Nr. 2 <»2 »rlchetut ELglich «über Sonntags Dem Gletzener Anzeiger werden im Wechsel mtt dein besfischen Landwtrl bie Siebener Familien« dläiter viermal tu der Woche dergelegl. Sloumonflbcud u. Verlag bei BrÜhl 'ichen Uiiior(t,'6ud)' u Steil»- btudrtti lPretschii rdea- -ledattUm, Srpetxlum unb Drucke crii «chalstrabe 7. KUnesse tüt ?>peschem Wnjetoet Gietzen. ^ZettenorerS. ustat aufiaxlcifl 80 den izvltt. ani ullgcm, ret! V ÖtMfc füt ,e-tabi unß VLauö" und JSenctHS|aal* August Dötz fiiu Öen VI n- tctqenietl Pan s Beck. Volitifche Tagesschau. Friede auf dem Papier. Aus Berlin, 5. November, wird uns geschrieben: Tie Schi eds gericbtsid ee trifft in Frankreich auf empfänglichen Boden. Mit England ist ein entsprechender Vertrag bereits abgeschlossen, und obwohl, wie unlängst bereits bemerkt, dessen Inhalt ziemlich problematischer Siatur ist, empfindet Minister Telcajss nicht geringe Genugtuung über die) es Erzeugnis seiner Staatstunst. Er plant nunmehr den Abschluß von Schiedsgerichtsverträgen nut kleineren Staaten, jo mit Holland, Dänemark und Schweden-Norwegen. Wenn das so werter geht, dcnru trägt die Republik ihre gewaltige Militär last schließlich nur noch im Hinblick auj Deutschland. Denn Schiedsgerichtverhandlungen mit dem „Erbfeind" einzuleiten, wird wohl kein französischer Staatsmann den Mut haben, obgleich dieser eine Vertrag mehr Wert auch für die Republik hatte, als alle anderen zu,ammengenom- men. Besser freilich gar kein Schiedsgerichtsvertrag, als ein solcher mit lauter Vorbehalten und Amendements, wie der jranzösisch^engtifche. Vesser ein bewaffneter Friede als ein Friede auj dem Papier, bei dem am Ende ein Appell an das Schwert in Fortfall kommen mag, aber nur auf Kosten der ^elbstäridiglett eines der beiden Partner. Vor dem Rücktritt. Unser parlametliarijcher Äitrarbetter schreibt unterm 5. November: Dr. Wilhelmi, der Präsident des kaiserlichen Statistischen Amtes, wird sich tranlyeitshalber voraussichtlich genötigt sehen, ferne Pensionierung za beantragen. Man hat dort Tr. Wilhetmi von feiner Tätigkeit als Regierungsrat im Reichsamt des Innern her in be,rer Erinnerung. DaS Bedauern duralen die Gewerbe- und ^anowertertrerse im Reiche teilen, denen Dr. Lbrthelmi als uutgänglicherGeheimrat von völlig unvureaurrarischem Wesen beranrrt geworden ist. Von einer dem RerchSlustizamt nahestehenden Seite vertäuter übrigens, daß auch das Befinden Dr. Nie- berdings, des Eyefs dieser Behörde, neuerdings wieder zu wünschen lägt, Fu dem Augenleiden des Staatssekretärs habe juch infolge von Ueberarbeitung eine nervöse Abspannung gejelrr, die es zweifelhaft erscheinen lasse, ob Dr. Nieberouig sein Amt nom lange merde versehen tonnen. Gleüch Dr. Wiil-elmi fleht der Ches des ReichslUfiizMUtS im besten Wlannesalter. Aus Ataöl und Kund. Gießen, den 7. November 1903. ** Das onp wurden immer nur lange Mädchen von liebestollen Akännern entführt, jetzt entfuhren zur Abwechselung heiratslustige Damen den Aiaun, den sie sich als Opjer auserseheu haben. Auch das ist ein Stückchen „Frauenbewegung"! * .Bitte sehr, ich bin nur der Vater." Ein komischer Zwischenfall ereignete sich bei einer Taufe in einer Londoner Vorstadt. Der Geistliche war offenbar nicht ganz mit den Qualifikationen für die Würde der Patenschaft bet einem der Anwesenden zufrieden und machte seinem Mißtrauen in den nicht sehr freundlichen, aber wahrscheinlich wohlbegründeten Worten Luft: „Sie sind zu jung, um Pale zu stehen", worauf der also angeredete Jüngling bescheiden erwiderte: „Bitte sehr, ich will auch gar nicht Pate stehen, ich bin nur der Vater." • Das Kind in der Hutschachtel. Einen merkwürdigen Fund machte ein Schutzmann m So uthend, einem Seebade in der Nähe von London. Auf dem Trottoir stand, mitten im strömenden Regen eine große Hutschachtel und m dieser lag, wohlverpackt zusammen mit feiner Milchflasche, ein kleines Kind. MivnMsUachiiüMi. Eine ernste Mahnung an die Studierenden der Rechtswissens chast erläßt die juristische Fakultät der Universität Göttingen. Folgende Bekannimachmig ist von ihr veröffentlicht worden: ,Me unerfreulichen Ergebnisse der imihrend der lebten Monate in Celle abgehaltenen Prüfungen von Rechtskandidaten geben uns Veranlassung, die ^rrcn Studierenven nachdrücklich vor der Art des Studienganges zu warnen, welche in neuerer Zett mehr und mehr um sich gegriffen hat. Ein nicht unbeträchtticher Teil der ^tuoiereiwen gibt jich dem Glauben hin, vaß es für die Erlauguiig der erforderlichen Reise genüge, sra> während der letztiu Semefter die not- luenbigiien Kenninisfe „einpauke u" zu la|;en. Auf diese verderbliche Anschauung ist der ungünstige Ausfall dec Examina in den mengen Fällen zurnazufahren. Es ist allerdings nicht jchlver, sich un Lau,e einiger Semester einen gewißen Fonos positioer Kennrnifje anzueignen, aber nur in den seltengeii Fallen wcro d>.es genügen, um auch nur das Examen notbürfiig zu bestehen, mw ein auj bieje Weise Vorbereiteter bleibt zeitlebens ein stümperhafter Furift. Gerade die ersten Semester jinb dazu da, um jich in die eigentümlichen Denkjormeu oer Iucisp».udenz einzuleben, um gewissermaßen in jurijiischier Luft atmen zu lernen, — dies aber kann nur allmählich geschehen, und niemals kann es durch eine noch so große Maj,e puristischer Kenntnisse ersept wcroen. llmgekehrt wird derjenige, dey: von An,ang an bie Vorlesungen regelmäßig gehört hat, ganz von felbft mtt biefein jurijiischen Gei.t erjnltt, und auch die Aneignung der erjoroerlichien pojttiven Kennd- nijse wird ihm oaoarch unenolio) erleichtert. Daß Jugend- lujt und Lebensgenuß, bie wir unseren Studenren wahrhaftig nichit vertummern möchten, oabei fröhlich gedeihen können, lehrt das VLifpiel der aiweren Diszchlinen mid anderen Lander; denn bei keiner anveren Faturkät ist das nnwifjenfchastiiche „Einpauken" im -schwänge, und außerhalb Preugens qi es auch bei den Jurtjten gunz unbekannt. AJie preupifchen Studierenden der Rechte aoer werden die Eejühr dec Einjuhrung eines Fwifchenexamens, das auch wir ihnen gern e^fpart fei)en möchten, sich auj bie Tauer nur dann serichalAn, wenn sie befjen Zwecklojigkeit selber durch gewifs en hasten Fleig oarzniun bernwgen. Die Iu- riflifchie Faluttat der Georg AugUji-ttniverf ttak. Schön, derz. Dekan." Kunst und Whsenschüsr. Mommfen und der Antisemitismus. In den „Archäologifch--epigraphischen Mitteilungen von Oesterreich (XVI, 1)" hat Atominjen bie Injchrist von Arytanda in Kleinasien, bie eine Petition um Verfolgung ber ersten Christen und den zuslimmenben Befweio des Kai,ers Dlaximinus enthält, in einer Weife glostiert, die voil Humors ist. Wkomm- fen nahm an, daß diese versolgungssuchkige Eingabe ber Provinzen Lykien und Pamphhlien aus dem Jahre 311 ober 312 nach Christi stammte und macht dazu folgende Bemerkung: „Die Anti)emiten — Ehriflus war ja auch ein Semit — hatten es also vor anderthalb Iahrtaufenden weiter gebracht als ihre heutigen Gesiniiungsgenossen. Vielleicht findet dieser kleine Vettrag zum Humor ber Weltgejchichte auch außerhalb des Gelehrtenkreises verständnisvolle Leser. Daß der schlechte Christ ein schlechter Staatsbürger unb ein illoyaler Untertan und bösartiger Atheist ist, das bekommen wir oft genug zu hören und zu lesen. Hier kommt nun bie Staaisreligion (ber Römer) unb verfolgt eben blesen Christen als einen schlechten Bürger und vor allem als notorifchen Atheiften. Die Hetze ber damaligen Gläubigen ruft genau bie gleiche Staatshilfe gegen den neuernden Unglauben an, wie diese selben ungläubigen, nachdem sie zur Staatskonfesjion gewbrden sind, jetzt ihren Widerpart verfolgen. So wech-seln bie Zeiten unb ewig bleibt die Dummyett und bie Bosheit." Gegen Schnupfen ist der Schnupjenälher „Forman" anzuwenden, der ärztlicherseits mehrfach als „geradezu ideales Schnupfenmittel" bezeichnet wird. Bei leichtem Schnupfen For- nan-Watte(Doje30Pfg.),bei starkem Schnupfen Forman-Pastillen (50 Pfg.), zum Inhalieren mittels Riechgläschens. Wirkung frappant: Bei beginnendem Schnupfen fast unfehlbar. In allen Apotheken. Dian frage fernen Arzt. 8125 Warnung; vor Fäiscliun»; IVAtlAF in HOC,t' Pulverform noch mit Kakao W vH ul gemischt^ sondern nur in Flaschen mit eingeprägtem Namen ist Ur. 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Erzichungsvereine; nachm. 31/, Uhr: Oeffentliche Sitzung des Vorstandes und der Synodalvertreter (Behandlung der Inneren Vorstandes und der Synodalvertreter (Behandlung der Jl Mission im Religions- u. Konfirmandenunlerricht. Ref. P' Dr. Dieckmann aus Rodheim v. d. H.) FestgotteLdienst in der Stadrkirche, abends 6*/4 Uhr: Prof. I). Drews. Abends 81/, Uhr freie Versammlung in Steins Garten: Prof. D. Stamm, Pfr. Schlosser und Pfr. Lic. Weber aus München- Rübenschneider (Brockel- und Scheibenmühlen) Häckselmaschine» Biehfutterkessel Kartoffeldämpfer Kartoffelquetschen Kartoffelwaschmaschinen Kartoffelsortiermaschinen Schrotmühlen, Putzmühlen Fauchesasser Fauchepumpeu rc. Mobiliar-Versteigerung. Dienstag den 10. November, nachmitttags 2 Uhr, wird das im Hotel-Ncstaurant „zum Rappen", Wall- thorstraße 35, entbehrlich gewordene Inventar, bestehend in kompteltin Aellen, Waschtischen, Sop!)as Kommoden, Spiegeln etc. sind zu haben bei der amtlich bestellten Haupt Kotlektur Richard Bachacker, Neuenbaue 11. reichste Auswahl. 8280 L Koulermann IV., Bleichftratze 12. Der Vorstand: Gg. Da hm er, I. Vorsitzender. Weslaurant zum Andres Empfehle guten reichhaltigen Mittagstisch sowie ausgewählte, reichhaltige, der Saison entsprechende Speise- und Frühstuckskarte» Selbstgetelterte weitze und rote Weine. Obertos. GeschichtsVerem LrdcUliA Mitzlikön- SerjMiinliing Donnerstag den 12. November, 8V4 Uhr im (S«f6 Ebel. Tages-Ordnung: W. Roserathai Telephon 218. Liebigslraße 13. Generalversammlung -es Fechtverband Gießen - Lahr. Montag den 9. d. Mts., abends 9 Uhr, im Deutschen Hof bei Äiitglied Flamme. 8202 Tagesordnung: 1) Bericht über das verflossene Geschäftsjahr. 2) Rcchnungsablage. 3) Vorstandswahl. 4) Verschiedenes. Zu recht zahlreichem Erscheinen werden die Mitglieder höf- lichst gebeten.Der Vorstand. Erste Taunus-Cognac-Brennerei Ms Scheller Söhne ffomvllrg v. ck. ff. • * Gegründet i$43. 1/1 Flasche M. 1.80. 2.40, 3 —, 4.—, 5.—, 1/2 Flaschen verhältnissmässig. Preise stehen auf den Etiketten. MresW H. Lberh. Lereivs s. innere lijfion zur Frier seines 25jäyrigen Besreheus am 10. und 11. November zu Gießen. 500000 OyeJ 25UUUÜ iäCÜUO 1OÜUUU ioüüüü 620 UUU 820 000 L5OOuÜ 705 üOO iStoäüOO 62^000 4022Ü00 Malern Matratzen bewährter Systeme, für jede Holzbettstelle lieferbar. 7674 C. Röhr & Co. Hochachtend Walia. Comos. Preuss.henten-Versicäermigs-AnsiaK in Berlin, Kaiserbofstr. 2. Oeffentliche "Versicherungs-Anstalt, gegiündet ) 838. 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Geatral-Versamslttig Freitag den 13. November 1903, abends 9 Uhr im Poftkeller. Tages-Ordnung: 1. Wahl des Ausschusses für die Prüfung der Rechnung des laufenden Jahres. 2. Ergänzungswahl des Vorstandes. 3. Abänderung der Statuten gemäß der Novelle vom 25. Mai 1903. 4, Berichterstattung von der Generalversammlung deutscher Orts-Krankenkassen in Breslau, sowie des freien Vereins hessischer Krankenkassen in Friedberg. Mosel-Cognac in allen Preislagen. Niederlagen bei: Ph. Schwager Wwe., Marktplatz. Gebr. Adami, Mäusburg. L.Steinhäuser, Neuen-Bäue. Carl Seibel, Frankfurterstrasse. Jac. Friesleben, Bahnhofstrasse. uaon * oiäcurdt ues deutschen Arzneibuches, garantiert rein, empfiehl/ Adolf Bieler, Viktoria-Drogerie, Marktstrasse 5. 7551 « Unterröcke in denkbar grösster Auswahl. XKohlcn^ von den besten Zechen, Nußkl>!jltn, Jntijrüdt, prima rtzkimsche Krikrtts uub Koks zu den billigsten Preisen. 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