Vrf4etnt ta0(tO anbei (Bonnlauft De»n Lietzener ’itngetget «erber» im Wechsel mit den» Krwschen Landwirt btt Sie Henn Kamillen» blätter viermal tt< der Woche betgelegL IRotattouftbrud a. Der» lag bei v, ühl ‘1d)en Untoeit'iPudh u-Cteta* btudem (Piehch Erden) Sfefrartloiv ^veDttwe unb Drucke retr Schal st ratze t« Ildreile tüx Depefchenr Anzeiger Gretzr«. ^milprfdjunldihiö Wt 6L • 1 : • L '!'! ■ > bb w . ■ wä A J, WM W »■ Zweites Blatt. Kreitaa 6. November 1 N03 VezageprerS» monie Trauerseier für ^hof. Mommsen. Charlottenburg, 5. Nov. Von der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche aus, in der die Trauerseier stattfand, wurd-e heute mittag Professor Theodor Mommsen zu Grabe getragen. Das Gotteshaus war der Feier 'entsprechend geschmückt. Der blumengeschmückte Sarg war vor dem Altar aufgebahrt; ringsuin legen KrauKspenden in Anzahl au^gebreitet. Neben dem Kranze des Kaiserpaares, welchen der Kronprinz persönlich am Sarge niederlegte, sei ein Kranz am Fußende des Sarges erwähnt, den die Kirchen gemeinde Oldesloe aus das Grab niederlegen ließ. Dieser Kranz war von Blumen von dem Grabe von Mommsens Wern, die in Oldesloe begraben liegen. Vor dem Sarge, auf dem schwarz verhängten Taufsterne, lagen zwei schwarze Kissen, auf ihnen die Orden des Verstorbenen, darunter die Friedens-Klasse des Ordens pour le Merite. Rechts und links neben dem (Sarge hatten die Angehörigen der Familie Mommsen Platz genommen. In der Hofloge Wohnste der Kronprinz int Auftrage des Kaisers der Trauerseier bei. Mit bem Kronprinzen waren Prinz Friedrich Leopold, sowie die drei Söhne des Prinzen Albrecht von Preußen, die Prinzen Friedrich Heinrich, Joachim Albrecht und Friedrich Wilhelm erschienen. In den ersten Bankreihen saßen die Mrnister, Vertreter der deutschen und der auswärtigen Universitäten — von Gießen war der Rektor Prof. Dr. Brauns erschienen — und die städtischen Behörden. Die philosophische Fakultät Freiburg L Br., die Universität Gießen, Königsberg, Greifswald, Straßburg, Leipzig, Prag, Innsbruck (durch chren Rektor), Heidelberg, haben Kranze durch chre Vertreter überbringen lassen. Von Ministern wohnten der Feier bei Graf Poscwowslh, Möller, Studt, v. Podbielski und Schönstedt. Der Reichskanzler sandte als Vertreter den Unterstaatssekrelär im Staats- Ministerium Freiherrn v. Seckendorfs. Adolf v. Menzel gab dem Toten gleichfalls das Ehrengeleite. Auch der italienische Botschafter, Graf Lanza^ war anwesend. Nachdem der Kronprinz den Söhnen des Verstorbenen sein Beileid ausgesprochen und den kaiserlichen Kranz niedergelegt hatte, nahm die F-eier chren Anfang. Nach einem Orgelvorspiel und einem Ehorgesang hielt Professor Har- n ack die Gedächtnisrede, in der er ein Bild von dem Leben und den Arbeiten Mommsens entwarf. Der Redner führte aus, daß es noch ketnen deutschen Geschichtsschreiber gegeben habe, der mit solcher Kraft, wie er, das Große und Kleine Mang, daß es chm Antwort gebe. In so universeller Weise habe er noch kein Worbsild besessen. Monimseu sei von heroischem Fleiß gewesen. Für das preußische Vaterland sei er ein Organisator der wissenschaftlichen Arbeiten geworden, und in der preußischen Unterrichtsverwaltung habe er diejenige Unterstützung gesunden, deren eine solche Arbeit bedürfe. Die Akademie der Wissenschaften sei durch Aiommsen auf eine neue Stufe gehoben worden. Redner schilderte sodann in großen Zügen den Verstorbenen als Patrioten und Weltbürger. Mit einer von Pfarrer Kirms gehaltenen Schlußliturgie und Segen, sowie abermaligem Ehorgesang sckstoß die Feier. Sodann wurde der Sarg aus der Menge dec Kränze herausgehoben und nach dem Leichenwagen gebrackst. Am Ausgange der Kirche bildeten Studenten mit ihren Bannern Spalier, die sich beim Austritt des Sarges senkten. In dem Trauerzuge folgte unmittelbar hinter dem Wagen mit der sterblichen Hülle des Verstorbenen der Galawagen veS Kaisers. Um 3V2 Uhr nachmittags langte der Trauerzug auf dem Berliner Dreisaltigkeitskirchhofe an. Nach Gesang wurde der Sarg in die Gruft gesenkt. Pfarrer Kirms sprach ein Gebet. Eine volle Stunde währte es, bevor die 60 studentischen Vereinigungen dem Toten den letzten Gruß entboten batten. Berlin, 5. Nov. Tie heutige Stadtverordnetenversammlung wurde mit einer Ansprache des Vorstehers Dr. Langerhans eröffnet, in der dieser Aiommsen einen Nachruf widmete und seiner Verdienste aus dem Gebiete der Forschung, Sprachlunde, Jurisprudenz und Politik gedachte. Die Versammlung erhob sich von den Plätzen. Professor Brütt hat unmittelbar nach dem Htnscheiden Mommsens die Totenmaske genommen, Professor Hans Olde hat ihn auf dem Todenbett gezeichnet. VMischr Tagesschau. Zum Kumpfe gegen die Vivisektion. Ans der Mittwoch, rtzuna des nieDeröstreichischen Landtags wird folgendes gemeldet: Im Einlaufe befindet sich ein Tringlichkeitsantrag Steiners, Der die möglichst beschleunigte Vorlage eines Gesetzentwurfs über die Regelung des Obduktionswesens an den Reichs rat verlangt. Der Antragsteller erklärt, es handle sich nicht um ein feindliches Vorgehen gegen die Wissenschaft oder den Aerzte- ftand, sondern um eine gesetzliche Regelung des Obduk- tionswe-sens, da durch die bestehenden Verordnungen ein Mißbrauch nicht verhindert werde. Nach kurzer aber lebhafter DÜratte wird die Dringlichikett und der Antrag seihst inhaltliche angenommen. Der Antragsteller Steiner beschuldigte die Pr o f e s so r en Ko lis ko, O b e r st e in er uno Politzer, daß sie sich vom Leichenwärter im Ver- sorgungshause gegen Entgelt Leichenteile liefern ließen. Es entspann sich wiederum eine stürmische Debatte, wobei Bielohla»vet und Strodach gegen den Sozialdemokraten Seitz^ der sich der Professoren annahnl, insu- sultierende Zwischenrufe ansstteßen, wie: „Vertreter der Ohrwa scheid lebe", „Holen Sie sich das Ohrwaschel vom Rotschild". Hofrat Professor Po l itz e r veröffentlicht eine Erklärung, worin er die gegen ihn erhobenen Beschuldigungen widerlegt unb ankündigt, daß er infolge der unquattfizter- baren Angriffe seine durch 40 Jahre innegehabte amtliche Steilung als Armen-Ohrenarzt der Stadt Wien nieder* lege. Aus und Kauü. Gießen, 6. November 1903. ** Von der Bandes-Universität. Zu den Bei- setzungsseierlichkeiten M o m m s e n's in Charlottenburg vertrat der Rektor die Universität. Außerdem hat namens der philosophischen Fakultät deren Dekan ein Beileidstelegramm an Die Witwe des Verstorbenen gesandt. ** Oberhessischer Geschichtsv er ein. Am 12. November wird Professor Dr. Dragendorff ansF-rank- furt, Direktor der römisch-germanischen Kommission des, kaiserlichen archäologischen Instituts, einen Vortrag über „die Bedeutung der Gesäßfunde für die heimische Altertumsforschung" halten. Ans diesem Anlaß sei auf diese neueste Erweiterung des nun schon über 70 Jahre bestehenden, seit 1874 zur Reichs an statt erhobenen Instituts hingewresen. In Rom, als dem damaligen Zentrum archäologischer Forschung, gegründet, später durch eine athenische Zweigniederlassung ergänzt, die sehr bald überwiegenoe Bedeutung gewann, beschränkte sich das Institut auf die sog. klassische Archäologie, mW oft erhob sich bie Klage, daß d.e heimische Altertumsforschung in ihm leinen Halt ftnde, und die immer dringendere Forde rang, daß gerade die es Reichsinstitut die Errungenschalten der älteren Wissenschaft den zahlreichen deutschen Attertumsvereinen, den ei|rig-|ten Pflegern der vaterländischen Attertumskunde, näher bringen sötte. Jnr Jahre 1901 ist durch die Gründung der römisch-germanischen Kommission, deren Direktor seinen Sitz in Frankiurt a. M. hat, jenem Verlangen endlich entsprochen worden. Es wird eine der wichtigsten Aufgaben des Direktors dieser Kommission sein, mit den in selbständiger Forscher ar beit lang belvahrten Vereinen enge Fühlung zu gewinnen und damit die Unternehmungen der einzelnen wie jdas Zusammenwirken aller kräftig zu fördern. Mit besonderer Freude und hohen Erwartungen begrüßt deshalb der Oberhesjische Geschichtsverein §errn Prof. Dragendorffs erstes Erscheinen und rechnet darauf, daß eine recht stattliche Zuhörerschaft sich um ihn versammeln wird. ** Ausfuhr von Zucker nach den Vereinigten Staaten von Amerika. Da der deutsche Zucker leine Ausfuhrprämie mehr genießt, so unterliegt er auch bei der Einfuhr in die Vereinigten Staaten nicht mehr einem Zollzuschlag. Es ist jedoch erforderlich, daß die Zuckerjendungen vons einem von dem ameritani>chen Konsul beglaubigten Ursprungszeugnis begleitet sind, das über folgende Punkte Angaben enthalten muß: 1) wann der Zucker produziert ist, sowie das Ursprungs- bezw. Produktionsland mW das Bestimmungsland der Ware; 2) Art und Quantität des Zuckers; 3) Art, Zahl und Bezeichnung der Frachtstücke; 4) Art des Transportes. -^Ruppertenrod, 4. 9ioo. Die Eltern eines in Bochum arbeitenden, hiesigen jungen Mannes erhielten von bort die traurige Nachricht, daß ihr Sohn verunglückt und in Folge des Unfalles im Krankenhause verstorben sei. Der Unfall hat sich aber nicht bei der Arbeit, sondern am Sonntage bei einer Vergnügungsfahrt eines Gesangvereins, dem der Verunglückte angehörte, zugetragen. Beim Versuch, vom Wagen zu springen, stürzte er mit dem Hinterkopfe so schwer zu Boden, daß sich der Schädel spaltete. Der Unglückliche hinterläßt eine Witwe mit fünf unversorgten Kindern. Darrnstadt, 4. Nov. Die Darmst. Ztg. schreibt: Im Hinblick auf die am 16. November lsd. Js. in Mainz slattsindende Achte Generalversammlung der Vettrauens- männer desHilfSvereinsfürdieGeisteskranken in Hessen dürste es die Oesfentlichkeit interessieren, wie sich einer der bedeutendsten Irrenärzte, Professor Kraepelin in München, in soeben erschienenem ersten Band der siebenten Auflage seines Lehrbuches der Psychiatrie über die deutschen Jrrenhilssvereine ausgesprochen hat. Er sagt: ,Die Schwierigkeiten, die sich dem genesenen und noch mehr dem nur gebesserten Geisteskranken bei der Rückkehr in seine früheren Verhältnisse entgegenstellen, haben schon vor vielen Jahrzehnten zur Gründung der Hilfsvereine für entlassene Kranke geführt. Deren Aufgabe ist es, einmal dem Kranken durch reichlich bemessene Geldunterstützungen über die ersten Sorgen hinwegzuhelfen, sodann aber ihm bei der Wiedergewinnung einer selbständigen und sorgenfreien Lebensstellung mit Rat und Tat an die Hand zu gehen. Manche dieser Hilfsvereine, von denen derjenige in Hessen vorbildlich geworden ist, haben FeuiUekon. — Zwei Liederhefte, als deren Komponist Se. Kgl. Höh. unser Großherzog genannt ist, erschienen kürzlich, wie wir bereits in unserer Nr. 245 (2. Blatt) vom 19.' Oktober mitteilten, im Verlage von B. Schotts Söhne in Mainz. Ihre Ausstattung ist künstlerisch vornehm. Die Zeichnungen zu den Umschlägen scheint Prof. Olbrich in Darmstadt entworfen zu haben, befien Name allerdings nicht genannt ist, dessen künstlerische Eigenart aber kaum verkennbar :ft. Die Texte dreier Lieder teilten wir bereits am 19. v. M. mit. Der Text des vierten Liedes lautet: Ich möchte dichten und singen, ' Mein Glück gen Himmel fchrein, Und aut beseligten Schwingen Fliegen hinter ihm drein. Ich möchte in Wonne zerfließen, Losen mein Herzeleid, Und stumme Tränen vergießen Weinender Seligkeit. Als Verfasser des Textes ist wieder „Dfaf" genannt. Die".Kompositionen haben zum großen Teile etwas Schwer- Niütiges und sind in ihrer reichen und geistvollen Melodien- führung durchaus modern. Man könnte sie für Lieder von Rich. Strauß halten. Tie Kindersterblichkeit unb „die Maul- und Klauenseuche. Ai an berichtet aus Zurich: ^ler hiesige Proiessor Tr. Oskar Wyß besaszi sich seit Jahren mit verdienst- volieii Uiitersuchungen über die Kindersterblichkeit un ersten Lebens- iatn-e. Bei semen letzten statistischen Zilsaiiimeiistellungen für die Smdt Kmich kam er zu dem Resultat, daß die Kmdersterblicksteit uii elften Lebensjahr langsam, aber stetig st e i g t. Wtan las in den Tauesblattern Ende der neunziger Jahre ab und zu, dag da ooer dort beim Rindvieh im Kanton Zürich die Ataul- und Klauenseuche ausgebrochen sei. Da schien es ihm angezeigt, zu untersuchen, ob sich ein Zusammenhang der sladtzürcherischen Kindersterblichkeit und dem Herrschen der Maul- und Klauenseuche — jetzt von den Tierärzten kurzer „Blasenseuche" genannt — ausfinden lasse. Und er fand tatsächlich in 26 von 2b untersuchten Epizootienkreisen eine ungünstige Beeinflussung der Kindersterblichkeit. „Genau mit der Entwicklung der Blasenieuche-Erkrankung beim Milchtiere kann die Kindermortalität nicht zusammenfallen, i weil die Milchproduktion aus der Höhe der Erkrankung zurückgeht, dann Atonate lang reduziert ist und die Atilch nicht mehr getrunken, bezw. nicht mehr in den Handel gebracht wird. Erst nach Aionaten irul die Milchabsonderung wieder auf. Aber diese Milch ist, wie Professor Hirzel (Zürich) und Professor Heß (Bern) Mitteilen, noch lange Zeit hochgradig v-ränderl unb es reicht dies unzweifelhast völlig aus, um die größere Ziffer der Erkrankungen kleiner Kinder zu erklären, weil nach Ablauf der wahrnehmbaren Krankheilserschemungen an den Tieren die Diilch wieder in den Handel gebracht werden kann und zweifelsohne gebracht wird. Tas ift die Zen, in der dann die Erkrankungen erfolgen .... Diese Beeinflussung der Kindersterblichkeit durch eine Epizootie der Milchtiere ist ganz gewiß von Wichtigkeit. Es wirb, da die Ernährungsstörung, welche die Blasenseuche der Atilchtiere im Körper der letz lern heiworruft und welche die Atilch für lange Zeit, auch im Zustande der scheinbaren Rekonvaleszenz des Tieres schädigt und wenigstens als Kindernahrungsmittel ungeeignet macht, erwünscht und nötig fein, die Al i l ch b e r a r t i g e r Stere für sehr lange Zeit, am besten für immer, als K i »i d e r Nahrungsmittel zu verbieten/ Professor Wyß begründet diesen Wunsch mit der Versicherung, die ihm Professor Heß von der veterinär-medizinischen Fakultät der Berner Unioerfilät gegeben bat, daß die Blasenseuche des Tieres sehr häufig geradezu irreparable Gesundheitsstörungen im Körper des Milchtieres zu be- bingen int stände sei. „Das ist", fügt Wyß bei, „ein Grund mehr, mit äußerster Strenge beginnenden Ausbrüchen der Blasenseuche entgegenzulrelen, auch in Gegenden, wo die Alilch „bloß" als Rah- rungsmutcl für Klein unb Grog verkauft wirb, nicht bloß da, ivo sie ber Industrie dient, heiße diese nun Kondensierung oder Käsebereitung." — Oskar Blumenthals jüngstes Versspiel, bas einaktige Lustspiel „W a n u mir alter n". wirb am Montag nächster Woche im Deutschen Schauspielhause zu Hamburg die Uraufführung erleben. — Oskar Blumenthal veröffentlicht im „B. B. C? folgendes herrliche Gedichtchen auf Gerhard Hauptmanns neuestes Drama: „91 o f e Bern d." Im ersten Akt schon zeigt uns Rose Verschüchtert, ftammelnb und bewegt, Daß sie tn ihrem Mädchenschoße Ein unbequemes Etwas trägt. Als endlich bann vor müben Ohren Ter Vorhang fiel nach allem Brauch, Da war das Kindlern neugeboren — Die Hörer aber warenS auchl Im Uebrigen, ich sag es ehrlich, Blieb mir verschlossen „Rose Bernd". Tenn heimische Laute stießen spärlich, Unb Schlesisch hab ich nicht gelernt. Drum — schilt man mich auch einen Ketzer — Ich warte still und unentwegt, Bis ein geschulter Uehersetzer Das Werk ins Deutsche überträgt. — Mit einem Akt der Wohltätigkeit dürfte sich Herma nn S ii b e rm a n n, wie dem „B. B. E." ziiiolge verlautet, von Berliii verabschieden, ehe er gegen Ende dieses Monats eine Erholtiiigs-- reife^antritt, eine Reise, die ihn nach Nordafrika und wohl auch" nach Asien sührett dürfte. (Ter Mann versteht die Reklame tu bewundernswertem Maße zu handhabett. D. Red.) Frankfurter Oper. Matt schreibt uns: Frau Ottilie Froitzheim-Metzger vom Stadttheater in Hamburg wird am 7. November, als „Fides" in Meyer- beecs „Prophet" gastieren. Für die zweite Novemberhälfte sind die Erstaufführungen von Webers „Oberon" in der Grandaur-Wüllnerjchen Bearbeitung und von Millöckers Operette „„Apajune, der Wassermann" in Aussicht genommen. ihre Aufgabe noch viel weiter gesteckt. Sie suchen durch ein Netz von Vertrauensmännern im ganzen Lande nicht nur stete Führung mit den entlassenen Kranken zu behalten, sondern auch weite Kreise der Bevölkerung zur werktätigen Mitarbeit an der Fürsorge für die Geisteskranken zu erziehen und damit einerseits das Jrrenwesen volkstümlicher zu machen, andererseits eine wohl unterrichtete öffentliche Meinung zu schaffen, die durch ihren Druck stetig werteren Verbesserungen den Weg bahnt. 1 () Marburg, 5. Nov. Die Zahl derStudenten yt ii_24. Pfarrer Dr. Naumann. Katholische Gemeinde. Samstag, den 7. November 1903. Nachmittags um 5 Uhr und abends um 8 Uhr: Gelegenheit zur hl. Beichte. Sonntag, den 8. November. 23. S o n n l'a g nach Pfingsten. . Vormittags von 6 '/, Uhr an: Gelegenheit zur heil. Beicht, um 7 Uhr: Die erste hell. Messe, vor und in derselben Austeilung der hell. Kommunion. um 8 Uhr: Die zweite heil. Messe. um 9 Uhr: Hochamt mit Predigt. Nachmittags um 5’/a Uhr: Christenlehre; daraus Andacht. Gerichtssaal. Mannheim, 5. Nov. Ueber den Zusammenbruch der Aktien-Gesellschaft sür chemische Industrie wird z. Z. vor dem hiesigen Landgericht verhandelt. Ter Yaupt- Ungeklagte B ö h in führte u. a. aus: Schon 1887 war eine w n l e r b i l a n z von 55 000 Alk. vorhanden, die aber ausgehoben Durde durch einen Gewinn infolge des Verkaufs der Sodaiabrikalion. Ter Angeklagte gesteht zu, daß er im Jahre 1891 höhere Betrage an Warenvorräten, als vorhanden waren, in die Bilanz emslellte. Tie Unterbilanz betrug 173 000 Mk. Durch s a l s ch e E i n st e l l u n g der B e st ä n d e war aber em um 268 973 Akt. höherer Betrag eingestellt worden, sodaß ein Gewinn von 35 485 Alk. vorhanden schien und eine Dividende von 5 pEt. ausgezahlt werden fonnte. Ter Präsident hält dem Angeklagten vor, daß die Bilanzen und Geschäslsverichle seit 1891 vom Vorstand nicht mehr unterschrieben worden sind. Der Angeklagte erwidert: Davon weiß ich nichts. Taß aber die Jnventurlislen nicht mehr abgejchrieben wurden, hatte lerne guten Gründe, denn sonst war die Gefahr vorhanden, daß jemand zu der Eiitdeckung gekommen wäre, daß Nicht alles stimme. Ter Angeklagte fchildert des weiteren eingehend das Revisions- verfahren. Danach wurden bei den Jnventurposten keine Stichproben gemacht, fondern es wurden nur die Endsummen verglichen. Der Angeklagte gibt dann eine Schilderung des weiteren Geschästs- ganges und der wachsenden Unterbilanz. Dieselbe war 1892 auf 800 000 Alk. angewachsen. Durch Warenposten-Erhöhung wurde aber ein Reingewiiin von 157 000 Alk. herausgerechnet, die er- nröglichten, 7 pEt. auszuzahlen und ebenso entsprechende Santiemen. Da er der Verwirklichung seiner Idee, den Rhemauhafen fertig zu stellen, erheblich näher gekommen war, habe er nicht die Wahrheit offenbaren wollen und er habe sich selbst mit 800 000 belastet. Wetter gibt Böhm an, daß im Jahre 1895 die Barmer Filiale m eine Gesellschast m. b. H. umgewandelt wurde. Die Einzahlung von 200 000 Alk. habe er aus seiner eigenen Tasche geniacht, auch schon vorher habe er aus Privalmltteln einmal einen Verlust von 67 000 Alk. bei dieser Filiale gedeckt. Brandenstein, welcher zur Zeit in Homburg anwesend ist, um vor der definitiven Entscheidung der zu wählenden Strecke nochmals die Lokalitäten in Augenfchein zu nehmen, ließ sich der Kaiser Alitteiliing machen über den zu erwartenden Fremdeiizufluß, über bie voraussichtlichen Vorteile für die Industrie, über die eriorberitten Absperrungsmaßregeln, wobei der Moiiarch die in Irland getroffenen Organisationen als mustergültia zur Nachahmung empfahl. Der Kaiser stellte auch für den Fall, daß tm Anschluß an das Gorbon-Bennett-Rennen eine Konkurrenz für Spirllusmoloren veranstaltet würbe, in Aussicht, einen Preis zu stiften. Bet dem Interesse, bas er für die Veranstaltung hegt, bars man vielleicht auf feine Anwesenheit bei dem Rennen hoffen. Giscnbahn-Zcilung. — Elektrische Schnellfahrten. Zweihundert Kilometer in der Stunde. Tie Versuche zur Erzielung einer stündlichen Fahrgeschwindigkeit von 200 Km. durch elektrischen Bahnbetrieb sind, wie wir schon berichteten, vor Kurzem von Erfolg gekrönt worden. Ein großer technischer Erfolg ist errungen worden, aber rote sieht es nun mit. dem wirtschaftlichen Erfolg dieser Leistung aus? Ist jetzt im Ernst an die Einführung sehr hoher Fahr- gefchroindtgkeilen auf elektrifchem Wege zu beuten? Auf ben heute vorhandenen Bahnen roirb, abgesehen von erheblichen betriebs- technischen Schtvierigkeiten, der Dampf jedenfalls im Vorteil bleiben, weil er besser in ben Rahmen hineinpcißt, roesentlich billiger ist unb vor allem noch eine starke Geschwinbigkeitssleigerung verträgt, roie die englischen Verhältnisse unb die neueren deutschen Leistungen im Lokomotivbau bartun. Es kommt hinzu, daß der elektrische Etnzel- roagen, der etwa einen Zehnminntenverkehr vermitteln soll, für ben Großverkehr nicht geeignet ist unb burch eine elektrische Lokomotive mit angehängtem Wagen ersetzt roerben müßte. Diesen Zug in Gang zu setzen unb zu erhalten, erforbert so große Kräfte unb Kraft- fchroankungen, daß die Kosten des Betriebes jedenfalls eine erhebliche Erhöhung der Tarife bewirken würden; ob sich bei einer solchen eine genügende Anzahl von Reisenden finden möchte, muß man nach ben Erfahrungen, bie man bei den Luxuszügen gemacht hat, unb bei dem anbauemben Verlangen des Publikums nach billigeren Fahrpreisen sehr bezweifeln. Wird aber die Möglichkeit der Einführung elektrischen Schnellbetriebs auf besonders anzulegenden Eisenbahnlinien in Betracht gezogen, so tritt alsbald die Frage auf, wer diese Bahnen bauen soll, ob der Staat ober Private. Letzteren wird der Staat wohl kaum sein Monopol abtreten wollen, und der Staat, als Erbauer, würde seinen eigenen Linien Abbruch tun, auch schwerlich einen ßaiibtag finden, der ihm die riesigen Bausummen bewilligen würde. Günstiger dürfte es aber um ben zweiten, von der Elektrotechnik gehegten Wunsch stehen, die Einsührung der Elektrizität bet ben Bahnen überhaupt zu beschleunigen. Hier geht das sonst etwas langsam arbeitenbe Oesterreich nut gutem Beispiel voran, inbem es für die alpinen Linien der Slaatsbahn unb Sübbahn in aller Stille Entwürfe ausarbeiten täßt, um die dortigen ungeheuren Wasserkräfte im Zugbetriebe elek- infch nutzbar zu machen. So hat Baurat v. Miller in München In einem Soeben veröffentlichten Entwürfe gefunden, daß lediglich bei der Brenner-Bahn mehrere 100 000 Alk. an jährlichen Ausgaben für Kohlen von den jetzigen Betriebskosten gespart werden kötinen. Smyrna Patent Smyrna handgeknüpft. Echt orientalische Teppiche. 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Sonate für Cello und Pianoforte 4. Lieder am Klavier: a) Das Geheimnis . , b) Das Geständnis . . 5. Trio in G-dur op. 1 . GchWst für l$rii= uS Sölfduniic Kießin. Fachsihnng Montag den 9. November, 814 Uhr im klemeu Saale des Hotels „Großherzog von Hessen". Herr Rektor M. Luerssen Metzlar): Neue Untersuchungen über den AkpeuübLrgang Hannibals J. Kaan jr Kreuzplatz 10. Größe Str. 1, etwas größer als durchschnittliche Korngröfze des Anchracit, gangbar st e S o rt e Größe Str. 2, kleiner als durchschnittliche Korngröße des Anchracit 3« Wagenladungen von mindestens 36 Zeuwern: StückkokS.......1,05 Mk. Nußtoks Nr. 1 .... . 1,20 , NußtokS Nr. 2 1,20 , Bei Entnahme von mindestens 200 Zentnern: Gckgenheit$l|a»f. Normal-Unterkleider Winter Handschuhe tu enovtn billigen Preisen. Durchfall Hausens Kasseler Blutarmut H f « . 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Für einen Abend: Sperrsitz Mk. 2.1)0, unnummerierter Platz Mk. 1.75, Studentenkarten Mk. 1.— sind in der Musikalienhandlung von Ernst Challier (Rudolph’s Nachfolger) zu haben t— btudentenkarten auch beim Hausverwalter Nächsten Mittwoch beginnt die erste Gewtuuziehuug der 3.Sess.Wr.Mi«MiWAi!atÄotterie 75OOOOU $trgt6ai| um Bamrdciteii. für den Neubau des medicomechanischen Justituts bei den medizinischen Kliniken zu Gießen. Die Dachdeckerarbeiten, 370 qm Schieferdach, werden hiermit nochlnals öffentlich ausgeschrieben. Angebotsunterlagen können auf unserem Zweigbureau, Frankfutterstraße Nr. 83, eingesehen, Angebotsformulare zum Selbstkostenpreis dorther bezogen werden. Offerten mit bezeichnender Aufschrift sind auf genanntem Zweigbureau bis Samstag den 14. November 1903, vormittags 11 Uhr, dem Eröffnungs-Termm, emzuretchen. Zujchlagssnst 14 Tage. Gießen, den 6. November 1903. Großh. Baubehörde für die Uuiverfitats-Neubauten. Becker. 8303 Magdeburger Feuerverstcheruugs-Gesellschaft. 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