Nr. Tr^chetut täglich anbei Sonnlag- Derr, Giehenei Anzeiger werden tm Wechsel mit dem Kesfifchrn Landwirt bie Gtetzener Kamllien« blättct viermal in der Woche beigelegt. Vtoralion-drack u. 'Zfet* lag bei Brühl *ld)en Unweri.-Bach-a.Etein» bruda lei CUietl d} &rbeu) Sttbatnon, tpxöuion unb ‘t>rud*ereL Vch o kst ratze T, Ulbvelh tüt Develcheni Anzeiger iSietzen. ^cmtptrd)an1d)luh Wt 51. Erstes Blatt. 153. Jahrgang GietzenerAnzeiger General-Anzeiger diePosl 'Dit. 2 — viertel- )äbrl aueld)L Beltellg. Annahme von Anzeigen fül OH lageflnuminct bis po rin Mag- 10 Uhr. ßrtlcnprrtl. lokal 12 UL auftrvdrtl tti Uig v*m»erli*dk tüt den yvltk ani uQgem, Freitag 6. November 1V03 Ve»a gsp reis» monatlich 7b'Vtn viertel" jährlich Ml 2.20, durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 65 Ul.; durch Amts- und Anzetgeblatt für den Kreis Gießen MMZ Xj Der Mond stieg klar heraus, der Abend war wie der Tag kühl und ttocken. Man wartete aus die Absal)rt des Kaisers. Aus dem Bahnsteig lag ein Stapel von Handkoffern und Aktenmappen, bewacht von einem sechs Fuß hohen Leibgendarmen, bereit zur Verpackung im Hoszug. *" Uw dreiviertel zehn Uhr trafen die beiden ersten Wagen aus Wolfsgarten ein. Sie brachten einige Herren vom Gefolge. Rafa) folgten mehrere. Der Hoszug ist mitt* lerwecke vovgejahren. Graf Bülow steigt ein. Eine Gruppe Offiziere von der kaiserlichen Suite postiert sich am kaiserlichen Wagen. Kurz vor zehn' Uhr erscheint der Wagen mit den beiden Kaisern. Borans zwei Dragoner mit Fackeln, dazwischen ein Trompeter, ein Zug Dragoner, dann der Wagen mit dem Kaiser und dem Zaren, beide in Mantel und Mütze, wieder zwei Fackeldragoner und der Rest der Schwadron. In der Zuschauer- jchalt beginnt man „Heil Dir im Siegerkranz" zu fingen. Ein paar Minuten blieben der Kaiser und der Zar int Martefälchen, dann nahmen sie aus dem Bahnsteig Abschied. Der Kaiser richtete in französischer: 2opr ache verbindliche Worte des Dankes an den Zaren und schüttelte ihm die Hand. Dann umarmte und küßte er den Großherzog von Hessen, sie schieden mit dem gegenseitigen Gruß: „Waid m a n n s h e i ll" Zum Schluß jagte der Kaiser seinem Bruder aus englisch: „Good bye!" Der Prinz erwähnte, da'ß in acht Tagen sein Urlaub abgelausen sei. Ter Kaiser, der schon eingeftiegen war, erzählte noch, er habe bei der Aiarine einen Ehausfeur für sein Automobil bestellt. „Tas ist vortrefflich", erwiderte Prinz Heinrich, „wir haben bei der Marine sehr geeignete Leute Dafür." Inzwischen hatte der Zar mehreren Herren des Gefolges die Hand gereicht und ihnen aus deutsch „Gute Nacht!" gewünscht. Punkt zehn Uhr meldete der Stationsverwalter die Abjahrtsbereitsü)ast, die Maschinen zogen an, der Kaiser grüßte mit winkender Hand durchs Wagenfenster, der Zar dankte, und mit Hurrah dampfte der Zug ab. Zar, Großherzog und Prinz bestiegen ihren Wagen, bie Borreiter fiocherten ihre Fackeln zu hellerem Schein auf, und im Reitergeleit ging die Wagenfahrt nach Wo'lss- garten zurüch ♦ • * Die Petersburger Blätter besprechen alle in ausführlichen Artikeln den Besuch in Wiesbaden. Die „Deutsche Petersb. Ztg." weist dabei auf die Besuche des Kaisers Mkolaus in Wien und des Grasen Lamsdorss in Wem äyuelt das Kind? Kon 8L Seid» (Berlin). (Nachdruck verboten.) Was wird iridjt alles von her «Archen Wissenschaft verlangt, wenn es sich darum handelt ^was Licht m bwilte AngeläenlMen zu bringen, die der Scharfsinn d«^Rechts, kundigen nicht aufzuhetsen vermag Die der Kindes- nn teriebiebuna bezichtigte polntsche Gras in gibt sich der Hoffnung hin, die gegen sie erhobene Anschuldigung dadurch entkräften zu können, daß sre von hervorragenden ärztlichen Sack>verständigen die nach ihrer Behauptung uii^ verkennbare Aehnlichlkeck zwischen ihr und dem angeblich untergeschobenen Kinde besmttgen laßt. sich erinnert, dnü es heutzutage für die mit den einschlägigen Unter- suckmnasversichren^ vertrauten Stornier der Wissenschaft eine KÄnch^ ich die Herkunft eines Wutfleckctxns zu ermitteln oder die JÄstlMng eines SchriftMcks ausMdecken, der hält es vielleicht durchaus für möglich, daß es einem mit Zirkel und Anchropometer bewaffneten Arz^e gelingt, die K—ng el^eTKindes auf Grnnd der Aehnli^ feit mit den Eltern allen Zweiflern zum Dwtz festzu- stellen Denn nichts ist uns geläufiger, als dre Borstell- una daß die Müder in ihrem Aeußeren .eine mehr oder minder große Uebereinsttmmung Mit ihren, Ettern ausweisen Ich gehe wohl nicht fehl, wenn ich die Vermuttrng ausfpr'eche, daß die meisten der mit Indern gesegneten Leser schon aus dem Munde der Freunde imb ^wandten bie Beteuerung vernommen haben, daß chre Sproßlinge ihnen wie aiL den Augen geschnitten feien. Vielleicht schenken mir einige von denen, die es angeht, ein wenig G wenn ich einmal, untersuche was von solchen B^ hauirtunacn zu hatten ist unb was e^> mit der als die Regel geltenden Aehnlichkett zwischen Eltern und Kindern für eine Bewandtnis hat. Dio Frage der erblichen Heb ernt üte hing der korf^r- lidnen Eigentümlichkeiten von den Eltern auf die Kinder ist weck verwicketter, als es auf den ersten Blick schämen mag. Man muß sich stets gegenwärtig hatten, daß es sich nicht um ein einfaches Weitergeben von Eigenschaften handelt, sondern daß ein Auseinanderwirken zweier verschiedener Vererbungsrichtungen stattsindet, die sich gegenseitig bekämpfen. Es könnten also, wenn die erbliche Uebertrag- ung in der einfachsten und regelmäßigsten Weise vor sich ginge, die Nachkommen nicht einem der Vorfahren nack)- arten, sondern sie müßten zwischen den Eltern die Mitte halten. In der Tat finden wir auch daß das Kind stets seinen beiden Vorfahren, niemals nur einem von ihnen ausschließlich ähnelt. Lange Zeck hat man geglaubt, dem Vater einen größeren Einfluß auf die Bildung der Nachkommenschaft einräumen zu müssen als der Mutter. Diese Annahme ist aber längst aufgegeben. Allerdings kommt es so gut wie niemals vor, daß die Aehnlichteit der Kiiider mit dem Vater der mit der Mutter die Wage hält; vielmehr ähneln die Kinder immer einem der unmittelbaren Vorfahren mehr als dem andern. Um in den Kindern das vollkommene Gleichgewicht der elterlichen Eigenschaften zu finden, wäre aus feiten der Eltern eine vollkommene Gleichheit der Lebensttaft, des Mters, der Gesundheit und vieler anderer Umstände nötig, der wir niemals begegnen; folglich muß auch das Gleichgewicht des elterlichen Einflusses aus die Nachkoimnenfchast stets gestört sein. Aber das ist noch nicht alles. Tie unnckttelbaren Vorfahren eines Menschen sind verschiedenen Geschlechts; der Ausgleich in der Ueber» tragung der Eigenschaften geht aber unter normalen Verhältnissen niemals in der Weise vor sich, daß dabei auch die Geschlechtsunterschiede verwischt würden, baß also ein Mcktel- bing zwischen männlichem und weiblichem Wesen, ein Zwitter, entstünde, sondern es wird immer nur em Wesen geboren, das entweder männlichen ober weiblichen Geschlechts ist und das nur die seinem Geschlecht ent.prechenben körperlichen Eigentümlichkeiten von den Vorjayren erbt Nun scheint der Teck des EtternpaareS, der dem neuen Wesen ba$ Geschlecht überträgt, gewöhnlich m der Heber- tragung der sonstigen Eigeickünckichkecken hinter dem andern Teile zurückzutreten, sodaß also bei den Söhnen Aehnlick>- keck mit der Mutter, bei den Töchtern Aehnlichkett mit dem Vater das Häufigere ist. Für die Richttgkeit dieser Ansicht spricht, daß schon die Alten es für eine gute Vorbedeutung hielten, wenn sich diese tteuzweise Erbliche keck zeigte. So häufig aber auch die Erblichkeit entgegen dem Geschlecht sein mag, bie Regel ist sie keinestvegs. Es kommt sogar oft genug vor, daß von mehreren Kindern gleichen Geschlechts einige mehr dem Vater, andere mehr der Mutter nacharten. In manchen Familien muß ein Vorfahr eine sehr große Kraft der hebertragung hinsichtlich gewisser Eigentümlichkeiten besessen haben, denn anders ist es nicht zu verstehen, daß einzelne Züge trotz Heirat mit Frauen der verschiedensten S^erfunft immer wieder austauchen. In solchen Fällen haben wir dann die in dem Prozeß gegen die Gräfin Kwilecki so oft erwähnte Familienähnlichkeit. Es giebt Familien von großem und Familien von fleinem Wüchse. Schon Hippokrates meinte, daß man von Giganten keine Pygmäen und von Pygmäen feine Ge- ganten ab stammen sehe. Wie die Leibes größe, so kann auch der Leibes u m j a n g, die Form des Brustkastens, dis Beckens, des Schädels eine Familieneigentümlichkeit bilden. In manchen Familien herrscht Generationen hindurch eine Neigung zur Entwickelung in die Breite, in andern zur Schmächtigkeit. Von gleicher Beständigkeit sind nicht selten Abweichungen in den Proportionen. Es Kibt groß- und lleinköpsige, kurz<- und langbeinige, kurz- und lang- armige Familien. Eigentumlichkciten im Bau des Schädels und des Halses, in der Form der Sttrn, der Nase, des Kinns, der Wangen, der Kiefer, der Zähne, in der Beschaffenheit des Mundes vererben sich in vielen Familien mit derselben Treue. Es sei nur an die bekannten Familieneigentümlichkeiten gewisser er r scher Häuser, an bie Habsburger Lippe, die Bourbonennase, das Bonepartekiun erinnert Wie bei dem aus Knochen und Knorpeln beiieheuden starren Gerüst des Körpers, zeigt sich die Erblichkeit auch in der weichen Bekleidung, in der Muskulatur, im Fettansatz, in der Haut und im Haar. Allbekannt ist, daß schlaffe ober Paris Yin, und hebt hervor, Daß alle Besuche die Eintracht aus dem internationalen Boden versprechen. Die Beziehungen Rußlands im Besonderen zu Deutschland seien zu lange in Frieden und Freundschaft gefestigt, als daß sie noch einer Besserung bedürfen. Unter diesen Umständen spricht das Blatt den Wunsch und die Hoffnung aus, der Wiesbadener Besuch werde die Erneuerung des Handelsvertrags zwischen dem deutschen Reiche und Rußland sörderm Der „Petersb. Herold" verweist auf die verworrene politische Lage im fernen Osten und beurteilt die Wiesbadener Zusammenkunft der beiden Monarchen als ein Ereignis, dem eure die politische Atmosphäre reinigende und klärende Kraft innewohne. Die friedliche Gesinnung des Kaisers N i k o l a u s st i m m e mit derjenigen des deutschen Kaisers überein. So werde auch die Wiesbadener Begegnung in der Weltgeschichte einen erneuten Beweis geben, daß fid) die Arbeit und Sorge der beiden Ndonarchen dem kopbarsten Gute der zivilisierten Nationen, dem Frieden, zuwende. Das Blatt spricht schließlich den Wunsch aus, die beiden Nachbarreiche möchten einander immer besser verstehen lernen. „Birshewyja Wjedomosti" weisen aus die verschiedenen Erklärungen hin, welche der Reichskanzler Gras Bülow im Reichstage gegeben uitd betonen, daß diese Erklärungen wre em Wegweiser zum Wiesbadener Besuche sichren. Der Realpolitik des deutschen Reiches liege die Freundschaft zu Äiußland zu Grunde, welche den beiderseitigen Interessen entspräche. Diese alte Wahrheit werde für alle Welt dank der Wiesbadener Begegnurig aufs Neue her v o rtreten. Komische Tagesschau. Die Vertagung der Militärvorlage. Man schreibt uns aus Berlin, 5. November: Daß die ursprünglich für die nächste Reichstagssession in Aussicht gestellte Militärvorlage vertagt ist, wird allseitig bestätigt. Die „Kreuzztg." wirst die Frage aus, irrte die Regierung sich mit dem am 1. April nächsten Jahres ablausenden Provisorium der zweijährigen Dienstzeit ab» sind en werde? Die Frage ist einsach dahin zu beantworten: das Provisorium wird auf ein Jahr verlängert. Als ausgeschlossen darf jedenfalls die Rückkehr zur dreijährigen Dienstzeit gelten, ebenso die Annahme eines Vermittlungsvorschlages, den Generalleutnant v. d. Boeck macht: Anwerbung von freiwillig ein drittes Jahr Dienenden unter Gewährung von Prämien. Die „Kreuzztg.", die diesen Vorschlag mitteilt, sagt selbst von ihm, es sei nichts anderes als eine Rekonstruktion des dritten Jahrganges unter sehr bedeutenden Mehrkosten. Von den Kosten einmal abgesehen, die ja schwerlich einen bewilligungssrohen Reichstag finden. Mehr ins Gewicht fällt das Bedenken, Leistungen solcher Art, die vor allem Lust und Liebe voraussetzen, mit Geldzuwendungen zu ver- I knüpfen. Im deutschen Heere sollte der materielle Vorteil eine möglichst geringe Rolle spielen. Mit den Unterosfiziers- prämien läßt sich hier kein Vergleich ziehen. Diese Prämien werden nach Beendigung einer langen Dienstzeit bewilligt, um den Unteroffizieren das Fortkommen in einem bürgerlichen Berus zu erleichtern. Wir glauben nicht, daß in unseren maßgüreirden Kreisen Neigung besteht für ein An- we^ungssyjtem, wie es Generalleutnant von der Boeck .empfiehlt. Für die Vertagung der Militärvorlage ist. u. a. gellend gemacht worden, daß die parlamentarische Lage, insbesondere durch die große Anzahl von neuen Abgeordneten, ^welche erst die parlamentarischen Kinderkrankheiten durchmachen müssen", höchst ungünsttz sei. Die „Deutsche Tages- zellung", das Organ des- Bundes der Landwirte, betrachtet diesen Grund der Verzögerung als nicht srichhaltig. Im übrigen erscheine es fraglich, ob es im Interesse der Heeresverwaltung liege, wenn sie das jetzt geltende Ouinqennats- gesetz einfach ablaufen lassen und sich mit der etatsmäßigen Festsetzung der Heeresprchenzstärke begnügen wollte. Tue die Heeresverwaltung das, so werde man ihr, falls sie im folgenden Jahre eine Militärvorlage unterbreite, von liberaler Seite „mit einem Scheine des Rechts" entgegenhallen können, daß die Festsetzung der Heeressrärke für ein Etats- icchr und im allgemeinen genügen müsse. Mir nehmen unsererseits an, daß die Vertagung der Militärvorlage hauptsächlich dadurch herbeigeführt wird, daß die Regierung in der nächsten Reichstagssession der Marine den Vortritt lassen will. Wir haben wiederholt, gestützt auf zuverlässige Informationen, neue Marine- forderungen, speziell für die A u s l a n d s f l o t t e, in Aussicht gestellt. Die „Nationalztg." bestätigt in ihrer heutigen Abendnummer, daß solche Forderungen im Plane liegen. Die „Nationahtg." schreibt: „Die von der Regierung geforderten Auslands schiffe sind bei der letzten Flottennovelle von dem Reichstag abgelehnt worden. Unsere Ma- rineverwaltuug kann aber, gemäß ihrer von Anfang an abgegebenen Erklärungen, nicht umhin, auf eine Vermehrung der Auslandsflotte zu bestehen. Es ist möglich daß dem Reichstage bereits in seiner ersten Session eine dahingehende Vorlage zugeht. Es sei sehr wahrscheinlich, daß die maritimen Kreise außer den zurzeit geforderten sechs großen und sieben kleinen Kreuzern für das Ausland auch an den Bau von Linienschiffen für das Ausland denken. Hierdurch wird also auf größere Marinesorderungen vorbereitet. Einerseits Rücksichten auf die Finanzlage, andererseits die Beherzigung des bekannten Wortes, daß man nicht zwei Hajen aus einmal jagen soll, dürften den Beschluß gezelligt haben, die Militärvorlage zurückzustellen. Die bayerische „Grnndwertsteuer". Der Münchener Kammer der Abgeordneten liegt ein Gesetzentwurf über Grundwertsteuer vor. Dieser Gesetzentwurf verdankt seine Entstehung dem in Beschlüssen vom 21. Juni 1900 und 14. Juli 1902 ausgesprochenen Verlangen der Kammer der Abgeordneten nach einer höheren Besteuerung der Spekulationsgelände. Die Grundsteuer sollte für solcye Bau- und Spekulations-Gelände nach dem gemeinen oder Verkehrswerte erhoben werden, 3 vom Tausend dieses Wertes betragen und die Mertermittelung soll von 3 zu 3 Jahren wiederholt werden. Diesem Verlangen kommt der Regierungsenrwurf nur in sehr beschränktem Maße entgegen. Er führt die Grundwerr- steuer, ohne das gertugste an der äußerst reformbedürftigen städtischen Grund- uni) Haussteuer von 1827 zu ändern, nur jalnttativ und nur in Höhe von 1 vom Tausend ein und bestimmt nichts über eine regelmäßige Wiederholung der Wertschätzung. Tie Hälfte des Erträgnisses der neuen Steuer soll den Gemeinden über wiesen werden. In der letzten Sitzung des Ausschusses erklärten sich die Delegierten fast aller Parteien mit der Forderung der Regierung einversianden. Nur wurde versa) iedentlick) die Ansicht laut, daß der Satz von eins pro Mille zu gering sei. Der Finanzminister legte dar, daß ihn vornehmlich sozialpolitische Rücksichten zu dem Gesetzelitwurf geführL hatten. Es handele sich um einen Versuch, der später auszubauen (et Der Satz von eins zu Tauend erscheine ja etwas gering, aber wenn sich der Versuch bewähre, so fei. eine Steigerung jederzeit möglich Eine Progressiv-, steuer, die von verfchieoenen Seiten angeregt wurde, hält der Minister für schwer durchführbar, weil der Maßstab der Steigerung sich nicht leicht finden lassen werde. Die Verhandlungen wurden schließlich vertagt. Deutsches Kelch. Berlin, 5. Nov. Auf die von dein Kurator und dem Rektor der Königlichen Akademie zu Posen dem Kaiser erstattete Meldung von der Eröffnung der Akademie ging folgendes Telegramm ein: „Se. Exzelleiiz dem Oberprüsidenten v. Waldow — Posen. — Se. Majestät der Kaiser und König lassen Eurer Exzellenz und dem Rektor Kühnemann (früher in Marburg, nicht Ko bürg, wie gestern ein Druckfehler sagt. D. Red.) für die Meldung von der Eröffnung der dortigen Königlichen Akademie uni) für das Gedenken der Fest- Versammlung vielmals danken. Se. Majestät werden Der neubegründeten Hochschule Allerhöchst chr bejoriders freundliches Interesse auch in Zukunft bewahren und hoffen, daß Lehrer und Studenten bei der Pjlege der deutschen Wissenschaften auch die Pflege der deutschen Tugenden, voran Treue gegen Gott, König und Vaterland sich allezeit angelegen sein lassen werden, zum Segen der Provinz Posen und Der ganzen Bevölkerung. Auf Allerhöchsten Befehl (gez.) von Lucanus." — In der „Hilfe" wird die Mitteilung bestätigt, daß der Abg. v. Ger lach vom L Januar die Chefredaktion der bisher freisinnig-demokratischen „Berliner Z t g." übernehmen werde. — Ter Bundesrat hat in seiner heutigen Sitzung die Vorlage betreffend die Tenkschrist über die Ausführung der [eit 1875 erlassenen Anleihegesetze, die Vorlage betreffend Abänderung Der Vorschriften über die Auswan- dererichifse und die Vorlage betreffend den Entwurf einer Avanocrung der Montanstatistik Den zustänDigen Ausschüssen überwiesen. — Die „Bert. Storr." berichtet: Um gemäß den Au s- führungsdestimmungen zum Fleischbeschaugesetz zu prüfen, ob das in das Zollinland eingehende zu- bereitele Fleisch die Eigenschaft frischen Fleisches auch in den inneren Schichten verloren hat und durch entsprechende Behandlung nicht wieder gewinnen kann, ist an einer der dicksten Stellen ein tiefer Einschnitt anzulegen. Soweit sich dies mit den Rücksichten auf die Zuverlässigkeit der Untersuchung vereinbaren läßt, ist darauf zu achten, daß bei der Ausführung des Schnitts eine Beschädigung und Entwertung der untersuchten Fleischstücke, namentlich von Schinken, möglichst vermieden wird. Es empfiehlt sich daher, den Einschnitt beim Schinken in die Einwärtszieher des Hinterschenkels, dicht unterhalb der Gesäßschambeinfuge und parellel mit dieser, derart vorzunehmen, daß auf beiden Seiten des Schnittes eine Fleischivand stehen bleibt. Die Bestimmung, wonach bei Einzelsendungen, die mit der Post eingehen ober nachweislich zum gewerbsmäßigen Betriebe bestimmt sind, Die Untersuchung in anderer Weise als mittels tiefen Einschnitts an einer der dicksten Stellen vorgenommen werden kann, roir$ hierdurch nicht berührt. — Gegenüber einer Wiener Meldung, wonach Deutsch» land gegen die östreichisch°rusfische Reformnote an die Pforte Bedenken erhoben habe, erfährt der „Börs. Kur.", daß die Deutsche Regierung überhaupt nicht in Die ^age gekommen sei, sicy materiell zu Der Reformnote zu äußern. Deutschland habe lediglich dem Sultan nahegelegt, sich mit den Reformmächken zu verständigen, damit er sich vor Schlimmerem bewahre. Wandsbek, 5. Nov. llm die Parade über ihr Hu- saren-Regiment „Königin Wilhelmina der Mederlande" ^Hannoversches) Nr. 15 abzunehmen, traf heute die Königin Wilhelmina mit dem Prinzen Heinrich der Niederlande 'hier ein. Die Königin fuhr im Wagen die Front des Regiments ab und nahm Dann in Der Dritte des Pa- radejelDes Aufstellung, worauf Das Regiment zunächst in Zugen im Schritt, Dann eskadronsweise im Trab Defilierte. Beim Früh stuck im Offizierstasino brachte Oberstleutnant Zitzewitz ein Hoch auf Die Königin aus, welches Die Köni- gin mit einem Hoch a u f das Regiment erwiderte, wobei sie ihre Freude ausdrückle, daß es ihr vergönnt sei, im Offizierskorps zu verweilen. Nach Dem Frühstück begab Die Königin sich nach Arolsen. ■ ■' 1 ■■■■'■ US-1.1 ■»'■■■' ' ..... Ausland. London, 8. Nov. Der Mörder der beiden Arme-- nier, Iangie, ist von verschiedenen Personen identisch mit Dem Mörder Sagounis erkannt. Er scheint 40—45 Jahre alt gewesen zu sein, hatte schon einen Kahlkopf und trug eine langhaarige Perücke. Seine Leiche zeigt viele sJlarben von Vitriol-Verbrennung. Eurige hiesige Armenier wollen wissen, daß sl)angie viele politische Verbrechen hinter sich hatte und einer Der sichersten Schützen von Europa war. Die Alfaristen sollen ihn von Amerika hierhergeschickt haben, damit er alle zum Kongreß hier anwesenden Hentscha- listen niederschieße. Brüffel, 5. Nov. Der „Soir,, derüberdieDrey- s u s - A f f ä r e stets vorzüglich aus Paris informiert ist meldet heute, Kriegsminister Andro habe tatsächlich sestge- fteilt, baß das Schriftstück, in dem von D. Die Rebe ist, eine grobe Fälschung ist, die mehrere Monate vor Der Verhaftung bes Dreyfus von Lemercier und Picarb auf höheren Befehl angefertigt worben fei. Der Kriegsminister teilte feinen Kollegen diese Entdeckung mit. Paris, 5. 3loo. Die Kammer nahm ein von dem Sozialisten Dojeante beantragtes Amendement an, wodurch das Verlangen um Abschaffung der Kruzifixe in den Gerichtssälen ausgedrückt wird. Madrid, 5. Nov. Das „Diario universal" erzählt, seit September bereiteten die Republikaner eine re do lut io* näre Bewegung vor, wobei sie auf die Unterstützung von drei Generalen und auf zwei Schiffe rechneten, die von Republikanern angekauft seien, welche sich in Argentinien niedergelassen hätten. Das Komplott fei indessen gescheitert, da die Verbindungen zwischen den Beteiligten durch verschiedene Maßnahmen unterbrochen seien. Wien, 5. Nov. Nach einem vergeblichen Versuche einer Darlehensaufnahme des Serbenkönigs in Paris in Höhe von zwei Millionen wollte jetzt der hiesige serbische Geschäftsträger bei der hiesigen Filiale einer Versicherungsgesellschaft das Leben des Königs in derselben Höhe versichern lassen. Dies wurde von dem Direktor jedoch abgelehnt. Petersburg, 5. Nov. Die Abberufung des russischen Botschafters inRom, Baron von Nelidow ist beschlossene Sache. Er wird zum Mitglied des Staatsrates ernannt werden. Seinen Posten erhält Fürst Urusoff, gegenwärtig Botschafter in Paris. Die Pariser Botschaft ist von Darmstadt aus dem Justizminister Murawiew übertragen worden. Der Nachfolger des Letzteren im Justizministerium straffe, zarte oder Dicke Haut, heller ober Dunkler Teint, schwarzes, braunes, blondes, rotes H>aar von schlichter oder krauser Beschaffenheit, von größerer ober geringerer Dichtigkeit und Ausbreirung Der Familie oft oft reaft lange treu bleibt. So kann sich Die aus Der erblichen Uebertragung beruhenDe Familienähnlichkeit in allen Teilen Des Körpers, in Dem Rurnvse samt Den Organen, Die er einschließt, am Schädel, an den Haaren, Den Gliedern, ja sogar an den Fingernägeln gcltcnD machen, vor allem aber im Gesicht, Dem Teil Des Körpers, Der alle übrigen ebenso sehr an Mannigfaltigkeit des Baues wie an Ausoruasfäh^gkeit übertrifft unD Dem wir Daher für Die Beurteilung eines Menschen Die größte BeDeutung beimessen. Hiernach könnte es scheinen, als wäre es möglich, auf GrunD von Famllienähnlichkeiten Die Frage Der Abkunft eines Kindes von einem bestimmten Elternpaare zu entscheiden. Tem ist aber keineswegs so. Wie Diese Besonderheiten nicht von jeher in der Familie vorhanden gerne (en sind, so werden sie auai nicht bis in alle Ervigkeit den Nachkommen übermittelt, ja sie sind nicht einmal zur Zeit ihrer größten Verbreitung bei allen Familienangehörigen zu sind en. An dem im 14. Jahrhundert durch Die Gemahlin Des Herzogs Ernst Des Eisernen, Die riesenhafte Cimbarka von Masooien, in das Haus Habsburg gekommenen Familienzuge, der starr borjpringeuDen Unterlippe, zeigt es sich, Daß selbst die harrnäcklgsten, eingewurzeltsten und verbreitetsten Jamilienzüge nicht allen Famillenglie- dern gemein sind, im Lause der Zett verblassen und schließlich völlig verschwinden. Außerdem ist es oft unmöglich zu enlicheiden, was Familien- und was Rassenoder Stammeseigentümlichteit ist. Wem wäre noch nicht -in einer von einem fremden Menschenschläge bewohnten Gegend zwischen Den ihm in einem Eisenbahnwagen gegenüber si^nd en Fahrgästen eine so große Aehnlich-kett ausgefallen, daß er hatte wetten mögen, es mit Angehörigen einer und derselben Familie zu tun zu haben, während sich nachher herausstellte, daß keinerlei verwandtschaftliche Beziehungen bestanden? Andererseits läuft man.Ge- sahr, eine aus bewußter oder unbewußter Nachahmung beruhende Aehnlichkeit des Ausdrucks für eine ererbte Aehnlichkett der Form zu halten. Nicht mit Unrecht bezeichnen die Physiognomiker den Nachahmungstrieb als die Grundlage der Mienenbildung. Ter Gesichtsausdruck des KttiDes, seine Haltung, seine Bewegungen modeln sich nack) der Umgebung, insbesondere nach den Personen, die ihm am nächsten stehen, und dadurch wird eine von Der Erblichkeit ganz unabhängige Aehnlichkeit herbeigeführt. So hörte ein Ehepaar, das ein ganz fremdes Mädchen an Kindes statt angenommen hatte, auf Schritt und Tritt von Uneingeweihten, das Kind ähnele der Niutter (die in Wirklichkeit die Pflegemutter war) üi ganz hervorragendem Grade? Aber damtt sind die Schwierigkeiten für Die Beurteilung Der Aehnlichkeit oder Unähnlichkeit noch keineswegs erschöpft. Bei dem gräflich Kwileckischen Ehepaare handelt es sichj um Eltern, Die im Greisenalter stehen, und um einen siebenjährigen Knaben. 9hir wer keine Ahnung von den Gesetzen des Wachstums und von Den gewaltigen Veränderungen hat, Die im Aeußern Des Kin- Des bis zur Erreichung des Mannesallers vor sich gehen, kann bei solchen Altersunterschieden wirklich Aehnlichkeit zu finden erwarten. Das Wachstum ist ja kein bloßes Größerwerdeli, vielmehr lehrt schon eine oberflächliche Beobachtung, daß nicht alle Teile des Körpers gleichmäßig an Länge unD Umfang zunehmen, sondern daß sich die Größenverhältnisje der einzelnen Teile zueinander während Der Tauer Des Wachstums bestänDig änoern, in Dem manche Teile mehr, manche weniger, manche siüher, manche später wachsen. Tie Ge,ralt- und Größenverhäluiisje Der einzelnen Körperteile müssen also beim KinDe ganz anDrer sein als beim Erwachsenen und selbst als bei Den eignen Eltern, eine ererbte Aehnlich-keit wird daher erst im spätem Leben deutlich hervortreten. Zudem beruht ein großer Teil dessen, was man gewöhnlich für Aehnlichkeit ausgibt, auf der oberflächlichen Auffassung der gröbsten Verhältnisse und Umrisse, und Das ungeübte Auge ist in Dieser Beziehung überraschenD leicht zuftieDengestellt; es begnügt sich nur zu gern mit einem einzigen hervorstechenden Zuge, während es die vorhandenen Unähnlichkeiten übersieht. Ein Anatom, der sich mit dieser Frage eingehend beschäftigt hat, behauptet, Daß zwei anjcheinenD Die Deutlichste Aehnlichkeit aufwellende Gesichter, statt mit den Augen der Frau Base mit Zirkel und Winkelmaß geprüft, die größte Verschiedenheit zeigen, und zwar nicht nur in untergeordneten Einzelheiten, sondern wirklich in größern und wichtigem Abschnitten. Ein anderer Anatom weist nach, daß man auf einem unD demselben Schädel durch Veränderung der ungemein wand- lungssähigen Weichteile Gesichter konsttuieren könne, Die keineswegs untereinander das hätten, was man Familienähnlichkeit meint; hingegen gelinge es leicht, nach merklich verschiedenen Schädelformen sehr ähnliche Gesichter auszuprägen. Älacht man sich das llar, so wird man zugeben müssen, daß es nahezu unmöglich ist, eine Ueber- einftirnmung der Beurteiler über die Aehnlichkeit zweier Menschen zu erzieleli. Das hat man oft genug erlebt, wenn es sich darum handelte, durch Sachverständige prüfen zu lassen, ob jemand auf einem bestellten Bilde, dessen Bezahlung er wegen Unähnlichkeit verweigerte, gut getroffen ist. In solchen Fällen lauten die Urteile selbst der gewiegtesten Kenner nicht selten völlig entgegengesetzt. Aus artet)em ergibt sich, daß die Aehnlichkeit zwischen Menschen verschiedenen Alters etwas zu Zweideutiges ist, als daß man daraufhin allein eine Ueberzeugung über Die Elternschaft gründen könnte, und wenn die Gräfin Kwilecki keine besseren Beweise für ihre Behauptung hat, daß sie die Mutter des angeblich untergeschobenen Knaben sei, jo ist es um ihre Sacye schlimm bestellt. mehl Rücken. Telephonäscher Kursbericht* . 26.60 4% Gneoh. Monopol -Anl. Tendenz: schwach. 41/9% äussere Argentiner Oberbürgermeister Singer erläßt A. Holterhoff Söhne Seltersweg 20 Giessen Seltersweg 20. Jacken 8315 Fast konkurrenzlose Preise. . 102.10 . 90.96 . 102.10 . 91.00 . 100.10 . 100.00 . 1023.0 103.80 53.25 32.00 37.20 143 00 44.00 31 /,% Oberhessen . . 4% Oesterr. Goldrente . 37g% 3"/o 3V,% ö°/o 37e°/o 3u/o Mexikaner . . 4Vir7o Chinesen . . Electric, bchuckert . Nordd. Lloyd . . Kreditaktien . . . Diskonto-Kommandit, Darmstädter Bank . Dresdener Bank . * Beniner Handelsges, Oesterr. Staatsbahn . Lombarden . . . Gotthard bahn . . . Laurahütte ♦ . ♦ ♦ Bochum . . , » . Harpener . . . . Einzelne firmen selten 30—40 Stück Fohlen und Pferde ab. Ter Preis für Schweine ist wieder im Steigen begriffen. )s Rohrbach bei Büdingen, 6. Nov. Die beiden Enkel des hiesigen Bürgermeisters Kröll waren heute mit Holzhacken beschäftigt. Im Eifer traf der achtjährige Knabe seinen sechsjährigen Bruder so heftig mit dem Beil in den Handrücken, daß man anfangs glaubte, die c>and sei abgehuuen, so stark strömte das Blut. Mit einem ^cotverband versehen, wurde der beklagenswerte Junge in die Klinik nach Gießen gebracht. Darmstadt, 5. Roo. Abermals hat der Messer- Mitglled des Elnkaafs-Verbandes fr Berlin. Gemeinsamer Baareinkauf daher denkbar billigste Verkaufspreise. Ca. 200 Mitglieder. inwexfal" nMi, tmhtio» t Mechiitzuntz von udjnden, die von in Argentinien i indessen gescheitert, en dmch verschiedene soll Platanow, gegenwärtig Mitglied des SLaatsrateS, werden. Tanger, 6. Ncro. Eine große Summe aus England eingetroffenen neu geprägten maurischen Geldes ist auf dem dem hiesigen Zollamt angehallen worden, da die maurische Regierung es versäumte, die fälligen Abschlagszahlungen an bie englische Münze zu entrichten, die das Geld geprägt hat. — Der arme Sultan! Jetzt, wo er sich glücklich nach Fez zurückgezogen hat, um von diesem sicheren Zufluchtsort aus den Aufstand wieder einmal für „beendet" zu erklären, muß ihm so was passieren! Wovon soll er denn nun leben? Das Eintreiben der Steuern hat er ja großmütig seinem „nieder- geworsenen" Gegner Bu Hamara überlassen. 9t ew-Port, 5. Nov. Der neue Panama st aat nennt sich Republica del Jsthmo und hat bereits aus der ganzen Halbinsel Anerkennung gefunden. Normal-Hemden, Unterhosen zu einer gütlichen Einigung bereit. ES ist selbstverständlich, daß bis zum Abschluß dieser schwebenden Verhandlungen auch ich die Waffen ruhen lasse." • Hamburg, 5. Nov. Eine Verkäuferin emes Warenhauses, die wegen Warendiebstahl verhaftet werden sollte, tötete sich durch einen Revolverschuß. • Lissabon, 6. Nov. Als der Kriegsminister Pimentei Pinto per Automobil die Forts des Hafens von Lissabon besichtigte, stürzte das Gefährt infolgefalschen Manövers des Führers um. Der Minister wurde I)mau§»s geschleudert und erlitt mehrere Verletzungen. . 91.56 . 112.00 . 105.40 . 212.00 . 195.70 . 145.00 . 154.40 . 164.00 . 143.50 . 18.40 . 190.70 . 237.50 . 185.40 . 200.40 Vermischtes. • Berlin, 5. Nov. Auf dem Kirchhofe der Johannisgemeinde bei Plötzensee vergifteten sich am Grabe des Schneidermeisters E. Sz. seine Wittwe und deren S ch w e st e r. Sie war untröstlich über den Tod des Gatten. Die Schwester, die bei dem Verstorbenen wohnte, litt an demselben Magenleiden wie er und sollte demnächst operiert werden. wandte, näherte sich ihm Peter Weimar von hinten und bohrte ihm ein langes, steststehendes Messer tief in den Tiefe Wunde führte vorgestern den Tod des Ver- 4*/6% Oesterr. bilberrente 101.00 4% Ungar. Goldrente. . . 100.40 4% Italien. Rente . 47,96 Portugiesen . 3°/ Portugiesen, , . \% C. Türken . . Türkenlose .... Spott. Berlin, 5. Nov. Der jugendliche Herrenreiter, Leutnant von Auer, kam bei dem heutigen Karlshorster Rennen an der Hürde im kleinen Wäldchen so unglücklich zu Fall, daß er ich einen R i p p e n b r u ch unb wahrscheinlich auch eine Zer- r c i im n i] der Lunge zuzog. ______. Gerichissaal. Wiesbaden, 5. Nov. Der internationale Hoteldieb Samson, welcher wegen 14 vollendeter und einem versuchten Diebstahl angellagt war, wurde zu 7 Jahren Gefängnis unter Anrechnung voii einem Jahre Untersuchungshaft verurteilt, -ter Staatsanwalt hatte 12 Jahre Zuchthaus beantragt, während der Verteidiger wegen Geisteskrankheit auf Freisprechung plädierte. Fünf Fälle der Anklage wurden zur weiteren Aufklärung zurück- 9elleU£ Qtinooer, 5. Nov. TasLbcrkriegsgericht des 10.Armeekorps verurteilte den Füsilier Jacob vom 73. Füsilierregiment wegen Raubmordes aberinals zum Tode. Nachdem das Reichsmilitärgericht seiner Zeit das erste Urteil aufgehoben hatte. Ehemni tz, 5. Nov. Tas Landgericht verurteilte den Bürstenmacher Maennel wegen Beleidigung des deutschen Kaisers zu drei Monaten Gefängnis. . . Paris, 5. Nov. Der Kassationshof verwarf die Berufung von Therese und Frsdsric Humbert. • Jena, 5. Nov. in der bekannten Streitsache folgende Erklärung: /Von unbe- Stute. W"cn iüen, scheint 40—4ö ?llJen Kahlkops und W zeigt viele ! Wge 'Meinet >4e Aeftcechen 'chü§en von Europa 'nfü hierhergeMt wesenden Henhcha- er über bie Drey« iri§ informiert ist tatsächlich jestge- bie Rede ist, eine lonate vor der Aer« Picard auf höheren Minister teilte ung mit. m ein von bent Mit an, wobutf) uzifixe in den Reichsanleihe do. Konsols . do. . . Hessen . i 'teher Seiler zu Hannover, bisher in Friedberg, wurde der K. Pr. Rote Adlerorden 4. Klasse, dem Lademeister i. P. Joh. Volk in Gießen, dem Bremser i. P. Ludwig Stamm in Großen-Linden, dem Maschinen- wärter i. P. Phil. Weber in Gießen und dem Bahnwärter Müller zu Klein-Linden (wie wir schon belichteten) das K. Pr. Allgemeine Ehrenzeichen verliehen. ** Der Großh. Landgerichtsregislrator Jäger begeht heute, am 6. November, einjchl. Nttlitärdienslzeit, fern 26jähriges Dienstjubiläum. ** Der Rhein-Main-Gauverband deutscher Uhrmacher, zu welchem auch der Uhrmacherverein Gießen und Umgegend gehört, hält am 8. November nachmittags 2Va Uhr in Frankfurt a. M., Restauration Stadtgartcn, einen außerordentlichen Gautag ab, zu dem alle selbständigen Uhrmacher des Bezirks willkommen sein werden. Zur Beratung stehen einige sehr wichtige Angelegenheiten, so unter anderem die Grossistenfrage, die Rabattforderungen von Konsumvereinen, die Warenhausjrage ujw. ** Mutroillen. Vorgestern abeno um 113A Uhr wurde die Glasscheibe in dem in der Schulstraße ausgehängten Tepescheutasten mutwilligerweise eingeschlagen. Der Tuter wnrde aus frischer Tat abgefaßt uno Anzeige gegen ihn erhoben. -lr. Steinberg b. Gießen, 5. Nov. Am Mittwoch abend wurde die Bauersfrau Elisabeth Häuser während einer Beschäftigung im Keller ihres Anwesens vom Schlage gerührt. Sie war sofort tot. )( Grünberg, 6. Nov. Vom Eisenbahnkomitee für die projektierte Bahnlinie Grünberg — Lich wurden gestern der Vorsitzende L. Mol l-Grünberg und Bürgermeister Schmidt -Queckborn v'om Finanzminister Gnauth empfangen und nach Darlegung des Standes der Angelegenheit auch der Staatszuschuß von 20 000 Mk. pro Kilometer zugesagt. Geometer Pfeffer-Berlin ist gegenwärtig mit der Aussteckung der Bahnlinie beschäftigt, welche wie folgt projektiert ist: Ausgehend von Lich über Bessingen bis zur Steinesmühle bei Münster, von dort nach Queckborn durch das Grundstück des Dampfjägewerkes von Aff u. Dahmer, entlang dem Eschersbach in der Richtung nach dem Göbeln- roder Walde zu, um dann neben der Oberhessischen Bahn kurz vor Grünberg in diese einzumünden. — Der genannten Deputation wurde auch die Erbauung der Jdioten- anstalt in Grünberg in Aussicht gefüllt, sobald die Stadt Gießen das für die dort zu errichtende Irrenanstalt benötigte Gelände bereitgestellt hat. Die Stadt Grün berg erhält dann als Entschädigung für die erst hier beabsichtigte Irrenanstalt von der Stadt Gießen 7 6 000 Mark. — In dankenswerter Weise haben sich auch hier eine Anzahl Damen gefunden, welche jeden Mittwoch nachmittag sich einige Stunden der Anfertigung von Kleidungsstücken zur Weih nachtsbes cherung armer Kinder widmen. Mögen sich recht viele Damen diesem Liebeswerke anschließen. Lauterbach, 6. Nov. Einen anerkennenswerten Beweis der Dankbarkeit, so lesen wir im L. Anz. letzten, eines braven Burschen, herbei. Die drei an dem Raufhandel Beteiligten befinden sich in Untersuchungshaft. Mainz, 5. Nov. Der in der letzten Nacht gestorbene Bischof Tr. Brück litt seit einigen Tagen an den Folgen eines Influenza-Anfalles. Trotzdem versah er bis gestern eine Funktionen. Gegen 10 Uhr abends stellte sich plötzliches Uebelbefinden em. Das Leiden verschlimmerte sich rasch, sodaß um 12 Uhr der Oberarzt vom Rochus-Hospital geholt wurde, der aber bei seiner Ankunft nur noch den inzwischen emgetretenen Tod des Bischofs konstatieren konnte. Die Aufbahrung der Leiche im bischöflichen Palais findet Samstag und Sonntag, die Beisetzung un Dome am Montag vormittag statt. — In Hessen vollzieht sich, wie wir dem „Mainz. Tagebl." entnehmen, die Bischofswahl derart, daß das Domkapitel innerhalb eines Monats nach Eintritt der Sedisvakanz der Regierung eine Kandidatenliste einzureichen hat. Diese streicht die ihr nicht genehmen Kandidaten, aus den übrigen wählt das Kapitel den Bischof, dem Papst steht das Bestätigungsrecht zu, die Regierung erteilt die Ermächtigung zum Antritt der Würde und zur Ausübung der Funktionen. Worms, 5. Nov. Das Modell zum Küchler- Denkmal wurde nach der Worms. Ztg. heute nachmittag einer Besichtigung durch die Mitglieder des Denkmalskomi- lees unterzogen. Bildhauer Hirt hat es zu diesem Zwecke im oberen Sälchen des Festhauses aufgestellt und mit einigen Blattpflanzen einen einfachen, aber sehr geschmackvollen Hintergrund geschaffen. Man war überrascht über die vortreffliche Wiedergabe unseres unvergeßlichen Oberbürgermeisters. Die Gesichtszüge sind von unübertrefflicher Aehnlichleit. Die Herren des Komitees sprachen sich sowohl über den Entwurf, wie auch über das Postament, das in rotem Schwarzwälder Granit ausgeführt werden soll, in anerkennendster Weise aus und dankten Herrn Hirt für das äußerst gelungene Modell, das seiner Künstlerschaft alle Ehre mache. Es wurde beschlossen auf der Rückseite des Postaments folgende Inschrift anzubringen: „Ihrem Oberbürgermeister die dankbaren Bürger der Stadt Worms für erfolgreiches Wirken 1882 — 1898." Nächsten Samstag vormittag soll auf dem Lindenplatze, wie bereits gemeldet, eine Schablonenprobe des Denkmals vorgenommen werden. Frankfurt a. M., 5. Nov. Bei größeren Eisenbahnunfällen, namentlich bei solchen, die auf freier Strecke passieren, macht sich m der Regel Wassermangel bemerkbar. Die Eisenbahndirektion Frankfurt hat daher angeordnet, daß sämtliche (Stationen, sobald in ihrem Bezirk ein Unfall vorkommt, unverzüglich Bottiche und Eimer mit frischem Wasser bereitstellen, so daß der ankommende Rettungszug dies bereits vorfindet. Ebenso sind die Bahnmeister und Bahnwärter, in deren Bezirk der Unfall passiert ist, angewiesen worden, sofort alle verfügbaren Mannschaften mit frischem Wasser an die Unfallstelle zu senden. Zu diesem Zweck sind die Eimer, Gefäße usw. besonders zu beschaffen und an Ort und Stelle aufzubewahren. exzeß eines noch nicht 18jährigen Burschen ein Menschenleben gekostet. In Brandau i. Q. hatten, nach der „Dst. Ztg.", am 25. Oktober d. I. drei junge Leute, Peter Weimar, Phil. Weimar und Georg Speckhardt, den bedeutend älteren, etwa 24 Jahre alten Landwirt Georg Bickelhaupt mehrfach durch Schimpfworte gegen ihn und seinen verstorbenen Vater beleidigt, sodaß er sie zur Rede stellte und ein Streit entlang Während sich Bickelhaupt gegen die beiden anderen *. k d-si-h^ »ul'Äunb unb itnfy.« ioni>ein ÄS' o* id)Wten' ,inh bent' M*"? di- ^ietcnJp*!' * lat, W L lieber' ‘M* LZtzr v chl-rb , J I|t, ...... dlichenBerjnche ierbenfönigS in [te jetzt der hiesige ! Filiale einer $er< iS m derselben höhe Tireklar jedoch «d- usung des russische« ■liöoro ist b-schloii-»- staaiSraitS ernannt „(«ft «ff* Botschalt i|l M im yuiHi*!1®" »Är § > dicht n b=s ""tnng, ?Wtes ’ °der bei en .Unkt. Sä?' Wt de ».°? * er » Si,r * bet^S5tont Unten , Sä SU Aö1 ment er Eiulte, ba6 e: beuoeilen.V? ütoijcn. teiligter Seite ist in liebenswürdigster Weise feit einigen Tagen der Versuch gemacht worden, zwischen Prof. Weber, sowie Henrici und mir zu vermitteln, um die unsere Bürgerschaft stark erregenden scharfen Zusammenstöße der letzten Wochen möglichst auf gütlichem Wege und, ohne Hilfe der Gerichte anzurufen, aus der Welt zu schaffen. Unter Zustimmung der drei Herren Vorsitzenden des Ge- meiderates bin ich meinerseits unter gewissen Voraussetzungen lieber das Wetter soll man nicht reden, ❖ aber wenn's gar nicht besser werden will und die Influenza förmlich in der Luft liegt, da ist ein Gespräch vom Wetter A doch das Natürlichste. Alle Welt ist erkaltet und einer bietet dem andern launig seinen Katarrh an, ohne daß er Abnehmer fände. Aber schließlich ist ein Katarrh noch ♦ nicht das Schlimmste, eine Schachtel von Fay S ächte» Sodener Mineralpastille» genügt zumeist, auch den ♦ stärksten Katarrh zu beseitigen und der ganze Spaß kostet nur 85 Pfg. 6911 gegen unser Krankenhaus hat am vergangenen Dienstag die G e m e i n d e M a a r geliefert. Sie brachte als Geschenk einen hoch beladenen Leiterwagen voll Kartoffeln, Frucht, Stroh, Hülsenfrüchte u. s. ro., dazu einen Betrag in barem Gelde, um damit ihre Erkenntlichkeit zu be- roeisen für alles, roas Kranke und Genesene in der Anstalt Liebes und Gutes erfahren haben. Die Gabe macht doppelte Freude, denn sie ist ein Beweis der Einsicht, daß die mildtätige Anstatt bei den niedrigen Verpflegungssätzen nicht alle die Aufwendungen bestreiten kann, die sie für die leiblichen Bedürfnisse ihrer Pflegebefohlenen zu machen hat; dazu bedarf sie offener Hände fröhlicher Geber. Dann aber zeigt uns die Spende der Gemeinde Maar, wie man dort dem richtigen Gefühl dafür Ausdruck verleiht, daß all dies, was den Kranken an Liebe, Geduld und Trost gespendet wird, unbezahlbare Guter sind. - ^ov. Vom besten Wetter begünsttgt, wurde der K a l t e n m a r 11 heute beendigt, ^lten sckMies Rindvieh war in großer Zahl aufgetrieben, auch rechtschone Preise wurden erzielt. Ebenso flott ging der Pferd^handel. ^ruiRalkn üer Ueöaklwn. (Anonyme Anfragen bleiben unberücksichtigt.) A. F., hier. Auf Ihre Anfrage teilen wir Ihnen mit, daß, falls Ihnen bei Ausgabe des Inserates eine notariell beglaubigte Auflage zugesagt, diesem Versprechen aber nicht nachgekommen wurde, Sie nicht zur Zahlung des Inserates verpflichtet sind, da in diesem Falle einseitiger Kontraktbruch vorliegt. 100. Emil Zola starb am 29. September 1902. Ueuelte itlrluniufni. Originaldrahlmeldungen des Gießener Anzeigers. Wildpark, 6. Nov. Der Kaiser ist heute vormtttag 9 Uhr hier eingetroffen und wurde von der Kaiserin am Bahnhof empfangen. Das Kaiserpaar begab sich nach dem neuen Palais. Breslau, 6. Nov. In Gablonz a. d. Neiße beging der italienische Bauunternehmer Eorolin aus Venedig aus unbekannter Ursache einen grauenvollen Selbstmord. Er brachte unter seinem Arm eine Dynamit-Patrone zur Explosion und wurde vollständig in Stücke zerrissen. Madrid, 6. Nov. In Mula, Provinz Murcia, stürzte das Athenäum ein, wobei acht Personen getötet und sechzehn schwer verletzt wurden. Bei dem Unglück spielten sich herzzerreißende Szenen ab. Petersburg, 6. Nov. Die Rückkehr des Zaren erfolgt am 9. November, nachdem nunmehr feststeht, daß der Kopenhagener Besuch trotz des besonderen Wunsches der Kaiserin-Witwe aus mancherlei Gründen, die in der Russi- fizierung Finnlands zu suchen sind, unterbleibt. — Bei dem am 19. ds. beginnenden Prozeß wegen des Kisch ine wer Blutbades werden nur Christen auf der Anklage- Bank sitzen. Alle gegen Juden wegen Mordes vorgebrachten beschuldigungen sind fallen gelassen worden. Gießener Anzeiger, Brühffche Druckerei im 72. Lebensjahre. 8316 Gießen (Nordanlage 27), den 6. November 1903. Gründlichen vifsSösud erteilt 8131 furt a. M. 8305 8299 Gießen, den 5. November 1903 4 S und s bei In Lollar In Lich bei: A. Bing Äug. tiabriel jr.9 Gießen 676 ->unge, unabhängige Frau ober XJ Mädchen auf foiort gesucht. Bleichstraße 7. Lo. ö. 8. Roll. Bcg. 1 11 8298 Qllöbl. Zimmer v. b. ftorribor «W z. v. Grabenstr. 3, II. [05512 in 4 05521) Möbliertes Zimmer zu vermteten. Schillerstraße 9, UL empfiehlt 7201 mieten. Neustadt 45. Einsätze drei- unb viereckig, < decken', Taschentücher für Brä [, Ge° Iräute, W- WWWM •' T'-' ■■ ä C. G. Kleinhenn, Bahnhofstraße. Trageser & Mayer, Grünbergerstr. und 1.60, Lltsimicnlüjse ®iw«. •Dtit Wirkung vom 1. 1. 04 ev. auch früher ist eine Gehilfenstelle bet unserer Kassenverwaltung zu besetzen. 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