Nr. 130 Irffteiwt täglich auher Sonruag«. Dem (Btefeener 'S ringer werden im Wechsel mit dem Kesfilchen Landwirt d,e «tebeaer ZamtlieD blätter viermal in der HiodH beigelegt. Rotationflbrud u. Verlag der Brüh l'iche« UniDerL-ithicb-u.€tetn- brudern C^Ktid) Erden) Sieben ton, ExyedUw« unb Druaerei: Vchalstraße 7. äldresie tüt Teveichenl Anzeiger «leben. ^ern'vrrLanllLlutzNr 6L Samstag 6. Juni 1003 Zweites Blatt. 153. Jahrgang . _ ____ vezagopre»»r Z" fc-jy Q XNy Q l ;citrb . Ifibdid) ®L 1J0; burd) GlehenerAnzeigerU General-Anzeiger w v den poltt unb augem. Amlr- und Anzeigeblatt für den Kreis Gietzen MGS V <7 » zelaenteii: (an< Beck. ^ie heutige Mmmer umfaßt 20 Deutsches Keich. Berlin, 5. Juni. Die „Derl. N. Nachr." halten die Meldung für wahrscheinlich, daß der Kaiser im Herbst den östreichischen Kaiser am Wiener Hofe besuchen wird. — Die „Nat-Ztg." erklärt, daß der angebliche Besuch oeS Grafen Waldersee beim Kardinal Steinhuber im Jesuiten - Kollegium aus der eigenen Initiative des Graten Waldersee hervorgegangen ist und in keinerlei amtlichem Auftrage erfolgt ist. — Nach Meldungen aus Breslau hat der Zentrums-- Kandidat Krolik seine Ltandidatur im Reichstags-Wahlkreise Deuthen-Tarnowih nicht zurückgezogen. In einer Zuschrift an die „Schief. Bolksztg." erklärt Krollt, er sei treuer preußischer Staatsbürger und verurteile die großpolnische Agitation. Er strebe aber darnach, daß im ober- schlesischen Volke die Muttersprache erhalten und die polnischen Kinder in der Schule den Religions-Unterricht in ihrer Muttersprache erhielten. — Im Wahlkreise Frankfurt an der Oder hat der bisherige freikons. Abg. Haake zu Gunsten des konservativen Kandidaten Fe l isch seine Kandidatur zurückgezogen. — Der Präsident der preuß. Justizprüfungskommission, Wirkl. Geh. Rat Dr. Adolf Stölzel, feiert am 13. Juni sein 50jlähriges Dienstjubiläum. Exzellenz Stolzel ist 1831 zu Gotha geboren und absolvierte seine Studienjahre an der Universität Marburg. Nahezu zwanzig Jahre wirkte er am Stadt- bezw. am Kreisgericht zu Kassel. 1873 wurde er als Vortragender Rat in das preußische Justizministerium berufen. An Stelle Herzbuchs übernahm Stölzel 1876 den Vorsitz in der Justizprüfungskommission. — In der heutigen Generalversammlung der Milchzentrale wurde Ring-Düppel mit 298 von 308 abgegebenen Stimmen Zum Vorsitzenden wiedergewählt. — Ter Anarchistenkongreß, welcher während des Pftng st festes in Mannheim tagte, und zahlreich ^besucht war, hat u. a. beschlossen, in allen größeren Städten Deutschlands Zahlstellen der „Föderation revolutionärer Arbeiter" zu errichten, und behufs Durchführung des -LcneralstreitS eine umfangreiche Propaganda ins Werk zu setzen. Die Anarchisten wurden von der Mannheimer Polizei aufs strengste überwacht. Im Laufe des Sommers soll in Oesterreich ein Anarchistenkongreß tagen. — Von postalischer Seite erfährt das „Berl. Tagebl." daß beabsichtigt wird, vom 1. April 1904 ab keine neuen Telegramm-Adressen mehr zuzulassen. Die alten sollen bestehen bleiben. , _ r Ploen, 5. Juni. Reichskanzler Graf Bülow traf beute hier ein, nahm das Mittagessen im Prinzenhause bei den Prinzen August Wilhelm und Oskar ein und setzte darauf die Reise nach Doberan fort, wo er an dem morgen dort statt find enden v. Lülowschen Familienrat teilnimmt. Stuttgart, 5. Juni. Der Kaiser hat die Huldig- ung des hier tagenden deutsch-evangelischen Sckul- kongrcsses, dessen heutiger Schlußsitzung bie Herzogin Wera beiwohnte, durch ein Telegramm beantwortet. Ausland. Paris, 5. Juni. Ter Besuch des Königs Viktor Emanuel in Paris wird kurz vor dem Natronalsesttage (14. Suh) stattfinden. Wie es heißt, ist es noch unbestimmt, ob die Königin ihren Gemahl auf feiner Reise begleitet, da ihr Gesundheitszustand augenblicklich zu wünschen übrig lasse. Brest, 5. Juni. Ter deutsche Mar ineattachs, Kapitän Siegel, ist heute hier angenommen. Gr dankte im Auftrage des Kaisers dem Marineprä fek- ten für den von ihm und der französischen Marine dem Kreuzer „Amazone" geleisteten Beistand. Abends findet zu Ehren Siegels in der Marinepräfettur ein Tiner statt. Rom, 5. Juni. Im Auftrage des deutschen Kaisers überreichte der deutsche Militäraittachö, Major von Chelius, dem uöiiige als Chef des 13. preußischen Husaren- Regiments das Modell der neuen Litewka. — (Stamm er.) Unterslaatssekretär Buccelli erwidert auf die Interpellation des Sozialisten Morgari, ob btc Nachricht von dem Besuche des russischen Kaisers in Rom zutteffend sei, es bestehe kein Zweifel darüber, daß der Besuch, den der König am russischen naiserhofe abgestattet habe, vom Kaiser erwckrert würde. Morgari erwidert: Tie ausländischen Souveräne, welche nach Italien gekommen, seien von ihnen ohne irgendwelche Gcaenkuub- gebungen empfangen worden, weil sie konstitutionelle Monarchen seien. Tas fei aber bei dem Besuche des Kaisers Nitolaus nicht der Fall, welcher seinem Volke noch keine Verfassung gewährte, (llnterbrcchung unb Unruhe.) Morgan setzt hilrzu, seit der Besuch oes russischen Kaisers angelürwigt sei, hätten Verhaftungen begonnen. Präsident Biancheri unterbricht Morgari und betont, daß die italienische Natton glücklich sein werde, das Oberhaupt der russischen Nation zu empfangen und daß die Stadt 9lom ihm eine ihres Rufes als gastfreundliche Stadt würdige Aufnahme bereiten lverde. (Lebhafter Beifall.) Varazzani (Sozialist) unterbricht den Präsidenten und wird von ihm mehrmals zur Ordnung gerufen. Daccclli erklärt, welcher politischen Partei man auch angehöre, so dürfe man doch nicht die Pflichten der Gastfreundschaft verletzen. Italien werde den befreundeten Souverän in würdiger Weise empfangen. Er lege gegen bie Worte MorgariS Verwahrung em. Es sei gewiß, daß bie ganze Kämmer, durch welche die Gesinnung «d.'er Natton vertreten werde, sich mit ihm in Uebcreinflimmung befinde. Tie Kammer nimmt diese Worte mit äußerst lebhaftem Beifall auf und geht dann zur Weiterberatung des Flotten Voranschlags über. Wien, 5. Juni. In der heutigen Sitzung des Abgeordnetenhauses stellte der tschechisch-radikale Abg. Klofac das Verlangen, daß der Ministerpräsident dem Thronfolger Erzherzog Franz Ferd i- nanb dafür eine Rüge erteilen solle, daß dieser bei dem Besuche des Vergnügungsetablissements „Venedig " in Wien sich das Lied „Brzezina" habe Vorsingen lassen und applaudiert habe, was eine Beleidigung der tschechischen Nation darstelle. Ter Präsident erteilte Klofac für diese Aeußerung einen Ordnung sr u f. Kapstadt, 5. Juni. Tas Ka pparlament wurde heute durch den Gouverneur eröffnet. In einer Rede sprach dieser seine Genugtuung über den Erfolg der auf Frieden und Versöhnung gerichteten Politik aus und teilte mit, daß die Berichte aus allen Teilen der Kolonie erkennen ließen, daß sich alle Teile der Bevölkerung wieder der stetig gewohnten Lebensweise hingeben. Er hoffe, in nächster Zeit die Milderun g der noch bestehenden geringen Freiheitsbeschränkungen empfehlen zu können. Cham- berlains Reise trug wesentlich zu der gegenwärtigen Besserung bei. lieber die Verhältnisse bezüglich der Bloemfonteiner Zollkonvention sagte der Gouverneur: Welche Meinungsverschiedenheiten auch bestehen mögen, er hoffe, baß vor ben großen Vortellen ber Zollunion die einzelnen Bedenken zurücktreten würden und daß das Parlament ber Konvention zu st im men werbe. Der Gouverneur jorberte alle Teile ber Bevölkerung auf, zusammenzuwirken, damit die Kapkolonie der führende Staat in Südafrika werde. Aus §taöt und Land. Gießen, 6. Juni 1908. ~ Personalien. Seine Königliche Hoheit ber Großherzog haben dem Pfarrer Hermann Wöriß- h off er zu Groß-Felda die evangelische Pfarrstelle zu Pohl-Göns, Dekanat Gießen, und dem Pfarrer Wilhelm Türck zu Hopfmannsfeld die evangelische Pfarrstelle zu Frisch- born, Dekanat Lauterbach, übertragen. — Durch Entschließung deS Ministcttums des Innern wurde der Großh. RegierungS- assessor Dr. Diehl in Mainz mit den Dienstverrichtungen eines KreiSamtmannS bei dem Kreisamt Schotten beauftragt. — Ernannt wurde der SchutzmannHünergarth in Hannover zum Hilfsdiener bei dem Amtsgericht Mainz. - Das Musikkorps des 2. Würtlemb. Infanterie- Regiments, das morgen Sonntag in zwei Konzerten im Neuen Saalbau das Kaiser-Programm zu Gehör bringen wird, konzertiert seit zwei Tagen anläßlich deS Sänger-WettstreüeS auf dem Festplatze in Frankfurt mit großem Erfolg. ” Die Preise für das morgige Radrennen stnd, wie man uns schreibt, ausgestellt im Schaufenster der Firma Jul. Bach, Seltersweg. Sie sind reizend anzusehen, sodaß es der Muhe lohnt, einmal hinzugehen. — Es empfiehlt sich auch, zu den Rennen sich noch rechzeitig Plätze zu erwerben. — OmnibuSfahrt zum Radrennen. Der Vorstand der OmnibuSgesellschast hat beschlossen, zu den Radrennen die Sommermagen zwischen Marktplatz unb Rennplatz an der Hardt nach Bedarf fahren zu lasten. •• Der Maschinenbauer-Gesangverein unter der tüchtigen Leitung des ZitherlehrerS W. Gernhardt errang bei dem GesangS-Wettstreit zu Fechenheim in der dritten Klasse unter 11 Bewerbern den 8. Preis. Der Verein, welcher erst 3 Jahre den Gesang pflegt, hat es also verstanden, in der kurzen Zeit etwas zu erreichen. — Der Gardeverein Gießen wird, rote alljährlich, auch in diesem Jahre und zwar am Sonntag, den 21. Juni einen Ausflug mit Familie unternehmen. In liebenswürdiger Weise hat Forstmeister Baumann gestattet, den wundervollen Platz um die dicke Eiche bei Bubenrod für die Veranstaltung zu benutzen. AIS Festwirt ist Herr Schlierbach-Bieber engagiert, während für die nötige Unterhaltung die Feuer- wehr-Kapelle Gießen sorgen wird. •• Der Gerichtsvollzieher beim Abgeordneten. Eine Wahlüberraschung wurde dieser Tage dem Darmstädter Abgeordneten Cramer zuteil. Der Gerichtsvollzieher Engel in Darmstadt präsentierte einen vom großher- zogl. Amtsgericht Darmstadt ausgestellten Haftbefehl wegen 3020 Mk. Prozeßkoslen, welche die königl. preußische Gerichtskaste in Elberfeld für den bekannten GeheimbundS-Prozeß gern haben möchte. Abg. Cramer konnte, wie das ,Offenbacher Abendbl." berichtet, den eifrigen Beamten die Ausführung der Verhaftung nicht gestatten und machte den Herrn Gerichtsvollzieher darauf aufmerksam, daß er ihn, da er Landtagsabgeordneter sei, gar nicht verhaften dürfe. Etwas ungläubig wegen dieser Erklärung, ging der Herr Gerichtsvollzieher und versprach, wieder zu kommen — allein et kam den ganzen Tag nicht mehr wieder. -i- Saubringen, 5. Juni. Der Turnverein Saubringen feiert am 14. und 15. Juni fein 8jährige? Stiftungsfest, verbunden mit Fahnenweihe. Die neu angeschaffte, in Seide gestickte Fahne ist hergestellt von einer Bonner Fahnenfabrik und stellt rin Muster der Neuzeit bar. Per Säuger-Wettstreit In Frankfurt a. W. n. Frankfurt a. M., 5. Juni. Tas Wetter am heutigen zweiten Tage ist prachtvoll. Vom blauen, wolkenlosen Himmel scheint hell die Sonne herab und ein kühlender Wind läßt die Fahnen unb bunten Wimpel lustig in der Luft flattern. Trotzdem fmb die fische der um die Festhalle liegenben großen Wer- unb Wem- -elte nicht voll besetzt, und auch die Klänge der Regiments- musiken Infanterie-, Artillerie- und Matrosenbivisions- Kavelle, vermögen nicht die Leute zahlreicher heranzulocken. Man sagt, die 50 Pfg. Eintritt zum Festplatz verhindern stärkere Beteiligung, andere mernen auch, bie §e,t- palle läge zu abseits der Stabt. Letzteres ist wohl aber nicht der Grund; denn man befindet sich nicht gar so weit vom Hauptbahiihof, gleich hinter der Mainbrücke, und 'für elekttische Wagenverbindung ist reichlich gesorgt. Nur das Wartburg-Restaurant giebt ein lebendigeres Bild um bie Mittagszeit; in ben großen Hallen sitzen bie L-anger an lang gedeckten weißen Tafeln unb stärken sich mit Speise unb einem guten Tropfen für die bereits vergangenen oder noch bevorstehenden Leistungen unb Aufgaben. Tem heutigen Vormittag, an dem bas Kaiserpaar bis zur Hälfte bes Programms wieber erschienen war, wurde mit Spannung entgegengesehen. Sangen doch die Kölner, Berliner und Barmer. Ten Reigen dieser 3. Gruppe eröffnete die Liedertafel" in M.-Gl ad b ach (Dirigent Musikdirektor Müller, 181 Sänger), die den Preischor sehr lebendig und natürlich, mit guter Textaussprache unb deutlicher Ausarbeitung der Struktur wm Vortrag brachte Auch die Bässe fielen angenehm auf. An zweiter «teile stand hier wieder Brambachs Gesang der Geister über ben Wanern. Unb nun folgte mit 231 Sängern ber unter dem Protektorat des Kaisers stehende KölnerMännergesangverein, dessen Tirigent der bekannte Kgl. Mufitdircktor Professor Joseph Schwartz ist. Tiefer hielt im Preischor am Schluß etwas zurück, um erst zuletzt die volle Kraft zu entfalten. Ter Eindruck des plasiisa) uno klar herausgearbeiteten Chors war bei glänzender klanglicher Wiedergabe äußerst stark und es herrschte eine Stimme, daß die Mblner an diesem Vormittag nicht übertroffen worden sind. Bemerkt muß werden, daß sie auch gegen Ende etwas hinauf gingen. Weniger einverstanden kann man sich mit ihrer Wahl: „Meeresstille und glückliche Fahrt", wieder von Brambach, erfiären. Sehr gut schnitt bie „Berliner Liebertafel" (Tirigent Zauber, 192 Sänger) ab. Tie Sänger phrasierten ben Legar,chen Chor „Rudolph v. Wartenberg" verständig, sangen auch ein mezzo-forte und erweckten nicht zuletzt mit ihrem schönen klangvollen Pianisjimo großen Beifall. Ter Erfurter Männergesangverein, 171 Köpfe stark, und unter Leitung bes Herrn Karl Zuschneib siedend, fiel beim Preislieb auf burch sein vernünftiges Maßhalten im Forte. Sein Piano ist von angenehmer Wirkung, auch kommt die charakteristische Selle bes Männerquartetts hierbei gut zum Ausdruck. Ter Chor ging nur etwa einen halben Ton hinauf, während im zweiten Vorträge, „Meeresstimmen"' von Kempter, sein Forte etwas angegriffen klang. Letztere Komposition gehört übrigens auch nicht zu den glücklichsten. Ter Bonner Mannergesangverein (Musikdirektor Krakamp, 225 Sänger schloß den sehr wirkungsvoll herausgearbeiteten Preischor, leider in T-dur, unb erzielte mit „Friebrich Rotbart" von Reinholb Becker einen voll berechtigten Erfolg. Auch ber Gesangverein Frohsinn" in Mülheim a. b. Ruhr i Tirektor E. Wilms, 164 Sänger steht auf guter Höhe ferner Leistungen. Hier erfreuten namentlich die uäftig unb voll tlmgenben Tenöre, der Chor schloß aber beinahe in Es statt tn C-bur. E. Heusers „Hünengrab" hat manche hübschen Momente, wirkt aber durch seine Länge ermüdend. Sehr gut flangen die Pianissimo-Stellen im Chor. Ten Schluß des Bor- mittagssingens machte der Bremer ,Lehrergesangverein" (Dirigent Martin Hobbing, 141 Sängen, (fcr schloß den Preischor wirklich in der oorgeschriebenen Tonart. Allerdings war er vorher etwas zu tief. Sein Gesang klingt bei musikalischem Vortrag schmiegsam, und kein Schreien der Tenöre stört ihn, wie überhaupt die musikalische Bildung seiner Mitglieder unverkennbar ist. Tas zeigte auch die Wahl des eigenen Stückes: Peter Cornelius' prachtvoller Chor: „Ter alte Soldat", der stimmungsvoll torgetragen, das Konzert der 3. Gruppe künstlerisch würdig abschloß. Ter zweite Vormittag war auch im allgemeinen bis jetzt am besten gelungen. Nachdem der Berliner Lehrergescmg-Verein geendet hatte, trat der Kaiser vor die Rampe seiner Loge und spendete ostentativen Beifall. Tie Preisrichter sprachen sich heute vormittag besonders lobend über die Leistungen des Kölner Männergesangvereins und des Bonner Männer- gesangvereins aus. Ter Kaiser äußerte ebenfalls seine Anerkennung über die Leistungen dieser Vereine. Tem Grafen Hochberg gegenüber sprach sich der Kaiser dahin aus, daß namentlich das kräftige Einsetzen und das scharfe Temperament beim Tirigieren nach seinem Geschmack sei und daß ihm die Volkslieder am besten gefallen haben. Bei der Gesangsauftührung der Berliner Liedertafel wurde ein Mllglied nach dem Singen auf dem Festplatz vom -Schlage getroffen und nach dem Kranken- hause gebracht. Gegen 12 llhr, noch vor Beendigung des Konzerts, verließen die Majestäten den Wettstreit und begaben sich zum Frühstück beim tommand. General v. Lindequist. Wah» rend des Vorttages des Kölner Mannergesangvereins hatte Indem sie auf der einen Seite das Brustbild JahnS mit prachtvoller Umfassung und entsprechender Ueberschrist zeigt, ist die Rückseite mit dem deutschen Turnerwappen geziert. Beide Seiten der Fahne sind wirklich künstlerisch auSgcführt. M. Climbach bei Beuern, 5. Juni. Dem hiesigen Bürgermeister Stein fiel vor ca. 14 Tagen die Feder vom Schreibtisch in den Fuß, woraus Blutvergiftung entstanden ist und zwar derart schlimm, daß an seinem Aufkommen gezweifelt wird. Trais-Horloff, 6. Juni. In der Brikett-Fabrik Grube „Friedrich" ereignete sich gestern Abend gegen 8 Uhr em schwerer Unglücks fall. Ter im Ofenhaus am 6. Trockenofen beschäftigte 31 Jahre alte und verheiratete Arbeiter Philipp Diessenbach aus Berstadt geriet auf unaufgeklärte Weise in die Transmission, wurde vom Riemen erfaßt und zu Tode geschleudert. Der Riemen fiel herunter und verwickelte sich mit dem Körper derart, daß an der Welle eine formlose Fleischmasse hing. Niemand mar Zeuge des Unfalles, sodaß dessen Hergang unaufgeklärt bleiben wird und man wurde erst darauf aufmerksam, als der Kohlenschipper gewahrte, daß der Ofen nicht mehr zog und nach der Ursache sah. Bei dem tosenden Geräusch in der Fabrik konnten auSgestoßene Hilferufe nicht gehört werden. Der Verunglückte kann etwa 5 bis 10 Minuten gerädert worden sein. Er war seit 3 Wochen zum zweiten male verheiratet und hinterläßt außer der Witwe ein Kind von 5 Jahren aus erster Ehe, denen sich daS allgemeine Mitleid zuwcndet. Das Gericht mit Herrn Medizinalrat Dr. Rouge als Gcrichtsarzt begab sich noch gestern Abend zur Unglücksstelle. (H. L.-P.) Bad-Nauheim, 5. Juni. Bis zum 4. Juni 1903 find 6368 Kurgäste angekommen, wovon an genanntem Tage noch 4618 anwesend waren. Bäder wurden bis zum 4. Juni 56 036 abgegeben. -k Bad - Nauheim, 5. Juni. Am 4., 5. und 6. Juli feiert der älteste hiesige Männergesangverein »Frohsinn" sein 60jähriges Stiftungsfest, verbunden mit Fahnenweihe. Gelegentlich des Festes findet ein Gesang- Wettstreit mit Klassen- und Ehrcnprcissingen statt, wozu sich zahlreiche Vereine gemeldet haben. Der Großherzog hat einen Ehrenpreis in der Form eines prächtigen goldenen Pokals gestiftet. Die Stadt hat einen Ehrenpreis von 150 Mk., die Badedirektion einen anderen zur Verfügung gestellt. R. B. Darmstadt, 5. Juni. Der bekannte Staatsund Kttchenrechtslehrer Geh. Justizrat Prof. Dr. Wilhelm Kahl, der auf Veranlassung des Evangelisch-sozialen Kon- aresses hier am Donnerstag einen Vortrag über die Reform des deutschen Strafrechts hielt, hat am selben Tage vor tiner großen Volksversammlung seine warnende Stimme zu den Reichstagswablen erhoben, und in sehr eindringlichen Worteri die Wählerschaft auf die Wichtigkeit der Entscheidung am 16. Juni hingewiesen. Wir brauchten keine ausoktroyierte Wahlparole, denn diese leuchte mit Flammen- schrist allen bürgerlichen Parteien entgegen: Alle Mann auf zum Kampfe gegen die vaterlandslose Sozialderno- kratie! Er müsse bei näherer Betrachtung sagen, daß nirgends in der Welt die Sozialdemokratie so vaterlandslos, so unwahrhaft und so terroristisch-geistesknechtend sei, wie oie deutsche. Die Sozialdemokratie lügt den Wählern vor, die allein berufene Vertreterin des Arbeiterstandes zu sein. Aber sie hat in der mehr als 30 jährigen Vergangenheit im Reichstag sich stets gegen alle Arbeiterschuh- und Fürsorgegesetze gewandt und absolut nichts auf wird- schriftlichem oder sozialpolitischem Gebiete geleistet. Sie hat auch gegen die Handelsverträge unb gegen die Ar- bLiterversicherung im Reichstag gestimmt, aus Grund deren k. B. allein im Jahre 1902 den Arbeitern über 200 Mill. Mark an Entschädigung auö den Taschen der Nichtversicher- ten gezahlt wurden. Die Sozialdemokratie tritt das Interesse der Arbeiter mit Füßen, ihr Lebensprinziv sei die Erregung von Unzufticdenheit und daher auch die fortgesetzte wüste Verhetzung der Massen. Die Sozialdemokratie vernichtet auch die persönliche Freiheit. Sie ist in Wahrheit die Partei der rücksichtslosesten Despotie, der Vergewaltigung Vieler durch einzelne Wenige. Sie betreibt die syftenmtifche Vernichtung der individuellen Selbständigkeit. Der Genosse darf seine Meinung frei sagen — aber nur die Meinung, die die Führer wollen. (Lebh. Zustimmung.) Den Terrorismus in der Partei hat Bebel in Breslau so schön poetisch ausgedruckt.' Wer sich nicht füat, der fliegt! (Heiterkeit.) Die Sozialdemokratie gefährdet aber auch die Freiheit und die Sicherheit des Vaterlandes; sie bekänrpft die Entwickelung unserer geistigen Kraft und hemmt die persönliche Freiheit, sie hindert die Entfaltung unserer wirtschaftlick)en Kraft uiib sie bekämpft auch die Entwickelung unserer physischen Kraft in Armee und Marine. Wie werden doch die Sozialdemokraten in Deutschland beschämt durch das nationale Verhalten ihrer Genossen in Frankreich, England und Amerika? Tie Sozialdemokratie vergiftet auch die politische und öffentliche Moral. Der Redner ruft mit Emphase: Deutsche Männer, wendet euch mit Ekel ab von dem vaterlandslosen Treiben solcher Gesellen! In welch schmählicher Weise die Sozialdemokratie das öffentliche Leben vergiftet, geht daraus hervor, daß sie in Parlament und Presse für einzelne, von allen bedauerte Vorgänge die ganze bürgerliche Gesellschaft verantwortlich macht und ausruft: „Seht Ihr, so sind sie Alle!" Die Sozialdemokratie beschmutzt auch unsere nationalen Heiligtümer fortgesetzt in empörendster Weise, indem sie unsere großen Ideale und die gewaltigen Errungenschaften unserer Vorfahren in den Staub zieht und alles begeifert und verspottet, was uns Deutschen lieb und wert sein muß. -k- Mainz, 6. Juni. (Eigener Drahtbericht des Gieß. Anz.) Der wegen vielfacher Diebstähle inhaftierte Wein groß Händler Kern hat sich im Gefängnis erhängt. Frankfurt a. M., 5. Juni. Nach den neuesten Meldungen ist eS ausgeschlossen, daß die kaiserliche Familie nach Homburg geht. Der Kaiser und die Kaiserin kehren von Wiesbaden aus Sonntag abend nach Potsdam zurück. fc. Wächtersbach, 5. Juni. Fürst Ferdinand Maximilian zu Psenburg-Büdingen hat heute ftüh durch einen Unglücksfall sein Leben eingebüfct Durch Qualm, der aus dem Schlafzimmer des Fürsten drang, aufmerksam gemacht, öffneten einige Diener die Tür. Zu ihrem Schrecken schlugen ihnen Flammen entgegen. Nachdem man ihner einigermaßen Herr geworden war, fand man den Fürsten entseelt vor seinem Bett liegen. Er war erstickt. Man nimmt an, daß er ein Licht angezündet hat und daß ihm dieses aus der Hand geglitten ist, wodurch dann die Stosse Feuer fingen. Der Fürst hatte am 24. Oktober v. I. in körperlicher und geistiger Irische sein 78. Lebensjahr vollendet. Er war ein hochgebildeter Manu, ein Aristokrat vom Scheitel bis zur Sohle, em echter Grandseigneur. Nachdem er in Heidelberg studiert hatte, trat er, kaum 23 jährig, nach der Abdikation seines Vaters, des Grafen Adolf, die Verwaltung des Fideikommisses seines Hauses an, die er mit Umsicht und Tattraft leitete. 1849 vermählte er sich mit Gertrud, Prinzessin von Hanau, der ältesten Tochter des letzten Kurfürsten von Hessen. Um die Polckik seines Schwiegervaters, dem er „der liebste Schwiegersohn" war, hat er sich nie gekümmert, und mit Unrecht wurde der Fürst, als er im Oktober 1853 auf dem Friedrichsplatz in Kassel den hessischen Ministerpräsidenten Hassenpflug etwas „unsanft" zur Rede stellte, wegen dieses Renkontres als „hyperliberal" von den Anhängern Hassenpflugs bezeichnet. Der Fürst hatte sich nur durch die Einmischung des Preniiers in seine privaten Verhältnissen gereizt so weit hinreißen lassen. An seinem letzten Geburtstage, den der Kurfürst im Hessenlande verlebte, also am 20. August 1865, verlieh er seinem Schwiegersohn den Fürstentitel. Erwähnt verdient noch zu werden, daß der Fürst schon vor 50 Jahren sozialpolitisch wirkte, z. B. durch Errichtung von Arbeiterwohnungen, Erbauung einer Steingutfabrik in Schlierbach und andere Maßnahmen. In den ärmeren Orten am Südabhange des Vogelsberges wird man das Andenken des Fürsten in hohen Ehren halten. Die Beerdigung findet Montag, den 8. d. M., vormittags 111/i Uhr dahier statt. Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. Am 4. d. M. wurde mit den formellen Geländeabtretungen bezw. -Ankäufen für die Butzbach— Licher Bahn begonnen. — Medizinalrat Dr. Rvuge in Hungen wird in den nächsten Tagen sein 50jähriges Jubiläum als Arzt feiern. Von feiten der Stadt sind Vorbereitungen getroffen worden zu einer am 15. Juni im .Traube" - Garten abzuhaltenden größeren Feier. — In Offenbach wird seit dem zweiten Pfingstfeiertage der zehnjährige Knabe Eschbach vermißt, der sich am genannten Tage von Hause entfernte, ohne daß bisher über seinen Verbleib etwas ermittelt werden konnte. Ein „Stückchen" Frauenfrage. Ein Art »Lösung der Frauenfrage" (wenigstens in einer Beziehung) will die »Münchener Schulkommission" gefunden haben. Ein Erlaß dieser Lokal-Schulkonimission stellt die beiden Geschlechter auch in den äußeren Höflichkeitsformen auf die gleiche Stufe: »Es ist bei unS wiederholt Klage geführt worden, daß einzelne Lehrerinnen, wenn sie auf der Straße, in Trambahnwagen, in öffenllichen Gebäuden, ja selbst in Schulhäusern einem Vorgesetzten begegneten, eS wiederholt und absichtlich unterlaßen haben, ihm den schiildigen Gruß entgenzubnngen. Wir müssen das als eine grobe Ungehörigkeit bezeichnen und werden in Wiederholungsfällen unbedingt strafend^ gegen ein derartiges Benehmen einschreiten. Es ist eine völlige Verkennung der Verhältnisse, wenn Lehrerinnen einen Begrüßungsmodus erwarten, der mit den Regeln der Disziplin nicht in Einklang gebracht werden kann". Dazu bemerkt derb aber treffend die »Rheinisch-Weslf. Zeitung": »Man sieht, wie der Autoritäts- und Disziplindünkel die Köpfe verwirren kann: wollen jene selbstbewußten Herren, die die Leute nur nach Vorgesetzten und Untergebenen unterscheiden, die alte doch so völlig harinlose Gewohnheit der galanten Höflichkeit umstürzen. Diese Anbeter deS herrlichen Vorgesetztentums sind au§ demselben dürren Holz geschnitzt wie jene Leutnants, die im Zivil eine Art Untermenschentum sehen. Billigen werden diesen hochweisen Erlaß nur die Frauenrechtlerinnen radikalster Observation, die sich auch gegen den Unterschied der Bezeichnung Frau und Fräulein aufregen und die dem Mann eine Höflichkeit und Galanterie gegen die Parität verstoßend übelnehmen. Bel anderen aber wird diese Schulbehörde mit ihrer vorgesetzten' stolzen Opposition gegen das »Ehret die Frauen" fein Verständnis finden!" Sport. Rudersport. Die Zurückforderung des Lahnpokals seitens des Deutschen Rudcrverbandes, über die wir kürzlich berichteten, hat nicht nur unter den Mitgliedern der Gießener Rudergesellschaft, sondern auch in weiteren wasser- sportlichen Kreisen cm gewisses Aufsehen erregt Man miß billigt allgemein diese Maßnahme, die man als kleinlich bezeichnen muß, weil damit die beim letzten Rudertag in Frankfurt a. 9Jc. hervorgetretene Neigung zu einer Spaltung innerhalb der deutschen Ruderwelt neue Nahrung erhält. Abgesehen davon, daß der Stifter des Lahnpokals bei Hergabe desselben nicht die Bedingung daran tnüpfte, daß dieser Wanderpreis alljährlich auszufahren sei, ist auch das Eigene tumsrecl)t an dem Pokal du ich die Stiftung an sich auf den Gießener Verein übergegangen. Laut B.^chluß des Ausschusses vom 4. Oktober 1885 (Hamburg) werden ein für alle Male Wanderpreise durch Stiftung Eigentum der betreffenden Vereine, denen sie gestiftet werden und müssen nur dann an den Verband zurückgegeben werden, wenn der Verein sich auflöst. Hiernach ist das Verlangen des Verbandes, den Wanderpreis zurüüzuerhalten, unberechtigt und die ablehnende Haltung der Rudergesellschaft vollkommen legal. Trotzdem hat die letztere sich bereit erklärt, falls der Verband darauf bestehen sollte, den Lahn-Pokal in diesem Jahre aus gefahren zu sehen, des lieben Friedens willen um diesen Wanoerpreis allein starten zu lassen. — Wenn die Gießener Rudergesellschaft dabei beharrt, in diesem Jahre die Regatta auslallen zu lassen, so ist dafür außer andern' Gründen maßgebend, daß am letzten Sonntag im Juli, an welchem sonst die Veranpaltung auf dem Gießener Wasser, wie in jedem anderen Jahre gehalten werden würde, heuer in Mainz die Jubiläums-Regatta stattsindet, der man doch durch eine gleichzeitige Regatta in Gießen keinen Abbruch machen soll. Wenn man davon absicht, später bei uns eine Regatta zu veranstalten, so liegen die Gründe dafür für eben, der die Verhältnisse des Ocudersports kennt, klar auf )er Hand. Tie Mannschaften, welche dem Training bereits eit Anfang Mai obliegen, können, ohne körperlichen Schaden zu leiden, sich demselben übet dem Juli hinaus ernstlich nicht hingeben, deren Styl würde, falls sie wirklich am Start erschienen, nur ganz minimal sein. Tie am nächsten an einer Gießener Veranstaltung beteiligten Rudervereine billigen die Gründe, welche dafür sprechen, daß in diesem Jahre das Rudern bei uns ausfällt. Ter vorjährige Sieger um den Lalm-Pokal — der Mainzer Ruderverein — ist bereits um dessen Rückgabe gebeten und erhält dafür den ihm zukommenden Ehrenschild unb wird 1904 ben Preis zu verteidigen haben. Wenn von gewisser Seite in letzter Zeit englische Verhältnisse im Rudersport bei uns in Deutsch- land zur Nachahmung empfohlen werben, wonach Haupt- regatten in unmittelbarer Nähe der Hauptruderplätze und auf den Rennstrecken der kleineren Vereine, wie z. B. in Gießen, Regatten 2. Ordnung stattfinden sollen, so Übersicht man dabei ganz, da,ß dadurch das Kind mit dem Bade ausgeschüttet wird. Haben doch bisher auch kleine Ruder- vererne und speziell Gießen sportlich Bedeutendes geleistet und sich um den Rudersport wohlverdient gemacht. Hatte doch auch Gießen bereits sogar zweimal die Ehre, den Meister von Teutschland stellen zu können, und mancher kleine Verein verfügt in sportlicher Hinsicht über Gnnridjtt- ungen, mit denen er sich getrost an die Sette größerer Rennplätze stellen kann. London, 5. Juni. Tie Automobil-Wettfahrt übrigens dessen Vorsitzender, geschmückt mit der Kaiser- Preiskette, zur Linken des Dttigentenpodiums Aufstellung genommen. Dem Nachmittags-Wettstreit wohnte nur der Kaiser nebst Gefolge bei, da die Kaiserin mit den Prinzen nach Beendigung des Frühstücks nach Wiesbaden zurückgekchrt war. Der Kaiser folgte wieder nebst seiner Schwester, der Prinzessin Friedrich Karl von Hessen, mit regem Interesse den einzelnen Wettaesänaen unb spenbete wiederholt lebhaften Beifall. Auch Der Großherzog von Hessen verfolgte die Wettgesänge in der staifcrloge mit lebhaftem Interesse. Tie 4. Gruppe, bic am Nachmittag dieses zweiten Tages fang, vermochte nicht eine gewiße Abspannung zu beseitigen, wenigstens bis vor den Berlinern. Der „Barmer Sängerchor" (Dir. kgl. Musikdirektor Karl Hopse) nahm den PrciSchor ziemlich rasch unb fang einen formvollendeten Chor Rheinbergers: „Rolands Horn" mit gutem Ausdruck. Ta wir fürchten, mit einer eingehenden Würdigung der einzelnen Vorträge etwas zu ermüden, seien h ute die Leistungen der Gesangvereine kurz nur besprochen, umso- mehr, als dieser Nachmittag, wie erwähnt, nur am Schluß Außergewöhnliches brachte. Die „Solinger Liedertafel" verfügt über nicht übles Material, fang aber am unreinsten von allen, und zwar auch den selbstgewählten Chor: „Grust der Heimat" von Rauchenecker. Die Würzburger Lredertafel", der einzige erschienene Gesangsangverein Süddeutschlands (137 oanger , nuanciert gut, manches kam auch stimmungsvoll, nainenllich im Chor ihres Dirigenten -des bekannten Meyer -OberSleben): „Volkers Schwanenlied". Das Werk selbst „llinat" für Männergesang, ist aber sonst ivenig originell unb etwas »l^ch. Der „Casseler Licberverein" (Sir. Esser, 138 Sänger) vermochte weder mit dem PrciSchor noch) mtt dem „Lcr- sturm" von Zerlett zu interessieren. Der „Wiesbadener M än n er ge sang verein", 136 Sänger unter Leitung bes Prof. Franz Mannstädt, schloß ben Preischor richtig in E-dur. Im allgemeinen phrasiert er gut unb singt mit Geschmack, nur sind feine Tenörc etwas schwach. Im Schubertschen „Ruhe schönstes Glück der Erde" störte das plötzliche Forte am Schluß die sonst gut getroffene Stimmung. Die beiden am Schlüsse sinkenden Vereine: „Ober* barmer Sängerhain" (Dir. Hirsch, 183 Sänger) und der „Berliner Lehrergesangverein" (Dir. Prof. Felix Schmidt, 224 Sänger) fangen außer dem Preischor auch Hegars „Kaiser Karl in der Joyannisnacht" nach- einander. Während der erstere sich durch zu manirierten Vortrag um eine tiefere Wirkung brachte, war die Leistung der Berliner geradezu hervorragend. Das schnelle, flotte Tempo des Preischors war durchaus richtig, er wurde außerdem mit überzeugender, urwüchsiger straft unb Frische, ohne zu viel Tetatts vorgetragen unb erweckte spontanen, langanbaucrnbcn Beifall, Der sich nach ben mit künstlerischem Empfinden gefangenen unb aufs feinste ausgearbeiteten Hegarschen Chor wieberholte. Der Kaiser kehrte naaj Schluß des Wettsingens um 4.35 Uhr wieder nach Wiesbaden zurück. Ten Cölnern ist also eine scharfe Konkurrenz erwachsen. Erwähnt sei, daß Prof. HeinnchZöllner aus dem Preisrichterkollegium ausgetreten unb bereits abgcrcift ist, nachdem der Kaiser seinen Austritt genehmigt chatt Die Gründe sind noch nicht belannt. Man erzählt sich der „Frkf. Ztg" zufolge, daß einige Kollegen ihm über seine Kritik des PreisckpirS Vorhaltungen machten unb er bes- halb gegangen sei. Man spricht aber auch von anberen Crüntait. Er hatte gegen bie Anordnung protestiert, die ben Leipziger Sängern verbot, den Preischor in einem Konzert kurze Zeit vor dem Sängei>Wcltstrett vorzutragsn. In ben letzt sn Tagen wurden nahezu 50 Personen. verhaftet, unter denen sich Leute befinden, bie in der Trunkenheit Majestätsbeleibigungen ausge- stoßen hatten. Der größere Teil ber Verhafteten hat Taschendieb stähle ausge führt. Zu morgen vormittag hat der Kaiser die 34 Dirigenten ber wettsingenben Vereine zu sich entboten zu einer Besprechung über bic Einzelleistungen unb bic beim hiesigen Wettstreit gewonnenen Erfahrungen. Unb ber morgige Tag bringt auch bic Entscheibung! — • e • Wiesbaben,5. Juni. Um 5.40 Uhr traf bet Kaiser wieber in Wiesbaben ein. Die Kaiserin, welche bereits früher hier eingetroffen war, machte nachmittags mit ber Prinzessin Adoii zu Schaumburg-Lippe unb dem Herzog von Sachsen-Eoourg-Gotha einen Ausflug zu Wagen in bie Waldungen von Neroberg und besuchte bie Leichtweiß- 3ur Abendtafel bei den Majestäten im königlichen schlosse war^außer ben hier anwesenden Herrschaften die Fürstin von Schaumburg-Lippe geladen. Nach ber Rückkehr ber Kaiserin nach WieSvaben fuhr sic direkt bei ber „Villa Germania." vor, wo sie ben seit längerer Zeit zur Äur hier weilenben Fürstlich Wiedschen Herrschaften einen Öe)ud) abftattete. — Prinz Ettel Friedrich, Prinz Abalbert, ber Herzog von Sachsen-Eoburg^Gotha, sowie Prinz unb Prinzessin Aböls von Schaumburg-Lippe fuhren beim Koni von Dänemarks vor, um einen Besuch abzustatten. Da ber Äonig einen Spaziergang unternommen hatte, gaben sie nur ihre Karten ab. — Am zweiten Feftspielabenb erlebte Boioldieus „Weiße Dame" unter Professor Mannstäbts -citung mit Naval unb Frl. Destinn in den Hauptrollen eine künstlerisch sehr erfolgreiche Aufführung. Das Kaiserpaar wohnte ber Vorstellung bis zu Gnbe bet tet en wurde wurde 4* b% Ocsterr. Silbcrrento 100.50 zusammen, 18 Personen wurden stießen zwei Züge Gießen, den 5. Juni 1903. [4527 101.75 103.90 50.90 82.10 33.90 133 90 44.90 Lest. Krcdrt. Deutsche Bank Darmstädter Bank Bochumer Guß . Sctllußkurfe. 209.37 209.50 136.50 173.75 180.60 3*/.% 8n/j 3‘/,o/0 8°/0 3l/s°/o Sandsteinarbeiten aus grau-grünem Pfälzersteir^. Lungsteinarbeiten (Staletensockel), Zimmerarbeiten, Spenglerarbeiten, Dachdeckerarbeiten, Glaserarbeiten, 8J/0 Mexikaner . 4*/t /u Chinesen . . Electric, ve» uckert . Nordd. Lloyd . . Kreditaktien . . Diskonto-Kommandit. Darmstädter Bank . Dresdener Bank . . Ber inor Handelsges. Oeeterr. 8taat»bahn . Lombarden . . . Gotthar tbahn . . . LauraiiQtte . . . . Bochum..... 4% Ungar. Goldronte , 4°/ Italien. Rente . . , 4*/,% Portugiesen . . , »0/ Portngiesen. . . . 1% C. Türken . . . Türkenlose ..... 4% U riech. Monopo* -AnL 4‘ , äussere Argentiner 8. Schreinerarbetten, 9. Weißbinderarbeiten, 10. Schlofferarbeiten, 11. Schmiedearbeiten, 12. I -Trägerlieferung, 13. Rollladenlieferung. Pläne und Bedingungen können von den Bewerbern bet den Herren Architekten Stein & Meyer während der üblichen Büreauslunden eingesehen werden; auch werden An- gebotsormulare gegen Erstattung der Kopialgebühren daselbst abgegeben. — Angebote sind dem Unterzeichneten bis zum Dieuötag dem 16. d. Mts., mittags 12 Uhr, emzureichen. AukangS- . 209.20 . 209.25 . 136chO . 174.80 Reichoanleihe do. Konsole « do . . Hessen Jergebung von Aauaröeiten. Nachoerzeichnete Arbeiten und Lieferungen zum Bau eines Pfarrhauses und eines Konfirmandensales für die LukaS- gemeinde an der Liebigstraße sollen vergeben werden: 1. Erd- und Maurerarbeiten, hunderttausend Mark zu wohltätigen Zwecken. Göttingen. 5. Juni. Auf dec hiesigen Station ein Packmeister von einem Schnellzuge überfahren. Leipzig, 5. Juni. Auf der Landstraße bei Gautzsch ein Radfahrer von einem Automobilisten Oberhessen . . 4% Oeeterr. Goldronte . Der Gesamt-Kirchenoorstand der evangel. Kirchengemeinde Dr. Naumann. . 26.20 . 92.80 . 94.00 . 99 20 . 208.90 . 184.80 . 136.95 . 147.50 . 154.50 . 146.20 . 17.00 . 189.70 . 215.40 . 172.75 Harpener......180.80 1 endens: abgeschwlo'it . 101.95 . 91.55 . 101.90 . 91.70 . 10130 . 100.60 . 102.90 3. 4. 5. 6. 7. überfahren und erlitt lebensgefährliche Verletzungen. • London, 5. Juni. Nach einem bei Lloyds eingegangenen Telegramm aus Manila gingen während eines Orkans zahlreiche amerikanische Schiffe verloren, darunter der Dampfer „Perla deVisayaS" auf der Höhe von Eamotes, dessen Mannschaft zum Teil gerettet wurde. Von den bei Ormroc gestrandeten Schiffen, dem Dampfer »San Rafael* und dem Schooner .Mayflower" wurde die Mannschaft ganz gerettet. Daö Transportschiff ^Samshus* soll ebenfalls untergegangen sein. Diese Nachricht ist jedoch noch nicht bestätigt. • Valadolid, 6. Juni. In der Nähe von Medina Nermischles. • Berlin, 5. Juni. Der Schriftsteller Franz Schmidt hat von der Polizei den Befehl erhalten, innerhalb acht Tagen Preußen zu verlassen. Schmidt ist österreichischer Untertan und verübte unter dem Namen Franz v. Borgias- Schmidt Schwindeleien mannigfachster Art. • Berlin, 5.Juni. Im Ouergebäude Waffertorstraße 54 wurden durch eine Benzinexplosion emePerson getötet und acht verletzt. Berlin, 5. Juni. Nach einer Meldung auS Spandau ist das fehlende rechte Bein der ermordeten Lina Hoffmann in der Nahe von Spandau in der Havel gelandet worden. * Krossen, 5. Juni. Als Urheber des Eisenbahnunglücks, welches sich am 29. Mai auf der Strecke NottbuS-Großenhain ereignete, wurde heute in BcberSberg der Gärtner H e n s ch k e auS Duschnik (Kreis Samter) verhaftet. • Hamburg, 5. Juni. Die Söhne des verstorbenen Tabakfabrikanten Kommerzienrats Michel stif- Harpener Bergbau . . 181.30 Schluß-Tendenz: Schwächer. Märkte. tmt bm Bennett-Pokal findet am 2. Juli statt. Sie beginnt morgens früh 7 Uhr und muß nachmittags 4 Uhr geendet sein. Die zu durchfahrende Sttecke beträgt 351 englische Meilen. An dec Wettfahrt nehmen deutsche, englische, französische und italienische Wagen teil. (Man hat also der Tvtenlisle bei dieser Greuelfahrt mit Fassung ent- gegcnzusehen D. Red. d. „Gieß. Anz/ verletzt, darunter einige schwer. ' Budapest, 5. Juni. Bei einem Brande in dem Dorfe Holling bei Oedenburg sind eine Frau und sechs Kinder verbrannt. ♦ Luise von Toscana und Schloß Roucau. Prinzessin Luise wird ihren Aufenthalt im Schloß Roucau im französischen Departement Gironde nehmen. Die Zustimmung der Prinzessin zu dem Ausenthaltsvrt erfolgte nur versuchsweise, im höchsten Mißtrauen zu der Wahl, denn er ist auf Empfehlung des Beichtvaters erfolgt, und die gegenwärtige Eigentümerin des Schlosses, Gräfin Be- saint-Biktor, die Witwe des ehemaligen Kammerherrn des verstorbenen Grafen Ehambord, ist als sehr fromm bekannt. Die Gräfin, die keineswegs reicb ist, wird durch chre Pensionärin eine sehr gute Einnahmequelle erhalten, denn es wird ihr ein schöner Bettag für die Pension der Prinzessin pnd ihres Töchterchens ausbezahlt, wofür die Gräfin nicht nur für den Unterhalt, sondern auch für die persönliche Dienerschaft, bestehend aus einer Stemmet fron und Bonne, zu sorgen hat. Ter Wahl von Schloß Roucau hat die Prinzessin erst nacy langen Unterhandlungen ihre bedingungsweise Zustimmung gegeben, da sie darau rechnet, daß die französische Regierung, unbekümmert um politische Rücksichten, eventuell einer schutzlosen Frau gegen Uebcrgriffe, die ihre persönliche Freiheit beengen würden, Schutz verleihen wird. Denn die ehemalige Kronprinzessin, welche offiziöse Organe aus bestimmter Absicht in letzter Zeit so fromm werden ließen, daß sie sogar täglich zweimal nach dem Beichtvater verlangte, um mit diesem zu beten, ist im Innern von namenloser Angst vor den Jesuiten erfüllt und ist absolut auch jetzt in ihrem Unglück keine Frömmlerin geworden. Bon einem bleibenden Aufenthalt der Prinzessin Luise von Toskana auf Schloß Roucau kann vorläufig nicht die Rede fein, da sich die Prinzessin über die Bestimmung ihrer Person und Zukunft vollständig freie Hand gelassen. • Eine abgelehnte Duellforderung. Wie auS Innsbruck telegraphiett wird, wurde der Senior der katholischen Studentenverbindung .Austria", stud. jur. W e b er, seiner Charge als Referoecadet verlustig und als Infanterist zu einem anderen Regiment versetzt, weil er eine an ihn von einem Reserveoffizier ergangene Duellforderung nicht angenommen hatte. Gteßcu, 6. Juni. Marktbericht. Aul heutigem Wochenmarkt kosteten: Buller pr. Pfd. 0,80—1,00 Mk., Hühnereier 1 El. 0—0 Psg., 2 Slck. 11—12 Psg., Eäuseeierll—12 Pig., Enteneier 6— 7Psg^ Käfe or. Stck. 5—8 Pl., Käfematte2 Slck. 5—6 Psg., Erbsen pr. Liter 21 Psg., Linsen pr. Liter 32 Pia., Tauben pr.Paar 1,00—1,20 Alk., Hühner pr. St. 1,20—2,40 All., Hähne pr. Stück 1,00—1,80 Mk., Enten pr. Stück 2,00—2,40 Alk., ©anje pr. Psd. 54—60 Psg., Lchsenfleijch pr. Psund 68—78 Psg.. Kuh- und Rindfleisch pr. Pfund 60—66 Psg., Lchweme- leisch pr. Psund 66—76 Psg., Schweinefleisch, gesalzen, pr. Pfund 80 Psg., Kalbfleisch pr. Psd. 68—74 Psg., Hammelfleisch pr. Pfund 52—72 Psg., Kartoffeln pr. 100 Kgr. 8,00—0,00 Alk., Weißkraut per Stück 00—00 Psg., Zwiebeln pr. Zentner 9,00—10,00 Mk., Milch per Liter 18 Psg. Aepfel per Psd. 0—00 Psg., in Körben 00—00 Psg. Trauben Oo—00 Psg. Kunst und Wissenschaft. Berlin, 5. Juni. Auf oern ö. Internationalen Sten* arefe für angewandte Chemie wurde zum ersten Mate die goldene Hoffmann-Medaille, die alle fünf Jahre für hervorragende Verdienste auf. dem Gebiet der experimentellen Chemie vertellt werden soll, feiethd verliehen. Da seit dem Tode des Sttfters bereits el Jayre verstrichen sind, kamen zwei Medalllen zur Der- teilung; Moinon-Paris und Ramsay-London erhietten die Auszeichnungen. Tie zweite Plenarsitzung des K ongres - ses wurde heute vormittag durch den Präsidenten Professor Witt eröffnet. Professor Moisson-Paris hielt einen Erperimental-Bortrag über metallische Hydrure-Verbrnd- ungen. Sodann sprach William Crookes-Lvndon über „Moderne Ansichten üoer Materie" und über die möglicherweise in der Zukunft bevorstehende Auflösung aller chemischen Elemente in wenige Elemente einfacher Form, vielleicht die Zurückfuhrung aller Materie auf Aetherwellen oder elekttische Energie. Hieran schloß sich ein Vortrag des Professor van t'Hoff-Berlin über die Bildung der natürlichen Salzlager. , _ Dresven, 5. Junr Ber der heute eröffneten Tag- una der deutschen Landesgruppe der internationalen kriminalistischen Vereinigung sprachen zum ersten Teratunasaegenstand, Reform der Bo runter such- una, Profcisor Zucker-Prag, Mittermaier-Gie ßen und Landgerichtsrat Kuhlemann-Dramrschwerg. Die Frage wurde für noch nicht spruchreif erklärt und einer Stern- Mission überwiesen. Dec König empfmg heute den Vorstand der Landesgruppe in Audienz. Konstantinopel, 4. ^um. Ter amerikanische Bol- forderte unter Androhung des Abbruchs mersitzung rief einen unbeschreiblichen Skandal hervor. Der Sozialist Morgari erklärte, wenn ber_ Zar käme, würden die Sozialisten ihn auspfeisen. Anläßlich dieser Vorgänge in der stemmet weist die Tribuna auf die Notwendigkeit hin, daß Italien sowohl aus eigenen wirt- chaftlick-en wie un allgemeinen FriedcnS-Interefsc Freund- chaft mit Rußland pflege. Wenn der Zar nach Rom omine, und er werde sicher kommen, weil dies sonst eine Kränkung wäre, so würde das ganze Volk nach dem Vor- ilde des republikanischen Paris ihn mit enthusiastischen Kundgebungen begrüßen. Wien, 6. Juni. Ein Telegramm deS FremdenblatteS bestätigt, daß Kaiser Wilhelm einer Einladung zu den Herbsijagden Folge leisten und bei dieser Gelegenheit seinen BundcSgenoffen und kaiserlichen Freund in Wien einen Besuch abstatten wird. Budapest, 6. Juni. Der Abgeordnete Viktor Rakosy wird heute im Abgeordnetenhause eine Interpellation wegen des gegenwärtig in der Budapester Oper veranstalteten Wagner-ZykluS embringen. Rakosy will Einwendungen dagegen erheben, daß in der Oper der deutschen Kunst ein zu großes Feld eingeräumt wird. Peking, 6. Juni. Der Gouverneur der Provinz Kwangsi telegraphierte hierher, daß in seiner Provinz Tausende von Familien infolge der Hungersnot st ar den. St. LouiS, 6. Juni. Ter Mississippi zeigt an drei Stellen nördlich von Ouincy im Staate Illinois Dammbrüche und überschwemmt weite Strecken des Landes. Zivei- hundcrt Familien konnten sich an Bord von Dampfern retten. Druskasten der Aedaklion. (Anonyme Anfragen bleiben unberücksichtigt.) Alter Abonnent Leihgestern. Zur Wcrldeslimmung eines Postwertzeichens reicht nicht immer die vermutlich aus dem Poststempel herausgelesene Jahreszahl, die Angabe des Wertes der Farbe rc. ES tomml auch, und das ist für die Wertschätzung erheblich, ganz besonders bei englischen Marken auf das Wasserzeichen und Zahnung an. Eine Marke kann noch 1858 z. B. im Gebrauche geweien sein, obwohl in diesem Jahre schon eine neue Ausgabe mit kleinen Aenderungen erschienen ist, von gleichem Werte und Farbe, lediglich um bis zu einem gewissen Termine die allen Bestände ausbranchen zu lassen. Für die Wertschätzung der Marken hat man allgemein den Gebr. senf'schen Katalog in Leipzig, der un Oktober jedes Jahres neu erscheint, zu Grunde gelegt. Er führt für Ihre Anfrage 2 p. England blau auf: 1840 2 pence ohne Strich über Wett und unter postage: ungebraucht 200 5JIL, gebraucht 3 Mk.; 1841 2 pence, blau mit weißem strich wie vorher: ungebraucht 15 Mk., gebraucht 30 Psg^ 1854/57 2 pence, blau, gezähnt 16 Zähne und gezähnt 14 Zähne, Wasserzeichen kleine Sirene: ungebraucht 80 Mark, gebraucht 120 Mk. und ungebraucht 150 Alk. relp. gebraucht 2 M., Wasserzeichen große Rrone: 250 'Mk., 8 Mk^ 35