Nr. Ä34 Erscheint tägttch außer Sonntags. Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem hessischen Landwirt die Gießener Kamillen» blätter viermal in der Woche beigelegt. NolattonSdruck u. Verlag der Brüh lachen Unwrck -B uch- u. Stein- drucke rer (Pietsch Gerben) Redaktion. Expedition und Druckerei: Gchnlstraße 7. Adresse für Depeschen: Anzeiger Gieße«. Fernsprechanschluß 92t.5L Zweites Blatt. 153 Jahrgang Dienstag 6. Oktober 1903 GiehenerAnzeiger w General-Anzeiger w Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen E! vezrrgspret-r monatlich 7bPs„ viertel» jährlich Mk. 2L0; durch Aohole- u. Zweigstellen monatlid) 6o Pf.; durch die Post Mk. 2.—viertel» jährt, ausscht. Besteltg. Annahme von Anzeigen für die Lagesnummer bis vormittags 10 Uhr. ZetlenprrtSr lokal 12 Pf. auswärts 20 Plg. Beraatworrlich für den poltt and augem» TeUr P. Wittko: für »Stadt und ßantr und .GerichtSsaal": August Götz; für den An- (Ctqentetl: Han» Beck. Aie heutige Yummer umfaßt 8 Settru [en Deutsches Keich. Berlin, 5. DEL Der Kaiser wohnte am Sonntage mit seinem Gefolge, unter dem sich auch öer Kultusminister Dr. Studt und der Landwirtschaftsminister v. Podbielski befanden, dem Vormittagsgottesdienst in t>er St. Huberttrskapelle zuRominten bei. Nach Beendigung des ^Gottesdienstes sand die Vorstellmrg der Ehrenkompagnie statt, au die sich eine Bewirtung der Mairn schäften on- schloß, während die Offtziere zur kaiserlichen Tafel gezogen wurden. An dieser nahmen außer dem engeren Gefolge des । Kaisers noch teil: die beiden Minister, der PredigerWaugnik- Dubeningten, Tiermaler Professor Friese u. a. m. Berlin, 5. Okt. Die Abreise des Kaisers von Nominten ist heute abend erfolgt. Am Dienstag wird er in Kadinen eintresfen und von dort die Weiterreise nach Hubertusstock antreten. — Eine Meldung des Londoner „Daily Expreß" aus Kapstadt, wonach die d e u t s ch e Regierung die Erlaubnis zur Auwerbungvon5000Eingeborenenaus Deutsch-Südwestasrika für den Rand haben soll, hat zu der Befürchtung Anlaß gegeben, daß durch eine solche ^Erlaubnis Deutsch^Südwestafrika über Gebühr von brauchbaren Arbeitskräften entblößt werden würde. Nach Erkundigungen, welche die „Nat.-Ztg." an unterrichteter Stelle eingezogen -hat, ist diese Befürchtung unbegründet. Hamburg, 5. Okt. Hier tagte am Sonntag ein deutsch-sozialer Parteitag (LiebermannscherRichtung). Gewählt wurden Abg. Liebermann v. Sonnenberg zum Vorsitzenden, Abg. Graf Reventlow, Abg. Amtsrichter Lattmann, Fr. Raab-Haurüurg, Dr. Winterst ein-Kn s s e l, Rechtsanwalt K. Fischer-Braunschweig, Rechtsanwalt Jacobsen-Hamburg zu Mitgliedern des Vorstandes. Von Resolutionen sind zu verzeichnen eine, die eine Zusammenfassung der verschiedenen Parteizeitungen zum Zwecke größerer Leistungsfähigkeit empfiehlt, eine, die entschieden für das bestehende Reichstagswahlrecht eintritt, ferner solche, die den Ausbau und die Sicherstellung d-es Koalitionsrechts der Arbeiter und die Ausdehnung der Invaliden- und Altersversicherung, besonders auf die kleineren und mittleren selbständigen Gewerbetreibenden, fordern, endlich eine zu Gunsten unverzüglicher Einführung vor: Kauftnanns- gerichten im Anschluß cm die Gewerbegerichte und eine zu Gunsten einer Reform des Schau kwirtschaftsgewerbes, unter Prüfung der Fragen des Besähigun-gsldachn-eises in moralischer u!nd technischer Beziehung, der Zulässigkeit der sogen. Vertreter, der Erteilung >wn Konzessionen, besonders auch der Massenkonzessionen an große Brauereien, sowie der Gehaltszahlung an die Gastwirtsgehilfen. München, 5. Okt. Der Präsident des ehemaliaen die dieselbe Friedensliebe bekunden, darauf dringen, daß Bulgarien seine Pflichten aegeu den Suzerän, der Bulgarien wohlwollend vehauole, Nachkomme, die Bildung von Banden und Deren Ilebertritt verhindere, die militärischen Vorbereitungen einstelle und durch seine Haltung die Durchführung des beschlossenen Programmes nicht hindere. Die Pforte sei den Machten sehr dankbar für die bereits in Sofia gemachten Vorstellungen und hoffe, dieselben würden darauf bestehen,, daß ihren Absichten nicht zuwider gehandelt werde. Auch in bulgarischen Regierungs- sowie mac e- donischeu Kreisen wird die neueste Kundgebung Oesterreich-Ungarns und Rußlands äußerst skeptisch beurteilt. Man erklärt, daß durch Morte und Noten der christlichen Bevölkerung nicht geholfen sei. Tie türkische Regierung könne nur durch fremde militärische Intervention zur Durchführung der Reformen gezwungen werden. So lauge dies nicht geschehe, sei an ein Aufhören des Aufstandes nicht zu denken. Das „N. W. Tagbl." will wissen, daß identische Tele- gramrne Oesterreichs und Rußlands in offizieller Form auch den Kabinetten in London, Paris, Berlin und Rom mitgeteilt sind und daß die Kabinette sämtlicher Großmächte die vorher an sie gerichtete Frage, ob sie bezüglich der pattfi- katorischen Tätigkeit der Entertte-Mächte auf dem Balkan noch auf dem gleichen Standpunkte ständen, wie um die Jahreswende, mit einem entschiedenen „Ja" beantwortet hätten. Die „N. Fr. Pr." sagt, die identischen Noten könnten bei den übrigen ^Nächten nur Zustimmung finden; sie seien geeignet, jeden Verdacht zu zerstören, daß man in Wien oder Petersburg selbstsüchttge und ehrgeizige Ziele verfolge. Trotzdem taucht diese Ansicht wieder auf. Vornehmlich erscheinen die Beschlüsse von Mürzsteg wenig geeignet, die orientalischen Wirren einzudämmen. Man glaubt, daß die Publikation nur bezweckt, weitergehende Abmachungen geheim zu halten. Eine in Petersburg abgehaltene Versammlung des slawischen Vereins beschloß, 10000 Rubel aus dem Reservefonds des Vereins zu Gunsten der Macedonier zu bewllligen und die Erlaubnis zu weiteren Sammlungen in allen Kirchen Rußlands nachzusuchen. Nach einem der „Frkf. Ztg." aus Konstantinopel zu- gegangenen Telegramm haben zahlreiche bulgarische Banden unter dem Befehl bulgarischer Offiziere die Grenze überschritten und sind in das Gebiet von Raslog eingedrungen. Sie erschienen in verschiedenen Städten und proklamierten den allgemeinen Auf st and. Die letzten Nachrichten lauten alarmierend. In Konstantinopeler offiziellen Kreisen herrscht große Unruhe. Der bulgarische Bandenführer Schischmanow wurde auf Grund des Artikels des Strafgesetzes, welcher einen wegen Bandenbildung und revolutionärer Umtriebe Anoeklagten straffrei läßt, wenn der Beschuldigte vor denr Einttitt der Untersuchung so wichtige Mittellungen macht, daß daraus dem Lande ein wesentlicher Nutzen erwächst, begnadigt und nur auf zwei Jahre unter Polizeiaufsicht gestellt. Gleichzeitig wies chm der Sultan ein Monatsgehalt von 25 Pfund an. Ai« letzten Iriedensschakmeieu. Das Rentersche Telegramm von Sonntag, das wir durch Extrablatt verbreitet haben, schien darauf hinzudeuten, daß die Situation auf dem Balkan auf das bedenklichste zugespitzt sei. Es schien die Absicht der bul- garrschon Regierung zu sein, durch einen solchen Kamps an der Grenze den Krieg de facto zu beginnen. Der erste Schuß, von dem niemand feststellen kann, wer ihn ab* gefeuert hat, hat schon häufig die Kriegsfurie entfesselt, während die Regierungen noch hofften, einen Weg zur Vermeidung des Krieges zu findeu Wenn die Türkei und Bulgarien ernstlich den Krieg zu vermeiden wünschen, so kann auch ein solcher Grenzzwischenfall durch gegenseitige Entschuldigungen aus der Welt' geschafft werden. Unter dem Druck Rußlands und Oesterreich-Ungarns und bei der Gewißhett, daß in keinem Falle für einen der beiden Teile, auch bei einem glücklichen Kriege, etwas herausspringen wird, ist es docy anzrnrehmen, daß auch jetzt noch der Krieg vermieden wird, wenn die Schlacht bei Demirkapu wttklich stattgefunden hat, was von Sofia aus jetzt geleugnet wird! Tas ist fteilich die bequemste Art der Entschuldigung, zu behaupten, es sei überhaupt nicht gekämpft worden. Man weiß in den balkanischen Hauptstädten sehr wohl, daß eine europäische Kontrolle über die Meldungen vom Balkan heute kaum möglich ist. So wird denn vorläufig alles hübsch ab- geleugnet, was event. recht unbequem werden könnte. Es ist auch ein Zeichen der äußerst gespannten Situation, daß mü einer Raschheit, die den Gepflogenheiten der Diplomatie nicht entspricht, das Ergebnis der Beratung anläßlich des Za r en b esu chs der Oeffentlichkeit bekanntgegeben wird. Es wird darin mit vielen Worten eigentlich nichts dieues gesagt, nur daß die Türkei diesmal allein väterlich ermahnt wird. Wörtlich wird u. a. ausgeführt: Während einerseits die revolutionäre Komitees Unruhen hervorgerufen und die christliche Bevölkerung der drei Mlajets davon abgehalten haben, an der Durchführung der Reformen mitzuwirken, haben andererseits Die Organe der Pforte, welche nrtt ihrer Anwendung betraut waren, es dabei allgemein an dem wünschenswerten Eifer fehlen lassen und sind von dem Geiste, der diese Attrßregeln eingegeben hat, nicht durchdrungen gewesen. Um nun ihren festen Entschluß darzulegen, auf her vollständigen Durchführung jener Reformen zu bestehen, welche von der 'Pforte angenommen worden und bestimmt sind, die allgemeine Sicherheit zu gewährleisten, haben sich 'die beiden Regierungen über eine wirksamere Art der Kontrolle und lieber* wachung geeinigt. Sie werden in dieser Beziehung ohne Verzug eingehende Jnsttuktionen erhalten. Wenn die beiden Mächte auch das Recht und die Pflicht der Pforte in vollem Umfänge anerkennen, die durch die auftühre- rische Agitation der Komitees genährten Unordnungen zu unterdrücken, so beklagen sie, daß diese Unterdrückung von Ausschreitungen und Grausmnkeiten begleitet gewesen ist, unter denen die ftiedlichen Bewohnet zu leiden gehabt haben. Schon liegt auf .dem Weg über Konstantinopel die ebenso prompte Antwort der Pforte vor auf die von den Botschaftern Rußlands und Oesterreichs überreichte gleichlautenden Noten. In Macedonien, in Bulgarien werden die Mürzsteger Beschlüsse kaum Zuftieden^it Hervorrufen. Das sog. Resorrnprograrmn für Macedonien ist keineswegs erweitert, worauf insbesondere England hingewirkt hatte. Neu ist nur, daß Rußland und Oesterreich ich über eine wirksamere Art der Ueberwachung der Aus- ührung der geplanten Maßregeln geeinigt haben. Der übrige Inhalt der Erllärung ist, mit anderen Worten, eine Wiederholung der früheren Kundgebungen der russischen Regierung. Instruktionen über die Eirrzelheiten der Humanitären Aktion zu Gunsten der Opfer türkischer Ueber- ariffe werden dann noch den Botschaftern in Aussicht gestellt Das Nähere hierüber bleibt abzuwarten. Gar keine Rede ist vor alllem in den Beschlüssen von der Einsetz- una eines christlichen Gouverrieurs für Macedonien, eine Forderung, für bie man sich ebenso in Frankreich wie in England, in neuerer Seit sehr stark rns Zeug gelegt hat. Wir sind nicht so hoffnungsvoll, von diesen Beschlüsssen eine daueriide Beruhigung zu erwarten. Vielmehr ist mr- zunehmen daß die Aufstäridischen ihre Anstrengungen verdoppeln werden angesichts der llnmöglichkett, wettere Zu- qeständnisse zu erlangen. Wenigstens werden sie dies als Vorwand für d ie Forts etzung d er Greuel be- nU ®’ie Pforte, obwohl ihr keine Erweiterung des Programms zugemutet wird, scheint ebenfalls verstimmt zu sein vermutlich insbesondere über den scharfen Tadel geacn das Verhalten derjenigen türkischen Organe, die mit der Anwendung der macedonischen Reformen betraut waren. Mi aller Höflichkeit des Tones klingt doch in der Er- Miderung der Pforte eine gewisse Gereiztheit durch Die Pforte ist nicht schuld an der Bewegung. Die bulgarische Regierung mit ifjren Rüstungen stärkt den Revolutionären den Rücken. Von den bulgarischen Agitatoren würden die ärgsten Missetaten verübt. Der Schluß der Antwort der Pforte gibt den Balkanwüchtern den dürren Rat, sich an die richtige Adresse zu wende«: die Pforte hoffe, die Mächte wurderl in Sofia darauf bestehen, daß ihren Absichten nicht zuwider gchandelt werde. Die friedlichen Absichten der Pforte seien zu bekannt, um ange- zwcijelt zu werden. Aber, obgleich in Sofia feste Versprechungen gemacht worden seien, setze die bulgarische Re- gieruitg die Rüstungen fort. Deshalb müßten die Mächte, Oranje-Freistaates, Stejn, traf heute von Reichenhall hier ein und wurde von vielen Freunden am Bahnhöfe empfangen. Der Präsident, der noch den Eindruck eines schwerkranken Mannes macht, begiebt sich zum Besuch des Präsidenten Krüger nach Hilversum. — In der heuttgen Sitzung der Abgeor dneten- k amm er hielt der Ministerpräsident Freiherr v. P Odern i l s gelegentlich der Besprechung der Interpellation über die Ver staa tlichung der pfälzischen Ba hn en seine Jungfernrede. Sie machte keinen Ändruck auf das Haus und wurde mitunter von Gelachter begleitet. Der Ministerpräfi« deut stellte sich bezüglich, eines etwaigen Anschlusses der pfälzischen Bahnen an eine Reichs eis enbahn-Ge- m e i n s ch a f t auf den Standpunkt seines Vorgängers und citierte dessen Ausführungen, wonach von einer solchen Gemeinschaft keine Rede fein könne. Die Meinung eines Abgeordneten, daß die bayrischen Bahnen in späterer Zett doch an das Reich übergehen würden, ignorierte der Minister. Kirche und Kchule. — Auf der 33. Hauptversammlung der Gesellschaft für Verbreitung der Volksbildung berichtete Professor W e ck er l in - Worms über den Stand des Fortbildungswesens in Hessen. Die Lage ist folgende: Für das ganze £ant> besteht obligatorischer Fortbildungsunterricht für Knaben, und dieser llllterricht wird auch am Tage erteilt. Aber auch für Mädchen einen solchen Unterricht unter denselben Bedingungen herzustellen, das hat die hessische Regierung noch nicht tun zu können gemeint. Sie muß sich mit der sonstigen Förderung dieses Unterrichtes begnügen. Lehrer P au ks ch-Berlin erklärte die Notwendigkeit der Mädchenfortbildungsschule für das Land. Auch- die Bauersftau korumt Lei der Vieh wirtschaft mit der üblichen Ueberlieferung nicht mehr aus. Ohne gesetzlichen Zwang wird >aber dre Madchenfortbildungs- jchule auf dem Lande nicht Eingang finden. Auf den Anttag Dr. Zwicks beschloß die Versammlung einstimmig unter Hinweis darauf, daß die gesetzliche Einführung eines obligatorischen Fortbildungsunterrichts für Mädchen zur Zett nicht erreichbar ist, „den Reichskanzler zu ersuchen, dem Reichstage tunlichst bald eine Vorlage zu unterbreiten, durch welche der § 120 der Gewerbeordnung dahin erweitert wird, daß durch statutarische Bestimmung einer Gemeinde oder eines wetteren Kommunalverbandes auch den in gewerblichen Bettieben beschäftigten weiblichen Gehilfen, Lehrlingen und Ar b e i t er innen unter 18 Jahren die V e rp flicht- ung zum Besuche einer Fortbildungsschule auserlegt werden kann." Keer uni» Iiotte. — Rach dem „Schwab. Merk." wttd der württem- bergische Mttitärbevollmächttgte in Berlin v. Marchtaler behufs anderweitiger Verwendung zu den Offizieren von der Armee versetzt. Als Nachfolger Marchtalers wird Oberstleutnant Dörr er, Kommandeur des Feldarttllerie-Regts. Nr. 41 in Glogau genannt. — General der Infanterie z. D. v. Vie bahn, zuletzt Tttektor des Departements für Jnvalidenwesen im Kriegs- mtnifierium, ist gestorben. Ausland. London, 5. Okt. Austen Chamber la in tst zum Schatzkanzler befördert; an seiner Stelle wird Ärd Stanley Generalpostmeister. Daß Arnold Foster Kriegsminister wttd, wird allgemeine Zustimmung finden, aber überraschen wird, nachdem die Regierung und die Presse von Indien diesen erfolglosen Minister so ertt- schieden abgelehnt hatte. Ganz überraschend kommt die Ernennung des Wgeordneten Lyttleton zum Kolonial m i n i st e r an Stelle Ehamberlains. Er ist ein Jurist und ein Sportsman. Graham Murray ist zum Sekretär für Schottland ernannt worden. Paris, 5. Okt. Die „Petite Republique" veröffentlicht ein Telegramm aus Algier, wonach die „Revue d'Aftique" einen sensationellen Artikel mit der Unterschrift ihres Direktors Garnier bringt, in welchem mitgeteilt wird, daß Frankreichs Protektora t über Marokko beschlossene Sache fei. Eine neue Verfassung, die alle Einzelheiten enthält, sei fertiggestellt und in Druck gegeben. Der Abg. Janres erllärt, er sei überzeugt, daß die Nachricht eine Fortsetzung des militärischen un d kolonialen Komplotts sei. Es bestanden tatsächlich verbrecherische Gruppen, welche versuchten, die öffentliche Meinung Algeriens aufzure^zen und für ihre chauvinistischen Pläne zu gewinnen. Das Kabinett müsse diesen Jn- triguen energischen Widerstand entgegensetzen.- Budapest, 5. Okt. Der ffchechisch-raottale Abg. Klofac richtete an den Abg. Polonyi von der Kossuth-Partei euie Depesche, in welcher er dessen Partei zu gemeinsamer Bekämpfung des Meuchelmörders auffordert. „Der Kampf gegen bie deutsche Tyrannei, welche die Tschechen und Ungarn germanisieren wolle, müsse fortgesetzt werden." Dtt Entfernung des Ministerpräsidenten v. Körber müsse angestrebt werden. New York, 5. Okt. Im Vestibül des Weißen Hauses in Washington hatten zwei Geheimdienstbeamte einen verzweifelten Kampf mit einem Irrsi nni- gen, Namens Peter Elliot aus Minneapolis, der mit m e h- r c r e n g e l a d e n e n R e v o l v c r n bewaffnet erschien und den Präsidenten zu sprechen verlangte. Er feuerte mehrere Schüsse ab, konnte aber schließlich von den Beantten Eissel und Parker überwälligt und in einen. Gc- iängniswagen gebracht werden. Im Wagen stteß Elliott Grrichtssaal. Gießen, 6. Oktober 1903» rischen Wert entwendet. Polizei einer Leibesvisitation unterzogen, die jedoch kein Ne. sultat ergab. ■ 3. Oktober an den Herzog von Devonshire gerichtet hat, spricht er seine Verwunderung aus, daß der Herzog ihm in einem Telegramm mitgeteilt habe, daß er demissioniere. • Mailand, 6. Oft. In Vigevano ist die große Seiden- absallspinnerei der Firma Bonacossa durch eine Feuersbrunst völlig zerstört worden. Der Schaden beträgt 350000 Lire. Einige hundert Arbeiter sind brotlos geworden. * Petersburg, 5. Oft. In Tarutino (Gouv. Kaluga) wurde eine Bäuerin namens Murakina verhaftet, weil sie seit Jahren zahlreiche Pflegekinder vergiftet hat. I 14 Fälle sind ihr bereits nachgewiesen worden. * Abbazia, 5. Oft. Heute vormittag wurde dem Erzherzog Ludwig Viktor im Agiolimabad eine goldene mit Brillanten besetzte Uhr nebst Kette von hohem histo- Veranstaltung von Festlichkeiten, mit elektrischer Beleuchtung, wird nächsten Sonntag vom Besitzer, Gastwirt I Gottlob Kübler, mit Konzert und Ball eröffnet werden. sä. Darmstadt, 5. Oft. Seit einigen Tagen ist die Frau eines hiesigen Mechanikers, die schon mehrere Jahre verheiratet ist und drei Kinder hat, unter Mitnahme des einen Kindes und des Dienstmädchens verschwunden; wie es heißt, nach — Chi na. Sie soll auch einen namhaften Geldbetrag, den sie sich hinter dem Rücken ihres Mannes nach und nach bei Seite geschafft hat, mitgenommen haben; zwei weitere ältere Kinder hat sie ihrem Manne zurückgelassen, ebenso wie deffen leere Sparkassenbücher. Die Ursache soll ein bei den Chinatruppen dienender Unteroffizier, ebenfalls ein Darmstädter, mit dem die Ausreißerin schon früher Beziehungen unterhielt, sein. Sie gab am Mittwoch an, mit dem Kinde zu einer Verwandten reisen zu wollen; nach gestern hierhergelangten Nachrichten hat sie aber, jedenfalls auf Wunsch ihres Verehrers, die große Wasserreise angetreten. Die Eltern der Frau, hiesige achtbare Geschäftsleute, waren ebenfalls ohne Nachricht. R. B. Darmstadt, 6. Okt. Die Gala-Vorstellen g, die gestern abend auf allerhöchsten Befehl im Hoftheater stattfand, kann als das eigentliche Präludium zu den nun beginnenden HochFeitsfeierlichkerten betrachtet werden, denn man sah hier nicht nur saft alle von werter Ferne herbeigekommenen fremden Fürstlichkeiten zum erstenmal beisammen, sondern es lag auch über dem Ganzen bereits eine freudige, gehobene Festesstimmung. Das Hos- theater hat gewiß schon manche glänzende Festgesellschaft und viele Fürstlichkeiten in seinen Mauern gesehen, aber eine so zahlreiche Versammlung von Angehörigen gekrönter! Häupter wohl noch nie. Da sah man gestern in der Seitenlogee rechts die Königin von England mit dem Zaren und dem Großherzog, linrs den tXönig von Griechenland mit der Kaiserin von Rußland und weiter war die große Mittelloge ganz und der erste Rang zum Teil noch mit den prächtigen Uniformen der hohen fremden Würdenträger i rc. ' ztx' a । Verlobte: Hedwig Kleeblatt (Seligenstadt) und Jakod Zur Entdeckung des Lnebes I Steigerwald (Frankfurt). — Henriette Laupheimer (Memmingen) wurde das Bad abgesperrt und alle Anwesenden durch diel und Karl Wolsskehl (Mainz). Eingesandt. (Für Form und Inhalt uuc. unter owser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Ein klein wenig Entgegenkommen! Nach Beendigung der F r i e d h o s s e i n w e i h u n g war es der allseitige Wunsch der Teilnehmer, nach Besichtigung der äußeren Friedhossanlage auch die K a p e l l e zu b e t r e t e n, um sich die innere Einrichtung und Ausschmückung anzusehen; gewiß ein berechtigter Wunsch! Aber die Tür war verschlossen, die große Menge mußte umkehren Ob das Verschlossensein der Kapelle nun absichtlich oder unabsichtlich war, jedenfalls lag kein Grund vor, deren Besichtigung auch noch nach Schluß der Feier zil verhindern, daher etwas Entgegenkommen! Einer für Viele. UniverMs-Uachrichtrn. — Der „Kreuzzlg." zufolge ist der Professor der Theologie Konsistorialrat E r e in e r m Greis s w al d g e st o r b e n. Darmstadt, 5. Okt. Der Forstwart Sch wob el aus Kreidach bei Waldmichelbach wurde heute wegen Al a j e st ä t s- b e l e i d i g u n g von der Strafkammer zu zwei Atonalen Gefängnis verurteilt. ä. Mainz, 3. Okt. (Zweite Strafkammer.) Der 42jährige Fabrikausseher und Taiizlehrer Michael Rathaeber aus Worms hatte sich im März d.Js. an mehreren seiner ^anz- schülerinneii vergangen. Der Angeklagte flüchtete damals nach der Schweiz, wurde aber ausgeliefert. Tas Gericht verurteilte ihn zu l1/, Jahren Gefängnis, auch wurden ihm die Ehrenrechte auf 5 Jahre aberkannt. Stendal, 5. Oft. Der Ackergutsbesitzer Kleivrtz war im vorigen Jahre wegen Sittlichkeitsvergehen auf Grund von Kinderaussagen zu 1l/» I a h r e n Gefängnis verurteilt rvordern Nunmehr hat sich im Wiederaufnahmeverfahren, das auf Betreiben Msscl getten die Scheide, sodaß Wo* ttmtbe amt AM saft verblutete. Ellwtt selbst wurde verwundet. In dcu letzten Tagen hatte er an den Präsidenten einen Brief gescl-rreben und ferne Photograph« beiaemat. Er suchte auch gestern morgen Roosevelt m dcr Ktiche zu spreci)lur sowie iMte früh, ging ledoch mihig weg, nur heute mittag wollte er sich mcht sortschrckeu lassen, sondern den Zutritt erzwingen. oder den kostbaren Spitzentviletten der weiblichen Hochzerts- aaste dicht besetzt. Auch das Publikum hatte, dem Cha- ratter der Galavorstellung entsprechend Gcsellschaststorlette anaeleat und so bot das Haus bei festlicher Beleuchtung eui äußerst festliches Gepräge. Die Ausführung der Oper mit ihrem englisch-indischen Hintergrurrd tvar eine im jeder Hinsicht gelungene, die Melodien erklangen rein und färben» reich und die Hauptdarsteller mürben mit reichem Beifall auch seitens der Monarchien ausgezeichnet. Der Trägers der Titelrolle, Frl. Kapust und Herrn Wvlf als engli- scher Offizier, wurden prächtige Lorbeerkränze gespendet. Die Vorstellung dehnte sich der größeren Pausen wegen bis nach halb elf Uhr aus. Mainz, 5. Oft. Die neue Eisenbahnbrücke wird voraussichtlich nach dem ,M. Tgbl." bereits cim 1. Dezember mit Materialzügen befahren werden. Zunächst sollen jedoch aus der Brücke nur Wagen mit Material für die Bahnbauten selbst befördert werden. — Vermißt wird seit Samstag, den 26. September die in Wiesbaden, Rüder- straße 3 wohnhafte ledige 21jährige Emma Korn. Entweder hat sie sich ein Leid angetan oder sie ist einem Verbrechen * Görlitz, 5. Oft. Die Bankfirma Alex Katz stiftete ~ ~ ‘ . ,f. anläßlich ihres 2üjährigen Bestehens 50000 Mark zur Hande! und Ierneyr. Umkswlriflyask. Errichtung einer kaufmännisch en Fortbildungsschule. _ Baukaktie«. Die Steigerung der Bankaktien, die gegen • Oldenburg i. Gr., 5. Oft. Der Oberlehrer Dr. Ries Schluß der vergangenen Woche einsetzte, hat gestern ihre Fortsetzung ist infolge einer schweren Erkrankung seines Vaters, des erfahren. Es wird immer wieder daraus hingewiesen, daß die Minisiena Sekretärs *» w. <- W* * «<• *5^ ÄÄÄÄ aus der Haft entlassen worden. Der Sohn hat den werden, für übertrieben. Die Großbanken haben bei den Montan- Vater aber nicht mehr lebend angetroffen, da dieser schon Unternehmungen, für die sie interresfiert sind, namhafte Kurs- am Sonnabend früh die Angen für immer geschlossen gewinne gemacht und daß man wieder für große geschäftlich- ,, ITransaktionen mklunert, beweist tue Uebernahme von 800000Lstr. yane. Northern Argenline Bonds durch die Diskontogefellschaft. Wir sind * Hamburg, 5. Oft. Der nachmittags hier fällige er - I ^gierig, wie lange die außergewöhnlich gute Stimmung anhalt, liner Schnellzug erlitt unterwegs einen einstündigen versprechen uns aber von deren Dauer nicht allzuviel, da so manche Aufenthalt, weil ein Dampfrohr geplatzt und die Maschine dunkle Wolkei am winschafrlichen Horizont schwebt. r tr.nr — Elektrische Schuellbahneu. Tie lLtudiengesellschaft für schadhaft geworden war. elektrische Schnellbahnen auf derAlllitäreifenbahn zwischenMarien- * Hamburg, 5. Oft. Ein starker Weststurm verursachte I und Zossen hat jüngst weitere Versuchsfahrten gemacht, -mc mehrere Schiffsunfälle. Unweit Rotterdam strandete der zuletzt erzielte Geschwindigkeit von 167 Kilometer wurde noch weiter Fischdampfer ,Präsident Carnott, 13 Personen sind ertrunken, gesteigert und eine-Höchstgeschwindigkeit von 175 biP r tr.HYbnn nrX+W Rrillolkanal nina der ^amvser Stunde erreicht. Der neue Oberban der Milltareisenbahn und die 6 wurden gerettet. Im Bristolkanal. gmg der Dampfer Einrichtungen des Schnellbahnwagens haben sich auch bei dieser „Jerne" mit der ganzen Besatzung unter. Der ^-arnpfcr Geschwindigkeit gut bewährt. .Finsbura' von Hamburg nach Pokohama bestimmt, gilt Märkte. r als verschollen. Gießen, 6. Okt. Marktbericht. Auf heutigem WockenmaM * 4 nft Ein sonst braver iunaer Mann kosteten: Butter pr. Psd. 0,90—1,00 Alt., Hühnereier 1 Dt. 7 8 bfg., Karlsruhe, 4. Ott. Lm jonit oraver funger ^cann og-ooPfg., Gänseeier00—00 Pig., Enteneier8-0 Pfg., Käse wurde, wie die „Bad. Landesztg. zu erzählen weiß, zum ^,Stck. 5—8 Pf., Kasematte2Stck. 5—6Pfg., Erbsen pr.Liter 21 Pig., 11. Oktober von seiner Wirtin mit der Kündigung überrascht. Linsenpr. Liter 32Pfg., Tauben pr.Paar0,70—09,0Ack., Hühner pr. St. Den Grund dazu hatten Haeckels „Welträtsel" gegeben, die 1,30-1,80 Alk., Hahne pr. Stück 0,70—1,50 Mk., Enten pr. Stuck er während einer Abwesenheit auf seinem Schreibtisch liegen Eisch pr. S.62-W Pigk Schäme- ließ. Neugierig, wie einige Tochter Cvas sein sollen, hatte frisch pr. Pfund 66—76 Pfg., Schweinefleisch, gesalzeii, pr. Pfund die Vermieterin sich in die allerneuesten Rätsel vertieft nnd 80 Pfg., Kalbfleisch pr. Pfd.'70—74 Pfg., Hammelfleffch pr. Pfund an dem „so schlechten Buch" soviel Aergernis erlebt, daß sie 56—74 Pfg., 5rartoffeln pr-100 Kgr. 6,00—7 00 Mk., Weißkraut per sich entschloß, ihrem „möblierten Herrn", an dem sonst nichts gW- «n Körben 00-00 W | auszusetzen war, an die Lust zu setzen. Vielleicht ftndet er | ^welschen Mk'. 5.00—6.50 pr. Etr., Trauben 00—00 Pfg. doch noch irgendwo ein Unterkommen. x “■— • London, 5. Okt. In einem Briefe, den Balfour am handelt sich um ernt Ausschreitung be.m Omntbus. 9^t streik. Brabandt war bei den Larmszenen wiederholt der ^stellen. Rädelsführer gewesen. Am Samstag abend war beiin Nettel- Hamburg, 5. Okt. In der gestrigen Versammlung der beckplatz alles ruhig. Nachdem die verstärkten Schutzmanns-I Sektion der K o h l e ll ar b e i t e r des Hafenarbeiterverbandes vollen einaeroaen waren aina Brabandt mit etwa fünfzehn wurde beschlossen, wegen der Nichtbewilligung der Lohnforderungen posten emgezogen waren, ging w lo V wn heute ab auf sämtlichen Kohlenplätzen, wo der Tagelohn von anderen Burschen nach der Usedomstraße. Hier wurde die 4^50 zehnstündiger Arbeitszeit mcht bezahlt wird, die Ar- Rotte von Schutzmännern zerstteut, sammelte sich aber wieder ^i! emzustellen. vor dem Depot der Omnibusgesellschaft. Schutzmänner über- Armentieres, 5. Okt. Der Ausstand der Weber ist K;pr sip 91iis, nnd Einiabrt der Waaen Auf diese allgeinein geworden. Trupps von Ausständigen durchzogen heute wachten hier die Aus- und oer ^eje j j Werkstätten und veranlaßten die Arbeitenden zur Beamten feuerte Brabandt plötzlich drei scharfe, R e- Niederlegung der Arbell. volverschüsse ab. Die Kugeln trafen jedoch nicht, sondern Douai, 5. Okt. Die Arbeiter in der Zinkhüllen Compagnie schlugen in die Mauer ein. Brabandt entfloh, wurde aber Asturielle in Auby sind a u s st ä n d i g, da die Arbeitszeit geäii- von einem Schutzmann festgenommen. dert worden ist. von Lonys Bierkeller, welche bereits heute geschloffen werden sollte, wird, wie die Eigentümer beschlossen haben, in sämtlich hier ausgestellten Original-Gemälden in öffentlicher Auktion am Donnerstag, den 8. Oktober, verkauft. Demzufolge bleiben die Bilder noch bis Mittwoch abend zur allgemeinen Ansicht ausgestellt. Wie uns von Seiten der Direktion mitgeteilt wird, werden die Gemälde ohne Rücksicht des Kostenpreises unter allen Umständen in der Auktton dem Meistbietenden zu- geschlagen. Alles Nähere steht in den Inseraten. ** Verlauf der Witterung von Samstag bis! Montag. Ein Hoch bedeckt den Süden Europas, mederer Druck ganz 9tordeuropa, welches den Tummelplatz zahlreicher von West nach Ost fortfchrellender Tiefs bildet, die alle kräfttg entwickell sind, sodaß die Luftströmung lebhaft geworden ist. Die Tief's verursachen im allgemeinen entsprechend ihrem Vorüberzuge eure Wind- schwankuna von Süd nach West, während kleinere Teiltiess bei ihrer Annäherung innerhalb dieser großen Schwankung den Wind etwas imch Süden zurückdrehen, so heute von Südwest nach Südsüdwest. Nordwestwinde kommen auf der Rückseite des abziehenden Tief's nicht zur Entwickelung, da rasch ein neues folgt und sein Windfystem über unser Gebiet ausdehnt. Infolgedessen ist das Weller trlib und vielfach fallen ergiebige Regenfälle. Die Nach- millagstemperaturen sind seit Frellag wenig verändert und halten sich bei 16 Grad. Heute, Montag, ist ein sehr kräftiges Tief wieder im Nordweslen erschienen. Dasselbe dürfte Dienstag starke bis' stürmische Winde mit weiteren Regenfallen bringen. Aussicht auf Besserung ist vorerst noch nicht vochanden. n. Lollar, 6. Okt. Ein neuer großer Saal zur Aus der Durchreise nach Frankfurt und Darm- fladt hat die Königin von England gestern um 9 Uhr die hiesige Statton passiert. ** Tages-Ordnung für die Sitzung der Stadtverordneten-Versammlung Donners-- 1 a a den 8. Oktober 1903, nachmittags 4 Uhr. 1. Rech- nuna^absckfluß des Realgymnasiums und der Realschule. 2. Rechnungsabschluß des Gas- und Lüasserwerks sur 1902/03. 3. Zrechnungsabschluß des ^bklrizitätswert.'. 4^ Ab i-- i—v ---- , ^rr- • i Aunmeyr yar pa) im Lvieoeraumaymeversapren, oas aus führung der Abwasser t)Cy Siechnihauses. 5. Dre Jüuagc Hum Opfer gefallen. — Gmein pensionierten Offizier mürbe c>^j^ats Sello eingeleitet wurde, ergeben, daß die betreffen- etner Wasserleitung seitens des Brauereibesrtzers^ Georg FahA nach Oppenheim eme Brieftasche mit 140 Mk.I^li Mädcheli im vorjährigen Prozeß aus Furcht unwahre An- Bichler unter Benützung städtischer Feldwege. 6. Herstell- ^.^stohlen __ In die Alicekaserne ist heute das g ab en gemacht haben, Klewitz ist infolgedessen wieder in Frei- ung eines Bürgersteiges auf der südlick)en Sette der: Rod- ' Jnfanterie-Reaiment über gesiedelt. Gegen h eit gesetzt worden. . vor den Kröck'fcken Mubauten. 7. Drspens-H,/* er. 1 . r ? Beuth en, 5. Oft. Die im Laurahutter Wahlr nesuch wegen Errichtung eures Gel'äudes auf dem Gatt- Halb 9 Uhr verließ das Regiment mit klingendem Spiel ba§ L r a ir) a t £. 5^ r 0 3 e au schweren Zuchthaus- bezw. Gefängnis- Tonwerk 8 Bertraa mit der Gemettrde Queckbvrn seitherige Heun und zog nach dem prachtvollen neuen Ge- strafe verurteilten Rädelsführer haben sich bet den verhängten rXen Wasserversorgung. 9. Verbesserung der Straßen- bäude im Gartenfeld. Eine kleine Einzugsfeier fand schon Strafen beruhigt. bel&ig. W^ffiSrlegnng ün'®uxgWen. U. B«. statt; größere EinweiheMichkeiten werben noch folgen.L f. ‘VrtfbÄ^rlinben aus Ober- bingiutgen für die Abgabe elektrischer Energie, hrer. (Wie doch die Begriffe sich stoßen und zum Nachdenken an* I ()aujen ^itd seines Buchhalters Kosbadt, die vom Schwurgericht Aenderung des § 5. 12. Die Polizeiverordnung, das Aus- xegenl). I Duisburg am 9. Juli verurteilt worden waren. melken von Kühen vor dem Auftrieb auf den Viehmarkt Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Lübeck, 5. Okt. 5 Steinsetzer wurden zu 3 Tagen bis 6 betr. 13. Droschkeutarif für den Schliefplatz am Mittelweg. Nachbarstaaten. In nächster Zeit wird auf der Höhe Wochen Gefängnis verurteilt, weil sie bei dem letzten Streik 14. Gesuch, des Karl Gessert um Erlaubnis zum Wirtschafts- Bermoll (Kr. Wetzlar) ein Hünengrab freigetegt wer- Ar b e i ts w i l l i g e bedroht hatten. , . betriebe "im Hause Dleichstraße 31. 15. Gesuch des Albert — Der Rhein-Main-Gastwirtev-rö-nd l)at si.° Ä- Vor d«n hi-sig-n Strasgsiricht begann heut- Edmund Wild um Erlaubnis zum Wrrt>chaftsb«trreb un L einer Emgaä an die kaatBce(nenmg U l« 4* Hause Walltorstraße 46. ,, , _ Isuchen an dieselbe gerichtet, den Handelskammern, den malige Kassierer Friedrich Täielfinger wegen UMerschiagung, Be- ** 50jährrges Jubrlaum als A.potyerer. ^eis- und Städteverwaltungeri und der Organrsatton der! ^gs und leichtsinnigen Bankerotts. Ferner sind 8 ehemaligeVer- Der den meisten Gießenern wohlbekannte, langiahrige Be- Gastwirte den Entwurf der Reichsgewerbeordnung, ins- waltmigsräte wegen Beihilfe zu leichtsinnigem Bankerott aiigeklagt. sitzer der Pelttanapotheke, Dr. Mettenheimer beging Mönbfcte der 33, 147 und 161 zur gutachtlichen Aeußep- Gegen eine Anzahl weitere Mitglieder des Verwaltungsrates wurde am 1. Oktober die Feier der 50. Wiederkehr seiner Pharma- zu übersenden. — Eine fteisinnige Vertrauensmänner- das Verfahren teils infolge Verjährung, teils infolge mangelnden ceutischen Laufbahn. Sowohl vom deutschen als auch vom Bersammluna in Darmstadt beschloß rür die Darm- Schuldbeweises eingestellt. Das Verlesen der Antlageschrift und hessischen Apothekervereiu gingen ihm an diesem <Ä)ren-1 j-tQ^ter Landtagsersatzwahl die seitherigen Abgeordneten, ^pEn^^chtesnaym beinahe den ganzen Vormittag m Antage herzliche Glü^ounsch schreib en zu. NarnMtllch in W den Fabrikanten Langenbach und den Stadtverordneten ^'n Leug?n^^v7ruus??chllich"die'E^W beanspruchen. ' ter er Zuschrift wird ferner rnannrgsachen fachwiftenschaft- als Kandidaten wieder auszustellen. — Am &nnnJlaOenen <>eu^cn vorausM-nia) oie ganze ^oege oeamp u^em^ ltchw Tätigkett mit warmer Anerkennung gedacht. Dr. fand in Dar mstad t auf dem Schloß gar tenplatz die Mettenheimer übernahm nach Absolvierung des Staats- feierliche Grundsteinlegung der neuen katholischen Kirche examens im Jahre 1864 die väterliche „Pelttanapotheke" in — Die Genossen in Frankfurt a. M., sind überI Berlin, 6. Okt. Eine gestern nacht abgehaltene Versamm». Gießen. Er gehörte von 1865 bis 1882 dem Vorstande des die Beschimpfungen der Süddeutschen sehr ergrimmt. Quarck lung der Omnibu sänge st ellten hat den A u s st a n d für Oberhessisc^n Apothekervereins und dessen Vertretung im ^klärte in einer Versammlung, die Alarmmfe Bebels b e e n d i g t erklärt.^ „ , r r Ministerium an. S&m 1874 bis 1894, also 20 Jahre lang, blinder Feuerlärm gewesen und hob die Verdienste B erlin, 5. Oft. Die Aus sp errun g der Metall- ÄÄ Samars hervor, der zum Segen der Partm «brite. se«°r Avtheke un 3^« 1883 nwt Sr. NelMischteS. '"""Hamburg 5. Okt. Nachdem Versuche der K ° h l e n. tätig bei chenufchen Nahrungsnrtttel- und gerichllichen 0 ' J arbeiter, mit den Arbeitgebern eine Einigung zu erzielen, Untersuchungen bis zur ErrMMng des,chemischen Proviu- • Wegen M 0 rdversuchs ist in Berlin der neun- wurde gestern abend in einer Versammlung der Sektion „Kohlen- ziuluntersuchungsarntes.—Hoffentlich! ist es dem geistig und < Jahre alle Hausdiener Brabandt verhaftet worden. Es arbeiter" des Hafenarbeiterverbandes beschlosseri, heute morgen auf körperlich noch so frffchen Jubttar vergönnt, den Seinen noch'ö 1 2.. v — - - - - - ■ ~ ■ - - 1 -»rr^ s;» srnnpfnfin »nn 4.50 TlarE lange in voller Gesundheit erhalten zu bleiben. *• Die Gemälde-Sammlung im großen Saale Neueste Meldungen. Origirraldrahtmeldrrngeu des Gießener Anzeigers. sd. Darmstadt, 6. Ott. Die standesamtliche Trauung des Prinzen Andreas von Griechenland nnd der Prinzessin Alice von Battenberg hat heute mittag um 12 Uhr im alten Palais durch den Beigeordneten Dr. Glassing ftattgefnrrden. Als Trauzeugen fungierten die Prinzen Georg von Griechenland und Ludwig von Battenberg. Auch die Königinnen von England und Griechenland wohnten dem feierlichen Akt bei. Um 11.15 Uhr war die Herzogin Vera von Württemberg, Großfürstin von Rußland, hier eingetroffen und von S. K. H. dem Groß- Herzog empfangen worden. Frankfurt a. M, 6. Okt. Der 8. Charitastag tmrbe im Saalbau eröffnet. Den Vorsitz führte Justizrat Dr. Fl-ößer. Er brachte zur Eröffnung das Hoch auf den Kaiser und Papst aus. Das Ehrenpräsidium übernahm Fürst Löwenstein. Auch die Landgräfin Anna von Hessen und Bischpf Willi von Limburg waren anwesend. Oberbürgermeister Adickes sprach namens des Magistrats und begrüßte die Kongreßteilnchmer. Die Festrede hielt Professor Nix-Frankfurt a. M An den Kaiser und den Papst wurden Huldigungstelegramme abgesandt. Der Domiuikanerpater Dalmatius-Tüsseldorf sprach über die Uebungen der Charitas. Lebende Bilder schlossen die Feier. London, 6. Okt. Die Demission des Herzogs von Devonshire ist vom Könige angenommen worden Der Brief, in welchem er um seinen Rücktritt nachsucht, wurde gestern der Presse zugestellt. In diesem Briefe teilt der Herzog mit, daß er unentschlossen war, als sich die ersten Demissionen vonzvgen, aber die jüngste Rede Balfours habe ihn in seinem Beschluß bestärkt. Der Bries ist in freundlichem Tone gehalten. Balfour hat als Antwort ein längeres Schreiben an den Herzog gerichtet, in welchem er das Bedauern ausspricht, daß er sich von dem Herzog trennen müsse. — Die Morgenblätter melden, daß Loro Londondery, der Anterruhtsmiuister, ebenfalls demissionieren wolle. Londondery ist bekannt als Freihändler und Gegner des Schutzzolles. Marquis Lan s- b o ton dürfte dem Herzog von Devonshire als Führer der ministeriellen Partei im Oberhause folgen. Man glaubt, daß Graf Perry als Nachfolger Lord Cranbvrnes das Sekretariat des Aeußeren übernehmen werde. L o n d o n, 6. Okt. Der „Standard" meldet aus Durban: JU der am letzten Samstag in Vryheid stattgehabten Versammlung der Buren sprach, General Botha von den in Europa gesammelten Geldsummen und teilte mit, es haüdle sich im ganzen um 130 000 Pfd. Sterl. Das Geld würde von einer Kommission in Transvaal verwallet. Diese lM.be die Surmne zwischÄr Kapkolonie, Oranjekvlonie und Transvaal geteill. Der aus Transvaal entfallende Teil sei sehr gering. Er belaufe sich auf 40 150 Pfd. für die Witwen. 30 000 Pfd. seien für die Kindererziehuug bestimmt. Die ihm und Delarey zugewendete Summen seien in obigen nicht einbegriffen. Sie bildeten einen Reservefonds von 15 000 Pfd. Botha forderte die Versammlung auf, die Unabhängigkeit zu wahren, die darin bestehe, daß man die Muttersprache nicht preisgebe. Rom, 6. Okt. Erstaunen ruft das Gerücht hervor, daß der Aufenth alt d es Zaren in Rom von vier „Henneberg-Seide“ — für alle Toiletten-Zwecke! — zollfreiI Muster an Jedermann 1 7519 Nur direkt v. Seidenfabrkt. Henneberg, Zürich. Tagen plötzlich auf 36 Stunden ab gekürzt werden soll. Der Zar trifft Montag den 26. hier ein. Am 27. findet eine Parade statt. Auch wird der Zar vor seiner Abreise noch den Papst besuchen. Washington, 6. Okt. Bei der Rückkehr des Präsidenten Roosevelt sind im Weißen Hause nicht weniger als sechs Geistesgestörte verhaftet worden. Es sind die größten Vorsichtsmaßregeln zum Schutze des Präsi- denten erlassen worden. Telephonischer Kursberichte 8Va°/o Beichsanleihe . . 101.65 30/o do. ... 90.50 3V,°/o Konsole .... 101.80 3% do. ..... 90.50 31/2°/o Hessen .... 100.— 37,% Oberheseen . . . 99.20 4% Oesterr. Goldrente . . 101.90 4*/6% Oesterr. Silberrente 100.60 4% Ungar. Goldrente . . 99.90 40/g Italien. Rente . . . 103.70 4Va% Portugiesen . . . 51.70 8°/.> Portugiesen. .... 31.70 1% C. Türken .... 36.65 Türkenlose......131.40 4% Grieoh. Monopol.-Anl. 44.10 47,% äussere Argentiner 41.70 3% Mexikaner .... 27.00 4V2% Chinesen .... 9250 Electric. 8ohuckert . . . 98.80 Nordd. Lloyd . . . . 103.85 Kreditaktien..... 204.50 Diskonto-Kommandit, . 188.60 Darmstädter Bank . . . 139.10 Dresdener Bank .... 148.30 Berliner Handelsges. . . 155.70 Oesterr. Staatsbahn . . , 139.40 Lombarden ..... 16.40 Gotthardbahn ..... 192.50 Laurahütte...... 227.00 Bochum ....... 183.90 Harpener......189.60 Tendenz: abgeschwächt. Mobilien-Versteigerung. Mittwoch den 7. L Mts., vormittags S Uhr anfangend, sollen in Grünberg in dem Schmidt'schen Wohnhaus an der Londorser Straße die zur Konkursmasse des Direktors Bamberger gehörigen Mobilien versteigert werden. Es kommen zum Ausgebot: a. Salon mit Divan, 4 Sessel, Spiegel, Tisch, Vertikow, Trumecm; hierzu Fenstervorhänge und Portiere. b. Wohn- und Eßzimmer, Eichen-Ausstattung und zwar: Buffet, Ausziehtisch, 6 Stühle, Divan mit Spiegel und Paneelbrett, Seroirtisch, Uhr und Damenschreibtisch; hierzu Fenstervorhänge und Portiäre. e. Schlafzimmer mit zwei vollständigen Betten, Nachttische, Waschtisch mit Spiegelaufsatz und Marmor- platte, Waschgarnitur, Meiderschrank mit Spiegelscheibe, Divan, 2 Stühle, sowie Vorhänge, Teppiche und Bettvorlagen. jimmerwoh- nung im 3. Stock, auf Wunsch mit Stallung. Näh. 'Südanlage 3, II. 5698] Jn fr.L.2—3-Z.-W.,Gart.,a. r.L.dill.z.v. Schiffenbergei-wcg66. schöne 6-Zumner-Wohnung so- fort zu vermieten. 6248 Schillerstraße 11, Ecke Nordanlage l^iuc schöne, geräumige Woh- 15/ nung, bestehend aus 4 großen, hohen Zimmern mit Zubehör, per sofort an ruhige Familie für den Preis von Mt. 480 pro Jahr zu vermieten. [6305 9täheres Sellersweg 20. Danksagung Für die Beweise aufrichtiger Teilnahme bei unserem schweren Verluste sagen wir herzlichen Dank. Im Namen der Hinterbliebenen: Lieh, den 6. Oktober 1903. vLMKMK •$> Karl Schön, Bauinspektor in Lieh. Wilhelm Schön, Gr. Kreisamtmann in "Worms. Ur. Fritz Schön, Sekundärarzt am Knappschaftslazarett in Königshütte, 7536 04857 Gießen, den 5. Oktober 1903. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Verluste unseres lieben Söhnchens, sowie für die trostreichen Worte des Herrn Pfarrer Dr. Naumann sagen wir herzlichen Dank. Schweizer Stickereien Größte Auswahl. Prachtvolle Muster. Vorzüglichste Qualität. Billige Preise. 3310 J, Baan jun., KreuzM. Cbelstraße 38 Mansardenwohnung, 3 Zimmer, Kabinett, mit allem Zubehör, neuhergerichtet, zu vermieten. [7220 Näheres Neuenweg 28. _ 1465] Der Nebenbau meines Hauses, bestehend aus 5 Zimmern, per sofort oder spater zu vermieten. 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