Mittwoch 6. Mai 1908 153, Jahrgang Erstes Blatte Zier deutsche Aaiser tu ItaNen. tangier Grafen Bülow j aller unter seinem Ponti frau". , , r. __ , Lokale bayr. resp. Münchener Fragen behandelte jrL Therese Schmid, indem sie ein Bild der Entstehung der Tle Balkan-Unruhen. In Saloniki liegen vor Anker drei österreichische, drei italienische und ein französisches Kriegsschiff. Der deutsche Stationär Loreley" trifft am 6. Mm ein. Der letzte Tag ist ruhig vergangen, doch besteht die Nr. 105 Orfchet»« täglich anbei Sonntags. Dem G,ebener Anzeiger werden tm Wechsel mit dem hessischen £an6®lrl die Lietzener jamtllen* Hattet oietmal tn der Woche de,gelegt. RotattonSbrud u. 9er* lag bet Brühl 'schen Unn>et1.'Buch*n. Stein» druck eret (thedd) Arbeit) Ne da kN on, tnxbttto* und Druckerei! eo, wie die Leumund Einberuferides Münchener Frauenkongresses, ^raul. Jka Freudenberg in ihrer einleitenden Begrünung Hervorhob Ter Fonschritt vom Allgemeinen zum speziellen, Greifbaren hat stattgefunden. Wir stehen heute unter dem Reichen der Vertiefung in die Ccnzelfragen. ^a-, Allgemeine u ta flewü-ton emne erledige ein füe allemal s°irz°st°lll, Bie feinen ©lenjeii imb abfle|tcdt. Jnzw^chen wenden mir uns' ^ nach ölgenden Aujg^en zu u,id °er nchen un ere Ideale in ben änzelnen Verhaltmffen des Lebens zu ver- 1Ll" D^'en einzelnen Verhilltnissen wandten sich denn auch so ziemlich sämtliche Vorträge und ^u-tui,wnen zu. ,^i,e lagen zum größten Teil in den Händen von ^onlichkett n, bie bereits ihre ganz bestimmten Roten ^f unferen deutschen Frauentagen haben. Daneben lernten wir auch manche Rom ä Mai. Bei der Ankunft der Monarchen tn Rvm, kurz nach 7 Uhr abends, hatten sich vor dem Dahn- Hofe 1500 Pilger aus Baden und der Rheinorovinz mit 1 zwei deutschen Fahnen aufgestellL Sie senkten unter Hochrufen die Fahnen und sangen die deutsche Hymne. Ter Kaiser grüßte die Pilger mit Handwinken. Die Monarchen und Prinzen fuhren, eskortiert von Kürassieren, zum Quirinal. — Kardinal Rampolla beyab sich heute Nachmittag zur preußisd>en Gesandisck)aft beim päpstlichen Stuhle um dem Grafen Bülow die ihm vom Papste geschenkte MedaillensammlunA zu überreichen Rom 5 Mai. Die Paläste des KapilolS sind anläßlich deS Empfanges zu Ehren des Kaifcrs herrlich mit Blumen und Pflanzen geschmückt und glänzend crieuästet. Zwischen den Palästen sind künstlerisch aufgeführte Zelte erntet Ter Kapitvlplatz ist herrlich geschmückt Aus dem Kapitol- platze und an der Treppe, die zu den Museen führt, smd bie städtischen Bediensteten in histvrisäM Uniformen ausgestellt, welche die Ehrenbezeugungen erweisen. Hinter den Rechen der spalierbiibenden Truppen harrt eine vieitausendkopfiae Menschenmenge des Eintreffens der Herrschaften. Um Suhr sind bereits die Säle mit den Linaeladenen arigefullt, darunter die Minister, das diplomatische KorpS, die Behörden und viele Offiziere. Biele Damen in glänzenden Dolletten bemerkt man. Kurz nach 10 Uhr trafen die Majestäten und Prinzen aus dem Kapitol ein, von Kürassieren eskortiert Ter Kaiser und der König hatten große Uniform angelegt, die Königin trug eine herrliche himmelblaue Toilette. Der Bürgermeister und die Gemeinderäte empfingen die Maze- stäten und geleiteten sie in den Saal der Horatier und Lu- ratter, wo Eercle abgehalten wurde. Tann besichtigten die lwhen Herrschaften, begleitet vvm Bürgermeister und den Gemeinderaten, den Senatorenpalast und bewundenen den herrlich durch einen Scheinwerfer beleuchteten antiken Stadtplan vom Fenster aus, ebenso die beleuchteten Rumen des Palatins, das Forum und Kolosseum. Später wurde das Forum und der Palatin verschiedenfarbig bengalisch beleuchtet Als die in der Umgebung versammelte Menschen- menge in begeisterte Beifallskundgebungen ausbrach erschienen die Majestäten aus dem Balkon. Rach der Illumination begaben sich die Majestäten und die PrinzenIn Den großen Saal des Gemeinderats und beehrten die Minister und das diplomatische Korps sowie die Senatoren und Deputterten und anderen Eingeladenen mtt Ansprachen. Später wurden noch die Museen und Gallerten, die ebenfalls herrlich dekoriert waren und wo sich viele Eingeladene hielten, von den Majestäten und Prinzen besucht. Die Festlichkeit verlief auf daS Glänzendste. Um halb 12 Uhr verließen die Majestäten und Prinzen daS Kapitol und fuhren zum Quirinal zurück, auf dem ganzen Wege wiederum von begeisterten Zurufen begrüßt. — Der Reichskanzler erledigte im Laufe des Vormittags Geschäfte, empfing dann den Ministerpräsidenten Zanardelli und hatte eine längere Unterredung mit dem österreichisch-ungarischen Botschafter Pa- settt Im Laufe des Nachmittags stattete Gras Bülow eine Reihe Besuche ab. Ter Kaiser schenkte für den Ausbau der Krypta auf dem Monte Eassino 10000 Mk. Wien, 5. Mai. Die „N. Fr. Pr." erblickt in der Unterredung des Reichskanzlers Grafen Bülow mtt den italienischen Staatsmännern den Beweis, daß der Besuch Kaiser Wilhelms in Rom nicht allein ein HöslichkeitSakt ist, fonbern daß auch die Politik einen starken Anteil an der gegenwärttgen Romsahrt deS deutschen Kaisers : habe. ____________ _____________________ dächtniS-Medaillen. Eassino, 6. Mai. Ter deutsche Kaiser, der König und die Prinzen sind kurz vor 12 Uhr hier eingewofftn. Sie wurden vom Unterrichtsminister Stasi und den Spitzen der Behörden empfangen. Baid nachdem der Zug mit dem Monarchen und Prinzen ein getroffen war, hielt ixr Deputierte für Eassino, Visocchi, eine kurze huldigungsansprache. Als er schloß, brach die Menge in die Rufe: ,Hoch lebe der Kaiser!" „Senipre avant», Savoja" aus. Der Kaiser verneigte sich daukeiid. Die Monarck)en mit den Prinzen fuhren sodann in vier vierspännigen Wagen, von Karabinieri zu Pferde eskortiert, nach dem Kloster Monte Eassino. Ein Major und ein Kapitän ritten zur Seite deS Wagens der Monar- d>cn. In dem Augenblick, als der kaiserliche Zug die Stadt Eassino erreichte, spielten bie Kapellen bie beutsche unb die italienische Rationath.Mne, bie Truppen präsentierten, unb die zah.rciclze Menge hinter bem Tiuppenspalicr, auf den Balkoncn und an den Fenstern brachte den Herrschern begeisterte Kuridgebungen bar. Hüte und Taschentücher wurbeii geschwenkt, laute Rufe ertönten: Hoch der Kaiser! Hoch der König! Auch die Prinzen wurden lebhaft begrüßt. Man hörte insbesondere rufen: „Es lebe der Herzog der Abruzzen!" „ES lebe der Storbpolfahrer!" Der kaiserliche Zug ging sodann in rascher Fahrt durch die Stadt zur vibtei hinauf, wo er gegen 1 Uhr eintraf. Montecas f ino, 5. Mai. Der Kaiser, der König und die Prinzen wurden am Fuß der Treppen vom Abt Krug, umgeben von sämtlichen Mönchen, empfangen. Man begab sich dann nach dem Kapitelsaal, wo der Abt eine Begrüßungsansprache hielt. In dieser bantte er bem Kaiser unb dem Zkönig für den Besuch, erinnerte an die Besuche, welck-e bet Abtei früher von Kaisern unb Königen gemacht würben, unb sagte, ber heutige Tag sei bent- würdig für ben Orden des heiligen Benedikt, der von seinem Gründer gelernt habe, Frieden zu wünschen, und fügte hinzu, von allen werde zu Gott gebetet, er möge dem Kaiser und dem Könige langes Leben schenken Dann besichtigten die Gäste die Abtei, baS Archiv und die Biblio- thet Die Wiederherstellungsarbeiten ber Krypta ließ sich ber Kaiser einzeln erklären. Im Archiv ließ sich ber Äai)er alle Pergamente mit ber Unterschrift früherer Herrscher vorlegen. Tie Wache überreichten dem Kaiser bie bebend fame historische Publikation: ,Lo scadentziere bi Fe- derigo 11." Schuldverfallduch Friedrichs II., die die Benediktiner eigens veranstatten zum Dank für daS vom Kaiser dem Kloster gewidmete Geschenk der Monumench nermauiae hisrorica. Stach der Besichtigung nahmen die Gaste den Tee in dem neu in stand gesetzten, mtt Spiegeln, Standbildern und kostbaren Mbeln aus dem königlichen Palais Easerba ausgestatteten Gemache ein; die übrigen Räume waren auf bas Einfachste hergerichtet, um den Charakter des Klosters zu wahren. . Dagegen waren die Krcuzaänge zwischen den Zimmern mit Blumen und Blatt- hfiaiuen verziert. Beim Tee dankte der Kaiser bem Deputierten Visocchi für den glanzenden Emofang der BevolLr- ung von Easmo. Während deS Aufenthaltes wurde S^ut gesclwsicn. Beim Verlassen der Abtei geleiteten der Abt uiid die Mönche die Gaste bis zur Klosterpforte. Saloniki sind u n r i die Vorfälle unb in ,—o __ wohl bie Mobilmachung bes zweiten und dritten KviTpS in Saloniki und Abrianopel erwogen, aber keineswegs beschlossen. Die gegenrvärttgen Streitkräfte^im Bereich des britten KorpS betragen organisationSgemäß 80 Stizam-lM- taillone, 37 ESkabrons unb 78 Batterien, eS treten noch hinzu bie in ber letzten Zeit mobilisierten 16 europäischen unb 34 kleinafiattschen Rebifbataillone, 22 europäische Jlave-Bataillone unb 4 von Smyrna herangezogene Stizam- Bataillone, zusammen 166 Bataillone, die, durchschnittlich 700 Mann stark, für die Aktion gegen die Albanesen und baS Banbenunwesen, sowie gegen ähnliche Vorfälle, wie sie sich in Saloniki ereigneten, genügen. Die organisation»- aemäße Stärke beS zivetten Korps betrügt 34 Süzam--Bw- taillone, 30 ESkabronS unb 67 Batterien. Die Zeitungsnachrichten über em B l u t b a b, bas von Mohamcdanern Salonikis unter ben Bulgaren infolge bet von letzteren auS- gcgangenen Anschläge angerichtet sei, sind bem offiziösen Wiener Korrefp.-Bureau zufolge auch falsch Die mvhamv- bani che Bevölkerung beging leine Ausschreitungen gegen Bulgaren. Rach einet Men er Depesche ist nachträglich unter bem Gebäube der Dttomanb an! eine große Mine entdeckt worden, die beftimmt war, die Bank, daS russische Postgebäude und das ganze europäische Viertel in die Luft zu sprengen. Don einem Fleischerladeii gegenüber der Bank ?ührt ein untenrdisä-er Gana, der fast zwei Meter hoch und einen Pieter breit ist und mit Holz ausgelleidet war, unter bas Bankgebäude und von dort weiter unter die Häuser des europäischen Viertels. Unter der Bank fand man eine große Menge Dynamit, eine elektrische Batterie, Werkzeuge und eine elektrische Leitung nach außen. Bei ber großen Sprengbombe in der Bank stürzte eine Mauer des Bantgebäudes ein. Durch die Erschittterung wurde die unterirdische Leitung zerstört Und so die Explosion der Mine verhindert. Von den Fenstern des bulgarisck-en Hotels gegenüber der Bank wurden kleinere Bomben mit brennenden Lunten auf die Straße geworfen. Me au» Rom gemeldet wird, depeschierte der italienische Admiral vor Salorüti, daß die Stadt ruhig, die ärztliche Hllft jedoch^ gänzlich unzureichend sei. . . , . Der „Frkf. Ztg." wird an» Konstantinopel depeschiert: In der Unterminierung, welche von einem bulgarischen Easöhauft in Saloniki zur Ottomanbank führte, fand man 200 Kilo Dynamit vor. Die Bomben erwiesen sich größtenteils als schlechte Fabrikate. Die Filiale der Ottt>- manbank nahm im Garten ihre Tättgkett wieder auf. Die französische, ttalienische, englische und deutsche Botschaft iu- rormierten die Pforte, daß sie die Forderungen auf Schadenersatz für ihre Rationalen in Saloniki reservierten. Auf Befehl des Sultans wurde der größte Tell des volttischen Arcknvs des Großvezierrates gestern nacht heimlich und aus unbekannten Gründen, ohne Vorwissen der Pforte, nach dem Nildizkiosk gebracht. Ein als vornehmer Reisender gekleideter Bulgare sollte in der Nähe der Ottomanbank verhaftet werden; er schoß jedoch auf die Polizisten und entfloh. , Nach einer Depesche au» Konstantinopel wurde am Montag in Geogeli bei Saloniki ein Dynamit-Attentat auf das Postgebäude von einem Bulgaren versucht, iedoch vereitelt. Die „Agence Bulgare" bezeichnet bie Gerüchte, daß in Burgas Ruhestörungen ftattgefunden hätetu und Türken von Bulgaren ermordet »oorden seien, als vollständig unbegründet. Das bulgariscke Blatt „Wetscherna Poschta" beschuldigt Oesterreich, zuerst bie innere macedonische Organisation mit Geld, Waffen und Munition unterstützt und jetzt im Stiche gelassen zu haben, um ün Trüben fischen zu können. Das Blatt fordert die bulgarische Regierung auf, diese zweideutige Haltung Oester- Ter Papst verlieh Walderfee und Eulenburg da» Gvoßkreuz bei PiusordenS, Plesftn daS Großkreuz des St ErcgvtiuSordenS, bem Geh. Legationsrat Klehrnet bas Kornmanbeurkrcuz erster Klasse des Piusordens mit Stern, bem Flügel - Abjuianten Pritzelwitz und bem Geh. Lberregierungsrat Dalentini bas jiommanbcurkreuz bes St. GregoriusorbenS mit Stern, bem Leibarzt Dr. Jlberg bas litimmanbcuitrcus bes St. GregoriuSorbenS. Dem RetchS- ..... schenkte der Dopst eine Sammlung tifilatc geschlagenen golbenen Ge- GietzenerAnzeiger ** General-Anzeiger w Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen Befürchtung weiterer Attentate fort dkachrichten über neue Mobilisierungen infolge ber Vorgänge in “ “ ichtig. In ber ersten Bestürzung Über n Befürchtung weiterer Unruhen wurde -I Methode, dasselbe auf die Gasse hinauszuswßen, die HuS- nutzung des Kindes zum Bettelgewerbe, sehr häufig die I Ueoerlassung Desselben an Professionsbettier. „Ein Dno, bas mit drei Jahren eine stammelnde Bettellüge vorbringt, mit dem 8. Jahr mit Mumen unb Str eichhölzern hau,irren geht, im 10. seinen ersten Ladenbiebstahl begeht, ist im Piunbigkeitsalter meist reif für bas Gefängnis. Ein ^eben, bas mit Betteln angefangen, ist ber menschlichen Gesellschaft fast immer rettungslos verloren." Die Rebnerin, bie keinen Zug der fanatischen Agitatorin an f^ch tragt, vielmehr auf uns wie der Typus eines roeiblidjen Zukunftsjuristen wirkte, [teilte die Forderung auf, daß im System unseres Stras- gesetzbudis bie Ahndung der Vergehen an und gegen Kinder an der Stelle emgefügt werben mu|fe, ^die vom schütz ber Staatseigentümer handelt. Das Interesse bes Staates an einem aeiunben nationalen Nachwuchs liegt aus ber Hanb. Ü^b bei nntb bie Gefährbung bei Rechtsgütei bes Staates weit snenger bewerten. clcL Helene Sumper, aus unseren Lehrerinnentagen immer eine mit viel Sympathieen begrüßte Dtebnerin, hielt darauf einen zeitgemäßen Vornag: „Wie können Frauen bie Durchführung bes Zwangserz.ehungsgesetzes unterstützen?" In inneren Zusammenhaiig mit biefen beiben Vorträgen ftanb auch ber ber Lehrerin Frl. Luise Sigl Über die Fürsorge für schulentlafiene Mädchen". ' Eine Gcsinniuigsgenosjin von Helene Lange, Frl. Gertrud Bäumer-Berlin entwarf einen Plan für bie Reform bes höheren Mäbchenschulwesens, an ben sich eine reae Tieckusiion knüp'te. Van soliden kulturgeschichtlichen Kenntnissen sprach der Vortrag ber Frau Prof. Marianne Weber- Heidelberg über „Tie rechtlicye Stellung ber Ehe- loS, soweit Milchvieh in Frage kam, überlasten war. Man war •e s Wetter A 2 Höchste Temperatur Niedrigste , 4.-6. Beerenweine Südweine 63 88 72 3“ 9” 7» 7353 737,9 740,1 15,5 11,7 12,3 8. 8. SSW. Z e is Mai 1903. 16,2- 0. 5,0“ C. 5# o Meteorologische Beobachtungen der Station Gießen. Mit höchsten Preisen ausgezeichnet. 2584 Fr. Leo Nachfolger (C. Herber), SeltcrSweg 58. Gerichtssaal. Eisenach, 1. ä)?ai. Unter großem Andrang des Publikums sand heute vor der Straftammer des hiesigen Sanb* gerichls die Verhandlung gegen den ersten Bürger- meiftcr Dr. jur. Georg von Fewson statt. (£r ist beschuldigt, in 5 Füllen es als Chef der städtischen Polizei unterlassen zu haben, eine strafbare Handlung zu verfolgen, in der Absicht, jemanden der gesetzlichen Strafe rechtswidrig au entziehen. Der Verhandlung wohnte der rvettnariscl-e Minister des Innern v. Wurmb bei. Der Angeklagte ist 1863 in Petersburg als Sohn eines russischen Staatsrates und der geborenen Fürstin von Troubetz- foe geboren. Die Verhandlung ergab, daß er die Polizeigeschäfte sehr eigentümlich führte. In 4 Füllen nahm er zugunsten von Prostituierten gegen seine Polizeibeamten Partei und unterließ es, Anzeigen, die gegen Prostituierte wegen Übertretung der polizeilichen Bestimmungen vor- -'6' 25 5 Bed. Himmel HellerHimmel Sonnenschein 5. 5. 6. trat für das aktive Wahlrecht der Frau zu den Gewerbegerichten und den Standpunkt, welcher die Frau auf Grund ihrer zu starken Subjektivität als unfähig zu diesem Amt bezeichnet, den „Mrßbrauch eines taut» schukartigen Schlagworts" nannte. Tie Gäste des Münchener Frauentages versäumten nicht der zu Ehren dieses Tages im „Künstlerhause" am Maxi- miliansplatz arrangierten kleinen, aber sehr interessanten Ausstellung künstlerischer und kunstgewerblicher Frauenarbeiten einen Besuch abzustatten, und ebenso sanden sich eine stattliche Anzahl von Teilnehmern zur Besichtigung der ersten wirtschaftlichen Frauenschule in Bayern ein. Das einstige Schloßaut Getselgaslig bei München, van der Borortstation GroschcHelohe tn 20 Minuten zu erreichen, ist zu einer solchen hergerichtet worden und zwar in Anlehnung an die praktischen Erfahrungen, die man schon seit einer Reihe von Jahren in Cbemfirdjen (Hessen- 'Jlafi'au;, in Reifenstein (Thüringen) und nicht zu ver- gehen in dem, nach dem Ableben der Frau Baronin D> rette vvn Schenk - ^chweinsberg bedauerlicherweise eingegangenen Rieder-Ofleiden gesammelt hat. Garten und Park von Geiselgastig liegen in gesundheitlich günstigster und landschaftlich schönster Lage auf dem rechten Hochufer des adwcck?slungsreichen Jsarralcs; der Glanz eines zauberisch schonen Maitages begünstigte den wohltuenden Eindruck, den wir von dieser jungen Musterschule mit hinw? glich men. Bei diesem mächtigen Nahen des jungen Lenz, der sich nirgends so gebieterisch gellend macht, als da, wo »tra- ßenHüge und Steinkolosje ihm den Einzug erschweren 8,0 8,4 ■ 7,7 Handel und Verkehr. Volkswirtschaft. Märkte. W. Viehmarktbericht. Der gestern fällige Rindvieh- markt hatte einen Austrieb von 11—1200 Stück Milch- und Fettvieh sowie von ca. 250 Kälbern. Die Tendenz des Marktes war überaus flau und zwar wegen des gestern in der badischen Handelsmetropole Mannheim gleichzeitig stattgeyabten berühmten Mai- markles, dem die Kundschaft des ganzen Rheines und teilweise auch vom QJlain und von der Sieg zugeslromt war. Nur die Frank- । al a ■* aXa8ta Sammle, Velvets, öeiüenstone^^ Elten & Keussen, Krefeld. EingrsanLt. (Für Form und Jnbalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Lollar, den 5. Mai 1903. Zu der Mitteilung über die Büroermeisterwahl in Nr. 104 des „G. A." möchten roir bemerken, daß die diesjährige Holzver- steigerung Anfang Diärz stallfand und heute noch niemand feinen Absuhrschem Hal. Weiler Haden viele Lunden, welche schon chrc Geschastsrechnungen bei dem Betreffenden bezahlt haben, nochmals eine über dieselben Posten ausgestellt bekommen. Mehrere Bürger. Qioth’s gemahlene Kernseife mit Salmiak und Terpentin wird zum Kochen selbst der feinsten Wäsche und zum Auswaschen gebraucht. Sie besitzt so hohe Waschkraft, daß man die damit gekochte Wäsche nicht mehr zu reiben braucht, wodurch die Stoffe ge- chont werden. Garantiert chlorfreü Preis per Packet 15 Psg. Alleiniger Fabrikant I. Gioth in Hanau a. M. 8786 von den Unter beamten ausdrücklich beantragt war. In einem fünften Falle ergriff er zugunsten eines jungen Kaufmanns Heinecke, der unter der Vorspiegelung, Krirni- valschutzmann zu sein, Prostituierte und andere Mävchen bewog, ihm gefällig zu fein, Partei gegen die Polizei- beamten, welche wegen dieser und anderer unsauberen Handlungen Anzeige gegen Heinecke erstattet hatten. Infolge der milden Behandlung nahm das Prostttuierten- und Zuhalterwesen in Eisenach überhand, sodaß eine Anzahl Einwohner sich schließlich an den Bezirksdirektor wandten, der dann mit Hilfe der Staatsanwaltschaft Wandel schuf. Der Angeklagte war nicht aus der Fassung zu bringen, auch nicht als der Vorsitzende ihn interpellierte, woher es komme, daß in den Füllen, wo der Angellagte pflichtwidrig gehandelt, immer Frauenzimmer in Frage kämen und ein Tctt der Akten verschwunden sei! Die Zeugenvernehmung ergab aber durchweg eine Bestätigung des in der Voruntersuchung Feftgestellten, ins- Kunst und Wissenschaft. Paris, 5. Mai. Tas internationale Zentralbureau für die Bekämpfung der Tuberkulose hiell heute Nachmittag unter dem Vorsitz des ehemaligen Präsidenten von Frankreich, Casimir Perier, die Eröffnungssitzung ab, welcher die Professoren Leyden und Pannwitz aus Berlin und Schrötter aus Wien beiwohnten. Casimir Perrier hielt eine längere Ansprache, in der er die anwesenden Delegierten als die Vorhut der mächtigen Friedensarmee begrüßte, welche unter ihrer Fahne die Herzen der denkenden Menschheit versammeln werde in einmütiger Barmherzigkeit und Solidarität. möchten, ist es wirllich verwundernswert, daß der große Sitzungssaal des Rathauses stets bis auf den letzten Platz gefüllt ist, auch die Herrenwelt sich zahlreich vertreten zeigt. Und dazu steht München geaentoärtig noch im Zeichen des jubelnd begrüßten „Maibocks", dessen Ausschank zehn Tage aichält Ter Bierkonsum ist hier gegenwärtig ein enormer. Als verschiedene Damen oom Frauentag heute um 2 Uhr ihr Mittagessen im weltberühmten „Luitpold- Cafä" einnahmen — offerierten ihnen die Kellner — Pil- fener Bier, denn das Münchener fei alle geworden! Aber wir können mit gutem Gewissen unsere Leser versichern, daß die Tagung der Frauen in der bajuoarischen Residenz daran schuldlos ist. Dr. E. Mensch. München, 5. Mai. Heute Vormittag sprachen noch Frau Sofie Junge-München über Heranbildung weiblicher Dienstboten und Frau Rosalie Schön flies- München über die Frauenbewegung und die Hausfrauen. Damit war die Tagesordnung erschöpft. Zu erwähnen wäre noch, daß auch Mittellungen über den Stand des hiesigen MädchenprivatZymnasiums gegeben wurden, denen zu entnehmen ist, daß in der Unterklasse 11, in der Mittelklasse 10, m der Tberllasse 8 Schülerinnen sind. Die Letzteren hiben an das Kultusministerium die Bitte gerichtet, an einem humanistischen Gymnasium die Absolutonalprüf- ung mllmachen zu dürfen. Es wurde ihnen gewährt. Münchener Gymnasüllkurse für Mädchen gab, Herr Df. Weigel, welcher die Fortschritte der Landkrankenpflege in Bayern behandelte, und Frü Kctthi Gmeinwieser, der das aktuelle Thema „Tie £)rgani|ation der Müncl-ener Kellnerinnen" zuerteilt worden war. Bon allgemeinen humanen Gesichtspunkten getragen zeigten sich die Reden der einberuferin des Kongresses, des Frl. Ika Freuden- berg, welche einen Appell an die Jugend brachte und auch die Ausführungen des Frl. Dr. Käthe S chi r m a ch e r- Paris über die Sittlichkeitsfrage, die mit hohem Ernst in eins der dunkelsten Kapitel des sozialen Elends und der moralischen Korruption hineinleuchttte, weshalb es auch die Seilerin des Kongresses, Frl. Freudenberg, ange- messen fand, diesem schwierigen Vortrag eine kurze Ein- führung voranzilschicken, in welcher sie hervorhob, daß das Elend, welches Die GesEchtsttanHellen über die Menschheit gebradg und fortwährend bringen, nicht beseitigt toüroe, inbem man die Frauen mit ihren Einwänden nicder- schrete unb sich höchstens dazu vcrsttinde, die Sache als eine Frage der Hygiene, nicht als eine solche der Rdoral auf» jn fassen. Äon der „häuslichen Erziehung", der Heranbildung weiblicher Dienstboten, der Anteilnahme der Hausfrauen e schon ihre en, nochmals Bürger. Passiva. 1. Aufgenommene Kapitalien 2. Guthaben der Mitglieder 3. Reservefond hobene Zinsen von Güterkauf, geldern 6. Reingewinn Aufforderung. Alle diejenigen, welche noch Forderungen an den verstorbenen Kaufmann Emil Martin genannt Georg Grieb in Gießen zu bilden haben, werden hiermit aufgefordert, solche innerhalb vier Wochen von heute ab bei dem gerichtlich bestellten Rachlaßverwalier Ortsgerichtsmann Helftich in Gießen anzumelden, andernfalls eine Berücksichtigung nicht erfolgen kann. Ebenso werden diejenigen, welche noch mit Zahlungen an den pp. Grieb im Rückstände sind, aufgefordert, solche binnen vier Wochen an den Rachlaßverwalier abzuführen, da sonst gerichtliche Beitreibung ‘«seife ■pentin m Auswaschen die damit ge* die Stoffe ge* Packet 15 Pfg. 8735 Milieu-Ausßiig nch Kmnsels Bahn-Abfahrt 12". Abfahrt der Ruderboote 7 Uhr vormittags. Einzeichnungsliste zum gemeinschaftlichen Mittagessen liegt bei Herrn Hch. Roll, Mäusburg, bis zum 8. Mai, 9 Uhr abends auf. Der Vorstand. Daher Stand der Mitglieder Ende 1902 . 269 Kesselbach, den 6. Mai 1903. Filiale in Gießen: Brandgassc 3. Ausführung dbd Aeuetiaoer, Floreuilurr und zlömer Mosaik für Fußböden. Terrageu, Fluren und Gewölbe-Beton, Gyps-Fußböoeu Lruamentcu, Blumen und- alle sonstigen Mosaik- und Lemenrarbciren (wafferdichi). Trottoire, Kegelbahnen, Granit- und Eementstnfeu re. Die Zahl der Mitglieder betrug Ende 1901 Während 1902 gingen zu ..... . 8747 Bekanntmachung. Durch Verfügung des Großherzogl. Ministeriums des Innern ist die Lehrschmiede des Tierspitals am 1. Mai d. I. m staatlichen Betrieb übernommen worden. Der Beschlag wird von dem Großherzogl. Lehrschmied Georg Lamberth ausgeführt und auf Wunsch Veterinär» ärztlich kostenfrei beaufsichtigt. Die bisher berechneten Emzel- und Akkordpreise bleiben bestehen. — Die Zahlungen können an der Kasse deS Tier- spitalS sogleich oder vierteljährlich oder nach besonderer Vereinbarung geleistet werden. Seb. Himmel Heüechimmel Sonnenschein Prospekte werden auf Wunsch kostenfrei zugesandt. Auskunft er- leili der Haupt-Agent der Gesellschaft IjouIs Wittich, Agkninr-EeschSst Bahnhofstraße, Wolkengasse-Ecke 27. 3738 rate, Velvets» Ä* j Krefeld. 'S Schuhwerk use ein eleganld > Srcam lengl. aroßePolftr* Versteigerung. I Donnerstag den 7. d. d. Mts., nachmittags 8 Uhr, versteigere ich Neuenweg 28 (im, Sandalen in schwarz und farbig zu billigsten Preisen empsiehst das 3751 Schublager SouneuLtr.20u.22 Dor den bevorstehenden Sommerreisen empfehlen wir dringend, Mobiliar, Wertgegenstände u. Bargeld gegen Einbruch-Diebstahl 6» der Aachener und Münchener Feuer-Versicherungs-Geselischaft zu versichern. Die Bedingungen sind liberal und frei von Härte«. ch im ZeiäM zenwarüS noch Oi-S icn denen ind. Bekanntmachung. DleuStag den 12. d. Mtü., nachmittags 2 Uhr, wird im Lofpital, SesterSweg 11 dahier, der Nachlaß der Frau Heinrich Giehl, bestehend in einem Best, Tisch, Stühlen, Kleibern und sonstigem Haus» und Küchengerät, versteigen. Hieran anschließend um 3 Uhr: Verschiedenes noch gut er- balteneS Weißzeug, welches einer in daS Siechenhaus eingetretenen Frau gehört. Gießen, den 6. Mai 1908. 3771 Der Oberbürgermeister. Mecum. Wj! [/ ist heute ien. 727502.14 264 10 274 5 Ausnahme-Preise! Wir liefern in den Monaten Mai und Juni: Prima AllWjitWcn, bei 5 Zentnern pro Ztr. Mk. 1.45 bei Abnahme von 30 Ztr. und mehr pro Ztr. Mk. 1.43 frei in Keller, Prima Wahlen, nähme von 30 ZentnernZ M.1.15 pro Zentner frei in Keller. 3753 Bachenheimer & Schaumberger Marburger stratze 22. fjirmo erei, SM vei»e. 2584 Mtg »8. Empfehle 3620 rheiuhMea Aeihwein, per ~uer 60 Pfennig, ab Mainz. 3. Bernet, junior, Mainz. Gabelsberger LtknoMhell-Vereiii Gießen (e. B.) Die Ansängerkurse beginnen: a. für Herren: Mittwoch den 13. Mai, abends 8 Uhr, Italienische Gesellschaft Jich.: Santo Povoledo 02237 Versteigerung von Grab-Denkmälern. Wegen Geschäft»-Aufgabe bringe meinen Restbestand von den einfachsten erstklassigsten Denkmälern Freitag den 15. Mi, nachmittags 2 Uhr in meinem Hause Marburgerstratze 27 zur öffentlichen Versteigerung. Es besinden sich darunter Teakmäler ans LaaSjicia, Marmor, Sijenit ani> schmarzem schwkdischem Granit. Ganz besonders mache ich auf ein sehr Wertvolles Denkmal Trauer-Genius aufmerksam. 3757 Interessenten bietet sich hierdurch die seltene Gelegenheit, ein wirklich gutes und gediegener Deukmat zu erwerben. — Die Denkmäler können schon vor dem VerstelgerungStermin bet mir angesehen und auch aus freier Hand verkauft werden. NB. Die erstandenen Denkmäler können auch von mir mit Schrift versehen und ausgestellt werden. 235.— 727502.14 Dienstag den 12. Mai d. I., vorm. 11 Uhr, öffentlich vergeben werden. Arbeitsbeschreibung und Bedingungen liegen während der Dienststunden bei uns zur Einsicht offen. Angebote auf Vordruck, der bei uns erhältlich, sind bis zum obengenanten Zeitpunkt bei unS einzureichen. Zuschlagsfrist 14 Tage. Gießen, den 6. Mai 1903. Städtisches Hochbauamt. _____I. V.: Gerbel._____ Verdingung. Die zur Herrichtung eines Dachzimmers im Turmhaus am Brand erforderlichen Schreiner- und Wcißbinderarbeiten Gießen, am 4. Mai 1903. Grobherzogliches Amtsgericht. velanntmachung. In das Handels - Register Abt. A. wurde eingetragen: Die Firma I. Cohn & Co. Cassel Zweigniederlassung zu Gießen ist erloschen. [3744 Gießen, am 4. Mai 1903. Großherzogliches Amtsgericht. Verdingung. Die für laufende Unterhaltung des vormals Reiber- schen Hauses, Bahnhofstraße 66, erforderlichen Weißbinder» arbeiten, sowie das Liefern u. Verlegen von Linoleum 4) eine größere Partie Schuhwaren gegen bar. 3752 Gießen, 5. Mai 1903. Seipel, Gerichtsvollzieher. Stöbt. Schlachthaus. Freibank. Heute und morgen: 3711 Kmdsteifch 50 Pfg. Schminrflkisch 50 pfg. Geschenks Gchfevfi. 40 pfg. Mittwoch, Donnerstag, Freitag lebeudfrifch: Schellfisch groß und mittet, Mm che Kops 20 Pfg. 3768 Rotzungen. Gebt. Berdnx, Dahnhofjtr. 27. Lindenplatz 12. 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Mai ab 8 Tage lang zur Einsicht der Mttglieder im Geschäftslokal offen. Kesselbach, den 6. Mai 1903. ________Schomber IL, Vorsitzender. _________ Wer em Geschäft jeder Art, Grundstück, Fabrik, Hotel, Gasthof, Acker- ob. Wiesculaud, Ziegelei re. fchucll unb biofrct verlaufen will, bediene sich be» weitverzweigten renommierten Lxpreß-Justitnts mit feinen 14 Filialen zu Berlin 0., Münzstraße 20. Vertreter am Platz anwesend. Falls deffen kostenloser Besuch erwünscht, erbitten Nachricht unter „Erpreß" Gießen hauptpoftlagernd. Massgebendes Urteil! MlM'r Piana-Fahrräder la. Biere Vorzüglichen Aepfelwein Maibowle Gut gepflegte Weine Schlfienberger Likör Emil Horst Fernsprecher 338. Friedrich Lyncker. tow-PäMs 8 Marktstrasse 8 empfiehlt n billigsten Freiten Streng; reelle Bedienung. Billigste Prelle. Eioselne Im 8 Marktstrasse 8 Ein* Ito Si u.e«en.Saateau DsmstS-tklUkl-kOltttik 3628 Trescher A Schrödel. 1 bei Hannoversche Oummi-Kamm-Co. Akt.-(les. 2958 empfiehlt 982 J. 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