Erstes Blatt. E3 153. Jahrgang Äohole- u. Zweigstellen monatltd) 65 Pb: durch drePoft Mk.2.— viertel- lährl. auLschl. Bestellg. Annahme von Anzeigen tüt öie Tagesnummer bis DocmUtagS 10 Uhr. ßettenpte»; total 125*1 auSrvärtt 20 Pfg. BeraalrvarrNch füx den polst, und aUgem. Xetti P. ötittoi für »Stadt und ßanb* und ,(Sertd)tß|aal *: Ul u au ft Götz i für den An- jetgentetl: Han« Beck. Mr. SOS iLgktch außer Sonntags. Dem GiestenerAnzeiger werben im Wechsel mit dem Sesfischen Landwirt die Gießener KamUieu. blätter viermal in der Woche beigelegL -totattonSdruck u. Vertag der Brüh l'sch«, Unweich-Buch- u.Estein- druckerer (Pietsch Erben) Kedaktton. Expedition und Druckerei: Schnlstratze 7. Adresse für Depeschent Anzeiger Gießen. Fernfprcchanschluß Nr. 5L Montag 7. September 1903 Vezngdprersr monallich75Ps^ viertel- täbrlid) Mk, 2L0; durch SietzenerAnzeiger General-Anzeiger v '06a? Amts- und Anzeigeblatt für den Ureis Giehen Politische Tagesschau. Der Tabak als Steuerquelle. An den Wechsel in der Leitung des Reichssch,atzamts hat sich eine ausgedehnte Erörterung über die Reichsfinanz- resorm und die Aussichten auf eine stärkere Betastung des Tabaks geknüpft. Offenbar herrscht noch immer in denjenigen politischen Kreisen, die eine neue Täbaksteuervor- lage kaum noch erwarten können, eine übertriebene Vorstellung von der unversiegbaren Gold quelle, die angeblich der Tabak für die Finanzen des Reiches darstelle. Zunächst befindet sich das Tabakgewerbe schpn seit Jähren in einer andauernd ungünstigen Lage und dieAussichtenaufBesserungsindnochsehr »venig greifbar, wie erst neulich die Gießener Dissertation des Ulmer Handelskammersekretärs Ke h m bewies, die wir cm dieser Stelle ausführlich besprochen haben. Wohl aber müssen Beunruhigungen oder gar positive Neubelastungen bezw. Hemmungen die Ertragsleistungen des Objekts für das Reich dauernd schwächen. Die Finanz- kundigen sind in ihrer großen Mehrheit ohnehin darüber einig, daß der Tabak, wie immer man ihn steuerpolitisch anfasse, dem Deckungsbedar s gegenüber schwer- lij.ctz mehr als ein gutes Trinkgeld ab werfen kann. Wer, bemerkt hierzu die „Dtsch. Tagesztg.", die Bestrebungen, welche auf ernstliche Herstellung des Gleichgewichts in den Finanzen äbzielen, näher verfolgt hat, wird wissen, daß sdkie künftigen Handelsverträge für sie ganz anders mitsprechen, als augenblicklich zu erkennen ist. Tas Thema steht heute im Hintergründe, — die Regierung hat ihren keineswegs unberechtigten Einwand, daß stetes Treinreden nur schade, der öffentlichen Meinung zur Richtschnur gemacht. Den realen Dingen wird aber auch durch die beste Taktik kein anderer Wert verliehen, als sie besitzen, und so würde die Rubrik „Tabak" künftig ein enttäuschungsreiches Kapitel im Reichshaushalt sein, wenn man nicht bei guter Zeit davon Abstand nimmt, ihm die Eigenschaften einer unversieglichen Goldquelle zuzumuten. Sie ist dem sonst trostreichen Kraute nicht verliehen. ________ Nationalsoziales. In der „Hessisch. Landesztg.", deren Verleger der Reichstagsabg. v. Ger lach in Marburg ist, wird in einem Leitartikel über den „Göttinger Aus gang" ausgeführt, daß der Widerstand innerhalb der nationalsozialen Bewegung, wenn auch nicht zahlenmäßig, so doch moralisch zu stark gewesen sei, um einen Parteibeschluß aus den Anschluß an die Freisinnige Vereinigung empfehlen zu können. So habe der Vorschlag eines Gegners der Fusion gesiegt, den Naumann und der Vorstand akzeptierten und den der Vorstand unmittelbar vor dem Parteitag zu seinem Antrag machte. Man verzichtete daraus, eine bestimmte gemeinsame Parole für bie parteipolitische Zukunft der bisherigen Nationalsozialen auszugeben. Tarin gab man von feiten des Vorstandes den Fusionsgegnern nach. Diese aber haben damit erreicht, was für sie überhaupt noch erreichbar war, nachdem eine Fortsetzung der national- sozialen Parteipolitik im bisherigen Rahmen ausgeschlossen erscheinen mußte; denn sobald der Parteitag als solcher nicht den Anschluß an die Freisinnigen empfahl, wurde dieser Anschluß eine Privatsache derer, die dazu Lust hatten, nicht eine offizielle Parteiparole der bisherigen nationalsozialen Bewegung, wie es der eigentliche Wunsch Nau-- manns und der anderen Fusionsfreunde gewesen war. Allerhand Neues von Bebel und vom „Vorwärts". Bebel veröffentlicht in der „Leipz. Volksztg." zwei vom „Vorw." abgelehnte Erklärungen zur Vice- Präsidentenfrage und richtet die heftigsten Anklagen gegen den Vorwärts, Auer und Gerts et). Er erklärt, man habe ihn mundtot machen wollen, und stellt in Dresden eine gewaltige Gene- ralabrechnun g in Aussicht. Wie der ,Morw." mitteilt, ist der wegen der Kaiser- rnselasfaire vor etwa 14 Tagen verhaftete Redakteur Leid gestern aus der Unt er) uchun gsh ast entlassen worden. Ferner meldet der „Vorw.", es ging ihm vor einigen Wochen ein Bries eines bei einem Berliner Regiment dienenden Soldaten zu, in welchem sich dieser in zum Teil erregten Worten über Mißstände in einer genau bezeichneten Kompagnie beschwerte. Es wurde Klage geführt über einen Hauptmann, unter dessen militärischen Anordnungen die Mannschaften schwer litten. Es wurde insbesondere ein Fall bezeichnet, in welchem die Lienstuberanstrengung zur Folge hatte, daß ein Soldat wegen Tiensluntauglichkeit entlassen werden mußte. Da bei der Redaktion des „Vorw." die Richtigkeit dieser Angaben nicht kontrolliert werden konnte, machte ein Berichterstatter dem betreffenden Kommando Mittellung von der Beschwerde des So Daten, ohne dessen Namen zu nennen. Ter Oberst des Regiments erwiderte, daß eine Untersuchung nicht eingeleitet werden könne, weil der Beschwerdeführer nicht bekannt sei. Nach einiger Zeit wurde Rehbein vor oas Militärgericht geladen, wo er erfuhr, daß in der Tat der Soldat, dessen Name im Briefe genannt war, wegen Krankheit entlassen werden mußte. Tie Ueberanftreng- ungen seien aber nicht unmittelbare Ursache seiner Dienst- lntauglichkeit gewesen. Er sei vielmehr schon krank in die Armee eingetreten. 8iehbein wurde dringend nach dem Namen des Briefschreibers gefragt, lehnte aber jede Aus- kunst ab. Wegen der Zeugnisverweigerun g wurde Rehbein zu 10 Mk. Geldstrafe verurteilt und außerdem gestern morgen aus dem Bette heraus in seiner Wohnung verhaftet. Deutsches Keich. Berlin, 5. Sept. Die große Anlage vor dem Brandenburger Tor mit den Denkmalen des Kaisers und der Kaiserin Friedrich soll nach einem jüngst vom Kaiser ausgesprochenen Wunsche bestimmt am 18. Oktober, dem Geburtstage Kaiser Friedrichs, enthüllt werden. — Der Groß Herzog von Hessen trifft in Kiel zum Stapellauf des auf der Germaniawerst erbauten Linienschiffes „£" am 17. d. M. ein. Da die Schwester- schisfe dieses Neubaus bereits die Schiffsnamen „Mecklenburg", „Braunschweig", „Elsaß" rc. führen, darf es als feststehend betrachtet werden, daß der Neubau „L" den Namen „Hessen" führen wird. Mit diesem Stapellaus wird das erste der für das Rechnungsjahr 1902 bewilligten Linienschiffe zu Wasser gebracht werden; der Schwesterneubau „K", den der Stettiner Vulkan in Arbeit hat, soll erst im Lause des Winterhalbjahrs folgen. Am 22. September soll dann der kleine Kreuzer „Ersatz Zieten^, den die Danziger Marinewerft baute, gleichfalls von Stapel lausen. — S. K. H. der Großherzog begiebt sich vorher zum Besuche des Prinzenpaares Heinrich nach Hemmelmark. In seiner Begleitung wird sich Generalmajor v. Wachter befinden. — In einert allgemeinen Betrachtung hat die „Post" die Zuschrift eines Lesers mitgeteilt, der aus angeblich sicherer Quelle erfahren haben will, daß Minister v. Miquel kurz vor seinem Tode folgendes geäußert habe: „Es sei ihm früher die der französischen Regierung vor der Revolution nachgesagte Schwäche unbegreiflich erschienen; jetzt, wo er sehen müsse, wie die deutsche Reichsregierung verfahre, sei er anderer Ansicht geworden." — Damaschke schreibt, er habe nicht die Absicht, den Bund der Bodenreformer, der politisch durchaus neutral sei, zu einer besonderen politischen Partei zusammen- zusühren. Eine solche Absicht sei daher auch nicht der Grund, weshalb er sich von der Fusion mit der Freisinnigen Vereinigung ausschließe. — Tie Fortsetzung der Verhandlung des deutschrussischen Handelsvertrages soll im November in Berlin stattfinden. — Tie „Zukunft" teilt folgenden Vorfall mit: Als neulich den Offizieren eines deutschen Schiffes im Hafen von New-Orleans die Zig- garren konfisziert wurden, die sie in Mexiko für ihre Verwandten eingekauft hatten, ging eine Beschwerde an Herrn Speck von Sternberg und an den Kanzler des Deutschen Reiches. Der Botschafter antwortete, ein Schiff müsse die Gesetze des Landes kennen, das es anläuft (in diesem Fall also eine seit Jahrzehnten obsolete Bestimmung von 1859); und aus Berlin kam der Bescheid: „Der Reichskanzler wünscht, daß diese Angegen- t)eit fallen gelassen wird." (Welch ein Deutsch!) Kurz vorher hatten Engländer, die von demselben Mißgeschick betroffen worden waren, durch einen energischen Eingriff des Londoner Marineamts ihr Eigentum zurückerhalten. Womit denn wieder bewiesen wäre, daß Großbritannien mit den Vereinigten Staaten nicht so intim befreundet ist, wie das von Specky, dem Tüpfelchen, vertretene Reich. Tie Verantwortung für diese Geschichte überlassen wir der „Zukunft". — Die „Voss. Ztg." schreibt in einem Artikel: „Das Wachstum der Sozialdemokratie auf dem Lande": „Es gehört kein großes „Maß von Intelligenz dazu, um einzusehen, daß gerade die Erhöhung der Agrarzölle auf dem Lande und in der Kleinstadt den Sozialdemokraten Wasser auf die Mühlen geliefert hat." Im Gegensatz zu dieser Ansicht steht eine Erklärung, die auf der Parteikonferenz für den Wahlkreis Friedber g-Büdingen der dort führende „Genosse" Bus old abgegeben hat: „Der Zolltarif war in dem meist ländlichen Wahlkreise keine zugkräftige Wahlparole". Dresden, 5. Sept. Der deutsche M i e t e r k o n g r e ß, der von Vertretern der -Stadt begrüßt wurde, sprach sich gegen private Mietschiedsgerichte, aber für Einigungsämter aus. Leipzig, 5. Sept. Ter Beschwerde der wegen Maje - stätsbeleidigung verhafteten drei sozialdemo- kratischenRedak teure Lüttich, Hellmann und Schöps- lin wurde keine Folge gegeben. Unter dem Verdachte der Mittäterschaft wurde nun auch der Metteur der „Leipz. Volksztg.", Max Schmidt, verhaftet. Ausland. Paris, 6. Sept. Nach Meldungen aus Algier wurde bei Elmungar ein Konvoy von Räuberbanden überfallen. Bei dem blutigen Kämpfe sind mehrere Offiziere und Sodaten getötet und verwundet worden. Der Konvoy war von einer berittenen Kompagnie der Fremdenlegion begleitet. Einige Kaufleute, sowie zwei Frauen, die ebenfalls an dem Zuge teilnahmen, werden vermißt. Sie sind jedenfalls entführt. — „Petit Journal" teilt mit, sowohl das Ministerium des Auswärtigen wie die russische Botschaft hätten erklärt, daß von einer nahe bevorstehenden Reise des Kaisers von Rußland nach Frankretch nicht die Rede sei. Madrid, 6. Sept. Der Ministerrat ermächtigte die Bank von Spanien, die Zinsen der garantierten Anleihen der öffentlichen Schuld auf 4i/s Prozent zu erhöhen und genehmigte auch die Zulassung der mit Garantie spanischer Bankiers ausgestatteten marokkanischen Obligationen zur Notierung an free Börse Wien, 6. Sept. Wie das „N. W. T." erfährt, wird GrafBülow sich n i ch t in der Begleitung Kaiser Wilhelms auf dessen Reise nach Wien befinden. — Das Reiseprogramm des Zaren hat insofern eine Aenderung erfahren, als derselbe nach Beendigung der Hochwildjagden in Steiermark nicht mehr nach Wien zurückkehrt, sondern die Fahrt von dort direkt nach Darmstadt fortsetzt. Ende Oktober wird der Zar in Begleitung der Zarin von Darmstadt nach Rom reisen. Sofia, 5. Sept. Finanzmini ft er Manuschew ertrank am Lanvungssteg des Euxinograder Palais infolge bewegter See und trotzdem Hilfe geleistet wurde. S e m l i n, 6. Sept. Hier aus Nisch eingetroffene Meldungen bestätigen, daß auf König Peter ein A11en- ta tsversuch gemacht worden sei. Als er am Nachmittag in offenem Wagen das Palais verließ, wurhe der Wagen mit Steinen beworfen. In der Nähe des Palais wurde aus einem Hause ein Revolver schuß abgefeuert, der aber nicht traf. Der König wurde durch einen Steinwurs an der Wange verletzt. New York, 5. Sept. Ein geistesgestörter deutsch-ame-- rikanischer Photograph wurde wegen Bedrohung des Lebens des Staatssekretärs Hay verhaftet. Er bat seit zehn Jahren das Staatsdepartement, ihm gegen die deutsche Regierung zu seinem vermeintlichen Recht zu verhelfen. Iic Kauptvelsammtung des Kewervevereins für das Krotzyerzogtum hat in Mainz jiattge-furuoen und wurde, wie uns von dort geschrieben wird, durch den Vorsitzenden der Zentralstelle für die Gewerbe, Regierungsrat Noack mit einer Begrüßungsanspracye der Gäste und Mitglieder eröffnet. Als Vertreter der Regierung waren anwesend Oberregierungsrat Dr. Holzinger-Darmstadt und Reg.-Assejsor Dr. Muller-Darmsradt, für die Provinzialdirektion Regierungsrat Kreisamtmaiin Steeg-Diainz. Ter Vorsitzende gab zunächst einen kurzen Bericht aus der vielseitigen Tätigreit des Vereins. (Der ausführliche Bericht ist uns bereits zugegangen. Wir werden davon einen Auszug bringen. D. Red.) Als Ort der nächsten Hauptversammlung wurde hierauf mit großer Majorität Nidda gewählt. Lieber die Pensionskasse selbständiger Gewerbetreibender berichtete hierauf der "Vorsitzende der Altersund Invalid itätsversicherungsanstalt Darmstadt, Regierungsrat Tr. Dietz Der Redner führte u. a. folgendes aus: Versicherungstechniker hätten eine Anzahl Vorschläge zur Erleichterung der Versicherung gemacht, doch gebe es nur ein sicheres Mittel, die Z w a n g s v e r s i ch e r u n g, die man zwar nicht gern aceeptiere. Damit fei der Anschluß an die vorhandene Anstalt gegeben, wenn man in erster Linie die Invaliditäts-Versicherung und nicht die Altersversicherung ins Auge fasse. Durch das damit verbundene Heil- versahren, das keine andere Anstalt bieten könne, seien besondere Vorteile geboten; die Anstalt habe z. B. im Jahre 1902 1295 Personen mit einem Kostenaufwand von 380 000 Mk. das Heilverfahren zuteil werden lassen. Nötig sei hierbei auch, daß das gesamte Handwerk eingeschlossen werde, schon um das Gefühl der Zusammengehörigkeit aufrecht zu erhalten. An der anschließenden Diskussion beteiligten sich die Herren Heiles-Osfenbach, Engelbach- Darmftadt, Kahl-Darmstadt, Marvurg-Michelstadt, Machweit-Alzey, Petri-Gießen. Es geht daraus die allgemeine Ansicht hervor, daß es wohl schwer sei, einen Staatszuschuß, der unbedingt erforderlich sei, zu erhalten, daß damit aber die Versicherung stehe oder falle. Dabei sollen bei Einkommen bis zu 2000 Mk. die bisherigen Lohn- rlassen zur Anwendmig kommen, lvährend bei Einkommen von 2000—5000 Mk. neue Lohnklassen gebildet werden müßten. Schließlich werden nachstehende Leitsätze mit großer Majorität angenommen: Tie Hauptversammlung der Mitglieder des Landesge- werbevereins am 6. September zu Mainz beschließt: 1. Die Vereinsvorftände zu ersuchetl, mit allen zu Gebote stehenden Mitteln dahm zu wirken, daß die selbständigen Handwerker von dem Rechte der Selbstversicherung beziehungsweise Weiterversrcherung gemäß § 14 des Jnvalidenversccherungsgesetzes Gebrauch machen. 2. An den Herrn Reichskanzler (Ministerium des Innern) die Bitte zu richten: a) Die Frage der Erstreckung der Jnvalidenversicher- ungspflicht auf alle selbständigen Handwerker einer eingehenden Prüfung zu unterziehen uno die zu ihrer Herbeiführung erforderlichen Maßnahmen in die Wege zu leiten, indem durch Gesetz das Jnvalidenversicherungsgesetz auf alle selbständigen Handwerker ausgedehnt wird. b) Für den Fall der Ausdehnung der Versicherungspflicht auf selbständige Handwerker ferner in Erwägung zu ziehen, ob nicht durch Schaffung weiterer Lohn- klassen (§ 32 des Jnvalidenversicherungsgesetzes) auch Renten von höhereni Betrage gewährt werden können. Durch Gewerbeschulinspettor M e y e r - T a r m st a d t folgen hieraus Mitteilungen über den Stand des gewerblichen Unterrichtswesens in Hessen, aus denen hervorgeht, daß im Schuljahr 1902/03 in 114 Handwerkerscyulen 7900 Schüler unterrichtet wurden, also gegen das Vorfahr eine Zunahme von 600 Schülern. In den 42 gewerblichen Fortbildungsschulen wurden 1119 Lchüler mehr wie Dori)er unterrichtet. Tas Gesamtresultat beträgt 12 769 Schüler und 64 Schülerinnen. Es ist ersichtlich in allen Schulen mit großem Fleiß gearbeitet worden. Ter Vorsitzende Reg.-Rat Dr. Noack dankte dem Redner und hofft, daß durch rastloses Weiterstreben es bald gelingen werde, daß die dem Verein durch das Ber- trauen der Regierung übertragene Pflicht zur Leitung des Unterrichtswesens bald in höchster Vollendung erfüllt werde. Zum Schluß spricht noch Handwerkskammersekretär Engelbach über die schon beschlossene, aber durch das neue Reichsversicherungsgesetz notwendig gewordene ander- weite Untnxmbluug der Sterbekasse für Mitglieder des LandeSgewerbeverelns. Damit war die interessante Tagesordnung geschlossen. An dem sich anschließenden Festmahl beteiligten sich etwa 150 Personen. Oberregierungsrat Hölzinger toastete aus Kaiser und Großherzog, Regierungsrat Noack auf die Stadt Aiainz und deren Gewerbeverein, Regierungsrat Dr. Steeg-Mainz auf den Landesgewerbeverein, d.w zweite Vorsitzende des Mainzer Gewerüevereins, A. Allendorf, auf die Großh. Zentralstelle und den Vorsitzenden Regierungsrat Noack, Fabrikant Jochem- Worms auf die Großh? Staatsregierung. Während des Essens konzertierte die Kapelle des Jnf.-Regts. Nr. 88. Am Abend fand im „Heiligen Geist" Begrüßung der Verbandsmitglieder der deutschen Gewerbevereine statt, der gut besucht war und einen fidelen Verlauf nahm. Aus Sind! uni) Kmw. Gieß en, den 7. September 1903. -rachrichten über bemerkenswerte Vorkommnisse in Stadt und Land werden stets gern entgegengenommcn und angemessen honoriert! ** Se. Königl. Hoheit der Großherzog wird, wie man uns mitteilt, gelegentlich feiner Anwesenheit hier am 10. d. Mts. folgende Straßen und Plätze passieren: Bahnhofstraße, Alicestraße, Ludwigstraße, Ludwigplatz, Gründergerstraße; demnächst Moltkestraße, Ostanlage, Mar- bu^gerstraße und alsdann Ostanlage, Südanlage, Frankfurterstraße, Liebig- und Bahnhofstraße. Tie Bewohner der Stadt werden somit in die Lage kommen, zu dem festlichen Tage ihre Käufer mit Fahnen zu schmücken. ** Die Tr anun g der Prinzessin Alice von Battenberg mit dem Prinzen Andreas von Griechenland findet, wie uns eine Frankfurter Korrespondenz meldet, der wir auch die VerarMvortung dafür überlassen müssen, sowohl nach protestantischem wie griechisch- katholischem Ritus statt. ** Vom Manöver des 18. Armeekorps. Tie Brigadebesichtigungen finden in dieser Woche durch den kommandierenden General von Lindeguist und dem Divisionskommandeur Frhrn. von Gall statt, und zwar hat die 49. Infanterie-Brigade (115er, 116er, 168er) ihre Besichtigung heute, • am 7. Sept, auf dem Exerzierplatz bei Dcrrmstadt- Griesheim, die 50. Infanterie-Brigade (117er, 118er) am 9. Sept, bei Rechtenbach, die 25. Kavallerie- und 25. Artillerie- Brigade in der Gegend Wetzlar-Ehringshausen. Die Artillerie- Brigade (25er, 61er) ist schon seit der verflossenen Woche im Manöoergelände; die 61er hatten am 3. und 4. Sept., die 25er haben am 8. Sept. Scharfschießen bei Hermannstein. Die Kavallerie-Brigade hat in den letzten Tagen Darmstadt verlassen und befindet sich auf dem Marsch im Quartier in Friedberg und Umgegend. Im Manöver wurden die 24er Dragoner der 49., die 23er der 55. Infanterie-Brigade zu- getellt. Die 49. Jnf.-Bngade (115er, 116er, 168er) verläßt am 10. Sept, früh Darmstadt-Griesheim und wird per Bahn über Frankfurt und Gießen nach den Kreisen Marburg und Biedenkopf verbracht, die 116er steigen in Sarnau aus. Von hier aus rückt die Brigade südwärts gegen die 50. Brigade (117er, 118er). Diese verläßt am 9. September nach der Besichtigung die Kaserne in Gießen, bezw. ihre Quartiere bei Hörnsheim und Rechtenbach, die 117er kommen nach Weilmünster, die 118er nach Burgsolms und Braunfels; am 10. Sept, haben die 118er Blwack bei Ehringshausen. Die 50. Jnf.-Brigade marschiert am 11. Sept, ab nordwärts bis Offenbach und Gladenbach, wo die Gefechte gegen die 49. Brigade stattfinden. Am 18. Sept, haben die 117er, 118er, die Dragoner und Artillerie Biwack südlich von Altenkirchen; am 19. und 20. konzentriert sich die ganze Division uni Wetzlar, der Stab kommt nach Burgsolms, um von hier aus am 21. Sept, über Meerenberg gegen die 21. Division zu rücken, welche aus der Gegend Rommrod im Westerwald und Hadamar erwartet wird, wo sie ihre Brigademanöver hatte. ** Der Herr im Damenkoupee. Auf dem Hauptbahnhofe zu Kopenhagen spielte sich, wie wir in einem Berliner Blatte lesen, folgende Szene ab. Ein Eilzug sollte in einigen Minuten abgehen, als ein eleganter Herr in einem Damenkoupee Platz nahm. Die schon darin sitzenden Damen protestierten und riefen den Schaffner, der den Herrn auf diese Verletzung des Reglements höflich aufmerksam machte. Der Herr wollte jedoch trotz wiederholter Aufforderungen nicht aussteigen, und der Schaffner war genötigt, den Bahnhofsvorsteher zu rufen. Dieser vermochte auch nichts auszurichten. Zuletzt reichte der Fremde ihm seine Visitenkarte und der Inspektor las: „C. Hage, Verkehrsminister." Allgemeine Verwunderung, von Entschuldigungen gefolgt. Die Damen wurden ersucht, in einem anderen Waggon Platz zu nehmen, und der Zug setzte sich in Bewegung. In Kopenhagen ist man über den Vorfall (mit Recht) sehr entrüstet. Man muß jedenfalls annehmen, daß ein Unbefugter mit der Karte des Ministers Mißbrauch getrieben hat. — Bei uns zu Lande nehmen bisweilen Elsenbahnbeamte auch nicht genügende Rücksicht auf Insassinnen von Damenkoupees. So wird^ uns erzählt, daß gestern mittag auf dem Hauptbahnhofe zu Frankfurt in einem Damenabteil, in dem sich bereits ein paar nach Gießen reisende Damen befanden, von dem Schaffner ein sehr umfangreicher Herr (nicht Exz. Budde) einen Platz angewiesen erhielt. Als die Damen sich dagegen auflehnten mit den Worten, das fei doch vorschriftswidrig meinte der Schaffner barsch: ,2er Herr Bahnhofsvorsteher weiß das doch wohl besser als Sie!" Langgöns, 6. Sept. Im Beisein des Provinzial- oirektor Dr. Breidert-Gießen fand dieser Tage eine Besichtigung des hiesigen Bahnhofsviadukts statt Es wurde cm Beschluß dahingehend gefaßt, mit der Kos Eisenbahndirektion Frankfurt a. M. em Abkommen zu treffen wonach die Eisenbahndirektion den alten Viadukt bis zur Scheitelhöhe erweitert und den neuen Viadukt in Eisenkonstruktion herstellt. Als Gegenleistung verlegt der Kreis Gießen bezw. die Gemeinde Langgöns die Kreisstraße Langgöns- Neuhof in der Weise, daß diese nicht mehr läiigs der Bahn herunterführt, sondern in vorteilhafter Weise durch das Feld führt. Der Kreisausschuß, der Gemeinderat, die Oberbahnbehörde, sowie Schuchardt-91euhos waren zugegen. r. Langsdorf, 5. Sept. Heute abend wurde hier durch Bürgermeister Köhler-Langsdorf und Turnlehrer Langsdorf aus Lich ein Turnverein begründet, dem 28 Mann als Mitglieder beitraten. Mehr als die doppelte Anzahl Mitglieder wird innerhalb der nächsten 14 Tagen dazukommen. 1. Sprecher ist Gastwirt Heinrich Koch, Schrift- wart Otto Fritz und Rechner Hermann Bender I. Die regelmäßigen Hebungen werden jeden Sonntag abgehalten. Z Butzbach, 6. Sept. Der Sedantag ivurde von unserem Kn eg er verein heute vormittag durch einen gemeinsamen Kirchgang nut der Fahne gefeiert. — Am Nachmittag wurde bei prächtigem Wetter ein von dem hiesigen Turnverein veranstaltetes Sommerfest im nahen Zipfenwald abgehalten. Um 2 Uhr bewegte sich vom Wetzlarer Tor ein stattticher Zug unter Musik durch die Stadt nach dem Walde, wo auf dem schönen Festplatze die Kapelle des Infanterieregiments Nr. 117 konzertierte. Alsbald begann auch das Wetturnen der Turner und Schüler, dem sich ein Schauturnen der Mädchen und verschiedene Kinderspiele anreihten. Gegen 7 Uhr ging es wieder im Zuge unter Musik in die Stadt. Nach 8 Uhr fand im Saale des „Hess. Hofes" Konzert, Schau- und Wetturnen nebst Preisverteilung statt, worauf ein Tanzvergnügen folgte. § Ni oder-Weisel, 6. Sept. Heute nachmittag wurde auf der als Festplatz Hingerichteten Vorderweide das Ab- turnen des hiesigen Turnvereins abgehalten. Es sanden volkstümliche und Geräte-Uebungen statt, worauf die Preis- verteilung folgte. r. Eber stad t, 5. Sept. Bei einer in dieser Woche stattgehabten Hasenjagd wurde als Seltenheit ein beinahe weißer Hase geschossen. Dem alten schlauen Tier wurde schon feit vier Jahren nachgestellt. — Das Gewitter am Freitag morgen brachte uns den stärksten Regen in diesem Jahr e. Glücklicherweise ist alle Körnerfrucht eingeerntet und nur das Grummet naß geworden. Aom Hessischen Kewerve. Ter Großh. Hessische Gewerbe-Verein hak sein 67. Vereinsjahr mit einem sehr ausführlichen Jahresbericht aus der Feder des Großh. Gewerberates, Ferdinand Reuter, angetreteu. Ter Bericht entwirft ein Bild von dem Anwachsen des jetzt aus 116 Ortsgewerbeverettien und 10 688 Mitgliedern bestehenden stattlichen Bundes, in welchem die Erkenntnis von dem Werte des Zusammenschlusses und der Berufsbildung auch außerhalb der Werkstatt glänzende Fortschritte zeigt. Nicht ohne Grund wird auch hervorgehoben, daß dem Hessischen Landesgewerbeverein in diesem Jahre die Bor- ortschast des Verbandes deutscher Gewerbevereine, die elf Jahre lang in den Händen des Kölner Gewerbevereins lag, übertragen worden ist, unter folgendem Verbandsvorstand, wohnhaft in Tarmsladt: Noack, Regierungsrat, 1. Vorsitzender; Reuter, Gewerberat, 2. Vorsitzender; Berndt, geh. Baurat, ord. Professor; Gantz, Maurermeister; Attrr- kus, Lithograph; Schaub, Zimmermeister; Schlager, Fabrikant; Wiener, Dr. und ord. Professor; Mahr, Revisor, Verbandssekretär und Götz, Verbandsrechner. Von BereinSpietät zeugt die Liste der im letzten Jahre verstorbenen 74 Mitglieder des Gewerbevereins. Auch den geschäftlichen und gewerblichen Klagen aus den Vereinen wird gebührende» Beachtung geschenkt. Ausführlichen Einblick in die Mittel und Wege zur Förderung der Berufslehre für Meister, Gesellen und Lehrlinge gewährt der Bericht durch Aufzählung der Lehrwerkstätten, Meistersachkurfe und Luchhaltungskurfe, sowie der Vereinsbibliothek, der Umlaufsmappen und Vereinssamm- lungen, auch der Vereinszeitschrift, des Hessischen Gewerbeblattes imfro. und die hierfür aufgebotenen eummen gereichen der Grotzherzoglichen Zentralstelle für die Gewerbe zur höchsten Ehre. Tas Gewerbeblatt, redigiert von Gewerberat Reuter, erscheint zur Zeit in einer Auflage von 11100 Exemplaren. Von den oben erwähnten 116 O r t s g e w e r b e - Verein e n entfallen 19 auf Rheinhessen, 26 auf O b e r h e s s c n und 71 aus Starkenburg. Die tleinste M it g l i e d e r z a h l eines Vereins beträgt 14 (in Neustadt i. O., Rumpenheim und Sensbach), die größten 206 (in Bingen), 317 in Gießen-, 410 (in Worms), 492 (in Offenbach am Main), 516 (in Mainz) und 616 (in Darmstadt). Tas gewerbliche Unterrichtswesen in Hessen erfreut sich hoher Blute, denn außer der Technischen Hochschule in Tarmstadt stehen folgende Anstalten im Dienste von Gewerbe und Industrie: 1. die Großh. Landesbaugewerbeschule in Tarmstadt; 2. die Großh. Fachschule für Elfenbeinschnitzerei in Erbach i. O.; 3. die Großh. Web schule in Lauterbach; 4. die Kunstgewerbeschule und Handwerterschule in Mainz; 5. die'technischen Lehranstalten in Offenbach a. M.; 6. die Baugeweri- und Gewerbeschule in Bingen; 7. zehn Gewerbeschulen: in Alsfeld, Alzey, Bensheim, Büdingen, Tarmstadt, Friedberg, Gießen, Michelstadt, Nidda und Worms; 8. 113 Lonntagszeichenschulen, teilweise mit Wochenunterricht, und 9. 42 gewerbliche Fortbildungsschulen für die nicht zeichnerischen Fächer. Sämtliche Anstalten stehen unter Leitung der Großh. Zentralstelle in Tarmstadt, unterstützt durch eine Handwerkers chul-Kommissiori. Tie Gesamtzahl der Schüler beträgt 10 150 und die ihrer Lehrer 346. An der Spitze der Zentralstelle stehen Regierungsrat Noack und Gewerberat Reuter. Vermischtes. * Breslau, 5. Sept. Tie Frau des Hefefabrikanten Jung wurde gestern in ihrer Wohnung durch einen in Frauerikleider gehüllten M ann mit einem Stein niedergeschlagen, sodaß sie den ganzen Tag über bewußtlos war. Es fchemt sich um einen sorgfältig vorbereiteten Raub überfall zu handeln. — Ter Wagen- meister Büttner wurde gestern mittag von der Maschine eines einlaufenden Zuges erfaßt und so schwer verletzt, daß er bald darauf starb. * P a r is, 6. Sept. Ein Du e l l soll heute zwischen dem Mg. Gerault Richard und dem Direktor des Blattes L'Action wegen einer Zeitungspolem.it stattgesunden haben. * Paris, 5. Sept. Infolge Versagens der Steuerung rannte gestern in der Nähe von Corbeil ein Automobil mit solcher Heftigkeit gegen eine Telegraphenstange, daß zwei. Insassen oes Fahrzeuges, Frau und Schwägerin des Besitzers des Automobils, aus demselben her ausge- jchleudert wurden und so schwere Verletzungen erlitten, daß sie kurz darauf verstarb en. "Brände. In Siegburg wurde die Kattunsabrik vormals Rolfs u. Co. teilweise durch einen Brand zerstört. D-ie Strafanstalt und mehrere andere Gebäude standen eine zeitlang in Gefahr, auch von dem Feuer ergriffen zu werden. Verschiedene Arbeiter wurden schwer verletzt. — In M eide- rich brannte auf der elektrischen Kraststation ein Wagenschuppen vollstänoig nieder. Ein Wagenmaterial im Werte von 400 000 Mk. ist vernichtet. Ter Gesamtschaden beziffert sich auf eine Million Mark. Der Staatsbahnverkehr ist völlig unterbrochen. Kunst und Wissenschaft. * * Von den Wimpfen er Festspielen. Ein Herr- sicher Septembertag lag am 3. September über dem bis in die kleinsten Gassen festlich gefepmüeften Städtchen Wimpfen, das die Freude und Ehre hatte, seinen Lau d es Herrn zur Feier der hundertjährigen Z u g e h ö r i g k e i t z u Hessen begrüßen und ihm das Festspiel vorfuhren zu dürfen. Nacl)dem S. K. H. der Großhcrzog am Morgen die eben restaurierte Stiftskirche, dieses Kleinod frühgotifcher Baukunst, wie es nicht viele im deutschen Lande gibt, besichtigt und das ühm von der Stadt gegebene Frühstück im Mathilden bad eingenommen hatte, begab er sich in das Festspielhaus, das von einer festlichen Menge dicht besetzt war. Die Festvorstellung zeichnete sich von den anderen durch die eigens hierfür koniponierte Musik des Reallehrers 51. Dotter aus, die von der Kapelle des 4. württembergischen Infanterieregiments unter des Komponisten Leitung ausgeführt wurde. Besonders gefiel das Vorspiel zum zweiten Stück: „Unruhige Ostern" und das Soldatenlied aus dem 30 jährigen Kriege, welches das dritte Stück eröffnete. Die Spieler taten ihr Bestes vor ihrem Landesherru und spielten so flott, daß es eine Helle Freude war. Reicher Beifall des Großherzogs und seines Gefolges sowie des Publikums lohnte die Darsteller. In den Pausen ließ sich der Großherzog von Darstellerinnen im Kostüm einen Ehrentrunk reichen, unterhielt sich mit ihnen auf das freundlichste und spendete den Spielern volle Anerkennung. Am gestrigen Sonntag sand eine Wiederholung statt. Die letzten Aufführungen sind am 9., 12. und 1$ September. — Der bekannte Lustspieldichter Gustav v. Moser, der sich jetzt zur Kur in Warmbrunn befindet, ist sehr leidend; das Gehen wird ihm schwer. Brüssel, 5. Sept. Ter internationale Kongreß für Hygiene sprach sich in Resolutionen aus für Ernennung einer- internationalen Kommission zur Prüfung der Sera, schärfere Maßregeln gegen M i l ch f ä l s ch u n g e n, Verbot verfälschter Konserven, Kontroile kalkhaltiger Brunnen, gesetzliche Aiaßregeln zum Schutz der Bleiarbeiter, Ersetzung des Bleiweiß durch eine harnrlose Substanz, Ernenlumg von Schulärzten und Gründung von S c() ulen für a no rm a l eK i n d e r, Absonderung derNialaria- kranken und Verbesserung des irrenärztlichen Studiums. Beinahe alle Delegierten verwarfen die These Kochs über die Ungefährlichkeit der Tiertuberkulose für d e n M e n s ch e n. Die Sektioii für Tuberkulose nahm mit großer Aiehrheit einen Kompromißantrag an, der besagt, die Tuberkulose sei speziell ü b e r t r a g b a r vom Atenschen auf den Menschen. Nichtsdestoweniger liege beim gegenwärtigen Stande der Forschung Anlaß vor, hygienische Maß- nahnien zur Verhinderung der Uebertragung von Tiertuberkulose auf Atenschen vorzuschrelberi. Universitüts-Nachrlchlcil. — Ter ordentliche Professor Geh. Kirchenrat D. Ferdinand Katlenbusch zu Gießen ist zum ordentlichen Professor in der theologischen Fakultät der Universität zu Göttingen ernannt worden. — Der außerordentliche Professor Dr. Erich Jiing zu Gießen ist zum aiißerordentüchen Professor in der juristischen Fakultät der Univ. Greifswald ernannt. Gerichts saal. sä. D a r m st a d t, 6. Sept. (Kriegsgerichtssitzung vom 3. Sept.). Der Atusketier K. L. von der 10. Kompagnie Infanterie-Regiments Nr. 116, wegen unerlaubter Entfernung vorbestraft, ist am 16. August wiederum ohne Grund einen Tag voii der Kaserne weggebliebeii und wird dafür zu 4 Wochen strengen Arrest verurteilt und in die zweite Klasse des Soldatenstandes versetzt. — Ter Alusketier H. B. aus Maulbach von der 3. Konipagnie Infanterie-Regiments Nr. 116 hat einem Oberleutnant der Reserve, zu dem er als Bursche kommandiert war, bei drei verschiedenen Gelegenheiten Geldbeträge aus der Hose gestohlen und verschiedene kleinere Beträge, die er zu verschiedenen Ausgaben verwenden sollte, für sich verbraucht. Er wird wegen Diebstahls zu 3 Monate Gefängnis verurteilt und in die zweite Klasse des Soldatenstandes versetzt. Frankfurt, 6. September. Kriegsgericht. Die am 15 August vertagte Verhandlung über den T o d d e s U l a n e n I m m e l wurde gestern fortgesetzt. Obwohl über 30 Zeugen und em halbes Dutzend Sachverständiger vernommen wurden,' gelanc es nicht, volle Aufklärung über den Vorfall zu schaffen und na-' mentlich den Täter zu ermitteln. Am 21. Juni, als das Thürmg Ulanenregiment Nr. 6 in der Artilleriekaserne zu Gonsenheim bei Mainz emquartiert war, kam es im Kasernenhos zu einer Schlägerei. Jmmel von der 2. Schwadron war mit Leuten von der 1. Schwadron in Streit geraten und hatte blank gezogen. Ein Kamerad führte ihn ab; er riß sich aber los und drang auss Neue mit dem Säbel auf die anderen ein. Nun wurde er zu Boden geworfen und erhielt drei Alesserstiche in die Brust, die so tief gingen, daß er am 17. Juli verstarb. Obwohl noch m der Nacht mit den Vernehmungen begonnen wurde, konnte nicht festgestellt werden, wer gestochen hat. Der Gerichtschemiker Dr. Popp hat die Messer der Beschuldigten untersucht und keine Blutspuren daran gesunden. Fest steht nur, daß die Ulanen Kirchner und Sauer auf Jmmel knieten und Sauer ihm den Säbel abnahm. Tas Kriegsgericht spricht deshalb Beide nur der Beteiligung an einer Schlagerei, durch welche der Tod eines Aieirschen verursacht wurde, schuldig und verurteilt sie zu je 15 Monaten Gefängnis. Außer ihnen ivareli noch die Ulanen Johann Weißenberger mid Philipp Popp angeklagt. Das Gericht iiahm an, daß sie ebenfalls an der Schlägerei beteiligt waren uiid erkaniite gegen jeden von ihnen auf 9 Monate Gefängnis. Sämtliche Verurteilte, die bisher inibestraft waren, meldeten sofort die Berufung an. Handel und Verkehr. Kolkswittschasl Berliner Börse vom 5. September 1903. (Mitgeteilt von der Bank für Handel und Industrie, Gießen.) Privat-Diskoni 31/» Prozent. Anfangs- u. Oest. Kredit .... 202.60 Deutsche Bank . . . 211.40 Darmstädter Bank . . 136.25 Bochumer Guß . . . 185.10 Harpener Bergbau . . 180.00 Schluß-Tendenz: ruhig. Schlußkurse. 202.60 211.25 136.25 185.80 180.50 Märkte. Grünberg, 5. September. Friichtmarkt. (Durchschnittspreis pro 100 Kilo.) Weizen 15.75 bis 16.— Mk., Korii 13.50, bis 14.00 Alk., Gerste 00.00 bis 00.00 Hafer 12.00 bis 12.50 Alk. Erbsen 00.00—00 Mk., Linsen 00.00 Mk., Lein 00.00 Alk., Wicken 00.00 Mark, Samen 21.50—00 M., Kartoffeln 8.00 bis 00.00 Alt. ko. Frankfurt L. M., 5. Sept. (Origi-Telegr. des,/Ließen. Anz.") Amtliche Notierungen der heutigen Fruchtmarktpreise: Weizen All. 16.50—16.75, Kurhessischer Mk. 16.50—16.75, La Plata Mk. 17.00—18.00, Kansas Mk. 17.00—18.00, Roggen (hiesiger) Mark 13.50—13.75, Gerste (Wetterauer) SDif. 00.00—00.00, Frankenfelder Mk. 00,00—00,00, Hafer Mk. 13.50—14.00, Mais Mk. 12.75—13.00, Weizenmehl 0 Lik. 25.75—26.25, 2. Qualität Mk. 23.75 bis Alk. 24.25, 3. Qualität Mk. 21.75—22.25, Noggenmehl 0 Mk. 22.00—22.50,1. Qualität Mk. 19.25—20.25, Wcizenkleie Mk. 9.00 bis M. 9.25, Roggenkleie Mk. 9.75—10.25, Maiskeune Mk. 10.25 bis Mk. 00.00, Franken, Pfälzer, Ried All. 00.00—000.0. Alles per 100 Kg. ab hier. io. Frankfurt a. M., 5. Sept. (Telegr. Orig.-Bericht des ^Gieß. Anz."). Amtliche Notierungen der heutigen Viehmarktpreise. Zum Verkaufe standen: 457 Ochsen, 166 aus Oestreich, 62 Bullen, 1 aus Oestreich, 760 Kühe, Fersen, Stiere und Rinder, 00 aus Oestreich, 264 Kälber, 152 Schafe und Hämmel, 1267 Schweine, 0 Ziegen, 0 Ziegen-, 0 Schaflämmer. Bezahlt wurde für 100 Pfund Schlachtgewicht: Ochsen 1. Qualität 72—74 Alk., 2. Qual. 68—70 Mk., 3. Qual. 65—67Mk.; Bullen 1.Qual. 63 bis 65 Mk., 2. Qual. 60—62 Mk.; Kühe 1. Qual. 66—68 Mk., 2. Qual. 64—65 Mk., 3. Qual. 53—55 Mk, 4. Qual. 50—52 Mk., 5. Qual. 00—00 Mk. Kälber: 1. Qualität82—84 Pfg., Lebendgewicht 50—52 Pf., 2. Qual. 78—80 Pfg., Lebendgewicht 46—48 Pfg., Schlachtgewicht 61—64 Pfg., Schafe: 1. Qual. Schlachtgewicht 70—73 Pfg., 2. Qual. 66—69 Pfg., 3. Qual. 00—00 Pfg., Schweine 1. Qual. 61—62 Pfg., Lebeirdgew. 48 Pfg., 2.Qual. 62—00 Pfg., Lebendgeivicht 47—00 Pfg., 3. Qual. 55—57 Pfg., Lebendgewicht 00—00 Pfg. — Geschäft: bei Hornvieh gut, Uebersland keiner; bei Kleinvieh gut, kein Ueberstand. Spielplau der vrrrimgteu Frankfurter Ztadttheater. Opernhaus. Dienstag den 8. September, abends 7 Uhr: „Die beiden Schützen." Schauspielhaus. Dienstag den 8. September, abends 7 Uhr: „Ein Lustspiel." Sport. Mainz, 7. Sept. Das goldene Rad von Mainz im L0-Km.--Rennen gewann gestern Möder-Köln vor dem Neger Headspach und vor Graf-Frankfurt. Paris, 6. Sept. Der Rudermatch Paris-Frankfurt, der heute nachmittag auf der Seine ausgetragen wurde, endete mit einem glänzenden Sieg der Frankfurter. Familien Nachrichten. Gestorben: Marie Elisabeth Winter Wwe., geb. Knabenschuh, in Butzbach. Neueste Alewungen. Originaldrahtmeldungen des Gießener Anzeigers. Berlin, 7. Sept. Auf der Provtnzial-Konferenz der sozialdemokratischen Partei wurde nach heftiger Debatte folgender Leitsatz ausgestellt: Die Parteigenossen müssen mit aller Energie in die Landtags-Wahlbewegung emtreten. Die Wahlbeteiligung hat überall durch Aufstellung eigener Wahlmanns-Kandidaten ftattzu- sinden. Abmachungen mit anderen Parteien finden vor der Urwahl nicht statt, jedoch soll erklärt werden, daß die sozialistischen Wähler unbedingt für solche Liberale stimmen werden, die bei ihrer Ausstellung erklärt haben, unabhängig genug zu sein, um bei der Abgeordnetenwahl ohne jede Rücksicht stimmen zu können. Ferner wurde eine Resolution angenommen, nach welcher auch die Forderung des Frauenstimmrechts überall mit aller Energie aufgestellt und eingehend begründet werden soll. Eine zweite Resolution richtete sich gegen den Ausschluß der Frauen von der Teilnahme an dem Parteitage, den die Polizei bei Beginn der Verhandlungen verfügt hatte. Berlin, 7. Sept. Eine Bemerkung der „Kol.-Ztg.", daß Deutschland bereit sei, Fernando Po zu kaufen, wenn Spanien diese Insel zu verkaufen wünsche, ruft in Madrid Befremden und Widerspruch hervor, da dort niemand an einen Verkauf denkt. Frankfurt a. M., 7. Sept. Gestern begingen die Katholiken Frankfurts die feierliche Einweihung der St. Gallus- kapelle, die südöstlich vom Hauptbahnhofe liegt. Stadtpfarrer Dr. Hilfrich hielt die Weihrede. B r e s l a u, 7. Sept. Ter gesamte durch die letzte Hochwasser-Katastrophe in der Provinz Schlesien angerichtete Schaden beträgt mehr als 2 0 M i l l i o n e n M k. Es sind 81000 Hektar landwirtschaftlich benutzter Fläche überschwenunt gewesen. Größere Summen Bargeldes sollen am 1. Oktober den Notleidenden ausgezahlt werden, um die Zahlung der fälligen Hypothekenzinsen zu ermöglichen. Tuntenhausen, 7. Sept. Bei herrlicyem Wetter hat hier die G e n e r a l v e r s a m in l u n g des b a y r i - scheu politischen Baue rn-V er eins bei äußerst zahlreicher Beteiligung unter freiem Himmel stattgesunden. Tieselbe wurde von dem Abg. Dr. Taller eröffnet. 9cad) einer kurzen Begrüßungs-Ausprache und der üblichen Rechnungs-Formalitäten ergriff Landtagsabg. Ranner bas Wort, welcher ausführte, daß das Zentrum mit Befriedigung aus die letzten Reichstagswahlen zurückblicken könne, da es um ca. 350 000 Stimmen gewachsen sei. Sodann sprach Landtags-Präsident Dr. v. Orterer. In der S w i n e - Münd er D epesch en-An g e le g e n heit sei die Erklärung des Reichskanzlers ungenügend gewesen. Durch die Veröffentlichung des Dank-Telegramms unmittelbar vor dem Zusammentritt des Zentrums-Dclegierten- tages in München habe die Staatsllugheit hervorragender Staatsmänner vollständig versagt. Diese Kraftprobe fei denn and) mißlungen. In den letzten Jahren sei eine wüste Hetze gegen die Zentrumspartei und die Kirche ausgebrochen. An dieser allgemeinen Hetze sei die bayrische Intelligenz ganz hervorragend beteiligt. Seitens des Zentrums seien die Einrid)tungen einer anderen Kirche nod) nie zum Gegen-, stand solcher Angriffe gemacht worden. Ter Redner fordert die Aufhebung des Jesuitengesetzes und tadelte die Haltung des Reichskanzlers in dieser Frage. Wir werden uns den Einfluß sichern, der uns zu steht. Wir haben bis jetzt manches gesehen, was uns gefallen hat, doch hoffen wir nod) man ch cs anderes zu sehen. Unsere Stellung gegenüber der Regierung werden wir vollständig berbehalren und verfolgen, wie sie sich in wirtschaftlichen Fragen zu uns stellt. In Dingen, die mit unserem Programm vereinbar sind, werden wir sie unterstützen. Es soll uns freuen, wenn eine Art gefunden wird, in Bezug auf ein Zusammengehen in gemeinschaftlichen Fragen. Wiener Neustadt, 7. Sept. Der 26jährige Tourist Franz Cristl aus Wien ist gestern vom Schneederge abgestürzt. Er wurde tot aufgefunden. Budapest, 7. Sept. Der Chef des Generalstabcs, Feldzeugmeister Baron Beck, hat Befehl erteilt, daß mit Rücksicht auf die große Hitze die im Manöver befindlichen Mannschaften geschont werden. Konstantinopel, 7. Sept. Ter Sultan richtete bei der Uebergabe neuer Fahnen und Standarten an neu formierte Husarenregimenter einige Worte an die Offiziere, die auf einen bevorstehenden Krieg hin- zuwcisen schienen. In diplomatischen Kreisen glaubt man jedoch nur an ein bevorstehendes energisches Vorgehen gegen die Banden. Tie Pforte bereitet eine Zirkularnote an die Mächte vor, worin sie nochmals auf das Vorgehen der Banden und aus das zweifelhafte Verhalten Bulgariens aufmerksam macht und die ernste Notwendigkeit betont, dem Unwesen der Banden ein Ende zu machen. Sie könne die Verletzung des Völkerrechtes durch die Banden nicht mehr dulden und müsse gegebenen Falles bei der Verfolgung der Rebellen auch die Grenze überschreiten. Telephonischer SCursbericht l'rankiurt 872"/o Reichyanleiho . . 101.06 । 3% do. ... 89.07 ' 3Ve% RonsolB .... 101.45 3% do 89.05 ' 372% Hessen .... 99.95 3J/2% Oberhessen . . . 99.02 4% Ocsterr. 6o.diente . . 102.04 4‘/6% Oesterr. biLborreute 100.06 4% Ungar, boldrento , . 100.01 4% Italien. Rente . . . 102.06 4\2% Portugiesen . . . 50.06 •i°/ Portugiesen 30.95 1% C. Türken .... 34.02 Türkenlose 127.06 4% Uriech. Monopol.-Anl. 43.08 4%% äussere Argentiner 34.05 u. •«.. 7. September itiü3. 3v/o Mexikaner . . . 27.05 4,/g1/u Chinesen .... 92.45 Electric. ticLuckert . . . 97.00 Nordd. Lloyd . . . . 102.00 Kreditaktien .... 203.05 Diskonto-Koinmandit. . . 187.03 Darmstädter Bank . . . 136.09 Dresdener Bank .... 146.05 Berliner Hundelsges. . . 153.06 Oesterr. Staatobuhn . . , 140.02 Lombarden . . . , . 16.06 Gotthardbahn 189.00 Laurauütte 229.00 Bochum . ..... 186.05 llurpcner 181.04 Tendenz: fest. — Die deutschen Unfall- und Haftpsticht-Vcrstcheruugs- Gesellschastcu l)ei|3t der Titel einer alljährlich ersd)einenden Statistik Jränyis. Danach betrieben un Jahre 1902 28 Gesellschaften die Unfall», 24 die Hastpflicht-Versicherung. In der Unfallversicherung hatte die höchste Prämien»Einnahme Die „Victoria" nut 7,8 Millionen Mark. Dann folgen 3 Gesellschaften mit 2—3 und 6 mit 1—2 Mill. 'Mart. 18 Gesellschaften blieben unter einer 'Million. In der Haflpflid)l-Versid)erung hatte der Stuttgarter Verein, der diese Branche von jeher betrieb, eine Prämien-Einnahme von 8,2 'Mill. Alk.; eine Gesellschaft eine sold)e von 5—6, eine von 2—3, zwei von 1—2 Mill. Mk. Bemerkenswert ist, daß die „Victoria" nach erst einjährigem Betrieb der Haftpflicht-Versicherung schon an siebenter Stelle ftand. Die gesd)äfiliche Krall dieser Gesellschaft verschafft ihr eben bei jeder Neuaufnahme eines Versicherungszweiges schnell einen durchschlagenden Erfolg. 5 Gesellschaften beteiligen die Versicherten am Geschäslsgewinn. Bel ihnen betrugen die Gewinnreserven 5,6 Mill. Alk., davon entfallen 3,6 Mill. Mk., also wett über die Hälfte auf die „Victoria" allem. Die Reserven für zukünftige Versicherungsleistungen betrugen bei allen Gesell- fchaften zusammen 72 'Mill. Mark, davon bei der „Victoria" 33,3 'Mill. Mk., mehr als 3 mal soviel als bei der nächsten Gesellschaft. Bekanntlich betreibt die „Victoria" mit hervorragendsten Resultaten die Unfall-Versicherung mit Prärnien-Rückgewähr. Bei Erreichung eines bestimmten Alters oder bei srüherem Tode des Versicherten werden die bar gezahlten Prämien zurückerstattet, gleichgiltig, ob eine Unfallentschädigung gezahlt ist oder nicht. So ist man ver- sichert und spart die Prämien für sich oder die Hinterbliebenen. rewa wird niemals der Erfolg beim Gebrauch von Obermeyer's Herba-^eife, gegen Pickel, Atuesser, Sommersprossen und sonstige Unreinigkeiten im Gesicht, sowie gegen spröde rissige aufgesprungene, rote Hände. Z. h. i. all. Apoth., Drog. u. Pars. 5956 ...König). Preuss. Sxaats-motiaiiie i Seidenstoffe ------- Muster portofrei. ------- Fertige seidene Kostüm-Röcke, Jupons, Blusen, ha7' rt. Ro. Deutschlands grösstes Spezial-Seiden-Geschäi £ Seidenbaus Michels & C^, Berlin SW. 43 Leipziger Strasse 43 Ecke Markgrafen-Strasse. Mechanische Seidenstoffweberei In Krefeld Aufruf! In der Zeit vom 10. bis 14. September ds. Js. wird in Gießen die Landwirtschaftliche Provinzialausftellung der Provinz Oberyeffen ftattsinden, welche ein Bild vom derzeitigen Stande der Landwirtschaft in der Provinz Oberhessen und den benachbarten preußischen Landesteilen geben und dieselbe weiter fördern und heben soll. Die Ausstellung hat ferner den Anlaß gegeben, daß wir zum zweiten Male innerhalb weniger Monate die Freude haben, Se. Königliche Hoheit den Großherzog in unseren Mauern begrüßen zu können. Soweit bis jetzt feststeht, werden Se. Königliche Hoheit am Donnerstag den 10. September, mittags gegen 12 Uhr, auf dem hiesigen Bahnhof eintreffen und folgende Straßen berühren: Bahnhofstraße, Aliceftraße, Ludwigstraße, Grünbergerslraße bis zur Ausstellung, von dort durck) Grünbergerslraße, Motlkeftraße, Ostanlage, Marburgerstraße bis zur Steinstraße, von dort durck) die Marburgerstraße, Ostanlage, Südanlage, Frankfurterstrabe, Aliceftraße und Bahnhofstraße zum Bahnhof. Die Bürgerschaft Gießens, welche den Zwecken und Zielen der Ausstellung ihr lebhaftes Interesse entgegenbringt, wird bestrebt sein, den Ausstellern und den zahlreichen Besuchern der Ausstellung von nah und fern eine freundliche Aufnahme, vor allem aber unserem Landesherrn einen herzlichen Empfang zu bereitem Die Bewohner der Stadt, insbesondere aber die an vorgenannten Straßen bitte ich zum äußeren Zeichen ihrer Gesinnung für die Festtage vom 10. bis 14. d. M. eine allgemeine Schmückung der Häuser vorzubereiten. Gießen, den 7. September 1903. 6723 Der Oberbürgermeister. ______________Mecum.________ Bekanntmachung. Ich bringe hiermit zur öffentlichen Kenntnis, daß in Abänderung meiner Bekanntmachung vom 24. v. Alts, der nächste Viehmarkt nicht am 14. und 15. September, sondern am 29. und 30. September und zwar ans dem Biehmarktplatz an der Rodheimerstratze stattsindet. Gießen, den 5. September 1903. 6722 Der Oberbürgermeister: M ecu m.__________________ Delaiüißen -Herein. Am Sonntag im 13. Septemfier gelegentlich des landwirtschaftlichen Festes ist das öfftuhaltro der £äden in mmiltG 11 Ufr bis sbeibs 1 Ufr gestattet. 6712 Oer Vorstand. FmimrWDchk AiisMmg zu Hießen vom 10. bis 13. September 1903. Einzel - Dauerkarten (auf Namen lautend), für die Dauer der Ausstellung 2.50 Mk., iin Vorverkauf 2.20 Mk., zu haben bei den Herren: Ernst Balser, Mäusburg; Richard Buchacker, Neuenbäue; Ernst Ehallier, Neuenweg; Friedrich Dickore, Grünbergerslraße; Daniel Heil Nachf. (Inhaber: Louis Scharmann), Lindenplatz; C. F. Henzerling, Neustadt; Ernst Jung, Marktplatz; H. Kühn, Seltersweg; Louis Lind, Kirchenplatz; Gustav Sonntag, Schulstraße; Georg Karl Volk, Grünbergerstraße; Philipp Weiler, Marktplatz. 6728 Nur an den Tageskassen erhältliche Eintrittskarten. Giltig für den einmaligen Eintritt. Für Donnerstag den 10. September 1903 . 1.— Mk. „ Freitag den 11. September 1903 , . 1.— ,, „ Samstag den 12. September 1903 . . 0.50 „ „ Sonntag den 13. September 1903 . . 0.50 „ „ Sonntag den 13. September, von abends 8 Uhr an 0.20 „ Donnerstag den 10. September, nachmittags iy2 Uhr, werden Wallthorstraße 48, II, folgende Mobilien gegen Barzahlung versteigert: 1 Mahagoni-Ausziehtisch für etwa 30 Personen, 1 Mahagoni - Spieltisch, 1 desgl. komplettes Bett, Nachttisch, 1 desgl. Waschtisch mit Marmorplatte, 2 Waschtische, lackiert, Schränke, Stühle, 1 Gesindebett mit Zubehör, 1 Chaiselongue, Vorhänge, Teppiche und Läufer, 1 Rollschutzwand, 2 Standuhren, verschiedene Oefen und Gaslustres, sowie Haus- und Küchengeräte, dabei eine große Anrichte aus Eschenholz, für Gastwirte geeignet, 1 Badeofen und Wanne, 1 Kinderbillard, Porzellan, Gartentisch und Stühle, Kellerutensilien. I. A.: Schneider. Die Gegenstände können Mittwoch und Donnerstag von 10—12V? Uhr eingesehen werden. 6710 6708 Von der Reise zurück. § Von der Reise zurück, j 6690 Dr. ebir. deut. Eoddes. ! | Ob*. Kipper | 1 ■ von der Reise zurück. $ | 6727 । ! Or. Zinsser verreist • ( Dr. Klein. Dr. Markwald. Vertreter: < _ r l Dr. bchiiephake. Dr. Hanau. Zuschnei de-Leßranstakt Grünbergerstrabe 14 a (Mittelbau). Matznehmen, Mustcrzeichuen, Zuschueiden und Verarbeiten kann jede Dame gründlich erlernen. Der Kursus beginnt am 21. September 1903. Anmeldungen vom 14. September an erbeten. 6469 Mua geprüfte Fehrem. Ausstellung Hießen vom 10. bis 13. September. * Wir stellen aus: Lokomobilen Sirasseiilokomoüven Dampfdreschmaschmen und laden Interessenten zur Besichtigung ein. 6677 ^Darmstadt. Todes-Anzeige. Samstag abend 9 Uhr entschlief sanft nach langem, schwerem Leiden mein innigstgcliebter Watte, unser guter Vater, Bruder, Schwager und Schwiegervater Herr Wilhelm Wolf Formermeifter im Alter von 51 Jahren. Um fülle Teilnahme bitten Die firtuernt>cn Hirrterbliebenen. Lollar, den 7. September 1903. Tie Beerdigung findet Dienstag den 8. d. M., nachmittags ’/,3 Uhr, in Lollar statt. 6715 Gießen, den 7. September 1903. 04279 ■ W Danksagung. Für die Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Hinscheiden unseres lieben Herrn Carl Andernach sagen wir innigen Dank. Iic kflucrnöcn Kickckicknkn. Reform- Schürzen jeder Art in den schönsten Mustern und Fasans sind neu eingetroffen. 6584 C. i^ohr* L Oo. rJ.G.HOUEEN SOHN CARL, AACHEN Prospecte gratis-Vertreker an Fasl ollen Plätzen pvsseldoKf1902 - GoId.Wedaille^YÄ,' v.silbeme StafitSmectaille Sa Rachen er 1; HS Badeöfen J® i'.M *VbeK 75,000 im Geb raven I HOVE GflSHEI Versteigerung. Dienstag, den 8. September d. I. nachmittags 2 Uhr versteigere ich Neustadt 55 dahier freiwillig gegen Baarzahlung: Sofa mit 2 Sesseln, 4 Betten mit und ohne Matratzen, 3 Tische, 4 Stühle, Kleiderschrank, Wäscheschrank, Waschkommode, Schreibtisch, Regulator, Spiegel, große Zinkbadewanne, Truhe, Bücherund andere Regale, diverses Küchengeschirr und andere Sachen. Die Bersieigerung findet bestimmt statt. 6700 Born, Gerichtsvollzieher. 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Die Unterschrift bestätigt: Gemeinde- kastzlei Reukirchen. 6719 Rian wende sich an H. Mück, prakt. Arzt, Hlarus (Schweiz) 75. AstsVerHattf. Die zur Konkursmasse des verstorbenen W. Schomber gehörigen Waren, als: gutM Mt etc. werden ist dessen Wohnung, Schottstraße 7, freihändig zum Ausverkauf gestellt. Emil Fischbach, 6526 Konkursverwalter. M oorlraufen Gelegesiheitskalls. Wegen Ueberfüllung des Stalles stehen folgende Pferdezum Verkauf: 1 Paar 1,70 m große 9 Jahr alte Ungar. Fuchsfrureu, 1 Hannov. 1,73 m großer 7 Jahre alter, brauner Wallach. Gräflicher Mar st all, __________Laubach.______6679 4111)0 Meter GruimetMS am Jststizgebäude abzugeben. Ernst Jughard, 04243_______Dlarburgerstraße 66. Atgchenöe Bäckerei ist zu verkaufen. 6568 9täheres ist der Exped. d. Bl. GtMiilchrlis zu vcrkauseu. 04277__Licherstraße 19. tum Schreibtisch mit Bücher- regal billigst zu verkaufen. Stcinstraße 10, II. 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