Mittwoch 8. April 1903 133. Jahrgang Zweites Blatt. igt. Empfehlen wird ungetrübte dafür, daß Gbiiflian begleiten und an der . Armeekorps in Kassel, zu dem Ausland. Kampf der Üdadscha-, Zemr gen die Schavia Die Schal ,emmur- und via hätten rfdjictoiirs Hbvtfle für Depelch«: ttnirlflcr Gieße». ^fmlprrd)Qnld)lu6ÄT.5L Ab ades-Stämme 180 Zote geh Amsterdam, 7. April. Gegen das sozialistische Statt. ,^>ct Volk" ist ein Strafverfahren emgeleirer worden wegen eines beleidigenden Lpot.b.ldes, das Minister Kuyper darstellt als den Würger eines Arbeiters. Madrid, 7. April. Nach einer Meldung aus Melilla schlossen 4C0j aufständische Marck.aner den Hafenort Fro- jana em. Ein Telegramm des .Liberal" aus Tanger berichtet über einen *s **c "" ’*K*WX* ------ *“ ^ustmädchen Heer und Flotte. Dem kommandierenden General des 19. Armeekorps von Treitschke wurde der Rote Adlerorden 1. ftt, dem Kommandanten von Dresden Generalmajor Frhr. von Ltralenheim der Rote Adlerorden 2. Kl. verliehen. Der kürzlich seiner Stellung enthobene General der Kavallerie v. Sia, Gouverneur von Straßburg, ist nunmehr unter Verleihung des Komthurkreuzes des Militärverdienstordens zur ZiLpofition gestellt. Nr. 83 • rffteivt täglich außer Sonnlage. Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem hessische» Landwirt die Gießener Zamilien- diätler viermal in der Woche deigelegt. Stotatwnibmd u. vertag der Brüh l'scheu Univerl.-Buch- u.6iem- brudtrel lPietsch Erden) Redaknon, (trpebinon • Witt ** mialiDoten gel. —zL2«jn)eö. d. ,■ ianuenintermliabimiün MVchtN, die !>cy i® mH tc. DetöoUfoinm; “ebftlU *9'•««“ . giahad tarnt»" m r *s -sE ZS-L Politische Tagesschau. Deutschland und Diuetuark. Nach ber toreifc von Kopenhagen sandte KaiserWil- 6eIm an den König von Dänemark folgende- Telegramm: Seiner Majestät dem König: @ ist mir ein Bedürfnis des Herzen-, Dir nochmals meinen wärmsten Dank auS- zusprechcü für die iznvergeßlich jch&nen Tage, die ich bei Dir und im Kreise aller der ließen Deinen Derb rinn en durfte. Vom Tage bes glänzenden Empfanges an, Den Tu und die Bevölkerung Deiner schönen Hauptstadt mir bereitet halten, bis zum lebten Augenblick, wo ick Dir Lebewohl sagen mußte, war der Aufenthalt für mich eine reube. Emvkanae meinen besonderen Dank u mich in den Kreis Deiner Familie ausgenommen hast und sei überzeugt, daß ich mich fortan a l S Sohn deS HauseS fühle. Ich bitte zu Sott, daß er Dein nahes Geburtstagsfest für Dich Dein HauS und Volk zu einem Tage der Freude gestalten und Dich noch lange in ungetrübter Gesundheit erhalten möge. rfi unL oute VStoM lvio ^5^7,.? ött>«L ’? 6c 0°n U« ” MZ Mr tttotwuic [ prompt unb biüiflft rata Ltapm, ÜahtchoAavr :ut tutili -tachhitsr- ittben. Ofienm uiuet 537 cm bie ^peb. o. cL 6lubtnl|ud)llürteemt!itt Ve;og4pret»: monathd) Tb'VL, oierteU tfibrhd) Mk. 8JO; durch Adhole- u. Zweigstellen monatlich to iif.; durch die Post 'DK. 8.— vienel- lährL ausscbl. Beslellg. Snuahme von Anzeige» ‘ür die Tageonuminer btl oormuiag» 10 Utzr. Zetlenoreis . lokal 18 aueroärtl 80 Istg. verantwortlich *ür den pohL unb aügem. Teil: U Wittko- für .Stadt und Vantr unb .Genchtosaaf: August Götz; für den an» zeigentetl: Pan« Beck. mil'-öud)l)aii. unb Rone« i öertt., im »efige von gntflen, sucht per joion, pater, dauermbe Stellten unter K. M. 0163ö an edition bie|ri Staues. •inen braven ftreb|amen Bfltn wirb Stellung aui ijm.«Ronior gej. Cg. uni 45 an bie irxp. b. «1. tih t befitrte Mädchru, hen unb etwas bügele acht bi bejjerem hau-, i auch Telegenheu gebotc i kochen äu lernen, p \ oder später Stellt v c. 01641 an b.(i$p. b.tl Cin neuer serbischer Staatsstreich. 3n origineller Weise hat am Dienstag der König von Serbien die von ihm erstrebten Aenderungen in der Verwaltung und Gesetzgebung durchgeführt. Da die politischen Körperschaften seinen Absichten nicht zustimmten, sand der König den Ausweg — einer kurzen Suspension ber Verfassung, in dieser Zeit schuf er durch Ernennung auß eigener 'Machtvoll kommenhett einen neuen Senat und Staatsrat, löste die Skupschtina auf und änderte eine Reihe von Gesetzen; unmittelbar daraus wurde die Verfassung wieder in Geltung gesetzt, lieber diesen eigenartigen Staatsstreich berichtet das nachstehende lange Telegramm wie folgt: Belgrad, 7. April. König Alexander hat zwei Proklamationen erlassen. In der einen wird daraus hingewiesen, daß der auf Grund ber neuen Verfassung geschaffene Senat und die Skupschtina Gesetze beschlossen haben, Die sich als unzweckmäßig erwiesen. Die Verfassung habe durch Entfachung polnischer Leibensck-aften die Interessen des Vaterlandes geschädigt und seine staatliche und nationale Entwicklung gehindert. Die Verhältnisse auf dem Balkan seien sehr ernst. Serbien bedürfe der Ordnung, der Eintracht und des Friedens. Ls tolle als leuchtende- Beispiel von Friedensliebe gelten und dabei stets bereit sein, seine eigenen wahren Interessen zu verfechten, soll- such dies als notwendig erweisen sollte. Um dem Vaterlande die Eintracht, Kraft und Ordnung wiederzugeben, suspendiere er (der König) die Verfassung vom 6. April 1901 und erkläre die Mandate der Senatoren für ungiltig. Die Proklamation besagt weiter, daß die StaatSräte zur Disposition gestellt werden und die Skupschtina aufgelöst wird. Mehrere Gesetze, darunter das Preßgesetz, das Gemeindegesetz, das nationale Wahlgesetz werden aufgehoben unb durch die früheren Gesetze erjent Unmittelbar nach Ausfertigung von Verordnungen, durch welche die neuen Senatoren unb Staats röte ernannt werden, erschien die zweite Vroklama- tion des Königs, in der die Verfassung vom 6. April 1901 wieder in volle Geltung eingesetzt wird. Gleichzeitig mit ber Diebereinfetzung ber Verfassung wurde auch bie bisherige Regierung roieber eingesetzt. Pit Ausnahme bes früheren Ministers deS Aeugern LozaNitsck Der- bleiben alle übrigen Minister im Amte. DaS Portefeuille des Aeußern erhielt ber Bauten Minister Tenitsch. Von den neuernannten lebenslänglichen Mitgliedern bes Senats finb zwölf Altliberale, durchweh Anhänger des ehemaligen Regenten Jovan Ristttfch, sieben ehemalige Fortschrittler und fünf Neutrale. Kein Radikaler wurde ernannt Die zu wählenden Senatoren werden gewählt werden, nackdem bie auf Lebensdauer ernannten Senatoren im Sinne der Verfassung ein provisorische Wahlgesetz nebst ben Geschäftsordnungen für bie Skupschtina und ben Senat au&gearbeitet haben werden. Der Präsident des Staatsrats, dessen Mitglieder durchweg dem Senat entnommen werben, ist General Anton Bogiceoitsch. Die lebenslänglichen Mitglieder des Senats und Staatsrats sind bereits auf Grund der wieder eingesetzten Verfassung ernannt worden. Ein hervorragender serbischer Staatsmann, ber mehreren serbischen Ministerien angehörte und gegenwärtig in Wien sich aufhält, erzählte einem Rebakteur, bie serbische Regierung wollte ursprünglich bie Verfassung vorn Jahre 18u9 in vollem Umfange proklamieren. Tie Triebfeder ber neuesten Prollamationen König Alexanders fei der Kampf gegen die Radikalen, gegen antidynastische Clemente. Man wollte die Dahl extremer Elemente erschweren. Auch der Senat habe seinen Zweck nicht erfüllt Er sollte auf das Unterhaus beruhigend wirken, machte aber dem König Schwierigkeiten. Der Staatsmann sagt, das Hauptmotiv der Verfassung vom Jahre 1891 fei die Sicherung ber weiblichen Thronfolge gewesen. Er glaubt, baß bie Radikalen gegen bie Proklamation energisch protestieren werden. , tt Ter König mag aber auch bie bebauerlichen Belgrader Vorgänge, bie zur Tötung von vier, zur Verwundung von neun unb zur Verhütung von 97 Personen geführt haben, zum Vorwand genommen haben, längst gehegte Plane aus- znführen. ^Im Interesse deS Dienste- wie de» einzelnen Manne- halte id) eS für durchaus notwendig, daß die Mannschaften deS öfteren feiten« ihrer Vorgesetzten eingehend darüber belehrt werben, wie ber übermäßige Genuß von Alkohol sie nicht nur ben Gefahren harter Bestrafung auSfetzt unb sie untüchtig au ihrer Dienst- verricktung macht, sonbern auch durch bie fortgefehtc Vergiftung ihre- Körper- für ihr ferneres Leben an Gesundheit und Erwerbsfähigkeit w ... eS sich die Belehrungen der Mannschaften über den schädlichen Einfluß bes Alkohols auf ben menschlichen Körper auch durch die Truppenärzte vornehmen zu lassen. Wenn ick auch weiß, daß eS bei ber weiten Verbreitung ber Alkoholseuche leider wohl nicht gelingen wird, bie Mannschaften burchweg zu überzeugen unb gänzlich vom SchnapStrinken abzubringen, so erwarte uh dock, daß nunmehr die Belehrungen und Denvarn- ungen dazu beitragen werden, die Straftaten, welche der Schnapsgei,uß in so ungeheurer Zahl hervorgerufen, ganz erheblich zu verringern." Der erste Erlaß de- Erbprinzen gegen den Alkohol- Mißbrauch erging im Februar v. I. und hat bereits günstig gewirkt, immerhin aber ist die Zahl der gerickstlichen ober Disziplinarstrafen, meldje wegen Trunkenheit ober wegen infolge von Trunkenheit begangener Vergehen haben verhängt werben müssen, nock ganz erheblich: feit bem 1. Oktober 1900 bei ben Truppenteilen des VL Armeekorps 35 gerichtliche unb 1672 Disziplinarbestrafungen biefer Art. — In Gibral.ar würbe cin Oefterreicher Nomens Sieg- (rieb Nacht verh astet, ber ongcb.ich Anarchist ist und em Attentat auf b c n m ö n i g Eb uard geplant haben foiL 65 wurden bei ihm kompromittierende Schriftstücke bcschlagnahmt. Die nächste Folge der Kaiserfahrt nack Kopenhagen wird oorausslchtlich ein Besuch König Christians in Deutschland sein. Aus Hoskreisen verlautet, daß Kaiser Wilhelm den greifen Herrscher Dänemarks zur Teilnahme an den Kaisermaüövern einzulaben gedenkt, die im Spätsommer in Eack)sen-ThÜringen ftattfinben. Die offizielle Einladung dürfte auf der Rückkehr des Kaisers von der Nordlandfahrt, bei der Kopenhagen angelaufen werden soll, erfolgen. Auch nimmt man an, daß der Kronprinz vo n Dänemark den König Christian begleiten und an der Kaiserparade über das 1L Armeekorps in Kassel, zu dem auch thö Kronprinzen Husarenreg.mcnt g hort, teiliichmen wird. Wie es beißt, hat die Kaiserin den Wunsch geäußert, dem dänischen Hof gleichfalls einen Besuch abzustatten. ________ Der deutsche Etikette-Zwist in Washington. Man schreibt uns aus Berlin, 7. Avrll: Die Tagesgeschichte der deutschen Botschaft in Dashing- '/on scheint eine bestimmte Rubrik in den Spalten der Presse erhalten zu sollen. Noch nie ist dieser diplomatischen Station so oft Erwähnung getan worden, als feit der Ze,t des Amtsantritts des Frhrn. v. Sternburg. ES mackst sich unter dem neuen Botschafter ein Moment der Unruhe geltend, wie man es unter Frhrn. v. Thielmann und Herrn v. Holleben nicht kannte, und das dem Ansehen Deutschlands nicht förderlich fein kaum Bei bem jüngst gemeldeten Etikette-Zwist zwischen Herrn v. ©temburg unb anderen Mitaliebeni der Botschaft bezw. deren Damen fühlt man sich fast versucht, einen Vergleich mit den Zuständen in der Provinz Posen anzustellen, wie sie durch die Fülle Löhning und Willich gekennzeichnet finb. . Daß wegen solcher im Grunbe herzlich unbedeutender Differenzen ein Wechsel im Botschaftspersonal Dorgenommen werden soll, ist charakteristisch. Die LegationSsekretare, Attack^eS unb fachlichen Hilfsarbeiter werden doch ui Erwartung unb zum Zwea eines möglichst langen Aufenthalts hinauSgefchicrt, damit sie sich einleben unb genaue Kenntnis von Land und Leuten erlangen. Ihre Rück- berufung aus so belanglosem Anlaß läuft diesem Zweck zuwider unb sollte schon im Hinblicke auf bie bem Reiche erwachsenden Kosten vermieden werden. ES ist seltsam, daß die deutschen Botschaftsgeschafte gerade in dem Lande durch Etikette-Zwisngkeiten beeinträchtigt zu werden drohen, in dem man auf Etikette wenig giebt Solche Vorkommnisse sind nur geeignet, der Spottiu,l ber Amerikaner Nahrung zuzuführen. Warum hört man Aehnliches nicht von ber engüfdien, ftanzöfifck-en, italienischen Öotfdjaft? Sollte auch der normale, ruhige Zustand, ber unter Frhrn. von Thielmann und Herrn v. Holleben herrschte, für „antiquiert" gelten? Wenn das bie „lleberraschungen" find, bie Herr v. Sternburg in feiner Programmrede anfunbigte, bann ist nu roünfd^eit, daß der Etikette-Zwist den Abschluß derselben bilde. Tie Washingtoner deutsche Botschaft ist die exponierteste unter den Vertretungen des Reiches, un Ausland; fie muß deshalb in federn Betracht eine Muster- Institution fein. Sin neuer Kotpsbefehl des Erbprinzen von Meiningen. Der Kommandierende General des VI. Korps, Erbprinz von Sachsen-Meinmgen, hat jetzt auch gegen den Alkohol.-Mißbrauch einen neuen Lorpsbesehl erlaßen, in welchem eS heißt: TDSlädW W- * »iw;; ÄÄ*' ■ nirie»teneJi wt (fcuunU m alten- ^LM(n'r > RW'SS ters. w. £ t,|1M Dculfchrs Reich. Berkin, 7. April. Der Kaiser ifi heute vormittag von Stiel nach Berlin abgereist und traf hier um 6»/i Uhr nachmittags auf dem Lehrter Bahnhof ein. — Bon der Kopenhagener Kaiserreise ist noch eine niedliche Geschichte nachzutragen: Ein dänischer Hosbediensteter wurde etwa um 8 Uhr morgens gefragt, waS der Kaiser mache, und er antwortete in vollem Ernst: SeineMajestät sitzt, unb regiert Deutschland So putzia bie Antwort klang, ber Mann hatte nicht unreck)t, ber Kaiser erledigte in ber Tat RegierunaSgesckMe. Er schrieb, telephonierte, biktierte biS gegen 9 Uhr, wo er bann einige Deputationen empfing. „Damit war bad große brutsche Reich für den Rest deS Tages beforgt", schreibt naiv eine Kopenhagener Zeitung. Im Tom von Roeskllde war ber Kaiser von bem Staatsrat Niork-Lorenien begleitet, der bem Monarck)en eingehend alle Sehenswürdigkeiten erklärte. Dabei streckte der Begleiter vorfickstig seine Fühler au-, wie der Kaiser in der dänischen Geschichte Bescheid wüßte. Der Kaiser warf in aller Eile eine ganze Menge Jahreszahlen hin, von denen auch nicht eine falsch war. 9hm aber wandte sich daS Blättchen. Der Kaiser, ber die Absicht des Staatsrats durchsck)aut hatte, examlnierte diesen nun in der brandenburgisck-en Geschichte. Auch dies Examen fiel über Erwarten gut aus. DaS Gespräch wurde erst af>- gebrodjen, als der Kaiser vor der Statue Christians IV. uchen blieb, und in die Worte ausbrach: „DaS mar ein großer Held!" — Die kaiserliche Familie trifft, wie nunmehr ben Behörben bienstlich bekannt gemacht ist, vor» ausfichttick) am 14. Diai auf Schloß Urville zu einem acht- chiS zehntägigen Aufenthalt ein. Eine Hauptfeierlich kett während der für Metz in Aussicht genommenen mehrmaligen Besuche wird die Einweihung deS neuen gotischen Portals ber Kathebrale bilden, zu dessen Belicht igung der kaiserliche Statthaller augenblicklich in Metz wellt. — Die Geburtstagsgabe deS Kaiser- an König Christian besteht au« einem Tischaussatz in Rokokostil mit vier allegorischen Figuren aus Porzellan. — Der Kaiser blieb, wie auS Kiel gemeldet wird, de- regnerischen Wetter- wegen heute vormtttag an Bord der Hohenzollern. — Die „Nat.-Korresp." meldet: In BunbeSratSkreisen wird angenommen, die Entscheidung über die Aushebung des § 2 des Iesuitengesetzes werde einstwellen ausgesetzt bleiben. — Zur Erleichterung der Ermittelung von Falfch- münzerwerkstatten bestimmte ber preuß' Minister deS Innern, baß von jetzt ab, alle auf die Berübuna und Entdeckung von Münzverbrechen innerhalb Preußens bezüglichen Nachrichten bei bem Berliner Polttei-Präsibium gesammelt werden sollen. Sämtliche Polizeibebörden sind an- gcroiefen, die Entdeckung eines neuen Falsifikate- sofort nach Berlin mitzuteilen. — Der Gemetnderat in Mülhausen i. Elsaß beschloß die Streichung derstädtischenZuschüsse an bie Pfarrer unb Vikare, wovon am 1. April ber Bürgermeister Kayser der Pfarrgeistlichkett Mülhausens Kenntnis gab. Das Bezirkspräsibium in Colmar wirb vvrauSsicht- lrch biefen Beschluß nicht genehmigen. Dresden, 7. April. Die von einem italienischen Blatte wiederholte Behauptung, daß König Georg von Sachsen durch Mtttelsperfonen den Papst ersucht habe, die Ehe des Kronprtnzenpaares auch kircklich zu trennen, entbehrt nach eingezogenen Erkundigungen .cder Begründung. König Georg hat nie eine derartige Absicht angedeutet und keinem Abgesandten dahin nelenbe Aufträge erteilt, ebenso hat der Kronprinz wiederholt bestimmt erklärt, daß er an eine Wiederverehelichung nicht denke. Schtttßlich ift auch die Behauptung zurückzuweisen, daß die frühere Kronprinzessin bei Eingehung ihrer Ehe irgenb einen geistigen ober körperlichen Defekt gehabt hat. — Der Landesverband fächstscher Reformvereine richtete an das evangelische Landeskonftstorium die Bitte, denjenigen sächsi,chen Getftltchen, rocldje sich bereit erklärt ijaben, Mandate für den R e ichstag anzunehmen, die Genehmigung hierzu zu erteilen. GietzenerAMiger General-Anzeiger v Amir- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen 23 l l beim. Die „Nvrdd. ANg. Ztg." schreibt: Der König von Dänemark vollendet morgen (am 8. d. M.) [ein 85. Lebensjahr. Umgeben von Zahlreichen Familienmitgliedern, die in Liebe und Verehrung zu chrem Haupte emporblicken, begeht der König das Fest in seltener Frische des Geistes und des Körper-, von ber er noch in ben Tagen während bc- Besuches bes Kaisers erfreuliche- Zeugnis abzulegen mannigfache Gelegenheit Halle. Mll den Angehörigen bes Herrscherhauses vereinigt sich bas bänlsche Volk, um ben Ehrentag beS Rionarchen zu begehen, unter bessen bald vierzigjähriger weiser Regierung bas Land auf allen Gebieten bcS geistigen unb materiellen Schaffen- einen überaus großen Aufschwung erlebte. Auch von Deutlck)- lanb werben bem ehrwürdigen Herrscher deS NachbarlanocS bie aufrichtigsten Glück- unb Segenswünsche bargebracht. Mll chnen ist bie Hoffnung vcrbunben, baß die Vorsehung bem Könige noch lange Jahre in ungebrock-ener Gesunohett unb Tatkraft gewähren möge, bie in ben Dienst des Volks- Wohls zu stellen immerdar Lebensziel deS Hohen Jubilar- war. Tanger, 7. April. Der englische Kreuzer „Cormvran" -ist hier erngelanfen, um die marokkanischen Abgesandten an Bard zu nehmen, die sich nach Gibraltar begeben sollen, um dort den König von England im Auftrage des Sultans van Marokko zu begrüßen. OPorto, 7. April. 115 unsrchere Kantonisten vom 18. Infanterieregiment sollten gestern nach Aveiro abgcschoben werden. Auf dem Wege von der Kaserne nach dem Bahn ha brachten die Mannschaften Hochrufe auf die Republik aus, und als der führende Offizier einschritt, wurde er tätlich angegriffen, einige Zeitungen behaupten, geohrfeigt. Konstantinopel, 7. April. Der deutsche Kronprinz und Prinz Eitel Friedrich besichtigten trotz des schlechten Wetters alle Sehenswürdigkeiten und gaben nachmittags bei allen Botschaftern chre Karten ab. Abends findet ein Galadiner im Vildizpalast statt. Aus uni» fanö. Gießen, am & April 1903. ** Fürstliche Reisende. Prinz und Prinzessin Hein» eich von Preußen nebst Gefolge und Dienerschaft passietten heute früh im Salonwagen mit dem V-Zuge 7,61 von Kiel kommend, unsere Stadt. Das vorher in der Bahnhoftestau- ration bestellte Frühstück wurde im Wagen eingenommen. Die Reise ging nach Darnistadt zum Besuche des Groß- Herzogs. "Personalien. S. K. H. der Großherzog haben den Oberlehrer an der Volksschule zu Mainz, Wilhelm Judith, zum Kreisschulinspektor zu Heppenheim, die Elise Geist zu Offenbach a. M. zur Assistentin bei den Gewerbe- Inspektionen Offenbach und Darmstadt mit dem Wohnsitz in Offenbach, die Albertine d'Angelo zu Mainz zur Assistentin bei den Gewerbe-Inspektionen Mainz, Worms und Gießen mit dem Wohnsitz in Mainz ernannt. — Dem Hausverwalter und Bademeister Franz Kissel zu Bad Nauheim ist die Erlaubnis zur Annahme und zum Tragen des ihm von dem Fürsten zu Schaumburg-Lippe verliehenen Silbernen Verdienstkreuzes erteilt worden. ** Das Großh. Regierungsblatt, Beilage Nr. 6, zuSgegeben am 6. April d. I., enthält: Oeffentliche Anerkennung einer edlen Tat. Es wurde vom Großherzog dem Schüler Wilhelm Peter zu Großen-Linden in Anerkennung der von demselben am 12. Dezember v. I. mit Mut und Entschlossenheit bewirkten Rettung des Schülers Wilhelm Konstanz von Großen-Linden vom Tode des Ertrinkens, eine Geldprämie verliehen. — Dann steht noch u. A. darin eine Bekanntmachung, die Erhebung der allgemeinen Kirchensteuer betr. ** Die Vereidigung der neu eingestelltere Ein- fährigen fand heute vorniittag statt. *• Die Weiterführung des im vergangenen Jahre hergcstellten Promenadenweges vor dem Neustädter Tor, von der Bichler'schen Privatstraße bis an die Gießener Gemarkungsgrenze, das ist beinahe bis zu der Straße, welche von der Rodheimer Chaussee nach Heuchelheim abbicgt, wird demnächst in Angriff genommen. Die Feldbereinigung hat bereits das zu dieser Verbreiterung erforderliche Gelände zu Verfügung gestellt. W. Regulierung der Kcofdorferstraße. Durch die Bereinigung des Neustädter Feldes ist die Geradelegung der Straße nach Krofdorf und zwar die direkte Verlängerung der Schützenstraße bis zu dem Viadukt vor Krofdorf möglich geworden. Die Straße ist bereits in dieser Richtung abgesteckt und fall in diesem Jahre noch ausgebaut werden. ** Die stille Woch e. In unseren Tagen ist man in erster Linie den Aufgaben und Zielen des praktischen Lebens zugewendet. Die Hebung der äußeren Volkswohlfahrt steht bei allen Parteien im Vordergrund des Interesses. Den schweren Kamps um die befriedigendere Gestaltung der sozialen Veryättnisse, der unser ganzes Volk bewegt, hat aber auch der einzelne zu sichren, in seinem engeren Beruf. Wie viel Sinnen und Sorgen kostet diese Aufgabe, kostet der Kamps um das eigene Dasein! Da fehlt unserem Volke nur zu ost die Sammlung zur Einkehr und Vertiesung in die christlichen Wahrheiten. In der sttllen Woche verbietet freilich die gesetzliche Ordnung zum Teil wenigstens lärmende Vergnügungen; aber die äußere Ruhe bewirkt noch nicht das Verständnis der großen Tatsachen, welche die stille Woche uns vor unser Gewissen stellt. Und doch könnte uns gerade in der Mühsal des eben jetzt sich immer schwerer gestaltenden Lebens die ernste Beschauung des Dulders von Gethsemane und Gol- aatha von hohem Werte sein. Mut und Freudigkeit, Ge- >ould und Ausdauer, wie er sie in seinen Leiden bewährte, icntjiammcn bei ihm dem Gehorsam, mit welchem er den Willen seines Vaters im Himmel erfüllte. Von dem „Haupte voll Mut und Wunden" hat der Menschheit die reinste, heiligste Liebe erbarmend entgegengelcuchtet. Ihr Sttahl will in allen Herzen verzeihende und duldende Liebe entzünden. Unter dem Druck dieser Tage müßten unsere Mitmenschen reicher werden an der Liebe, welche sich nicht erbittern läßt und nicht nach Schaden ttachtet. Und je häufiger uns Armut und sittliches Elend um Hilfe anruft, um so erbarmungsreicher und opserwilliger und ausdauernder sollte unsere Liebe werden. Die äußeren und inneren Sctstiden der Zeit, aus chren letzten Grund geprüft, legen dem Volk und dem einzelnen die Pflicht der Selbstprüfung nahe. In den Tagen ernster Krisen erwachte nicht selten in den Völkern die Erkenntnis eigener Schuld und der Ernst der Buße, manchmal fteilich so spät, Latz schwere Heimsuchungen doch nicht mehr aufgchalten werden konnten. Akochte unserem deutschen Volke die Ein- sicht in seine ttefgehenden sittlichen Schäden nicht zu spät erst kommen! Möchte die stille Woche dieses Jahres dazu Frucht bringen! r. Lich, 7. April. Gestern traf zum Besuch des hiesigen Fürsten deffcn Schwager, der Fürst von Stol- berg-Wernigerode, hier ein. Seine Familie weilt schon längere Zeit hier. — Der schöne Schloßpark wird eben vergrößert und verschönert; der ftühere breite Schlamm- Graben, welcher den Park umzog, ist ausgefüllt und nut prächtigen Coniferen-Sträuchergruppen bepflanzt worden. Der neue Eingang zum Schloßpark vom Bahnhof her wurde vorerst nut einem provisorischen Lattentor versehen, während für nächstes Jahr der Bau eines steinernen Portals geplant ist. Eppertshausen, 6. April. Der 18jährige Pflästerer Äugust Müller von hier ging gestern abend in Begleitung zweier anderer hiesigen Burschen nach dem benachbarten Münster und kehrte in einer Wirtschaft dort ein. Hier tarn es zwischen Burschen aus Eppertshausen und Münster zu einem heftigen Streite, in desien Verlauf auch das Meffer eine Rolle spielte. Die Eppettshäuser Burschen wurden aus der Wittschaft hinausgedrängt. Während die zwei Begleiter des Müller die Flucht ergriffen, wurde letzterer selbst festgehalten, und so setzte sich der Streit zwischen diesem und seinen Verfolgern im Freien hart an der hochgeschwollenen Gersprenz fort. TaS Ende des Streites ist in feinem weiteren Verlaufe bis jetzt in Dunkel gehüllt. Müller ist bis jetzt spurlos verschwunden. Die loSgeriffene Uhr wurde in der Wirtschaft aufgefunden. Die sofott allgemein geäußerte Vermutung, daß Müller in der sehr stark angeschwollenen Gersprenz den Tod gefunden, hat mittlerweile insofern eine Bestätigung gefunden, daß der Hut Müllers in der Nähe der Roßkopf'schen Mühle aus dem Waffer geftscht wurde. Die Großh. Staatsanwaltschaft zu Darmstadt wurde bereits telegraphisch von dem Vorfall in Kenntnis gesetzt. (D. T. A. R* B. Darmstadt, 8. April. Ihre König!. Hoheiten Prinz und Prinzessin Heinrich von Preußen, sowie die beiden jüngsten Kinder Si eg es mund und Heinrich lind heute früh 10 Uhr 10 Min. auf dem Main-Neckar- Bahnhof eingetroffen. Zur Begrüßung hatten sich eingefunden S. 5k. H. der Groß Herzog, der Großh. Generaladjutanr Generalmajor v. Wachter und Flügeladjutant Freiherr Röder von Diersburg. In der Begleitung des Prinzen- paareS befanden sich der persönliche Adjutant v. Egidy und Hofdame v. K lenk er er. Nach herzlicher Begrüßung fuhren die hohen Herrschaften in einem Wagen nach dem neuen PalaiS. Die Kinder und ihre Begleitung folgten in einem anderen Wagen. Darmstadt, 7. April. Ihre Großh. Hoheit Prinzeß Elisabeth, wird, wie die »Neuen heff. Vbl.* schreiben, nächsten Freitag den 10. April morgens 5 Uhr aus Daoos hier eintreffen, um für längere Zeit bei chrem hohen Vater zu verweilen. sd. Darmstadt, 7. April. Zur Reich stagSwahl Darmstadt-Groß-Gerau fand am Sonntag eine Vertrauensmännerversammlung des Bundes der Landwirte und beS hessischen Bauernbundes in Darmstadt statt, zu welcher auch namens der ersteren Landtagsabg. Sens- felder und für den Bauernbund Abg. Hirsche! erschienen waren. Man beschloß nach eingehender Debatte einstimmig, ein gemeinsames Vorgehen mit den Nationalliberalen abzulehnen, da deren Kandidat Herr Rechtsanwalt Dr. Stein in keiner Weise genügende Erklärungen in betreff seiner Stellung zu den landwirtschaftlichen Fragen gegeben hat. Aus diesem Grund entschloß man sich, selbständig vorzugehen und einen eigenen Kandidaten aufzustellen. Es wurde eine Kommission von 6 Mitgliedern aus beiden Vereinigungen ernannt, welche sich mit der Kandidatenfrage beschäftigen soll. Mainz, 7. April. Gegen einen jungen Mann und einen Bekannten desselben ist eine Untersuchung wegen chwerer Verletzung des Stiefvaters des einen eingeleitet worden. Der junge Mann beschuldigte den Stiefvater, ihm eine Zither entwendet und verkauft zu haben. Auf der Straße fielen die beiden mit Meffern über den alten Mann her und brachten ihm einen Stich in die Seite und einen in den Kopf bei. Der Schwerverletzte wurde daraufhin in das Hospital verbracht, während die beiden rohen Burschen verhaftet wurden. Mainz, 7. April. Der 4. Verbandstag westund süddeutscherVereine fürrömisch-germanische Altertumsforschung wird vom 15. bis 17. April d. I. hier abgehalten. Die Tagesordnung enthält u. a. eine Be- ichtigung des römisch-germanischen Zentralmuseums und der Sammlungen des Mainzer Attettumsoereins, einen Besuch des Gutenbergmuseums und Besichtigung der Altettümer in der Stadt. Angemeldet sind folgende Vorträge: Profeffor Dr. Dragendorff (Frankfurt a. M.): Der Stadtplan des römischen Trier nach den bisherigen archäologischen Ergeb- niffen der Kanalisation. Profeffor Dr. Fabricius (Freiburg i. B.): Die römischen Bäder in Badenweiler. Geh. Hofrat Dr. Hang (Mannheim): lieber die Gigantensäulen. Korreferat: Herr Professor Dr. Sixt (Stuttgart.) Museums» direktor Dr. Kenne (Metz): Die letztjährigen Altertumsfunde in Lothringen. Sanitätsrat Dr. Koehl (Worms): Ein neues Hockergrabfeld bei WormS. Dr. Küster (Hanau): Ueber neolithische Funde bei Hanau. Pfarrer Pettermann (Brugg, (Kt. Aargau): Römische Funde in Windisch. Professor Dr. Pfaff (Heidelberg): Neolithische Siebelungen in unb um Deibelberg. Hofrat Dr. Schliz (Heilbronn): Unterschiebe in Anlage und Zweck der als .Wohngruben* bekannten prä- sistorischen BesiedelungSreste. Museumsdirektor Dr. Schuch- Hardt (Hannover): Bericht über eine archäologische Studienreise nach England. Dr. Karl Stehlin (Basel): Ueber die röniische Befestigung von Basel. Profeffor Dr. Wolff (Frank- urt a. M.: Die wichtigsten neuen Entdeckungen auf dem Gebiete der rechtsrheinischen Altertumsforschung. Frankfurt, 7. April. Seit einigen Wochen werden auf dem Terrain des städtischen Schwimmbads wieder Ver- uche zur Ausbeutung von Quellwasser gemacht. ES ;andett sich dabei nicht um neue Bohrungen, sondern um die Ausnutzung eines vor Jahren angelegten Brunnens, der einerzeit unbefriedigende Resultate geliefert hatte. Die neuen Versuche haben insofern überrascht, als sich befriedigende Mengen Waffer zeigten. Das Quellwaffer ist 13 bis 16 Grad warm, während das bis jetzt ausschließlich zur Verwendung gelangte Leitungswaffer nur 8 Grad Wärme besitzt, also bedeutend höhere Heizungskosten notwendig macht als das wärmere Quellwaffer. In den nächsten Tagen werden die Versuche mit einer Mammutpumpe fortgesetzt. Auch ist der Gedanke angeregt worden, auf einem Nachbargelände, daS der Stadt gehört, ebenfalls einen Brunnen anzulegen, um hier weitere Versuche anzustellen. — Nach einer Meldung des Polizeiberichts hat ein junger Mensch am Samstag abend einem von den Eltern fortgeschickten Knaben in der Schnur- gaffe gewalsam 2 Mk. 70 Pfg. abgenommen. Nach der Darstellung des Knaben hat der Täter ihn in einem Hausflur geknebelt. Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. In Mainz fiel in der Aktienbrauerei einem Maurer ein eiserner Kübel auf den Kopf infolge Zerreißen des SeileS. Ter Mann war sofort tot. — Auf der ^rupp'schen Grube in Essershausen wurde durch zu ftühes LoSgehen eines Schusses einem italienischen Arbeiter der rechte Oberschenkel zerschmettert. Der Verunglückte wurde nach Gießen in die Klmck gebracht. Vermischtes. * Essen, 7. April. Tie Polizei hob in einem Hotel eine Spielergesellschaft auf. Zahlreiche Herren der besseren Kreise find in die Affaire verwickelt. * Hamburg, 7. April, uine grd ßliche Bluttat wurde am Winklersplatz in Altona verübt. Dort logierte die 24 Jahre alte Anna Schmidt, die feit mehreren Jahren unter polizeilicher Sittenkontvolle steht. In der Nacht um 2 Uhr hörte ihr Logiswirl ein eigentümliches Röcheln aus dem Zimmer der Sdjmibt heroordringen. Dieses veranlaßte chn, em Streichholz anzuzünden und in das Zimmer Hinern- zuleuchten. Hier sah er nun zu Einern Schreck, daß bie Schmidt mit durchschnit lener Kehle auf dem Bett lajj, das stark mix Blut besudelt war. Als er in den Hausflur kam, sah er hier einen jungen Mann in einer Ecke zusammengekauert. Dieser bat ihn, chn hinaustzulafsen, denn er sei im Hause zu Besuch gewesen und habe feinen Schlüssel, um die Tür öffnen zu können. Der Logisioirt öffnete aus Furcht. Der junge 'Mann lief nun so schnell, wie er nur konnte, davon, doch verfolgte der Logiswirl ihn unter dem Ruf: ,galtet den Weder!" Irl der Großen Gärtnerstraße lief er zwei Wachtern direkt in die Arme, wurde ergriffen, zunächst nach der Polizeiwache und dann nach dem Polizeigefängnis gebracht. Nack-dem die Kriminalpolizei in Alarm gebracht loorden war und diese fcftgeftellt ljatte, daß die Schmidt bereits ihrer Verlegung erlegen war, wurde der der Tat verdächtige junge Mann einem längeren Verhör unterzogen. Der Verdächtige ist der 24 Jahre alte Hausknecht Oswald Mailau, der in Bonn geboren ist. Er stand bei einem Schlächter in Hamburg in Ar beit. Er sagte bei seiner Vernehmung folgendes auS: Die Schmidt habe ihn auf der Straße angesprochen und er sei bann mit nach chrem Logis gegangen. Hier habe ihm diese fein Portemonnaie mit 60 bis 70 Mk. gestohlen. Darüber habe er die Schmidt energisch zur Rede gestellt und nun sei sie frech geworden. In der Aufregung habe er ihr einen Stich versetzt. Das Portemonnaie ist tatsächlich bei der Leiche der Schmidt vorgefunden worden, nicht aber das Geld, das er ihr gegeben haben will- Die Polizei glaubt nicht, daß die Darstellung des Mailau über die Tat richtig ist, vielmehr nimmt sie an, daß es sich um einen regelrechten Lustmord hanoelt, der eine große Ähnlichkeit mit den Morden hat, die an der Ahlen in der Heinrict)- sttaße in St. Pauli und an der Wüppcr in der Großen Gärtnerstraße in Littona verübt wurden. Don einem einfachen Stich kann gar nicht die Rede sein, denn der Schmidt ist die Kehle bis auf den Wirbelknochen durchschnitten wor- den. Mailau ist bereits wegen Diebstahls mit zwei Jahren Gefängnis besttaft worden. * Neustadt a. d. Hardt, 6. April. Der Tagner Philipp Franz Rämrnele rourb'e gestern in seiner Wohnung erhängt aufgefunden. Die gepflogene Untersuchung hat ergeben, daß sich Rämrnele mcht selbst erhängt hat, sondern daß er mit einem Handtuche erdrosselt unb mit diesem dann an einen Nagel am Türpfosten gehängt wurde. 9115 der Tat verdächtig erscheint die Ehefrau RämmelS und ein junger Mann aus KönigSbach, der mit der Rämrnele schon seit längerer Zeit in intimen Beziehungen stand. Als sie heute früh vor die Leiche ihres Mannes geführt wurde, konnte sie ich eines Lachens nicht enthalten, was für die Tatsache prcchen dürste, wie wenig Anhänglichkeit die Frau zu ihrem Manne hatte, der hier als ein sehr solider und fleißiger Mann geschildert wirb. Die Frau ist verhaftet worden. * Fiume, 7. April. Ein aus der Fahrt nach Ballon begriffener Segler wurde vom Sturme umgeworfen. Von den 11 Insassen ertranken drei Frauen und ein Mann. * Petersburg, 7. 9lpril. In diesen Tagen fand ein großer Arbeiterkrawall in den großen Jaz briken in Nischny-Nowgorod statt. Artillerie mußte eingreifen. Sie schoß auf die Tumultuanten. Biele Per-- onen wurden getötet und verwundet. * 3m 111. Lebensjahre starb in St. Pcters Port auf der Insel Guernsey 'die ätteste Engländerin, eine Dame, die drei Jahrhunderte kennen gelernt hat. Mrs. Margaret Anne Neve wurde am 18. Mai 1792 geboren; sie lebtr in außerordentlich günstigen Vermögensverhältnissen, war fett mehr als 50 Jahren Witwe unb hatte feine Kinder. Zwei alte Richten leisteten ihr auf ihrem stattlichen Wohnsitz ellschaft. In ihrer Jugend genoß sie eine ausgezci.hnete Schulbildung und beh rrschte mehrere Sprachen vollständig. Als junge Frau machte sie in Begleitung ihres Mannes große Reisen. Mtt Vorliebe erzähtte sie von der Besicht tigung des Schlachtfeldes von Waterloo, welches fie mit ihrem Mann fast unmittelbar nad) dem Kampfe sah. Sie sammelte dort Andenken an die Gefechte. Als Blücher England besuchte, wurde sie ihm vvrgestellt. Ihre Vorliebe ür das Reisen veranlaßte sie im Atter von 90 Jahren, zur Enthüllung eines Denkmals des von chr lebhaft bewunderten Kosciuszko eine Fahrt nach Polen zu machen. s)lod) mehrere Jahre, nachdem sie das hundertste Lebensjahr Überschritten hatte, legte sie den Weg zur Kirche stets zu Fuß zurück. Sie beschäftigte sich gern mit Politik, und zwar be- onders mit Kolonialpolitik. Die Aerzte schreiben ihr langes Leben der Regelmäßigkeit ihrer Lebensweise zu. Jeden Morgen erhob sie sich zu früher Stunde, das Mittagessen and genau um 12 Uhr statt, und sie nahm dabei alten Sherry. Zum Abendessen genoß sie etwas Whisky und Wasser, trank aber niemals zwischen den Mahlzeiten. Ihre Hauptbeschäftigung suchte sie in ihrem Garten. Erst im letzten November begann sich ihr Geist etwas zu verdunkeln, und jetzt ist sie sozusagen eingeschlafen. * Eine spir11isti sche Millionärin, welche ihr ganzes Leben nach chren spirittsttschen Phantasien eingerichtet hatte, wurde in Neuilly ermordet unb beraubt Madame Lagsze, eine 56jährige Rentnerin, Witwe und Mutter mehrerer Kinder, welche sie in Instituten und Pensionaten untergebracht hchte, bewohnte in Neuilly ein sechsstöckiges Haus ganz allein, hatte alle Mieter und sogar den Hausbesitzer verabschiedet, um mit den Geistern aanz allein ui ein, welche sich ihr offenbart hatten. Vergebens wurde sie von ihrem Sohne gewarnt, jedoch es half nichts. Die Frau erwiderte, ihre Beschtümer brächten chr 50000 As. Rente jährlich ein, welche sie nicht verbrauche, da die Geister sich nicht als sehr kostspielib erwiesen. Jede drei Monate erlegte sie ihre Ersparnisse bei dem 'Jiotar. Frau Lagöz« wurde morgens im Flur ihres Hauses tot ausgefunden. Mörder hatten sie erwürgt. Obwohl Habsucht sicherlich bad Motiv der noch unentdeckten Mörder gewesen ist, haben diese nicht viel rnitnehrnen können. Ter große Geldschrank war umgestürzt, doch hatten ihn die Diebe nicht erbrechen können und sich mit kleinen Summen begnügen müssen. Das ganze Haus starrte vor Schmutz. In verschtedenen Zimmern lagen geeignet« »eilige RoniroU oll eine unb Arl verfahre SA $e' fron’* omtSW' «ezicken gjlan 0e' betret ynb dab beit jein Uniedu® erwart utfalid)«! Ü* besprach < btr W yrbitiei. eil rounr guinb Pn t^ungtr TrinlnM verbieten, Vaßnahi jnil btt au wädle 8U6 »W unter oe esnd, B Siebente bie einer yreift faifierier schlag' 5a ton der beim 2Bei Hugo £e< ö e |i u n ( mil nachfl schrieben: anhängig. Ter Cber lchwand t seines Re Wanegeb » Romieiie leumant bei seiner her Cberl jeöoch 9iii leumant i Megtmtnia beim j/rag kumani (t>. caiaiHon \ die Malier iär deseyu orte. Hur plant. 6i gelegt. 2 alle äjenl Zeitun Ro klamienm mittag ve und umffl ersticken. finnli „ Veri "ank für ftlen für Mgs bie । Sffligleit E'denz ko von Paris trafen. du .km hi. Än 1)1,1 Mes eir Dn. den gef a"nei"»eii Mrijttats tejeuti »oft, m £5 "°chg Pnvat Ctfl ttmi Aarr Ah ff* bWi Archer S ^.vllge &?> ö“"> bi Tlig^ Sen Auing S Haufen txm Lumpen und Konservenbüchsen, unter denen Briefschaften mit 40000 ^r*. und 70000 FrS. gefunden wurden, die von den Mördern nicht entdeckt worden waren. Kunsts Wissenschaft. Berlin, 6. April. In der am 4. April slattgehabten Ron- feniu, betreffend Maßnahmen »ur B e kä m p f u n y d e r W u r m- krankheil, wurde feslgeslelll, daß die RrankheU im Lberberg- amt-beurk Dortmund erheblich zugenomm hak, wahrend m anderen Bezirken feint oder nur auSnahrnöwetfe ^dUe feslqeslellt wurden. Ma» gelangte zur Ansicht, baß die Einschleppung aniang» der 90er Jahre durch italienische und ungarische Arbeiter erfolgte, und daß die Berieselung der Erichen zur Verbreitung der Rraiit- beü beitrug. Stach der bald zu etroartenöen Beendigung der Unierfuchungen übet den Umfang und bat Wesen der Krankheit erwartet man bestimmt, daß sich eine erfolgreiche Bekämpfung er- möglichen läßt. T\e Romereiu erörterte bann die jur Bekämpfung fai Frage kommenden Mittel, namentlich Farnkrautextrakt, und besprach eingehend vorbeugende Maßregel. Al» Mittel hierzu wurde der Erlaß einer Verordnung anerkannt, welche den Werkbesiyern verbietet, Bergleute anzulegen, die nicht durch eine Untersuchung all rounnlrei befunden sind. Fetner soll da- Cberberflamt Ton- mund prüfen, ob auf den befallenen Gruben die vorhandenen Einrichtungen, wie Aborte und Bader, genügen, ob anbenoeitige» Xnnfroaflet zu beschaffen, die Berieselung mit Suinpfwasjer zu verbieten, Schlammanjammlungen zu beseitigen, sonstige sanitäre Maßnahmen zu treffen sind. Ter Vorschlag der Wrbeueroerireter, nut der Ueberwachung aut bergpolizellichem Wege von Arbeitern Lu wählende KoniioUeure zu beaustragen, sand (eine Zustimmung Al» roirtlame» Vsiucl wurde völlige Trockenlegung der verseuchten Baue auf längere Zeit anextannl. Tie Versuche, geeignete Desinfektion-mittel zu finden, sollen fortgesetzt, bte einst- wellige Einstellung der Berieselung soll gestattet werden. Zur RoniroUe der bisherigen Maßregeln und als Wegweiser füt künftige soll eine eingehende Statistik ausgestellt werden, welche Zeil, Dn und Art der Arbeitsstelle und die Ersolge deS angeslelllen Heilverfahren» umfaßt. Gerichlssnal. ■ Marburg, 7. Aprill Vor der Strafkammer stand heilte .unter der Beschuldigung der fahrlässigen Tötung em junger e» nd. med , der als Vertreter eines erkrankten Arztes im Kreise Biedenkopf bei einer Wöchnerin eine Operation vornahm, die einen unglücklichen Ausgang hatte. Ter Angeklagte erzielte Freisprechung. — Em junger ÜJIann, der die von ihm ein- kassterten Beiträge deS FlottenoereinS unterschlagen hatte, wurde zu 4 Monate Gefängnis oerurtellll Karlsruhe, 6. Aprill Wegen ZioeikampfeS wurden von der hiesigen Strafkammer der RechtSpraktikant Wilhelm Weiß au» Naumburg und der S l u d e n t der Architektur Lugo Teger auS Alühlhausen zu fünf und vierMonaten Festungshaft verrirteilll ter Sähelmensur lag em Worlwesel mU nachsolgender Schlägerei zu Grunde. — Eine Entführungsaffäre. Au» Prag wird geschrieben: Beim Prager GarnsionSgertchl ist derzeit eine Affäre anhängig, die in Ofsizterskreisen reichlichen Gesprächsstoff bildet. Ter Oberleutnant des 13. Dragoner-Regiment» Frhr. v. G. oer- lchwand vor Kurzem aue Tobrau. bei Pilsen, wo eine Eskadron seines Regiments gamüoniert war, mit ihm die Tochter des mit Wartegebiihr beurlaubten Rittmeisters des 2. Tragoner-Regiments, Komtesse A. TaS Paar hielt sich in der Schweiz auf. Dem Oberleutnant wurde nun eine Frist gestellt, innerhalb welcher er sich bei feiner Eskadron wieder zu stellen hatte, und tatsächlich kehrte der Oberleutnant innerhalb der Frist zurück. Mittlerweile hatte jedoch Rittmeister Graf 2L die Anzeige erstattet und der Oberleutnant wurde in Rlattau, wo sich der Stab deS 18. Dragoner- Regiments befindet, in Präoentivhaft genommen. Nunmehr schweb! beim Prager Oberlandesgericht das Verfahren gegen den Oberleutnant G. wegen Entführung. Landei und Verkehr. Volkswirtschaft u. 1903. Ter Prospekt Oesll Kredit. . Deutsche Bank Darmstädter Bank Bochumer Guß . Anfangs- . 212,60 . 211,25 . 140,90 . 191,90 . 184,90 stellen statt. Tie Stücke lauten über je 200, 500, 1000, 5000 und 10 000 Mk. Zinsen entweder am 2. Januar und L Juli oder am 1. April und 1. Oktober. Berlin, 7. Aprill Tie außerordentliche Generalversammlung -erAllgemeinenElektrizitäts-Gesellschast und die außerordentliche Generalversammlung der Union-Elektri- zitäts-Gejellschast genehmigten beide einstimmig den Vertrag über die Herstellung der Interessengemeinschaft der beiden Gesellschaften sowie die dadurch notwendig gewordenen Statutenänderungen. — Tao Pariser HauS Rothschild soll bereit fern, auf Ansuchen des russischen Finanzministers eine neue russische Anleihe zu begeben. Budapest, 8. Aprill Tie Direktion der Ungarischen Allgemeinen Sparkasse beschloß, das Aktienkapital von 4 auf 8 Millionen fronen zu erhöhen. Einstweilen werden 3 'Millionen Kronen durch Ausgabe von 6000 Aktien über je 500 Kronen emittiert. Tie Kapitalserhöhung erfolgt behufs Ausdehnung des Geschäfts auf Hypothekardarlehen. Don den zu emulierenben 6000 Aktien sind bereits 2000 untergebracht. Tas Berliner Börse vom 7. April 1903. («Ungeteilt von der Dank für Handel und Industrie, Gießen.) Tie günstigen Aussichten für die Erneuerung beS Kohlen-Syndikats veranlaßten anfangs bte Spekulation zu größeren Käufen in Kohlenwerten, beren Festigkeit naturgemäß ben ganzen Markt beeinflußte. Tie gute Tendenz konnte nch jedoch nicht lange behaupten, da man wiederum von Paris matte Kurse erwartete, bie denn auch in der Tat em- trafen. Zunächst waren es wiederum Türkenwerte und Spanier, die dem hiesigen ÜJlartt angeboten wurden, späterhin traten noch Serben hinzu. Letztere erfuhren auf die Meldung eines Staatsstreiches eine bedeutende KurSembuße und trugen wesentlich dazu bei, den gesamten Markt zu oerflauen. Ter Kassomarkt verkehrte in uneinheitlicher Tendenz; bevorzugt waren Terramwerte, während Elektrizitäts-iriktien auf Aenßerungeu des Generaldirektors Ratheuau in der heutigen Generalversammlung der Allgemeinen Elekti-izitäts- Gesellschaft, nach welchen zwar die aUgemcme Lage als befriedigend, aber doch nicht so rosig, wie allerorts vermutet, gefchilbert wird, leicht nachgaben Nur Lahmeyer gut behauptet. Tas Geschäft bewegte sich in kleinen Grenzen bei maßgebenden Kursen. Privat-Tiskont 2'/, Prozenll ‘ Schlußkurse. 212,00 210,90 140,70 192,00 184.90 ^rbrilcrbrmfßung. Basel, 7. Aprill Leute morgen gegen 6 Uhr rückte ein Datailloil hier ein. 3000 Maurer haben bie Arbeit eingestellt unb bie Italiener ließen sich zu allerlei Exzessen verleiten. TaS Militär besetzte in zahlreichen Trupps bie Plätze unb Ansammlungs- orte. jur morgen wirb em allgemeiner Generalstreik geplant Eine Anzahl Gewerkschaften hat bereits bie Arbeit nieber- gelegt. Tie Regierung verbot in einer öffentlichen Proklamation alle öffentlichen Auszüge unb Ansammlungen. Rom, 7. Aprill Infolge Streik» erschienen heute die Zeitungen zum letzten Mall Rom, 7. Aprill Die Entscheibung über bie eventuelle Proklamierung bcs allgemeinen Streiks ist auf heute nachmittag verschoben roovben. Die Garnison ist bebeutenb verstärkt unb umfassende Maßregeln sinb getroffen, um etwaige Tumulte zu ersticken. Harvener Bergbau 3 °/. tge deutsche ReichSaulcihe von bezüglich der Emission von 290 000 000 Mk. neuer 3 pEt. iger deutscher Reichsanleihe ist erschienen. Die Subskription hübet zum Kurse von 92 pEt. am 17. er. bei ben bekannten ZeichnungS- Fejngfredjt md 4000 Aktien wird ben alten Aktionären tn der Weise gesichert, baß auf je zwei alte etne neue Aktie au»gefolgt wird. Ein unter Führung beS Assicurazioni Generali in Ineft ubilbete» Gerantialkonsortuun unternahm bie Durchführung der Transaktion. Märkte. j Butzbach, 7. Aprill Unserem bchw ein emarkt heute vormittag war ba» Wetter günstig. Ein ziemlicher Auftrieb, namentlich von Ferkeln, fand statt unb e» herrschte lebhafter Hanbell Tte Preise bewegten sich meist auf ber bisherigen Höhe, trotzbem blieben nur wenige Schweine unverkauft. — Ter Krämermarkt aber würbe burch ba» am Mittag emgetreiene Regenwetter ungünstig beeinflußt. — Unsere RindSmetzger haben einen Aufschlag der Fleischpreise um 4 Plg. pro Pfund emtreten laffen. £iltrralur. Hausscha tz älterer ftunft Don dieser im Berlage der Gesellschaft für vervielfältigende Kunst in toten erscheinenden Publikation von künstleri- chen Reproduktionen nach Gemälden alter Meister sind soeben die Hefte 12 und 13 ausZegeben worden. Auch diesmal sind vorwiegend die holländischen und vlämifchen Schulen deS 17. Jahrhunderts berücksichtigt worden. Besonders heroorgeyoben zu werden verdienen: Adriaen BrouwerS „Bauernmahlzeck", radiert von Peter HalMj Fran» Hals: „Der Geschmack' und „Das Gehör", zwei künstlerische Rundbilder, die Gegenstücke bilden, radiert von Ä. Rohr; endlich Rubens „Kundmachung des Taunus" aus dem berühmten Decius Mus^ZylluS der fürstlich Liechtcnstein'schen Galerie, radiert von William Unger. Auch die übrigen Blätter, die seltene Gemälde von Pieter Codde, Lorn, de Heern, M. I. van Mierevelll Jan PorcelliS und Jakob van Ruisdael wiederaeben, schließen sich den eben genannten würdig an. Die Kunst des Südens vertritt Riberas mächtiges Bild „Die Marter des heill Andreas", das L Doby radiert hall Der ,Hausschatz älterer Kunst" wird bekanntlich in 2u Heften mit je 5 Radierungen vollständig vorliegen zu dem billigen Preise von 3 ML pro Heft. Landwirtschaft Rom, 7. April. Der 7. internationale landwirtschaftliche Kongreß, besten Beginn ursprünglich auf ben 19. April festgesetzt war, soll bereit» am 18. April eröffnet werben. Kirchliche Nachrichten. Grunbonnerltag, ben 9. April: GotteSbien sll In der Stadtkirche. vormittags 9Uhr: Vorstellung unb Prüfung der Konsir- inanben ber Matthä uSacrncinbe. Pfarrer Schlosser. Abenb» 6 Uhr: Beichte und heil. Abendmahl für MatthäuS- und Tlarfusgemembe. Anmeldung vorher bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erdeten. Pfarrer Scheunemann. In der Johauncoktrchc. Abend» 7 •/« Uhr: Beichte und heiliges Abendmahl für die Luka»- und Johannesgememde. Anmeldung vorher bei dem Pfarrer jeder Gememde erbeten. Pfarrer Euler. Karfreitag, den 10. April: Kollekte für bie evangelischen Anstalten zu Jerusalem. In der Stadtkirche. Vormittags 91/, Uhr: Pfarrer Schlosser. Beichte unb heilige» Abendmahl für Matthäus- und MarkuS- gemeinbe. Anmeldung vorher bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erdeten. Vormittag» 11 */# Uhr: Kinderkirche für Matthäus- und MarkuSgememde gemeinsam. Pfarrer Schlosser. Abend» 6 Uhr: Stehe Johanne»kirche. In der IohanneSkirche. Vormittags 91/, Uhr: Psarrer Dr. Naumann. Beichte und heiliges Abendntahl für die Lukas- und IohcmneS- gemeinbe. Llnmelbung vorher bei bem Pfarrer jeder Gememde erbeten. Abends 6 Uhr: Liturgische Andacht unter Mitwirkung des Rirchengesangverem» und der Knabenchorschule. Pfarrer Euler. 1. Dfterfeiertag, den 12. April: Kollekte zum Besten de» Kircheufonds. In der Stadtkirche. vormittags 9% Uhr: Pfarrer Scheunemann. vormittag» 11 Uhr: Kinderkirche für die Matthäus- und MarcuSgememde gemeinsam. Pfarrer Scheunemann. Abends 6 Uhr: Pfarrer Schlosser. Im Anschluß daran: Beichte unb Vorbereitung zu der mit der Konfirmation verbundenen Adenbmahlsfeier. In der IohauneSkirche. vormittag» 9'/t Udr: Pfarrer Tr. 9taumann. Vormittags 11 Uhr: Kindergottesdienst für die Johcmnes- gemeinbe. Pfarrer Dr. Naumann. Nachmittags 2 Uhr: Pfarrer Euler. 2. Dfterfeiertag, ben 13. April: Kollekte für bie Armen. In ber Stadtkirche. vormittags 91/, Uhr: Roni.vmation der Kinder aus ber MatthäuSgememde. Feier des heiligen Abendmahls. Pfarrer Schlosser. Nachmittags 2 Uhr: Vorstellung und Prüfung der Konftr- manden aus ber MarkuSgememde. Pfarrer Scheunemann. Abends 6 Uhr: Pfarrassistent Vogt. In der Iohannesktrche« Vormittags 9*/, Uhr: Pmrrer Euler. Vormittags 11 Uhr: KindergoUesdienst für die LukaSgememde. Pfarrer Euler. Nachmittags 2 Uhr: Vorstellung und Prüfung der Konsir- manben auS ber Johannesgemeinde. Pfarrer Dr. Naumann. Schiffsnachrichlen. Ter Postdampfer ^SouthwarkE bet Red Star Lime in Antwerpen ist laut Telegramm am 6. April wohlbehalten in Ölero- dort angekommen. Neueste Alclouitgeit. Originaldrahtmeldungen des Gießener Anzeigers. Essen, 7. Aprill Infolge des Ausstandes der Eisenbahnange st eilten in Holland ist der Kohlen- und Koksversand dorthin auf der Eisenbahn ganz eingestellll Auf den Grenzstationen warten viele Kvhlenzüge auf die Weiterbeförderung. Amsterdam, 7. Aprill Tie ausständigen EisenbahnangestelltenverlorenanBoden. Tie Tirektionen treffen Anordnungen, um den T^enst allmählich regelmäßiger zu gestalten. Tie Arbeitgeber der Trans- vortgewerbe schlosjen schätzungsweise 2000 Arbeiter aus, die tatsächlich nicht zu den Ausständigen gehören. Tie Gesamtzahl der künftig ardeitslojen Transportarbeiter entzieht sich noch der Schätzung. Ter Bäcker aus st and wird wahrschemlich nicht allgemein werden. GS feiert nur ein Teil der Angestellten der Yrotsa^rllen. Tte uwntm Angestellten der Kleinbäckereien arbeiten weiter. Dauert der AuSftand der Eisenbahnangestellten bis zum SamStag, so wird der Sozialiftenkongresi in Enschede nicht abaehalten werden können, da die Sozialistenfühier nicht in den von NichlauSständtgen bedienten Zügen fahren werden. Die Großfabrik für Maschinen, und Eisenbahnmaterial, wo von 1400 Arbeitern noch 400 arbeiten, verfügte heute abend die Aussperrung der Arbeiter, sick-erte aber den dllchtauL- tändigen eine Entsck)üdiaung zu. Paris, 8. Aprill Der AuSgang der peftrigm Kammersitzung wird von den Morgcnblältern lebhaft kommentiert. Im allgemeinen ist man mit dem Resultat zufrieden. TaS „SouTnal" führt aus: Der Ausaang fei nicht der von JauröS und seinen Freunden gewünschte, ganz Frankreich aber werde dieses Votum billigen. Der ,^Zntransigean^ feiert den Beschluß als einen Siea der Dreyfus-<''''egner. JauröS werde aber trotz seiner Nieoerlage mfudjen. das Proletariat an sich zu reißen und eine neue Agitation einzuleiten. „Sanlerne" sagt, wenn tnan das gesuigc Resultat betrachte, müsse man eingestehen, daß e- ein Fehler und eine große Unvorsichtigkeit war, eine solche Frage auf einem unvorbereiteten Terrain vorzubringen. Der „Figaro" meint, cs müsse zugegeben werden, daß die Initiative JauröS kein ernstes Resultat haben konnte. Tas Land sei genug geprüft und enipfinde ein dringendes Bedürfnis, lid) zu erholen. Ter große Brand habe sich lediglich alS ein Strohseuer herausgcstellt. „GauloiS" hält nunmehr den Zwisck-cnfall für erledigll Der Grabstein, welcher die Treyfus-Affaire bedeckte und nur einen Augenblick von Jaures gelüftet wurde, sei wieder zugefallen. Man könne den Ausgang der Angelegenheit als einen endgiltigen betrachten. Der Stein fei für immer versiegelt. Für die guten Franzosen bedeute dies einen Sieg. „Petit Parisien" stellt fest, daß die Mehrheit der Kammer JauröS keine Heeresfolge leistete und „Echo de Paris" führt aus, die Mehrheit sei nicht so weit gegangen, wie JaurSS sie führen wollte. Es sei jedoch wahrscheinlich» daß sich Jaurös damit nicht begnügen werde und versuchen wrro, feine Niederlage auf eine andere Weise auszumerzen. Eine Genugtuung für Jaurös fei, daß eine administrative Untersuchung eingeleUet werde. Rom, 8. Aprill Von dem Generalstreik wird gemeldet, daß es bisher nirgends zu irgendwelchen Zwischenfällen kam. Im ganzen streiken 20000 Arbeiter. Es sind 18000 Mann Militär und eine große Zahl Polizcibeamter in Rom angesammelt, um die Ordnung aufrecht zu erhalten. Die Straßenbahnwagen fahren unter polizeilick)er Bedeckung. Auch die Bäckerladen werden polizeilich geschükll Ro m, 8. März. In der gestrigen Sitzung des Historiker- Kongresses teilte Pros Pigorini mit, italienische Archäologen hätten soeben im Känigs^Palast von Feftos auf Creta einen großen Schatz von Gold und Bconzc-Geld aus! Der mykenischen Periode entdeckt. In einer der letzten Sitzungen sprach Pros. Otto Harnack-Darrn stadt Über -'-joethe und die italienische Renaissance, wobei die wesentlich italienische Seele des Altmeisters analysiert wurde. Wiß- lovitsch beleuchtete die zivilisawrischen Einflüsse der Phönizier auf das alte Polen. Katt owitz, 8. April. Don den in Antonien Hütte verletzten acht Bergleuten sind 7 gestorben. Budapest, 8. April. Die Angestellten der hiesigen Straßenbahn beschlossen, sofort in den Streik einzutreten, falls die Direriion die geforderte Regelung der Pensionsverhältnisse und der Löhne nicht vornehme. Belgrad, 8. Aprill Der Chef der inneren Organb sation der macebonischen Bewegung, Deltschew, hat die macedonische Grenze überschritten. Er bringt tausende von Prollamotionen, in denen der Generalaufstand proklamiert wird. Man befürchtet das Schlimmste. B e l g r a d, 8. Aprill Der Zustand des russischen Kon», s u l s in M i t r o w i tz a hat sich s e h r v e r s ch l i m m e r t. ES sind Lmigeneutzündung und Blutandrang-Beschwerden eingetreten. Saloniki, 8. Älprill Wie hier verlautet, wurde übet die Bezirke Monastir, Ochrida, Ipek, PrUib und Kruschewo der Belagerungszustand verhängt, toeiter sind hier fJiadj- richten eingetrossen, wonach ein neues Tynamitattentat aus der Eisenbahnlinie Ävnstantiiwpel^aloniki stattgefunden habe. Tanger, 8. April. Der Kommandant der marokkanischen Truppen im Risfgebiet Muley Amrani flüchtete vor den Truppen Buhamaras nach Melilla. Söu- hamara entsandte einen Parlamentär nach Melilla und forderte den Gouverneur von Melilla auf, Muley Amrani nicht aufzunehmen. Der Gouverneur ließ ihm antworten, er werde ihn, wenn er auf spanisches Gebiet komme, mit Flintenschüssen empfangen. New York, 8. Aprill Ter „Newyork Herald" meldet ans La Guayra: Gerüchtweise verlautet, General Rolando, der Führer der Rebellen, besitze rwei Stunden von Earacas entfernt eine Munitionsniederlage von Kwei Milliorien Patronen, und man erwarte einen Kampf für den 16. d. M. Telephonischer Kursbericht. Frunkinrt b. li., d. April 19o8. 3*/i% Reicheanleihe . . 102.85 S-’/c, do. ... 92.50 SV/Zo Konsole .... 102.85 3% do......92.50 8l/i% Heesen .... 101 50 3*/j% Oberhessen . . . 100.20 4-6 Oeeterr. Goldrerte . . 103.85 4* 6 % Oeeterr. Biiberrente 101.20 4-4 Ungar. Goldrente, . . 102.80 4°/. Italien. Rente . . . 103.20 4*/jX Portugiesen . . . 50.00 i6/ Portugiesen.....81.20 IX c. Türken .... — Türkenlose ...... 130.60 4*/q Gnech. Monopo’ -Anl. 45.10 4*,,X äussere Argentiner —.— 5tf/Q Mexikaner .... 25.95 W/o Chinesen .... 93.00 Electric, bchuckert . . . 98.90 Nordd. Lloyd . . . . 97.40 Kreditaktien ..... 211.70 Diskonto-Kommandit. . . 190.30 Darmstädter Bank ... 140.50 Dresdener Bank .... 148.20 Ber iner Handelsges. . . 157.00 Oesterr. Staafabahn . . . 147.60 Lombarden • . . . . 1420 Gotthar ibahn.....190.50 LauranQtte ...... 222.50 Bochum ....... 190.30 Harpeeer......184.10 Tendenz: stllll ?n r Forman (Schnttpfenäther) klinisch erprobt und ärztlicherseits mebrsach als geradezu ideales Schnupsenmrttel bezeichnet! Bet leichtem Schnupfen Forman- Watte (Dose 30 Pf.) Bei starkem Schnupfen Forman - Pastillen (50 Pf.) zum Inhalieren mittels Riechgläschens. Wirkung frappant: Bei beginnendem Schnupfen fast unfehlbar. In allen Apotheken. Man frage seinen 2lrzt. 1323 Darrustäbtrr Möbelfabrik (160 Ztmm.-Emrtchll), Pretsll grat 291 Tödes - Anzeige Frau Marie Köhler, geb. Scherff im Alter Ton 24 Jahren, was wir Freunden und Bekannten tiefbetfübt mitteilen. 8027 Giessen, Alsfeld, den 8. April 1903. Die Beerdigung findet Freitag den 10. d. Mts-, nachmittags 4 Uhr, vom Sterbehause, Löwengasse 5, aus statt. - ' Heute morgen 61/, Uhr verschied nach längerem Leiden meine innigst geliebte, unvergessliche Gattin, unsere liebe Tochter, Schwester, Schwägerin, Enkelin und Nichte Die trauernden Hinterbliebenen: Theodor Köhler, Alsfeld. Hermann Scherff Witwe. Ludwig Scherff und Frau Elsa Scherff. Bertha Scherff. Gießen, bei 8. April 1903. Die Beerdigung findet Tharfreitag, nachmittags 3 Uhr, vom Sterbehause, Steinstraße 12, aus statt. Lollar, de« 7. April 1903. 3023 Die Beerdigung findet Donnerstag den 9. April, nachmittags 2 Uhr, statt. Ernestine Höpfnei Srüobergerßratzr 17. Schellfische lebeibfrifcf) in EiSpackung, eingetroffen bei 1963 Georg Wallenfels, Marktplatz 2 t. Fernsprecher 46. Statt besonderer Anzeige. Verwandten, Freunden und Bekannten die Mitteilung, daß meine liebe Frau, unsere gute Lochte und Schwester BtaietrifM Im Stricken u.Anstncken von Strümpfen empfehle ich mtd> angelegen'stchtz StriLgarneidtKcvllLlÜLtklll habe id) fletS ooiräiifl. Milina Weber geb. Kaas heute morgen 5 Uhr von schwerem Leiden durch den Lod erlöst wurde. Todes-Anzeige. Verwandten und Freunden mache die schmerzliche Mitteilung, daß eS Gott dem Allmächtigen gefallen hat, heute meine innigst geliebte Tochter^ unsere liebe, gute Braut, Schwester, Schwägerin, Tante und Nichte Anna Kessler im kaum vollendeten 28. Lebensjahre nach kurzem, aber schwerem Schmerzen- lager von diesem Leben abzurufen. Um stille Teilnahme bittet Im Namen der tieftrauernden Hinterbliebenen: H. Kessler. Die trauernd Hinterbliebene«: Friedrich Weber. Familie Haas. 3022 < Eine wichtige Sache Im Haushalt Ist die Wahl einer J wirklich guten Seife. Mit Sunlighl Seife wird der Hausfrau eine Seife geboten, die alle Vorzüge aod^pr erstklassiger Seifen in eich vereint, infolge ihres hohen Reinigungsgehnltes \ t keines wäscheangreilenden Hülfsmittels (Sodaete.) bedarf u. nach jeder Waschmethode mit oder ohne Kochen angewandt werden kann. sich i« Schnietraeee T. Rödgen, den 7. April 1903. 3019 Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme während der Krankheit und bei dem Ableben unseres lieben Wilhelm Schwalb für die zahlreichen Dlumenspenden, ganz besonders £>enm Pfarrer Schwabe für die trostreichen Worte am Grabe sagen wir innigen Dank. Die trauernden Hinterbliebene«. Kaushaüungsschule. Dienstag den 28. April d. IS, vormitt. 10 Uhr, soll im Schulhause in der Neustadt ein achtwvchiger Kursus für den hau-wirtschaftlichen Unterricht eingerichtet werden. ES wird in weiblichen Handarbeiten, besonder« aber im Kochen und m der Führung emeS einfachen Haushalts Unterricht erteilt. Anmeldungen werde« zur angegebenen Zeit im genannten Schulhause oder auch schon vorher von Herrn Hauptlehrer Schaaf eutgcgengenommcn. Gießen, den 7. April 1903. [8028 Mecum, Oberbürgermeister. Hahn, Rektor. Hotels, Restaurants und Private kaufen in der SS* Charwoche *90 wie immer am besten in der Gießener Fischbörse Marktplatz 6. ÖV" Telephon 50. Marktplatz 5. AuS frischer Zufuhr empfehle: Fst. Sol. Angel-LMMe Feinst. Gabliau per Psd. 55, 35 und 20 Pfg, ohne Kopf per Pfd. 20 Pfg, im Ausschnitt , , 26 „ Fst. Lahuhecht per Psd. 75 und 90 Pfg., Fst. Schellfisch ohne Kopf per Pfd. 32 Pfg^ im Ausschnitt , , 36 , Tafel-Zander, Holl. Cabliau, Salm, Rotzungen, Schollen, Weißfische, Seelachs, Seehecht, lebende Karpfen re. zu den billigsten Tagespreisen. [01650 L. Bühl, Gießener Fischbörse, Marktplatz 5. Telephon 50. Saison 1903 eröffnet I Saison 1903 eröffnet! 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