Erstes Matt. Montag 6. Juli 1903 158. Jahrgang Politische Wochenschau. Erne Ruhe nach den ©türmen der Wahltage hat in der vergangenen Woche den Parteien die nötige Sammlung ermöglicht, um das Fazit aus dem Wahlausfall zu ziehen. Dem Bunde der Landwirte, der nur in der Gestalt von drei Mitgliedern des Württembergischen Bauernbundes wieder in den Reichstag einzieht, ruft tröstend die „Deutsche Tagesztg." zu: „Wir wollten ja nie eine politische Partei, sondern nur eine wirtschaftliche Richtung innerhalb der anderen Parteien sein."" Und man weiß ja auch nicht weniges von dem Agrariertum im konservativen und Zentrumslager. Eugen Richter rechnet denn auch nach, daß die Zolltarifmehrheit sich nur um ganze neun Stimmen nach links verschoben hat. In Heeres- und Flottenfragen wird nach wie vor das Zentrum die regierende Partei bleiben. Ueber die brennendste Frage wie die H and els v er tr a gs v er h an d lun gen aus- fallen werden, wagt noch keine Partei etwas vorans- zusagen . Wenn die Sozialdemokratie nid^t geradezu wieder zur Ob struktion greifen sollte, so wird sie sich wohl noch reiflich überlegen, ob sie auf parlamentarische Weise die Handelsverträge zu Fall bringen soll. Denn dann tritt der Generaltarif der 7,50 Mark-Zölle in Kraft, der 2 Mark höher ist als die Minimalzölle, über die die Handelsverträge kaum hinausgehen werden. Hierdurch, soviel hebt man schon jetzt hervor, gestalten sich die parlamentarischen Aussichten der Verträge günstiger. Im „roten" Königreiche Sachsen werden hoffentlich, die Wahlen doch auch die erfteuliche Wirkung eines schweren Gewitters haben. Bei dem Jubelfest der Fürstenschule in Meißen am Freitag antwortete König Georg auf eine Ansprache des Bürgermeisters tief bewegt: „Mau wird mitunter irre an seinem Volk, ich bin es aber noch nicht geworden." Also trotz des üblen Aus- ganges der Reichs tags Wahlen, der zu einem Teile seine Ursache in den bedauerlichen, viel mißdeuteten und von antimonarchischer Seite in schamloser Weise aus gebeuteten Vorgängen innerhalb des königlichen Hauses haben dürfte, fühlt sich der König seines Volkes sicher. Das aber ist gar erfreulich, und 'es läßt erwarten, daß zur schönen Erhaltung des beiderseitigen vollen Vertrauens der König sein .hr lechen und den lauten Wünschen aller monarchistischen Parteien seines Landes entgegeu- kommen wird, die auf eine liberale Abänderung des Landtagswahlrechts abzielen, das heute die mittleren und unteren Stände fast vollständig von der Volksvertretung fernhält. Well er im Lande spar lw- ment nicht zu Wort kommt, ist der kleine Mann dort zum empörten-Mitläufer der Sozialdemokratie geworden. Findet er erst Gelegenhell zu ernster Kritik und freier Aeußeruug im Landtage darüber, wo ihn der Schuh drückt, so wird er eher ein seh en lernen, daß jeder Volksvertreter klug tut, nicht einzureißen, sondern mit auszubauen, nicht negative Opposition, sondern posllive Mitarbeit mit der Regierung zu leisten. Daß es auch diesmal, namentlich in Preußen, Wahl^ Proteste geregnet hat, war zu erwarten, die Wahlprüf- uugskommission des Reichstages findet reiche Arbell vor. Daß auch so viel Wahltumulte von der gesamten deutschen Presse verzeichnet werden mußten, ist zwar kein erfreuliches Symptom des Politischen Lebens, ist aber nur eine naheliegende Illustration zu der durch die erhöhte Wahlbeteiligung erwiesenen und an sich erfreulichen Tatsache, daß das parlayientarische Leben eine bei uns mit den Jahren an Interesse im Volke gewonnen hat. — Die schlimmsten Wahlkrawalle zwischen Polen und Zentrum in Oberjchlesien lenkten den Blick erneut auf die Polengefahr. Dem Damme, der das Deutschtum im Osten gegen, die polnische Flut schützen soll, ist wieder ein Pfeiler in Gestalt der Deutschen wissenschaftlichen Akademie in Posen ein gefügt worden. Oberpräsident v. Waldow hat die Gründung der zur Wahrung deutscher Sille und Bildung bestimmten Akademie vollzogen. Nur langsam, vielleicht erst *in Jahrzehnten können die Erfolge dieser Arbeiten für das Deutschtum an den Tag treten. Darum heißt es: systematisch bei der Stange bleiben. Tie deutschen Reichstagswahlen hatten das Interesse des Auslandes im hohen Maße wachgerusen, und in der ausländischen Presse zu allerhand gewagten Vermutungen geführt. Ein französischer Nationalist malte sogar als Folge der Wahlen einen ftrieg Deutschlan ds mit Frankreich an die Wand, da der Kaiser nach bonapar- tistischem Rezept die sozialistische Gefahr nach außen ab- lenken müsse. Sonst hat aber das Ausland in vergangener Woche wenig Ruhe zu müßigen Spekulationen gesunden, sondern reichlich mit sich selbst zu tun gehabt. Schlimm stehen die Sachen in der Türkei. Die maee- donischen Aufrührer, die für Lostrennung von der Türkei schwärmen, sind llotz der Anstrengungen der Türkei, die von allen Mächten unterstützt wird, noch immer nicht niedergeworfen, sondern erhalten stetigen Zufluß aus dem Sammelteich aller niacedonischeu llnablningigkeitsbeslleb- ungen, aus Bulgarien. Die Pforte hat daher au den Grenzen Bulgariens ihre Militärwachen verstärkt, mid die türkischen Soldaten sind denn auch nicht sehr wählerisch in der Gefangennahme Verdächtiger. So durchsuchte neuerdings Militär und Gendarmerie bulgarische Häuser in dem ganzen türkischen Grenzbezirke Mustafa Pascha und zahlreiche Personen wurden verhaftet. An den letzten Tagen sind dort 60 Personen, meist Lehrer und Geschäftsleute, geflüchtet. Derartige Rigorositäten führen zu Protesten Bulgariens, zu Plänkeleien zwischen türkischen Soldaten und bulgarischen Grenzwachen, und jedermann weiß, wie solche kleinen Zusammenilöße ost nur die Funken waren, die einen großen Kriegsbrand entzündet haben. Die Pforte ist nun Nr. 155 Erscheint täglich außer Sonntags. Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem Keffischen Landwirt die Gießener Kamillen» blätter viermal in der Woche betgelegL Rotationsdruck u. Verlag der Brühl'schen Untverf.-Buch- u. Stein» druckeret (Pietsch Erbe«) Redaktion. Expedition und Druckerei: Gchnlstratze 7. Adresse für Depeschenr Anzeiger Gieße«. Fernsprechanschluß Nr. 5L KejeHeutrvmf, die Aieuffverhättniffe der Staats- öcamlen betreffend. Fortsetzung. C. Ergänzung der Bestimmungen über die DiS-iplirrarverhalkniffe der Beamten. Hüller Artikel 4 wird folgende Bestimmung eingestellt: Art. 4 a. Die vorgesetzten Dienstbehörden sind befugt, einen Beamten, der mit der Erledigung seiner amtlichen Geschäfte säumig ist, durch Beigabe von Geschäftsaushllfe auf Kosten des Beamten und durch Androhung und. Verhängung von Geldstrafen bis zu einchundert Mark zur Erledigung der Geschäfte anzuhalten. Dem Arllkel 8 wird folgende Vorschrift angefügt: Bei Personen, denen em Anspruch auf Ruhegehalt nicht zusteht, denen aber ein Ruhegehalt gewährt werden kann, beschränkt sich die Festsetzung daraus, daß dem Angeschuldigten ein Teil des zulässigen Ruhegehaltes auf Lebenszell oder auf gewisse Jahre gewährt werden könne. An die Stelle des Arllkels 9 treten folgende Vorschriften: Art. 9. Die Vorschjriften dieses Gesetzes über Dis- ziplinarbestrafung ftnden auch auf einen in den einstwelligen oder in den dauernden Ruhestand versetzten Beamten entsprechende Anwendung, sofern derselbe während seiner aktiven Dienstzell die Disziplinarbestrafung verwirkt oder nach seiner Versetzung in den Ruhestand die ihm obliegenden Pflichten (Arllikel 6, 10 des Gesetzes vom........> die Dienstverhältnisse der Staatsbeamten bellesfend), verletzt hat An Stelle der Dienstentlassung ist auf Verlust des Titels und des Ruhegehalts oder Wartegelds zu erkennen, unbeschadet der dem Disziplinarstrafgericht nach Arllkel 8 letzter Absatz zustehenden Befugnis." An die Stelle des Artikels 18 treten folgende Vorschriften : Art. 9. Die Disziplinarsllafgerichtsbarkeit wird durch Disziplinarkammern und durchs den Verwaltungsgerichts- hos als Disziplinarhof ausgeübt Der Verwaltungsgerichtshof entscheidet: a. in erster und einziger Instanz, wenn es sich nm ein Disziplinarverfahren gegen Beamte vom Rang eines Ministerialrats oder Provinzialdirektors an aufwärts oder gegen den Präsidenten oder einen Kollegialrat der Ober-Rechnnngskammer oder einen Vortragenden Rat in einem Ministerium handelt; b. als zweite Instanz bei Berufungen und Beschwerden gegen die Entscheidung der Disziplinarkammern. Den Disziplinartammern liegt die Entscheidung iw erster Instanz in allen übrigen Fallen ob. Arllkel 18b. Für jede Provinz wird eine Disziplin arkammer gebildet, die ihren Sitz in der Provinzial Hauptstadt hat. Zuständig im einzelnen Falle ist die Disziplinarkammer, in deren Bezirk der Angeschuldigte zurzeit der Einleitung .des förmlichen Dis- ziplmarverfahrens feinen Wohnsitz hat. Hat der Ange- schuldigte keinen Wohnsitz innerhalb des Großherzogtums, so ist die Disziplinarkammer in Darmstadt zuständig. Artikel 18 c. Die Disziplinarkammer besteht aus neun Mitgliedern, von welchen mindestens vier richterliche Beamte fein müssen. Die mündliche Verhandlung und Entscheidung in den einzelnen Disziplin Ursachen erfolgt in der Besetzung mit fünf Mitgliedern, einschließlich des Vorsitzenden, von denen mindestens zwei richterliche Beamte sein müssen. Wird eine Disziplinarkammer dadurch beschlußunfähig, daß Mllglieder aussch^iden, welche abgelehnt oder kraft des Gesetzes ausgeschlossen sind, so tritt an Stelle derselben eine andere, von dem Disziplinarhof zu bestimmende Disziplin arkammer. Artllel 18 d. Der Vorsitzende und die Mitglieder der Disziplinarkammern werden aus der Zahl der im akllven Staatsdienst befindlichen Beamten für die Dauer des von ihnen bekleideten Hauptamts ernannt Der Geschäftsgang bei den Disziplinarkammern, insbesondere die Befugnisse des Präsidenten und die Reihenfolge, in welcher die richterlichen Mitglieder an den einzelnen Sitzungen teilzunehmen haben, wird durch eine von Unserem Staatsministerium zu erlassende Geschäftsordnung geregelt Hinter Arllkel 33 werden unter der Ueberschrist „Verfahren in der Berufungsinstanz" und unter Aufhebung oes Arllkels 34 folgende Vorschriften eingestellt: Art. 34. Gegen Die Entscheidung der Disziplin ar kammer steht die Berufung an den Disziplinarhof sowohl dem als Staatsanwalt tätigen Beamten als auch dem Angeklagten zu. Art. 34 a. Die Berufung muß innerhalb zwei Wochen von der Zustellung des Urteils an bei der Disziplinarkammer schriftlich angemeldet werden. Von Seiten des Angeklagten kann dies auch durch einen Bevollmächtigten geschehen. Zur schriftlichen Rechtfertigung der Berufung steht Demjenigen, der dieselbe rechtzellig angxmeldet hat, eine Frist von zwei Wochen vorn Ablauf der Anmeldefrist offen. Die Anzeige und die Rechtfertigung der Berufung sind in doppelter Ausfertigung einzureichen. Art. 34 b. Die Berufung kann auf bestimmte Beschjwerde- Punkte beschränkt werden. Ist dies nicht geschehen oder eine Rechtfertigung überhaupt nicht erfolgt, so gilt der ganze Inhalt des Urteils als angefochsten. Durch rechtzeitige Einlegung der Berufung wird die Rechtskraft des Urteils, soweit dasselbe angefochten ist, gehemmt. Art. 34 c. Ist die Berufung verspätet eingelegt, so hat oaS Gericht erster Instanz das Rechtsmittel als unzulässig zu verwerfen. Der Beschwerdeführer kann binnen einer Woche nach Zustellung des Beschlusses auf die Entscheidung deS Berufungsgerichts antragen. In diesem Falle sind die Allen an das Berufungsgericht cinjufenben; die Vollstreckung des Urteils wird jedoch hierdurch nicht gehemmt. Art. 34 d. Ist die Berufung rechtzeitig eingelegt, so hat nach Ablauf der Frist zur Rechtserllgung der Vorsitzende der Disziplinarkammer ohne Rücksicht darauf, ob •eine Rechtfertigung stattgefunden hat oder nicht, die Akten dem Vorsitzenden des Disziplinarhoses vorzulegen. Dieser teilt der anderen Partei eine Abschrift der Schriftstücke über Einlegung und Rechtfertigung der Berufung mit. Die andere Partei kann innerhalb zwei Wochen nach erfolgter Zustellung eine Beantwortungsschjrift einreichen. Art. 34 e. Ist die Berufung verspätet eingelegt, so hat der Disziplinarhof das Rechtsmittel ohne mündliche Verhandlung durch Beschluß als unzulässig zu verwerfen. Andernfalls entscheidet er über dasselbe durch Urteil. Art. 34 f. Auf das Verfahren vor dem Disziplinar- hose in der Berufungsinstanz finden, soweit nicht im Nachfolgenden ein anderes bestimmt ist, die Vorschjriften der Artikel 27 bis 33 a dieses Gesetzes und des Gesetzes vom 1L Januar 1875, das oberste Verwaltungsgericht betreffend, Anwendung. Die Ladung der in erster Instanz vernommenen Zeugen und Sachverständigen kann unterbleiben, wenn deren wiederholle Vernehmung nach Ansicht des Dis- ziplinarhoses zur Aufllärung der Sache nicht erforderlich erscheint. Neue Beweismittel sind zulässig. Art. 34 g. In der mündlichen Verhandlung gibt zunächst ein von dem Vorsitzenden des Disziplinarhoss aus der Zahl seiner Mllglieder ernannier Berichterstatter in Abwesenhell der Zeugen eine Darstellung der bisherigen, auf die in der Anklageschrift enthaltenen Änschuldigungs- punlle sich beziehenden Verhandlungen. Das llrteü er^er Instanz ist stets zu verlesen. Art. 34 h. Der Prüfung des Disziplinär Hofs unterliegt das Urteil nur, soweit dasselbe angefochten ist. Insoweit die Berufung für begründet befunden wird, hat Der Disziplinarhof unter Aushebung des erstinstanzlichen Urteils in Der Sache selbst zu erkennen. Der Artikel 38 wird durch folgende Vorschttft ersetzt: Art. 38. Ein Beamter, der ohne Erlaubnis der vorgesetzten Behörde sich länger als vier Wochen von seinem Wohnsitze entfernt hält, kann, wenn fein Aufenthalt unbekannt ist, oder wenn er sich außerhalb des Reichsgebiets aushäll. und die Befolg?rng dex für, Anstellungen im Aus lande bestehenden Vorschriften unausführbar oder voraussichtlich erfolglos erscheint, auf Antrag des zuständigen Ministeriums von dem Dksziplinarhose durch Beschluß für abwesend erklärt werden. Der Disziplinarhof hat, sowell tunlich, vor der Beschlußfassung Angehörige des Beamten zu hören. Wird 'ein Beamter nach Abs. 1 für abwesend erklärt, so ist es in Bezug auf das Amts- oder Dienstverhältnis so anzusehen, als wenn er an dem Tage, an dem der Beschluß des Disziplinarhoss erlassen worden ist, gestorben wäre. Das zuständige Ministerium kann den Angehörigen des für abwesend erklärten Beamten, denen im Falles des Too.es desselben ein gesetzlicher Anspruch auf Witwen- und Waisengeld zustehen würde, dieses Geld gewähren, trenn von dem Leben des für abwesend Erklärten keine Nachricht vorliegt. Die Gewährung von Mtwen- und Waisengeld ist zu widerrufen, wenn ^Nachricht von dem Leben des für abwesend Erklärten eingeht. Der Widerruf bewirkt, daß das Empfangene an die Staatskasse zurück- gezahll werden muß; das zuständige Ministerium kann jedoch, wenn die Angehöriaen des Beamten unterstützungs- bedürfllg sind, die Rückzahlung ganz oder tellweise erlassen. Gegen einen nach, Abs. 1 ergangenen Beschluß des Dis- ziplinarhofes kann der für abwesend erklärte Beamte oder fein gesetzlicher Vertreter bei dem zuständigen Ministerium um Wiedereinsetzung in den vorigen Stand nachsuchen. Dem Antrag ist stattzugeben, sofern sich nicht ergibt, daß der Beamte, wenn er sch noch im Amte befände, die Disziplinarstrafe der Dienstenllassung verwlltt hätte. Lehnt das Ministerium den Antrag auf Wiedereinsetzung in den vorigen Stand ab, so kann der Beamte oder fein gesetzlicher Vertreter innerhalb vier Wochen nach der Zustellung der Entschließung des Ministeriums Die Entscheidung des Dis- ziplinarhofes anrufen. Durch die Wiedereinsetzung in den vorigen Stand tritt der Beamte in die mit seinem früheren Amt verbundenen Rechte und Pflichten mit der Maßgabe wieder ein, daß der Gehaltsbezug erst mit dem Tage beginnt, an welchem der Beamte um Wiedereinsetzung in Den vorigen Stand nachgesucht hat. Der Arllkel 40 erhält folgenden Absatz 2: Das zuständige Dttnisterium kann einem Beamten, dessen Diensteinkommen ganz oder teilweise aus Gebchren besteht, für die Dauer der vorläufigen Enthebung an Stelle Des Gebühreneinkommens eine feste Vergütung aus der Staatskasse gewähren, welche dem Betrage gleichkommt, mit dem das bezogene Gebühreneinkommen pensionsfähig ist. Dem Ministerium bleibt es überlassen, darüber zu befinden, ob das entzogene Gebi'chreneinkommen in die Staatskasse fließen oder dem Stellvertreter des Beamten zugeweudet werden soll. Eine nach^ Abs. 1 begründete Ersatzpflicht bed Beamten wird durch diese Bestimmungen nicht berührt. Art. 18. Das Gesetz vom 31. Mai 1879, die Rechtsverhältnisse der Richter betreffend, wird dahin ab geändert: 1. Der Artikel 49 Abs. 2 wird durch folgende Vorschrift ersetzt: Gegen die nicht im förmlichen Disziplinarstrafverfahren (Artikel 20, 21) oder ohne Eröffnung des Hauptverfahrens im förmlichen Disziplülarstrafverfahren (Artikel 36) erlassenen Entscheidungen, mögen sie auf Verurteilung oder Freisprechung lauten, ist nur das Rechtsmittel der sofortigen Beschwerde zulässig. 2. Hinter dem Artikel 57 nu.rb eine Bestünnumg neu eingestellt, die dem obigen Artikel 38 entspricht. (Schluß folgt) MfW MM jfk. Iügr jik De-ugSpretSr Jar W FM MI O monatlich^PI.,viertel» Gießener Anzeiger s ° General-Anzeiger ” SE A’WT 1 £ 11 den poltt und aügem. Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen MUZ _______________________________________________________ " setgentetl: Hans Beck. Kraft. dieser Tage wieder erklärte. es gilt nicht und derselben der der der Der Auflösung der zwischen den Fraktion. Man hat erwogen, ob sich nicht ohne schäftigungszeit warnten. Arbeiterinnen über 16 Jahre finden in den C i g a r r e n> fabriken unseres Bezirks in großer Anzahl Verwendung; ihre Zahl ist in diesen Betrieben etwa 3—4 mal so groß als die der männlichen Arbeiter. Während diese in der Mehrzahl sich der lohnenderen, aber auch anstrengenderen Arbeit in anderen gewerblichen Betrieben zuwenden, finden die Mädchen und Frauen willkommene Gelegenheit, in teil Cigarrensabrilen Arbeit und Verdienst zu erhalten. Der jetzige Wohlstand und die besrere Lebenshaltung der früher armen Bevölkerung in der Umgegend der Stadt Gießen ist ein deutlicher Beweis, daß die übliche Beschäftigung weib- j lichcr Arbeitskräfte in der Cigarrcnmdustrie der Bevölkerung große Vorteile gebracht hat. Wenn auch die normale Beschäftigungsdauer in diesen Fabriken 10 Stunden nicht! erreicht oder nicht überschreitet, so treten doch Fälle ein, in denen eine längere Arbeitszeit dringend erforderlich ist. Solche Fälle kommen z. B. vor Weihnachten vor, wenn viele Aufträge vorliegen, die noch- vor dem Fest erledigt werden müssen. Ferner ergiebt sich aus der hier durch- gesührtcn Arbeitsteilung zivijchen Rollern und Wictel- machern bisweilen die Notwendigkeit einer längeren Arbeitszeit, wenn der eine Teil der Arbeiter mit seiner Arbeit I gegenüber dem anderen im Rückstände ist. Auch die Verlängerung der Mittagspause liegt nicht im Interesse der Cigarrenindustrie und ihrer Arbeiter. Die Fabrikanten würden dann abends eine halbe Stunde später die Fabriken schließen und die Arbeiter um soviel später nach Hause kommen. Die Mehrzahl der befragten Arbeiter- I innen hatte, da diese meistens außerhalb des Beschäftigungsortes wohnen, sich daher gegen die Verlängerung ter ! Mittagspause, vielfach für eine'Verkürzung ausgesprochen. Die Arbeiterinnen Huben sich auch fast sämtlich gegen den früheren Arbeitsjchluß an den Vorabenden der Sonn- und Festtage erklärt, weil sie hiervon bei der üblichen Akkordarbeit eine Verkürzung ihrer Löhne zu befürchten haben. In geringerem Maße werden Arbeiterinnen über 16 Jahre in den Ra u ch - und K a u t a b a k f a b r i k e n, sowie | in der T c x t i l i n d u st r i e unseres Bezirks beschäftigt. Auch hier ist die Verkürzung der Arbeitszeit und die Verlängerung der Mittagspause für die Arbeiterinnen über 16 Jahre nicht angebracht, lucit bei dem Hand-in-Hand-Arbeiten zugleich die Arbeitszeit der männlichen Arbeiter abgekürzt werden müßte, was aber weder in deren Interesse, noch in demjenigen der Arbeitgeber liegt. dort den Frcikonscrvatlven und Nationalliberalen in Sattel geholfen, genau so gut, wie es sinnige Bürgertum tut. Das sind keine Erfahrungen, die uns den Mut für die Zukunft unserer Partei stärken können. Die Stunde für nationalen Sozialismus hat einfach noch nicht geschlagen. Wir können nichts tun, als aus sie warten, denn wir alle glauben heute noch, daß sie sicher kommt. Dies Warten wird uns eine harte Geduldsprobe sein. Denken wir daran, daß ein Menschenleben in der Entwicklung Heer und Flotte. Das Osfizi erkorps unserer Arm ee. Die preußische Armee besitzt 2 Feldmarschälle, 6 Generalobersten, 54 Generale, 99 Generalleutnants, 193 Generalmajors. Obersten zählt sie 363, Oberstleutnants 333, Majors 1472, Hauptleute und Rittmeister 4631, Oberleutnants 3335 und Leutnants 7242. Diese Offizierschargen oder Dienstgrade verteilen sich für die Obersten mit 232 auf die Infanterie, 55 auf die Kavallerie, 36 aus die Feldartillerie, 17 Fußartillerie, 18 Pioniere; für die Oberstleutnants 193 Infanterie, 60 Kavallerie, 34 Feld- artillene, 9 Fußartillerie, 9 Pioniere; für die Majors 878 Infanterie, 190 Kavallerie, 216 Feldartillerie, 83 Fuß- artillerie und 71 Pioniere. Die unteren Chargen der Leut- Ker Abg. Dr. Müller-Meiningen, Mitglied Freisinnigen Volkspartei, hat in einem Aufsatz „''Nach Schlacht" in der „Voss. Ztg." die inneren Verhältnisse bürgerlichen Linken erörtert und dabei ausgesprochen: „ Ruf nach der „großen liberalen Partei" wird nicht mehr verstummen, so sehr er zunächst verspottet und gelästert werden mag". Er beklagt die Selbstzerfleischung des Liberalismus, die fortgesetzten häßlichen Preßsehden, die Uneinigkeit, die eine der Ursachen der Schwäche sei. Ein tiefes Sehnen nach der Einigung gehe durch weite Kreise des Bürgertums.! Dr. Müller gibt hier Empfindungen Ausdruck, die sich vielen Liberalen Männern der verschiedenen Fraktionen seit langen Jahren aufgedrängt haben und die von Theodor Mommsen und Fr. v. Liszt bereits vor einem halben Jahre ausge- sprachen wurden. Die sortwährenden Kämpfe zwischen den einzelnen Gruppen des liberalen und demokratischen Bürgertums erregen in der Tat hier und da, glücklicherweise nicht bei uns in Hessen, einen Mißmut, eine Hoffnungslosigkeit, daß immer mehr gut liberale Bürger, und nicht immer die schlechtesten, sich vom politischen Leben zurückziehen oder sich, ohne Sozialdemokraten zu sein, der Sozialdemokratie zu- Fraktionen doch ein engeres Einvernehnien Fraktionen der Linken im Parlament Herstellen ließe, der-! gestalt, daß eine Art Senioren-Konvcnt, ein Bcrtrauens- männerausschuß gebildet würde, der em gemeinsames Vor-^ gehen in allen Fragen der praktischen Politik zu vereinbaren! oder suchen hätte. Ein solcher persönlicher Verkehr könnte manchen Mißverständnissen vorbeugen, manche Gegensätze mildern, eine erfreuliche Annäherung bewirken und den tn ihrer Vereinsamung ohnmächtigen Gruppen eine ihrer Gesamtzahl entsprechende oder darüber hinausgehende moralische Bedeutung sichern. An einen solchen festen Kern könnten sich dann leicht neue Teile angliedern. Die Einigkeit hat zweisel- i los werbende, die Uneinigkeit ebenso zweifellos auflösende des Volkes keine Rolle spielt! Die Zukunft de8 Liberalismus. wenden. Die „große liberale Partei" ist allerdings gegenwärtig ti-enc | cin Traum; selbst wenn die Fraktionen einig wären, wäre die Partei nicht groß. Aber in der bisherigen Zerrissenheit kann sie nur immer kleiner werden. Es ist nicht von nüten, daß die Fraktionen ihre bisherigen Verbände auflüscn und sich in einem neuen Verbände zusammenfindcn. Aber sie muffen lernen, sich zu vertragen und zusammenzugehen, vor allem aber die gegenseitigen, oft persönlich gefärbten, öffentlichen Angriffe aus einander zu unterlassen. Das gilt von dem Verhältnis der Fraktionen zu einander, minder von den einzelnen Gruppen einer Volitische Tagesschau. Die Natioualsozialeu. Pfarrer Naumann schreibt jüngst in der „Hilfe": Ueberall ergibt sich trotz unserer Agitation ein starkes Anwachsen der Sozialdemokratie, nämlich in Dithmarschen um rund 3700 Stimmen, Jena um rund 3400 Stimmen, Lübeck um rund 1400 Stimmen, Marburg um rund 1000 Stimmen, Oldenburg I um rund 2300 Stimmen, Sangerhausen um rund 2000 Stimmen, also in sieben Wahlkreisen rund 16 500 Stimmen. Aus diesen Ziffern geht hervor, daß wir der Sozialdemokratie gegenüber einfach machtlos sind. Wir können hier und da bei günstigen Umständen, wie jetzt in Marburg, den einen oder rinderen Kandidaten zum Siege bringen, sind aber dann fortgesetzt der Gefahr preisgegeben, von Wahl zu Wahl zwischen Reaktion und Sozialdemokratie zerquetscht zu werden, wie es den Freisinnigen in einem Wahlkreise nach dem anderen passiert. Dazu kommt als Lehre der Stichwahlen in Jena und Sangerhausen, daß von unseren Wählern im ersten Wahlgange nur wenige willens sind, bei der Stichwahl den Sozialdemokraten als das geringere Nebel anzujehen: Ein deut-! kicher Beweis dafür, daß cs nicht gerade die Arbeiterseite unseres Prograinms ist, die uns diese Stimmen in der Haupt- roahl zugesührt hat. Sozialdemokratisch zu wählen oder sich mindestens der Stimme zu enthalten, hätte in den genannten Kreijen wie m zahlreichen anderen, wo wir nicht im Spiele ivaren, zweifellos eine Stärkung volksfreundlicher Politik bedeutet. Unsere Anhänger im ersten Wahlgange haben aber Kriegsgerüchte ertönen auch aus dem fernen Osten. Hier' ist Korea der Zankapfel zwischen Japan und Rußland. Die russische Besatzung der Mandschurei schürt im englischen, chinesischen und amerikanischen Lager die Animosität gegen Rußland und die Lust, mit Japan gemeinsame Sache zu machen. Die Amerikaner sind in den letzten Wochen ohnehin von den Rusten dadurch gereizt, daß dar? offiziöse Rußland jid} entrüstet über die von txun ötaati- setretär Hay nicht gewünschte, von Roosevelt über mit | aller Lebhaftigkeit und unter lauter Zustimmung in gesetzte amerikanische Protesterklärung gegen die Kr,chi- n e w er Greuel, und die Empörung der Amerikaner über Rußlands Vorgehen gegen amerikanische Interessen in der Mandschurei dauert an. , n Verworren, wie seit 1867 nicht, ist die politische Lage in Oesterreich-Ungarn. Die Ministerkrise ui Ungarn bat eine solche in Oesterreich erzeugt. Beide bedingen sich gegenseitig. Die von den agyarischen Chauvinisten an* gekündigte Obstruktion gegen die östreichisch-unganjche Wehrvorlage hat das Ministerium Szell über den Haufen geworfen, und sein Nachfolger Khuen Hetervary hat die Wehrvorlage „einstweilen" magyarischen Prwatwünschen opfern müssen. Tas „einstweilen" hat wieder im ungarischen Parlament zur Fahnenflucht der Anhänger des neuen Ministerpräsidenten aus dem Lager des Vollblutmagyaren Losjuth geführt, die Zurückziehung der Wehrvorlage hat die liberale Partei gespalten. Jeder ist jetzt in Ungarn anderer Meinung, wie regiert werten soll. Die Austritte aus den Parteien sind an der Tagesordnung, die Verwirrung unbeschreiblich Graf Khuen hat es mit allen Parteien verdorbem Die sehr Nation al gesonnenen ungch rischen Sozialdemokraten nennen den Grafen in offenen Aufrufen einen „Feind des Rechtes und Henker der Freiheit". Für diese Woche wird eine enstcheitente Wendung erwartet. Es wird wohl nicht ohne Auslösung des Abgeordnetenhauses abgehem Nicht minder schwierig liegen die Dinge in Oesterreich Ministerpräsident v. Korber hatte sich auch für eine Erledigung der Wehrvorlage einge.etzt, die' der Kaiser im Verein mit Hetervary zurückgezogen hat. (stenfo ter Kriegsminister v. Welsersheimb. Trotzdem hat der Kaiser, wie bestimmt verlautet, die Demission des Kabinetts Körber abgelehnt und das Ministerium-wird wohl im Amte bleiben. Es ist noch die Form der kaiserlichen Entschließung festzustellen. Tie kaiserliche Entscheidung soll eine Vertrauenskundgebung für Kvrber enthalten. Tas heißt mit anderen Worten: der Kuhhandel zwischen den Nattonalitäten wird fortgesetzt. Wie verlautet sollen be- retts neuerliche Verhandlungen wegen der mährischen Universität eingelettet sein. Während in Frankreich Combes und Waldeck- Rousseau, wenn auch nicht einer Meinung, jo doch noch immer vereint den Kampf gegen die Kongregationen fort-! setzen und der Kammer eine mit 05160 Unterschriften versehene Petition zu Gunsten der Trennung von Kirche und Staat vorgelegt worden ist, beschäftigt sich die e n g- lische öffentliche Meinung unausgesetzt mit dem Plane, England durch die Einführung von Zöllen die Mittel zu schaffen, um die Kolonien mit dem Mutterlante zu'.ammen- zujchließen. Rosebery stichelt fast täglich in osfenttichen Reden gegen das Kabinett Balfour, und es scheint, daß ter Chgmberlainsche Plan eine Umgestaltung der englischen Parteiverhältnisse herbeiführen wird. Tie Regierung aber bleibt fest, die Finanzwirtschaft des Reiches wird und muß revidiert werden, wie der irische Minister Wyndham erst Aus Hiaöi und Kaud. Gießen, 6. Juli 1903. ** Pc r s o n a l v e r ä n d e r u n g e n bei der Oberpost- Direktion Darmstadt. Der Kaiser hat dem Postdirektor Münch in Bad-Nauheim bei seinem S che i d en aus dem Dienst den Roten Adlerorden 4. Klaste verliehen. Versetzt wurde der Postdirektor Jaeger üoh Ziegenhals nach Bad-Nauheim. Etatsmäßig angeftcUt sind: als solche die Postpraktikanten A l t in Friedberg, Ki hing in Gießen und Moog in Bad-Nauheim: angenommen wurde als Postgehilfe der Gymnasiast Wilh. Schmidt in Gießen; zu Telegraphengehilfinnen: Marie Kühnlein in Mainz und Julie Lorey in Darmstadt. ** Die landwirtschaftliche Ausstellung. Unlängst tagte im „Hessischen Hofe" der geschäftsführende Aus- jchutz für diese Ausstellung und faßte eine Anzahl wichtige I Beschlüsse. So wurden der Voranschlag und die Bauplän e für das Unternehmen aus dem Trieb endgültig genehmigt und werden in Kürze zur Ausführung ausgeschrieben werden. Mit dem Gießener Pferdemarktkomitee wurde eine Verständigung bezüglich der gemeinschaftlichen Durchführung des am 14. September stattfindenoen Pferde- und Zuchtvieh Marktes vereinbart. Auch den Anträgen des Oberhessischen Bienenzuchtvereins wegen Abhaltung einer Sonderausstellung für Bienenzucht auf dem Ausstellungsplatze wurde entsprochen. 2ic Arbeiten sind jetzt von allen Ausschüssen energisch in die Hand genommen worden, und es ist zu erwarten, daß bis zum Ausstellungstermin alles fertig fein wird. Der An- meldetermin für Geflügel ist bis auf den 15. August I verschoben worden. — Mit der landwirtschastlichen Ausstellung ist übrigens eine Verlosung verbunden; der Generalvertrieb der Lose wurde Herrn L. F. Ohnacker in Darmstadt übertragen. S. Soiree Eick ermann. Die Volksvorstellung des Künstlerpaares Eickermann vom Hoftheater in Meiningen war tlrotz der kleinen Kassepreise und dein vorher ver- öfsentlickMn Programm leider abermals sehr schlecht besucht. Frau Luise Eickeriuann-Trautmaun eröffnete den Abend mit drei ausgezeichneten Dichtungen aus Baum bachs Abenteuer und Schwänke. Herr August Eickermann gab sodann drei Gedichte von Reuter „De niege Paleto", „De Pirdkur" und „Du droggst de Paun weg" als Cha- raftcrbarftcUungen. Nun folgte ein Kriegsgemälde „Tie Schlacht bei Sedan" von Professor H. Bork, gesprochen von | Fcau Eickermann. Der dritte Teil brachte noch buniorütiicbe mallibcralcn in d-n I Herstellung direkter Tarife »ach-inn-nussischen PläVen unb anhenuärts das srei- gleichmäßige Behandlung der Einfuhr ^ur --ce und au, anderwärts frei Landwege nach Rußland, Beseitigung der Bruttover- wlluitg bei der Einfuhr von Lampen nach der Schwerz, Einstellung einer besonderen Position für Mrsettü rn den Zoll- tarifen, Aendernug einiger ausländischer Patentgesetze.^Wir haben diese Wünsche zur weiteren Verwertung dem a/eut- schen Handelstag mitgeteilt. wiederum über die bulgarischen Beschuldigungen und Be- ühiverben mißgestimmt, sie behauptet, daß sie mehr Grund zu Beschwerden gegen Bulgarien habe, und versichert, test die Mißverständnisse sich im beiterfeitigen Fnlerepe auf» klären und beilegen lassen werden. IrgendwelckP weiteren Verwickelungen seien nicht zu befürchten. Doch Bulgarien schwärmt für die Befreiung Macedoniens. Ak an suhlt sich dazu berufen, den Maeedoniern bei derselben Arbeit bei- Anspringen, der man selbst die nationale llnabhangigkett verdankt. Man erhofft davon eine Stärkung ter bulgarischen Idee in der Türkei. Die Armee glüht vor chatendrang. Ferdinand laviert, halt den Frieden zum Scheme aufrecht, I bereitet aber im stillen den Krieg vor. 150000 ÄE- licheraewehre sind in Bulgarien ein geführt, und ein verbot der Ausfuhr von Pferden und Mauleseln ist erlassen. Alles > dieses teiltet auf eine Zuspitzung dferdemarki Hießen. Die Lieferung von 200 Prämiieruugsbändern ist zu vergeben. Das Muster kann auf Zimmer Nr. 15 im Bürgermeistereigebäude eingesehen werden. 'Gefällige Offerten werden bis zum 10. l. Mts. an den Unterzeichneten erbeten. 5289 Die städtische Pferdemarkt-Kommisfion. Jean Kirch. giebt besserem Schuhzeug aus 038 Ledercreme chevereanx, Box-Calf Mm Kalbleder etc. mühelos haltbaren Glanz, der nicht abfärbt imb sich auch bei nassem Wettet hält. Zu haben in den meisten Geschäften. 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In dem Konkursverfahren über das Vermögen deS Gastwirts Wilhelm Weidtmann in Gießen ist zur Abnahme der Schlußrechnung deSVerivalters, zur Erhebung von Einwendungen gegen das Schlußverzeichnis der bei der Verteilung zu berücksichtigenden Forderungen und zur Beschlußfassung der Gläubiger über die nicht verwertbaren Vermögensstücke der Schlußtermin sowie Termin zur Prüfung der nachträglich angemeldeten Forderungen auf Mittwoch den 29. Juli 1903, vormittags 10 Uhr, vor dein Großherzogl.Amtsgerichte hier- Gießen, den 2. Juli 1903. Großherzogl. Hauptsteueramt. Weißenbruch. Bekanntmachung. Mittwoch den 8.d. MtS., nachmittags 3 Uhr anfangend am sog. Tröllersberg, soll zur Versteigerung kommen die Kirscheucrnte der Gemeinde Lauter von ca. 150 Stück Bäumen. Lauter, den 3. Juli 1903. Großh. Bürgermeisterei Lauter. Bekanntmachung. In das Genossenschafts-Register wurde heute bezüglich des Spar und Vorschußvereins Alten-Buseck e. G. m. u. H. eingetragen: Landwirt Ferdinand Schwalb zu Alten-Buseck ist an Stelle deL Heinrich Seuling I zum Vorstand ge- Versteigerung. Dienstag den 7. Juli d. IS., nachmittags 2 Uhr, versteigere ich Neustadt 55 dahier gegen Barzahlung: * 3 Pferde, 3 WaAen, 1 vollst. Ladeneinrichtung, 1 Eisschrank, 1 Wage mit Gewichten, 1 Gas. ofen, 1 Nähmaschine und Möbel aller Art. 5312] Born, Gerichtsvollzieher. Kohleilicsttmig. Die Lieferung von 200 Ctr. Anthrazittohlen, 100 , gewaschene Nuß. kohlen soll auf dem Wege öffentlicher Verdingung vergeben werden. Angebote sind versiegelt und mit entsprechender Aufschrift versehen bis zum Samstag den 11. Juli l. I., vormittags 10 Uhr, auf unserem Amte, woselbst auch die Lieferungsbedingungen eingesehen werden können, ein- Zwicbellmchen Dienstags, Donnerstags und Samstags von morgens 9 Uhr an zu haben bei 5179 Mer Schomber Walltorstratze 51. Diskret bestes Mittel gegen Wanzen, Schwaben, Ungeziefer an Hausieren. Au fragen Drogerien August Noll u. Ph. Schwager. (4229 Vergebung von Pflasterarbeiten. In der Gemeinde Großen- Buseck sollen Pflasterarbeiten, veranschlagt zu 2063,13 Mk., im Submissionsweg vergeben werden. Voranschlag und Bedingungen liegen in den üblichen Bu^eaustunden zur Einsicht bei uns offen, woselbst Offerten bis zum 11. Juli, nachmittags 1 Uhr abzugeben sind. Die Eröffnung der ein- gegangenen Offerten sind et dann um l1/, Uhr statt. Großen-Buseck, 6. Juli 1903. Großherzogl. Bürgermeisterei Großen-Buseck. Schwalb. 5314 btt Ann »1 3» st die e impf"" Schweim Men gäbe anc schädlgun dann gtl impfung tiit Betr.: l Wilhelm Linden giotiauf da Teu« •**1 «ovtU" *5* Uno*11 btt'?* Le Rrort schwer Sange I Seiben Umgebiu einet Si hantt sei Ni gtamm: $0' aujgtyb Arche si wurde h heute h stand d ifyvtttt, die iemp klar. 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—< 219 318 61 419 42 47 55 [2001 98 550 [400] 277 312 15 55 422 67 79 [250] 667 89 7: 54 304 11 30 47 401 66 75 90 544 72 614 IL KesW-Hyliringische Staatslottcrte [Mitteldeutsche Ltaatstotterie) Siebung IIL »lasse (1. Tag) 4. Lull 1903. Alle Nummern, neben welchen nichts bemerkt ist, find mit 184 Mark «noaett» (Ohne Gewähr.) 52 85 101 26 75 91 212 72 322 50 86 419 67 501 [300] 26 30 651 [200 ] 60 701 41 97 827 [250] 54 940 55 5040 61 107 327 80 [200] 98 404 505 685 42 77 88 802 30 6003 21 41 [200] 191 204 52 440 80 88 585 637 40 41 72 74 791 827 59 7037 60 63 202 29 61 312 409 13 63 78 94 553 600 32 76 98 41 521 26 58 616 709 28 37 829 67 68 71 76 91 991 60026 71 74 87 91 124 [200] 40 73 87 303 34 36 460 574 635 714 39 48 64 816 [200] 904 26 40 68 82 61114 29 43 203 85 99 850 475 87 599 627 701 22 38 36 45 829 61 936 [200] 42 62060 95 102 23 62 71 212 56 373 85 459 94 524 59 77 715 44 [250] 61 93 809 22 83 91 901 5 87 68164 68 379 516 87 606 26 54 708 27 31 84 85 41 66 90 848 77 911 64-041 76 209 70 86 843 44 47 57 420 93 98 615 44 69 662 713 19 80 49 82 91 [2001 92 819 34 60 66 910 65061 79 170 223 76 334 [200] 43 70 98 [250] 434 65 504 44 78 638 709 16 22 47 864 901 49 66014 15 48 62 161 87 200 12 73 87 329 42 76 442 62 607 44 773 816 6 7011 94 132 90 231 94 818 22 60 98 418 33 89 61 662 [200] 75 616 71 78 710 22 39 813 74 80 931 99 68089 131 60 69 314 31 428 46 52 73 651 629 89 97 728 90 812 18 936 47 60047 66 76 295 368 571 749 [250] 910 38 r 70064 181 217 304 32 65 439 59 618 47 605 735 816 83 942 68 7116'2 69 86 92 238 349 81 420 29 36 70 597 645 48 60 65 86 705 819 916 87 72054 76 209 49 380 420 34 532 76 624 78 758 807 939 63 81 78074 126 274 309 449 60 538 [300] 632 833 58 907 68 73 74150 71 241 54 811 79 84 91 415 28 513 [200] 63 71 96 649 67 70 713 52 56 67 75005 77 95 241 67 858 526 73 647 [250] 777 88 828 72 957 [1000] 90 76093 149 222 43 334 38 400 27 881 37 945 77090 94 112 28 50 81 in Soli, für Chor: 6088 wird der Zutritt zu dem Feste nicht gestattet. 5307 billigen Preisen. 6319 // 4496 empfiehlt billigst Dirigent: Solisten: Mta-Kartchln Egypter Zwiebeln von Joseph Haydn. Chor und Orchester, comp. 1799/1800. MitwirkendLe: Grossh. Univ.-Musikdirektor G. Trautmann. Frl. Tilli Hinken Konzertsängerin aus Dortmund (Sopran), Herr Otto Wolf, Grossh. Hofopern- sänger aus Darmstadt (Tenor), Herr Adolf Müller aus Frankfurt a. M. (Bass). Bonzert der Turnhalle an der Nordanlage Die Jahreszeiten verwaltet Stork im Kollegiengebände. Hauptprobe Akademischer Gesangverein Giessen. Mittwoch den 8. Juli 1903, nachni. 5‘/3 llil* Georg Wallenfels Markt 2> Telephon 46. Der akademische Gesangverein. Orchester: Kapelle des IWanterle-Keglments „Kaiser WH- Caft Ebel. Heute abend 4910 LV Stammessen. "VA Paprica-Schnitzel und p omni es frites. Bachenheimer £ Schaumberger 22 Marburgerstratze 22. Soolöad und Luftkurort Bad Balzhausen Hessen) Großh. Hess. Nurhans Dependancen Herrliche, absolut ruhige und geschützte Lage inmitten der schönsten Parkmrlagen und irr unmittelbarer Nähe des Gradierhauses und der Quellen. 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Eintrittskarten zu 1 Mk., Schülerkarten 60 Pfg. bei Herrn Ernst Challier.__________________________________________ 1 Großes Volks- uoti Jugendfest Sonntag den 2. August d. Z. im Abilosophenrvald. Anmeldungen der Kinder zu dem Festzuge und den Jugendspielen müssen dis längstens Mittwoch den 15. Juli d. I. bei einem der nachverzeichneten Herren erfolgen: K* Aff, Friseur, euenbäue 21, W. Amcud, Konditorei, Bahrchofstr. 62, S. Borr» manu, Kaufmann, Neustadl 11, A. Helfeubeiu, Zimmermeister, Schorrslr. 19, M. Kuder, Kaufmann, Neuenweg 17, H Kuhl, Friseur, Wallthorstr. 8, A. Lenhard, Kaufmann, Klinikstr. 22. Chr. Reibcliug, Asterweg 48, D). Wagner, Wirt, Bcchnhofstr. 31, V. Wisker, Krofdorferstr. 2, L. Zutt, Friseur, Riegelpsad 14. 2er Wusschllß Ötr vier Wohltäligkeits-Lercine. NB. Es wird besonders darauf aufmerksam gemacht, daß nur diejenigen Kinder, welche sich vorher anmelden, Zutritt zu dem Festplatze haben, an dem Festzuge und den Spielen sich beteiligen, sowie ein Geschenk erhallen können. Kindern ohne Aufsicht von Eltern oder Angehörigen 2 AM-Eier, 2 Stück 9 Pfg., empfiehlt (03172 A. Steinreich, Spezial-Eierhdlg., ^indengasfe 2. Neue Mies-Heringe^ Neue Kartoffeln | 50 Kilo 6 Mk., mit Sack, ab Friedberg, versendet gegen Nachnahme J. Wertheimer, Friedberg (Hess.).