. Schließltch wird der Abänderungsantrag, der statt 1500 Mk. 900 Mk. festsetzen will, von der Majorität angenommen. Danach wird nach längerer Debatte zwischen einzelnen Stadtv. noch ein Antrag angenommen, daß bei Einkommen von 900 Mk. bis ausschließlich 1500 Mk. auf Antrag die Kosten für Reihengräber ermäßigt werden können. Tann geht die Versammlung zur wetteren Tagesordnung über. Das Begräbnis eines Erwachsenen einschließlich der Gebühren für Leichenwärter oder Leichenfrau, Verbringen in die Leichenhalle und zum Grabe, Herrichtung des Grabes, kostet 50 Mk., eines Kindes von 3—10 Jahren 30 Mk. Das Grabgeläute kostet 3 Mk. Da es nur aus Wunsch stattfindet, beantragt Stadtv. Em me lius, für das Geläute die Kosten nicht zu erlassen. Das wird angenommen. Tie folgenden Punkte mit den beantragten Abänderungen werden ebenfalls genehmigt. Der weitere Punkt der Tagesordnung betraf den Erlaß einer Friedhofsordnung. Die Fassung, wie sie dem Ministerrum vorgelegen hat, gelangte gestern zur Kenntnis und zur Genehmigung der Stadroerordneten. Oberbgm. Mecum verlieft die einzelnen Artikel und Paragraphen, die von den Stadtv. genehmigt werden. Bei § 14, in welchem beantragt wird, das Setzen von Denkmälern und Einfassungen und das Bepflanzen der Gräber nur unter Aufsicht der Friedhofsverwaltung zu gestatten, fragt Stadtv. Schasfstaedt an, ob zu allen kleinen Handlungen, beispielsweise Entfernung eines Rosenswckes u. bergt, Erlaubnis durch die Verordnung iwtig werde. Oberbgm. Mecum erwidert: Gewiß, das sei schon zur Verhinderung etwaiger Diebstähle angebracht. Zu § 48 beantragt die Kommission bei Zuwiderhandlungen eine Milderung des Verfahrens: Es soll die Entziehung der Erlaubniskarte nur angeordnet werden können, aber nicht notwendig erfolgen. Hinter § 70 wird ein neuer § 71 eingeschoben, der anordnet, daß für jedes Grab die Lage und Nummer sowie Name und Alter des Verstorbenen ausgezeichnet werden solle; das gehöre, so sagte Oberbgm. Mecum, eigentlich ur die Dienstanweisung für die Friedhofsverwaltung, fei aber im Interesse des Publikums hier ausgenommen worden. — Bei Erwähnung der obligatorischen Ueberführung der Leichen aus den Friedhof innerhalb 24 Stunden meint Stadtv. Hanau, bei Todesfällen um die Zett hoher Feiertage würde diese Bestimmung in einzelnen Fällen empfindlich berühren; besonders strenggläubige Jsraeltten würden sich dann lieber {trafen lassen, als sich an die Verordnung halten. Oberbgm. Mecum erwidert, er habe nie von Jsraeltten einen solchen Einwand gehört, und aus der Versammlung heraus wird die Frage laut, was man da wohl bei acht Feiertagen machen solle, worauf Hanau repliziert, das seien keine Feiertage. Schließlich wurde der Antrag Hanau, den Oberbürgermeister zur Verlängerung der Frist zu ermächtigen, abgelehnt. Lei der Verhandlung über die Polizeiverordnung zum Friedhofsreglemertt beantragt Beig. H e y l i g e n- städt einen kleinen Zusatz zu § 2, womit die Stadtv. einverstanden sind. Danach werden die Personen und Arbeiter, die ohne Erlaubniskarteu auf dem Friedhof an- getroffen werden, dann bestraft, ,stvenn sie dort gewerbsmäßige Arbetten vornehmen". Es erfolgt danach die Beratung der Gebührenordnung zum Friedhofsreglement. Stadtv. Jann erklärt, daß er die angesetzten Preise in Artikel 1, 2, 3 und 4 für viel zu hoch halte. Er beantrage eine Ermäßigung sogar von 50 Prozent. Für eine Gruschalle, die zwei Plätte enthält und 2000 Mark kostet, würden sich kaum Käufer nnden. Oberbgm. Mecum antwortet, bie Grufthallen kosteten 37 000 Mk., und berechnet, bie Preise seien nicht -u hoch Bei etwaigen Streichungen würben die Kosten für den Friedhof bedeutend anwachsen. In anderen Städten seren die Preise noch höher. Nach einer Bemerkung des i?" c aJ Ir 9' der dem Oberbürgermeister zusttmml, die Versammlung mit den Preisen einverstanden. Nach der Gebührenordnung werden für ein E r b b e a r ä b- cinur Grabstätte __ lü€niflcr aid zwei Platze werden mcht abgegeben 200 Mk. verlangt. Ein Erbbegräonis wird also in Zukunft mmdesleus 400 Mk. kosten. Tas halt Stadtv. Kirch für zuviel. Oberbgm. Mecum verlieft im Vergleich Gebühren anderer Städte und kommt zu dem Resultat, daß dort bie Preise meist erheblich höher seren. Die Stadtv. erklären sich daraus mit den Preisen einverstanden. Ein Reihengrab für einen Erwachsenen soll nach den Anträgen bet einem Einkommen des Zahlungspflichtigen von über 2600 Mk. 20 Mk., bei Einkommen von 1500—2600 Mark 10 Mk. kosten. Bei Einkommen unter 1500 Mk. sollen I gehenden Tage stattfinden soll, was einstimmig beschlossen wurde. Hunzinger stellt darauf seinen Vortrag kurz in folgende sechs Lätze zusammen: 1) Ter Vorsitz un Schulvorstand ist ein fchwacher lleberrest der feit 1884 glücklicherweise überwundenen geistlichen Schulaufsicht. 2) Tie Annahme des Vorsitzes stehl mcht dem freien Ermessen des Geistlichen zu. 3) Das Wesen und die Ehre des geistlichen Standes erheischt notwendig die baldige Beseitigung dieser Zwangslage. 4) Dieses Amt als Vorsitzender ist für den Geistlichen eine sehr zweifelhafte Würde und eine lästige Bürde. 5) Es ist kein wesenlliches kirchlich-religiöses Interesse mtt der Führung dieses Amtes verbunden, da der tatsächlich vorhandene innere Zusammenhang zwischen Kirche und Schule dadurch nicht alteriert wird. 6) Tie Geistlichen dürften vielmehr im eigentlichen Interesse der Kirche handeln, wenn sie dem nach dem Vorsitz tm Schulvorstand strebenden Lehrerstand freie Bahn machten. Ter Referent begründet noch einmal kurz diese Sätze und bittet um Annahme seiner gestern mitgeteilten Resolution. Pfarrer Wahl-Bingen bekämpft in längeren Ausführungen Hunzingers Vorschläge; die Aufgabe des Vorsitzes liege weder im Interesse der Schule noch in dem dcr^ch.er, auch hindere das Amt des Vorsitzenden in keiner Weise die fccl- sorgerische Tätigkeit des Pfarrers, der der geborene Mittelsmann zwischen Gemeinde und Lehrer sei. Tie Kirche und ihre Vertreter hätten darum keinerlei Anlaß, der Schule den Abschiedsbrief zu schreiben und gegen den Vorsitz im Schulvorstand Sturm zu lausen. Freilich ist er auch der Ansicht, daß es ein seitens der Geistlichen erstrebenswertes Ziel fei, den Zwang zur Uebernahme dieses Amtes zu beseitigen. Daher schlagt er folgende Resolution vor, die nachher, nachdem die Resolution Hunzinger gegen 16 Stimmen abgelehnt worden war, mit großer Alajoritat, gegen 3 Stimmen, angenommen wurde. Tie Resolution lautet: Tie Hauptversammlung des Hess. Pfarrer Vereins hält es für eine Forderung der Gerechtigkeit gegenüber dem Pfarrerstande, daß der den Entschließungen der Staatsbehörde zustehenden widerruflichen Ernennung eines Geistlichen zum Vorsitzenden -k m c .. „ ides Schulvorstandes auch die Befreiung von der dienst- < Anordnung über die Pflege der Gräber pragmatischen .Verpflichtung zur Uebernahme dieses Amtes stellt Stadtv. Jann fech dag die Erbbegräbnisse auf dem als Korrelat zur Sette tritt. Da indessen die Lage noch nicht alten Friedhof nicht alle so gehalten würden, wie es wün-! genug geklärt erscheint, sowie an» praktischen Gründen ^a0t ?? *n kiefer Hinsicht keine fieht sie vorerst davon ab, ihren Vorstand zu beauftragen' He>vwuniM6 getroffen werden könne. Oberbgm. Mecums bei der Behörde dahingehende Schritte zu unternehmen er*/ bttä fei, soweit wie möglich, schon geschehen. — und hält die bei dem Präsidium der Landessynode ein- „o^tr. Kirch fragt an, ob man bei der Stadtfriedhofs- gebrachte Interpellation Wahl-Bingen zunächst für geeignet, gärtneret Privatbestellungen machen könne. Tie Frage wirdleine Klärung herbeizuführen, die eurem künftigen Vor- _ gehen in der Richtung auf Befreiung von dem Zwang, -tr^> das Geiuch der Hebamme Gürtler den Vorsitz im Schulvorstarid zu übernehmen, den Weg um Erlaubnis zum Betrieb einer Privat-Entbind- ebnet." b un g sanstalt in ihrer Wohnung, divrdanlage 1, g e» Während der sehr lebhaften Debatte über diese Reso- nachdem Oberbgm. Mecum mitgeteilt hatte, lutton erscheint Pvof. Baldensperger als Vertreter daß dem Plan fettens des Kreisgesundheitsamtcs keines der theolog. Fakultät zu Gießen und wird von dem Bor- Bedenken entgegen ständen. sitzenden begrüßt An der Tebatte beteiligen sich Dekan Sehr interessant waren die Pläne für den Neubau Wagner-Grünberg, Psr. G o m b e l - Reiskirchen, Pfr. )er höheren und erwetteretn Mädchenschule, die gestern F r i t s ch - Ruppertsburg, Pfr. K o r e l l - König st etten, Pfr. den Stadtverordneten zur Vorlage gebracht wurden. Ober- Neb el-Laubach, Koch-Berstadt k.6™- Mecum gab eine ausführliche, sehr verständliche Darauf folgte ein Vortrag von Pfr. Wahl-Bingen Erläuterung dazu, aus der man entnehmen konnte, daß Über „engere Verbindung der Landeskirchen." in jeder Beziehung alles sorgfältig und sachverständig er- Redner referiert über den gegenwärtigen Stand der bett, wogen worden ist, und daß die Aenderungen, die die Angelegenheit, die alle evangelischen Landeskirchen Deutsch- Firma Stein u. -Naher..mif Anweif ung an den Plänen lande beschäftigt. Er betont, daß wir Hessen keine Gegner vorgenommen hat, beträchtliche Verbesserungen sind. Der der Einigung der Landeskirchen feien, aver nicht ä tout $aubteing(uig tourte me^ nad) der Mitte oes Gebäudes prix. Es müsse verlangt werden: 1) vollständige Seld- öerlegt, ^baß ber JRaum, ben man bisher zur Treppe zu- stäubigkeit ber einzelnen Landeskirchen und 2) Sicherste ll- "rußte, für andere nützlichere Zwecke erübrigt ung gegen Eingriffe der Staatsgewatt in inner-kirchliche biele ?en?eritü? Giebel, auch mehr Angelegenheiten. Tie Vorschläge der Eisenacher Konferenz nach der Mitte, und die Hauptsassade ist^nun architektonisch sind unannehmbar wegen ihrer Fülle von Gefahren für cf)bn. Man vermeidet die langweilige Symmetrie, indessen die Selbständigkeit der Landeskirchen, auch ist der preußische das Auge ttotzdmi alle Linien des Gebäudes bequem und Oberkircyenrat wegen seiner Abhängigkett von ber preußi- ungereizt übersehen kann. Einige kleine stilistische Aenber- schon Staatsregierung nicht geeignet, ein Mittelpunkt ber ungen flnb schon letzt in Aussiäft genommen, unb es ist evangelischen Kirchen Deutschlcuids zu fein. Eine ui biesem licht ausgeschlossen, da-ß- sich imm«: noch eine oder Sinne von dem Rebner vorgeschlagene Resolution, wonach :lfr-atI5.eEI Zweckmäßige Anorbnung anbringen laßt. Jeben- auch die betreffenben Verhandlungen der Eisenacher Kon- alls wird die Schule mit größtem Komfort unb allem ferenz abgebrochen werden möchten, wird einstimmig an* Zubehör, den die Neuzett fordert, ausgestattet werden, genommen. 8 Sehr zweckmäßig war es, daß man die Klosettäume anders Nachdem ber Vorsitzende dem Redner den Tank bet verlegte unb auf bie einzelnen Sbockwerke verteilte, so Versammlung für seinen aurchenben Vortrag aus- bay ^enbrem Platz gewonnen würbe. Wir können nicht gesprochen unb die Drucklegung des Borttags im Hess. iuf .Einzelheiten hier eingehen; die wesentliche Aen- Kirchenblatt angeregt hatte, wurde eine kleine Frühstücks- lerung ist die V^legung des Haupteingangs, des darüber hause gemacht, nach deren Ablauf Pfr. Köhl e r-Rohrbach ich erheberchen Giebels unddes Türmchens, das nunheine verschiedenen Anträge bett, „rechtliche St ell- ;enau auf ber Mitte bes Gebaubes steht. Oberbgm. Me- ung des Pfarrers" eingehend begründet. Sein erster um empiehlt den Stadtverordneten die Annahme dieser Antrag lautet: Der Pfarrervereinsverband wolle auf Be- (in k , freiung ber evangelischen Theologen, soweit sie nicht Stadtv. Löb er will damit noch zuruckhalten, bis Militärgeistliche oder FclddioLnen flnd jeder militä- man die genauen ÄOlten erfahren werde und stellt eine rischen Verpflichtung nach erfolgter Orbi- jaraufbeaugh^e Anfrage an das Stadtoberhaupt. Ober- Nation hinwirken. Er begründet seinen Antrag u. a. bgm. M ec um konnte darauf feine bestimmte Angabe mit dem Hinweis auf die verschiedenen Unzuträglichkeiten in e:Ü!e,: ^rtöegnung darauf hin, die dem Pfarrer aus seinen militärischen Verpflichtungen Ja toorjen • entspringen, sowie auf die oft unwürdige Behandlung Jedenfalls wurde der genaue Voranschlag noch einmal bei Konttollversammlungen ufto. Ein zweiter Antrag bett den Stadtverordneten unterbreitet werden bevor man die das Tragen der geistlichen A m t STIeibung fei« Ausführung beginne. Weiter erheben sich gegen bie Ge- tens Unbefugter wird durch ein kürzlich erfolgtes taU$ie ®Cef uSS» A k- einschlägliches Ausschreiben Großh Ober-Konilstoriumo für ^.ce Gesuche um Wirts chaftsbe trieb, die auf erledigt erklärt. Ein 3. Antrag Köhlerss lautet: Die Haupt- ^.er, t^u:v€n 6ene hm ig t. Tie Versammlung wolle beschließen, daß der Vorstand beim “h V n<4 Großh. Ministerium des Innern dahin vorstellig werde, daß a 6 ar U euweal, niaajtte -tadw. Kirch nochmals auf denBe>ua> der die Mitglieder der LandeSsyn^ >u erfu^n bei ter L'ÖävÄä “* Me icihgt to.rbc. ^amttiche Anträge des Redners wurden ein- -------------- — ------- ---itimmig angenommen. Kauplversammtung des evangel. Ffarrvereivs. Sodann wird ans Antrag von Kirhenrat Kalb he NN» Original-Äitilel des „Gießener Anzeigers- 3*d)“8e .crtEi“ ""ter Bor- ~” I oeyatt der von dem 'Jicajncr beantragten Prusnna der Schluß. I Rechnung durch einen Sachverständigen. unb" L.W eÄ te SM-1 SufWwteii I“ MmFA $Ä“"9 Emgetr. Genoffensch. mit unbeschr. Haftpflicht. Schlosserarbeit. SunlißM Bilanz pro 1902 JC 191094.48 170718.69 11358.— 6290.84 2500.— Staatspapleren 13940.— 340.— Mobilien 1700.— Zinsenrückständen 2393L2 208348.71 betrug Ende 1901 3797 ab . . 1379 > Continental Caoutchouc u. Guttap. Co., Hannover. 3701 erfolgt. Ein heller für Fahrrad und Automobil. Erstklassig in Material, Ausführung und Konstruktion. ProvisionS- und Nachlaß-Reserve fond-Konto Gewinnsaldo 400.— 1296.23 Jt £ 15666.96 Aktiva. An Kassenbesland , auSgeliehenen Kapitalien r Güterkaufschillingen einstimmig Mainz bestimmt. Eine nun folgende Resolution Fritsch-Ruppertsburg über die problematische Seelsorge anderneuen Provinzial-Siechenanstalt-Gießen wurde au Antrag von Pfr. Euler-Gießen als zurzeit gegenstandslos zurückgezogen. Dagegen wurde die von demselben Redner eingebrachde Resolution der Sonntagskommission, betreffend Die für die Anbrmgung von eisernen Untergestellen und Passiva. Per Kapitaleinlagen , Mitgliederguthaben , Reservefond- Konto , Hilfs-Reserve- fond-Konto Aufforderung. Alle diejenigen, welche noch Forderungen an den verstorbenen Kaufmann Emil Martin genannt Georg Grieb in Gießen zu bilden haben, werden hiermit aufgefordert, solche innerhalb vier Wochen von heute ab bei dem gerichtlich bestellten Nachlaßverwalter OrtsgerichtS,nann Helfrich in Gießen anzumelden, andernfalls eine Berücksichtigung nicht erfolgen kann. Ebenso werden diejenigen, welche noch mit Zahlungen an den pp. Grieb im Rückstände sind, aufgefordert, solche binnen vier Wochen an den Nachlaßverwalter abzuführen, da sonst gerichtliche Beitreibung erzielt mit oder ohne Kochen die besten Erfolge. Befolgen Sie die Sunlight Waschmethode, Zeit und Arbeit erspart TageS-Ordnung: 1. Geschäftsbericht und Rechnungsablage pro 1902. 2. Beschlußfassung über Dioidenden- verteilung. 3. Decharge und Wahl des Direktors. 4. Gesuch deS Rechners um Gehaltserhöhung und sonstiges. Die Rechnung von 1902 liegt zur Einsicht der Mitglieder 8 Tage lang bei dem Direktor offen. Generalversammlung Sonntag de« 17. Mai d. I., nachmittags 3 Uhr, im Gemeindehaus dahier. ES gibt wohl billigere Reifen, aber auf der ganzen Welt keinen besseren Reifen als den Continental Vermischtes. * Hannover, 7. Mai. Unter dem dringenden Verdacht, einen großen Diebstahl am 7. März 1899 in Seesen, bei dem 2 6 000 Mk. gestohlen wurden, auSgeführt zu haben, ist vor wenigen Tagen der Kaufmann Fritz MäverS in Wenigsen verhaftet worden. Derselbe stammt auS Seesen und war nach Amerika geflüchtet, von wo er besuchsweise nach Deutschland zurückkehrte. • Kiel, 7. Mai. Falsches Ehrgefühl hat den Fähnrich z. S. v. Abel vom Kriegsschiff .Brummer' in den Tod getrieben. Der Fähnrich wurde, der ,Tägl. Rundsch.' zufolge, am 2. d. M. abends ohne jede Beran- lasiung von einem betrunkenen Matrosen hinterrücks überfallen und erhielt von diesem von hinten einen Schlag auf den Kopf, der ihn momentan betäubte. Ehe er seine Waffe gebrauchen konnte, war der Uebeltäter entflohen. Unter ber Nachwirkung des betäubenden Schlages setzte sich in dem Fähnrich der Gedanke fest, seine Ehre sei verletzt, weil er eine tätliche Beleidigung nicht habe rächen können, und das trieb ihn in den Tod. — Unter dem Verdacht, den tätlichen Angriff verübt zu haben, wurde der Matrose Messerschmitt vom Schulschiff ,Stein' verhaftet. Die Zahl der Mitglieder Während 1902 gingen zu . . Teppiche, Läuter, Vorlagen Enorme Auswahl. Billigste Preise. Ernst Bloeriner LLL' Seltersweg. Miller'schen Patent - Spreng- Vorrichtungen an den beiden älteren Gießfäffern erforderliche Schmiede- bezw. Schlosserarbeit soll Samstag den 16. Mai d. vormittags 117« Uhr, öffentlich verdungen werden. Zeichnung, Arbeitsbeschreib- ung und Bedingungen liegen während der Dienststunden auf unserer Amtsstube zur Einsicht offen. Angebote auf Vordruck, der daselbst erhältlich, sind spätestens bis zum obengenannten Zeitpunkt an unS ein» zureichen. — Zuschlags frist 3 Wochen. Gießen, 6. Mai 1903. Städtisches Tiefbauamt. Braubach. 3777 die bessere Beobachtung der Sonntagsfeier tm öffentlichen Leben einstimmig angenommen. Bei der Wahl des Vorsitzenden wurde auf Vor- chlag von Kirchenrat Kalb Henn-Bur g gräfenrode der ver- )ieme seitherige Vorsitzende Pfr. Schrimpf-Butzbach durch Zuruf für drei Zahre wieder gewählt. Die nun folgenden Rechnungsablagen der Recker der Sterbe- und der hilfS- asse für hessische Geistliche wurden von der Versammlung angehort und den Rechnern nach erfolgter Prüfung der Rechnung die erbetene Decharge erteilt. Nachdem noch Pfarrer F r i t s ch - Ruppertsburg den Besuch der Lutherfestspiele des Ehrers Jakob- Wetterfeld empfohlen und Pfr. Fr e y-Sprendlingen bekannt gegeben hat, daß der Vorstand des FeuerversicherungSver- landes hessischer Geistlicher zur Entgegennahme von Ver- ichcrungSanträgen gegen Einbruchsdiebstahl bereit sei. war )ie Tagesordnung erschöpft und der Präsident schloß nach einem gemeinsamen Gesang von „Ach bleib mit Deiner Gnade" und einem kurzen Gebet die zweitätigen anstrengenden Verhandlungen. Für die Wiederbelebung der erschöpften Leibeskräfte sorgte sodann das im Verhandlungssaal eingenommene gemeinsame Mittagsmahl, an dem sich gegen uO der Antvesenden beteiligten und das durch einige toaste von Prof. Bäldensperger, Kirchenrat Lalbhenn und dem Vorsitzenden gewürzt wurde. Damit hatte Die diesjährige Tagung der Hauptversammlung des Hess. Pfarrvereins ihr Eiide erreicht. Mögen die Verhandlungen nun auch zum Wohl unseres Voltes und zum Besten unserer teuren evangelischen Kirche aus- schlagen. WmvttMgttLllg. Montag de» 11. Mai d. IS.» nachmittags 2 Uhr, werden im Bieker'schen Saale — Neustadt 55 — folgende Weine versteigert: 1 Faß Ruppertsberger von 190 Liter. 1 Faß Rauenthaler von 117 Liter, 1 Faß Tischwein von 158 Liter, 2 Fäßchen Moselwein von 67 Liier. 162 Flaschen Niersteiner, 80 Fl. Bingener, 33 Fl. Ruppertsberger, 80 Fl. RüdeSheimer, 75 yL Medoc, 50 Fl. Aßmannshauser, 20 Fl. Rüdesheimer Berg, 25 Flaschen Graacher, 8 Fl. Rauenthaler, 13 Fl. Sekt, 3 Fl. Rum, 5 Fl. Kognak und 8. Fl. Arrak. 3807] Geißler, Gerichtsvollzieher. 02280] Büglerin nimmt noch | Kunden an, ging m Hotel oder Wäscherei. Wallrorstraßc 16. BürgermeisterMHI in Lollar. Wähler! SBoEt Ihr die Führung der Gemeinde Lollar auf 9 Jahre einem Manne m die Hände geben, der mit vollem Intereffe der Gemeinde vorstehen wird und kann, so gebt Eure Stimme dem Kandidaten Heinrich Schmidt VI. Derselbe erfreut sich emeS guten Rufes, besitzt standhaften I Charakter und ist allgemein beliebt. 02282 208348.71 115 16 130 6 • Gumbinnen, 7. Ttat. peute naajmmag gmg awx die Stadt bei stackem Sturm ein schweres Unwetter mit ^agelschlag nieder, welche« beträchtlichen Schaden an den Saaten und der Baumblüte angerichtet hat. • Lindau, 7. Mai. Beim Lesen dcS Glückwunsch- Telegramms deS Kronprinzen Friedrich August brach die Prinzessin Luise in minutenlanges Schluchzen aus und rief auS: ,Er ist also doch nichl oon Stein.* Die Großherzogin von ToSkana weinte gleichfalls heftig. In einem an sie gerichteten Telegramm dankte der Kronprinz ihr für die Hilfe, die sie der Prinzessin erwiesen habe. Hier wird angenommen, daß der Kronprinz daS Telegramm ohne Willen des König« absandte. Damit würde e« sich auch erklären, daß der offizielle .Dresdener Anzeiger* bestreitet, daß der Kronprinz überhaupt ein Telegramm an die Prinzessin gesandt hat. • Budapest, 7. Mai. In der Gemeinde SeproeS (Arader Romitat) kam es bei der Richterwahl zu Aus- schreitungen. Bei einem Zusammenstoß mit der Gendarmerie wurden vier Bauern getötet und mehrere verwundet. • .Ich bin Papst, nicht Sie.' Der Korrespondent deS .Daily Erpreß' in Rom teilt seinem Blatte folgende kleine Geschichte mit: Kardinal Rampolla, der wohl wußte, daß König Eduard keinen formellen Besuch machen wollte, verlangte trotzdem, daß der Herrscher dasselbe Zeremoniell innehalte, daS auch für andere Herrscher gilt. König Eduard hätte bekanntlich nach diesem Zeremoniell vom eng- lisch-röniisch-katholischen Kollegium aus, statt von der beim Quirmal akkreditierten Botschaft den Besuch machen müffen. Der Papst wollte aber den König gern sehen und machte deshalb, ohne auf den Kardinal zu hören, entgegenkommende Anerbieten, die dem Könige ermöglichten, einen unformellen Besuch abzustatten. Als Kardinal Rampolla sich öffentlich darüber beklagte, daß der Papst seinen Ratschlag unberück- sichtigt gelaffen habe, soll dieser sehr lebhaft den Beschwerden dadurch ein Ende gemacht haben, daß er sagte: »Ich bin Papst, nicht Sie.' verwendet etete nr (Backpulver _ , ' , Vanillin-Zucker Oetker S|pudding-Pulver 110 Pf. Million «dich bewährte Rezepte gratis von den besten Oes< -äften. «gehen, intb so müsieu wir die Interessenten auf die bem- uüchstige Veröffentlichung desselben im Hess Kirchenblatt verweisen. Auf Antrag des Vorsitzenden wird w eane Debatte über den Vortrag nicht emgetreten. — MS weiterer Punkt der Tagesordnung ist vorgesehen ein ivortrag von Pft. Keil-Neunkirchen über die Ueber- weisungspflicht der Geistlichen bezüglich der Katechismusschüler. Ein von dem Referenten ae- stellter Antrag, wonach daS Lberkonsistorium um Erlaß einer den Gegenstand einheitlich regelnden Verordnung gebeten werden soll, findet die vollMlige Zustimmung der Versammlung. _ ., „ MS folgender Redner trat Pfr. Schneider-Reichelsheim t C. auf mit einem ausführlichen Vortrag, der „die Verpflichtung der Geistlichen zur Abgabe von Leumundszeugnissen vor Gericht" -um Gegenstand hatte. Redner bringt mannigfache Beschwerden über ben »rauch mancher Rechtsanwälte, Geistliche in Prozeß- sachen zur Abgabe eines Leumundszeugnisses über Personen tetbett Pfarrbe-irke vor Gericht laden zu lassen. Die Aus- führungen fanden lebhaften Widerhall und Beifall in der Versammlung, die der vor geschlagenen Resolution unter Vorbehalt der enbgiUigen Redaktion durch den Vorstand und den Referenten zustimmte. Die vorgeschlagene Resolutwn lautet: Die Hauptversammlung halt die in den letzten Kahren geläufig gewordene Vorladung von Geistlichen vor GencA behufs Abgabe von Leumundszeugnissen nach gemachten Erfahrungen für die ersprießliche Führung des Pfarramtes für schädlich und beauftragt deshalb ihren Vor- stand, beim Großh. Lberkonsistorium und bei der Landessynode um öffentliche Erörterung dieser Angelegenheit ein- kulommen und eine Aenderung der Gesetzgebung in ange- refltem Sinne anzubahnen. Ferner soll der Vorstand mit dem Vorstand der hessischen Anwaltslammer in vorgenanntem Sinne in Verhandlungen eintreten. hierauf referiert Pft. Wahl-Langen über den Derlau 6er tags vorher abgehaltenen Vor stau dssitzung, wonach er beauftragt wird, mit dem Wohnungsinspektor für das Groß- Herzogtum he Jen die von bieier Behörde angeknüpften 8er- baiU>lungen betreffs der Geistlichen an den Bestrebungen des Ernw-Ludwigs-Vereins und des neuen Wohnungs- gesctzeS weiter zu führen. Weiter teilt er den Beschluß Les Vorstandes mit, wonach künftighin nur alle zwei Jahre eine zwei tägige Hauptversammlung in Friedberg stattfinden, während in jedem dazwischenliegenden Zahre eine e i n tägige Versammlung in Mainz und Darmstadt, eventuell auch in Frankfurt a. M. abgehalten werden soll, damit auch den Mitgliedern aus Starkenburg und Rhein- hessen eher die Möglichkeit der Teilnahme gegeben fet Als Ort der nächftiährigen Hauptversammlung wurde —. ■ I »on 95 Psg- bis Mt. 18.— p. Blousen-Seide sss Musterauswahl umgehend. Seiden-Fabrik Henneberg, Zürich._____84 Kür die Reise und Daheim! Wer feineres Schuhwerk (Ehevreaux, Boxcals, Lackled., mobetarb.etc.)trägtf taufe ein elegantes Reisekästchen, enthaltend: 4 Glastuben vorzügl. Eream (engl. Fay.), 4 Austräger dazu (gesetzt, gesch.), sowie 2 gro&e vjue» tücher(l»Dual.).—ANemveitailN»»e''L8»mde'-ger,Gikhru.WaUtorstr. poppaket-Adre||en mit Zinna tute, billigst Brühl'sche Universitäts-Druckerei, Sieben. 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