33 Schvlstrake 7« Äbrefie für Depeschem «htjetgcr GLeßen« Ferufprechanschlußvtr.bl. ^v. 238 erscheint tSgltch außer SormtagS. Dem G, eßener Anzeiger werden im Wechsel mit dem Kessischen Landwrtt die Girtzener Kamillen, blätter viermal in der Woche beigelegr. «otattorrSdruLk ». Der- Lag der Brühl'jchen Untverf.-Buch- u. Stein» brnckererWiLpch Erben» Zweites Blatt« 153« Jahrgang Mittwoch 7. Dktober°1 NV3 OW M -wC T) mcnat?iA75'JJlL otertel» Ääs™ V KW M V . jährlich Ml. LL0; durch Gietzener Anzeiger w General-Anzeiger v Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen MGZ Ais Heutig« Wummer umfaßt 10 Seiten. Bekanntmachung. Betr.: Feldbereinigung in der Gemarkung Ober-WidderZ- heim. Nachdem die Feldberemigung in der Gemarkung Ober- Widdersheim endgillig beschlossen und der Beginn der Feld- bereinigungsarbeiteu vom Großlp Ministerium des Innern, Abteilung für Landwirtschaft, Handel und Gewerbe, ungeordnet worden ist, lade ich hiermit sämtliche beteiligten Grundeigentümer zu der in Gemäßheit des Art. 16 des Feld- bereinigungsgesctzes vom 28. September 1887 Samstag, den 17. Oktober 1903 vormittags 9 Uhr Im Saale des Gastwirts Otto Weiß daselbst stattfindenden Versammlung ein. Diese Versammlung hat: 1. darüber zu beschließen, wie die Feldbereinigungskosten aufgebracht werden sollen, ob durch Ausschlag auf den Flächengehalt oder den Abschätzungswert der Grundstücke oder abgesehen von dem in Art. 20 des Gesetzes vom 28. September 1887 bezeichneten Fall, durch Bildung und Verkauf von Massegrundstücken, sowie ferner, ob die Beiträge nach Bedürfnis erhoben, oder ob die Kosten durch Kapitalaufnahme aufgebracht werden sollen; 2. die zur Vollzugstommission zu berufenden Sachverständigen und deren Stellvertreter, sowie ein Mitglied des Schiedsgerichts und dessen Stellvertreter (Art. 32 des Ges.) zu wählen. Außerdem können Wünsche und Anträge seitens der Be- tellrgten vorgebracht und beraten werden. In dieser Versammlung hat jeder anwesende beteiligte Grundeigentümer eine Stimme; die Beschlüsse erfordern zu ihrer Giltigkeit eine Mehrheit von zwei Dritteilen der Anwesenden und sind unter dieser Voraussetzung auch für die nicht erschienenen Beteiligten verbindlich. Kommen gütige Beschlüsse nicht zu stände, so hat: zu 1 die Vollzugskommission die erforderlichen Beschlüffe zu fassen, zu 2 Großherzogliches Ministerium des Innern, Abteilung für Landwirtschaft, Handel und Gewerbe, die Sachverständigen und Schiedsrichter zu ernennen. Zugleich fordere ich hiermit die außerhalb der Gemarkung Ober-Widdersheim wohnenden Ausmärker nochmals auf, zur Wahrung ihrer Interessen einen in der Gemarkung Ober- Widdersheim wohnenden Bevollmächtigten zu bestellen, da eine weitere besondere Zuschrift im Laufe des Feldbereinigungs- versahrens an sie nicht mehr erfolgt. Büdingen, den 24. September 1903. Der Großherzogliche Feldbereinigungskommiflär: Schnittspahn, Regierungsassessor. Zur Kanalvorlage. Der Oberpräsident Dr. W e n zel sowie der Stadtdirektor (Oberbürgermeister) Tramm von Hannover sind nach Berlin gereist, um, wie es heißt, in Angelegenheiten der Kanalvorlage mit den leitenden Stellen zu konferieren. Die Mittelland-Kanal-Borlage werde, so wirdeinem hannoverschen Blatte gemeldet, unbedingt dem preuß. Landtage zugehen und in unterrichteten Kreisen sei man fest überzeugt, daß Zeitungsartikel, wonach der Kaiser der Kanal-Vorlage nunmehr fremd gegenubersteht, den Monarchen veranlaßt haben, die Frage der Kanal-Borlage wieder cruszuwerfen. Man besorge zwar, daß die Frage vor der Regelung der schlesischen Hochwasser-Kalamität zurücktreten werde, doch hofft man, daß sie alsdann sofort zur Verhandlung gelangen wird, da der Kaiser eine baldige Erledigung der Angelegenheit befürwortet. Ber den Konferenzen in Berlin handelt es sich darum, ob Stadt und Provinz Hannover noch geneigt seien, die vor mehreren Jahren in Aussicht gestellten Garantien zu erfüllen. Außer den genannten Herren befinden sich auch die Oberpräsidenten von Westfalen und Hessen-Nassau wegen der Verhandlungen in Berlin. Die Regierung in Magdeburg soll dagegen, einem oortigen Blatte zufolge, der Kanalvorlage skepllsch gegenüberstehen. An eine Einbringung des Entwurfes schon in der nächsten Session sei nicht zu denken. Die jetzige Bewegung für den Kanal sei darauf zurückzuführen, daß im „Reichsanz." eine amtliche Statistik über den Verkehr auf den deutschen Wasserstraßen veröffentlicht und hrerber dem Bedauern Ausdruck gegeben würde, daß erne .Verkündung zwischen dem Westen und Osten der Monarchie fehle. Die „Deutsch-evang. Korr." meint, daß es angesichts 0er neuerlichen Bestrebungen der Konservativen und des Zentrums, die Schulen Preußens der Kirche auszuliefern, nicht angebracht sei, gerade fetzt die Kanal- srage aufzurollen. Sie schreibt: So lange wenigstens eine klerikal-konservative Majorität vorhanden rst, ist es immer gefährlich, weitausgreifende Projekte von der Tragweite der Kanalvorlage einzubringen. Erst muß diese Mehrheit gebrochen fein oder, was allerdings in absehbarer Zeit nicht iu. erwarten ist, die Konservativen müssen von ihrem un- natürlicheu Bündnisse ablassen. Der fehlende Kannal mag für manche Kreise wohl schmerzlich sein, aber dieser Schaden kann später immer noch gut gemacht werden, während die Auslieferung der Schule sich wohl kaum jemals wieder rückgängig machen ließe- Vsittlsche Tagesschau. Ein arrsgeblirbener Besuch. Ern Berliner Mitarbeiter schreibt uns unterm 6. Okt.: Eine Zusammenkunft zwischen Kaiser Wilhelm und dem König von England, von der vor einigen Monaten die Rede war, scheint auf absehbare Zeit ausgeschlossen. König Eduard, der, wie man sagt, neben den politischen auch zu Gesundheitszwecken reist, hat bisher wenigstens nicht den Wunsch eines Besuchs nach Berlin gelangen lassen. Die Londoner Presse kündigte im" Juli d. I. das Kommen des Herrschers mit solcher Bestimmtheit an, und russische Blätter, wie die „Novoje Wremja", wußten schon dre „ungeheure Bedeutung" der Zusammenkunft zu signalisieren, daß selbst in unseren amtlichen Kreisen eine oahingehende 'Absicht Eduards vermutet wurde. Seitdem ist alles still geworden von dem Besuch, der, nach einer offiziösen Verlautbarung, weder der Bagdad- bahn, noch dem fernen Osten, sondern den verwanotschaft- lichen Beziehungen der Herrscher und der Erhaltung des Einvernehmens zwischen den beiden Ländern gelten sollte. In englischen Zeitungen ist der Verzicht auf den Berliner Besuch mit der bekannten Böswilligkeit interpretiert worden. Die „Daily News^ z. B. gäb ihrem Entzücken über das „Schn e id e n B e r l i n s" unverhohlen Ausdruck und knüpfte daran allerlei spöttische Bemerkungen über die Bestürzung, die sich angeblich unserer höfischen und militärischen Zirkel bemächtigt.hätte. An allem ist natürlich kein wahres Wort. Eine derart beträchtliche Rolle spielt das Erscheinen oder Nichterscheinen König M>uards nicht, zumal ja Fragen von besonderer politischer Bedeutung augenblicklich zwischen Deutschland und England nicht schweben — abgesehen etwa von der Neuregelung der Han- oelsbeziehungen, mit denen sich der Bundesrat in nicht ferner Zeit beschäftigen wird. Auf der anderen Seite wäre es ein Irrtum, aus der Unterlassung des Besuches auf Verstimmung zwischen Berlin und London zu schließen. Da hiervon gemunkelt wird, sei die Unrichtigkeit dieser Auffassung aus Grund von Erkundigungen fest- gestellt. Deutsches Keich. Berlin, 6. Okt. Der Kaiser ist heute morgen in Kadiuen eingetroffen und reiste um 10,40 Uhr nach Marienburg. Die Ankunft des Kaisers auf der Haltestelle Werbellm-See erfolgte heut- abend. Von dort wurde die Weiterfahrt nach Schloß Hubertus stock zu Wagen angetreten. ,» — In einer Unterredung, welche der ReichDschatz- sekretär Frhr. v. Stengel kürzlich mit dem Vorstande des Verbandes deutsch^ Bankbeamten-Vereine hatte, äußerte er in Bezug aus die Uebelstände, die durch die Börsen st euer und die Börsen-Gesetzgebung verursacht worden seien, er persönlich sei der Ansicht, daß für den Rückgang des Verkehrs au der Börse nicht allein das Börsengesetz und die Börsensteuer verantwortlich zu machen seien, sondern daß auch die allgemein ungünstige wirtschaftliche Lage der letzten Jahre daran Schuld trage. ALan dürfe überzeugt sein, daß diese' Frage mit Sorgfalt und Wohlwollen geprüft werde. (£r sei gern bereit, soweit fein Einfluß reiche, die auf die Beseitigung bestehender Mißstände gerichteten Bestrebungen zu unterstützen. Speziell dem Neichsschatzamt könne es nicht gleichgiltig sein, daß die Ertragnisse der Börsen st euer so gesunken seien. Der gegenwärtige Zustand sei für die Reichsfin anz en sehr bedauerlich und hier gingen die Interessen der zunächst beteiligten Kreise mit denen der Finanz-Verwaltung in gewissem Sinne Hand in Hand. — Die Wölfische Meldung vom Tode des Generals von Vie bahn ist falsch Der General befindet sich wohl. Er nahm heute an der Einweihung der Kaserne des Füsilierbatalllons des Alexanderregiments teil. — Wie aus Hannover gemeldet wird, beabsichtigte die deutsch-hannoversche Partei am 21. Dezember denr Herzog iwn Cu.mberland in Gmunden durch einen Massenbesuch anläßlich seiner Silberhochzeit zu huldigen. Es hatten sich bereits 1000 Personen gemeldet. Der Herzog hat jedoch den Welfen eine Absage erteilt, da die Verhältnisse in Gmunden eine Huldigung in den Grenzen, wie sie geplant sei, nicht gestatten. Der Herzog beabsichtigt überhaupt nicht, eine Huldigung entgegen zu nehmen. — Der Bundesrat hat in letzter Zeit einzelne Aender- un gen an den Ausfülsiungsbestimucungen zum Schlachtvieh- und Fleischbescyaugesetze angenommen, namentlich hat man dre Zahl der zur Denaturierung gewisser Waren zugelassenen Mittel erweitert. So hat er kürzlich bestimmt, daß für getrocknete Schafdärme, die zu technischer Verwertung aus dem Auslande bezogen werden, als Mittel zur Unbrauchbarmachung für den menschlichen Genuß auch Kampher und Naphtalin zugelassen werden. —! In einer sozialdemokratischen Versammlung des zweiten Berliner Wahlkreises gelangte eine Erklärung zur Annahme, in welcher der Parteivorstand ausgefordert wird, die Untersuchung über die von Harden gegen Braun, Bernhard, Heine und Göhre erhobenen Beschuld igun g en so zu beschleunigen, daß noch vor den Landtagswahlen Klarheit darüber geschaffen wird, ob sie noch würdig sind, weiter der Partei anzugehören. — Der preuß. Landwirtschaftsminister gewährte in nationalpolitischem Interesse neue Mittel zur Bildung ländlicher Fortbildungsschulen in der Provinz I Posen. Leipzig, 6. Okt. Unter Vorsitz des Bundespräsidenten Steyer tagten hier etwa 80 Delegierte sämtlicher Gast- wirtsverbände Deutschlands, um Stellung zu der kürzlich veröffentlichten Gewerbeordnungsnovelle zu nehmen, die den Alkohvlismus einschränken will. Man beschloß, daß auä der Ausschank nichtgeistiger Getränke, Kafseeschank usw. der Erlaubnis bedürfen solle, desgleichen der Kleinhandel mit Wein, Bier, Branntwein und Spiritus. Die Reichsregierung soll festsetzen, unter welchen Voraussetzimgen Kleinhandel vorliege und baldigst sich darüber schlüssig macken. Die Konzession soll nur ber Gefahr der Vüllerei usw. versagt werden, oder wenn die Gefahr vorliege, daß wissentlich oder vorsätzlich gefälschte Nahrungsmittel im Betrieb verwertet werden könnten. Der Stellung der Bedürfnissrage wird zugestimmt, doch sollen bei der Besch-lußfassung über das Bedürfnis Fachleute gehört werden.' Sodann besprach man die Be- schränkungen, die für den Kleinhandel nut Bier, Wein und Spirituosen bestehen, und wünsche deren Ausdehnung auch auf Vereine und Gesellschaften, wenn diese auch nur an Mitglieder abgeben, desgl. an Warenhäuser. Die aus der Novelle vorgeschriebenen Strafbestimmungen erschienen zu hoch. Weiter wird der Erlaß einer Bestimmung gewünscht, daß ein Gastwirt nur die Berechtigung haben dürfe zum Betriebe nur einer Filiale. In der Sache des Militärverbots soll zu Gunsten der Saalbesitzer von Neuem beschwerdeführend vorgegangen Werdern Des weiteren beschäftigte man sich mit der Bundesratsverordnung über die' Ruhezeit im Gastwirtsgewerbe. München, 6. Okt. In der heutigen Sitzung der Abgeordnetenkammer erklärte Ministerpräsident Frhr. von Podewils, daß man in Preußen stets ein bundesfreund- liches Entgegenkommen in Eisenbahn-Angelegenheiten gesunden habe und daß die Erwartung gegeben sei, daß dies auch in Zuckunft so blecken werde. Wenn es aber um unsere Reservatrechte ginge, daun würden wir es an der nötigen Schneidigkeit nicht fehlen lassen. (Allgemeines Bravo!) "Wir glauben aber auf dem Wege fteundschaftlichen Entgegenkommens weiter gelangen zu können,'wie dies tatsächlich bisher auch der F«ll gewesen ist.__________________________________ -Herr uni» Alotte. —, Die schweizerische Bundesregierung bestellte bei Krupp 288 Rücklaufgeschütze, lieferbar in drei Jahren. Kirche v«d Schitte. Rom, 7. Okt. Der Papst empfing den Würzburger Professor Schell. Ausland. Kopenhagen, 6. Okt. Folket hing. Der Ft- nanzminister brachte das Budget für 1904/05 ein. »Die Einnahmen werden auf 76,5 Millcknen Kronen, die Ausgaben auf 77,8 Millionen Kronen veranschlagt. Ter Minister erklärte, die Finanzlage besserte sich bedeutend, erheische aber noch immer Vorsicht. Darauf brachte der Finairzminister in einer Thronrede die arrae- kündigte Vorlage betreffend den Wiederaufbau des Schlosses Christiansborg ein. Glasgow, 6. Okt. Chamberlain wurde hier mit stürmischem Jubel begrüßt und hielt eine Rede, in der er aus führte, obwohl Glasgow die Geburtsstätte des Freö Handels sei, habe er sich nicht gefürchtet, hierherzukommen, um die zollfteie Einfuhr zu bekämpfen; er fürchte sich noch weniger davor, die Vorzugsbehandlung der Kolonien zu predigen. Chamberlairr erklärte, es sei nichts geschehen, was irgend wie die Freundschaft und das Vertrauen zwischen ihm und dem Premierminister beeinflussen könnte. Das Land wünsche für die Zollfrage herangebildet zu werden und er sei der Pionier dafür; er wäre wohl geneigt, weiter zu gehen als das offizielle Programm. Aber sei denn das Land ebenso geneigt, weiterzugehen?' (Rufe: Ja! 'Wenige Gegenrufe: Nellr!) Der Kampf, auf den er das Land gerüstet zu sehen wünsche, sei derart, daß, wenn das Land unterliegen solle, es schließlich feine Stellung unter den Nationen verlieren würde. Der Handel Englands stagniere seit 30 Jahren; die Ausfuhr nahm in dieser Zeit um 20 Millionen Pfund zu, wogegen die Ausfuhr der Unionstaaten um 110 und Deutsch! and unt 56 Millionen zunahm. Rom, 6. Okt. Die Regierung hat Ordre gegeben, während der Anwesenheit des Zaren alle der Polizei als Anarchisten oder besonders gewalttätige revoluti onäre Sozialisten befamueu Individuen zu ve rhaf- ten und in Haft zu hallen. Das hat eine ansehnliche Er- regung hervorgerufen. Die Sache wird die Kammer beschäftigen. Budapest, 7. Okt. In Szegedin kam es heute an mehreren Stellen der Stadt zu Zusammenstößen zwischen der Bevölkerung und Militär, das von den Stich- uud Schußwaffen Gebrauch machte. Nach der von der Bevölkerung nachmittags erzwungenen Bekränzung desKossuth- Tenkmals zog eine große Volksmenge vor die Wohnung des Oberleutnants 5^orvath und schlug die Fenster seiner Wohnung ein. Honvedtruppen rückten aus und zersprengten die Menge. Am Nachmittag richteten mehrere Bürger telegraphisch eine Beschwerde an den Honved-Mi- nister wegen des unbefugten Eingreifens des Militärs. Gegen 7 Uhr abends zogen zwei äwmpagnien Infanterie vor das Kossuth-Tenkmal, das von mehreren Tausend^Per- sonen umgeben war. Vor dem Denkmal postierte Wacht- leute zogen beim Heranrücken des Militärs ihre Säbel, doch wurden sie beiseite gestoßen, worauf ein Soldat das Denk- mal erkletterte unb den Kranz abnahm. Unter Schmährufen der Menge, die große Steine schleuderte, wodurch ein Soldat schwer verletzt wurde, erfolgte der Rückzug des Militärs, das sich mit gefälltem Bajonett den Weg bahnen mußte. Unter Führung eines MitMeds des Magistrats zog dann eilte riesigen Menge vor die Honvedkaserne und verlangte in stürmischer Weise die Herausgabe des Kranzes, wobei abermals die Fenster der Kaserne zertr ümmert wurden. Unter Trommelwirbel stürmte plötzlich ein ganzes Bataillon des 46. Infanterieregiments mit gefälltem Bajonett in die Menge, welche für der: Moment wich, dann jedoch ein Steinbombardement auf das Milckär eröffnete. Nach wiederholter vergeblicher Llufforderung erfolgte das Kommando ,Zeuer". Das ganze Bataillon gab in der herrschenden Finsternis eine Salve ab. Füns Personen wurden schwer, eine lebensgefährlich verletz t Vom Dtilitär sind 5 Mann und 1 Offizier schwer verwundet, 9tun rückte auch Kavallerie heran und säuberte die Straßen, doch erneuerten sich die Unruhen -immer wieder. Um 11 Uhr war fast die ganze Stadt militärisch besetzt. Washington, 6. Okt. Zu der Verhaftung eines anscheinend Geisteskranken, der gestern getvaltsam in das Weiße Haus eindringen wollte, berichtet man, daß der Mann nicht Elliot heißt, sondern sein richtiger Name Peter O l s o n sei. Er war bereits am Sornrtag an den Präsidenten Roosevelt herangetreten und redete diesen an, worauf der Präsident ihm die Hand reichte und eurige Worte an chn ^richtete. Aus Stadt und Land. Gießen, den 7. Oktober 1903. Der Nachdruck unserer Originalartikel wird nur unter Zitierung in der Form „Gieß. Anz." gestattet. — Personalien. Se. Kgl. Hoh. der Großherzog haben den Oberarzt bei dem Landeshospital Hofheim Dr. Karl Textor auf sein Nachsuchen aus dem Staatsdienst entlaßen. — Ernannt wurde der Vizewachtmeister im Trainbataillon Rr. 18 zu Darmstadt Johann Drill zum Amtsgerichtsdiener in Offenbach. — Se. Kgl. Hoh. der .Großherzog haben den Kreisrat des Kreises Bensheim, Geh. Negierungsrat Franz Gros, auf sein Nachsuchen unter Anerkennung seiner langjährigen, treuen und ersprießlichen Dienste in den 9iuhe- stand versetzt und ihm das Komturkreuz 2. Klaffe des Verdienstordens Phllipps des Großmütigen verliehen. ** Anerkennung. Von der Königl. Eisenbahndirektion in Frankfurt a. M. ist dem Landwirt Conrad-Decher zu Wölfersheim für Entdeckung eines betriebsgefährlichen Schadens, rechtzeitige Veranlassung der Abhilfe und für den hierdurch dem Allgemeinwohl erwiesenen Dienst eine Anerkennung zu teil geworden. 0 Hessische Missionskvnferenz in Friedberg. Die Missionskreise in Gießen und Umgegend werden hiermit auf hie am 21. Oktober vormittags 10 Uhr in der Burgkirche zu Friedberg i. d?W. tagende hessische Missionskvnferenz (Vereinigung der Missi-onskreise der Provinzen Starkenburg und Oberhessen) aufmerksam gemacht. Der Führer der deutschen Orientmission, Professor D. Lepsins, wird einen Vortrag halten über: „Welt- Mission und Weltkultur". Lepsius kennt aus -eigener Anschauung die orientalische Mohamedanerwelt, hat den Koran im Urtext studiert und steht an der Spitze einer spezifischen Mohamedanermission. — Das zweite Referat über die „Mission in der Schuld wird von Lehrer Spam er aus Traunshardt erstattet werden. Für den Abend ist eine allgekneine Missionsversammlung vorgesehen, bei welcher Skioptikonbilder aus der Mission zur Vorführung gelangen sollen. **Passanten desSelterswegs konnten gestern nachmittag sehen, wie ein kleines M ä d ch e n über ein auf dem Bürgersteig liegendes Brett fiel und sich dabei einen fht diesem Brett steckenden großen rostigen Nagel durch die Hand stieß. Es wäre zu wünschen, daß die Bauleitung der K'analtsationsarbeiten ihr Augenmerk baraiy richte, daß bei den Abräumungsarbeiten sorgfältiger verjähren wird. (!) Alt en -Bus eck, 5. Okt. Unser Gemeindeeinnehmer und Kirchenkassenrechner H. Seuling ist im Alter von 80 Jahren gestorben. Er hat lange Jahre in Treue -und Gewissenhaftigkeit sein Amt versehen. — Die benach- barte kleine Gemeinde Trohe — ca. 180 Einwohner — be- abfichtigt, eine eigene Wasserleitung zu erbauen. Die Quellen liegen in hiesiger Gemarkung. o- Bad-Nauheim, 7. Okt. (Eigener Drahtbericht.) Eine der Damen, aus der Villa Saxonia, die von einem Einbrecher verletzt worden ist (vgl. 1. Blatt), hat rkach der Gießener Klinik transportiert werden müssen. Oberstaatsanwalt Theobald aus Gießen ist heute zur Untersuchung hier eingetroffen. Die hiesige und die Friedberger Polizei sind eifrig auf der Suche nach dem Attentäter, der mit den Lokalitäten vertraut gewesen zu sein scheint. § Nieder-Wöllstadt, 6. Okt. In etwa 30 Ortschaften des benachbarten Taunusgebietes sind die für den 4. und 5. Oktober angesetzt gewesenen Michaeliskirchweihen gründlich v erregnet. ** Offenbach, 5. Okt. Unser Stadttheater hat heute seine Winterspielzeit eröffnet. Die Direktion hat ihr Personal zum größten Teil erneut und damit, itady der gestrigen Vorstellung zu schließen, eine glückliche Hand gehabt. Stobitzers „L i j e l o 11" war für den ersten Abend gewählt worden. Die ,FDffenb. Ztg." schreibt darüber: Das Stück arbeitet mit so groben und plumpen Mitteln, daß ein Genuß an dem an sich recht dankbaren Thema nicht aufzukornmen vermag. Die Handlung ist von Stv- bitzer auf fünf Akte ausgedehnt worden, in deren Oede nur selten ein leidlicher Einfäll sich verirrt, und die einzelnen Charaktere sind teils übertrieben, teils völlig unklar gezeichnet. Letzteres ist besonders bei der Marquise von Mcnntenon der Fall. Der Verfasser hätte doch einiger* maßen sich bemühen müssen, die Liebe des Sonnenkönigs zu dieser Person zu begründen; in der Stobitzerschen Fassung erscheint diese Liebe als etwas völlig Unbegreif- lliches. Diese fehlerhaften und unzulänglichen G^^axafter^= sieruu?en machten den Spielern ihre Aufgaben nicht leicht. Vermischtes. * Duisburg, 6. Okt. Der Landwirt Wilhelm Extermann erschoß am Sonntag in einem Streit feine Frau und verwundete zwei Kinder. Nach der Tat entfloh er, stellte sich aber Montag abend der Polizei. * Aachen, 6. Okt. Die Polizeibehörde hat acht Raufbolde ermittelt, die vor einiger Zeit nachts die nach Rott wallfahrenden Pilger angefahren, mißhandelt und teilweise beraubt hatten. ♦ Spandau, 6. Okt. Der hier wohnhafte angebliche KunsthändlerHermannDallmer wurde in Düsseldorf wegen Verdachtes des Mädchenhandels verhaftet. * Breslau ist zum Telephonverkehr mit Köln, Dortmund, Düsseldorf und Essen zugelassen. Die Leitungen gehen über Berlin und umfassen zwischen Breslau und Köln nahezu 1000 Kilometer. Damit ist die längste telephonische Verbindung Deutschlands erreicht. * Göttingen,6. Okt. Bei der Kirmes feier in Bartolfelde erstach der Arbeiter Rurnohr die Tochter des Oekonomen Wege. * Eisen ach, 6. Okt. Die durch das Großh. Staats- ministerium ausgesprochene Amtsentsetzung des- bisherigen Ersten Bürgermeisters Dr. jur. Georg von Fewson bildet begreiflicherweise das Gesprächsthema in allen Kreisen der Stadt. Dr. v. F. ich nahezu 3 Jahre oberster Leiter von Eisenach gewesen. Er ist im 40. Lebensjahre. Seine beiden juristischen Prüfungen bestand er mit Auszeichnung in Leipzig und Dresden. 6 Jahre war er in Leipzig tätig, wo er als Ratsreferendar und Ratsassessor Bau- und Gesundheitspolizei versah, Beleuchtungs- und Bauwesen leitete und die sozialpolitische Gesetzgebung im städtischen Versicherungsamt handhabte. 1896 wurde er zum Ersten Bürgermeister von Apolda und 1900 zum Stadtoberhaupt von Eisenach gewählt. Im Frühjahr d. I. erfolgte seine Verurteilung zu zwei Mona ten Gefängnis, weil er zwei unter Sittenlontrolle stehende Mädchen, die über Urlaub ausgeblieben mit) von der Polizei zur Anzeige gebracht worden waren, nicht der Staatsanwaltschaft zur Bestrafung überwiesen, sondern mit einem Verweis selbst bestraft hatte. Gegen dieses Urteil hat Dr. v. F. Berufung eingelegt, die noch aussteht. Trotzdem das Strafkammerurteil also noch nicht rechtskräftig ist, bat der hiesige Ge- meinderat das Ministerium, ohne Berücksichtigung um den Ausgang der Berufung die Absetzung des Dr. v. F. auszusprechen. Die Körperschaft glaubte aus der Gerichtsverhandlung zur Genüge eine laxe Handhabung der Polizeigewaltnachverschi ebenen Richtun gen hin als erwiesen und sah besonders in deut günstigen Zeugnis, das Dr. v. F. einem zweimal wegen Diebstahls vorbestraften Polizeiwachtmeister zu seinem weiteren Fortkommen dahin ausgestellt hatte, daß er ihm bescheinigte, er besitze sein volles Vertrauen, grobe Pflichtverletzung en. Das Ministerium stelle sich^auf Grund eingehender Untersuchungen auf denselbeu Standpunkt und betonte in der Begründung der Amtsentsetzung, daß die Person des Dr. v. F. keine Garantie biete gegen fernere grobe Ungehörigkeiten und Pflichtverletzungen. Einem weiteren Antrag des Bezirksausschusses, wonach die Absetzung des Dr. v. F. auch deshalb zu erfolgen habe, weil es ihm an der erfv rderl ichen Achtung zur Bekleidung seines Amtes fehle, wurde als unbegründet nicht stattgegeben. Mit der Amtsentsetzung ist auch die Gehaltseutziehung vom 20. März d. I. an ausgesprochen worden. • Leipzig, 6. Okt. Heute erstach der Weber Lehnert den Weber Dietel beim Kartenspiel. Lehnert wurde verhaftet. * Paris, 6. Okt. Wie mitgeteilt wird, versuchte ein früherer Marineoffizier, wie es heißt, ein Geliebter der Exkönigin von Madagaskar, diese zu entführen. Als die Exkönigin vor einigen Tagen die Sehenswürdigkeiten von Padirac in Augenschein nahm, suchte der Offizier an sie heranzukommen, seine Absicht wurde jedoch entdeckt und sein Vorhaben vereftelt. Es jft ein gerichtliches Verfahren gegen ihn eingeleftet worden. — Aus Biserta wird gemeldet: Der arabische Corporal Terhat vom 4. Schützenregiment verübte gestern einen Raubmord an einem Unteroffizier desselben Regiments. Erhalte ihn in einen Olivenhain gelockt, wo auf ein gegebenes Zeichen vier Araber über ihn herfielen, tätlich verletzten und ausraubten. * Konstantinopel, 6. Okt. Türkische Sol da ten überfielen kürzlich in dem Hospital (Melhane eine deutsche Köchin. Die drei Schuldigen, ebenso wiö Vie vvr- gesetzten Offiziere, werden strengstens bestraft. Der militärische Direktor des Hospitals, ein Türke, wurde Verse tz t. Die Köchin erhält 4500 Mark Entschädigung. * lieber die Erziehung der Zarenkinder schreibt ein Mitarbeiter der „Täglichen Rundschau": Die vier Töchter des Zarenpaares haben.sich in Darmstadt durch ihren kindlichen Frohsinn und chre Freundlichkeit schnell die Liebe der Bevölkerung errungen. Es mag den kleinen Prinzessinnen wohl sonderbar vorkommen, täglich durch die Straßen der Stadt und den Strom der Menschen zu fahren; in ihrer russischen Heimat sieht man sie nicht entfernt so oft in der Oeffentlichikeit. Sie verlasseii dort nur selten die schöneü Schlösser oer „Kaiserlichen .Dörfer", in denen der Hof sich beinahe das ganze Jahr hindurch aufhält. Die körperliche Erziehung der Kinder ist ganz englisch, wie denn das Englische nach der Neigung der Kaiserin Alexandra überhaupt eine große Rolle in der engeren Zarenfamilie spielt. Sommer und Winter tragen die Prinzessinnen schlichte we,iße Kleidchen mit kurzen Aermeln, an den Füßen kurze Socken und kleine Schuhe. So bekleidet verbringen sie im Winter und bei unfreundlichem Wetter ihre Zeit in den Zimmern, die mäßig warm, nicht über 14 Grad Reaumur, gehalten werden. Zu Spaziergängen wird die Kleidung natürlich geändert, aber selbst während der Winterftöste werden die Kinder nie übermäßig eingehüllt. Ihr Spielzeug ist für gewöhnliche sehr einfach.; die schönen Puppen, die ihnen ihre Urgroßmutter, die verstorbene Königin Viktoria, und der Präsident der ftanzösischen Reprtblik geschenkt haben, werden, ihuön nur an Festtagen überlassen. Im kindlichen Spiel, an dem die Kaiserin häufig teilnimmt, wird ihnen möglichste Freiheit gewährt. Vtit Sck).ulstunden — der Kaiser überwacht den Unterricht selbst aufs genaueste — werden sie nicht überlastet. Die beiden ältesten Großfürstinnen sprechen außer dem Russischen fließend Englisch, das in der Kaiserlichen Familie sehr viel gesprochen wird, da die Zarin-Witwe es als Umgangssprache bevorzugt. * Ein Po st Wagenunfall. Der zwischen Hohen- elbe und Spindelmühl verkehrende Postwagen stürzte in das Flußbett der Elbe. Er wurde vollständig zertrümmert. Ein Passagier wurde schwer verletzt. Unwerlltüts-Uachrlchten. — Die Universität Gießen steht mit ihren Im- matrikulationsurkunden in deutscher Sprache liicht allein da. Bereits Ende Atar d. I. haben Rektor und Senat der Unwersilät Zürich und der lliektor der Universität Bern bekaniit geniacht, daß die allhertöminlicheii lateinischen Jmmatriku- lationsurtuliden fortan durch solche ui deutscher Sprache ersetzt werden würden. Die Berner Urkunde besagt ganz kurz und geschäftsmäßig, daß „die durch den Rektor vertretene Hochschule Bern (hier ist also auch das Wori Universität verdeutscht roorben) hiermit erkläre, daß Herr X. am heutigen Tage in das Verzeichnis der Stlldierenden eingetragen worden ist und bnrcl) Handschlag den Pflichten der akademischen Bürger nachkommen zu wollen gelobt hat." Die llrfimbe von Zürich ist ivortreicher und der alten lateinischen ähnlicher. Schon die Ueberschrift unterscheidet sie in charakteristischer Weise. Sie lautet: ^Jm Stamen des Züricheriscben Volkes und seiner hohen Regierung. Rektor rnid Senat der Züricherischen Hochschiile geben hiermit kund rc.“ In der Urkunde wird dann noch betont, daß der neue akademische Bürger durch einen Haridschlag auch versprochen habe, den Studien imt Ernst und Eifer obzuliegeii und alles zu meiden, lvas der Hochschrüe zum Schaden oder zur Unehre gereichen könne." — Der Rationalökonöm und Statistiker Geh. Regierungsrat Professor Dr. Viktor B ö h m e r t ist ivegen seines hohell Alters von feinem Posten als Lehrer der Nationalökonomie an der Technischen Hochschule in Berlin zilrückgetreten. — Aus Stuttgart wird berichtet: Für den Bestich der Technischen Ho ch- chule in Stuttgart sind soeben neue Bestimmungen ausgegeben ivorden, die eine Verschärfung der Aufnahmebedingungen für Ausländer enthalten. Danach wird bei Ausländern zur Bedingung gemacht, daß in ihrem Heintatlande Angehörige des Deutschen Reiches mit einem deutschetl llieifezeugnis zum Hochschul-Studium als ordentliche Studierende zugelassen iverdeii. ——— Kunst und Wissenschaft. — Wie die ^Petersburger Ztg." mitteilt, hat die Direktion der Russischen Privatoper den Verfasser der „Versunkenen Glocke" aufgefordert, zur ersten Aufführung der von Dawydow kompoliierten gleichiiamigen Oper ttach Petersburg zu kommen. Als Antivort auf diese Aufforderung ist der Direktion der Russischen Oper voii Gerhart Hauptmann ein Telegramm nachstehenden Inhalts zugegangeli: ^Vielmals Dank für die Einladung. Walill ist die erste Aufführung? Ergebenen Gruß." Sollte diese Anttvort eine Zusage bedeuten, so dürfte, heißt es in der erwähnten Meldung, der Dichter des rvärmsten und freudigsten Empfanges sicher sem. Ardeitervewegung. Lille, 6. Okt. Die Ausständigen von Armentieres hielteit gestern abend eine Versammlung ab, in welcher beschlossen wurde, heute gegen Lille zu marschieren. Eine große Anzahl Aufständischer begab sich nach Halluin, wo sie die Arbeitenden zur Niederlegung der Arbeit aufforderten. Sie zertrümmerten die F e n st e r der Fabrik von Levegtie und errichteten in den angrenzenden Straßen Barrikaden. Es mußten 50©enbarmen requiriert werden, um die Hindernisse weg zu räumen. Der Be- ehlshaber der Truppen hat einen Tagesbefehl erlassen, worin die Soldaten zur Nachsicht und zur Ueberlegung aufgefordert werden, um jeden Konflikt mit den Burgern zu vermeiden. Gerichtssaal. d. G i e ß e n, 6. Okt. (Strafkammer.) Die Taglohnee PH. ttnd H. D. zu Älnnerod sollen sich nach der Anklage der versuchten Erpressung schuldig gemacht haben dadurch, daß sie den Drechsler Heinrich Bopp von Hausen, der den Angeklagten unweit Annerod begegnete, durch Drohungen zur Abgabe des Versprechens, sie in Annerod frei zu halten, nötigten; außerdem hat sich D. atlch wegen Bedrohung und Körperverletzung des Schuhmachers Heinrich Groh zu verantworten. Das Gericht, das den Tatbestand der Erpressung nicht für gegeben erachtet, sondern den der Nötigung, verurteilt den Angeklagten Ph. D. zu einer Gesamt- gefängnissträse von 4 Wochen, abzüglich einer Woche Untersuchungshaft, den H. D. zu einer Woche Gefängnis, die durch die erlittene Untersuchungshaft für verbüßt erklärt wird. — Ter Weber H. V. von Frischborn hat gegen das ihn zu lOtägigem Gefängnis wegen Körperverletzung verurteilende Erkenntnis des Schöffengerichts Lauterbach Berufung eingelegt; er ist heute zum Termin nicht erschienen und es wird daher die Berufung verworfen. ;— Der Landwirt H. aus Wißmar hat dem Landwirt Joh. Heinrich Weiß daselbst 11 Gebund Gerste von dessen Acker gestohlen. Da der Wert des gestohlenen Objekts 3 Gulderr übersteigt, liegt kein Feldfrevel, sondern gemeiner Diebstahl vor. Der im strafrechtlichen Rückfall befindliche Angeklagte erhält drei Monate Gefängnis. — In der Privatklagesache M. H. gegen H. G. hat das Schöffengericht Alsfeld auf Einstellung des Verfahrens erkannt, da die Sühnebescheinigtmg erst nach Ablauf der gesetzlichen Frist von 3 Monaten bei Gericht eingereicht rvorden fei. Das Berufungs- ericht hebt das erstmstaitzliche Urteil auf, da eine Frist von 3 Monaten nur für Stellung des Strafantrags vorgeschrieben fei, und verurteilt den ^lngeklagteit, der die Beleidigung zugiebt, zu einer. Geldstrafe. — Die Strafsache gegen den H. W., Taglöhner von Ortenberg, der sich des Verbrechens im Sinne des§176Ziffer3 des Reichsstrafgesetzbuchs schuldig gemacht hat, endigt mit dessen Verurteilung zu einer Zuchthausstrafe von 1 Jahr und 6 Monaten, auch werden dem Angeklagten die bürgerltchert Ehrenrechte auf 5 Jahre aberkannt. — Erfolg mit seiner Berufungseinlegung hatte auch der Landwirt I. H. von Bs.; er hat wegen Sammelns voll Streulatlb einen Strafbefehl erhalten. Die Strafkammer hebt das den Einspruch verwerfende Urteil des Schöffengerichts attf und spricht den Angeklagten, da chm das Bewußtsein der Rechtswidrigkeit fehlte, frei. — Marburg, 6. Okt. Wegen Air st ragens fozial- demokratischer Flugschriften und Stiinmzettel waren zwei Arbeiter aus Kassel am Sonntag, den 7. Juni, also während der Reichstagswahlbewegung, in Frielendorf zur Anzeige gebracht und auch mit einer Geldstrafe von je 6 Mk. bedacht worden. Sie sollten sich der Uebertretung einer Polizeiverordnuitg dadurch schuldig gemacht haben, daß sie, als es von Spießkappel, zu dessen Pfarrbezirk Frielendorf gehört, bereits zum Kirchgänge läutete, immer noch von Haus zu Haus gingen und ihre Schrtflen abgaben. Tas sei eine Arbeit und noch obendrein auf öffentlicher Straße geschehen. Tas Landgericht hier, welches sich mit der Sache heute befaßte, war anderer Meinung. Daß Fltigblätter auf der Straße ausgegeben tvurden, sei nicht erwiesen und m dem bloßen Tragen eines Packets über die Straße sei keine Störung des religiösen Gefühls anderer Leute zu erblicken. Eine Polizeiverordnung, die das verbiete, könne vom Gericht nicht anerkannt werden. Die beiden Flugblattverteiler erzielten Freisprechung. Berlin, 6. Okt. Die Strafkammer des Landgerichts 2 verurteilte den Grafen P ü ck l er-Kl e in-Ts ch i rn e wegen wiederholter Beleidigung zu 60 Alk., den Mitangeklagten Stenographen Schimmelpfennig wegen einfacher Beleidigung zu 30 Mk., der Verleger B ruh n und Inspektor Kirchner wurden freigesvrochen. Es handelte sich um eine gegen bie Inden gerichtete Kampfes rede am 6. Juni, die in der „Staats- bürger-Ztg." abgedruckt und durch die Alitangeklagten verbreitet worden mar. Tübingen, 6. Okt. Das Schwurgericht verurteilte die beiden Vagabuliden Raeppler und Hespeler^ welche am 26. Juli den 60jährigen Privatier Krauß in feiner Wohnung überfielen, erdrosselten und beraubten, zum T ad e. Handel und Verkehr. Dolkswirlschast. Berliner Börse vom 6. Oktober 1903. (Mitgeteilt von der Bank für Handel und Industrie, Gießen.) Den gestrigen lokalen Gewinnrealisationen folgten heute solche des Publikiims und die Börse begann heute auf fast allen (Sebieten zu ermäßigtem Niveau. Auch die matte Haltung des Londoner Platzes ließ feine bessere Haltung auskommen, bis große Käufe auf dem Baiikenmarkle, begrünt)et mit allerhand Börsenreiormgerüchten, dem Aiarkte wieder die nötige Anregung verschafften. Bald ha(te sich die bessere Tendenz auf die übrigen Märkte verbreitet, wozu bessere Londoner 'JJlinenfuiie, das Gerücht von einer Berufung Szell's zum österreichischen Kaiser und bie Nachricht von dem Zustandekommen des Stahlverbandes beitrugen und der Markt schloß allgemein zu höheren Kursen als gestern. Die Leichtigkeit des Geld* Anfangs- . 204.60 . 214.80 . 139.20 . 184.30 . 189.50 Schlußkurse. 205.00 215.75 139.75 184.37 190.75 Marktes und ble allgemein günstige politische Lage läßt sür weiter feste Börsen erwarten. Privat-Diskont 3 Prozent. Oest. Kredit. . . Deutsche Bank Darmstädter Bank Bochumer Guß . Harpener Bergbau Schluß-Tendenz: Fest. — Der Zucker wird noch billiger! Seitens der Verkaufs- Vereinigungs der Zucker-Raffinerien Deutschlands ist eine weitere Ermäßigung der Inlandspreise für Zucker erfolgt und zwar um 7 5 Pfg. für 100 Kilogramm für Lieferung vom ILDftober ao ohnedies um 1 Mark billiger verkauft werden darf, als die heutige Notiz lautet. — Bom Geldmarkt. Die Erleichterung macht weitere Fortschritte. Der Prwatdiskorrt ist seit dem 1. d. M. um nahezu 1 pEt. unter den offiziellen Banksatz zurückgegangen. Geld ist am offenen Markt nur wenig gejucht unb bleibt angeboten. Die Nachfrage aus dem Devisenmarkt nimmt fortgesetzt zu. Eisenbahn-Zeitung. Berlin, 6. Okt. In Anwesenheit zahlreicher Fachleute und eines großen Publikums irmrbe Heute auf der Militärbahnstrecke Mwrienfelde—Zossen bei der von der Studieugesellschaft für elektrische Schnell- sährten veraüstalteten Versuchsfahrt mit Siemenswagen eine Höchstgeschwindigkeit von 201 Kilometer in der Stunde erreicht. Die Fahrt leitete O'beringenieur Dr ing. Reichel von der Firma Siemens und Halske. Mit der erzielten Durchschni'ttsgeschwindigkeit von 175 Kilometer würde die Eisenbahn fahrt Berlin—Köln in etwa 31/4 Stnn- den zurückgelegt werden könsten.______________________ Briefkasten der Redaktion. (Anonyme Anfragen bleiben unberücksichtigt.) B. Sowohl die bereits im 10. Jahrgang stehende Monatsschrift »Die Frau^, herausgegeben von der bedächtigen und bewährten Helene Lange, Verlag von W. Möser in Berlin 8., rote die junge, stürmende ,F r a u e n r u n d s ch a u", redigiert von Di. phil. Helene Stöcker und Carmen Teja, eine in Leipzig, Göschen- straße 1, erscheinende Halbmonatsschrift, befassen sich mit der Frauenbewegung und der Mädchenschulresorm. Beide Zeitschriften kosten 2 Mk. vierteljährlich und sind durch alle Buchhandlungen zu beziehen, die auch Probenummern liefern. Ueurstr Meldungen ungen äußern jich sehr ungehalt« Hebung der Spielgesells^r ft Telephonischer Kursbericht. Frank fiert a. 28., 7. Oktober 8Vi°/o Keioheanleihe 4% Oesterr. Goldrente 4^5% Oesterr. Silberrente 100.80 -Anl. 4% Grieoh. Monopol 41/,% äussere Argentiner 99.80 103.60 51.25 31.75 36.65 181.00 44.10 41.90 30/o 3V,0/o 3% 3x/2% 4% Ungar. Goldrente 4°/o Italien. Rente . 4V,% Portugiesen . 8% Portugiesen. . . 1% C. Türken . . Türkenlose .... . 101.90 . 90.45 . 101.70 . 90.45 . 100.10 . 99.20 . 101.70 do. Konsole do. . . Hessen Oberhessen 30/0 Mexikaner . . . 4V2°/o Chinesen . . . Electric. Schuckert . . Nordd. Lloyd . . . Kreditaktien .... Diskonto-Kommandit, . Darmstädter Bank . . Dresdener Bank . . , Berliner Handelsges. . Oesterr. Staatsbahn . . Lombarden • , • . Gotthardbahn .... Laurahütte ..... Bochum ...... Harpener..... Tendenz: fest. 1903. . 27.10 . 92.25 . 99.40 . 103.70 . 205.30 . 190.70 . 140.20 . 149.40 . 157.25 . 139.70 . 16.40 . 192.50 . 228.00 . 184.40 . 191.00 Originaldrahtmeldungeu des Gießener Anzeigers. Aachen, 7. Okt. Mehrere angesehene belgische Zeit- .. - ungehalten über die Aufhebung der Spreigeferischa ft in Altenberg. Sie erblicken darin einen Versuch Preußens, das neutrale Territorium germanisieren beziehungsweise annektieren zu wollen. Der Regierungspräsident soll auf Vorhaltungen hin gedroht haben, er würde 25 preußische Gendarmen in Mvresnet einrücken lassen, wenn weiter gespielt würde. Preußen würde das Spiel unter keinen Umständen mehr dulden. London, 7. Okt. Ein heftiger Sturm wütet über England und richtet bedeutenden Schaden an. Die telegraphischen Verbindungen sind größtenteils zerstört. Die See ist heftig bewegt. Auf dem Kanal herrscht ebenfalls Sturm und der Verkehr zwischen dem Kontinent und England konnte nur mit größten Schwierigkeiten aufrecht erhallen werden. Paris, 7 Okt.. Der Leichnam des ehemallgen italienischen Diplomaten Grafen Delpoggio wurde aus der Seine geländet. Den alten Herrn hatte der Verlust fernes Vermögens in den Tod getrieben. Wien, 7. Okt. Kaiser Franz Josef hat rn Anbetracht der beharrlichen Weigerung von Szells davon Abstand genommen, diesen zur Uebeirrahme der Minister - Präsidentschaft aufzusordern. Es heißt, der Kaiser habe überhaupt nur das Gutachten Szells über die Lage in Ungarn und die nötigen Maßnahmen einholen wollen. Gras Khuen soll weiterhin im Amte bleiben. — Der Entschluß des Kaisers, zur Eröffnung der neuen Donaubrücke nicht nach Bud ap est zu Kommen, erregt daselbst großes Aufsehen und wird als Ausdruck der tiefen Mißstimmung des-Monarchen angesehen. Rostow am Don, 7. Okt. Der hiesige Bankier und- Wucherer Lewin wurde heute nacht in seiner Wohnung Überfällen und beraubt. L. P e k i n g, 6. Okt. Der deutsche Gesandte Frhr.Mumm v. Schwarzenstein hat das chinesische Auswärtige Amt veranlaßt, Ermittelungen über einen angeblichen ehemaligen Kapitän der deutschen Marine Namens Rudolf Bode anzustellen, der im August aus Turkestan in Sianfu eintraf und sich rühmte, China zu durchreisen, ohne einen Die Hausfrau täuscht sich, weint sie ein Packet billiges, sogenanntes Seifenpulver zu sechs Pfennig einem Packet Gioth's> gemahlener Kernfeste mit Salmiak und Terpentin zu 15Pfennig vorzieht. Drei Packele der geringen Ware enthalten, abgesehen von den ihnen eigenen, der Wäsche schädlichen Stoffen, nicht soviel Waschkraft als ein Packet Gioth's gemahlene Kernseife mit Salmiak und Terpentin. Der überall steigende Absatz der letzteren spricht sür ihre Güte. Alleiniger Fab- rikant: I. Gioth, Hanau._____________________________________3735 Kurra — ich öm ihn los — • meinen Katarrh nämlich I Das war einer von der dauerhaften Sorte, einer, der einem alle Lebensfreude nehmen kann. Und • eine einzige Schachtel Fay s echte Sodener Mineral- Pastillen hat keine Spur mehr davon übrig gelaffen. Und G NUN müssen die prächtigen Dinger mir stets im Haufe sein, zumal sie billig sind — kostet die schachtel mit 36 Stück doch d nur 85 Pfg. Ueberall erhältlich. 6911 IPfennig Gebd aus der ergeben Tasche zu brauchen. hat, wie berichtet wird, bei den Provinzialregieruntzep? Gelder erhoben und die Bestrafung von Beamten erzwungen, die die Bewilligung seiner Forderungen ablehn- tetr, indem er den Provinzgoüverneuren und anderen Beamten drohte, er werde sich bei dem Gesandten Frhrn.Mumm v. Schwarzenstein beschweren. Tie Missionare beklagen sich darüber, daß solche Leute nach China eingelassen werden, da die Missionare die Folgen davon zu tragen hätten. L2 Betr.: Die Erbauung einer Quellwasserleitung zu Ulrichstein. Verdingung. Die zur Erbauung einer Quellwasserleitung zu Ulrichstein erforderlichen Arbeiten und Lieferungen sollen im Wege des schriftlichen Angebots verdungen werden und sind Angebote portofrei, verschloßen und mit entsprechender Aufschrift versehen bis Montag den 26. Oktober d. I., vormittags 10 Uhr, bei Großh. Bürgermeisterei Ulrichstein, woselbst Pläne, Arbeitsbeschreibung und Bedingungen zu Einsicht aufllegen, einzureichen. Die Verdingungsunterlagen sind gegen Erstattung der Selbstkosten von Großh. Bürgermeisterei Ulrichstein erhältlich. Die Eröffnung der Angebote sindet in Gegenwart etwa erschienener Bieter statt. Zuschlagsfrist 14 Tage. Ulrichstein, den 5. Oktober 1903. Großh. Bürgermeisterei Ulrichstein. ^ühl. 7556 Gmbllger Pserde-LerßchermMlleiii. Die noch rückständigen Prämien vom zweiten Halbjahr können innerhalb 14 Tagen noch ohne Kosten an den Unterzeichneten bezahlt werden. Grünberg, am 6. Oktober 1903. 7554 Hch. Zimmer II, «Wärmer-Hurnverein. Nächsten Samstag den 10. Oktober abends 9 Uhr: Kauptversammlüng im Hotel Schütz. Tages-Ordnung: 1. Bericht. 2. Entlastung des Rechners für 1902/03. 3. Winter- programm. 4. Verschiedenes. Sonntag den 11. Oktober, von nachmittags 4 Uhr ab: Familien-Zusammenkunft auf Textors Hardt. 7557 Vamagz -Verhak. Um vor Eintreffen der Neuheiten für die Weihnachts-Saston mit meinem Lager noch möglichst zu räumen, gebe ich von heute bis 1. November den Bestand an emgerahrnten Bildern zu bedeutend ermäßigten Preisen ab. Otto Hochstätter, KunMMung 04894 Seltersweg 56, Ecke BolkSbad. Emil Pistor Nacht., Giessen. Anerkannt erste Marke! \ । Durch epochemachende Pa- ifl tente technisch wie hygienisch ® idealstes Heizungs-System. aA— r 16 Original - Sicherheits - Regulator. M Regulierbar von Grad zu Grad. M Gasaasströmungen, Explosionen D ausgeschlossen. Grossart Auswahl i. allen Preislagen. tfQg; Man achte genau auf den Namen „Riessner“ u. lasse sich zum Ankauf JE» minderwertiger Nachahmungen nicht überreden. . Beim 2. Bataillon Jnf.-Regts. Kaiser Wilhelm Nr. 116 soll die Lieferung der im Küchenbetriebe erforderlichen Viktualien für die Zert vom 1. November 1903 bis 31. Oktober 1904 vergeben werden. Vertragsbedingungen pp. liegen auf dem diesseitigen Geschäftszimmer zur Einsicht auf. Angebote sind verschlossen mit entsprechender Aufschrift versehen der Küchenverwaltung zuml7Dktober 1903 einzureichen. 7549 II. Bataillon Kurs er Wilhelm. Versteigerung. Donnerstag den 8. u. Freitag den 9. Oktober L I., mittags 2 Uhr, versteigere ich im Pfandlokal Seltersweg 11 gegen Barzahlung: Regulateure, Kleiderschränke, Sofas, Kommoden, 2 Fahrräder, 1 Sack Wafchschwämme, 2 Pferde u. a. m. 7141 Gießen, den 22. Septbr. 1903. Löber, stellvertret. Pfandmeister. Versteigerung. Donnerstag den 8. d. Mts., nachmittags 3 Uhr, sollen dahier Alarktplatz 20 — Zum Adler — 1. Möbel aller Art, 2. ein größerer Posten Schuhwaren, 3. eine Ladeneinrichtung, 4. Kurzwaren aller Art und 5. 30 Blumenkörbe sowie v. A. gegen Barzahlung versteigert werden. Die Versteigerung sindet voraussichtlich teilweise statt. Gießen, den 7. Oktober 1903. 7564s Seipel, Gerichtsvollzieher. Giessen 9 Seltersweg 9. 3008 Freß- UNd Maftprrlver „Monopol.“ Packet 50 Pf. Alleinverkauf bei Adolf Bieler, Viktoria-Drogerie, 7552] Marktstr. 5. Zur Probe! empf. gegen Nachnahme ob. voch. 2asta: Fritz fimmiwefahe, Fache. Solingen. Slahlwareufabrrl und Versand. PtamaniRatbSiaflnnefier Mk. 3.— beSgL . ^^Dfiberstahl M. 2ü— gtni. Streich. riemeu mit Pasta WZjF M. 1.30, Pinsel u. Napf a 0.50, Seife _ 0,25. Abziehstein Jt. 2-50. Kompi. । Rastrgarnitur in 17 ^^feinemEtuiMk.8.— Katalog mit über, 3000 KegenstHnden wie Messer. Scheeren, i Sensen, Waffen. Leder-, Gold- u. Silber- j waren, erhält jeder ftco. umsonst. Bitte zu verlangen. Für MiederoerKänfer beste Bezugsquelle. ■r—mw Nachdruck vrrdotur. teewm Großer Israelitischer Festball Dienstag den 13. Oktober d. I. NN großen Burgsaal des Etablissements Wiltäihoff bei Gießen. Zu dieser Veranstaltung ladet ganz ergebenst ein 7566 Out besetztes Orchester. dir. DuilL Anschluß-Eisenbahnverbindung durch die Bieberthalbahn von Station Abendstern und von Gießen aus. — Abfahrt von Gießen: Bahnhof Reustädter Thor. Gemälde-Versteigerung 3W Morgen, Donnerstag "MC und IMF* Ueberrnorgen, Freitag findet auf Lony's Merkeller, im großen Saat die mehrfach angezeigte Auktion von stber 200 stock Oelgemälden statt, welche 04895 ä, ’&Ollt verkauft werden. Die Direktion. Nr. i gratis 4°- 7aKrg. Heues Hbonnement in allen Bud)bandlungen ab Oktober 1904. Möcbentlieh eine JNummer Preis im Abonnement _ 20 Pfg. DUitdid^rL l3Nrn. M. 2.50. «Ein deutsches Familienblatt. 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